[Austausch zwischen Kapital und Arbeit]
Der dem Capital als dem gesezten Tauschwerth gegenübertretende Ge- brauchswerth ist die Arbeit. Das Capital tauscht sich aus, oder ist in dieser Bestimmtheit nur in Beziehung auf das Nicht-Capital, die Negation des Capitals, in Bezug auf welche es allein Capital ist; das wirkliche NichtCapital ist die Arbeit.
Wenn wir den Austausch zwischen Capital und Arbeit betrachten, so finden wir, daß er in 2 nicht nur formell, sondern qualitativ verschiedne und selbst entgegengesezte Prozesse zerfällt:
1) Der Arbeiter tauscht seine Waare, die Arbeit, den Gebrauchswerth, die als Waare auch einen Preiß hat, wie alle andren Waaren, aus gegen eine bestimmte Summe Tauschwerthe, bestimmte Summe Geld, die das Capital an ihn abläßt.
2) Der Capitalist tauscht die Arbeit selbst ein, die Arbeit als werthsetzende Thätigkeit, als productive Arbeit; d.h. er tauscht die Productivkraft ein, die das Capital erhält und vervielfältigt und die damit zur Productivkraft und reproducirenden Kraft des Capitals, eine dem Capital selbst angehörige Kraft wird.
Die Trennung dieser beiden Prozesse ist so augenfällig, daß sie in der Zeit auseinanderfallen können, und keineswegs zusammenfallen müssen. Der erste Prozeß kann vollendet sein und ist zu einem gewissen Grade meist vollendet, ehe der zweite auch nur beginnt. Die Vollendung des 2ten Aktes unterstellt die Vollendung des Products. Die Zahlung des Arbeitslohns kann nicht auf diese warten. Wir werden es selbst als eine wesentliche Bestimmung des Verhältnisses finden, daß sie nicht auf dieselbe wartet.
Beim einfachen Austausch, Circulation, findet nicht dieser gedoppelte Prozeß statt. Wenn die Waare a gegen das Geld b ausgetauscht, und dieses dann gegen die zur Consumtion bestimmte Waare c – das ursprüngliche Object des Austauschs für a, so fällt der Gebrauch der Waare c, ihr Consum, ganz ausserhalb der Circulation; geht die Form des Verhältnisses nichts an; liegt jenseits der Circulation selbst, und ist ein rein stoffliches Interesse, das nur noch ein Verhältniß des Individuums A in seiner Natürlichkeit zu einem Gegenstande seines vereinzelten Bedürfnisses ausdrückt. Was es mit der Waare c anfängt, ist eine Frage, die ausserhalb des ökonomischen Verhältnisses liegt. Hier erscheint umgekehrt der Gebrauchswerth des gegen das Geld Eingetauschten als besondres ökonomisches Verhältniß, und die bestimmte Verwendung des gegen das Geld Eingetauschten bildet den lezten Zweck beider Prozesse. Dieß unterscheidet also schon formell den Aus- tausch zwischen Capital und Arbeit vom einfachen Austausch – zwei verschiedne Prozesse.
Fassen wir nun ferner wie dem Inhalt nach der Austausch zwischen Capital und Arbeit verschieden ist von dem einfachen Austausch (Circulation), so finden wir, daß dieser Unterschied nicht durch eine äussere Beziehung oder Vergleichung herauskömmt, sondern daß in der Totalität des leztren Processes die zweite Form sich selbst von der ersten unterscheidet, daß diese Vergleichung selbst eingeschlossen ist. Der Unterschied des zweiten Akts vom ersten – nämlich der besondre Prozeß der Aneignung der Arbeit von Seiten des Capitals ist der zweite Akt – ist exactly der Unterschied des Austauschs zwischen Capital und Arbeit vom Austausch, wie das Geld ihn zwischen Waaren vermittelt. Im Austausch zwischen Capital und Arbeit ist der erste Akt ein Austausch, fällt ganz in die gewöhnliche Circulation; der zweite ist ein qualitativ vom Austausch verschiedner Process, und es ist nur by misuse, daß er überhaupt Austausch irgendeiner Art genannt werden könnte. Er steht direkt dem Austausch gegenüber; wesentlich andre Categorie.
❲Capital. I. Allgemeinheit: 1) a) Werden des Capitals aus dem Geld. b) Capital und Arbeit (sich vermittelnd durch fremde Arbeit). c) Die Elemente des Capitals aufgelöst nach ihrem Verhältniß zur Arbeit (Product. Rohmaterial. Arbeitsinstrument). 2) Besondrung des Capitals: a) Capital circulant. Capital fixe. Umlauf des Capitals. 3) Die Einzelnheit des Capitals. Capital und Profit. Capital und Zins. Das Capital als Werth, unterschieden von sich als Zins und Profit.
II. Besonderheit: 1) Accumulation der Capitalien. 2) Concurrenz der Capitalien. 3) Concentration der Capitalien (quantitativer Unterschied des Capitals als zugleich qualitativ, als Maaß seiner Grösse und Wirkung)./
/23/III. Einzelnheit: 1) Das Capital als Credit. 2) Das Capital als Aktiencapital. 3) Das Capital als Geldmarkt. Im Geldmarkt ist das Capital in seiner Totalität gesezt; darin ist es Preißbestimmend, Arbeitgebend, die Production regulirend, in einem Wort Productionsquelle; aber das Capital nicht nur als sich selbst producirend (materiell durch Industrie etc, Preisse setzend, Productivkräfte entwickelnd), sondern zugleich als Schöpfer von Werthen, muß einen vom Capital spezifisch unterschiednen Werth oder Form des Reichthums setzen. Dieß ist die Grundrente. Es ist die einzige Werthschöpfung des Capitals als von ihm selbst, seiner eignen Production unterschiedner Werth. Sowohl seiner Natur nach, wie historisch ist das Capital der Schöpfer des modernen Grundeigenthums, der Grundrente; wie seine Aktion daher auch als Auflösung der alten Form des Grundeigenthums erscheint. Die neue entsteht durch die Aktion des Capitals auf die alte. Das Capital ist dieß – nach einer Seite hin betrachtet – als Schöpfer der modernen Agricultur. In den ökonomischen Verhältnissen des modernen Grundeigenthums, das als ein Prozeß erscheint: Grundrente – Capital – Lohnarbeit (die Form des Schlusses kann auch anders gefaßt werden: als Lohnarbeit – Capital – Grundrente; aber Capital muß immer als die thätige Mitte erscheinen), ist daher die innre Construktion der modernen Gesellschaft, oder das Capital in der Totalität seiner Beziehungen gesezt. Es fragt sich nun, wie ergiebt sich der Uebergang aus dem Grundeigenthum in die Lohnarbeit? (Der Uebergang aus der Lohnarbeit in das Capital ergiebt sich von selbst; da dieses hier in seinen aktiven Grund zurückgegangen ist.) Historisch ist der Uebergang unstreitig. Er liegt schon darin, daß das Grundeigenthum Product des Capitals ist. Wir finden daher überall daß da, wo durch Reaction des Capitals auf die älteren Formen des Grundeigenthums das leztre sich in Geldrente verwandelt (dasselbe findet in andrer Weise statt, wo der moderne Bauer geschaffen wird) und daher gleichzeitig die Agricultur als durch das Capital betrieben sich in industrielle Agronomie verwandelt, nothwendig aus den cottiers, Leibeignen, Frohnbauern, Erbpächtern, Häuslern, etc Taglöhner werden, Lohnarbeiter, also die Lohnarbeit in ihrer Totalität erst geschaffen wird durch Aktion des Capitals auf das Grundeigenthum und dann sobald dieß einmal als Form herausgearbeitet ist, durch den Grundeigenthümer selbst. Dieser selbst clears dann, wie Steuart sagt, das Land von seinen überflüssigen Mäulern, reißt die Kinder der Erde los von der Brust, worauf sie gewachsen, und verwandelt so selbst die Erdarbeit, die ihrer Natur nach als unmittelbare Subsistenzquelle erscheint, in vermittelte Subsistenzquelle, von gesellschaftlichen Beziehungen rein abhängige. (Die wechselseitige Abhängigkeit muß erst rein herausgearbeitet sein, eh an wirkliche sociale Gemeinschaftlichkeit gedacht werden kann. Alle Verhältnisse als von der Gesellschaft gesezte, nicht als von der Natur bestimmte.) Dadurch allein die Anwendung der Wissenschaft erst möglich und die volle Productivkraft entwickelt. Es kann also kein Zweifel existiren, daß die Lohnarbeit in ihrer klassischen Form, als die ganze Breite der Gesellschaft durchwadend und sich statt der Erde zu dem Boden machend, worauf sie steht, erst durch das moderne Grundeigenthum geschaffen wird, d.h. durch das Grundeigenthum als vom Capital selbst geschaffter Werth. Daher führt also das Grundeigenthum zurück zur Lohnarbeit. Es ist nach einer Seite hin betrachtet nichts als die Uebertragung der Lohnarbeit aus den Städten auf das Land, also die über die ganze Oberfläche der Gesellschaft verbreitete Lohnarbeit. Der alte Grundeigenthümer, wenn er reich ist, braucht keinen Capitalisten, um zu modernem Grundeigenthümer zu werden. Er braucht nur seine Arbeiter in Lohnarbeiter zu verwandeln und für Profit statt für Revenu zu produciren. Dann ist in seiner Person der moderne Pächter und der moderne Grundeigenthümer vorausgesezt. Dieß ist aber kein formeller Unterschied, daß die Form in der er seine Revenu bezieht, sich verändert, oder die Form, worin der Arbeiter bezahlt wird, sondern es unterstellt eine totale Umgestaltung der Productionsweise (der Agricultur) selbst; hat daher Voraussetzungen, die auf bestimmter Entwicklung der Industrie, des Handels, und der Wissenschaft, kurz der Productivkräfte beruhn. Wie überhaupt die auf dem Capital und der Lohnarbeit beruhende Production nicht nur formell von andren Productionsweisen verschieden ist, sondern ebensosehr eine totale Revolution und Entwicklung der materiellen Production voraussezt. Obgleich das Capital als Handelscapital sich vollständig entwickeln kann (blos nicht so weit quantitativ) ohne diese Umgestaltung des Grundeigenthums, so nicht als Industrielles Capital. Selbst die Entwicklung der Manufactur sezt eine beginnende Auflösung der alten ökonomischen Grundeigenthumsverhältnisse voraus. Andrerseits wird aus dieser punctuellen Auflösung erst die neue Form in ihrer Totalität und Breite, sobald die moderne Industrie sich zu einem hohen Grad der Ausbildung entwickelt hat, die aber selbst stets um so rascher vorangeht, je mehr sich die moderne Agricultur, die ihr entsprechende Eigenthumsform, die ihr entsprechenden ökonomischen Verhältnisse entwickelt haben. Daher England in dieser Beziehung Musterland für die andren continentalen Länder. Ebenso: Wenn die erste Form der Industrie, die grosse Manufactur, schon Auflösung des Grundeigenthums voraussezt, so ist diese wieder bedingt durch die in den Städten vor sich gegangne untergeordnetre Entwicklung des Capitals, in seinen selbst noch unentwickelten Formen (mittelaltrigen) und zugleich durch die Wirkung der in andren Ländern zugleich mit dem Handel blühenden Manufactur (so wirkt Holland auf England im 16ten und ersten Hälfte des 17t Jhh.). In diesen Ländern selbst der Prozeß schon durchgemacht und die Agricultur für Viehzucht geopfert, und das Getreide von zurückgebliebnen Ländern verschafft, wie Polen etc, durch Einfuhr (Holland again). Es ist zu bedenken, daß die neuen Productivkräfte und Productionsverhältnisse sich nicht aus Nichts entwickeln, noch aus der Luft, noch aus dem Schooß der sich selbst setzenden Idee; sondern innerhalb und gegensätzlich gegen vorhandne Entwicklung der Production und überlieferte, traditionelle Eigenthumsverhältnisse. Wenn im vollendeten bürgerlichen System, jedes ökonomische Verhältniß das andre in der bürgerlich-ökonomischen Form voraussezt und so jedes Gesezte zugleich Voraussetzung ist, so ist das mit jedem ||24| organischen System der Fall. Dieß organische System selbst als Totalität hat seine Voraussetzungen und seine Entwicklung zur Totalität besteht eben [darin], alle Elemente der Gesellschaft sich unterzuordnen, oder die ihm noch fehlenden Organe aus ihr heraus zu schaffen. Es wird so historisch zur Totalität. Das Werden zu dieser Totalität bildet ein Moment seines Prozesses, seiner Entwicklung. – Andrerseits, wenn innerhalb einer Gesellschaft die modernen Productionsverhältnisse, d. h. das Capital zu seiner Totalität entwickelt ist, und diese Gesellschaft sich nun eines neuen Terrains bemächtigt, wie z. B. in den Colonieen, so findet sie, namentlich ihr Repräsentant, der Capitalist, daß sein Capital aufhört Capital zu sein ohne Lohnarbeit und daß eine der Voraussetzungen hiervon nicht nur Grundeigenthum überhaupt, sondern modernes Grundeigenthum ist; Grundeigenthum, das als capitalisirte Rente theuer ist, und als solches die unmittelbare Benutzung der Erde durch die Individuen ausschließt. Daher Wakefields Colonietheorie, von der englischen Regierung in Australien in der Praxis befolgt. Das Grundeigenthum wird hier künstlich vertheuert, um die Arbeiter in Lohnarbeiter zu verwandeln, das Capital als Capital wirken zu machen, und so die neue Colonie productiv zu machen; Reichthum in ihr zu entwickeln, statt sie, wie in America, zur momentanen Lieferung der Lohnarbeiter zu verwenden. Wakefields Theorie ist unendlich wichtig, zur richtigen Auffassung des modernen Grundeigenthums. – Das Capital als Grundrente schaffend geht also zurück in die Production der Lohnarbeit als seines allgemeinen schöpferischen Grundes. Das Capital geht aus der Circulation hervor und sezt die Arbeit als Lohnarbeit; bildet sich so aus und als Ganzes entwickelt, sezt das Grundeigenthum, sowohl als seine Bedingung wie als seinen Gegensatz. Es zeigt sich aber, daß es hiermit nur die Lohnarbeit als seine allgemeine Voraussetzung geschaffen hat. Diese ist also nun für sich zu betrachten. Anderseits erscheint das moderne Grundeigenthum selbst am mächtigsten in dem Processe des clearing of estates und Verwandlung der Landarbeiter in Lohnarbeiter. So doppelter Uebergang in die Lohnarbeit. Dieß nach der positiven Seite hin. Negativ, nachdem das Capital das Grundeigenthum gesezt, und damit seinen doppelten Zweck erreicht: 1) Industriellen Ackerbau und dadurch Entwicklung der Productivkraft der Erde; 2) Lohnarbeit, also Herrschaft des Capitals allgemein auf dem Lande, betrachtet es die Existenz des Grundeigenthums selbst als eine blos vorübergehende Entwicklung, die nöthig ist als Aktion des Capitals auf die alten Grundeigenthumsverhältnisse, und ein Product ihrer Zersetzung; die aber als solche – diesen Zweck einmal erreicht – blose Beschränkung des Profits ist, keine Nothwendigkeit für die Production. Es sucht also das Grundeigenthum als Privateigenthum aufzulösen und auf den Staat zu übertragen. Dieß die negative Seite. So die ganze innre Gesellschaft in Capitalisten und Lohnarbeiter zu verwandeln. Wenn das Capital so weit ist, ist die Lohnarbeit auch so weit, daß sie einerseits den Grundeigenthümer als Superfötation, zur Vereinfachung des Verhältnisses, Milderung der Steuern etc zu beseitigen sucht in derselben Form, wie der Bourgeois; andrerseits, um der Lohnarbeit zu entrinnen, und selbstständiger – für unmittelbaren Gebrauch – Producent zu werden, die Zerschlagung des grossen Grundeigenthums verlangt. Das Grundeigenthum wird so von 2 Seiten her negirt; die Negation von Seiten des Capitals ist nur Formveränderung, zu seiner Alleinherrschaft. (Grundrente als die allgemeine Staatsrente (-steuer), so daß die bürgerliche Gesellschaft in andrer Weise das mittelaltrige System, aber als die vollständige Negation desselben reproducirt.) Die Negation von Seiten der Lohnarbeit ist nur versteckte Negation des Capitals, also auch ihrer selbst. Als selbstständig dem Capital gegenüber ist sie also jezt zu betrachten. So der Uebergang doppelt. 1) Positiver Uebergang aus dem modernen Grundeigenthum oder des Capitals vermittelst des modernen Grundeigenthums [zu] der allgemeinen Lohnarbeit; 2) negativer Uebergang: Verneinung des Grundeigenthums durch das Capital, d. h. also Verneinung des selbstständigen Werths durch das Capital, d. h. eben Verneinung des Capitals durch sich selbst. Aber ihre Verneinung ist die Lohnarbeit. Dann Verneinung des Grundeigenthums und vermittelst seiner des Capitals von Seiten der Lohnarbeit. D. h. die Lohnarbeit die sich als das Selbstständige setzen will.❳
❲Der Markt, der im Anfang in der Oekonomie als abstrakte Bestimmung erscheint, nimmt totale Gestaltungen an. Einmal der Geldmarkt. Dieser umschließt den Wechselmarkt; überhaupt den Anleihemarkt; also Geldhandel, Bullionmarkt. Als Geldleihmarkt erscheint er sowohl an den Banken, f. i. dem Discount, wozu sie discontiren: loanmarket, billbrokers etc; aber dann auch als Markt aller zinstragenden Papiere: Staatsfunds und Share market. Die leztren sondern sich in grössre Gruppen. Erstens die Shares der Geldinstitute selbst; Bank shares; jointstock bank shares; Shares der Communicationsmittel (railway shares die bedeutendsten; canal shares; steam navigation shares, telegraph shares, omnibus shares); shares all- gemeiner Industrieller enterprises (mining shares die hauptsächlichsten). Dann für Zufuhr allgemeiner Elemente (gas shares, Wasserleitung shares). Miscellaneous ins tausendfache gehend. Zur Aufbewahrung der Waaren (dock shares etc). Miscellaneous ins unendliche gehend, wie der auf Aktien gegründeten entreprises industrieller oder Handelscompagnieen. Endlich als Sicherung des Ganzen Insurance shares aller Sorten. Wie nun der Markt im Grossen und Ganzen in home market und Foreign market zerfällt, so der innre Markt selbst wieder zerfallend in Market of Home Shares, national funds etc und Foreign funds, foreign ||25| shares etc. Eigentlich gehört diese Entwicklung aber zum Weltmarkt, der nicht nur der innre Markt im Verhältniß zu allen ausser ihm existirenden foreign markets, sondern zugleich der innre [Markt] aller foreign markets als wieder Bestandtheile des home market ist. Die Concentration des Geldmarkts auf einem Hauptplatz innerhalb eines Landes, während sich die übrigen Märkte mehr vertheilen nach der Theilung der Arbeit; obgleich auch hier grosse Concentration [auf] die Hauptstadt, wenn diese zugleich Exporthafen. – Die vom Geldmarkt unterschiednen Märkte sind erstens so verschieden als es Producte und Productionszweige sind und bilden ebenso verschiedne Märkte. Hauptmärkte von diesen verschiednen Producten bilden sich in Centren, die solche sind entweder in Bezug auf Ein- oder Ausfuhr, oder weil sie entweder selbst Centren einer bestimmten Production sind, oder die unmittelbaren Zufuhrplätze solcher Centren. Von der blosen Verschiedenheit gehn diese Märkte aber noch zu einer mehr oder minder organischen Sonderung in grossen Gruppen fort, die nothwendig nach den Grundelementen des Capitals selbst zerfallen in: Productenmarkt und Rohproductmarkt. Das Productionsinstrument als solches bildet keinen besondren Markt; es ist als solches hauptsächlich vorhanden erstens in den Rohstoffen selbst, die als Productionsmittel verkauft werden; dann aber im besondren in den Metallen, da diese allen Gedanken an unmittelbare Consumtion ausschliessen und dann den Producten, wie Kohlen, Oel, chemische Stoffe, die bestimmt sind zu verschwinden als accessorische Mittel der Production. Ebenso Farben, Holz, drugs etc. Danach:
I. Producte. 1) Kornmarkt mit seinen verschiednen Unterabtheilungen. Z. B. Seedmarkt; Reis; Sago, Kartoffel etc. Dieser ökonomisch sehr wichtig; zugleich Markt für Production und für unmittelbare Consumtion. 2) Colonial Producemarket. Kaffee, Thee, Cacao, Zucker; Tobacco; spices (Pfeffer, Pimento, Cinnamon, Cassia lignea, cloves, ginger, mace, nutmegs etc); 3) Früchte. Almonds, Currants, Figs, Plums, Prunes, Raisins, Oranges, Lemons etc. Molasses (für Production etc); 4) Provisions. Butter; cheese; bacon; hams; lard; pork: beef (geräuchertes), Fische etc. 5) Spirits. Wein, Rum, Bier etc. II. Rohproducte. 1) Die Rohstoffe der mechanischen Indu- strie. Flachs; Hanf; Baumwolle; Seide; Wolle; Häute; Leder; Gutta Percha etc; 2) Rohstoffe der chemischen Industrie. Pottasche, Saltpetre; Terpentin; Nitrat of Soda etc. III. Rohstoffe die Productionsinstrumente zugleich: Metalle (Kupfer, Eisen, Zinn, Zink, Blei, Stahl etc). Holz. Wood. Timber. Färbehölzer. Schiffbauholz etc. Accessorische Productionsmittel und Roh- stoffe. Drugs und Dyes (Cochenille, Indigo etc). Theer. Talg. Oehle. Kohlen etc. Jedes Product muß natürlich in den Markt; aber wirklich grosse Märkte, im Unterschied vom Detailhandel bilden nur die grossen Producte zum Consum (ökonomisch wichtig nur der Kornmarkt, Thee-, Zucker-, Coffeemarkt; Weinmarkt einigermassen und Spiritmarkt überhaupt) oder die die Rohstoffe der Industrie bilden (Woll-, Seiden-, Holz-, Metallmarkt etc). An welcher Stelle die abstrakte Categorie des Marktes hinein muß, wird sich finden.❳
Der Austausch des Arbeiters mit dem Capitalisten ist ein einfacher Austausch; jeder erhält ein Equivalent: der eine Geld, der andre eine Waare, deren Preiß exakt gleich ist dem für sie gezahlten Geld; was der Capitalist in diesem einfachen Austausch erhält ist ein Gebrauchswerth: Disposition über fremde Arbeit. Von Seiten des Arbeiters – und dieß ist der Austausch worin er als Verkäufer erscheint – ist es evident, daß bei ihm so wenig, wie bei dem Verkäufer irgendeiner andren Waare, eines Gebrauchswerths, der Gebrauch, den der Käufer von der an ihn abgelaßnen Waare macht, die Formbestimmung des Verhältnisses angeht. Was er verkauft ist die Disposition über seine Arbeit, die eine bestimmte ist, bestimmte Kunstfertigkeit etc.
Es ist ganz gleichgültig, was der Capitalist mit seiner Arbeit macht, obgleich er sie natürlich nur ihrer Bestimmtheit nach verwenden kann, und seine Disposition selbst sich nur auf eine bestimmte Arbeit und eine zeitlich bestimmte Verfügung über dieselbe (so und so viel Arbeitszeit) beschränkt. Das Stückarbeitzahlen-System bringt allerdings den Schein herein, als ob er einen bestimmten Antheil am Product erhielte. Es ist dieß aber nur eine andre Form, die Zeit zu messen (statt zu sagen, Du arbeitest während 12 Stunden, wird gesagt Du erhälst soviel per Stück; d. h. wir messen die Zeit, die Du gearbeitet hast, an der Anzahl der Producte); geht uns hier bei Betrachten des allgemeinen Verhältnisses gar nichts an. Wenn der Capitalist sich begnügte mit der blosen Dispositionsfähigkeit, ohne den Arbeiter wirklich arbeiten zu lassen, z. B. um seine Arbeit als Reserve zu haben etc oder seinem Concurrenten die Dispositionsfähigkeit zu entziehen (wie z. B. Schauspieldirectoren Sängerinnen für eine season kaufen, nicht um sie singen zu lassen, sondern damit sie nicht auf einem Concurrenztheater singt), so hat der Austausch vollständig stattgefunden. Im Geld erhält der Arbeiter zwar den Tauschwerth, die allgemeine Form des Reichthums in einem bestimmten Quantum, und das Mehr oder Weniger, das er erhält, verschafft ihm größren oder geringren Antheil am allgemeinen Reichthum. Wie dieß Mehr oder Weniger bestimmt wird, wie die Quantität Geld, die er erhält, gemessen wird, geht das allgemeine Verhältniß so wenig an, daß es aus demselben als solchen nicht entwickelt werden kann. Im Allgemeinen betrachtet, kann der Tauschwerth seiner Waare nur bestimmt sein nicht durch die Art, wie der Käufer seine Waare gebraucht, sondern nur durch das Quantum vergegenständlichter Arbeit, das in ihr selbst vorhanden ist; also hier durch das Quantum Arbeit das es kostet den Arbeiter selbst zu produciren. Denn der Gebrauchswerth den ||26| er anbietet, existirt nur als Fähigkeit, Vermögen seiner Leiblichkeit; hat kein Dasein ausserhalb derselben. Die vergegenständlichte Arbeit, die nöthig ist, um sowohl die allgemeine Substanz, an der sein Arbeitsvermögen existirt, also ihn selbst leiblich zu erhalten, wie um diese allgemeine Substanz zur Entwicklung des besondren Vermögens zu modificiren, ist die in ihr vergegenständlichte Arbeit. Diese mißt im Allgemeinen das Quantum des Werths, die Summe Geldes, die er im Austausch erhält. Die weitre Entwicklung, wie der Arbeitslohn gemessen wird, gleich allen andren Waaren, durch die Arbeitszeit die nöthig ist um den Arbeiter als solchen zu produciren, gehört noch nicht hierher. In der Circulation, wenn ich eine Waare gegen Geld austausche, dafür Waare kaufe und mein Bedürfniß befriedige, ist der Akt am Ende. So ist es beim Arbeiter. Aber er hat die Möglichkeit ihn von vorn anzufangen, weil seine Lebendigkeit die Quelle, worin sein eigner Gebrauchswerth bis zu einer gewissen Zeit, bis er abgenuzt ist, stets wieder von neuem sich entzündet und dem Capital stets gegenüberstehn bleibt, um denselben Austausch von neuem zu beginnen. Wie bei jedem als Subject in der Circulation stehenden Individuum, ist der Arbeiter Besitzer eines Gebrauchswerths; er sezt ihn um gegen Geld, die allgemeine Form des Reichthums, aber nur um diese wieder gegen Waaren als Gegenstände seiner unmittelbaren Consumtion, als die Mittel zur Befriedigung seiner Bedürfnisse umzusetzen. Da er seinen Gebrauchswerth gegen die allgemeine Form des Reichthums umtauscht, wird er Mitgeniesser des allgemeinen Reichthums bis zur Grenze seines Equivalents – einer quantitativen Grenze, die allerdings in eine qualitative umschlägt, wie bei jedem Austausch. Er ist aber nicht an besondre Gegenstände noch an eine besondre Weise der Befriedigung gebunden. Er ist nicht qualitativ ausgeschlossen – der Kreis seiner Genüsse, sondern nur quantitativ. Dieß unterscheidet ihn vom Sklaven, Leibeignen etc. Die Consumtion wirkt certainly auf die Production selbst zurück; aber dieser Rückschlag geht weder den Arbeiter bei seinem Austausch an, so wenig wie jeden andren Verkäufer einer Waare; vielmehr fällt sie, vom Standpunkt der blosen Circulation – und wir haben noch kein andres entwickeltes Verhältniß vor uns – ausserhalb des ökonomischen Verhältnisses. So viel kann indeß nebenbei bemerkt werden schon jezt, daß die relative, nur quantitativ, nicht qualitativ, und nur durch die Quantität gesezte qualitative Beschränkung des Kreises der Genüsse der Arbeiter ihnen auch als Consumenten (bei der weitren Entwicklung des Capitals muß überhaupt das Verhältniß von Consumtion und Production näher betrachtet werden) eine ganz andre Wichtigkeit als Agenten der Production giebt, denn die sie z. B. in der antiken Zeit oder im Mittelalter oder in Asien besitzen und besassen. Aber dieß gehört, wie gesagt, noch nicht hierher. Ebenso, indem der Arbeiter das Equivalent erhält in der Form des Geldes, der Form des allgemeinen Reichthums, ist er in diesem Austausch als Gleicher dem Capitalist gegenüber, wie jeder andre Austauschende; wenigstens dem Schein nach. Dem fact nach ist diese Gleichheit schon dadurch gestört, daß sein Verhältniß als Arbeiter zum Capitalisten, als Gebrauchswerth in der spezifisch vom Tauschwerth verschiednen Form im Gegensatz zu dem als Werth gesezten Werth vorausgesezt ist für diesen scheinbar einfachen Austausch; daß er also schon in einem anders ökonomisch bestimmten Verhältniß steht – ausser dem des Austauschs, worin die Natur des Gebrauchswerths, der besondre Gebrauchswerth der Waare als solcher gleichgültig ist. Dieser Schein existirt indeß als Illusion seinerseits, und zu einem gewissen Grade auf der andren Seite und modificirt daher auch wesentlich sein Verhältniß im Unterschied von dem der Arbeiter in andren gesellschaftlichen Productionsweisen. Aber, was das Wesentliche ist, der Zweck des Austauschs für ihn ist die Befriedigung seines Bedürfnisses. Der Gegenstand seines Austauschs ist unmittelbarer Gegenstand des Bedürfnisses, nicht der Tauschwerth als solcher. Er erhält zwar Geld, aber nur in seiner Bestimmung als Münze; d. h. nur als sich selbst aufhebende und verschwindende Vermittlung. Was er austauscht ist daher nicht der Tauschwerth, nicht der Reichthum, sondern Lebensmittel, Gegenstände zur Erhaltung seiner Lebendigkeit, Befriedigung seiner Bedürfnisse überhaupt, physischer, socialer etc. Es ist ein bestimmtes Equivalent in Lebensmitteln, vergegenständlichter Arbeit, gemessen durch die Productionskosten seiner Arbeit. Was er abläßt ist die Disposition über sie. Anderseits ist es nun wahr, daß selbst innerhalb der einfachen Circulation die Münze zum Geld fortgeht, und daß also, insofern er im Austausch Münze erhält – er diese in Geld verwandeln kann, indem er sie aufhäuft etc, der Circulation entzieht; sie fixirt als allgemeine Form des Reichthums, statt als verschwindendes Tauschmittel. Nach dieser Seite könnte also gesagt werden, daß im Austausch des Arbeiters mit dem Capital sein Objekt – und also auch das Product für ihn des Austauschs – nicht das Lebensmittel, sondern der Reichthum sei, nicht ein besondrer Gebrauchswerth, sondern der Tauschwerth als solcher. Der Arbeiter könnte hiernach den Tauschwerth nur zu seinem eignen Product machen, wie der Reichthum überhaupt allein als Product der einfachen Circulation, worin Equivalente ausgetauscht werden, erscheinen kann, nämlich indem er die substantielle Befriedigung opfert der Form des Reichthums, also durch Entsagen, Sparen, Abknappen an seiner Consumtion weniger der Circulation entzieht, als er ihr Güter giebt. Dieß ist die einzig mögliche Form sich zu bereichern, die durch die Circulation selbst gesezt ist. Die Entsagung könnte dann auch in der mehr aktiven Form erscheinen, die nicht in der einfachen Circulation gesezt ist, daß er in höhrem Grade der Ruhe, überhaupt seinem Sein als getrennt von seinem Sein als Arbeiter entsagt, und möglichst nur als Arbeiter ist; also den Akt des Austauschs öfter erneuert, oder quantitativ wider zieht, also durch Fleiß. Es wird daher auch in der heutigen Gesellschaft die Forderung des Fleisses und namentlich auch des Sparens, der Entsagung nicht an die Capitalisten, sondern an die Arbeiter gestellt, und namentlich von den ||27| Capitalisten. Die jetzige Gesellschaft stellt grade die paradoxe Forderung, daß der entsagen soll, bei dem der Gegenstand des Austauschs das Lebensmittel ist, nicht der, für den er die Bereicherung. Die Illusion als wenn die Capitalisten faktisch „entsagten“ – und dadurch Capitalisten wurden – eine Forderung und Vorstellung, die überhaupt nur Sinn hatte innerhalb der Vorzeit, worin sich das Capital aus feudalen etc Verhältnissen herausbildet – ist von allen zurechnungsfähigen modernen Oekonomen aufgegeben. Der Arbeiter soll sparen und viel Wesens ist gemacht worden mit Sparkassen etc. (Bei leztren wird indeß selbst von den Oekonomen zugegeben, daß ihr eigentlicher Zweck auch nicht der Reichthum, sondern nur zweckmässigre Vertheilung der Ausgabe ist, so daß sie im Alter, oder wenn Krankheiten, Crisen etc dazwischen kommen, nicht den Armenhäusern, dem Staat, dem Bettel (in einem Wort der Arbeiterklasse selbst und namentlich nicht den Capitalisten zur Last fallen und auf deren Tasche vegetiren) also sparen für die Capitalisten; ihre Productionskosten für dieselben vermindern.) Allein kein Oekonom wird läugnen, daß, wenn die Arbeiter allgemein, also als Arbeiter (was der Einzelne Arbeiter im Unterschied von seinem genus thut oder thun kann, kann eben nur als Ausnahme, nicht als Regel existiren, weil es nicht in der Bestimmung des Verhältnisses selbst liegt), also als Regel diese Forderungen erfüllten (abgesehn von dem Schaden, den sie der allgemeinen Consumtion zufügen würden – der Ausfall wäre enorm – also auch der Production, also auch der Anzahl und Maaß der Austausche, die sie mit dem Capital machen könnten, also sich selbst als Arbeitern), er absolut Mittel anwendete, die ihren eignen Zweck aufheben, und ihn grade degradiren müßten zum Irländer, zu der Stufe des Lohnarbeiters, wo das thierischste Minimum von Bedürfnissen, von Lebensmitteln ihm als der einzige Gegenstand und Zweck seines Austauschs mit dem Capital erscheint. Mit dem Zweck den Reichthum, statt des Gebrauchswerths zu seinem Zweck zu machen, würde er nicht nur daher zu keinem Reichthum kommen, sondern den Gebrauchswerth obendrein in den Kauf verlieren. Denn als Regel würde das Maximum des Fleisses, der Arbeit, und das Minimum der Consumtion – und dieses ist das Maximum seiner Entsagung und seines Geldmachens – zu weiter nichts führen können, als daß er für ein Maximum von Arbeit ein Minimum von Lohn erhielte. Er würde durch die Anstrengung nur das allgemeine Niveau der Productionskosten seiner eignen Arbeit und darum ihren allgemeinen Preiß vermindert haben. Es ist nur als Ausnahme, daß der Arbeiter durch Willenskraft, physische Kraft und Ausdauer, Geiz etc seine Münze in Geld verwandeln kann, als Ausnahme von seiner Klasse, und den allgemeinen Bedingungen seines Daseins. Sind alle oder die Mehrzahl überflüssig (so weit der Fleiß in der modernen Industrie überhaupt ihrem Gutdünken überlassen ist, was in den wichtigsten und entwickeltsten Productionszweigen nicht der Fall ist), so vermehren sie nicht den Werth ihrer Waare, sondern nur ihre Quantität; also die Forderungen, die an sie als Gebrauchswerth gestellt würden. Sparen sie alle, so wird eine allgemeine Reduction des Lohns sie schon wieder auf den richtigen Fuß setzen; denn das allgemeine Sparen zeigte dem Capitalisten, daß ihr Lohn allgemein zu hoch steht, daß sie mehr als ihr Equivalent für ihre Waare, die Dispositionsfähigkeit über ihre Arbeit erhalten; da es gerade das Wesen des einfachen Austauschs – und in diesem Verhältniß stehn sie zu ihm – ist, daß keiner mehr in die Circulation hereinwirft, als er entzieht; aber ihr auch nur entziehn kann, was er hereingeworfen hat. Ein einzelner Arbeiter kann nur fleissig sein über das Niveau hinaus, mehr als er es sein muß, um als Arbeiter zu leben, weil ein andrer unter dem Niveau steht, fauler ist; er kann nur sparen, weil und wenn ein andrer verschwendet. Das Höchste, wozu er es im Durchschnitt mit seiner Sparsamkeit bringen kann, ist, die Ausgleichung der Preisse – hohe und niedere, ihren Kreislauf – besser ertragen zu können; also nur zweckmässiger seine Genüsse zu vertheilen, nicht Reichthum zu erwerben. Und das ist auch die eigentliche Forderung der Capitalisten. Die Arbeiter sollen in der guten Geschäftszeit so viel sparen, daß sie in der schlechten mehr oder minder leben können, short time ertragen, oder das Herabsetzen der Löhne etc. (Er würde dann noch tiefer fallen.) Also Forderung, daß sie sich immer auf einem Minimum von Lebensgenuß halten sollen und den Capitalisten die Crisen erleichtern etc. Sich als reine Arbeitsmaschinen und ihren tear and wear selbst möglichst zahlen sollen. Von der reinen Verthierung, worin dieß ausliefe – und solche Verthierung machte selbst unmöglich, den Reichthum in allgemeiner Form, als Geld, als angehäuftes Geld, nur anzustreben – abgesehn (und der Antheil den der Arbeiter an höheren, auch geistigen Genüssen nimmt; die Agitation für seine eignen Interessen, Zeitungen halten, Vorlesungen hören, Kinder erziehen, Geschmack entwickeln etc, sein einziger Antheil an der Civilisation, der ihn vom Sklaven scheidet, ist ökonomisch nur dadurch möglich, daß er den Kreis seiner Genüsse in den guten Geschäftszeiten erweitert, also in den Zeiten, wo Sparen zu einem gewissen Grade möglich) davon, würde er, wenn er recht in ascetischer Weise sparte und so Prämien für das Lumpenproletariat, Spitzbuben etc aufhäufte, die im Verhältniß zur Nachfrage wachsen würden – seine Ersparnisse, wenn sie über die Sparbüchse der officiellen Sparkassen hinausgehn, die ihm ein Minimum von Zins zahlen, damit die Capitalisten grosse Zinsen aus ihren Ersparnissen schlagen oder der Staat sie aufißt, womit er blos die Macht seiner Gegner und seine eigne Abhängigkeit vermehrt – seine Ersparnisse blos conserviren und fruchtbringend machen können, indem er sie in Banken etc legt, so daß er nachher in Zeiten der Crisen seine Depositen verliert, während er in Zeiten der Prosperität allem Lebensgenuß entsagt hat, um die Macht des Capitals zu vermehren; also in jeder Weise für das Capital, nicht ||28| für sich gespart hat. Uebrigens – so weit das Ganze nicht heuchlerische Phrase der bürgerlichen „Philanthropie“ ist, die überhaupt darin besteht den Arbeiter mit „frommen Wünschen“ abzuspeisen – verlangt jeder Capitalist zwar, daß seine Arbeiter sparen sollen, aber nur seine, weil sie ihm als Arbeiter gegenüberstehn; bei Leibe nicht die übrige Welt der Arbeiter, denn sie stehn ihm als Consumenten gegenüber. In spite aller „frommen“ Redensarten, sucht er daher alle Mittel auf, um sie zum Consum anzuspornen, neue Reize seinen Waaren zu geben, neue Bedürfnisse ihnen anzuschwatzen etc. Es ist grade diese Seite des Verhältnisses von Capital und Arbeit, die ein wesentliches Civilisationsmoment ist, und worauf die historische Berechtigung, aber auch die gegenwärtige Macht des Capitals beruht. (Dieß Verhältniß von Production und Consumtion zu entwickeln erst unter: Capital und Profit etc) (oder auch unter der Accumulation und Concurrenz der Capitalien.) Dieß sind indeß alles exoterische Betrachtungen, so weit am Platz, als die Forderungen der heuchlerischen Bürgerphilanthropie nachgewiesen werden sich in sich selbst aufzulösen und also grade zu bestätigen, was sie widerlegen sollen, daß im Austausch des Arbeiters mit dem Capital er sich im Verhältniß der einfachen Circulation befindet, also nicht Reichthum erhält, sondern nur Lebensmittel, Gebrauchswerthe für die unmittelbare Consumtion. Daß die Forderung dem Verhältniß selbst widerspricht, geht aus der einfachen Reflection hervor, (über die neuerdings manchmal mit Selbstgefälligkeit vorgebrachte Forderung, den Arbeitern einen gewissen Antheil am Profit zu geben ist unter dem Abschnitt Arbeitslohn zu sprechen; ausser als besondre Prämie, die nur als Ausnahme von der Regel ihren Zweck erreichen kann und sich in fact auch beschränkt in nennenswerther Praxis auf Einkaufen von einzelnen Overlookers etc in dem Interesse des Arbeitgebers gegen das Interesse seiner Klasse; oder auf Commis etc, kurz nicht mehr einfache Arbeiter, also auch nicht mehr auf das allgemeine Verhältniß; oder es ist eine besondre Manier die Arbeiter zu prellen und ihnen einen Theil ihres Arbeits- lohns unter der precärern Form eines vom Stand des Geschäfts abhängigen Profits vorzuenthalten) daß wenn die Ersparung des Arbeiters nicht bloses Product der Circulation bleiben soll – abgespartes Geld, das nur verwirklicht werden kann, indem es früher oder später gegen den substantiellen Inhalt des Reichthums, Genüsse umgesezt wird – das aufgehäufte Geld selbst Capital werden, d. h. Arbeit kaufen müßte, sich zu der Arbeit als Gebrauchswerth verhalten müßte. Sie unterstellt also wieder Arbeit, die nicht Capital ist, und unterstellt daß die Arbeit ihr Gegentheil geworden ist – Nicht-Arbeit. Um Capital zu werden unterstellt sie selbst die Arbeit als Nicht-Capital gegenüber dem Capital. Also die Herstellung des Gegensatzes, der an einem Punkt aufgehoben werden soll an einem andren Punkt. Wäre also im ursprünglichen Verhältniß selbst der Gegenstand und das Product des Austauschs des Arbeiters – als Product des blosen Austauschs kann es kein andres Product sein – nicht der Gebrauchswerth, Lebensmittel, Befriedigung des unmittelbaren Bedürfnisses, Entziehung aus der Circulation des Equivalents was in sie eingesezt ist, um es durch die Consumtion zu vernichten, – so stünde die Arbeit dem Capital nicht als Arbeit, nicht als Nicht-Capital gegenüber, sondern als Capital. Aber auch Capital kann dem Capital nicht gegenüberstehn, wenn dem Capital nicht Arbeit gegenübersteht, da Capital nur Capital ist als Nicht-Arbeit; in dieser gegensätzlichen Beziehung. Also wäre der Begriff und das Verhältniß des Capitals selbst vernichtet. Daß es Zustände giebt, worin selbstarbeitende Eigenthümer mit einander austauschen, wird certainly nicht geläugnet. Solche Zustände aber sind nicht die Zustände der Gesellschaft, worin das Capital als solches entwickelt existirt; sie werden daher auch an allen Punkten durch seine Entwicklung vernichtet. Als Capital kann es sich nur setzen, indem es die Arbeit als Nicht-Capital, als reinen Gebrauchswerth sezt. (Als Sklave hat der Arbeiter Tauschwerth, einen Werth; als freier Arbeiter hat er keinen Werth; sondern nur die Disposition über seine Arbeit, durch Austausch mit ihm bewirkt, hat Werth. Er steht dem Capitalisten nicht als Tauschwerth gegenüber, sondern der Capitalist ihm. Seine Werthlosigkeit und Ent- werthung ist die Voraussetzung des Capitals und die Bedingung der freien Arbeit überhaupt. Linguet betrachtet sie als Rückschritt; er vergißt, daß damit der Arbeiter formell als Person gesezt ist, der noch etwas ausser seiner Arbeit für sich ist und der seine Lebensäusserung nur veräussert als Mittel für sein eignes Leben. Solange der Arbeiter als solcher Tauschwerth hat, kann das industrielle Capital als solches nicht existiren, also überhaupt nicht das entwickelte Capital. Diesem gegenüber muß die Arbeit als reiner Gebrauchswerth stehn, der als Waare von seinem Besitzer selbst gegen es angeboten wird, gegen seinen Tauschwerth[,die Münze], die allerdings in der Hand des Arbeiters nur in ihrer Bestimmung als allgemeines Tauschmittel wirklich wird; sonst verschwindet.) Well. Der Arbeiter befindet sich also nur im Verhältniß der einfachen Circulation, des einfachen Austauschs und erhält nur Münze für seinen Gebrauchswerth; Lebensmittel; aber vermittelt. Diese Form der Vermittlung ist wie wir gesehn wesentlich und charakteristisch für das Verhältniß. Daß er fortgehn kann zur Verwandlung der Münze in Geld – zum Sparen – beweist eben nur daß sein Verhältniß das der einfachen Circulation ist; er kann mehr oder weniger sparen; aber darüber hinaus kommt er nicht; verwirklichen kann er das Gesparte nur, indem er nun den Kreis seiner Genüsse momentan erweitert. Wichtig ist dieß – und in die Bestimmung des Verhältnisses selbst eingreifend, daß indem das Geld das Product seines Austauschs ist, allgemeiner Reichthum als Illusion ihn vorantreibt; ihn industriell macht. Zugleich wird dadurch nicht nur formell ein Spielraum der Willkühr für die Verwirk||[29]|[lichung …]
[Der Arbeiter in diesem Austausch erhält das Geld in der That nur als Münze, d. h. blos verschwindende Form der Lebensmittel, gegen die er es aus-tauscht. Lebensmittel nicht Reichthum, für ihn der Zweck des Austauschs.
Man hat das Arbeitsvermögen insofern das Capital des Arbeiters genannt, als es der fonds ist, den er nicht aufzehrt durch einen vereinzelten Austausch, sondern stets von neuem während seiner Lebensdauer als Arbeiter wiederholen kann. Demnach wäre alles Capital, was ein fonds von wiederholten]||III-8| Processen desselben Subjects ist; so z. B.: die Substanz des Auges das Capital des Sehns etc. Solche belletristische Phrasen, die nach irgendeiner Analogie alles unter alles rangiren, mögen sogar geistreich scheinen, wenn sie das erstemal gesagt werden, und um so mehr so, je mehr sie das Disparateste identificiren. Wiederholt, und nun gar mit Selbstgefälligkeit, als Aussprüche von wissenschaftlichem Werth wiederholt, sind sie tout bonnement albern. Nur für belletristische Grünfärber und Schwätzer ins Blaue gut, die alle Wissenschaften anschmieren mit ihrem lakritzensüssen Dreck. Daß die Arbeit stets neue Quelle des Austauschs für den Arbeiter solange er arbeitsfähig – nämlich nicht des Austauschs schlechthin, sondern des Austauschs mit dem Capital – liegt in der Begriffsbestimmung selbst, daß er nur zeitliche Disposition über seine Arbeitsfähigkeit verkauft, also den Tausch stets wieder von neuem beginnen kann, sobald er das gehörige Maaß von Stoff eingenommen, um wieder seine Lebensäusserung reproduciren zu können. Statt ihre Verwunderung dahin zu richten – und es dem Arbeiter als ein grosses Verdienst des Capitals anzurechnen, daß er überhaupt lebt, also bestimmte Lebensprocesse täglich wiederholen kann, sobald er sich ausgeschlafen und sattgegessen hat – hätten die schönfärbenden Sykophanten der bürgerlichen Oekonomie ihr Augenmerk vielmehr darauf richten sollen, daß er nach stets wiederholter Arbeit immer nur seine lebendige, unmittelbare Arbeit selbst auszutauschen hat. Die Wiederholung selbst ist in fact nur scheinbar. Was er austauscht gegen das Capital ist seine ganze Arbeitsfähigkeit, die er, say, in 20 Jahren ausgiebt. Statt ihm diese auf einmal zu zahlen, zahlt sie das Capital dosenweise, wie er sie ihm zur Disposition stellt, sage wöchentlich. Es ändert dieß also absolut nichts an der Natur der Sache und berechtigt zu nichts weniger als dem Schlusse, daß, weil der Arbeiter 10–12 Stunden schlafen muß, bevor er fähig ist seine Arbeit und seinen Austausch mit dem Capital zu wiederholen – die Arbeit sein Capital bildet. Was danach als Capital, in fact, aufgefaßt ist, ist die Schranke, die Unterbrechung seiner Arbeit, daß er kein perpetuum mobile ist. Der Kampf um die 10 Stundenbill etc beweist, daß der Capitalist nichts mehr wünscht, als daß er seine Dosen Lebenskraft so viel wie möglich ohne Unterbrechung vergeudet. Wir kommen jezt zum zweiten Prozeß, der nach diesem Austausch die Beziehung zwischen Arbeit und Capital bildet. Wir wollen hier nur noch zufügen, daß die Oekonomen selbst den obigen Satz Seite 8 des Heftes III so ausdrücken: daß das Salair nicht productiv ist. Productiv sein heißt bei ihnen, of course, productiv von Reichthum. Da das Salair nun das Product des Austauschs zwischen Arbeiter und Capital ist – und das einzige Product, das in diesem Akt selbst gesezt ist – geben sie zu, daß der Arbeiter in diesem Austausch keinen Reichthum producirt, weder für den Capitalisten – denn für diesen ist das Zahlen von Geld für einen Gebrauchswerth – und dieß Zahlen bildet die einzige Function des Capitals in diesem Verhältniß – Aufgeben von Reichthum, nicht Schaffen desselben, weßwegen er möglichst wenig zu zahlen sucht; noch für den Arbeiter, denn es schafft ihm nur Lebensmittel, Befriedigung individueller Bedürfnisse, mehr oder weniger – nie die allgemeine Form des Reichthums, nie Reichthum. Kann es auch nicht, da der Inhalt der Waare, die er verkauft, sie in keiner Weise über die allgemeinen Gesetze der Circulation stellt: durch den Werth den er in die Circulation wirft, ein Equivalent, vermittelst der Münze, in einem andern Gebrauchswerth, den er verzehrt, zu erhalten. Eine solche Operation kann, of course, nie bereichern, sondern muß ihren Vollbringer am Ende des Prozesses grade auf den Punkt zurückbringen, auf dem er sich im Anfang befand. Dieß schließt, wie wir gesehn haben, nicht aus, schließt vielmehr ein, daß der Kreis seiner unmittelbaren Befriedigungen einer gewissen Verengerung oder Erweiterungen fähig. Andrerseits wenn der Capitalist – der in diesem Austausch noch gar nicht als Capitalist, sondern nur als Geld gesezt ist – diesen Akt immer von neuem wiederholte, würde sein Geld bald aufgegessen sein vom Arbeiter und er ||9| es in einer Reihe von andren Genüssen, geflickten Hosen, gepuzten Stiefeln – kurz empfangnen Dienstleistungen verschwendet haben. Jedenfalls würde die Wiederholung dieser Operation exact gemessen sein durch die Grenze seines Beutels. Sie würde ihn nicht mehr bereichern, als die dépense von Geld für andre Gebrauchswerthe für seine liebe Person, die bekanntlich alle ihm nicht – einbringen, sondern kosten.
Es kann sonderbar scheinen, daß da im Verhältniß von Arbeit und Capital, und auch in diesem ersten Verhältniß des Austauschs zwischen beiden, der Arbeiter den Tauschwerth kauft, und der Capitalist den Gebrauchswerth, indem die Arbeit dem Capital nicht als ein Gebrauchswerth, sondern als der Gebrauchswerth schlechthin gegenübersteht, der Capitalist Reichthum, der Arbeiter nur einen Gebrauchswerth, der in der Consumtion erlischt, erhalten soll. ❲So weit das den Capitalisten angeht, erst bei dem 2ten Prozeß zu entwickeln.❳ Es erscheint dieß als eine Dialektik, die grade in das Umgekehrte von dem umschlägt, was erwartet werden sollte. Allein genauer betrachtet zeigt sich daß der Arbeiter, der seine Waare austauscht, im Austauschprocess die Form W – G – G – W durchmacht. Wenn in der Circulation von der Waare, dem Gebrauchswerth als dem Princip des Tauschs ausgegangen wird, langen wir nothwendig wieder bei der Waare an, indem das Geld nur als Münze erscheint und als Tauschmittel eine nur verschwindende Vermittlung ist; die Waare als solche, nachdem sie ihren Kreislauf beschrieben, als direktes Objekt des Bedürfnisses aber consumirt wird. Andrerseits repräsentirt das Capital G – W – W – G; das entgegengesezte Moment.
Trennung des Eigenthums von der Arbeit erscheint als nothwendiges Gesetz dieses Austauschs zwischen Capital und Arbeit. Die Arbeit als das Nicht-Capital als solches gesezt, ist: 1) Nicht-vergegenständlichte Arbeit, negativ gefaßt (selbst noch gegenständlich; das Nichtgegenständliche selbst in objectiver Form). Als solche ist sie Nicht-Rohstoff, Nicht-Arbeitsinstrument, Nicht-Rohproduct: die von allen Arbeitsmitteln und Arbeitsgegenständen, von ihrer ganzen Objectivität getrennte Arbeit. Die lebendige als Abstraction von diesen Momenten ihrer realen Wirklichkeit existirende Arbeit (ebenso Nicht-Werth); diese völlige Entblösung, aller Objektivität baare, rein subjektive Existenz der Arbeit. Die Arbeit als die absolute Armuth: die Armuth, nicht als Mangel, sondern als völliges Ausschliessen des gegenständlichen Reichthums. Oder auch als der existirende Nicht- Werth und daher rein gegenständliche Gebrauchswerth, ohne Vermittlung existirend, kann diese Gegenständlichkeit nur eine nicht von der Person getrennte: nur eine mit ihrer unmittelbaren Leiblichkeit zusammenfallende sein. Indem die Gegenständlichkeit rein unmittelbar ist, ist sie ebenso unmittelbar Nicht-Gegenständlichkeit. In andren Worten keine ausser dem unmittelbaren Dasein des Individuums selbst fallende Gegenständlichkeit. 2) Nicht-vergegenständlichte Arbeit, Nicht-Werth, positiv gefaßt, oder sich auf sich beziehende Negativität, ist sie die nicht-vergegenständlichte, also ungegenständliche, i. e. subjektive Existenz der Arbeit selbst. Die Arbeit nicht als Gegenstand, sondern als Thätigkeit; nicht als selbst Werth, sondern als die lebendige Quelle des Werths. Der allgemeine Reichthum, gegenüber dem Capital, worin er gegenständlich, als Wirklichkeit existirt, als allgemeine Möglichkeit desselben, die sich in der Aktion als solche bewährt. Es widerspricht sich also in keiner Weise, oder vielmehr der in jeder Weise sich widersprechende Satz, daß die Arbeit einerseits die absolute Armuth als Gegenstand, andrerseits die allgemeine Möglichkeit des Reichthums als Subjekt und als Thätigkeit ist, bedingen sich wechselseitig und folgen aus dem Wesen der Arbeit, wie sie als Gegensatz, als gegensätzliches Dasein des Capitals vom Capital vorausgesezt ist, und andrerseits ihrerseits das Capital voraussezt.
Der lezte Punkt, worauf noch aufmerksam zu machen ist, in der Arbeit, wie sie dem Capital gegenübersteht, ist der, daß sie als der dem als Capital gesezten Geld gegenüberstehende Gebrauchswerth, nicht diese oder jene Arbeit, sondern Arbeit schlechthin, abstracte Arbeit ist; absolut gleichgültig gegen ihre besondre Bestimmtheit, aber jeder Bestimmtheit fähig. Der besondren Substanz, worin ein bestimmtes Capital besteht, muß natürlich die Arbeit als besondre entsprechen; aber da das Capital als solches gleichgültig gegen jede Besonderheit seiner Substanz, und sowohl als die Totalität derselben, wie als Abstraction von allen ihren Besonderheiten ist, so die ihm gegenüberstehende Arbeit hat subjektiv dieselbe Totalität und Abstraction an sich. In der zunftmässigen, handwerksmässigen Arbeit z. B., wo das Capital selbst noch eine bornirte Form hat, noch ganz in bestimmte Substanz versenkt ist, also noch nicht Capital als solches ist, erscheint auch die Arbeit noch als versenkt in ihre besondre Bestimmtheit: nicht in der Totalität und Abstraction, als die Arbeit, wie sie dem Capital gegenübersteht. D. h. die Arbeit ist zwar in jedem einzelnen Fall eine bestimmte; aber das Capital kann sich jeder bestimmten Arbeit gegenüberstellen; die Totalität aller Arbeiten steht ihm δυνάμει gegenüber, und es ist zufällig, welche ihm grade gegenübersteht. Andrerseits ist der Arbeiter selbst absolut gleichgültig gegen die Bestimmtheit seiner Arbeit; sie hat als solche nicht Interesse für ihn, sondern nur soweit sie überhaupt Arbeit und als solche Gebrauchswerth für das Capital ist. ||10| Träger der Arbeit als solcher, d. h. der Arbeit als Gebrauchswerth für das Capital zu sein, macht daher seinen ökonomischen Charakter aus; er ist Arbeiter im Gegensatz zum Capitalisten. Dieß ist nicht der Charakter der Handwerker, Zunftgenossen etc, deren ökonomischer Charakter grade in der Bestimmtheit ihrer Arbeit und dem Verhältniß zu einem bestimmten Meister liegt etc. Dieß ökonomische Verhältniß – der Charakter, den Capitalist und Arbeiter als die Extreme eines Productionsverhältnisses tragen – wird daher desto reiner und adaequater entwickelt, je mehr die Arbeit allen Kunstcharakter verliert; ihre besondre Fertigkeit immer mehr etwas Abstraktes, Gleichgültiges wird, und sie mehr und mehr rein abstrakte Thätigkeit, rein mechanische, daher gleichgültige gegen ihre besondre Form indifferente Thätigkeit wird; blos formelle Thätigkeit oder was dasselbe ist blos stoffliche, Thätigkeit überhaupt, gleichgültig gegen die Form. Hier zeigt es sich denn wieder, wie die besondre Bestimmtheit des Productionsverhältnisses, der Categorie – Capital und Arbeit hier – erst wahr wird mit der Entwicklung einer besondren materiellen Weise der Production und einer besondren Stufe der Entwicklung der industriellen Productivkräfte. (Dieser Punkt überhaupt bei diesem Verhältniß besonders zu entwickeln, später; da er hier schon gesezt ist im Verhältniß selbst, während er bei den abstrakten Bestimmungen, Tauschwerth, Circulation, Geld mehr noch in unsre subjektive Reflexion fällt.) 2) Wir kommen nun zur zweiten Seite des Prozesses. Der Austausch zwischen Capital oder Capitalist und dem Arbeiter ist nun fertig, soweit es sich überhaupt um den Prozeß des Austauschs handelt. Er geht jezt fort zur Beziehung des Capitals zur Arbeit als seinem Gebrauchswerth. Die Arbeit ist nicht nur der dem Capital gegenüberstehende Gebrauchswerth, sondern sie ist der Gebrauchswerth des Capitals selbst. Als das Nichtsein der Werthe als vergegenständlichter ist die Arbeit ihr Sein als nichtvergegenständlichter, ihr ideelles Sein; die Möglichkeit der Werthe und als Thätigkeit die Werthsetzung. Dem Capital gegenüber ist sie die blose abstrakte Form, die blose Möglichkeit der Werthsetzenden Thätigkeit, die nur als Fähigkeit, Vermögen existirt in der Leiblichkeit des Arbeiters. Aber durch den Contact mit dem Capital zur wirklichen Thätigkeit gebracht – aus sich kann sie nicht dazu kommen, da sie gegenstandlos ist – wird sie eine wirkliche werthsetzende, productive Thätigkeit. In Bezug auf das Capital kann die Thätigkeit überhaupt nur in der Reproduction seiner selbst – der Erhaltung und Vermehrung seiner als des wirklichen und wirksamen Werthes, nicht des blos gemeinten, wie im Geld als solchem bestehn. Durch den Austausch mit dem Arbeiter hat sich das Capital die Arbeit selbst angeeignet; sie ist eins seiner Momente geworden, die nun als befruchtende Lebendigkeit auf seine nur daseiende und daher todte Gegenständlichkeit wirkt. Das Capital ist Geld (für sich gesezter Tauschwerth) aber nicht mehr Geld als in einer besondren Substanz und daher ausgeschlossen von den andren Substanzen der Tauschwerthe neben ihnen existirend, sondern in allen Substanzen, den Tauschwerthen jeder Form und Daseinsweise der vergegenständlichten Arbeit seine ideale Bestimmung erhaltend. Insofern das Capital, als in allen besondren Formen der vergegenständlichten Arbeit existirendes Geld nun in Prozeß tritt mit der nicht vergegenständlichten, sondern lebendigen, als Prozeß und Akt existirenden Arbeit, ist es zunächst dieser qualitative Unterschied der Substanz in der es besteht von der Form, worin es nun auch als Arbeit besteht. Es ist der Prozeß dieser Unterscheidung und der Aufhebung derselben, worin das Capital selbst Prozeß wird. Die Arbeit ist das Ferment, das in es geworfen wird, es nun zur Gährung bringt. Einerseits muß die Gegenständlichkeit, worin es besteht verarbeitet, d. h. von der Arbeit aufgezehrt, andrerseits die blose Subjektivität der Arbeit als bloser Form aufgehoben, und sie in dem Material des Capitals vergegenständlicht werden. Die Beziehung des Capitals seinem Inhalt nach auf die Arbeit, der vergegenständlichten Arbeit auf die lebendige Arbeit – in dieser Beziehung, wo das Capital passiv gegen die Arbeit erscheint, ist es sein passives Dasein, als besondre Substanz, das in Bezug auf die Arbeit als formende Thätigkeit tritt – kann überhaupt nur die Beziehung der Arbeit auf ihre Gegenständlichkeit, ihren Stoff sein – (was schon im ersten Capitel auseinanderzusetzen, das dem [vom] Tauschwerth vorhergehn und von der Production im Allgemeinen handeln muß) – und in Bezug auf die Arbeit als Thätigkeit hat der Stoff, die vergegenständlichte Arbeit, nur 2 Beziehungen, die des Rohstoffs, d. h. des formlosen Stoffs, des blosen Materials für die Formsetzende, zweckmässige Thätigkeit der Arbeit und die des Arbeits- instruments, des selbst gegenständlichen Mittels, wodurch die subjektive Thätigkeit zwischen sich und den Gegenstand, selbst einen Gegenstand als ihren Leiter schiebt. Die Bestimmung als Product, die die Oekonomen hier hereinbringen, gehört noch gar nicht hierher, als von Rohstoff und Arbeitsinstrument unterschiedne Bestimmung. Es erscheint als Resultat, nicht als Voraussetzung des Processes zwischen dem passiven Inhalt des Capitals und der Arbeit als Thätigkeit. Als Voraussetzung ist Product kein von Rohstoff und Arbeitsinstrument verschiednes Verhältniß des Gegenstands zur Arbeit, da Rohstoff und Arbeitsinstrument, weil als die Substanz von Werthen, selbst schon vergegenständlichte Arbeit, Producte sind. Die Substanz des Werths ist überhaupt nicht die besondre natürliche Substanz, sondern die vergegenständlichte Arbeit. Diese selbst ||11| erscheint wieder in Bezug auf die lebendige Arbeit als Rohstoff und Arbeitsinstrument. Den blosen Akt der Production an sich betrachtet, mag das Arbeitsinstrument und der Rohstoff als in der Natur vorgefunden erscheinen, so daß sie blos angeeignet zu werden brauchen, d. h. zum Gegenstand und Mittel der Arbeit gemacht, was nicht selbst ein Process der Arbeit ist. Ihnen gegenüber erscheint also das Product als ein qualitativ andres und ist Product nicht nur als Resultat der Arbeit durch das Instrument auf den Stoff, sondern als erste Ver- gegenständlichung der Arbeit neben ihnen. Als Bestandtheile des Capitals aber sind Rohstoff und Arbeitsinstrument selbst schon vergegenständlichte Arbeit, also Product. Dieß erschöpft noch nicht die Beziehung. Denn z. B. in der Production, worin gar keine Tauschwerthe, kein Capital also existirt, kann das Product der Arbeit zum Mittel und Gegenstand neuer Arbeit werden. Z. B. in der rein für den Gebrauchswerth producirenden Agricultur. Der Bogen des Jägers, das Netz des Fischers, kurz die einfachsten Zustände setzen schon Product voraus, was aufhört als Product zu gelten und Roh- material oder namentlich Productionsinstrument wird, denn dieß eigentlich die erste spezifische Form, worin das Product als Mittel der Reproduction erscheint. Diese Beziehung erschöpft also keineswegs das Verhältniß, worin Rohstoff und Arbeitsinstrument als Momente des Capitals selbst auftreten. Die Oekonomen bringen übrigens noch in ganz andrer Beziehung das Product als 3tes Element der Substanz des Capitals herein. Es ist das Product sofern es die Bestimmung hat sowohl aus dem Productionsprozeß, wie aus der Circulation herauszutreten und unmittelbarer Gegenstand der individuellen Consumtion zu sein, das Approvisionnement, wie Cherbuliez es nennt. Nämlich die Producte, die vorausgesezt sind, damit der Arbeiter als Arbeiter lebt und fähig ist, während der Production, bevor ein neues Product geschaffen ist, zu leben. Daß der Capitalist diese Fähigkeit besizt, ist gesezt darin, daß jedes Element des Capitals Geld ist und als solches aus sich als allgemeiner Form des Reichthums verwandelt werden kann in den Stoff desselben, Consumtionsgegenstand. Das Approvisionnement der Oekonomen bezieht sich daher nur auf die Arbeiter; d. h. es ist das in der Form von Verzehrungsgegenständen, Gebrauchswerth ausgedrückte Geld, das sie vom Capitalisten im Akt des Austauschs zwischen beiden erhalten. Aber dieß gehört in den ersten Akt. Soweit dieser erste in Beziehung zum 2ten steht, davon handelt es sich hier noch nicht. Die einzige Diremtion, die durch den Productionsprozeß selbst gesezt ist, ist die ursprüngliche Diremtion, die durch den Unterschied zwischen gegenständlicher Arbeit und lebendiger selbst gesezte, d. h. die zwischen Rohstoff und Arbeitsinstrument. Daß die Oekonomen diese Bestimmungen durcheinanderwerfen, ist ganz in der Ordnung, da sie die 2 Momente der Beziehung zwischen Capital und Arbeit durcheinanderwerfen müssen und ihren spezifischen Unterschied nicht festhalten dürfen.
Also: Der Rohstoff wird consumirt, indem er verändert wird, geformt durch die Arbeit, und das Arbeitsinstrument wird consumirt, indem es verbraucht wird in diesem Process, aufgenuzt wird. Andrerseits wird die Arbeit ebenfalls consumirt, indem sie angewandt, in Bewegung gesezt wird und so ein bestimmtes Quantum Muskelkraft etc des Arbeiters verausgabt wird, wodurch er sich erschöpft. Aber sie wird nicht nur consumirt, sondern zugleich aus der Form der Thätigkeit in der des Gegenstandes, der Ruhe fixirt, materialisirt; als Veränderung des Gegenstandes verändert sie ihre eigne Gestalt und wird aus Thätigkeit Sein. Das Ende des Prozesses ist das Product, worin der Rohstoff als mit der Arbeit verbunden erscheint, und das Arbeitsinstrument aus der blosen Möglichkeit sich ebenfalls in Wirklichkeit übersezt hat, indem es zum wirklichen Leiter der Arbeit geworden, damit aber, durch seine mechanische oder chemische Beziehung zum Arbeitsmaterial, selbst in seiner ruhenden Form aufgezehrt worden ist. Alle 3 Momente des Processes, das Material, das Instrument, die Arbeit fallen zusammen in ein neutrales Resultat – das Product. In dem Product sind zugleich reproducirt die Momente des Productionsprocesses die in ihm aufgezehrt worden sind. Der ganze Process erscheint daher als productive Consumtion, d. h. als Consumtion, die weder im Nichts endet, noch in der blosen Subjectivirung des Gegenständlichen, sondern die selbst wieder als ein Gegen- stand gesezt ist. Das Verzehren ist nicht einfaches Verzehren des Stofflichen, sondern Verzehren des Verzehrens selbst; im Aufheben des Stofflichen Aufheben dieses Aufhebens und daher Setzen desselben. Die Form gebende Thätigkeit verzehrt den Gegenstand und verzehrt sich selbst, aber sie verzehrt nur die gegebne Form des Gegenstands um ihn in neuer gegenständlicher Form zu setzen, und sie verzehrt sich selbst nur in ihrer subjektiven Form als Thätigkeit. Sie verzehrt das Gegenständliche des Gegenstandes – die Gleichgültigkeit gegen die Form – und das Subjektive der Thätigkeit; formt den einen, materialisirt die andre. Als Product ist aber das Resultat des Productionsprozesses Gebrauchswerth.|
|12| Betrachten wir nun das bisher erhaltne Resultat, so finden wir:
Erstens: Durch die Aneignung, Einverleibung der Arbeit in das Capital – das Geld, i. e. der Akt des Kaufens der Dispositionsfähigkeit über den Arbeiter erscheint hier nur als Mittel um diesen Process herbeizuführen, nicht als Moment seiner selbst – geräth dieß in Gährung und wird zum Process, Productionsprocess, worin es sich als Totalität als lebendige Arbeit auf sich selbst nicht nur als vergegenständlichte, sondern weil vergegenständlichte [als]bloser Gegenstand der Arbeit bezieht.
Zweitens: In der einfachen Circulation war die Substanz der Waare und des Geldes selbst gleichgültig für die Formbestimmung, d. h. soweit Waare und Geld Momente der Circulation blieben. Die Waare, soweit es auf ihre Substanz ankam fiel ausserhalb des ökonomischen Verhältnisses als Gegenstand der Consumtion (des Bedürfnisses); das Geld, soweit seine Form sich verselbstständigte, bezog sich noch auf die Circulation, aber nur negativ und war nur dieß negative Beziehen. Für sich fixirt erlöschte es ebenfalls in todter Materialität, hörte auf Geld zu sein. Waare und Geld waren beide Ausdrücke des Tauschwerths und nur verschieden als allgemeiner und besondrer Tauschwerth. Diese Verschiedenheit selbst war wieder blos eine gemeinte, indem sowohl in der wirklichen Circulation beide Bestimmungen vertauscht wurden, als jede, für sich betrachtet, das Geld selbst eine besondre Waare, und die Waare als Preiß selbst allgemeines Geld war. Der Unterschied war nur formell. Jedes war nur in der einen Bestimmung gesezt, weil und sofern es nicht in der andren gesezt war. Jezt jedoch, im Productionsprocess unterscheidet sich das Capital selbst als Form von sich als Substanz. Beide Bestimmungen ist es zugleich und zugleich die Beziehung beider auf einander. Aber:
Drittens: Erschien es als diese Beziehung nur noch an sich. Sie ist noch nicht gesezt, oder sie ist selbst nur erst gesezt unter der Bestimmung eines der beiden Momente, des stofflichen, das in sich selbst als Materie (Rohstoff und Instrument) und Form (Arbeit) unterschieden ist, und als Beziehung beider, als wirklicher Process selbst wieder nur stoffliche Beziehung ist – Beziehung der beiden stofflichen Elemente, die den Inhalt des Capitals unterschieden von seiner Formbeziehung als Capital bilden. Betrachten wir das Capital nach der Seite, worin es ursprünglich im Unterschied von der Arbeit erscheint, so ist es im Process nur passives Dasein, nur gegenständliches, an dem die Formbestimmung, wonach es Capital ist – also ein für sich seiendes gesellschaftliches Verhältniß, – vollständig erloschen ist. Es tritt nur nach der Seite seines Inhalts – als vergegenständlichte Arbeit überhaupt – in den Process; aber daß es vergegenständlichte Arbeit ist, ist der Arbeit, und deren Beziehung auf es bildet den Process, vollständig gleichgültig; es ist vielmehr nur als Gegenstand, nicht als vergegenständlichte Arbeit, daß es in den Process tritt, verarbeitet wird. Die Baumwolle, die zum Baumwollgarn, oder das Baumwollgarn, das zum Gewebe, oder das Gewebe das zum Material des Druckens und Färbens wird, existirt für die Arbeit nur als vorhandne Baumwolle, Baumwollgarn, Gewebe. Soweit sie selbst Producte der Arbeit, vergegenständlichte Arbeit sind, treten sie in gar keinen Process, sondern nur als materielle Existenzen mit bestimmten natürlichen Eigenschaften. Wie diese an ihnen gesezt worden sind, geht die Beziehung der lebendigen Arbeit auf sie nichts an; für sie existiren sie nur, insofern sie im Unterschied von derselben, d. h. als Arbeitsstoff existiren. Dieß soweit ausgegangen wird von dem Capital in seiner der Arbeit vorausgesezten gegenständlichen Form. Andrerseits, soweit die Arbeit selbst eines seiner gegenständlichen Elemente geworden ist durch den Austausch mit dem Arbeiter, ist ihr Unterschied von den gegenständlichen Elementen des Kapitals selbst nur ein gegenständlicher; die einen in der Form der Ruhe, die andre in der Form der Thätigkeit. Die Beziehung ist die stoffliche Beziehung eines seiner Elemente auf das andre; aber nicht seine eigne Beziehung zu beiden. Es erscheint also einerseits nur als passiver Gegenstand, worin alle Formbeziehung ausgelöscht; es erscheint andrerseits nur als einfacher Productionsprozeß, in den das Capital als solches, als von seiner Substanz verschieden nicht eingeht. Es erscheint gar nicht einmal in seiner Substanz, die ihm selbst zukommt – als vergegenständlichte Arbeit, denn diese ist die Substanz des Tauschwerths – sondern nur in der natürlichen Daseinsform dieser Substanz, worin alle Beziehung auf Tauschwerth, vergegenständlichte Arbeit, auf die Arbeit selbst als Gebrauchswerth des Capitals – und darum alle Beziehung auf das Capital selbst – ausgelöscht ist. Nach dieser Seite ||13| hin betrachtet fällt der Process des Capitals mit dem einfachen Productionsprozeß als solchen zusammen, worin seine Bestimmung als Capital ganz ebenso ausgelöscht ist in der Form des Processes, wie das Geld als Geld in der Form des Werths ausgelöscht war. Soweit wir den Process bisher betrachtet, tritt das für sich seiende Capital – i. e. der Capitalist – gar nicht herein. Es ist nicht der Capitalist, der von der Arbeit als Rohstoff und Arbeitsinstrument aufgezehrt wird. Es ist auch nicht der Capitalist, der aufzehrt, sondern die Arbeit. Der Productionsprocess des Capitals erscheint so nicht als Productionsprocess des Capitals, sondern als Productionsprozeß schlechthin, und im Unterschied von der Arbeit erscheint das Capital nur in der stofflichen Bestimmtheit von Rohstoff und Arbeitsinstrument. Es ist diese Seite – die nicht nur eine willkührliche Abstraction ist, sondern eine Abstraction, die im Process selbst vergeht, die die Oekonomen fixiren, um das Capital als nothwendiges Element alles Productionsprozesses darzustellen. Sie thun das natürlich nur, indem sie vergessen, daß auf sein Verhalten als Capital während dieses Processes aufzupassen.
Es ist hier am Ort auf ein Moment aufmerksam zu machen, das hier erst nicht nur vom Standpunkt der Beobachtung aus hervortritt, sondern im ökonomischen Verhältniß selbst gesezt ist. Im ersten Akt, im Austausch zwischen Capital und Arbeit, erschien die als solche, für sich existirende Arbeit, nothwendig als Arbeiter. Ebenso hier im 2ten Process: Capital überhaupt ist als für sich seiender, selbstischer Werth, so zu sagen, gesezt (was im Geld nur angestrebt war). Aber das für sich seiende Capital ist der Capi- talist. Es wird wohl von Socialisten gesagt, wir brauchen Capital aber nicht den Capitalisten. Dann erscheint das Capital als reine Sache, nicht als Productionsverhältniß, das in sich reflectirt eben der Capitalist ist. Ich kann das Capital wohl von diesem einzelnen Capitalisten scheiden und es kann auf einen andern übergehn. Aber indem er das Capital verliert, verliert er die Eigenschaft Capitalist zu sein. Das Capital ist daher wohl vom einzelnen Capitalisten trennbar, nicht von dem Capitalisten, der als solcher dem Arbeiter gegenübersteht. So kann auch der einzelne Arbeiter aufhören das Fürsichsein der Arbeit zu sein; er kann Geld erben, stehlen etc. Aber dann hört er auf Arbeiter zu sein. Als Arbeiter ist er nur die für sich seiende Arbeit. (Dieß nachher weiter zu entwickeln.)
[Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß]
Es kann am Ende des Prozesses nichts herauskommen, was nicht im Anfang desselben als Voraussetzung und Bedingung desselben erschien. Andrerseits muß aber auch alles herauskommen. Wenn daher am Ende des Productionsprozesses, der unter der Voraussetzung des Capitals begonnen war, das Capital am Ende, als Formbeziehung verschwunden erscheint, kann dieß nur der Fall sein, weil die unsichtbaren Fäden, die es durch denselben durchzieht, übersehn worden sind. Betrachten wir also diese Seite.
Es ist also das erste Resultat:
α) Durch die Einverleibung der Arbeit in das Capital wird das Capital Productionsprozeß; zunächst aber materieller Productionsprozeß; Productionsprozeß überhaupt, so daß der Productionsprozeß des Capitals nicht unterschieden ist von materiellem Productionsprozeß überhaupt. Seine Formbestimmung ist völlig erloschen. Dadurch daß das Capital ausgetauscht hat einen Theil seines gegenständlichen Seins gegen Arbeit, ist sein gegenständliches Dasein selbst dirimirt in sich als Gegenstand und Arbeit; die Beziehung beider bildet den Productionsprozeß oder noch genauer den Arbeitsprocess. Es erscheint hiermit der vor dem Werth, als Ausgangspunkt gesezte Arbeitsprocess – der wegen seiner Abstraktheit, reinen Stofflichkeit allen Productionsformen gleich eigen ist – wieder innerhalb des Capitals, als ein Prozeß, der innerhalb seines Stoffs vorgeht, seinen Inhalt bildet.
(Daß auch innerhalb des Productionsprocesses selbst diese Auslöschung der Formbestimmung nur Schein ist, wird sich zeigen.)
Insofern das Capital Werth ist, aber als Process zunächst unter der Form des einfachen Productionsprozesses, des in keiner besondren ökonomischen Bestimmtheit gesezten Productionsprocesses, sondern des Productionsprozesses überhaupt erscheint, so kann – je nachdem irgend eine besondre Seite des einfachen Productionsprozesses (der als solcher, wie wir gesehn haben, keineswegs Capital voraussezt, sondern allen Productionsweisen eigen ist) fixirt wird, gesagt werden das Capital werde Product oder es sei Arbeitsinstrument oder auch Rohstoff der Arbeit. Wird es ferner wieder als eine der Seiten aufgefaßt, die der Arbeit als Stoff oder bloses Mittel gegenübersteht, so wird mit Recht gesagt daß das Capital nicht productiv sei, weil es dann eben nur als der der Arbeit gegenüberstehende Gegenstand, Materie betrachtet wird; als blos passiv. Das Richtige aber ist, daß es nicht als eine der Seiten, oder als Verschiedenheit der einen Seite an sich selbst, noch als bloses Resultat (Product) erscheint, sondern als der einfache Productionsprocess selbst; daß dieser jezt als der sich selbst bewegende Inhalt des Capitals erscheint.|
|14| β) Nun die Seite der Formbestimmung zu betrachten, wie sie sich indem Productionsprozeß erhält und modificirt.
❲Was productive Arbeit ist oder nicht, ein Punkt, worüber viel gestritten worden ist hin und her seit Adam Smith diese Unterscheidung machte, muß sich aus der Auseinanderlegung der verschiednen Seiten des Capitals selbst ergeben. Productive Arbeit ist blos die, die Capital producirt. Ist es nicht toll, fragt z. B. (wenigstens ähnlich) Herr Senior, daß der Klaviermacher ein productiver Arbeiter sein soll, aber der Clavierspieler nicht, obgleich doch ohne den Clavierspieler das Clavier ein Nonsens wäre? Aber so ist es exakt. Der Claviermacher reproducirt Capital; der Clavierspieler tauscht seine Arbeit nur gegen Revenue aus. Aber der Clavierspieler producirt Musik und befriedigt unsern Tonsinn, producirt ihn auch gewissermassen? In fact so thut er: seine Arbeit producirt etwas; nur darum ist sie nicht productive Arbeit im ökonomischen Sinn; sowenig als die Arbeit des Narren productiv ist, der Hirngespinste producirt. Productiv ist die Arbeit nur, indem sie ihr eignes Gegentheil producirt. Andre Oekonomen lassen daher den s. g. improductiven Arbeiter indirect productiv sein. Z. B. der Clavierspieler giebt Stimulus zur Production; theils indem er unsre Individualität thatkräftiger, lebensvoller stimmt, oder auch in dem gemeinen Sinn, daß er ein neues Bedürfniß erweckt, zu dessen Befriedigung mehr Fleiß in der unmittelbaren materiellen Production angewandt wird. Darin ist schon zugegeben, daß nur die Arbeit die Capital producirt, productiv ist; daß also die Arbeit die das nicht thut, wie nützlich sie immer sein mag – sie kann ebensogut schädlich sein – für die Capitalisirung, nicht productive, hence unproductive Arbeit ist. Andre Oekonomen sagen der Unterschied von productiv und unproductiv müsse nicht auf die Production sondern auf die Consumtion bezogen werden. Quite the contrary. Der Tabakproducent ist productiv, obgleich der Tabakconsum improductiv ist. Die Production für unproductive Consumtion ist quite as productive as that for productive consumption; always supposed that it produces or reproduces capital. „Productive labourer he that directly augments his master's wealth“, sagt Malthus daher sehr richtig (IX, 40); wenigstens nach einer Seite hin richtig. Der Ausdruck ist zu abstract, da er in dieser Fassung ebenso vom Sklaven gilt. Des master's wealth, im Verhältniß zum Arbeiter, ist die Form des Reichthums selbst in seinem Verhältniß zur Arbeit, das Capital. Productive labourer he that directly augments capital.❳
Als Gebrauchswerth ist die Arbeit nur für das Capital, und ist der Gebrauchswerth des Capitals selbst, d. h. die vermittelnde Thätigkeit, wodurch es sich verwerthet. Das Capital als seinen Werth reproducirend und vermehrend ist der selbstständige Tauschwerth (das Geld) als Process, als Pro- zeß der Verwerthung. Die Arbeit ist daher nicht als Gebrauchswerth für den Arbeiter; sie ist daher nicht für ihn als Productivkraft des Reichthums, als Mittel oder als Thätigkeit der Bereicherung. Er bringt sie als Gebrauchswerth in den Austausch mit dem Capital, das ihm so nicht als Capital, sondern als Geld gegenübersteht. Capital als Capital ist es erst in Bezug auf den Arbeiter durch die Consumtion der Arbeit, die zunächst ausserhalb dieses Austauschs fällt und unabhängig von ihm ist. Gebrauchswerth für das Capital, ist die Arbeit bloser Tauschwerth für den Arbeiter; vorhandner Tauschwerth. Als solcher wird sie gesezt im Akt des Austauschs mit dem Capital, durch ihren Verkauf für Geld. Der Gebrauchswerth einer Sache geht ihren Verkäufer als solchen nichts an, sondern nur ihren Käufer. Die Eigenschaft des Salpeter zum Pulver verbraucht werden zu können, bestimmt nicht den Preiß des Salpeters, sondern dieser Preiß ist bestimmt durch die Productionskosten des Salpeters selbst, das Quantum der in ihm vergegenständlichten Arbeit. In der Circulation, worein die Gebrauchswerthe als Preisse eingehn, resultirt ihr Werth nicht von der Circulation, obgleich er sich nur in ihr realisirt; er ist ihr vorausgesezt und wird nur verwirklicht durch den Austausch gegen Geld. So die Arbeit, die vom Arbeiter als Gebrauchswerth dem Capital verkauft wird, ist für den Arbeiter sein Tauschwerth, den er realisiren will, der aber schon bestimmt ist vor dem Akt dieses Austauschs, als Bedingung ihm vorausgesezt ist, bestimmt wie der Werth jeder andren Waare durch Nachfrage und Zufuhr oder im Allgemeinen, womit wir es hier allein zu thun haben, die Productionskosten, das Quantum vergegenständlichter Arbeit, wodurch die Arbeitsfähigkeit des Arbeiters producirt worden ist und die sie daher als Equivalent erhält. Der ||15| Tauschwerth der Arbeit, dessen Realisirung im Prozeß des Austauschs mit dem Capitalisten vorgeht, ist daher vorausgesezt, vorausbestimmt, und erleidet nur die formelle Modification die jeder nur ideell gesezte Preiß durch seine Realisirung erhält. Er ist nicht bestimmt durch den Gebrauchswerth der Arbeit. Für den Arbeiter selbst hat sie nur Gebrauchswerth insofern sie Tauschwerthist, nicht Tauschwerthe producirt. Für das Capital hat sie nur Tauschwerth, insofern sie Gebrauchswerth ist. Gebrauchswerth als unterschieden von ihrem Tauschwerth ist sie nicht für den Arbeiter selbst, sondern nur für das Capital. Der Arbeiter tauscht also die Arbeit als einfachen, vorherbestimmten, durch einen vergangnen Process bestimmten Tauschwerth aus – er tauscht die Arbeit selbst als vergegenständlichte Arbeit; nur so weit sie schon ein bestimmtes Quantum Arbeit vergegenständlicht, also ihr Equivalent schon ein gemeßnes, gegebnes ist –; das Capital tauscht sie ein als lebendige Arbeit, als die allgemeine Productivkraft des Reichthums; den Reichthum vermehrende Thätigkeit. Daß der Arbeiter sich also durch diesen Austausch nicht be- reichern kann, indem er, wie Esau für ein Gericht Linsen seine Erstgeburt, so er für die Arbeitsfähigkeit als eine vorhandne Grösse ihre schöpferische Kraft hingiebt, ist klar. Er muß sich vielmehr verarmen, wie wir weiter sehn werden, indem die schöpferische Kraft seiner Arbeit als die Kraft des Capitals, als fremde Macht sich ihm gegenüber etablirt. Er entäussert sich der Arbeit als Productivkraft des Reichthums; das Capital eignet sie sich als solche an. Die Trennung von Arbeit und Eigenthum am Product der Arbeit, von Arbeit und Reichthum ist daher in diesem Akt des Austauschs selbst gesezt. Was als Resultat paradox scheint, liegt schon in der Voraussetzung selbst. Die Oekonomen haben mehr oder minder empirisch dieß ausgedrückt. Dem Arbeiter gegenüber wird also die Productivität seiner Arbeit eine fremde Macht, überhaupt seine Arbeit, so weit sie nicht Vermögen, sondern Bewegung, wirkliche Arbeit ist; das Capital umgekehrt verwerthet sich selbst durch Aneignung fremder Arbeit. (Wenigstens ist die Möglichkeit der Verwerthung dadurch gesezt; als Resultat des Austauschs zwischen Arbeit und Capital. Realisirt wird das Verhältniß erst im Productionsakt selbst, wo das Capital wirklich die fremde Arbeit consumirt.) Wie ihm Arbeit als vor- ausgesezter Tauschwerth gegen ein Equivalent in Geld, wird dieß wieder gegen ein Equivalent in Waare ausgetauscht, die verzehrt wird. In diesem Process des Austauschs ist die Arbeit nicht productiv; sie wird dieß erst für das Capital; aus der Circulation kann sie nur herausziehn, was sie in sie hineingeworfen hat, ein prädeterminirtes Quantum Waare, die ebenso wenig ihr eignes Product ist, wie ihr eigner Werth. Die Arbeiter, sagt Sismondi, tauschen ihre Arbeit aus gegen Getreide und verzehren es, während sie „zum Capital für ihren Herrn geworden ist“. (Sism. VI.) „Ihre Arbeit zum Austausch gebend verwandeln die Arbeiter sie in Capital“ (id. VIII). Indem der Arbeiter seine Arbeit an den Capitalisten verkauft, erhält er ein Recht nur auf den Arbeitspreiß, nicht auf das Product dieser Arbeit, noch auf den Werth, den sie ihm zugefügt hat. (Cherbuliez XXVIII.) „Verkaufen der Arbeit = Renunciation auf alle Früchte der Arbeit.“ (1.c.) Alle Fortschritte der Civilisation daher oder in andren Worten alle Vermehrung der ge- sellschaftlichen Productivkräfte, if you want der Productivkräfte der Arbeit selbst – wie sie resultiren von Wissenschaft, Erfindungen, Theilung und Combination der Arbeit, verbesserten Communicationsmitteln, Schaffen des Weltmarkts, Maschinerie etc – bereichern nicht den Arbeiter, sondern das Capital; vergrössern also nur die Arbeit beherrschende Macht; vermehren nur die Productivkraft des Capitals. Da das Capital der Gegensatz des Arbeiters ist, vermehren sie nur die Objektive Macht über die Arbeit. Die Verwandlung der Arbeit (als lebendiger zweckmässiger Thätigkeit) in Capital ist an sich das Resultat des Austauschs zwischen Capital und Arbeit, insofern sie dem Capitalisten das Eigenthumsrecht auf das Product der Arbeit giebt (und das Commando über dieselbe). Gesezt wird diese Ver- wandlung erst im Productionsprocess selbst. Die Frage, ob das Capital productiv sei oder nicht, ist also absurd. Die Arbeit selbst ist nur productiv als in das Capital aufgenommen, wo das Capital die Grundlage der Production bildet, und der Capitalist also der Commandeur der Production ist. Die Productivität der Arbeit wird ebenso zur Productivkraft des Capitals, wie der allgemeine Tauschwerth der Waaren sich im Geld fixirt. Die Arbeit, wie sie im Gegensatz zum Capital für sich im Arbeiter existirt, die Arbeit also in ihrem unmittelbaren Dasein getrennt vom Capital ist nicht productiv. Als Thätigkeit des Arbeiters wird sie auch nie productiv, dieweil sie nur in den einfachen, nur formell verändernden Process der Circulation eingeht. Diejenigen daher, die nachweisen, daß alle dem ||16| Capital zugeschriebne Productivkraft eine Verrückung ist, eine Transposition der Productivkraft der Arbeit, vergessen eben, daß das Capital selbst wesentlich diese Ver- rückung, diese Transposition ist und, daß die Lohnarbeit als solche das Capital voraussezt, also auch ihrerseits betrachtet diese Transsubstantiation ist; der nothwendige Process, ihre eignen Kräfte als dem Arbeiter fremde zu setzen. Zugleich die Lohnarbeit bestehn lassen und das Capital aufheben, ist daher sich selbst widersprechende und auflösende Forderung. Andre, selbst Oekonomen, z. B. Ricardo, Sismondi etc, sagen daß nur die Arbeit, nicht das Capital, productiv ist. Aber dann fassen sie das Capital nicht in seiner spezifischen Formbestimmtheit, als ein in sich reflectirtes Pro- ductionsverhältniß, sondern denken nur an seine stoffliche Substanz, Rohstoff etc. Diese stofflichen Elemente aber machen nicht das Capital zum Capital. Andrerseits fällt ihnen dann wieder ein, daß das Capital nach der einen Seite Werth ist, also etwas Immaterielles, Gleichgültiges gegen sein stoffliches Bestehn. So Say: «Le capital est toujours d'une essence im- matérielle, puisque ce n'est pas la matière qui fait le capital, mais la valeur de cette matière, valeur qui n'a rien de corporel.» (Say, 21.) Oder: Sismondi: «Le capital est une idée commerciale.» (Sism. LX.) Aber dann fällt ihnen ein, daß capital doch auch eine andre ökonomische Bestimmung ist, als valeur, weil sonst überhaupt nicht von Capital im Unterschied von valeur zu sprechen wäre und, wenn alle Capitalien Werthe, die Werthe als solche noch nicht Capital sind. Dann flüchten sie wieder zu seiner stofflichen Gestalt innerhalb des Productionsprocesses zurück, z. B. wenn Ricardo das Capital erklärt als accumulated labour employed in the production of new labour, d.h. als bloses Arbeitsinstrument oder Arbeitsmaterial. In diesem Sinn spricht Say gar von dem service productif du capital, auf den sich seine Remuneration gründen soll, als wenn das Arbeitsinstrument als solches Anspruch auf den Dank des Arbeiters hätte und es nicht grade nur durch ihn als Arbeitsinstrument, als productiv gesezt werde. Die Selbstständigkeit des Arbeitsinstruments, d. h. eine gesellschaftliche Bestimmung desselben, d. h. seine Bestimmung als Capital wird so vorausgesezt, um die Ansprüche des Capitals zu deduciren. Proudhon's: „le capital vaut, le travail produit“, heißt absolut nichts als: das Capital ist Werth, und da hier weiter nichts vom Capital gesagt ist, als daß es Werth ist, der Werth ist Werth (das Subject des Urtheils ist hier blos andrer Name für das Prädicat) und die Arbeit producirt, ist productive Thätigkeit, d. h. die Arbeit ist Arbeit, da sie eben nichts ist ausser dem „produire“. Daß diese identischen Urtheile keinen besondren fonds von Weisheit enthalten muß augenfällig sein und daß sie namentlich nicht ein Verhältniß ausdrücken können, worin der Werth und die Arbeit in ein Verhältniß treten, worin sie sich selbst auf einander beziehn und von einander unterscheiden, nicht als gleichgültige Indifferente neben einander liegen. Schon daß die Arbeit dem Capital gegenüber als Subjekt erscheint, d. h. der Arbeiter nur in der Bestimmung der Arbeit und diese ist nicht er selbst, müßte die Augen öffnen. Es liegt darin schon, abgesehn vom Capital, eine Beziehung, ein Verhältniß des Arbeiters zu seiner eignen Thätigkeit, das keineswegs das „natürliche“ ist, sondern selbst schon eine spezifische ökonomische Bestimmung enthält.
Das Capital, soweit wir es hier betrachten, als zu unterscheidendes Verhältniß von Werth und Geld, ist das Capital im Allgemeinen, d. h. der Inbegriff der Bestimmungen die den Werth als Capital von sich als blosem Werth oder Geld unterscheiden. Werth, Geld, Circulation etc, Preisse etc sind vorausgesezt, ebenso Arbeit etc. Aber wir haben es weder noch mit einer besondren Form des Capitals zu thun, noch mit dem einzelnen Capital als unterschieden von andren einzelnen Capitalien etc. Wir wohnen seinem Entstehungsprocess bei. Dieser dialectische Entstehungsprocess ist nur der ideale Ausdruck der wirklichen Bewegung, worin das Capital wird. Die späteren Beziehungen sind als Entwicklung aus diesem Keim heraus zu betrachten. Aber es ist nöthig, die bestimmte Form zu fixiren, auf der es auf einem gewissen Punkt gesezt ist. Sonst entsteht Confusion. |
|17| Das Capital ist bisher seiner stofflichen Seite nach als einfacher Productionsprocess betrachtet worden. Dieser Prozeß ist aber der Seite der Formbestimmtheit nach Selbstverwerthungsprocess. Selbstverwerthung schließt ein sowohl Erhalten des vorausgesezten Werths als Vervielfältigung desselben.
Der Werth tritt als Subjekt auf. Die Arbeit ist zweckmässige Thätigkeit und so ist der stofflichen Seite nach vorausgesezt, daß im Productionsprocess das Arbeitsinstrument wirklich als Mittel zu einem Zweck gebraucht worden ist, und daß das Rohmaterial als Product einen höhern Gebrauchswerth erhalten hat, sei es durch chemischen Stoffwechsel oder mechanische Veränderung, als es vorher besaß. Allein diese Seite selbst, als blos den Gebrauchswerth betreffend, gehört noch dem einfachen Productionsprocess an. Es handelt sich hier nicht darum, – dieß ist vielmehr eingeschlossen, vorausgesezt – daß ein höhrer Gebrauchswerth erzeugt ist (dieß selbst ist sehr relativ; wenn Korn in Branntwein verwandelt wird, so ist der höhre Gebrauchswerth selbst schon mit Bezug auf die Circulation gesezt); es ist auch kein höhrer Gebrauchswerth für das Individuum, den Producenten erzeugt. Dieß ist wenigstens zufällig und geht das Verhältniß als solches nichts an; sondern ein höhrer Gebrauchswerth für andre. Worum es sich handelt, daß ein höhrer Tauschwerth hervorgebracht ist. Bei der einfachen Circulation endete für die einzelne Waare der Prozeß damit, daß sie als Gebrauchswerth an ihren Mann kam, consumirt wurde. Sie trat damit aus der Circulation heraus; verlor ihren Tauschwerth, überhaupt ihre ökonomische Formbestimmung. Das Capital hat sein Material durch die Arbeit, und die Arbeit durch sein Material consumirt; es hat sich als Gebrauchswerth consumirt, aber nur als Gebrauchswerth für es selbst, als Capital. Seine Consumtion als Gebrauchswerth fällt also hier selbst in die Circulation, oder vielmehr es sezt selbst den Anfang der Circulation oder ihr Ende, wie man will. Die Consumtion des Gebrauchswerths fällt hier selbst in den ökonomischen Prozeß, weil der Gebrauchswerth hier selbst durch den Tauschwerth bestimmt ist. In keinem Moment des Productionsprozesses hört das Capital auf Capital zu sein oder der Werth auf Werth zu sein, und als solcher Tauschwerth. Nichts ist alberner als wie Herr Proudhon thut, sagen durch den Akt des Austauschs, d. h. dadurch, daß es wieder in die einfache Circulation tritt, wird das Capital nun aus Product Tauschwerth. Wir wären damit wieder an den Anfang zurückgeschleudert, selbst bis zum unmittelbaren Tauschhandel, wo die Entstehung des Tauschwerths aus dem Product betrachtet wird. Daß das Capital nach Beendigung des Productionsprocesses, nach seiner Consumtion als Gebrauchswerth, wieder als Waare in Circulation tritt und treten kann, liegt schon darin, daß es als sich erhaltender Tauschwerth vorausgesezt war. Soweit es aber nur als Product jezt wieder Waare, und als Waare Tauschwerth wird, Preiß erhält und als solcher im Geld realisirt wird, ist es einfache Waare, Tauschwerth überhaupt und als solcher ist es in der Circulation ebensosehr dem Schicksal ausgesezt, daß es sich im Geld realisirt, als daß es sich nicht in ihm realisirt; d. h. daß sein Tauschwerth Geld wird oder nicht. Sein Tauschwerth ist daher vielmehr problematisch geworden – der vorhin ideell gesezt war – als daß er ent- stünde. Und nun gar, daß es als ein höherer Tauschwerth reell in der Circulation gesezt wird, kann nicht aus der Circulation selbst herstammen, worin nur Equivalente, ihrer einfachen Bestimmung nach ausgetauscht werden. Wenn es als höhrer Tauschwerth aus ihr herauskommt, muß es als solcher in sie hereingetreten sein.
Das Capital besteht der Form nach nicht aus Arbeitsgegenständen und Arbeit, sondern aus Werthen und noch bestimmter aus Preissen. Daß seine Werthelemente verschiedne Substanzen angenommen haben während des Productionsprocesses geht ihre Bestimmung als Werthe nicht an; sie werden dadurch nicht verändert. Wenn sie aus der Form der Unruhe–des Processes – am Ende desselben wieder in ruhnde, objektive Gestalt sich zusammenfassen im Product, so ist dieß ebenfalls ein bloser Stoffwechsel in Bezug auf den Werth, der ihn nicht alterirt. Allerdings sind die Substanzen als solche zerstört worden, aber nicht in Nichts, sondern in eine anders geformte Substanz. Früher erschienen sie als elementarische, gleichgültige Bedingungen des Products. Jezt sind sie Product. Der Werth des Products kann also nur = sein der Summe der Werthe die in den bestimmten stofflichen Elementen des Processes materialisirt waren, als Rohstoff, Arbeitsinstrument (dazu gehören auch die blos instrumentellen Waaren) und als Arbeit selbst. Der Rohstoff ist ganz verzehrt worden, die Arbeit ist ganz verzehrt worden, das Instrument ist nur zum Theil verzehrt worden, fährt also fort einen Theil des Werths des Capitals in seiner bestimmten vor dem Process ihm angehörigen Existenzweise zu besitzen. Dieser Theil kömmt also gar nicht in Betracht hier, da er keine Veränderung erlitten. Die verschiednen Existenzweisen der Werthe waren reiner Schein, der Werth selbst bildete in ihrem Verschwinden das sich gleich bleibende Wesen. Das Product als Werth betrachtet ist dieser Seite nach nicht Product, sondern vielmehr identisch geblieben, unveränderter Werth, der nur in einer andren Existenzweise ist, die ihm aber auch gleichgültig ist und gegen Geld ausgetauscht werden kann. Der Werth des Products ist = dem Werth des Rohstoffs + dem Werth des vernichteten Theils, also an das Product übergegangnen, in seiner ursprünglichen Form aufgehobnen des Arbeitsinstruments + dem Werth der Arbeit. Oder der Preiß des Products ist gleich seinen Productionskosten, i.e. = der Summe der Preisse der Waaren, die in dem Productionsprozeß consumirt worden sind. D. h. in andren Worten nichts als daß der Productionsprocess nach seiner stofflichen Seite gleichgültig für den Werth ||18| war; daß er daher identisch mit sich geblieben ist und nur eine andre stoffliche Existenzweise angenommen hat, in andrer Substanz und Form materialisirt ist. (Die Form der Substanz geht die ökonomische Form, den Werth als solchen nichts an.) War das Capital ursprünglich = 100 Thaler, so ist es nach wie vor gleich 100 Thaler geblieben, obgleich die 100 Thaler im Productionsprozeß existirten als 50 Thaler Baumwolle, 40 Thaler Arbeitslohn + 10 Th. Spinnmaschine; und jezt als Baumwollgarn zum Preiß von 100 Th. existiren. Diese Reproduction der 100 Thaler ist einfaches Sichselbstgleichbleiben, blos daß es durch den materiellen Productionsprozeß vermittelt ist. Dieser muß daher zum Product fortgehn, denn sonst verliert Baumwolle ihren Werth, Arbeitsinstrument umsonst aufgenuzt, Arbeitslohn umsonst bezahlt. Die einzige Bedingung für die Sichselbsterhaltung des Werths ist daß der Productionsprozeß wirklicher totaler Process ist, also bis zum Product fortgeht. Die Totalität des Productionsprocesses, d. h. daß er bis zum Product fortgeht, ist hier in der That Bedingung des Sicherhaltens, Sichgleichbleibens des Werths, aber dieß liegt schon in der ersten Bedingung, daß das Capital wirklich Gebrauchswerth wird, wirklicher Productionsprozeß; ist an diesem Punkt also vorausgesezt. Andrerseits ist der Productionsprocess nur Productionsprozeß für das Capital, insofern es sich als Werth in diesem Process erhält, also im Product. Der Satz daß der nothwendige Preiß = der Summe der Preisse der Productionskosten, ist daher rein analytisch. Es ist die Voraussetzung der Production des Capitals selbst. Einmal ist das Capital als 100 Th. gesezt, als einfacher Werth; dann ist es in diesem Prozeß gesezt als Summe von Preissen bestimmter, durch den Productionsprozeß selbst bestimmter Werthelemente seiner selbst. Der Preiß des Capitals, sein Werth in Geld ausgedrückt, = dem Preisse seines Products. D. h. der Werth des Capitals als Resultat des Productionsprozesses ist derselbe, der er als Voraussetzung desselben war. Nur bleibt er während des Prozesses nicht bestehn, weder in der Einfachheit die er am Anfang noch, die er am Ende als Resultat wieder hat, sondern zerlegt sich in zunächst durchaus gleichgültige quantitative Bestandtheile als Werth der Arbeit (Arbeitslohn), Werth des Arbeitsinstruments und Werth des Rohmaterials. Es ist weiter noch keine Beziehung gesezt, als daß im Productionsprozeß der einfache Werth sich numerisch auseinanderlegt, als eine Anzahl von Werthen, die im Product wieder in ihrer Einfachheit zusammengeht, aber nun als Summe ist. Die Summe ist aber = der ursprünglichen Einheit. Es ist hier sonst, den Werth betrachtet, ausser der quantitativen Theilung, durchaus noch kein Unterschied in der Beziehung zwischen den verschiednen Werthquantis enthalten. 100 Thaler war das ursprüngliche Capital; 100 Thaler ist das Product, aber die 100 Thaler jezt als Summe von 50 + 40 + 10 Thaler. Ich hätte die 100 Th. auch ursprünglich als eine Summe von 50 + 40 + 10 Th. betrachten können, aber ebenso gut als eine Summe von 60 + 30 + 10 Th. etc. Daß sie jezt als Summe von bestimmten Anzahlen von Einheiten erscheinen ist dadurch gesezt, daß die verschiednen stofflichen Elemente, worin das Capital sich im Productionsprocess zerlegte, jedes einen Theil seines Werths, aber einen bestimmten darstellten.
Es wird sich später zeigen, daß diese Anzahlen, worin die ursprüngliche Einheit zerlegt wird, selbst bestimmte Verhältnisse zu einander haben, aber das geht uns hier noch nichts an. Soweit eine Bewegung während des Productionsprocesses im Werthe selbst gesezt ist, ist sie rein formelle, die aus folgendem einfachen Akt besteht: daß der Werth erst als Einheit existirt: eine bestimmte Anzahl von Einheiten, die selbst als Einheit, ein Ganzes betrachtet wird: Capital von 100 Thalern; zweitens daß während des Productionsprocesses diese Einheit getheilt wird, in 50 Th., 40 Th. und 10 Th., eine Theilung, die wesentlich ist, insofern Arbeitsmaterial, Instrument, und Arbeit in bestimmten Quantis gebraucht werden, aber hier, in Bezug auf die 100 Thaler selbst nur als ein gleichgültiges Zerlegen in verschiedne Anzahlen derselben Einheit sind; endlich daß im Product die 100 Thaler als Summe wiedererscheinen. Der einzige Process in Bezug auf den Werth, daß er einmal als ein Ganzes, Einheit; dann als Theilung dieser Einheit in bestimmte Anzahl; endlich als Summe erscheint. Die 100 Th., die am Ende als Summe erscheinen, sind ebensogut und grade dieselbe Summe, die im Anfang als Einheit erschien. Die Bestimmung der Summe, des Zusammenaddirens kam nur durch das Theilen, das im Productionsakt vor sich ging, heraus; existirt aber nicht im Product als solchem. Weiter also sagt der Satz nichts, daß der Preiß des Products = dem Preisse der Productionskosten oder daß der Werth des Capitals = dem Werth des Products ist, als daß sich der Werth des Capitals im Productionsakt erhalten hat, und jezt als Summe erscheint. Mit dieser blosen Identität des Capitals oder Reproduction seines Werths durch den Productionsprocess hindurch wären wir noch nicht weiter als wir im Anfang waren. Was im Anfang als Voraussetzung da war, ist jezt ||19| als Resultat da und zwar in unveränderter Form. Daß die Oekonomen das in der That nicht meinen, wenn sie von der Bestimmung des Preisses durch die Productionskosten sprechen ist klar. Es könnte sonst nie ein größrer Werth geschaffen werden, als ursprünglich vorhanden war; kein größrer Tauschwerth, obgleich ein größrer Gebrauchswerth, von dem hier gar nicht die Rede. Es handelt sich vom Gebrauchswerth des Capitals als solchen, nicht vom Gebrauchswerth einer Waare.
Wenn man sagt die Productionskosten oder der nothwendige Preiß einer Waare ist = 110, so rechnet man so: Ursprüngliches Capital = 100 (also z. B. Rohstoff = 50; Arbeit = 40; Instrument = 10) + 5 P. C. Zins + 5 P. C. Profit. Also die Productionskosten = 110, nicht = 100; die Productionskosten also grösser als die Kosten der Production. Es hilft nun durchaus nichts, wie einige Oekonomen lieben, vom Tauschwerth zum Gebrauchswerth der Waare zu flüchten. Ob dieser als Gebrauchswerth höher oder niedriger ist, bestimmt als solches nicht den Tauschwerth. Die Waaren fallen oft unter ihre Productionspreisse, obgleich sie unstreitig höhren Gebrauchswerth erhalten haben, denn sie in der Epoche vor der Production hatten. Ebenso unnütz ist es zur Circulation zu flüchten. Ich producire zu 100, aber ich verkaufe zu 110. “Profit is not made by exchanging. Had it not existed before, neither could it after that transaction.” (Ramsay IX, 88.) D. h. aus der einfachen Circulation die Vermehrung des Werths erklären wollen, während sie vielmehr ausdrücklich ihn nur als Equivalent sezt. Auch empirisch ist es klar, daß wenn alle um 10 P. C. zu theuer verkaufen, dieß dasselbe ist, als wenn sie alle zu den Productionskosten verkauften. Der Mehrwerth wäre damit rein nominell, factice, conventionell, eine blose Phrase. Und da das Geld selbst Waare ist, Product, so würde es auch um 10 P. C. zu theuer verkauft, d. h. der Verkäufer der 110 Thaler erhielte, erhielte in fact nur 100. (Sieh auch Ricardo über den auswärtigen Handel, den er als einfache Circulation faßt und daher sagt: „Der auswärtige Handel kann nie die Tauschwerthe eines Landes erhöhn.“ (Ricardo, 39, 40.) Die Gründe, die er dafür beibringt, sind absolut dieselben, die „beweisen“ daß der Austausch als solcher, die einfache Circulation, also der Handel überhaupt, sofern er als solche gefaßt wird, nie Tauschwerthe erhöhn, nie den Tauschwerth erzeugen kann.) Der Satz, daß der Preiß = den Productionskosten, müßte sonst auch heissen: Der Preiß einer Waare ist stets grösser als ihre Productionskosten. Ausser der einfachen numerischen Theilung und Zusammenaddirung kömmt im Productionsprocess noch das Formelement zu dem Werth hinzu, daß seine Elemente nun als Pro- ductionskosten erscheinen, d. h. eben daß die Elemente des Productionsprocesses selbst nicht [in] ihrer stofflichen Bestimmtheit, sondern als Werthe festgehalten werden, die in der Daseinsweise, worin sie vor dem Productionsprozeß sind, aufgezehrt werden.
Andrerseits ist es klar, daß wenn der Productionsakt nur die Reproduction des Werths des Capitals ist nur eine stoffliche, keine ökonomische Veränderung mit ihm vorgegangen wäre, und daß eine solche einfache Erhaltung seines Werths seinem Begriff widerspricht. Es bliebe zwar nicht wie das selbstständige Geld ausserhalb der Circulation; sondern nähme die Gestalt verschiedner Waaren an, aber für nichts; es wäre dieß ein zweckloser Prozeß, da es schließlich nur die identische Summe Geldes repräsentirte, und nur das Risico gelaufen hätte, beschädigt aus dem Productionsakt – der mißlingen kann; worin das Geld seine unvergängliche Form aufgiebt – herauszutreten. Well. Der Productionsprozeß ist nun zu Ende. Das Product ist auch wieder realisirt in Geld und hat wieder die ursprüngliche Form der 100 Th. angenommen. Aber der Capitalist muß auch essen und trinken; er kann nicht von diesem Formwechsel des Geldes leben. Ein Theil der 100 Th. müßte also nicht als Capital, sondern als Münze ausgewechselt werden gegen Waaren als Gebrauchswerthe und in dieser Form consumirt werden. Aus den 100 Th. wären 90 geworden und da er das Capital immer schließlich in der Form des Geldes wieder producirt, und zwar des Quantums Geldes, womit er die Production begonnen, so wären am Ende die 100 Th. aufgegessen und das Capital verschwunden. Aber der Capitalist wird für die Arbeit bezahlt, die 100 Th. als Capital in den Productionsprocess zu werfen, statt sie aufzuessen. Aber wovon soll er bezahlt werden? Und erscheint seine Arbeit nicht rein nutzlos, da das Capital einschließt den Arbeitslohn; also die Arbeiter leben könnten durch einfache Reproduction der Productionskosten, was der Capitalist nicht kann. Er erschiene also unter den faux frais de production. Was aber immer sein Verdienst sein mag, – möglich wäre die Reproduction ohne ihn, da die Arbeiter im Productionsprozeß nur den Werth verlangen, den sie hereinbringen, also das ganze Verhältniß des Capitals nicht brauchen, um ihn stets von neuem anzufangen; und zweitens wäre kein fund da, woraus seinen Verdienst bezahlen, da der Preiß der Waare = den Productionskosten. Würde seine Arbeit aber als besondre aufgefaßt neben und ausser der der Arbeiter, etwa die superintendence der Arbeit etc, so erhielte er wie sie einen bestimmten Arbeitslohn, fiele also in ihre Categorie und verhielte sich keineswegs als Capitalist zur Arbeit; würde sich auch nie bereichern, sondern nur einen Tauschwerth erhalten, den er durch die Circulation consumiren müßte. Das Dasein des Capitals gegenüber der Arbeit verlangt daß das für sich seiende Capital, der Capitalist als Nicht-Arbeiter da sein, leben kann. Andrerseits ist es ebenso klar, daß auch von ||20| den gewöhnlichen ökonomischen Bestimmungen aus, das Capital, das nur seinen Werth erhalten könnte, ihn nicht erhielte. Die Risicos der Production müssen compensirt sein. Das Capital muß sich erhalten in den Schwankungen der Preisse. Die Entwerthung des Capitals, die fortwährend vor sich geht durch Erhöhung der Productivkraft, muß compensirt sein etc. Platt sagen daher auch die Oekonomen, daß wenn kein Gewinn, kein Profit herauskäme, jeder sein Geld aufessen, statt es in die Production werfen, als Capital anwenden würde. Kurz dieß Nichtverwerthen, d. h. das Nichtvervielfältigen des Werths des Capitals vorausgesezt, ist vorausgesezt, daß es kein wirkliches Glied der Production, kein besondres Productionsverhältniß; ist ein Zustand vorausgesezt, worin die Productionskosten nicht die Form des Capitals haben und das Capital nicht als Bedingung der Production gesezt ist.
Es ist einfach zu begreifen, wie die Arbeit den Gebrauchswerth vermehren kann; die Schwierigkeit liegt darin wie sie höhre Tauschwerthe als die vorausgesezten schaffen kann.
Gesezt der Tauschwerth, den das Capital dem Arbeiter zahlt, sei ein exactes Equivalent für den Werth, den die Arbeit im Productionsprozeß schafft. In diesem Falle wäre Vermehrung des Tauschwerths des Products unmöglich. Was die Arbeit als solche in den Productionsprozeß hereingebracht hätte über den vorausgesezten Werth des Rohmaterials und des Arbeitsinstruments hinaus, wäre dem Arbeiter gezahlt. Der Werth des Products selbst, soweit er ein Surplus ist über den Werth des Rohstoffs und Instruments, fiele dem Arbeiter anheim; nur daß der Capitalist ihm diesen Werth zahlt im Arbeitslohn, und daß er ihn dem Capitalisten zurückgiebt im Product.
❲Daß unter den Productionskosten nicht die Summe der Werthe verstanden wird, die in die Production eingehn – selbst von den Oekonomen, die das behaupten – ist handgreiflich am Zins für geliehnes Capital. Dieser gehört für den industriellen Capitalisten direkt zu seinen Ausgaben, zu seinen wirklichen Productionskosten. Der Zins selbst aber unterstellt schon, daß das Capital aus der Production als Mehrwerth herauskommt, da er selbst nur eine Form dieses Mehrwerths ist. Da der Zins also vom Standpunkt des Leihers schon in seine unmittelbaren Productionskosten eingeht, zeigt sich daß das Capital als solches in die Productionskosten eingeht, das Capital als solches aber nicht blose Addition seiner Werthbestandtheile ist. – Im Zins erscheint das Capital selbst wieder in der Bestimmung der Waare, aber als einer von allen andren Waaren spezifisch verschiednen Waare; das Capital als solches – nicht als eine blose Summe von Tauschwerthen – tritt in die Circulation und wird Waare. Hier ist der Charakter der Waare selbst als ökonomische, spezifische Bestimmung vorhanden, nicht gleichgültig wie in der einfachen Circulation, noch direkt auf die Arbeit als Gegensatz, als seinen Gebrauchswerth bezogen, wie in dem industriellen Capital; dem Capital, wie es in seinen nächsten aus der Production und Circulation hervorgehenden Bestimmungen ist. Die Waare als Capital oder das Capital als Waare wird daher nicht ausgetauscht in der Circulation gegen ein Equivalent; es erhält sein Fürsichsein, indem es in die Circulation tritt; es erhält also seine ursprüngliche Beziehung zu seinem Eigenthümer, auch wenn es in die Hände eines fremden Besitzers tritt. Es wird daher nur ver- liehn. Sein Gebrauchswerth als solcher für seinen Eigenthümer, ist seine Verwerthung, Geld als Geld, nicht als Circulationsmittel; sein Ge- brauchswerth als Capital. Die von Herrn Proudhon aufgestellte Forderung, daß das Capital nicht ausgeliehen werden und Zins tragen, sondern als Waare für sein Equivalent verkauft werden soll, wie jede andre Waare, ist überhaupt nur die Forderung daß der Tauschwerth nie Capital werden, sondern einfacher Tauschwerth bleiben soll; daß das Capital als Capital nicht existiren soll. Diese Forderung zusammen mit der andren, daß die Lohnarbeit die allgemeine Basis der Production bleiben soll, zeigt eine erfreuliche Confusion über die einfachsten ökonomischen Begriffe. Daher die miserable Rolle, die er in der Polemik mit Bastiat spielt, worüber später. Das Geschwätz über Billigkeits- und Rechtsrücksichten läuft nur darauf hinaus, das Eigenthumsverhältniß oder Rechtsverhältniß, wie es dem einfachen Austausch entspricht, dem Eigenthums- und Rechtsverhältniß einer höhern Stufe des Tauschwerths als Maaßstab anlegen zu wollen. Daher Bastiat, unbewußt, selbst wieder die Momente in der einfachen Circulation hervorhebt, die zum Capital hindrängen. – Das Capital selbst als Waare, ist das Geld als Capital oder das Capital als Geld.❳
❲Das 3te Moment, das zu entwickeln ist in der Formung des Begriffs des Capitals, ist die ursprüngliche Accumulation der Arbeit gegenüber, also auch die gegenstandslose Arbeit der Accumulation gegenüber. Das erste Moment ging aus vom Werth, als aus der Circulation herkommend und sie voraussetzend. Es war der einfache Begriff des Capitals; das Geld, wie es unmittelbar zum Capital fortbestimmt wird; das zweite Moment ging vom Capital als Voraussetzung der Production und Resultat derselben aus; das dritte Moment sezt das Capital als bestimmte Einheit der Circulation und Production. Es ist zu unterscheiden zwischen der Accumulation ||21| der Capitalien; diese sezt voraus Capitalien; das Verhältniß des Capitals als daseiend und unterstellt also auch seine Beziehungen zur Arbeit, Preissen (capital fixe und circulant), Zins und Profit. Aber das Capital, um zu werden, sezt eine gewisse Accumulation voraus; die schon im selbstständigen Gegensatz der vergegenständlichten Arbeit gegen die lebendige liegt; im selbstständigen Bestehn dieses Gegensatzes. Diese Accumulation, die zum Werden des Capitals nöthig, die also schon als Voraussetzung – als ein Moment – in seinen Begriff aufgenommen ist, ist zu unterscheiden wesentlich von der Accumulation des als Capital gewordnen Capitals, wo schon Capitalien vorhanden sein müssen.❳
❲Wir haben bisher schon gesehn, daß das Capital voraussezt: 1) den Productionsprozeß überhaupt, wie er allen gesellschaftlichen Zuständen eigen ist, also ohne historischen Charakter, menschlich, if you please; 2) die Cir- culation, die selbst schon in jedem ihrer Momente, und noch mehr in ihrer Totalität bestimmtes historisches Product ist; 3) Capital als bestimmte Einheit von beiden. Inwiefern nun der allgemeine Productionsprocess selbst historisch modificirt wird, sobald er nur noch als Element des Capitals erscheint, muß sich in seiner Entwicklung ergeben, wie aus der einfachen Auffassung der spezifischen Unterschiede des Capitals seine historischen Voraussetzungen überhaupt sich ergeben müssen.❳
❲Alles andre ist Hin- und Herschwatzen. Welche Bestimmungen in den ersten Abschnitt, Von der Production überhaupt und in den 1t Abschnitt des 2ten Abschnitts, vom Tauschwerth überhaupt aufzunehmen sind, kann erst am Resultat und als Resultat der ganzen Entwicklung heraustreten. Z. B. haben wir schon gesehn, daß die Unterscheidung von Gebrauchswerth und Tauschwerth in die Oekonomie selbst gehört und nicht wie Ricardo thut der Gebrauchswerth als einfache Voraussetzung todt liegen bleibt. Das Capitel von der Production endet objectiv mit dem Product als Resultat; das von der Circulation beginnt mit der Waare, die selbst wieder Gebrauchswerth und Tauschwerth (also auch von beiden verschiedner Werth) Circulation als Einheit beider; – die aber nur formell ist und daher in die Waare als blosen Gegenstand des Consums, ausserökonomisch, und den Tauschwerth als verselbstständigtes Geld – zusammenfällt.❳
Der Mehrwerth den das Capital am Ende des Productionsprocesses hat – ein Mehrwerth, der als höherer Preiß des Products erst in der Circulation realisirt wird, aber wie alle Preisse in ihr realisirt werden, dadurch daß sie schon ideell ihr vorausgesezt sind, bestimmt sind, ehe sie in sie eingehn – heißt dem allgemeinen Begriff des Tauschwerths gemäß ausgedrückt, daß die im Product vergegenständlichte Arbeitszeit – oder Quantum Arbeit (ruhend ausgedrückt erscheint die Grösse der Arbeit als Raumquantum, aber bewegt ausgedrückt ist sie nur durch die Zeit meßbar) – grösser ist als die in den ursprünglichen Bestandtheilen des Capitals vorhandne. Dieß nun ist nur möglich, wenn die im Arbeitspreiß vergegenständlichte Arbeit kleiner ist als die lebendige Arbeitszeit, die mit ihr gekauft worden ist. Die im Capital vergegenständlichte Arbeitszeit erscheint, wie wir gesehn haben als eine aus 3 Theilen bestehnde Summe: a) die im Rohstoff vergegenständlichte Arbeitszeit; b) die im Instrument vergegenständlichte Arbeitszeit; c) die im Arbeitspreiß vergegenständlichte Arbeitszeit. Nun bleiben die Theile a) und b) unverändert als Bestandtheile des Capitals; wenn sie auch im Process ihre Gestalt verändern, ihre materiellen Daseinsweisen, bleiben sie als Werthe unverändert. Es ist nur c) das das Capital austauscht gegen ein qualitativ andres: ein gegebnes Quantum vergegenständlichter Arbeit gegen ein Quantum lebendiger Arbeit. So weit die lebendige Arbeitszeit nur die im Arbeitspreisse vergegenständlichte Arbeitszeit reproducirte, wäre auch dieß nur formell und es hätte überhaupt, was den Werth betrifft, nur ein Wechsel stattgefunden gegen lebendige Arbeit als andre Daseinsweise desselben Werths, wie in Bezug auf den Werth des Arbeitsmaterials und Instruments nur eine Veränderung ihrer stofflichen Daseinsweise stattgefunden hat. Hat der Capitalist dem Arbeiter einen Preiß = einem Arbeitstag gezahlt und der Arbeitstag des Arbeiters fügt dem Rohstoff und Instrument nur einen Arbeitstag zu, so hätte der Capitalist einfach ausgetauscht, den Tauschwerth in einer Form gegen den Tauschwerth in einer andren. Er hätte nicht als Capital gewirkt. Andrerseits wäre der Arbeiter nicht im einfachen Process des Austauschs geblieben: er hätte in der That das Product seiner Arbeit in Zahlung erhalten, nur daß der Capitalist ihm den Gefallen gethan hätte ihm den Preiß des Products vor seiner Realisation vorauszuzahlen. Der Capitalist hätte ihm Credit gegeben und zwar gratis, pour le roi de Prusse. Voilà tout. Der Austausch zwischen Capital und Arbeit, dessen Resultat der Arbeitspreiß ist, so sehr er von Seiten des Arbeiters einfacher Austausch ist, muß von Seiten des Capitalisten Nicht-Austausch sein. Er muß mehr Werth erhalten, als er gegeben hat. Der Austausch von Seite des Capitals betrachtet, muß nur ein scheinbarer sein, d. h. einer andren ökonomischen Formbestimmung als der des Austauschs angehören, oder das Capital als Capital und die Arbeit als Arbeit im Gegensatz zu ihm wären unmöglich. Sie tauschten sich nur aus als gleiche Tauschwerthe, die in verschiednen Daseinsweisen stofflich existiren. – Um das Capital zu rechtfertigen, zu apologisiren, nehmen die Oekonomen daher ihre Zuflucht zu diesem einfachen ||22| Prozeß, erklären es eben durch einen Prozeß, der sein Dasein unmöglich macht. Um es zu demonstriren, demonstriren sie es weg. Du zahlst mir meine Arbeit, tauschst sie ein gegen ihr eignes Product und ziehst mir ab den Werth des Rohstoffs und Materials, das du mir geliefert hast. D. h. wir sind As- sociés, die verschiedne Elemente in den Productionsprocess hereinbringen und nach dem Werth derselben austauschen. Also das Product wird in Geld verwandelt und das Geld wird so getheilt, daß du Capitalist den Preiß deines Rohstoffs und Instruments erhälst, ich Arbeiter den Preiß den die Arbeit ihnen zugefügt hat. Der Nutzen ist für dich, daß du Rohstoff und Instrument nun in einer consommablen Form besitzest, für mich daß meine Arbeit sich verwerthet hat. Du würdest allerdings bald in den Fall kommen in der Form des Geldes dein Capital aufgegessen zu haben, während ich als Arbeiter in den Besitz beider kommen würde. –
Was der Arbeiter austauscht gegen das Capital ist seine Arbeit selbst (im Austausch die Dispositionsfähigkeit darüber); er entäussert sie. Was er als Preiß erhält ist der Werth dieser Entäusserung. Er tauscht die werthsetzende Thätigkeit gegen einen vorherbestimmten Werth aus, abgesehn von dem Resultat seiner Thätigkeit.
❲Es ist eine ungeheure Weisheit von Herrn Bastiat, daß das Salariat eine unwesentliche, blos formelle Form ist, eine Form der Association, die als solche mit dem ökonomischen Verhältniß von Arbeit und Capital nichts zu thun hat. Wären, sagt er, die Arbeiter so reich um das Fertigsein und Verkauf des Products abwarten zu können, so würde das Salariat sie nicht hindern, die Lohnarbeit nicht, einen ebenso vortheilhaften Contract mit dem Capitalisten zu machen, wie ihn ein Capitalist mit dem andren macht. Also liegt das Uebel nicht in der Form des Salariats, sondern in von ihm unabhängigen Bedingungen. Daß diese Bedingungen selbst die Bedingungen des Salariats sind, fällt ihm natürlich nicht ein. Wenn die Arbeiter zugleich Capitalisten wären, so würden sie sich in der That nicht als arbeitende Arbeiter, sondern als arbeitende Capitalisten – d. h. nicht in der Form von Lohnarbeitern – zum nicht arbeitenden Capital verhalten. Darum ist ihm auch Arbeitslohn und Profit wesentlich dasselbe wie Profit und Zins. Dieß nennt er Harmonie der ökonomischen Verhältnisse, daß nämlich nur scheinbar ökonomische Verhältnisse existiren, in der That, im Wesen aber nur ein Verhältniß – das des einfachen Austauschs. Die wesentlichen Formen erscheinen ihm daher an sich als inhaltslos, d. h. als keine wirklichen Formen.❳
Wie ist nun sein Werth bestimmt? Durch die vergegenständlichte Arbeit, die in seiner Waare enthalten ist. Diese Waare existirt in seiner Lebendigkeit. Um sie von heute auf morgen zu erhalten – von der Arbeiterklasse, also dem Ersatz für wear und tear, damit sie sich als Klasse erhalten kann, haben wir es noch nicht zu thun, da der Arbeiter hier als Arbeiter, daher als vorausgeseztes perennirendes Subjekt dem Capital gegenübersteht, noch nicht als vergängliches Individuum der Arbeiterart – muß er bestimmte Masse Lebensmittel verzehren, das aufgezehrte Blut ersetzen etc. Er erhält nur ein Equivalent. Also morgen, nach vollbrachtem Austausch – und wenn er den Austausch formell beendigt hat, führt er ihn erst aus im Productionsprocess – existirt seine Arbeitsfähigkeit in derselben Weise wie zuvor: er hat ein exaktes Equivalent erhalten, denn der Preiß, den er erhalten hat, läßt ihn im Besitz desselben Tauschwerths den er vorher hatte. Das Quantum vergegenständlichte Arbeit, das in seiner Lebendigkeit enthalten ist, ist ihm vom Capital gezahlt worden. Er hat es consumirt und da es nicht als Ding existirte, sondern als Fähigkeit in einem Lebendigen, kann er, von wegen der spe- zifischen Natur seiner Waare – der spezifischen Natur des Lebensprocesses – den Tausch von neuem eingehn. Daß ausser der in seiner Lebendigkeit vergegenständlichten Arbeitszeit – d. h. der Arbeitszeit, die nöthig war, um die nöthigen Producte für die Erhaltung seiner Lebendigkeit zu zahlen, noch weitre Arbeit vergegenständlicht ist in seinem unmittelbaren Dasein, nämlich die Werthe, die er consumirt hat, um eine bestimmte Arbeitsfähigkeit, eine besondre Geschicklichkeit zu erzeugen – und deren Werth zeigt sich darin, zu welchen Productionskosten ein ähnliches bestimmtes Arbeitsgeschick producirt werden kann – geht uns hier noch nicht an, wo es sich nicht um eine besonders qualificirte Arbeit, sondern um Arbeit schlechthin, einfache Arbeit handelt.
Wäre ein Arbeitstag nöthig um einen Arbeiter einen Arbeitstag am Leben zu erhalten, so existirte das Capital nicht, weil der Arbeitstag sich gegen sein eignes Product austauschen würde, also das Capital als Capital sich nicht verwerthen und daher auch nicht erhalten kann. Die Selbsterhaltung des Capitals ist seine Selbstverwerthung. Müßte das Capital um zu leben, auch arbeiten, so erhielte es sich nicht als Capital, sondern als Arbeit. Das Eigenthum von Rohstoffen und Arbeitsinstrumenten wäre nur nominell: sie gehörten öko||23|nomisch grade dem Arbeiter so weit als sie dem Capitalisten gehörten, da sie ihm nur Werth schafften, so weit er selbst Arbeiter wäre. Er verhielte sich daher nicht zu ihnen als Capital, sondern als einfachem Stoff und Mittel der Arbeit, wie der Arbeiter selbst es im Productionsprocess thut. Ist dagegen z. B. nur ein halber Arbeitstag nöthig, um einen Arbeiter einen ganzen Arbeitstag am Leben zu erhalten, so ergiebt sich der Mehrwerth des Products von selbst, weil der Capitalist im Preiß nur einen halben Arbeitstag bezahlt hat und im Product einen ganzen vergegenständlicht erhält; also für die zweite Hälfte des Arbeitstags Nichts ausgetauscht hat. Nicht der Austausch, sondern ein Process, worin er ohne Austausch vergegenständlichte Arbeitszeit, d. h. Werth erhält, kann ihn allein zum Capitalisten machen. Der halbe Arbeitstag kostet dem Capital Nichts; es erhält also einen Werth für den es kein Equivalent gegeben hat. Und die Vermehrung der Werthe kann nur dadurch stattfinden, daß ein Werth über das Equivalent hinaus erhalten, also geschaffen wird.
Mehrwerth ist überhaupt Werth über das Equivalent hinaus. Equivalent seiner Bestimmung nach ist nur die Identität des Werths mit sich. Aus dem Equivalent heraus kann daher nie der Mehrwerth entsprießen; also auch nicht ursprünglich aus der Circulation; er muß aus dem Productionsprocess des Capitals selbst entspringen. Die Sache kann auch so ausgedrückt werden: Wenn der Arbeiter nur einen halben Arbeitstag braucht, um einen ganzen zu leben, so braucht er, um seine Existenz als Arbeiter zu fristen, nur einen halben Tag zu arbeiten. Die zweite Hälfte des Arbeitstags ist Zwangsarbeit; surplus Arbeit. Was auf Seite des Capitals als Mehrwerth erscheint, erscheint exact auf Seite des Arbeiters als Mehrarbeit über sein Bedürfniß als Arbeiter hinaus, also über sein unmittelbares Bedürfniß zur Erhaltung seiner Lebendigkeit hinaus. Die grosse geschichtliche Seite des Capitals ist diese Surplusarbeit, überflüssige Arbeit vom Standpunkt des blosen Gebrauchswerths, der blosen Subsistenz aus zu schaffen, und seine historische Bestimmung ist erfüllt, sobald einerseits die Bedürfnisse so weit entwickelt sind, daß die Surplusarbeit über das Nothwendige hinaus selbst allgemeines Bedürfniß ist, aus den individuellen Bedürfnissen selbst hervorgeht – andrerseits die allgemeine Arbeitsamkeit durch die strenge Disciplin des Capitals, wodurch die sich folgenden Geschlechter durchgegangen sind, entwickelt ist als allgemeiner Besitz des neuen Geschlechts – endlich durch die Entwicklung der Productivkräfte der Arbeit, die das Capital in seiner unbeschränkten Bereicherungssucht und den Bedingungen, worin es sie allein realisiren kann beständig voranpeitscht, so weit gediehen ist, daß der Besitz und die Erhaltung des allgemeinen Reichthums einerseits nur eine geringre Arbeitszeit für die ganze Gesellschaft erfordert und die arbeitende Gesellschaft sich wissenschaftlich zu dem Process ihrer fortschreitenden Reproduction, ihrer Reproduction in stets größrer Fülle verhält; also die Arbeit, wo der Mensch in ihr thut, was er Sachen für sich thun lassen kann, aufgehört hat. Capital und Arbeit verhalten sich demnach hierin wie Geld und Waare; ist das eine die allgemeine Form des Reichthums, die andre nur die Substanz, die unmittelbare Consumtion bezweckt. Als das rastlose Streben nach der allgemeinen Form des Reichthums treibt aber das Capital die Arbeit über die Grenzen seiner Naturbedürftigkeit hinaus und schafft so die materiellen Elemente für die Entwicklung der reichen Individualität, die ebenso allseitig in ihrer Production als Consumtion ist und deren Arbeit daher auch nicht mehr als Arbeit, sondern als volle Entwicklung der Thätigkeit selbst erscheint, in der die Naturnothwendigkeit in ihrer unmittelbaren Form verschwunden ist; weil an die Stelle des Naturbedürfnisses ein geschichtlich erzeugtes getreten ist. Daher ist das Capital productiv; d. h. ein wesentliches Verhältniß für die Entwicklung der gesellschaftlichen Productivkräfte. Es hört erst auf solches zu sein, wo die Entwicklung dieser Productivkräfte selbst an dem Capital selbst eine Schranke findet.
In der Times vom November 1857 findet sich ein allerliebster Wuthschrei von Seiten eines westindischen Planters. Mit grosser sittlicher Entrüstung sezt dieser Advocat – als Plaidoyer für die Wiedereinführung der Negersklaverei – auseinander, wie die Quashees (die freien niggers von Jamaica) sich damit begnügen das für ihren eignen Consum strikt Nothwendige zu produciren und als den eigentlichen Luxusartikel neben diesem „Gebrauchswerth“ die Faulenzerei selbst betrachten (indulgence und idleness); wie sie sich den Teufel um Zucker und das in den plantations ausgelegte capital fixe scheeren, vielmehr mit ironischer Schadenfreude den zu Grunde gehenden Planter anschmunzeln, und selbst das ihnen angelernte Christenthum nur ausbeuten als Schönfärberei dieser schadenfrohen Stimmung und Indolenz. Sie haben aufgehört Sklaven zu sein, aber nicht um Lohnarbeiter zu werden, sondern self-sustaining, für den eignen nothdürftigen Consum arbeitende peasants. Das Capital als Capital existirt ihnen gegenüber nicht, weil der verselbstständigte Reichthum überhaupt nur existirt entweder durch unmittelbare Zwangsarbeit, Sklaverei, oder vermittelte Zwangsarbeit, Lohnarbeit. Der unmittelbaren Zwangsarbeit steht der Reichthum nicht als Capital gegenüber, sondern als Herrschaftsverhältniß; es wird daher auf ihrer Basis auch nur das Herrschaftsverhältniß reproducirt, für das der Reichthum selbst nur Werth als Genuß hat, nicht als Reichthum selbst, das ||24| daher auch nie die allgemeine Industrie schaffen kann. (Auf dieß Verhältniß von Sklaverei und Lohnarbeit werden wir zurückkommen.)
Die Schwierigkeit die Entstehung des Werths zu begreifen, zeigt sich 1) in den modernen englischen Oekonomen, die dem Ricardo vorwerfen, er habe das Surplus nicht begriffen, den Mehrwerth nicht begriffen (siehe Malthus On value, der wenigstens wissenschaftlich zu verfahren sucht), obgleich Ricardo allein von allen Oekonomen es begriffen hat, wie seine Polemik gegen A. Smith's Verwechslung der Werthbestimmung durch das Salair und durch die in der Waare vergegenständlichte Arbeitszeit beweist. Die Neuen sind rein flache Einfaltspinsel. Allerdings geräth Ricardo selbst oft in Confusion, da er wohl die Entstehung des Mehrwerths als Voraussetzung des Capitals begreift, aber oft daran irre wird, auf dieser Basis hin die Vermehrung der Werthe zu begreifen, ausser dadurch daß mehr ver- gegenständlichte Arbeitszeit im selben Product investirt wird, in andren Worten, daß die Production schwieriger wird. Daher bei ihm der absolute Gegensatz zwischen value und Reichthum. Daher die Einseitigkeit seiner Theorie von der Grundrente; seine falsche Theorie vom internationalen Handel, der nur den Gebrauchswerth (was er Reichthum nennt), nicht Tauschwerth produciren soll. Der einzige Ausweg zur Vermehrung der Werthe als solcher bleibt ausser der wachsenden Schwierigkeit der Pro- duction (Rententheorie) nur der Anwachs der Population (die natürliche Vermehrung der Arbeiter durch die Zunahme des Capitals), obgleich er selbst diese Beziehung nirgends einfach zusammengefaßt hat. Der Grundfehler, daß er nirgends untersucht, wo denn eigentlich der Unterschied zwischen der Werthbestimmung durch das Salair und der durch die vergegenständlichte Arbeit herkommt. Das Geld und der Austausch selbst (die Circulation) erscheint daher nur als rein formelles Element in seiner Oekonomie und obgleich es sich nach ihm nur um den Tauschwerth in der Oekonomie handelt, erscheinen Profit etc nur als Rate des Antheils am Product, die ebenso auf der Basis der Sklaverei stattfindet. Die Form der Vermittlung hat er nirgends untersucht.
2) Die Physiokraten. Hier tritt die Schwierigkeit das Capital, die Selbstverwerthung des Werths, hinc den Mehrwerth, den das Capital im Productionsakt schafft, zu begreifen, handgreiflich hervor und sie mußte bei den Vätern der modernen Oekonomie hervortreten, wie bei dem lezten klassischen Abschluß derselben in Ricardo die Schöpfung des Mehrwerths, die er in der Form der Rente [auffaßt]. Es ist au fond die Frage nach dem Begriff des Capitals und der Lohnarbeit, und daher die Fundamentalfrage, die an der Schwelle des Systems der modernen Gesellschaft sich aufwirft. Das Monetärsystem hatte die Selbstständigkeit des Werths nur begriffen, wie er aus der einfachen Circulation resultirt – Geld; sie machten daher diese ab- strakte Form des Reichthums zum ausschließlichen Objekt der Nationen, die grade in die Periode eintraten, wo die Bereicherung als solche als der Zweck der Gesellschaft selbst erschien. Dann kam das Mercantilsystem fallend in die Epoche, wo das industrielle Capital und daher die Lohnarbeit in der Manufactur auftritt, und sich entwickelt im Gegensatz und auf Kosten des nichtindustriellen Reichthums, des feudalen Grundeigenthums. Ihnen schwebt das Geld schon als Capital vor, aber eigentlich nur selbst wieder in der Form des Geldes, der Circulation des mercantilen Capitals, des sich in Geld verwandelnden Capitals. Das industrielle Capital hat für sie Werth und zwar den höchsten Werth – als Mittel – nicht als der Reichthum selbst in seinem productiven Prozeß –, weil es das mercantile Capital schafft und dieß in der Circulation zu Geld wird. Die Manufacturarbeit – d. h. au fond die industrielle Arbeit, aber die Agriculturarbeit war und erschien ihnen im Gegensatz als hauptsächlich Gebrauchswerth producirend; Rohproduct verarbeitet ist werthvoller, weil in klarer Form, also mehr für Circulation, den commerce geeigneter, mercantiler Form mehr Geld schaffend (dabei die historische Anschauung des Reichthums der nicht ackerbauenden Völker wie Holland namentlich im Gegensatz zu den ackerbauenden, feudalen; der Ackerbau erschien überhaupt nicht in industrieller, sondern in feudaler Form, also als Quelle des feudalen Reichthums, nicht des bürgerlichen). Eine Form der Lohnarbeit, die industrielle und eine des Capitals, des industriellen, war also als Quelle des Reichthums anerkannt, aber nur sofern sie Geld schufen. Der Tauschwerth selbst daher noch nicht in der Form des Capitals begriffen. Nun die Physiokraten. Unterscheiden Capital von Geld und fassen es in seiner allgemeinen Form als verselbstständigten Tauschwerth, der sich in der Production erhält und durch sie vermehrt. Sie betrachten daher auch das Verhältniß für sich, wie es nicht selbst Moment der einfachen Circulation, sondern vielmehr ihre Voraussetzung ist und aus ihr selbst sich beständig wieder als ihre Voraussetzung herstellt. Sind also die Väter der modernen Oekonomie. Sie begreifen auch daß das Setzen des Mehrwerths durch die Lohnarbeit die Selbstverwerthung, d. h. die Verwirklichung des Capitals ist. Aber wie wird durch Capital, d. h. vorhandne Werthe, ein Mehrwerth geschaffen, vermittelst der Arbeit? Hier lassen sie ganz die Form fallen und betrachten nur den einfachen Productionsprocess. Nur die Arbeit kann daher productiv sein, die in einem solchen Felde vorgeht, wo handgreiflich die Naturkraft des Arbeitsinstruments dem Arbeiter erlaubt mehr Werthe zu produciren als er consumirt. Der Mehrwerth geht daher nicht aus der Arbeit als solcher, sondern aus der Naturkraft hervor, die von der Arbeit benuzt und geleitet ||25| wird – Agricultur. Diese ist daher die einzig pro- ductive Arbeit, denn so weit sind sie, daß nur die Mehrwerth schaffende Arbeit productiv ist (daß der Mehrwerth sich in einem materiellen Product ausdrücken muß rohe noch bei A. Smith vorkommende Anschauung. Schauspieler sind productive Arbeiter, nicht sofern sie das Schauspiel produciren sondern increase their employer's wealth. Doch welche Sorte von Arbeit geschieht, also in welcher Form die Arbeit sich materialisirt, ist absolut gleichgültig für dieß Verhältniß. Es ist wieder nicht gleichgültig von spätren Gesichtspunkten aus); aber dieser Mehrwerth verwandelt sich unter der Hand in grösseres Quantum des Gebrauchswerths, der aus der Production herauskommt, über den der in ihr consumirt worden ist. Nur im Verhältniß des natürlichen Saamens zu seinem Product erscheint diese Vervielfältigung der Gebrauchswerthe, der Ueberschuß des Products über den Bestandtheil desselben, der zu neuer Production dienen muß – von dem also ein Theil unproductiv consumirt werden kann – handgreiflich. Von der Erndte braucht nur ein Theil als Saamen der Erde direct wieder gegeben zu werden; in selbst natürlich sich vorfindenden Producten, den Elementen, Luft, Wasser, Erde, Licht, und den im Dünger und anderswie zugeführten Substanzen, erzeugen ihn die Saamen dann wieder in vervielfältigtem Quantum als Korn etc. Kurz, die menschliche Arbeit hat den chemischen Stoffwechsel (in der Agricultur) nur zu leiten, zum Theil auch mechanisch zu befördern oder die Lebensreproduction selbst (Viehzucht) um das Surplus zu erhalten, d. h. dieselben Natursubstanzen aus einer für den Gebrauch werthlosen Form in eine werthvolle zu verwandeln. Die wahre Gestalt des allgemeinen Reichthums ist daher der Ueberschuß der Erdproducte (Korn, Vieh, Rohstoffe). Oekonomisch betrachtet ist daher nur die Rente Form des Reichthums. So kommt es daß die ersten Propheten des Kapitals nur den Nicht-Capitalisten, den feudalen Grundeigenthümer als Repräsentanten des bürgerlichen Reichthums fassen. Die Consequenz, die Legung aller Steuern auf die Rente, ist aber dann auch ganz zum Vortheil des bürgerlichen Capitals. Der Feudalismus ist nur bürgerlich verherrlicht im Princip – was manche Feudale, wie den alten Mirabeau, dupirt hat – um ihn in der Nutzanwendung zu ruiniren. Alle andren Werthe repräsentiren nur Rohstoff + Arbeit; die Arbeit selbst repräsentirt das Korn oder andre Erdproducte, die der Arbeiter consumirt; also sezt der Fabrikarbeiter etc nicht mehr dem Rohstoff zu als er von Rohstoffen consumirt. Seine Arbeit, ebensowohl wie sein Arbeitsgeber fügen also dem Reichthum nichts zu – der Reichthum ist das Surplus über die in der Production aufgezehrten Waaren – sondern geben ihm nur angenehme und nützliche Consumtionsformen. Damals hatte sich die Anwendung der Naturkräfte in der Industrie noch nicht entwickelt, noch die Theilung der Arbeit etc, die die Naturkraft der Arbeit selbst vermehrt. Dieß aber zu A. Smith's Zeit der Fall. Bei ihm also die Arbeit überhaupt Quelle der Werthe, ebenso des Reichthums, aber Mehrwerth sezt sie eigentlich auch nur, soweit in der Theilung der Arbeit das Surplus ebenso als natürliche Gabe, Naturkraft der Gesellschaft erscheint, wie bei den Physiokraten der Erde. Daher das Gewicht, das A. Smith auf die Theilung der Arbeit legt. Andrerseits erscheint bei ihm Capital – (weil er zwar die Arbeit als werthschaffend faßt, aber die Arbeit selbst als Gebrauchswerth, für sich seiende Productivität, menschliche Naturkraft überhaupt (dieß unterscheidet ihn von den Physiocraten), aber nicht als Lohnarbeit, nicht in ihrer spezifischen Formbestimmung im Gegensatz zum Capital) – ursprünglich nicht als das Moment der Lohnarbeit gegensätzlich in sich enthaltend, sondern wie es aus der Circulation herkömmt, als Geld, und daher aus der Circulation wird, durch Ersparung. Das Capital ursprünglich verwerthet sich also nicht selbst – weil eben die Aneignung fremder Arbeit nicht in seinen Begriff selbst aufgenommen ist. Es erscheint nur nachträglich, nachdem es schon als Capital vorausgesezt ist – mauvais cercle – als Commando über fremde Arbeit. Die Arbeit sollte daher eigentlich nach A. Smith ihr eignes Product zum Lohn haben, das Salair = dem Product sein, also die Arbeit nicht Lohnarbeit und das Capital nicht Capital sein. Um daher den Profit und die Rente als ursprüngliche Elemente der Productionskosten hereinzubringen, d. h. aus dem Productionsprocess des Capitals einen Mehrwerth herauskommen zu lassen, sezt er sie in höchst ruder Form voraus. Der Capitalist will den Gebrauch seines Capitals nicht umsonst; ebenso der Grundeigenthümer nicht den Grund und Boden umsonst der Production geben. Sie verlangen etwas dafür. So sind sie als historische facts mit ihren Ansprüchen hereingenommen, nicht erklärt. Eigentlich ist das Salair der einzig ökonomisch berechtigte, weil nothwendige Bestandtheil der Productionskosten. Profit und Rente sind nur Abzüge vom Salair, willkührlich erzwungen im geschichtlichen Process von Capital und Grundeigenthum und gesetzlich, nicht ökonomisch berechtigt. Da er andrerseits aber wieder der Arbeit in der Form von Grundeigenthum und Capital die Productionsmittel und -materialien als selbstständige Gestalten gegenübersezt, hat er sie wesentlich als Lohnarbeit gesezt. So Widersprüche. Daher sein Schwanken in der Werthbestimmung; das Setzen auf gleiche Stufe von Profit und Grundrente; falsche ||26| Ansichten vom Einfluß des Salairs auf die Preisse etc. Nun Ricardo (Siehe 1). Bei ihm wird aber wieder Lohnarbeit und Capital als natürliche, nicht bestimmt historische Gesellschaftsform für die Erzeugung des Reichthums als Gebrauchswerth gefaßt, d. h. ist ihre Form als solche, eben weil natürlich, gleichgültig und wird nicht in ihrer bestimmten Beziehung zur Form des Reichthums gefaßt, wie der Reichthum selbst, in seiner Form als Tauschwerth, als blos formelle Vermittlung seines stofflichen Bestehns erscheint; daher der bestimmte Charakter des bürgerlichen Reichthums nicht begriffen – eben weil er als adaequate Form des Reichthums überhaupt erscheint, und daher auch ökonomisch, obgleich vom Tauschwerth ausgegangen wird, die bestimmten ökonomischen Formen des Austauschs selbst gar keine Rolle in seiner Oekonomie spielen, sondern immer nur von Vertheilung des allgemeinen Products der Arbeit und der Erde unter den 3 Klassen gesprochen, als ob es sich in dem auf den Tauschwerth gegründeten Reichthum nur um den Gebrauchswerth handelte und der Tauschwerth nur eine ceremonielle Form wäre, die bei Ricardo ganz so verschwindet, wie das Geld als Circulationsmittel im Austausch. Um die wahren Gesetze der Oekonomie geltend zu machen, liebt er es daher auch auf dieß Verhältniß des Geldes als blos formellen sich zu beziehn. Daher auch seine Schwäche in der eigentlichen Lehre vom Geld selbst.
Die Exakte Entwicklung des Capitalbegriffs nöthig, da er der Grundbegriff der modernen Oekonomie, wie das Capital selbst, dessen abstraktes Gegenbild sein Begriff, die Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft. Aus der scharfen Auffassung der Grundvoraussetzung des Verhältnisses müssen sich alle Widersprüche der bürgerlichen Production ergeben, wie die Grenze, an der es über sich selbst hinaus treibt.
❲Es ist wichtig zu bemerken, daß der Reichthum als solcher, i. e. der bürgerliche Reichthum immer in der höchsten Potenz ausgedrückt ist in dem Tauschwerth, wo er als Vermittler gesezt, als die Vermittlung der Extreme von Tauschwerth und Gebrauchswerth selbst. Diese Mitte erscheint immer als das vollendete ökonomische Verhältniß, weil es die Gegensätze zusammenfaßt, und erscheint schließlich immer als eine Einseitig Höhere Potenz gegenüber den Extremen selbst; weil die Bewegung oder das Verhältniß, das als vermittelnd zwischen den Extremen ursprünglich erscheint, dialektisch dazu nothwendig fortführt, daß es als Vermittlung mit sich selbst erscheint, als das Subject, dessen Momente nur die Extreme sind, deren selbstständige Voraussetzung es aufhebt, um sich durch ihre Aufhebung selbst als das allein Selbstständige zu setzen. So in der religiösen Sphäre Christus der Mittler zwischen Gott und dem Menschen – bloses Circulationsinstrument zwischen beiden – wird ihre Einheit, Gottmensch, und wird als solcher wichtiger denn Gott; die Heiligen wichtiger als Christus; die Pfaffen wichtiger als die Heiligen. Der totale Oekonomische Ausdruck, selbst einseitig gegen die Extreme, ist immer der Tauschwerth, wo er als Mittelglied gesezt ist; z. B. Geld in der einfachen Circulation; Capital selbst als Vermittler zwischen Production und Circulation. Innerhalb des Capitals selbst nimmt eine Form desselben wieder die Stellung des Gebrauchswerths gegen die andre als Tauschwerth an. So z. B. das industrielle Capital erscheint als Producent gegenüber dem Kaufmann, der als Circulation erscheint. So stellt das erste die stoffliche, der andre die Formseite, also den Reichthum als Reichthum dar. Zugleich ist das mercantile Capital selbst wieder Vermittler zwischen der Production (dem industriellen Capital) und der Circulation (dem consumirenden Publicum) oder zwischen dem Tauschwerth und Gebrauchswerth, wo abwechselnd beide Seiten, die Production als Geld, die Circulation als Gebrauchswerth (consumirendes Publicum) oder die erste als Gebrauchswerth (Product) die zweite als Tauschwerth (Geld) gesezt ist. Ebenso innerhalb des Handels selbst: der Großhändler als Mittler zwischen Fabrikant und Detaillist, oder zwischen dem Fabrikant und Agriculturist, oder verschiednen Fabrikanten ist dieselbe höhere Mitte. So wieder die Waarenmäkler dem Großhändler gegenüber. Dann der Banker den Industriellen und Kaufleuten gegenüber; die Aktiengesellschaft gegenüber der einfachen Production; der Finanzier als Vermittler zwischen dem Staat und [der] bürgerlichen Gesellschaft auf der höchsten Stufe. Der Reichthum als solcher repräsentirt sich am distinktesten und breitesten, je weiter er von der unmittelbaren Production entfernt und selbst wieder vermittelt zwischen Seiten, die jede für sich betrachtet schon als ökonomische Formbeziehungen gesezt sind. Daß das Geld aus dem Mittel zum Zweck wird, und daß die höhere Form der Vermittlung überall als Capital die niedre selbst wieder als Arbeit blos als Quelle des Mehrwerths sezt. Z. B. der bill-broker, Banquier etc den Fabrikanten und farmers gegenüber, die ihm gegenüber relativ gesezt sind in der Bestimmung der Arbeit (des Gebrauchswerths), während er sich ihnen gegenüber sezt als Capital, Schöpfung von Mehrwerth; in der tollsten Form im Financier.❳
Capital ist unmittelbare Einheit von Product und Geld oder besser von Production und Circulation. So ist es wieder selbst ein Unmittelbares, und seine Entwicklung besteht darin, als diese Einheit, – die als bestimmtes und daher einfaches Verhältniß gesezt ist – sich selbst zu setzen und aufzuheben. Die Einheit erscheint zunächst im Capital als etwas Einfaches.|
|27| ❲Ricardo's Gedankengang ist einfach der: Producte tauschen sich aus – also Capital gegen Capital – nach den Quanten vergegenständlichter Arbeit, die in ihnen enthalten sind. Arbeitstag tauscht sich immer aus gegen Arbeitstag. Dieß ist Voraussetzung. Der Austausch selbst kann also ganz bei Seite gelassen werden. Das Product – das Capital als Product gesezt – ist an sich Tauschwerth, wozu der Austausch nur Form hinzufügt, bei ihm formelle Form. Die Frage ist nun nur, in welchen Raten sich dieß Product vertheilt. Diese Raten, ob sie als bestimmte Quota des vorausgesezten Tauschwerths oder seines Inhalts, des materiellen Reichthums betrachtet werden, dasselbe. Ja, da der Austausch als solcher blose Circulation ist, – Geld als Circulation – so ist es besser ganz von ihm zu abstrahiren, und blos die Quota des materiellen Reichthums zu betrachten, die innerhalb des Productionsprocesses oder als Resultat desselben an die verschiednen Agenten vertheilt werden. In der Form des Austauschs ist aller Werth etc nur nominell; reell ist er in der Form der Rate. Der ganze Austausch, soweit er nicht größre materielle Varietät schafft, ist nominell. Da immer ein ganzer Arbeitstag gegen einen ganzen Arbeitstag ausgetauscht wird, bleibt die Summe der Werthe dieselbe – das Wachsthum der Productivkräfte wirkt nur auf den Inhalt des Reichthums, nicht seine Form. Vermehrung der Werthe kann daher nur entstehn durch vergrösserte Schwierigkeit der Production – und diese kann nur stattfinden da, wo die Naturkraft gleichen Quantis menschlicher Arbeit nicht mehr gleichen Dienst leistet, also die Fruchtbarkeit der natürlichen Elemente abnimmt – in der Agricultur. Das Fallen der Profite wird daher verursacht durch die Rente. Erstens die falsche Voraussetzung daß immer ein ganzer Arbeitstag in allen Zuständen der Gesellschaft gearbeitet wird; etc etc (siehe oben).❳
Wir haben gesehn: Der Arbeiter braucht nur einen halben Arbeitstag z. B. zu arbeiten, um einen ganzen zu leben; und daher den andren Tag denselben Process wieder anfangen zu können. In seiner Arbeitsfähigkeit – soweit sie in ihm als Lebendigem existirt, oder in ihm als lebendigem Arbeitsinstrument, ist vergegenständlicht nur ein halber Arbeitstag. Der ganze lebendige Tag (Lebenstag) des Arbeiters ist das ruhende Resultat, die Vergegenständlichung eines halben Tags Arbeit. Der Capitalist, indem er durch den Austausch gegen die im Arbeiter vergegenständlichte Arbeit – d. h. gegen einen halben Tag Arbeit den ganzen Arbeitstag sich aneignet, und dann im Productionsprocess an dem Stoff, woraus sein Capital besteht, consumirt, schafft so den Mehrwerth seines Capitals – im vorausgesezten Fall einen halben Tag vergegenständlichte Arbeit. Gesezt die Productivkräfte der Arbeit verdoppeln sich nun, d. h. in derselben Zeit liefere dieselbe Arbeit den doppelten Gebrauchswerth. (Als Gebrauchswerth ist in dem jetzigen Verhältniß einstweilen nur noch bestimmt, was der Arbeiter consumirt um sich am Leben als Arbeiter zu erhalten; das Quantum Lebensmittel, wogegen er, durch die Vermittlung des Geldes, die in seiner lebendigen Arbeitsfähigkeit vergegenständlichte Arbeit austauscht.) Der Arbeiter würde dann nur Tag zu arbeiten haben, um einen ganzen zu leben; der Capitalist braucht dann nur noch Tag vergegenständlichte Arbeit im Austausch dem Arbeiter zu geben, um vermittelst des Productionsprocesses seinen Mehrwerth von auf zu vermehren; indem er statt Tags vergegenständlichte Arbeit Tag vergegenständlichte Arbeit gewänne. Der Werth des Capitals, wie es aus dem Productionsprocess herauskommt, wäre um statt um gestiegen. Der Capitalist brauchte also nur mehr Tage arbeiten zu lassen, um denselben Mehrwerth – den von oder vergegenständlichter Arbeit dem Capital zuzufügen. Das Capital aber als die allgemeine Form des Reichthums – das Geld – repräsentirend, ist der schranken- und maaßlose Trieb über seine Schranke hinauszugehn. Jede Grenze ist und muß Schranke für es sein. Es hörte sonst auf Capital – das Geld als sich selbst producirend zu sein. Sobald es eine bestimmte Grenze nicht mehr als Schranke fühlte, sondern als Grenze sich in ihr wohl fühlte, wäre es selbst von Tauschwerth zu Gebrauchswerth, von der allgemeinen Form des Reichthums zu einem bestimmten substantiellen Bestehn desselben herabgesunken. Das Capital als solches schafft einen bestimmten Mehrwerth, weil es keinen unendlichen at once setzen kann; aber es ist die beständige Bewegung mehr davon zu schaffen. Die quantitative Grenze des Mehrwerths erscheint ihm nur als Naturschranke, als Nothwendigkeit, die es beständig zu überwältigen und über die es beständig hinauszugehn sucht.
❲Die Schranke erscheint als ein Zufall, der überwältigt werden muß. Selbst in der oberflächlichsten Anschauung tritt dieß hervor. Wenn das Capital von 100 auf 1000 wächst, so ist nun 1000 der Ausgangspunkt von dem die Vermehrung vor sich gehn muß; die Verzehnfachung um 1000 % zählt für nichts; Profit und Zins wird selbst wieder Capital. Was als Mehrwerth erschien, erscheint nun als Einfache Voraussetzung etc, als in sein einfaches Bestehn selbst aufgenommen.❳
Der Capitalist wird also (ganz abgesehn von den später hinzukommenden Bestimmungen, Concurrenz, Preissen etc) den Arbeiter nicht nur Tag arbeiten lassen, weil die Tag ihm denselben Mehrwerth verschaffen, wie vorher der ganze Tag, sondern er wird ihn den ganzen Tag arbeiten lassen; und die Vermehrung der Productivkraft die den Arbeiter befähigt mit Arbeitstag den ganzen Tag zu leben, drückt sich nun einfach darin aus, daß er nun Tag ||28| für das Capital arbeiten muß, während er früher nur Tag für es arbeitete. Die vergrösserte Productivkraft seiner Arbeit, so weit sie Abkürzung der Zeit für die Ersetzung der in ihm vergegenständlichten Arbeit (für den Gebrauchswerth, die Subsistenz), erscheint als Verlängerung seiner Arbeitszeit für die Verwerthung des Capitals (für den Tauschwerth). Vom Standpunkt des Arbeiters betrachtet muß er nun eine Surplusarbeit von Tag thun, um einen Tag zu leben, während er früher nur eine Surplusarbeit von Tag thun mußte. Durch die Vermehrung der Productivkraft, die Verdopplung derselben, hat sich seine Surplusarbeit vermehrt um [Tag]. Eins hier zu bemerken: Die Productivkraft hat sich verdoppelt, die Surplusarbeit für den Arbeiter hat sich nicht verdoppelt, sondern ist nur um [Tag] gewachsen; ebenso wenig hat sich der Surpluswerth des Capitals verdoppelt, sondern ist auch nur um [Tag] gewachsen. Es zeigt sich also, daß nicht in demselben numerischen Verhältniß, worin die Productivkraft wächst, die Surplusarbeit (vom Standpunkt des Arbeiters aus) oder der Surpluswerth (vom Standpunkt des Capitals aus) wächst. Woher dieß? Die Verdopplung der Productivkraft ist die Reduction der nothwendigen Arbeit (für den Arbeiter) um [Tag], also auch die Production des Surpluswerths um [Tag grösser], weil das ursprüngliche Verhältniß gesezt war wie . Hätte der Arbeiter ursprünglich Tag arbeiten müssen um einen Tag zu leben, so wäre der Surplus Werth gewesen, ebenso wie die Surplus Arbeit. Die Verdopplung der Productivkraft der Arbeit hätte also den Arbeiter befähigt seine Arbeit für das Nothwendige zu beschränken auf die Hälfte von oder , oder Tag und der Capitalist würde [Tag] Werth gewonnen haben. Die gesammte surplus Arbeit aber würde [Tag] geworden sein. Die Verdopplung der Productivkraft, die im ersten Beispiel in [Tag] surplus Werth und Arbeit resultirte, resultirte jezt in [Tag] surplus Werth oder Arbeit. Der Multiplicator der Productivkraft – die Zahl womit sie multiplicirt wird – ist also nicht der Multiplicator der Surplusarbeit oder des Surpluswerths, sondern war das ursprüngliche Verhältniß der im Arbeitspreiß vergegenständlichten Arbeit der in 1 Arbeitstag, der immer als Grenze erscheint, (die Herrn Fabricanten haben ihn allerdings auch in die Nacht verlängert. Zehnstundenbill. Sieh den Bericht von Leonhard Horner) (Der Arbeitstag selbst hat keine Grenze am natürlichen Tag; er kann tief in die Nacht verlängert werden; dieß gehört in das Capitel vom Arbeitslohn) vergegenständlichten Arbeit, so ist die Verdopplung gleich der Division von (dem ursprünglichen Verhältniß) durch 2 oder . War das ursprüngliche Verhältniß , so ist die Verdopplung gleich der Division von durch 2 = oder . Der Multiplicator der Productivkraft ist also immer nicht der Multiplicator sondern der Divisor des ursprünglichen Verhältnisses, nicht der Multiplicator seines Zählers, sondern seines Nenners. Wäre er das erstere, so entspräche der Multiplication der Productivkraft die Multiplication des Surpluswerths. Aber der Surpluswerth ist immer gleich einer Division des ursprünglichen Verhältnisses durch den Multiplicator der Productivkraft. Wenn das ursprüngliche Verhältniß war, d. h. der Arbeiter Arbeitstag braucht, um zu leben, also das Capital im Austausch gegen die lebendige Arbeit nur gewinnt, die Surplusarbeit gleich , so wird der Arbeiter nun mit der Hälfte von Arbeitstag leben können, i. e. mit = (ob wir den Zähler dividiren oder den Nenner multipliciren dasselbe) und der Capitalist, der nun den ganzen Tag arbeiten läßt, hätte einen ganzen Surpluswerth von Arbeitstag; davon abgezogen den ursprünglichen Surpluswerth von läßt . Die Verdopplung der Productivkraft hier also = Wachsthum des Surpluswerths oder [der] Surpluszeit um . Dieß kommt einfach daher, daß der Surpluswerth immer gleich ist dem Verhältniß des ganzen Arbeitstags zu dem Theil des Arbeitstags, der nöthig um den Arbeiter am Leben zu erhalten. Die Einheit, wonach sich der Surpluswerth berechnet, ist immer ein Bruch, i. e. der bestimmte Theil eines Tags, der exact den Arbeitspreiß repräsentirt. Ist dieser = , so ist die Vermehrung der ||29| Productivkraft = der Reducirung der nothwendigen Arbeit auf ; ist sie = , so Verminderung der nothwendigen Arbeit auf ; also im ersten [Fall] der totale Surpluswerth = ; im 2ten = ; der relative Surpluswerth, d. h. der im Verhältniß zu dem früher vorhandnen im ersten Fall = , im 2ten gleich . Der Werth des Capitals wächst also nicht im selben Verhältniß worin die Productivkraft sich vermehrt, sondern im Verhältniß, worin die Vermehrung der Productivkraft, der Multiplicator der Productivkraft, den Bruchtheil des Arbeitstags, der seinen dem Arbeiter angehörigen Theil ausdrückt, dividirt. Um wie viel die Productivkraft der Arbeit den Werth des Capitals vermehrt, hängt also von dem ursprünglichen Verhältniß ab, worin der Antheil der im Arbeiter vergegenständlichten Arbeit zu seiner lebendigen Arbeit steht. Dieser Antheil drückt sich immer aus als ein Bruchtheil des ganzen Arbeitstags, , , etc. Die Vermehrung der Productivkraft, d. h. ihre Multiplication durch eine gewisse Anzahl ist gleich einer Division des Zählers oder der Multiplication des Nenners dieses Bruchtheils durch dieselbe Anzahl. Wie groß oder klein also die Vermehrung des Werths ist, hängt nicht nur von der Zahl ab, die die Vervielfältigung der Productivkraft ausdrückt, sondern ebensosehr von dem vorher gegebnen Verhältniß das den dem Arbeitspreiß gehörigen Theil des Arbeitstags ausmacht. Ist dieses Verhältniß , so ist die Verdopplung der Productivkraft des Arbeitstages = einer Reduction desselben auf ; ist sie , so Reduction desselben auf . Die vergegenständlichte Arbeit, die im Arbeitspreiß enthalten ist, ist immer gleich einem Bruchtheil des ganzen Tags; immer arithmetisch ausgedrückt ein Bruch; stets ein Zahlenverhältniß, nie eine einfache Zahl. Wenn die Productivkraft sich verdoppelt, mit 2 multiplicirt, so braucht der Arbeiter nur noch der früheren Zeit zu arbeiten, um den Arbeitspreiß herauszuschlagen; aber es hängt von dem ersten gegebnen Verhältniß ab, nämlich von der Zeit, die er vor der Vermehrung der Productivkraft so brauchte, wie viel Arbeitszeit er nun noch zu diesem Behuf braucht. Der Multiplicator der Productivkraft ist der Divisor dieses ursprünglichen Bruchtheils. Der [surplus] Werth oder die Surplusarbeit wächst daher nicht in demselben numerischen Verhältniß wie die Productivkraft. Ist das ursprüngliche Verhältniß und die Productivkraft verdoppelt, so reducirt sich die nothwendige (für den Arbeiter) Arbeitszeit auf und der Surpluswerth wächst nur um . Ist die Productivkraft vervierfacht, so wird das ursprüngliche Verhältniß und der [surplus] Werth wächst nur um . Der [surplus] Werth kann nie gleich dem ganzen Arbeitstag sein; d. h. ein bestimmter Theil des Arbeitstags muß stets gegen die in dem Arbeiter vergegenständlichte Arbeit ausgetauscht werden. Der Mehrwerth ist überhaupt nur Verhältniß der lebendigen Arbeit zu der im Arbeiter vergegenständlichten; das eine Glied des Verhältnisses muß daher immer bleiben. Schon dadurch daß das Verhältniß constant ist als Verhältniß, obgleich seine Factoren wechseln, ist ein bestimmtes Verhältniß zwischen Vermehrung der Productivkraft und Vermehrung des Werths gegeben. Einerseits sehn wir daher, daß der relative Surpluswerth exact gleich ist der relativen Surplusarbeit: war der [nothwendige] Arbeitstag und verdoppelt sich die Productivkraft, so reducirt sich der dem Arbeiter gehörige Antheil, die nothwendige Arbeit auf und der neu hinzukommende Werth ist auch exact ; aber der Total[surplus]werth ist nun . Während der Surpluswerth um gestiegen ist, also im Verhältniß von , ist der Totalsurpluswerth = = .
Nehmen wir nun an sei der nothwendige ursprüngliche Arbeitstag gewesen, und Verdopplung der Productivkraft fände statt, so wird die nothwendige Arbeit reducirt auf und die [vermehrte] Surplusarbeit oder [der vermehrte surplus] Werth exact = = 1 : 8. Dagegen ist der Totalsurpluswerth = . Im ersten Beispiel war der ursprüngliche Totalsurpluswerth = ( ) und stieg nun auf ; im 2ten Fall war der ursprüngliche Totalsurpluswerth und ist nun gestiegen auf ( ). Im ersten Fall ist er gewachsen von oder auf ; im 2ten von oder auf ; im ersten Fall um , im 2ten um ; d. h. im 1ten Fall ist er doppelt so hoch gestiegen, wie im 2ten; ||30| aber im ersten Fall ist der Totalsurpluswerth nur oder , während er im 2ten ist, also mehr.
Gesezt die nothwendige Arbeit , so der totale Surpluswerth = ; der im vorigen Verhältniß = war; also der totale Surpluswerth, der vorausgesezt ist höher um als im vorigen Fall. Gesezt nun die Productivkraft verdopple sich, so die nothwendige Arbeit = ; die früher = ( ) war; also ist die Surpluszeit um gestiegen, also auch der Surpluswerth. Betrachten wir den totalen Surpluswerth, der oder war, so ist er jezt . Verglichen mit dem frühern Verhältniß (wo die nothwendige Arbeit war oder ), ist der Totalsurpluswerth jezt während er früher nur war, also um gewachsen. Aber relativ betrachtet vermehrte er sich im ersten Fall durch die Verdopplung der Production um oder während er sich jezt nur vermehrt hat um also um weniger.
Wäre die nothwendige Arbeit schon reducirt auf , so wäre der Totalsurpluswerth = . Vertausendfachte sich nun die Productivkraft, so fiele die nothwendige Arbeit auf Arbeitstag, und der Totalsurpluswerth betrüge eines Arbeitstags; während er vor dieser Vermehrung der Productivkraft nur oder betrug; er wäre also gewachsen um = (dazu noch ( ); d.h. das Totalsurplus wäre mit der Vertausendfachung der Productivkraft noch nicht um gestiegen, d. h. noch nicht um während es im vorigen Fall durch blose Verdopplung der Productivkraft um stieg. Fällt die nothwendige Arbeit von auf , so fällt sie exact um (denn = ), d. h. um den Surpluswerth.
Resümiren wir dieß, so finden wir:
Erstens: Die Vermehrung der Productivkraft der lebendigen Arbeit vermehrt den Werth des Capitals (oder vermindert den Werth des Arbeiters) nicht dadurch, daß sie das Quantum der mit derselben Arbeit geschaffnen Producte oder Gebrauchswerthe vermehrt, – Productivkraft der Arbeit ist ihre Naturkraft – sondern weil sie die nothwendige Arbeit vermindert, also in demselben Verhältniß, worin sie diese vermindert Surplusarbeit oder was dasselbe ist Surpluswerth schafft; weil der Mehrwerth des Capitals, den es durch den Productionsprozeß erlangt, überhaupt nur in dem Ueberschuß der Surplusarbeit über die nothwendige Arbeit besteht. Die Vermehrung der Productivkraft kann die Surplusarbeit nur vermehren – d. h. den Ueberschuß der im Capital als Product vergegenständlichten Arbeit über die in dem Tauschwerth des Arbeitstags vergegenständlichte Arbeit, so weit sie das Verhältniß der nothwendigen Arbeit zur Surplusarbeit vermindert, und nur in dem Verhältniß, worin sie dieß Verhältniß vermindert. Der Surpluswerth ist exact gleich der Surplusarbeit; die Vermehrung des einen exact gemessen durch die Verminderung der nothwendigen Arbeit.
Zweitens. Der Mehrwerth des Capitals vermehrt sich nicht wie der Multiplicator der Productivkraft, d. h. die Anzahl worin die Productivkraft (als Einheit, als Multiplicand gesezt) sich vermehrt; sondern um das Surplus des Bruchtheils des lebendigen Arbeitstags, der ursprünglich die nothwendige Arbeit darstellt, über diesen selben Bruchtheil dividirt durch den Multiplicator der Productivkraft. Also wenn die nothwendige Arbeit = des lebendigen Arbeitstags und die Productivkraft sich verdoppelt, so wächst der Werth des Capitals nicht um das Doppelte, sondern ||31| um ; welches gleich ist oder (der ursprüngliche Bruchtheil des Arbeitstags, der die nothwendige Arbeit darstellt) – dividirt durch 2, oder = - = . (Der Werth verdoppelt sich kann auch ausgedrückt werden er oder sich. Wäre also im obigen Beispiel die Productivkraft um gewachsen, so der Profit nur um . Sein Wachsen verhielte sich zu dem der Productivkraft = . (That is it!) War der Bruchtheil und wächst die Productivkraft um das Tausendfache, so wächst der Werth des Capitals nicht um das Tausendfache, sondern noch nicht um ; er wächst um - , d. h. um - = .)
Also hängt die absolute Summe, worin das Capital seinen Werth durch eine bestimmte Vermehrung der Productivkraft vermehrt ab von dem gegebnen Bruchtheil des Arbeitstags, von dem aliquoten Theil des Arbeitstags ab, der die nothwendige Arbeit darstellt und der also das ursprüngliche Verhältniß der nothwendigen Arbeit zum lebendigen Arbeitstag ausdrückt. Die Vermehrung der Productivkraft in einem bestimmten Verhältniß kann also den Werth des Capitals in den verschiednen Ländern z. B. verschieden vermehren. Eine allgemeine Vermehrung der Productivkraft im selben Verhältniß kann den Werth des Capitals in den verschiednen Industriezweigen verschieden vermehren, und wird dieß thun je nach dem verschiednen Verhältniß in diesen Zweigen der nothwendigen Arbeit zum lebendigen Arbeitstag. Dieß Verhältniß wäre natürlich in einem System der freien Concurrenz dasselbe in allen Geschäftszweigen, wenn die Arbeit überall einfache Arbeit wäre, also die nothwendige Arbeit dieselbe. (Dieselben Quanten vergegenständlichter Arbeit darstellte.)
Drittens: Je grösser der Surpluswerth des Capitals vor der Vermehrung der Productivkraft, je grösser das Quantum der vorausgesezten Surplusarbeit oder Surpluswerths des Capitals, oder je kleiner bereits der Bruchtheil des Arbeitstags der das Equivalent des Arbeiters bildet, die nothwendige Arbeit ausdrückt, desto geringer ist das Wachsthum des Surpluswerths, das das Capital von der Vermehrung der Productivkraft erhält. Sein Surpluswerth steigt, aber in immer geringrem Verhältniß zur Entwicklung der Productivkraft. Je entwickelter also schon das Capital, je mehr Surplusarbeit es geschaffen hat, um so furchtbarer muß es die Productivkraft entwickeln, um sich nur in geringem Verhältniß verwerthen, d. h. Mehrwerth zuzufügen – weil seine Schranke immer bleibt das Verhältniß zwischen dem Bruchtheil des Tages der die nothwendige Arbeit ausdrückt und dem ganzen Arbeitstag. Innerhalb dieser Grenzen kann es sich allein bewegen. Je kleiner schon der Bruchtheil, der auf die nothwendige Arbeit fällt, je grösser die Surplus- arbeit, desto weniger kann irgend eine Vermehrung der Productivkraft die nothwendige Arbeit sensibly vermindern; da der Nenner enorm gewachsen ist. Die Selbstverwerthung des Capitals wird schwieriger im Maasse wie es schon verwerthet ist. Die Vermehrung der Productivkräfte würde dem Capital gleichgültig; die Verwerthung selbst, weil ihre Proportionen minim geworden sind; und es hätte aufgehört Capital zu sein. Wäre die nothwendige Arbeit und verdreifachte sich die Productivkraft, so würde sie nur fallen [auf] oder die Surplusarbeit wäre nur gewachsen um . Es geschieht dieß aber nicht weil der Arbeitslohn gewachsen oder der Antheil der Arbeit am Product, sondern weil er schon so tief gefallen ist, betrachtet im Verhältniß zum Product der Arbeit oder zum lebendigen Arbeitstag.
❲Die im Arbeiter vergegenständlichte Arbeit zeigt sich hier selbst als Bruchtheil seines eignen lebendigen Arbeitstags; denn das ist dasselbe Verhältniß als worin die vergegenständlichte Arbeit, die er vom Capital als Lohn erhält, zum ganzen Arbeitstag steht.❳
(Alle diese Sätze nur richtig in dieser Abstraction für das Verhältniß auf dem jetzigen Standpunkt. Es werden weitre Beziehungen hineinkommen, die sie bedeutend modificiren. Das Ganze, so weit es sich nicht ganz im Allgemeinen [darstellt,]gehört überhaupt schon in die Lehre vom Profit).
So viel zunächst im Allgemeinen: Die Entwicklung der Productivkraft der Arbeit – erst das Setzen der Surplusarbeit – ist nothwendige Bedingung für das Wachsthum des Werths oder die Verwerthung des Capitals. Als unendlicher Trieb der Bereicherung strebt es also nach unendlicher Vermehrung der Productivkräfte der Arbeit und ruft sie ins Leben. Aber andrerseits jede Vermehrung der Productivkraft der Arbeit – abgesehn davon, daß sie die Gebrauchswerthe für den Capitalisten vermehrt – ist Vermehrung der Productivkraft des Capitals und ist, vom jetzigen Standpunkt aus, nur Productivkraft der Arbeit insofern sie Productivkraft des Capitals ist./
[Absoluter und relativer Mehrwert]
/32/ So viel ist jezt schon klar, kann wenigstens vorweg angedeutet werden: Die Vermehrung der Productivkraft vermehrt an und für sich nicht die Preisse. Z. B. der bushel Weizen. Vergegenständlichte sich ein halber Arbeitstag in einem bushel Weizen, und war dieß der Preiß des Arbeiters, so kann die surplus Arbeit nur 1 Bushel Weizen produciren. 2 Bushel Weizen also der Werth eines Arbeitstags und wenn das in Geld = 26 sh. = 26 sh. Der Bushel = 13 sh. Verdoppelt sich nun die Productivkraft so der Bushel Weizen nur mehr = Arbeitstag; = 6 sh. Der Preiß dieses fractionellen Theils der Waare durch die Productivkraft gefallen. Aber der Gesammtpreiß geblieben; aber nun surplus von Arbeitstag. Jedes Viertel = 1 Bushel Weizen = 6 sh. Also das Gesammtproduct = 26 sh. = 4 bushels. So viel wie früher. Der Werth des Capitals sich vermehrt von 13 auf 18 sh. Der Werth der Arbeit vermindert von 13 auf 6 ; die materielle Production gestiegen von 2 Bushel auf 4. Jezt 18 . Verdoppelte sich auch die Productivkraft im Goldproduciren so daß wenn 13 sh. früher das Product eines halben Arbeitstags und ein halber Arbeitstag die nothwendige Arbeit; jezt von , so producirt 52 sh. oder 52 – 13 oder 39 sh. mehr. 1 Bushel Weizen jezt = 13 sh.; nach wie vor derselbe fractionelle Preiß; aber das Gesammtproduct = 52 sh.; früher nur = 26 sh. Andrerseits kauften aber die 52 sh. jezt 4 bushel, während die 26 früher nur 2 kauften.
Well. D'abord ist klar wenn das Capital bereits die surplus Arbeit so weit gesteigert hat, daß der ganze lebendige Arbeitstag consumirt wird im Productionsprozeß (und wir nehmen hier den Arbeitstag als das natürliche Quantum der Arbeitszeit an, das der Arbeiter zur Disposition stellen kann; er stellt seine Arbeitsfähigkeit immer nur für eine bestimmte Zeit, d. h. bestimmte Arbeitszeit zur Disposition), so kann die Vermehrung der Productivkraft die Arbeitszeit nicht vermehren, also auch nicht die vergegenständlichte Arbeitszeit. Ein Arbeitstag ist vergegenständlicht im Product, whether the necessary time of labour be represented by 6 or 3 hours, by or des Arbeitstags. Der Mehrwerth des Capitals ist gewachsen; d. h. sein Werth im Verhältniß zum Arbeiter – denn wenn er früher nur = ist er jezt = vergegenständlichte Arbeitszeit; aber sein Werth ist gewachsen nicht weil das absolute, sondern das relative Arbeitsquantum gewachsen; d. h. nicht das Totalquantum der Arbeit ist gewachsen; es wird nach wie vor einen Tag gearbeitet; also kein absoluter Zuwachs von surplus Zeit (surplus Arbeitszeit); sondern das Quantum der nothwendigen Arbeit hat sich ver- mindert, und dadurch hat sich die relative Surplusarbeit vermehrt. Der Arbeiter arbeitete in fact früher den ganzen Tag, aber nur Tag Surpluszeit; er arbeitet nach wie vor den ganzen Tag, aber Arbeitstag surplus Zeit. Insofern hat sich also der Preiß (den Gold- und Silberwerth als denselben vorausgesezt) oder der Tauschwerth des Capitals durch die Verdopplung der Productivkraft nicht vermehrt. Dieß betrifft also die Rate des Profits, nicht den Preiß des Products oder den Werth des Capitals, das im Product wieder zur Waare geworden ist. In fact aber vermehren sich auch die absoluten Werthe in dieser Weise, weil sich der Theil des Reichthums vermehrt, der als Capital gesezt – als Selbstverwerthender Werth. (Accumulation der Capitalien.) Nehme an unser früheres Beispiel. Capital sei = 100 Thalern, und zwar zerfalle es im Productionsprocess in folgende Theile: 50 Th. Baumwolle, 40 Th. Arbeitslohn, 10 Th. Instrument. Nimm zugleich an um die Rechnung zu vereinfachen, das ganze Arbeitsinstrument werde aufgezehrt in einem Productionsakt (und dieß hier noch ganz gleichgültig), sein Werth erschiene also ganz in der Form des Products wieder. In diesem Fall setze die Arbeit würde im Austausch gegen die 40 Thaler, die die in ihrem lebendigen Arbeitsvermögen vergegenständlichte Arbeitszeit ausdrücken, sage eine Arbeitszeit von 4 Stunden, geben dem Capital 8 Stunden. Das Instrument und Rohmaterial vorausgesezt, würde das Gesammtproduct betragen 100 Thaler, wenn der Arbeiter nur 4 Stunden arbeitet, d. h. wenn ihm das Rohmaterial und das Instrument gehörte, und er nur 4 Stunden arbeitete. Er würde die 60 Thaler um 40 vermehren, die er verzehren könnte, da er erstens die 60 Th. – das zur Production nöthige Rohmaterial und Instrument ersezt, und ihnen einen Mehrwerth von 40 Thalern hinzugefügt, als Reproduction seines eignen lebendigen Arbeitsvermögens oder der in ihm vergegenständlichten Zeit. Er könnte die Arbeit immer wieder von neuem beginnen, da er im Productionsprocess sowohl den ||33| Werth des Rohmaterials als des Instruments als des Arbeitsvermögens reproducirt hatte, und zwar des leztren dadurch, daß er beständig den Werth der erstren um 4 Stunden vergegenständlichte Arbeit vermehrt. Nun aber erhielte er die 40 Th. Arbeitslohn nur mehr, indem er 8 Stunden arbeitet, also dem Arbeitsmaterial und Instrument, die ihm jezt als Capital gegenüberstehn einen Mehrwerth von 80 Th. gegeben; während der erste Mehrwerth von 40 Th., den er ihnen gab exact nur der Werth seiner Arbeit. Er würde so hinzufügen einen Mehrwerth exact = der Surplusarbeit oder Surpluszeit.
❲Es ist durchaus für den Punkt, wo wir hier stehn noch nicht nöthig anzunehmen, daß mit der Surplusarbeit oder Surpluszeit sich auch das Material und Instrument vermehren muß. Wie die blose Surplusarbeit den Rohstoff vermehrt sieh Babbage z. B. Golddrahtarbeiten etc.❳
Der Werth des Capitals wäre also von 100 Th. auf 140 vermehrt.
❲Nimm noch an, das Rohmaterial verdopple sich und das Arbeitsinstrument wachse (der einfachen Rechnung wegen) [in demselben Verhältniß]. So würden die Auslagen des Capitals jezt betragen 100 Th. Baumwolle, 20 Th. Instrument, also 120 Thaler und für die Arbeit nach wie vor 40 Th.; altogether 160 Th. Vermehrt die surplus Arbeit von 4 Stunden 100 Th. um 40 P. C., so vermehrt sie 160 Th. um 64 Th. Also das Gesammtproduct = 224 Th. Hier ist vorausgesezt daß die Rate des Profits mit der Grösse des Capitals dieselbe bleibt und Arbeitsmaterial und -instrument sind nicht selbst schon betrachtet als Realisirungen von Surplusarbeit, Capitalisirung von Surpluszeit; wie wir gesehn, je grösser die schon gesezte Surpluszeit, d. h. die Grösse des Capitals als solchen, desto mehr vorausgesezt, daß absolute Vermehrung der Arbeitszeit unmöglich und relative durch Vermehrung der Productivkraft in geometrischer Proportion declining.❳
Das Capital nun als einfacher Tauschwerth betrachtet wäre absolut grösser, 140 Th. statt 100; aber in fact wäre nur ein neuer Werth geschaffen, d. h. ein Werth, der nicht blos nöthig ist, um die 60 Th. Vorlagen für das Arbeitsmaterial und Instrument und 40 Th. für die Arbeit zu ersetzen, ein neuer Werth von 40 Th. Um 40 Th. wären die in Circulation befindlichen Werthe vermehrt; um 40 Th. mehr vergegenständlichte Arbeitszeit.
Setze nun dieselbe Voraussetzung. 100 Th. Capital; nämlich 50 für Baumwolle, 40 Th. für Arbeit, 10 für Productionsinstrument; die Surplusarbeitszeit bleibe dieselbe wie im vorigen Fall, nämlich 4 Stunden und die gesammte Arbeitszeit 8 Stunden. So das Product in allen Fällen nur = 8 Stunden Arbeitszeit = 140 Th. Gesezt nun die Productivkraft der Arbeit verdopple sich; d. h. 2 Stunden genügten dem Arbeiter, um Rohstoff und Instrument so weit zu verwerthen als zur Erhaltung seines Arbeitsvermögens nöthig. Waren 40 Th. vergegenständlichte Arbeitszeit in Silber von 4 Stunden, so werden 20 Th. die vergegenständlichte Arbeitszeit von 2 Stunden sein. Diese 20 Th. drücken jezt denselben Gebrauchswerth aus wie früher die 40 Th. Der Tauschwerth des Arbeitsvermögens hat sich vermindert um die Hälfte, weil die Hälfte der ursprünglichen Arbeitszeit denselben Gebrauchswerth schafft, der Tauschwerth des Gebrauchswerths aber rein gemessen ist durch die in ihm vergegenständlichte Arbeitszeit. Der Capitalist läßt aber nach wie vor den Arbeiter 8 Stunden arbeiten, und sein Product repräsentirt also nach wie vor eine Arbeitszeit von 8 Stunden = 80 Th. Arbeitszeit, während der Werth von Rohstoff und Instrument derselbe geblieben, nämlich 60 Th.; altogether wie vorhin 140 Th. (Der Arbeiter selbst hätte nur mehr nöthig gehabt um zu leben den 60 Th. Rohstoff und Instrument einen Werth von 20 Th. hinzuzufügen; er hätte also nur mehr einen Werth von 80 Th. geschaffen. Der Gesammtwerth seines Products würde sich vermindert haben durch die Verdopplung der Production von 100 auf 80, um 20 Th., d. h. um von 100 = 20 %.) Aber die Surpluszeit oder Surplus Werth des Capitals ist jezt 6 Stunden statt 4, oder 60 Th. statt 40. Sein Zuwachs ist 2 Stunden, 20 Thaler. Seine Rechnung würde sich nun so machen: Für Rohmaterial 50, für Arbeit 20, für Instrument 10; Auslagen = 80 Th. Gewinn = 60 Th. Er würde das Product nach wie vor zu 140 Th. verkaufen, aber einen Gewinn von 60 statt früher von 40 Th. ziehn. Nach der einen Seite hin wirft er also nur denselben Tauschwerth in die Circulation wie früher, 140 Th. Der Mehrwerth seines Capitals ist aber um 20 Th. gewachsen. Danach also nur der Antheil, den er an den 140 Th. hat, die Rate seines Profits. Der Arbeiter hat in fact 2 Stunden länger gratis für ihn gearbeitet; nämlich 6 Stunden statt 4 und es ist für ihn dasselbe als wenn er unter dem früheren Verhältniß statt 8 Stunden 10 gearbeitet, seine ab- solute Arbeitszeit vermehrt hätte. Aber es ist in der That auch ein Neuwerth entstanden; nämlich 20 Thaler mehr sind als selbstständiger Werth gesezt, als vergegenständlichte Arbeit, die freigeworden, entbunden ist davon, nur zum Austausch für die frühere Arbeitskraft zu dienen. Dieß kann doppelt sich darstellen. Entweder wird mit den 20 Th. so viel mehr Arbeit in Bewegung gesezt, wie sie Capital werden und vergrösserten Tauschwerth schaffen: mehr vergegenständlichte Arbeit zum Ausgangspunkt des neuen Productionsprocesses machen; oder der Capitalist tauscht die 20 Thaler als Geld aus gegen Waaren ausser denen, die er in seiner Production als industrielles ||34| Capital braucht; sämmtliche Waaren ausser der Arbeit und dem Geld selbst tauschen sich also aus gegen 20 Th. mehr; gegen 2 Stunden vergegenständlichte Arbeitszeit mehr. Ihr Tauschwerth ist also um eben diese freigewordne Summe gestiegen. In fact 140 Th. sind 140 Th., wie der sehr „scharfsinnige“ französische Herausgeber der Physiokraten gegen Boisguillebert bemerkt. Aber es ist falsch, daß diese 140 Th. nur mehr Gebrauchswerth repräsentiren: sie repräsentiren einen grösseren Theil von selbstständigem Tauschwerth, von Geld, von latentem Capital; also als Reichthum geseztem Reichthum. Dieß geben die Oekonomen selbst zu, wenn sie sich später durch die Accumulation der Capitalien nicht nur die Masse der Gebrauchswerthe, sondern auch der Tauschwerthe accumuliren lassen; da das Element der Accumulation der Capitalien nach Ricardo selbst durch die relative Surplusarbeit ganz ebenso vollständig gesezt ist – wie es denn nicht anders möglich ist – als durch die absolute. Anderseits liegt es schon in der von Ricardo selbst am besten entwickelten Aufstellung daß diese überschüssigen 20 Thaler, die rein durch die Vermehrung der Productivkraft geschaffen sind, wieder Capital werden können. Von den 140 Th. konnten früher (den Consum des Capitals einstweilen ausser Acht gelassen) nur 40 neues Capital werden; 100 wurden nicht Capital, sondern blieben Capital; jezt 60, also ist ein um einen Tauschwerth von 20 Th. grösseres Capital vorhanden. Die Tauschwerthe, der Reichthum als solcher hat sich also vermehrt, obgleich nach wie vor die Gesammtsumme desselben nicht unmittelbar gewachsen ist. Warum hat er sich vermehrt? Weil der Theil der Gesammtsumme sich vermehrt hat, der nicht blos Circulationsmittel, sondern Geld, oder der nicht blos Equivalent, sondern für sich seiender Tauschwerth. Entweder würden die 20 freigewordnen Thaler als Geld accumulirt, d. h. in der abstrakten Form des Tauschwerths den vorhandnen Tauschwerthen zugefügt; oder sie alle circuliren, und dann steigen die Preisse der damit gekauften Waaren; sie repräsentiren alle mehr Gold, und da die Productionskost des Goldes nicht gefallen ist (vielmehr gestiegen im Verhältniß zu der mit dem productiver gewordnen Capital producirten Waare), mehr vergegenständlichte Arbeit (dieß führt dazu, daß der Ueberschuß der anfangs auf der Seite des Einen producirenden Capitals erschien nun auf der Seite der andren erscheint, die die theurer gewordnen Waaren produciren); oder die 20 Th. werden direkt von dem ursprünglich circulirenden Capital selbst als Capital vernuzt. So ist ein neues Capital von 20 Th. – Summe sich selbst erhaltenden und verwerthenden Reichthums – gesezt. Das Capital ist um den Tauschwerth von 20 Th. gestiegen. (Die Circulation geht uns eigentlich noch nichts an, da wir es hier mit Capital überhaupt zu thun haben und die Circulation nur vermitteln kann zwischen der Form des Capitals als Geld und seiner Form als Capital; das erste Capital mag das Geld als solches realisiren, d. h. gegen Waaren austauschen, die es mehr verzehrt, als es früher verzehrte; in der Hand des Producenten dieser Waaren wird dieß Geld aber zu Capital. Es wird also zu Capital in der Hand direkt des ersten Capitals oder auf einem Umwege, eines andren Capitals. Das andre Capital ist aber immer wieder Capital als solches; und wir haben es hier mit dem Capital als solchem zu thun, say the capital of the whole society. Die Verschiedenheit etc der Capitalien geht uns noch nicht an.) Diese 20 Th. können überhaupt nur in doppelter Form erscheinen. Als Geld, so daß das Capital selbst wieder in der Bestimmung von noch nicht zu Capital gewordnem Geld – seinem Ausgangspunkt existirt; der abstraktselbstständigen Form des Tauschwerths oder des allgemeinen Reichthums; oder selbst wieder als Capital, als neue Herrschaft vergegenständlichter Arbeit über lebendige. ❲Die Productivkraft hat sich verdoppelt, ist um 100 P. C. gestiegen, der Werth des Capitals ist gestiegen um 50 P. C. in dem angegebnen Beispiel.❳ (Jede Vermehrung der Masse des angewandten Capitals kann die Productivkraft vermehren in nicht nur arithmetischem, sondern geometrischem Verhältniß; während es den Profit eben dann – als Vermehrer der Productivkraft – nur in viel geringrem Verhältniß vermehren kann. Die Wirkung der Vermehrung des Capitals auf die Vermehrung der Productivkraft ist also unendlich höher als die der Vermehrung der Productivkraft auf das Wachsthum des Capitals.) Als allgemeiner Reichthum materialisirt in der Form des Geldes (des Dings, wo er nur abstract ist) oder neuer lebendiger Arbeit. Von den 140 Thalern consumirt der Capitalist sage 20 als Gebrauchswerthe für sich selbst vermittelst des Geldes als Circulationsmittel. So konnte er in der ersten Voraussetzung nur mit einem größren Capital, mit größrem Tauschwerth von 120 Th. (gegen 100) den Prozeß der Selbstverwerthung beginnen. Nach der Verdopplung der Productivkräfte kann er es mit 140 Th. ohne seine Consumtion einzuschränken. Ein größrer Theil der Tauschwerthe befestigt sich als Tauschwerth, statt im Gebrauchswerth zu verschwinden (mag er sich nun so befestigen direkt oder vermittelt durch Production). Größres Capital schaffen heißt größren Tauschwerth schaffen, obgleich der Tauschwerth in seiner unmittelbaren Form als einfacher Tauschwerth nicht durch das Productivitätswachsthum vermehrt worden ist, ist er es in seiner potenzirten Form als Capital. Dieß größre Capital von 140 Th. repräsentirt absolut mehr vergegenständlichte Arbeit als früher das Capital von 120 Th. ||35| Es sezt daher auch wenigstens verhältnißmässig mehr lebendige Arbeit in Bewegung und reproducirt daher auch schließlich größren Einfachen Tauschwerth. Das Capital von 120 Th. zu 40 % producirte ein Product oder einfachen Tauschwerth von 60 Th. zu 40 %; das Capital von 140 Th. einen einfachen Tauschwerth [von] 64 Th. Hier ist dann die Vermehrung des Tauschwerths in der Form des Capitals auch unmittelbar gesezt als Vermehrung des Tauschwerths in seiner einfachen Form. Es ist von der höchsten Wichtigkeit dieß festzuhalten. Es genügt nicht, wie Ricardo zu sagen, der Tauschwerth vermehrt sich nicht; i. e. die abstrakte Form des Reichthums; sondern nur der Tauschwerth als Capital. Er hat dabei blos den ursprünglichen Productionsprocess im Auge. Aber wenn sich die relative surplus Arbeit vermehrt – und daher das Capital sich absolut vermehrt – so vermehrt sich nothwendig innerhalb der Circulation auch der relative alsTauschwerthexistirende Tauschwerth, das Geld als solches, und darum, durch Vermittlung des Productionsprocesses der absolute Tauschwerth. In andren Worten von demselben Quantum Tauschwerth – oder Geld – und in dieser einfachen Form erscheint das Product des Verwerthungsprocesses – (Mehrwerth ist das Product nur in Beziehung zum Capital, dem Werthe, wie er vor dem Productionsprocess existirte; für sich selbst, als selbständige Existenz betrachtet ist er blos quantitativ bestimmter Tauschwerth) – ist ein Theil freigeworden, der nicht als Equivalent für vorhandne Tauschwerthe existirt oder auch für vorhandne Arbeitszeit. Tauscht er sich gegen die vorhandnen aus so giebt er ihnen kein Equivalent, sondern mehr als ein Equivalent, und macht also auf ihrer Seite Theil des Tauschwerths frei. Ruhend kann dieser freigewordne Tauschwerth, um den sich die Gesellschaft bereichert hat, nur Geld sein; dann ist nur die abstrakte Form des Reichthums vermehrt; bewegt – sich nur realisiren in neuer lebendiger Arbeit (sei es daß früher schlafende Arbeit in Bewegung gesezt wird, oder daß neue Arbeiter geschaffen werden (Population beschleunigt wird) oder aber daß neuer Kreis der Tauschwerthe, der in Circulation befindlichen Tauschwerthe erweitert wird, was geschehn kann von Seiten der Production, indem der freigewordne Tauschwerth einen neuen Pro- ductionszweig aufthut, also neues Object des Austauschs, die vergegenständlichte Arbeit in der Form eines neuen Gebrauchswerths; oder daß dasselbe erreicht wird, indem vergegenständlichte Arbeit in einem neuen Lande, durch Erweiterung des Handels in den Kreis der Circulation hereingebracht wird). Diese muß also geschaffen werden.
Die Form, worin sich Ricardo die Sache klar zu machen sucht (und er ist sehr unklar in dieser Beziehung), sagt au fond auch weiter nichts, als daß er gleich ein bestimmtes Verhältniß hereinbringt, statt einfach zu sagen, daß von derselben Summe einfacher Tauschwerthe ein geringrer Theil in der Form des einfachen Tauschwerths (Equivalents) und ein größrer Theil in der Form des Geldes sich sezt (des Geldes als der ursprünglichen, antediluvianischen Form, woraus das Capital immer von neuem entsteht; des Geldes in seiner Bestimmung als Geld, nicht als Münze etc); daß daher der als Tauschwerth für sich, d. h. als Werth gesezte Theil sich vergrössert, der Reichthum in seiner Form als Reichthum (während er grade auf den falschen Schluß kömmt, daß er nur in der Form des materiellen, stofflichen Reichthums als Gebrauchswerth sich vergrössert). Die Entstehung des Reichthums als solchen, so weit er nicht aus der Rente, d. h. nach ihm nicht aus der Vermehrung der Productivkraft, sondern umgekehrt aus der Verminderung derselben hervorgeht, ist ihm daher völlig unbegreiflich und er verwickelt sich in die tollsten Widersprüche. Nehmen wir einmal die Sache in seiner Form. Capital 1000 sezte 50 Arbeiter in Bewegung; oder 50 lebendige Arbeitstage; durch Verdopplung der Productivkraft könnte es in Bewegung setzen 100 Arbeitstage. Diese aber existiren nicht in der Voraussetzung und werden willkührlich hereingebracht, weil er sonst – wenn nicht mehr wirkli- che Arbeitstage hereinkommen – die Vermehrung des Tauschwerths durch die vergrösserte Productivität nicht begreift. Andrerseits ist das Wachsthum der Population als ein Element der Vergrösserung der Tauschwerthe nirgends bei ihm entwickelt; selbst nirgends klar und bestimmt ausgesprochen. Die gegebne Voraussetzung sei Capital 1000 und Arbeiter 50. Die richtige Consequenz, die er auch zieht (siehe das Heft): 500 Capital mit 25 Arbeitern kann denselben Gebrauchswerth produciren wie früher; die andren 500 mit den andren 25 Arbeitern stiften ein neues Geschäft und produciren auch Tauschwerth von 500. Der Profit bleibt derselbe, da er nicht durch den Austausch der 500 gegen die 500, sondern die Raten, worin Profit und Arbeitslohn sich ursprünglich in die 500 theilen, herauskömmt, und der Austausch vielmehr der von Equivalenten ist, der ebensowenig wie im aus- wärtigen Handel, woran Ricardo dieß ausdrücklich entwickelt, den Werth vermehren kann. Da der Austausch von Equivalenten eben nichts heißt als daß der Werth der in der Hand von A existirte vor dem Austausch mit B noch in seiner Hand existirt nach dem Austausch mit B. Der Gesammtwerth oder Reichthum ist derselbe geblieben. Der Gebrauchswerth aber oder der Stoff des Reichthums hat sich verdoppelt. Es ist nun absolut kein Grund vorhanden, warum überhaupt der Reichthum als Reichthum, der Tauschwerth als solcher wachsen soll – sofern die Vermehrung der Productivkräfte betrachtet wird. Wenn sich die Productivkräfte wieder in beiden ||36| Zweigen verdoppeln, so können nun wieder Capital a in 250 mit 12 Arbeitstagen und 250 mit 12 Arbeitstagen, ebenso Capital b auseinandergehn. Es existiren nun 4 Capitale, mit demselben Tauschwerth von 1000 1. St., consumiren nach wie vor zusammen 50 lebendige Arbeitstage ❲Es ist au fond falsch zu sagen, daß die lebendige Arbeit das Capital consumirt, das Capital (die vergegenständlichte Arbeit) consumirt die lebendige im Productionsprocess.❳ und produciren einen 4fachen Gebrauchswerth [wie] vor der Verdopplung d[es]Consumtionswerth[es]. Ricardo ist zu klassisch Albernheiten zu begehn, wie seine Verbesserer, die den größren Werth, in Folge der Vermehrung der Productivkräfte dadurch entstehn lassen, daß in der Circulation der eine theurer verkauft. Statt das Capital von 500, sobald es Waare, einfacher Tauschwerth geworden ist, gegen 500 auszutauschen tauscht er es gegen 550 aus (zu 10 %) aber dann erhält der andre offenbar im Tauschwerth nur 450 statt 500 und die Gesammtsumme bleibt nach wie vor 1000. Dieß geschieht oft genug im Handel, erklärt aber nur den Profit des einen Capitals durch den Verlust des andren Capitals, also nicht den Profit des Capitals, und ohne diese Voraussetzung existirt weder Profit auf der einen noch auf der andren Seite. Ricardo's Process kann also fortgehn, ohne daß eine andre Grenze existirte als die Vermehrung der Productivkraft (und diese ist wieder stofflich, zunächst ausserhalb des ökonomischen Verhältnisses selbst liegend) die mit einem Capital von Tausend und 50 Arbeitern stattfinden kann. Sieh folgende Stelle: „Capital ist der Theil des Reichthums eines Landes, der is employed with a view to future production, and may be increased in the same manner as wealth. (Nämlich wealth bei ihm der Ueberfluß an Gebrauchswerthen, und vom Standpunkt des einfachen Austauschs aus betrachtet, kann dieselbe vergegenständlichte Arbeit sich in unbegrenzten Gebrauchswerthen ausdrücken und bleibt stets derselbe Tauschwerth, so lange sie dasselbe Quantum vergegenständlichte Arbeit bleibt, denn ihr Equivalent ist gemessen nicht durch die Masse der Gebrauchswerthe, worin sie existirt, sondern durch ihr eignes Quantum.) An additional capital will be equally efficacious in the formation of future wealth, whether it be obtained from improvements of skill or machinery, or from using more revenue productively; for wealth (Gebrauchswerth) always depends on the quantity of commodities produced (auch etwas auf ihre variety, it seems), without regard to the facility with which the instruments employed in production may have been produced (d. h. die in ihnen vergegenständlichte Arbeitszeit). A certain quantity of clothes and provisions will maintain and employ the same number of men; but they will be of twice the value (Tauschwerth) if 200 have been employed on their production.“ Wenn vermittelst der Vermehrung der Productivkraft 100 so viel produciren an Gebrauchswerthen wie früher 200, so: „wird von den 200 die Hälfte entlassen, so produciren die restirenden 100 so viel wie früher die 200. Eine Hälfte des Capitals kann also aus dem Geschäftszweig entzogen werden; es ist ebensoviel Capital freigeworden wie Arbeit. Und da die eine Hälfte des Capitals ganz denselben Dienst thut wie früher das ganze, so sind nun 2 Capitalien gebildet etc.“ (cf. 39, 40 ibid. über den internationalen Handel, wozu wir zurückkommen müssen). Ricardo spricht hier nicht vom Arbeitstag; daß der Capitalist, wenn er früher einen halben vergegenständlichten Arbeitstag austauschte gegen den ganzen lebendigen Arbeitstag des Arbeiters, also au fond nur einen halben lebendigen Arbeitstag gewann, indem er die andre Hälfte in der Form der Gegenständlichkeit dem Arbeiter giebt und in der Form der Lebendigkeit von ihm erhält, d. h. eine Hälfte des Arbeitstags dem Arbeiter bezahlt, sondern in der Form gleichzeitiger Arbeitstage, d. h. also verschiedner Arbeiter; dieß ändert nichts an der Sache, sondern nur am Ausdruck. Jeder dieser Arbeitstage liefert so viel mehr surplus Zeit. Wenn der Capitalist als Grenze früher den Arbeitstag hatte, hat er jezt 50 Arbeitstage etc. Wie gesagt, in dieser Form ist mit der Vermehrung der Capitalien durch die Productivität keine Vermehrung der Tauschwerthe gesezt und nach Ricardo könnte die Bevölkerung daher auch gesezt von 10000000 auf 10000 herabsinken, ohne daß der Tauschwerth oder die Quantität der Gebrauchswerthe sich verminderte (siehe Schluß seines Buchs). Daß Widersprüche im Capital enthalten sind, sind wir die lezten zu läugnen. Unser Zweck ist vielmehr sie völlig zu entwickeln. Ricardo aber entwickelt sie nicht, sondern shifts them off by considering the value in exchange as indifferent for the formation of wealth. That is to say, he contends that in a society based upon the value of exchange, and wealth resulting from such value, the contradictions which this from of wealth is driven to with the development of productive powers etc do not exist, and that a progress of value is not necessary in such a society to secure the progress of wealth, ||37| consequently that value as the form of wealth does not at all affect that wealth itself and its development, d. h. er betrachtet den Tauschwerth als blos formell. Nun fällt ihm aber doch wieder ein 1) daß es den Capitalisten um value zu thun ist, 2) daß historisch mit dem Progress der Productivkräfte (ebenso des internationalen Handels hätte er denken sollen) der Reichthum als solcher, i. e. die Werthsumme wächst. Wie dieß nun erklären? Die Capitalien accumuliren sich schneller als die Bevölkerung; damit steigt das Salair; damit die Population; damit die Kornpreisse; damit die Schwierigkeit der Production und damit die Tauschwerthe. Bei diesen wird also endlich auf Umweg angelangt. Das Moment mit der Rente wollen wir hier noch, wo es sich nicht um größre Schwierigkeit der Production, sondern umgekehrt um Wachsthum der Productivkräfte handelt, ganz weglassen. Mit der Accumulation der Capitalien steigt das Salair, wenn die Population nicht gleichzeitig wächst; der Arbeiter heirathet, Sporn wird der Production [der Kinder] gegeben oder seine Kinder leben besser, sterben nicht vorzeitig etc. Kurz die Population wächst. Ihr Wachsthum aber bringt Concurrenz unter den Arbeitern hervor, und zwingt so den Arbeiter sein Arbeitsvermögen wieder zu seinem Werthe dem Capitalist zu verkaufen oder momentan auch noch darunter. Jezt nun verfügt das accumulirte Capital, das unterdeß langsamer herangewachsen ist, über das surplus das es früher in der Form des Salairs, also als Münze ausgab, um den Gebrauchswerth der Arbeit zu kaufen, wieder als Geld, um es als Capital in der lebendigen Arbeit zu verwerthen und da es jezt auch über größre Menge Arbeitstage verfügt, wächst sein Tauschwerth wieder. (Selbst das nicht recht bei Ricardo entwickelt, sondern mit der Rententheorie durcheinander; da das Wachsthum der Bevölkerung das Surplus, das früher in der Form des Salairs dem Capital abhanden kam, ihm nun in der Form der Rente entzieht.) Aber selbst das Wachsen der Population ist nicht recht in seiner Theorie begreiflich. Er hat nirgends entwickelt, daß ein immanentes Verhältniß statt findet zwischen dem Ganzen der im Capital vergegenständlichten Arbeit und dem lebendigen Arbeitstag (ob dieser als ein Arbeitstag von 50 × 12 Stunden, oder als 12stündliche Arbeit von 50 Arbeitern vorgestellt wird, ist für das Verhältniß dasselbe) und daß dieses immanente Verhältniß eben das Verhältniß des Bruchtheils des lebendigen Arbeitstags, oder des Equivalents für die vergegenständlichte Arbeit, womit der Arbeiter bezahlt wird, zu dem lebendigen Arbeitstag ist; wo das Ganze der Tag selbst und das immanente Verhältniß das variable Verhältniß (der Tag selbst ist constante Grösse) zwischen dem Bruchtheil der nothwendigen Arbeitsstunden und der surplus Arbeits- stunden. Er hat auch nicht, eben weil er dieß Verhältniß nicht entwickelt hat, nicht entwickelt (was uns bisher noch nichts anging, da es sich uns um das Capital als solches handelte und die Entwicklung der Productivkräfte als äusseres Verhältniß hereingenommen), daß die Entwicklung der Productivkraft selbst sowohl die Vermehrung des Capitals als der gleichzeitigen Arbeitstage voraussezt, innerhalb der gegebnen Schranke des Capitals aber das einen Arbeitstag (sei es auch einen von 50 × 12 Stunden, 600 Stunden) in Bewegung sezt, selbst die Schranke für die Entwicklung seiner Productivkraft ist.
Das Salair schließt nicht nur den Arbeiter ein, sondern auch seine Reproduction; so daß wenn dieß Exemplar der Arbeiterklasse stirbt, ein andres dasselbe remplacirt; wenn die 50 Arbeiter todt sind 50 neue da sind sie zu ersetzen. Die 50 Arbeiter selbst – als lebendige Arbeitsvermögen – stellen nicht nur die Kosten ihrer eignen Production dar, sondern die Kosten die ihren Eltern über ihr Salair als Individuen gezahlt werden mußten, um sich in 50 neuen Individuen zu remplaciren. Also die Bevölkerung geht voran auch ohne Erhöhung des Salairs. Warum geht sie nun nicht rasch genug voran? und muß besondren Stimulus erhalten? Doch nur, weil dem Capital nicht damit gedient ist blos mehr „wealth“ im Ricardoschen Sinn zu erhalten, sondern weil es mehr value, mehr vergegenständlichte Arbeit commandiren will. Diese kann es aber in der That nach ihm nur dann commandiren, wenn der Arbeitslohn fällt; d. h. mehr lebendige Arbeitstage für dasselbe Capital mit vergegenständlichter Arbeit ausgetauscht und daher grössere value geschaffen wird. Um den Arbeitslohn fallen zu machen, sezt er Vermehrung der Population voraus. Und um Vermehrung der Population hier zu beweisen, sezt er voraus daß die Nachfrage nach Arbeitstagen zunimmt, in andren Worten, daß das Capital mehr vergegenständlichte Arbeit (im Arbeitsvermögen vergegenständlichte) kaufen kann, daß also seine value gewachsen ist. Er ging aber ursprünglich grade von der entgegengesetzten Voraussetzung aus und machte den Umweg nur, weil er von ihr ausging. Wenn 1000 £ 500 Arbeitstage kaufen konnte und die Productivkraft wächst, so kann es entweder fortfahren im selben Arbeitszweig die 500 anzuwenden, oder sich spalten, und im einen Arbeitszweig 250, im andren 250 anwenden, so daß sich auch das Capital in 2 Capitalien von 500 spaltet. Aber es kann nie mehr als 500 Arbeitstage commandiren, da sonst nach Ricardo nicht nur die von ihm producirten Gebrauchswerthe, sondern ihr Tauschwerth sich vervielfältigt haben müßte, die vergegenständlichte Arbeitszeit, worüber es commandirt. Es kann also von seiner Voraussetzung aus keine größre Nachfrage nach Arbeit stattfinden. Findet sie aber ||38| statt, so ist der Tauschwerth des Capitals gewachsen. Vgl. Malthus on value, der die Widersprüche fühlt, nun aber in die Plumpe fällt, wo er selbst entwickeln will.
Wir sprachen immer nur von den 2 Elementen des Capitals, den 2 Theilen des Lebendigen Arbeitstags, von denen der eine das Salair, der andre den Profit, der eine die nothwendige Arbeit, der andre die surplus Arbeit darstellt. Wo bleiben dann die 2 andren Theile des Capitals, die im Arbeitsmaterial und Arbeitsinstrument realisirt sind? Was den einfachen Productionsprocess angeht, so unterstellt die Arbeit das Dasein von Instrument das die Arbeit erleichtert, und Material, in dem sie sich darstellt, das sie formt. Diese Form giebt ihm den Gebrauchswerth. Im Austausch wird dieser Gebrauchswerth so weit Tauschwerth als er vergegenständlichte Arbeit enthält. Aber als Bestandtheile des Capitals sind sie Werthe, die die Arbeit ersetzen muß? Also im obigen Beispiel (und solche Einwände massenhaft gegen Ricardo gemacht: er betrachte blos Profit und Salair als Bestandtheile der Productionskosten, nicht die Maschine und das Material) scheint es, daß wenn das Capital 100, zerfallend [in] 50 für Baumwolle, 40 für Arbeitslohn, 10 für Instrument, und der Arbeitslohn von 40 Th. = 4 Stunden vergegenständlichte Arbeit, nun das Capital 8 Stunden arbeiten läßt, der Arbeiter, der reproduciren müßte 40 Th. für Salair, 40 Th. Surpluszeit (Profit), 10 Th. Instrument, 50 Th. Baumwolle = 140 Th., nur reproducirt 80 Th. Denn 40 Th. sind das Product eines halben Arbeitstags, 40 die andre Surplushälfte. Aber 60 Th. ist der Werth der beiden andern Bestandtheile des Capitals. Da das wirkliche Product des Arbeiters 80 Th., so kann er nur 80 reproduciren, nicht 140. Er hätte vielmehr den Werth der 60 vermindert; da von den 80 40 Ersatz für seinen Arbeitslohn; und die übrigen 40 Surplusarbeit [um] 20 kleiner sind als 60. Statt eines Profits von 40 hätte der Capitalist Verlust von 20 auf seinen ursprünglichen Theil des Capitals, der aus Instrument und Material besteht. Wie soll der Arbeiter ausser den 80 noch 60 Thaler Werth schaffen, da eine Hälfte seines Arbeitstags, wie sein Lohn zeigt, nur 40 Th. schafft mit Instrument und Material; die andre Hälfte nur dasselbe; und er nur über den Einen Arbeitstag verfügt, und in einem Arbeitstag nicht 2 arbeiten kann. Setze die 50 Th. Material = x Pfund Baumwollgarn; die 10 Th. Instrument = Spindel. Was nun den Gebrauchswerth zunächst angeht, so ist klar, daß der Arbeiter, wenn die Baumwolle nicht schon die Form des Garns und Holz und Eisen die der Spindel hätte, er kein Gewebe, keinen höheren Gebrauchswerth produciren könnte. Für ihn selbst im Productionsprocess sind die 50 Th. und die 10 Th. nichts als Garn und Spindel, keine Tauschwerthe. Seine Arbeit hat diesen einen höhern Gebrauchswerth gegeben und ihnen ein Quantum vergegenständlichter Arbeit von 80 Th. zugefügt, nämlich 40 Th., worin er seinen Arbeitslohn reproducirt, 40 surplus Zeit. Der Gebrauchswerth – das Gewebe – enthält einen Arbeitstag mehr, wovon aber die eine Hälfte nur den Theil des Capitals ersezt, wogegen die Disposition über das Arbeitsvermögen ausgetauscht ist. Die vergegenständlichte Arbeitszeit, die in Garn und Spindel enthalten ist, und den Theil des Werths des Products bildet, hat der Arbeiter nicht geschaffen; für ihn waren und blieben sie Material, dem er eine andre Form gab und neue Arbeit einverleibte. Die einzige Bedingung ist, daß er sie nicht wasted hat, und das hat er nicht gethan, soweit sein Product Gebrauchswerth und höhern Gebrauchswerth wie früher hatte. Es enthält jezt 2 Theile vergegenständlichter Arbeit – seinen Arbeitstag und die in seinem Material, Garn und Spindel schon unabhängig von ihm und vor seiner Arbeit enthaltne. Die früher vergegenständlichte Arbeit war die Bedingung seiner Arbeit; sie machte sie erst zur Arbeit, kostet ihm keine. Unterstelle sie seien nicht schon als Bestandtheile des Capitals vorausgesezt, als Werthe, und hätten ihm nichts gekostet. So wäre der Werth des Products, wenn er einen ganzen Tag gearbeitet 80, wenn einen halben 40 Th. Er wäre eben = einem vergegenständlichten Arbeitstag. Sie kosten ihm in der That in der Production nichts. Das hebt aber die in ihnen vergegenständlichte Arbeitszeit nicht auf, die bleibt und nur andre Form erhält. Hätte der Arbeiter ausser dem Gewebe auch noch das Garn und die Spindel im selben Arbeitstag schaffen müssen, so war der Process in fact unmöglich. Daß sie also weder als Gebrauchswerthe in ihrer ursprünglichen Form noch als Tauschwerthe seine Arbeit erfordern, sondern vorhanden sind, macht eben daß der Zusatz eines Arbeitstags von ihm ein Product von höherm Werth als einem Arbeitstag schafft. Er schafft dieß aber, sofern er dieses Mehr über den Arbeitstag nicht zu schaffen hat, sondern als Material, als Voraussetzung vorfindet. Es kann also nur insofern gesagt werden, daß er diese Werthe reproducirt, als sie ohne die Arbeit verfaulen würden, nutzlos wären; aber ebenso wäre die Arbeit ohne sie nutzlos. Soweit der Arbeiter diese Werthe reproducirt, geschieht es nicht dadurch, daß er ihnen höhern Tauschwerth giebt, oder in irgend einen Prozeß mit ihrem Tauschwerth tritt, sondern sie überhaupt dem einfachen Process der Production unterwirft, überhaupt arbeitet. ||39| Aber es kostet ihm keine höhere Arbeitszeit neben der die er zu ihrer Verarbeitung und höhern Verwerthung braucht. Es ist eine Bedingung worin ihn das Capital gestellt hat zu arbeiten. Er reproducirt sie nur dadurch daß er ihnen einen höhern Werth giebt und dieses höhern Werth geben ist = seinem Arbeitstag. Sonst läßt er sie, wie sie sind. Daß ihr alter Werth erhalten bleibt geschieht dadurch daß ihnen ein neuer zugefügt, nicht daß der alte selbst reproducirt wird, geschaffen wird. So weit sie Product frührer Arbeit sind bleibt ein Product frührer Arbeit, eine Summe früher vergegenständlichter Arbeit ein Element seines Products, enthält das Product ausser seinem Neuwerth auch noch den alten. Er producirt also in der That an diesem Product nur den Arbeitstag, den er ihm zufügt und die Erhaltung des alten Werths kostet ihm absolut nichts, ausser was es ihm kostet den neuen zuzufügen. Für ihn ist er nur Material und bleibt solches, wie es auch die Form ändert; also un- abhängig von seiner Arbeit Vorhandnes. Daß dieses Material, das bleibt, da es nur andre Form erhält, selbst schon Arbeitszeit enthält, ist Sache des Capitals, nicht seine; ist ebenfalls unabhängig von seiner Arbeit und besteht fort nach derselben, wie es vor derselben bestand. Diese s. g. Reproduction kostet ihm keine Arbeitszeit, sondern ist die Bedingung seiner Arbeitszeit, da sie nichts ist denn den vorhandnen Stoff als Material seiner Arbeit setzen, sich zu ihm als Material verhalten. Er ersezt also durch den Akt des Arbeitens selbst, nicht durch die Hinzufügung besondrer Arbeitszeit zu diesem Behufe, die alte Arbeitszeit. Er ersezt sie einfach durch Zufügen neuer, wodurch die alte im Product erhalten bleibt und Element eines neuen Products wird. Der Arbeiter ersezt also nicht mit seinem Arbeitstag den Rohstoff und das Instrument, so weit sie Werthe sind. Diese Erhaltung des alten Werths erhält der Capitalist also eben so gratis, als die surplus Arbeit. Aber er erhält sie gratis, [nicht] weil sie dem Arbeiter nichts kostet, sondern das Resultat davon ist, daß das Material und Arbeitsinstrument in seiner Hand sich schon der Voraussetzung nach sich befindet, und der Arbeiter daher nicht arbeiten kann, ohne die in gegenständlicher Form schon in der Hand des Capitals vorhandne Arbeit zum Material seiner Arbeit zu machen und daher auch die in diesem Material vergegenständlichte Arbeit zu conserviren. Der Capitalist zahlt also dem Arbeiter nichts dafür daß das Garn und die Spindel – ihr Werth – sich dem Werth nach im Gewebe wiederfindet, also erhalten hat. Dieß Erhalten geschieht einfach durch das Zusetzen neuer Arbeit, die höhern Werth zusezt. Aus dem ursprünglichen Verhältniß zwischen Capital und Arbeit geht also hervor, daß derselbe Dienst, den die lebendige Arbeit durch ihre Beziehung als lebendige Arbeit der vergegenständlichten erweist – dem Capital nichts kostet, wie er auch dem Arbeiter nichts kostet, sondern nur die Beziehung ausdrückt, daß das Material und Instrument der Arbeit ihm gegenüber Capital sind, von ihm unabhängige Voraussetzungen. Die Erhaltung des alten Werths ist kein von der Zufügung des neuen getrennter Akt, sondern macht sich von selbst; erscheint als natürliches Resultat desselben. Daß aber diese Erhaltung dem Capital nichts kostet und dem Arbeiter auch nichts kostet, ist schon gesezt in dem Verhältniß von Capital und Arbeit, das an sich schon der Profit des einen und das Salair des andren ist.
Der einzelne Capitalist kann sich einbilden (und für seine Rechnung thut es denselben Dienst) daß wenn er ein Capital von 100 Th. besizt, 50 Th. Baumwolle, 40 Th. Lebensmittel um Arbeit zu erhalten, 10 Th. Instrument und einen Profit von 10 P. C. mit zu seinen Productionskosten rechnet, daß die Arbeit ihm ersetzen muß 50 Th. auf Baumwolle, 40 Th. Lebensmittel, 10 Th. Instrument, und 10 P. C. auf 50, auf 40, und auf 10; so daß in seiner Vorstellung ihm die Arbeit schafft 55 Th. Rohstoff, 44 Th. Lebensmittel, 11 Th. Instrument, together: = 110. Aber für Oekonomen ist dieß eine merkwürdige Vorstellung, obgleich mit grosser Prätention geltend gemacht als eine Neuerung gegen Ricardo. Wenn der Arbeitstag des Arbeiters = 10 Stunden, und er in 8 Stunden 40 Th. schaffen kann, d. h. sein Salair schaffen oder was dasselbe ist sein Arbeitsvermögen erhalten und ersetzen kann, so braucht er Tag um dem Capital das Salair zu ersetzen, und giebt ihm surplus Arbeit oder 10 Th. Das Capital erhält also im Austausch für die 40 Thaler Salair, für 8 Stunden vergegenständlichter Arbeit 10 lebendige und dieser Ueberschuß constituirt seinen ganzen Profit. Die ganze vergegenständlichte Arbeit, die der Arbeiter also geschaffen hat ist 50 Th. und was immer die Kosten des Instruments und des Rohstoffs sein mögen, mehr kann er ihnen nicht zufügen, denn in mehr Arbeit kann sich sein Tag nicht vergegenständlichen; daß nun dadurch daß er den 60 Th. Rohstoff und Instrument die 50 Th. zugefügt – 10 Stunden Arbeit (wovon 8 nur Ersatz des Salairs) – er zugleich das Material und Instrument erhalten – sie werden eben dadurch erhalten, daß sie mit der lebendigen Arbeit wieder in Contact kommen und als Instrument und Material benuzt werden – das kostet ihm keine Arbeit (er hätte auch keine überflüssige Zeit für sie), noch wird es ihm vom Capitalist gezahlt. Diese belebende Naturkraft der Arbeit – daß indem sie Material und Instrument benuzt, sie dieselben erhält, in dieser oder jener Form, also auch die in ihnen vergegenständlichte Arbeit, ihren Tauschwerth – wird, wie jede Natur- oder gesellschaftliche Kraft der Arbeit, die nicht das Product frührer Arbeit, oder nicht das Product solcher frühren Arbeit, die wiederholt werden muß (z. B. die geschichtliche Entwicklung des Arbeiters etc), Kraft des Kapitals, nicht der Arbeit. Also auch nicht vom Capital gezahlt. Sowenig wie dem Arbeiter bezahlt wird, daß er denken kann etc.|
|40| Wir haben gesehn, wie ursprünglich der gegen die Circulation verselbstständigte Werth – d. h. die Waare, für die die Bestimmung des Tauschwerths nicht blos formelle, verschwindende Bestimmung, um sich gegen andren Gebrauchswerth auszutauschen, und schließlich als Object der Consumtion zu verschwinden, – das Geld als Geld, das der Circulation entzogne und sich ihr gegenüber negativ behauptende Geld die Voraussetzung ist, aus der das Capital wird. Andrerseits das Product des Capitals, soweit es nicht seine eigne blose Reproduction ist (diese Reproduction aber ist nur formell; da von den 3 Theilen seiner Werthe nur einer wirklich consumirt, also reproducirt wird, der den Arbeitslohn ersetzende; der Profit aber ist nicht Reproduction sondern Zusatz von Werth, surplus Werth) hat zum Resultat wieder den Werth, der nicht mehr als Equivalent in die Circulation eingeht, und andrerseits noch nicht wieder zu Capital potenzirt ist, also negativ gegen die Circulation verselbstständigter Werth – Geld (in seiner 3t, adaequaten Form). Wie das Geld erst als Voraussetzung des Capitals erschien, als Ursache desselben, so erscheint es jezt als seine Wirkung. In der ersten Bewegung ging das Geld aus der einfachen Circulation hervor; in der zweiten geht [es] aus dem Productionsprozeß des Capitals hervor. In der ersten geht es über in Capital; in der zweiten erscheint es als eine vom Capital selbst gesezte Voraussetzung des Capitals; und ist daher schon an sich als Capital gesezt; hat schon die ideelle Beziehung auf das Capital in sich. Es geht nicht mehr einfach in das Capital über, sondern als Geld ist schon an ihm gesezt, daß es in Capital verwandelt werden kann.
Die Vermehrung der Werthe ist also das Resultat der Selbstverwerthung des Capitals; ob diese Selbstverwerthung nun das Resultat absoluter Sur- pluszeit oder relativer, d. h. einer wirklichen Vermehrung der absoluten Arbeitszeit oder einer Vermehrung der relativen Surplusarbeit, d. h. Verminderung des aliquoten Theils des Arbeitstags, der als nothwendige Arbeitszeit für Erhaltung des Arbeitsvermögens bestimmt ist; als nothwendige Arbeit überhaupt.
Die lebendige Arbeitszeit reproducirt nichts als den Theil der vergegenständlichten Arbeitszeit (des Capitals), der als Equivalent für die Disposition über das lebendige Arbeitsvermögen erscheint und der daher, als Equivalent, die in diesem Arbeitsvermögen vergegenständlichte Arbeitszeit ersetzen muß, d. h. die Productionskosten der lebendigen Arbeitsvermögen ersetzen, in andren Worten den Arbeiter als Arbeiter am Leben erhalten muß. Was sie mehr producirt, ist nicht Reproduction, sondern neue Schöpfung, und zwar neue Werthschöpfung, weil Vergegenständlichung neuer Arbeitszeit in einem Gebrauchswerth. Daß zugleich erhalten wird die im Rohstoff und Instrument enthaltne Arbeitszeit ist Resultat nicht der Quantität der Arbeit, sondern ihrer Qualität als Arbeit überhaupt; und ihre allgemeine Qualität, die keine besondre Qualification derselben ist, – nicht spezifisch bestimmte Arbeit – sondern daß die Arbeit als Arbeit Arbeit ist, wird nicht besonders bezahlt, da das Capital diese Qualität im Austausch mit dem Arbeiter gekauft hat. Das Equivalent aber für diese Qualität (den spezifischen Gebrauchswerth der Arbeit) gemessen ist einfach durch das Quantum Arbeitszeit, das sie producirt hat. Der Arbeiter fügt zunächst dem Werth des Rohstoffs und Instruments, durch die Anwendung des Instruments als Instruments und die Formirung des Rohstoffs so viel neue Form zu, als = ist der in seinem eignen Salair enthaltnen Arbeitszeit; was er mehr hinzufügt ist Surplusarbeitszeit, Surpluswerth. Aber durch das einfache Verhältniß, daß das Instrument als Instrument benuzt wird und das Rohmaterial als Rohmaterial der Arbeit gesezt wird, durch den einfachen Process, daß sie in Contact mit der Arbeit kommen, als ihr Mittel und Gegenstand gesezt und so als Vergegenständlichung der lebendigen Arbeit, Momente der Arbeit selbst gesezt sind, werden sie erhalten nicht der Form, aber der Substanz nach und ökonomisch betrachtet, ist vergegenständlichte Arbeitszeit ihre Substanz. Die vergegenständlichte Arbeitszeit hört auf in einseitiger gegenständlicher Form zu existiren – und daher der Auflösung durch den chemischen etc Prozeß als bloses Ding preißgegeben zu sein, [dadurch] daß sie als materielle Daseinsweise – Mittel und Object – der lebendigen Arbeit gesezt wird. Aus blos vergegenständlichter Arbeitszeit, in deren dinglichem Dasein die Arbeit nur noch als verschwunden, als äusser- liche Form ihrer natürlichen Substanz besteht, die dieser Substanz selbst äusserlich ist (z. B. dem Holz die Form des Tisches, oder dem Eisen die Form der Walze), als blos existirend in der äusseren Form des Stofflichen, entwickelt sich die Gleichgültigkeit des Stoffs gegen die Form; sie erhält sie durch kein lebendiges immanentes Gesetz der Reproduction, wie der Baum z. B. seine Form als Baum erhält (das Holz erhält sich als Baum in bestimmter Form, weil diese Form eine Form des Holzes ist; während die Form als Tisch dem Holz zufällig ist, nicht die immanente Form seiner Substanz), sie existirt nur als dem Stofflichen äussere Form, oder sie existirt selbst nur Stofflich. Die Auflösung, der ihr Stoff daher ausgesezt ist, löst sie ebenso auf. Aber als Bedingungen der lebendigen Arbeit gesezt, werden sie selbst wieder beseelt. Die vergegenständlichte Arbeit hört auf todt an dem Stoff als äussere, gleichgültige Form zu existiren, da sie selbst wieder als Moment der lebendigen Arbeit gesezt ist; als Beziehung der lebendigen Arbeit auf sich selbst in einem gegenständlichen Material, als Gegenständlichkeit lebendiger Arbeit (als Mittel und Objekt) (die gegenständlichen Bedingungen der lebendigen Arbeit). Indem so die lebendige Arbeit durch ihre Verwirklichung im Material dieses selbst verändert, eine Veränderung, die durch den Zweck der Arbeit bestimmt, und die zweckmässige Thätigkeit derselben – (eine Veränderung die nicht wie im todten Gegenstand das Setzen der Form als äusserlich dem Stoff, bloser verschwindender Schein seines Bestehns) – wird das Material so in bestimmter Form erhalten, der Formwechsel des Stoffs dem Zweck der Arbeit unterworfen. Die Arbeit ist das lebendige, gestaltende Feuer; die Vergänglichkeit der Dinge, ihre Zeitlichkeit, ||41| als ihre Formung durch die lebendige Zeit. Im einfachen Productionsprozeß – abgesehn vom Verwerthungsprocess – wird die Vergänglichkeit der Form der Dinge benuzt um ihre Brauchbarkeit zu setzen. Indem aus der Baumwolle Garn wird, aus dem Garn Gewebe, aus dem Gewebe gedrucktes etc Gewebe, oder gefärbtes etc, und aus diesem sage ein Kleid hat sich 1) die Substanz der Baumwolle in allen diesen Formen erhalten. (Im chemischen Process haben sich im von der Arbeit geregelten Stoffwechsel überall Equivalente (natürliche) ausgetauscht etc); 2) in allen diesen subsequenten Processen hat der Stoff eine nützlichere Form erhalten, weil eine ihn mehr dem Consum aneignende; bis er zulezt die Form erhalten, worin er direkt Gegenstand desselben werden kann, wo also die Aufzehrung des Stoffs und die Aufhebung seiner Form menschlicher Genuß wird, seine Veränderung sein Gebrauch selbst ist. Der Stoff der Baumwolle erhält sich in allen diesen Processen; in der einen Form des Gebrauchswerths geht er unter um einer höhren Platz zu machen, bis der Gegenstand als Gegenstand der un- mittelbaren Consumtion da ist. Indem aber die Baumwolle als Twist gesezt ist, ist sie in einer bestimmten Beziehung auf eine fernere Art der Arbeit gesezt. Träte diese Arbeit nicht ein, so ist nicht nur die Form nutzlos an ihr gesezt worden, d. h. die frühere Arbeit wird nicht durch die neue bestätigt, sondern auch der Stoff ist verdorben, indem er in der Form als Twist nur Gebrauchswerth hat, insofern er wieder verarbeitet wird: nur noch Gebrauchswerth ist in Bezug auf den Gebrauch, den die fernere Arbeit davon macht; nur Gebrauchswerth ist, insofern seine Form als Twist aufgehoben wird zu der von Gewebe; während die Baumwolle in ihrem Dasein als Baumwolle unendlicher Nutzanwendungen fähig ist. So wäre ohne die fernere Arbeit der Gebrauchswerth von Baumwolle und Twist, Material und Form verhunzt; er wäre vernichtet, statt producirt worden. Das Material sowohl wie die Form, der Stoff wie die Form wird erhalten durch die fernere Arbeit – als Gebrauchswerthe erhalten, bis sie die Gestalt des Gebrauchswerths als solches erhalten, dessen Gebrauch die Consumtion ist. Es liegt also im einfachen Productionsprocess daß die frühere Stufe der Production erhalten wird durch die spätere, und daß durch das Setzen des höhern Gebrauchswerths der alte erhalten oder nur so weit verändert wird, als er erhöht wird als Gebrauchswerth. Es ist die lebendige Arbeit, die den Gebrauchswerth des unvollendeten Arbeitsproducts erhält, dadurch daß sie es zum Material einer weitern Arbeit macht. Sie erhält es aber nur dadurch, d. h. schüzt es nur dadurch vor der Unbrauchbarkeit und dem Vergehn, daß sie es ihrem Zweck gemäß bearbeitet, überhaupt zum Objekt neuer lebendiger Arbeit macht. Dieß Erhalten des alten Gebrauchswerths ist kein Process, der neben dem Vermehren desselben oder dem Vollenden desselben durch neue Arbeit vor sich geht; sondern geschieht durch diese neue Arbeit der Erhöhung des Gebrauchswerths selbst. Dadurch daß die Arbeit des Webens das Garn in Gewebe verwandelt, also als Rohstoff des Webens (einer besondren Art der lebendigen Arbeit) behandelt (und der Twist hat nur Gebrauchswerth, indem er verwebt wird), erhält sie den Gebrauchswerth, den die Baumwolle als solche hatte und spezifisch im Garn erhalten hatte. Sie erhält das Product der Arbeit, indem sie es zum Rohstoff neuer Arbeit macht; aber sie sezt nicht 1) neue Arbeit hinzu und erhält 2) daneben durch eine andre Arbeit den Gebrauchswerth des Rohstoffs. Sie erhält den Nutzen der Baumwolle als Garn, indem sie das Garn verwebt. ❲Alles dieß gehört schon ins 1te Capitel von der Production im Allgemeinen.❳ Erhält sie durch die Verwebung. Dieß Erhalten der Arbeit als Product, oder des Gebrauchswerths des Products der Arbeit, dadurch daß es zum Rohstoff neuer Arbeit wird, wieder als materielle Gegenständlichkeit der zweckmässigen lebendigen Arbeit gesezt wird, ist im einfachen Productionsprocess gegeben. In Bezug auf den Gebrauchswerth besizt die Arbeit diese Eigenschaft, daß sie dadurch den vorhandnen Gebrauchswerth erhält, daß sie ihn erhöht, und sie erhöht ihn indem sie ihn zum Gegenstand einer neuen durch den Endzweck bestimmten Arbeit macht; wieder aus der Form des gleichgültigen Bestehns in die des gegenständlichen Materials, des Leibes der Arbeit macht. (Dasselbe gilt vom Instrument. Eine Spindel erhält sich nur als Gebrauchswerth, indem sie zum Spinnen vernuzt wird. Sonst wäre durch die bestimmte Form die hier am Eisen und Holz gesezt wird, sowohl die Arbeit, die sie sezte, als der Stoff an dem sie sie sezte, verdorben zum Gebrauch. Nur indem sie als Mittel der lebendigen Arbeit, als ein gegenständliches Daseinsmoment ihrer Lebendigkeit gesezt wird, wird der Gebrauchswerth von Holz und Eisen, ganz ebenso wie ihre Form erhalten. Aufgenuzt zu werden ist ihre Bestimmung als Arbeitsinstrument, aber im Spinnprocess aufgenuzt zu werden. Die grössere Productivität die sie der Arbeit verleiht schafft mehr Gebrauchswerthe und ersezt so den in der Consumtion des Instruments aufgezehrten Gebrauchswerth. Am klarsten erscheint dieß in der Agricultur, da [ihr Product] unmittelbar als Lebensmittel und Gebrauchswerth am leichtesten, weil am ursprünglichsten, in seinem Unterschied vom Tauschwerth – als Gebrauchswerth erscheint. Wenn die Hacke dem Landbauer doppelt so viel Korn verschafft, als er sonst erhalten könnte, so braucht er weniger Zeit auf die Production der Hacke selbst anzuwenden; er hat Proviant genug um eine neue Hacke zu machen.) Nun erscheinen im Verwerthungsprocess die Werthbestandtheile des Capitals – von denen einer in der Form des Materials, der andre in der Form des Instruments existirt – dem Arbeiter gegenüber, d. h. der lebendigen Arbeit (denn als solche existirt der Arbeiter nur in diesem Process) nicht als Werthe, sondern als einfache Momente des Productionsprocesses; als Gebrauchswerthe für die Arbeit, als die gegenständlichen Bedingungen ihrer Wirksamkeit, oder als ihre gegenständlichen Momente. Daß er sie erhält, indem er das Instrument als Instrument benuzt, und dem Rohstoff ||42| eine höhre Form des Gebrauchswerths giebt liegt in der Natur der Arbeit selbst. Aber die so erhaltnen Gebrauchswerthe der Arbeit sind als Bestandtheile des Capitals Tauschwerthe; und als solche bestimmt durch die in ihnen enthaltnen Productionskosten, das Quantum in ihnen vergegenständlichter Arbeit. (Für den Gebrauchswerth handelt es sich nur um die Qualität der bereits vergegenständlichten Arbeit.) Das Quantum der vergegenständlichten Arbeit wird erhalten, indem ihre Qualität als Gebrauchswerthe für fernere Arbeit erhalten wird durch den Contact mit der lebendigen Arbeit. Der Gebrauchswerth der Baumwolle, wie ihr Gebrauchswerth als Garn wird dadurch erhalten, daß sie als Garn verwebt wird; dadurch daß sie als eines der gegenständlichen Momente (neben dem Spinnrad) im Weben existirt. Da- durch erhält sich also auch das Quantum Arbeitszeit das in der Baumwolle und Baumwollgarn enthalten war. Was im einfachen Productionsprocess als Erhalten der Qualität der vorhergegangnen Arbeit – und dadurch auch des Materials, worin sie gesezt ist – erscheint, erscheint im Verwerthungsprocess als Erhalten des Quantums der schon vergegenständlichten Arbeit. Für das Capital ist diese Erhaltung [das Erhalten] des Quantums der vergegenständlichten Arbeit durch den Productionsprozeß; für die lebendige Arbeit selbst nur das des schon vorhandnen, für die Arbeit vorhandnen Gebrauchswerths. Die lebendige Arbeit sezt ein neues Arbeitsquantum zu; aber nicht durch dieses quantitative Zusetzen erhält sie das schon vergegenständlichte Arbeitsquantum, sondern durch ihre Qualität als lebendige Arbeit oder dadurch, daß sie sich als Arbeit zu den Gebrauchswerthen verhält, worin die vergangne Arbeit existirt. Bezahlt wird die lebendige Arbeit aber auch nicht für diese Qualität, die sie als lebendige Arbeit besizt – sie würde gar nicht gekauft, wenn sie nicht lebendige Arbeit wäre – sondern für das in ihr selbst enthaltne Arbeitsquantum. Bezahlt wird nur der Preiß ihres Gebrauchswerths, wie der aller andren Waaren. Die spezifische Qualität die sie besizt, dadurch daß sie neues Arbeitsquantum dem schon vergegenständlichten Arbeitsquantum zufügt, zugleich die vergegenständlichte Arbeit in ihrer Qualität als vergegenständlichte Arbeit zu erhalten, wird ihr nicht bezahlt, und kostet dem Arbeiter auch nichts, da sie die Natureigenschaft seines Arbeitsvermögens ist. In dem Productionsprozeß ist die Trennung der Arbeit von ihren gegenständlichen Daseinsmomenten – Instrument und Material – aufgehoben. Auf der Trennung beruht das Dasein des Capitals und der Lohnarbeit. Die Aufhebung der Trennung, die im Productionsprocess wirklich vorgeht – denn sonst könnte gar nicht gearbeitet werden – zahlt das Capital nicht. (Die Aufhebung geschieht auch nicht durch den Austausch mit dem Arbeiter – sondern durch die Arbeit selbst im Productionsprocess. Als solche gegenwärtige Arbeit aber ist sie selbst schon dem Capital einverleibt, ein Moment desselben. Diese erhaltende Kraft der Arbeit erscheint also als Selbsterhaltungskraft des Capitals. Der Arbeiter hat nur neue Arbeit hinzugefügt; die vergangne – indem das Capital existirt – hat eine ewige Existenz als Werth, durchaus unabhängig von seinem stofflichen Dasein. So erscheint die Sache dem Capital und dem Arbeiter.) Müßte es diese auch zahlen, so hörte es eben auf Capital zu sein. Es fällt dieß rein in die stoffliche Rolle, die die Arbeit im Productionsprocess ihrer Natur nach spielt; in ihren Gebrauchswerth. Als Gebrauchswerth gehört die Arbeit aber dem Capitalisten; als bloser Tauschwerth dem Arbeiter. Ihre lebendige Qualität im Productionsprocess selbst, die vergegenständlichte Arbeitszeit dadurch zu erhalten, daß sie dieselbe zur Gegenständlichen Daseinsweise lebendiger Arbeit macht, geht den Arbeiter nichts an. Diese Aneignung, wodurch im Productionsprocess selbst die lebendige Arbeit Instrument und Material zum Leibe ihrer Seele macht und dadurch von den Todten auferweckt, steht in der That im Gegensatz dazu, daß die Arbeit gegenstandslos, oder nur in unmittelbarer Lebendigkeit Wirklichkeit im Arbeiter [ist] – und Arbeitsmaterial und Instrument als für sich selbst seiende im Capital existiren. (Darauf zurückzukommen.) Der Verwerthungsprocess des Capitals geht durch den und im einfachen Productionsprocess vor sich, dadurch daß die lebendige Arbeit in ihre naturgemässe Beziehung zu ihren materiellen Daseinsmomenten gesezt wird. Aber so weit sie in diese Beziehung tritt, existirt diese Beziehung nicht für sie selbst, sondern für das Capital; ist sie selbst schon Moment des Capitals.
Es zeigt sich also daß vermittelst des Austauschprocesses mit dem Arbeiter der Capitalist – indem er in der That dem Arbeiter ein Equivalent zahlt für die in seinem Arbeitsvermögen enthaltnen Productionskosten, d. h. ihm die Mittel giebt, sein Arbeitsvermögen zu erhalten – sich aber die lebendige Arbeit aneignet, zweierlei gratis erhält, erstens die surplus Arbeit, die den Werth seines Capitals vermehrt, aber zugleich zweitens die Qualität der lebendigen Arbeit, die die in den Bestandtheilen des Capitals materialisirte vergangne Arbeit erhält und so den vorher existirenden Werth des Capitals erhält. Diese Erhaltung geschieht aber nicht dadurch daß die lebendige Arbeit das Quantum der vergegenständlichten Arbeit vergrössert, Werth schafft, sondern einfach dadurch daß sie im Zufügen von neuem Arbeitsquantum als lebendige Arbeit existirt, in dem durch den Productionsprozeß gesezten immanenten Verhältniß zu Material und Instrument der Arbeit; also durch ihre Qualität als lebendige Arbeit. Als solche Qualität aber ist sie selbst ein Moment des einfachen Productionsprocesses und kostet dem Capitalisten gerade so wenig, wie ihm das Garn und die Spindel ausser ihrem Preiß noch etwas dafür kosten daß sie ebenfalls Momente des Productionsprocesses sind.
Wenn z. B. in Zeiten von stagnations of trade etc die mills stillgesezt werden, so zeigt sich in der That, daß die Maschine einrostet und das Garn nutzloser Ballast ist, ausserdem verdirbt, sobald ihre Beziehung zur lebendigen Arbeit aufhört. Wenn der Capitalist blos ||43| arbeiten läßt, um Mehrwerth zu schaffen – um noch nicht vorhandnen Werth zu schaffen – so zeigt sich, daß sobald er aufhört arbeiten zu lassen auch sein schon vorhandnes Capital entwerthet wird; daß also die lebendige Arbeit nicht nur neuen Werth zufügt, sondern durch den very act of adding a new value to the old one, maintains, eternizes it. (Die Albernheit des dem Ricardo gemachten Vorwurfs, daß er nur Profit und Salair als nothwendige Bestandtheile der Productionskosten auffaßt, nicht auch den im Rohstoff und Instrument enthaltnen Theil des Capitals zeigt sich so klar. So weit der in ihnen vorhandne Werth nur erhalten wird, macht dieß keine neuen Productionskosten. Was aber diese vorhandnen Werthe selbst angeht, lösen sie sich alle wieder in vergegenständlichte Arbeit auf – nothwendige Arbeit und Surplusarbeit – Salair und Profit. Das blose Naturmaterial, soweit keine menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht ist, soweit es daher blose Materie ist, unabhängig von der menschlichen Arbeit existirt, hat keinen Werth, da Werth nur vergegenständlichte Arbeit ist; so wenig Werth wie die allgemeinen Elemente überhaupt.) Die Erhaltung des vorhandnen Capitals durch die sie verwerthende Arbeit kostet daher dem Capital nichts und gehört daher nicht zu den Productionskosten; obgleich die vorhandnen Werthe im Product erhalten sind, und also im Austausch für dieselben Equivalente dafür gegeben werden müssen. Aber die Erhaltung dieser Werthe im Product kostet dem Capital nichts und kann daher von ihm auch nicht unter die Productionskosten rangirt werden. Sie werden auch nicht ersezt durch die Arbeit, da sie nicht consumirt werden ausser insofern sie in ihrer für die Arbeit gleichgültigen, ausser ihr bestehenden Daseinsweise consumirt werden, d. h. eben ihre Vergänglichkeit an ihnen consumirt wird durch die Arbeit (aufgehoben wird). Real consumirt wird nur das Salair.
[Mehrwert und Profit]
Kehren wir noch einmal zu unserm Beispiel zurück. 100 Th. Capital, nämlich 50 Th. Rohmaterial, 40 Th. Arbeit, 10 Th. Productionsinstrument. Der Arbeiter brauche 4 Stunden um die 40 Th., die zu seinem Leben nöthigen Mittel, oder den zu seiner Erhaltung nöthigen Theil der Production zu schaffen; sein Arbeitstag sei 8 Stunden. Der Capitalist erhält dadurch Surplus von 4 Stunden gratis; sein surplus Werth gleich 4 vergegenständlichten Stunden 40 Th.; also sein Product = 50 + 10 (erhaltne Werthe, nicht reproducirte; als Werthe constant geblieben, unverändert geblieben) + 40 Th. (Arbeitslohn; reproducirt, weil in der Form des Salairs consumirt) + 40 Th. Mehrwerth. Summa: 140 Th. Von diesen 140 Th. sind nun 40 Ueberschuß. Der Capitalist mußte leben während der Production und bevor er zu produciren anfing; sage 20 Th. Diese mußte er ausser seinem Capital von 100 Th. besitzen; es mußten also Equivalente für sie in der Circulation vorhanden sein. (Wie diese entstanden sind geht uns hier nichts an.) Das Capital unterstellt die Circulation als constante Grösse. Diese Equivalente wieder von neuem vorhanden. Verzehrt also 20 Th. von seinem Gewinn. Diese gehn in die einfache Circulation ein. Die 100 Thaler gehn auch in die einfache Circulation aber um wieder verwandelt zu werden in Bedingungen neuer Production, 50 Th. Rohmaterial, 40 Lebensmittel für Arbeiter, 10 Instrument. Bleibt Mehrwerth zugefügt als solcher, neugeschaffen von 20 Th. Dieser ist Geld, negativ selbstständig gesezter Werth gegen die Circulation. In die Circulation als bloses Equivalent, um Gegenstände der blosen Consumtion auszutauschen, kann es nicht eingehn, da die Circulation als constant vorausgesezt ist. Die selbstständige, illusorische Existenz des Geldes ist aber aufgehoben; es existirt nur noch um sich zu verwerthen; d. h. Capital zu werden. Um solches zu werden müßte es aber von neuem gegen die Momente des Productionsprocesses, Lebensmittel für Arbeiter, Rohstoff und Instrument ausgetauscht werden; diese alle lösen sich in vergegenständlichte Arbeit auf, können nur durch lebendige gesezt werden. Das Geld, soweit es jezt schon an sich als Capital existirt, ist daher einfach Anweisung auf zukünftige (neue) Arbeit. Gegenständlich existirt es nur als Geld. Der Surplus Werth, der Zuwachs der vergegenständlichten Arbeit, soweit er für sich existirt, ist Geld; aber das Geld ist jezt an sich schon Capital; als solches Anweisung auf neue Arbeit. Hier tritt das Capital schon nicht mehr nur in Verhältniß zur vorhandnen Arbeit; sondern zu zukünftiger. Es erscheint auch nicht mehr aufgelöst in seine einfachen Elemente im Productionsprozeß, sondern in das als Geld; aber nicht mehr als Geld, das blos die abstrakte Form des allgemeinen Reichthums, sondern Anweisung auf die reale Möglichkeit des allgemeinen Reichthums – das Arbeitsvermögen und zwar das werdende Arbeitsvermögen ist. Als solche Anweisung ist seine materielle Existenz als Geld gleichgültig und kann durch jeden Titel ersezt werden. So gut wie der Staatsgläubiger besizt jeder Capitalist in seinem neuerworbnen Werth Anweisung auf zukünftige Arbeit und hat sich durch die Aneignung der gegenwärtigen zugleich schon die zukünftige angeeignet. (Diese Seite des Capitals später zu entwickeln. Es zeigt sich hier schon seine Eigenschaft als Werth getrennt von seiner Substanz zu bestehn. Die Basis des Credits ist hierin schon gelegt.) Seine Aufhäufung in der Form des Geldes ist keineswegs daher materielle Aufhäufung der materiellen Bedingungen der Arbeit. Sondern Aufhäufung der Eigenthumstitel auf Arbeit. Setzen zukünftiger Arbeit als Lohnarbeit, als Gebrauchswerth des Capitals. Für den neugeschaffnen Werth kein Equiva- lent vorhanden; seine Möglichkeit nur in neuer ||44| Arbeit.
In diesem Beispiel also durch absolute Surplusarbeitszeit – Arbeiten von 8 Stunden statt 4 – neuer Werth, von 20 Th. Geld, und Geld schon in Bezug auf seine Form als Capital (schon als gesezte Möglichkeit des Capitals, nicht wie früher, als solche dadurch werdend, daß es aufhörte Geld als solches zu sein) geschaffen; den alten Werthen, der vorhandnen Welt des Reichthums zugefügt.
Verdoppelt sich nun die Productivkraft, so daß der Arbeiter statt 4 Stunden nur 2 Stunden nothwendige Arbeit zu liefern hat, und läßt ihn der Capitalist consequently nach wie vor 8 Stunden arbeiten, so steht die Rechnung so: 50 Th. Material, 20 Arbeitslohn, 10 Arbeitsinstrument; 60 Surpluswerth. (6 Stunden, früher 4.) Zuwachs von absolutem Surpluswerth: 2 Stunden oder 20 Th. Summa: 140 Th. (im Product.)
Summa 140 Th. nach wie vor; davon aber 60 Mehrwerth; wovon 40 wie vorher für absolute Vermehrung der Surpluszeit, 20 für relative. Es sind aber nach wie vor nur 140 Th. in einfachem Tauschwerth enthalten. Sind nun blos die Gebrauchswerthe vermehrt oder ist ein neuer Werth geschaffen? Vorhin mußte das Capital wieder mit 100 beginnen, um sich von neuem um 40 P. C. zu vermehren. Was wird aus den 20 Mehrwerth? Vorher aß das Capital 20 auf; es blieben ihm 20 Werth. Jezt ißt es 20 auf; es bleiben ihm 40. Andrerseits blieb vorhin das in die Production eingehende Capital 100; jezt ist es 80 geworden. Was auf der einen Seite an Werth in der einen Bestimmung gewonnen ist, ist auf der andren Seite als Werth in der andren verloren. Das erste Capital geht in den Productionsprozeß wieder ein; producirt wieder 20 (seinen Consum abgerechnet) Mehrwerth. Am Ende dieser 2ten Operation neugeschaffner Werth für kein Equivalent vorhanden. 20 Th. zusammen mit den ersten 40. Nehmen wir nun das 2te Capital.
50 Material, 20 Arbeitslohn (= 2 Stunden), 10 Arbeitsinstrument. Mit den 2 Stunden producirt es aber Werth von 8 nämlich 80 Th. (wovon 20 für Productionskosten). Bleiben 60, da 20 nur reproduciren das Salair (also verschwunden sind als Salair). 60 + 60 = 120. Am Ende dieser 2ten Operation 20 Th. Consumtion, bleiben 20 Surpluswerth; zusammen mit den ersten 60. Bei der 3ten Operation bei dem ersten [Capital] 60, bei dem 2ten 80; bei der vierten [Operation] bei dem ersten [Capital] 80, bei dem 2ten 100. Um wie viel sich der Tauschwerth des ersten Capitals als productives Capital verminderthat, hat es sich als Werth vermehrt.
Gesezt beide Capitalien seien im Stande als Capital mit ihrem Surplus verwandt werden zu können; d. h. für das Surplus sich gegen neue lebendige Arbeit austauschen zu können. So erhalten wir folgende Rechnung (die Consumtion bei Seite gelassen): erstes Capital producirt 40 %; das 2te 60 %. 40 % von 140 sind 56; 60 % von 140 (nämlich 80 Capital 60 Surpluswerth) sind 84. Das Gesammtproduct im ersten Fall 140 + 56 = 196; im 2ten 140 + 84 = 224. Im 2ten Fall also der absolute Tauschwerth höher um 28. Das erste Capital hat 40 Th. um neue Arbeitszeit zu kaufen; der Werth der Arbeitsstunde war vorausgesezt 10 Th.; also kauft er mit 40 Th. 4 neue Arbeitsstunden, die ihm 80 produciren (wovon 40 Ersatz des Salairs) (nämlich 8 Arbeitsstunden geben). Es war am Ende 140 + 80 (nämlich Reproduction des Capitals von 100; Mehrwerth 40 oder Reproduction von 140; die ersten 100 Th. reproduciren sich als 140; die 2ten 40 (da sie nur zum Ankauf neuer Arbeit ausgegeben werden, also keinen Werth einfach ersetzen – unmögliche Voraussetzung übrigens –) produciren 80. 140 + 80 = 220. Das zweite Capital von 140; die 80 produciren 40; oder die 80 Th. reproduciren sich als 120; die übrigbleibenden 60 aber reproduciren sich (denn rein zum Ankauf von Arbeit ausgegeben und sie also keinen Werth einfach ersetzen, sondern aus sich selbst reproduciren und das Surplus setzen) als 180; also 120 + 120 = 240. (40 Thaler mehr producirt als das erste Capital, exact die Surpluszeit von 2 Stunden, denn das erste ist Surplus Zeit von 2 Stunden auch im ersten Capital unterstellt). Also größrer Tauschwerth als Resultat, weil mehr Arbeit vergegenständlicht; 2 Stunden mehr Surplusarbeit.|
|45| Hier noch ein andres zu bemerken: 140 Th. zu 40 % werfen ab 56; Capital und Zins zusammen = 140 + 56 = 196; aber wir haben erhalten 220; wonach der Zins der 140 wäre nicht 56 sondern 84; was wäre 60 % für 140 (140 : 84 = 100 : x; x = = 60). Ebenso im 2ten Fall: 140 zu 60 % = 84; Capital und Zins = 140 + 84 = 224; wir erhalten aber 240; wonach der Zins der 140 nicht 84 sondern 100; (140 + 100 = 240); d. h. P. C. (140 : 100 = 100 : x; x = ) 71 P. C. Woher kommt das nun? (Im ersten Fall 60 % statt 40; im 2ten 71 P. C. statt 60 P. C.) Im ersten Fall, wo 60 statt 40 also 20 % zu viel herausgekommen; in dem 2ten Fall 71 statt 60, also 11 P. C. zu viel. Woher also erstens die Verschiedenheit in beiden Fällen und zweitens der Unterschied in jedem Falle?
Im ersten Falle das ursprüngliche Capital 100 = 60 (Material und Arbeitsinstrument) und 40 Arbeit; Arbeit, (Material). Die ersten bringen gar keinen Zins; die lezten bringen 100 P. C. Aber auf das ganze Capital gerechnet hat es sich nur um 40 % vermehrt; von 100 = 40. Die 100 P. C. auf dieselben geben aber nur 40 P. C. auf das ganze 100; d. h. eine Vermehrung des Ganzen um . Hätte sich nun von dem neuhinzugekommnen Capital von 40 auch nur um 100 P. C. vermehrt, so gäbe das eine Vermehrung des Ganzen um 16. 40 + 16 = 56. Dieses zusammen mit den 140 = 196; was denn wirklich 40 % auf 156 ist, Capital und Zinsen zusammengerechnet. 40 um 100 % vermehrt, verdoppelt ist 80; von 40 um 100 P. C. vermehrt ist 16. Von den 80 ersetzen 40 das Capital, 40 Gewinn.
Rechnung also: 100 C. + 40 Zins + 40 C. + 40 Z. = 220; oder Capital von 140 mit Zins von 80; hätten wir aber gerechnet:
100 C. + 40 Z. + 40 C. + 16 Z. = 196; oder das Capital von 140 mit Zins von 56.
Es sind zu viel Zins gerechnet auf 40 C. 24; 24 aber = von 40 (3 × 8 = 24); d. h. neben dem Capital nur vom Capital sind um 100 % gewachsen; das ganze Capital also nur um , i. e. 16 Thaler. Die Zinsberechnung um 24 Thaler zu groß auf 40 (um 100 % auf des Capitals); 24 auf 24 sind 100 % auf 3 × 8 ( von 40). Auf die ganze Summe von 140 aber kommen 60 P. C. statt 40; d. h. auf 40 zu viel gerechnet 24 ( ); 24 auf 40 sind 60 %. Es sind also auf Capital 40 : 60 P. C. zu viel gerechnet (60 = von 100). Auf 140 aber 24 zu viel gerechnet (und dieß ist der Unterschied von 220 zu 196) sind erst vom 100 und vom 100 zu viel gerechnet; vom 100 = 20 %; vom 100 8 % oder 8 %; also zusammen 28 % zu viel. Also auf das Ganze nicht, wie [auf] die 40 C. 60 P. C. sondern nur 28 zu viel; was eine Differenz von 31 % macht, je nachdem 24 zu viel auf 40 der 140 C. gerechnet wird. Ebenso in dem andren Beispiel.
In den ersten 80, die 120 produciren, war 50 + 10 einfach ersezt; 20 aber reproducirte das 3fache von sich 60; (20 Reproduction, 40 Surplus).
| Arbeitsstunden | |||
| Wenn | 20...... | 60 | sezt, die ihren 3fachen Werth [ausmachen] |
| sezt | 60...... | 180. | | |
|IV – 1| Es ist sich nicht länger bei dieser höchst ennuyanten Rechnung aufzuhalten. Der Witz ist einfach der: Betragen wie bei unsrem ersten Beispiel (60 vom 100) Material und Instrument, Arbeitslohn (40), und warf das Capital 40 % Gewinn ab, so ist es am Schluß gleich 140 (diese 40 % Gewinn dem gleich, daß der Capitalist mit 6 nothwendigen Arbeitsstunden 12 arbeiten ließ, also 100 % auf die nothwendige Arbeitszeit gewann). Arbeiteten nun die gewonnenen 40 Th. wieder als Capital unter denselben Voraussetzungen – und auf dem Punkt, worauf wir stehn, haben sich die Voraussetzungen noch nicht verändert – so muß von den 40 Thalern wieder , i. e. 24 Th. auf Material und Instrument verwandt werden, und auf Arbeit; so daß dann auch nur der Arbeitslohn von 16 sich verdoppelt, 32 wird, 16 so zur Reproduction, 16 Surplusarbeit; also all together am Ende der Production 40 + 16 = 56 oder 40 %. Das Gesammtcapital von 140 hätte also unter denselben Umständen producirt 196. Es darf nicht, wie es in den meisten Oekonomien geschieht, angenommen werden, daß die 40 Th. rein in Arbeitslohn ausgelegt sind, im Ankauf lebendiger Arbeit, und daher am Schluß der Production 80 Th. liefern.
Wird gesagt: Ein Capital von 100 bringt 10 % in einer gewissen Epoche, 5 % in einer andren, so ist nichts falscher zu schliessen, wie Carey und Consorten thun, daß im ersten Fall der Antheil des Capitals an der Production , also der der Arbeit nur ; daß im 2ten Fall der Antheil des Capitals nur , also der der Arbeit war; also da die Rate des Profits fällt, die der Arbeit steigt. Der Profit von 10 P. C. auf ein Capital von 100 ist natürlich vom Standpunkt des Capitals aus, das keineswegs ein Bewußtsein über die Natur seines Verwerthungsprocesses hat und nur in Crisen ein Interesse hat, ein Bewußtsein darüber zu haben, so betrachtet, daß die Werthbestandtheile seines Capitals – Material, Instrument, Arbeitslohn sich indifferent um 10 P. C. vermehrt haben, also das Capital als Summe von 100 Th. Werth, als diese Anzahl einer gewissen Einheit von Werthen sich um 10 % vermehrt hat. In der That aber fragt es sich: 1) wie verhielten sich die Bestandtheile des Capitals zu einander und 2) wie viel Surplusarbeit hat es mit dem Salair – mit den im Salair vergegenständlichten Arbeitsstunden gekauft. Kenne ich die Gesammtsumme des Capitals, das Verhältniß seiner Werthbestandtheile zu einander (praktisch müßte ich auch wissen, der wievielte Theil des Productionsinstruments sich im Process abnuzt, also wirklich in ihn eingeht), und kenne ich den Profit, so weiß ich wie viel Surplusarbeit geschaffen worden ist. Bestand das Capital zu aus Material (von dem hier der Bequemlichkeit wegen vorausgesezt wird, daß es ganz Material der Production wird, ganz productiv consumirt wird) also 60 Th. und dem Arbeitslohn 40, und ist der Profit der 100 Th. 10, so hat die mit 40 Th. vergegenständlichte Arbeitszeit gekaufte Arbeit im Productionsprocess 50 Th. vergegenständlichte Arbeit geschaffen, also eine surplus Zeit gearbeitet oder Surpluswerth geschaffen von 25 % = der nothwendigen Arbeitszeit. Arbeitet der Arbeiter also einen Tag von 12 Stunden, so hat er 3 Stunden Surpluszeit gearbeitet, und seine nothwendige Arbeitszeit, um ihn einen Tag am Leben zu erhalten, war 9 Arbeitsstunden. Der in der Production geschaffne Neuwerth ist zwar nur 10 Th., aber der wirklichen Rate nach sind diese 10 Th. auf die 40, nicht auf die 100 zu berechnen. Die 60 Th. Werth haben keinen neuen Werth geschaffen; sondern der Arbeitstag. Der Arbeiter hat also das gegen das Arbeitsvermögen ausgetauschte Capital um 25 % vermehrt, nicht um 10 %. Das Gesammtcapital hat einen Zuwachs von 10 % erhalten. 10 ist 25 % auf 40; es ist nur 10 % auf 100. Die Profitrate des Capitals drückt also keineswegs die Rate aus, worin die lebendige Arbeit die gegenständliche vermehrt; denn diese Vermehrung ist blos = dem Surplus, womit der Arbeiter seinen Arbeitslohn reproducirt, d. h. = der Zeit, die er mehr arbeitet, als er arbeiten müßte, um seinen Arbeitslohn zu produciren. Wäre im obigen Beispiel der Arbeiter nicht Arbeiter des Capitalisten und verhielte er sich zu den in den 100 Th. enthaltnen Gebrauchswerthen nicht als zu Capital, sondern einfach als zu gegenständlichen Bedingungen seiner Arbeit, so besässe er, bevor er den Productionsprocess von neuem beginnt, 40 Th. Lebensmittel die er verzehrte während des Arbeitstags; 60 Th. Instrument und Material. Er würde nur Tag arbeiten, 9 Stunden und sein Product wäre am Ende des Tags nicht 110 Thaler sondern 100, die er wieder austauschen würde in den obigen Proportionen und den Process immer wieder von neuem beginnen. Aber er würde auch 3 Stunden weniger arbeiten; d. h. 25 % Surplusarbeit sparen = 25 % Surplus Werth auf den Austausch den er zwischen 40 Th. Lebensmitteln und seiner Arbeitszeit gemacht hätte, und wenn er einmal 3 Stunden mehr arbeitete, weil er Material daliegen hätte und ebenso das Instrument, so würde es ihm nicht einfallen zu sagen, daß er einen Neugewinn von 10 % geschaffen, sondern einen von 25 %; weil er für ein mehr Lebensmittel kaufen könnte; statt für 40 Th. für 50 und die Lebensmittel allein würden ihm, dem es um den Gebrauchswerth zu thun Werth haben.
Auf der Illusion, daß nicht der Neugewinn ||2| geschaffen wird durch den Austausch der in den 40 Th. vergegenständlichten 9 Arbeitsstunden gegen 12 lebendige, also ein Surpluswerth von 25 % geschaffen wird auf diesen Theil, sondern daß das Gesammtcapital gleichmässig sich um 10 % vermehrt hat – 10 % auf 60 ist 6 und auf 40 ist 4, beruht die zusammengesezte Zins- berechnung des berüchtigten Dr. Price, die den heaven born Pitt zum Blödsinn seines sinking fund veranlaßte. Durch die Identität des Mehrgewinns mit der Surplusarbeitszeit – absoluten und relativen – ist eine qualitative Grenze für die Accumulation des Capitals gesezt, der Arbeitstag, die Zeit, worin das Arbeitsvermögen des Arbeiters innerhalb 24 Stunden thätig sein kann – der Grad der Productivkraftsentwicklung – und die Population, welche die Anzahl der gleichzeitigen Arbeitstage ausdrückt etc. Wird dagegen der Mehrgewinn nur als Zins gefaßt – d. h. als Verhältniß, wonach das Capital vermittelst irgend einer imaginären sleight of hand sich vermehrt, so ist die Grenze nur quantitativ und es ist dann absolut nicht einzusehen, warum das Capital nicht jeden andren Morgen die Zinsen wieder zu sich als Capital schlägt und so Zins von seinem Zins schafft in unendlicher geometrischer Progression. Die Unmöglichkeit der Price'schen Zinsvermehrung haben die Oekonomen aus der Praxis gesehn; den in ihr enthaltnen blunder nie aufgedeckt.
Von den 110 Th., die am Ende der Production herauskommen, sind 60 Th. (Material und Instrument), soweit sie Werthe sind, absolut unverändert geblieben. Der Arbeiter hat ihnen nichts genommen und nichts zugesezt. Daß er dem Capital gratis, durch das very fact of his labour being living labour, die vergegenständlichte Arbeit erhält, – erscheint vom Standpunkt des Capitalisten allerdings so, daß er ihm noch herauszahlen müsse die Erlaubniß, daß er, Capitalist, ihn als Arbeit in die adaequate Beziehung zu den vergegenständlichten Momenten – gegenständlichen Bedingungen – treten läßt. Was nun die übrigen 50 Th. betrifft, so repräsentiren 40 Th. davon nun nicht blose Erhaltung, sondern wirkliche Reproduction, da das Capital sie in der Form des Salairs von sich entäussert und der Arbeiter sie consumirt hat; 10 Th. repräsentiren die Production über die Reproduction hinaus, nämlich Surplusarbeit (von 3 Stunden). Product des Productionsprocesses sind nur diese 50 Th. Wenn der Arbeiter daher, wie falsch behauptet wird, das Product so mit dem Capitalisten theilte, daß er erhielte, müßte er nicht 40 Th. erhalten (und er hat sie vorauserhalten, dafür sie reproducirt; in der That also dem Capital völlig zurückbezahlt und ihm in den Kauf den schon bestehenden Werth gratis erhalten), was nur ; sondern er müßte 45 erhalten, was dem Capital nur 5 liesse. Der Capitalist hätte also am Ende nur 65 Th. als Product des Productionsprocesses, den er mit 100 Th. begonnen. Aber von den reproducirten 40 Th. erhält der Arbeiter nichts, ebenso wenig wie von den 10 Th. Mehrwerth. Sollen die 40 reproducirten Thaler so aufgefaßt werden, daß sie bestimmt sind von neuem als Salair zu dienen, also auch von neuem dem Capital zum Ankauf der lebendigen Arbeit, so kann, wenn vom Verhältniß die Rede sein soll, nur gesagt werden, daß die vergegenständlichte Arbeit von 9 Stunden (40 Th.) eine lebendige von 12 Stunden (50 Th.) kauft, und so einen Mehrwerth von 25 % auf das wirkliche Product (theils als Fonds für den Arbeitslohn reproducirt, theils als Mehrwerth neuproducirt) des Verwerthungsprocesses macht.
Eben war das ursprüngliche Capital von 100:
| Arbeitsbe- | Instru- | Lohn- | ||
| bedingungen: | ment: | arbeit: | ||
| 50 | — | 10 | — | 40. producirte Mehrgewinn von 10 Th. |
| (25% | Surpluszeit). Zusammen 110 Th. |
Gesezt nun es sei gewesen:
60 – 20 – 20. Das Resultat sei 110 Thaler; so sagt der gewöhnliche Oekonom, und der noch gewöhnlichere Capitalist, daß 10 % aus allen Theilen des Capitals gleichmässig producirt worden sei. Es wäre wieder 80 Th. Capital nur erhalten; keine Veränderung mit seinem Werth vorgegangen. Nur die 20 Th. hätten sich ausgetauscht gegen 30; also hätte sich die Surplusarbeit vermehrt um 50 %, nicht wie vorhin um 25 %.
Nimm den 3ten Fall:
| [Arbeitsbe- | [Instru- | [Lohn- | |||
| bedingungen:] | ment:] | arbeit:] | |||
| 100: | 70 | — | 20 | — | 10. Resultat 100. So der unveränderte Werth 90. |
Das neue Product 20; also Mehrwerth oder Surpluszeit 100 P. C. Wir haben hier 3 Fälle, in denen immer der Profit des ganzen Capitals 10, aber im ersten Fall der geschaffne Neuwerth 25 % auf die zum Ankauf der lebendigen Arbeit ausgegebne vergegenständlichte Arbeit, im zweiten Fall 50 %, im 3ten: 100 %.
Diese verfluchten falschen Rechnungen soll der Teufel holen. Aber never mind. Commençons de nouveau.
Im ersten Fall hatten wir:
| Unveränderlichen Werth | Lohnarbeit | Mehrwerth | Summa | |||
| 60 | 40 | 10 | 110. |
Wir unterstellen fortwährend den Arbeitstag = 12 Stunden. (Wir könnten auch den Arbeitstag als wachsend annehmen, z. B. daß er früher nur x Stunden war, nun aber x + b Stunden, und die Productivkraft als gleichbleibend; oder beide Factoren als wechselnd.) |
| Stunden | Th. | ||||
| |3| | Producirt | der | Arbeiter | in 12 | 50; |
| so | in 1 | Stunde | 4 Th. | | | in 12 Stunden |
| so | in 9 | " | 40 Th. | | | 50 Th. |
| so | in 2 | " | 10 Th. | | |
Die nothwendige Arbeit des Arbeiters beträgt also 9 Stunden (40 Th.); die Surplusarbeit daher 2 Stunden (Werth von 10 Th.). 2 Stunden ist der 5te Theil des Arbeitstags. Die Surplusarbeit des Arbeiters beträgt Tag also = dem Werth von 10 Th. Betrachten wir diese 2 Stunden nun als Procent die das Capital auf die in 9 Stunden vergegenständlichte Arbeitszeit im Austausch gegen die lebendige Arbeit gewonnen hat, so , d. h. . Also des Capitals = 25 % auf dasselbe. Ebenso
Fassen wir nun das ganze Resultat zusammen:
| No. I) | Ursprüng- | Unver- | Repro- | Mehrwerth | Total- | Surplus | P.C. auf |
| liches | änderter | ducirter | der Pro- | summe | Zeit und | die aus- | |
| Capital. | Werth | Werth | duction | Werth. | getauschte | ||
| für Lohn. | vergegen- | ||||||
| ständlichte | |||||||
| Arbeit | |||||||
| 2 | |||||||
| oder | |||||||
| 100 Th. | 60 Th. | 40 Th. | 10 Th. | 110 Th. | 10 Th. | 25 P.C. |
(Es könnte gesagt werden, daß das Arbeitsinstrument, der Werth desselben reproducirt, nicht nur ersezt werden muß; da es in der That abgenuzt, in der Production consumirt wird. Dieß beim Capital fixe zu betrachten. In der That übersezt sich der Werth des Instruments in den des Materials; er ändert, so weit er vergegenständlichte Arbeit ist, nur die Form. War im obigen Beispiel der Werth des Materials 50 und der des Arbeitsinstruments 10, so nun, wo das Instrument um 5 abgenuzt ist, der des Materials 55 und der des Instruments 5; verschwindet es ganz so hat der des Materials 60 erreicht. Dieß ist Element des einfachen Productionsprocesses. Das Instrument ist nicht wie das Salair ausserhalb des Productionsprozesses consumirt worden.)
Kommen wir nun zur zweiten Voraussetzung:
| Ursprüng- | Unver- | Repro- | Mehrwerth | Total- |
| liches | änderter | ducirter | der Pro- | summe |
| Capital. | Werth. | Werth | duction | |
| für Lohn. | ||||
| 100 | 80 | 20 | 10 Th. | 110 Th. |
Producirt der Arbeiter in 12 Stunden 30 Th., so in 1 Stunde 2 Th., so in 8 Stunden 20 Th.; so in 4 Stunden 10 Th. 10 Th. sind 50 % auf 20 Th.; so sind 4 Stunden auf 8 Stunden; der Surplus Werth = 4 Stunden, Tages oder 10 Th. Surpluswerth.
Also:
| No. II) | Ursprüng- | Unver- | Repro- | Mehrwerth | Total- | Surplus | P.C. auf |
| liches | änderter | ducirter | der Pro- | summe. | Zeit und | auf das | |
| Capital. | Werth. | Werth | duction. | Werth. | Capital | ||
| für den | |||||||
| Lohn. | |||||||
| 4 Std. | |||||||
| 100 | 80 | 20 | 10 Th. | 110 | 10 Th. | 50 P.C. | |
| 8 Std. |
Im ersten Fall wie im 2ten ist der Profit auf das Gesammtcapital von 100 = 10 P. C., aber im ersten Fall ist der wirkliche Mehrwerth, den das Capital erhält im Productionsprocess 25, im zweiten 50 P. C.
Die Voraussetzungen in No. II sind an sich ebenso möglich, wie die in No. I. Aber auf einander bezogen, erscheinen sie in No. II abgeschmackt. Das Material und das Instrument sind von 60 auf 80 Th. erhöht, die Productivität der Arbeit ist von 4 Th. per Stunde gefallen auf 2 Th. und der Mehrwerth hat sich um 100 % vermehrt. (Unterstelle aber daß die Mehrausgabe für Lohn im ersten Fall mehr Arbeitstage ausdrückt, im 2ten weniger, so ist die Voraussetzung richtig.) Daß der nothwendige Arbeitslohn, also der Werth der Arbeit in Thalern ausgedrückt gefallen ist, wäre an sich gleichgültig. Ob der Werth einer Arbeitsstunde in 2 oder 4 Th. ausgedrückt, im ersten Fall wie im zweiten tauscht sich das Product von 12 Arbeitsstunden (in der Circulation) gegen 12 Arbeitsstunden aus und in beiden Fällen erscheint die Surplusarbeit als Mehrwerth. Die Abgeschmacktheit der Voraussetzung geht daraus hervor, daß wir 1) das Maximum der Arbeitszeit als 12 Stunden gesezt haben; also nicht mehr oder weniger Arbeitstage hereinbringen können; 2) je mehr wir das Capital auf der einen Seite wachsen lassen, desto mehr lassen wir nicht nur die nothwendige Arbeitszeit vermindern, sondern müssen ihren Werth verringern; während der Werth derselbe ist. Im zweiten Fall müßte der Preiß vielmehr steigen. Daß der Arbeiter mit weniger Arbeit leben kann, d. h. in denselben Stunden mehr producirt, müßte sich zeigen nicht in der | |4| Abnahme der Thaler für die nothwendige Arbeitsstunde, sondern an der Zahl der nothwendigen Arbeitsstunden. Wenn er z. B. wie im ersten Beispiel 4 Th. erhält, aber der Gebrauchswerth dieses Werths, der constant sein muß, um Werth auszudrücken (nicht Preiß), sich so vervielfacht hätte, daß er nicht mehr, wie im ersten Fall 9 , sondern nur 4 Stunden zur Production seines lebendigen Arbeitsvermögens brauchte, so müßte das sich im Surplus des Werths ausdrücken. Aber hier haben wir, wie wir die Bedingungen gestellt haben variabel den „unveränderten Werth“, unverändert die 10 P. C., die hier constant sind als Zufügung zur reproductiven Arbeit, obgleich sie verschiedne Procenttheile derselben ausdrücken. Wir haben im ersten Fall den unveränderten Werth kleiner als im 2ten Fall, das Gesammtproduct der Arbeit grösser; da wenn ein Bestandtheil von 100 kleiner ist der andre grösser sein muß; und da zugleich die Fixität der absoluten Arbeitszeit dieselbe; da ferner das Gesammtproduct der Arbeit sich verkleinert, wie der „unveränderte Werth“ sich vergrössert, und vergrössert, wie dieser sich verkleinert, so erhalten wir für dieselbe Arbeitszeit weniger Arbeitsproduct (absolutes) im selben Verhältniß wie mehr Capital angewandt wird. Dieß wäre nun ganz richtig, da wenn von einer gegebnen Summe wie 100 mehr in „unverändertem Werth“ ausgelegt wird, weniger in Arbeitszeit ausgelegt werden kann und daher relativ zum ausgelegten Capital überhaupt weniger neuer Werth geschaffen werden kann; aber dann muß die Arbeitszeit nicht wie hier fixirt sein, oder wenn sie fixirt ist, muß der Werth der Arbeitsstunde nicht wie hier kleiner werden, was unmöglich ist, wenn der „unveränderte Werth“ grösser und der Mehrwerth grösser wird; die Anzahl der Arbeitsstunden müßte kleiner werden. Dieß ist aber bei unsrem Beispiel vorausgesezt. Wir unterstellen im ersten Fall, daß in 12 Stunden Arbeit 50 Th. producirt werden; im zweiten nur 30 Th. Im ersten lassen wir den Arbeiter 9 Stunden arbeiten; im 2ten nur 6, obgleich er weniger in der Stunde producire. C'est absurde.
Ist aber doch nicht etwas Richtiges, anders aufgefaßt in diesen Zahlen? Vermindert sich nicht der absolute Neuwerth, obgleich der relative wächst, sobald in die Bestandtheile des Capitals verhältnißmässig mehr Material und Instrument zur Arbeit eingeht? Es wird im Verhältniß zu einem gegebnen Capital weniger lebendige Arbeit angewandt; also wenn auch der Ueberschuß dieser lebendigen Arbeit über ihre Kosten grösser ist, und daher der Procentsatz eben in Bezug auf den Arbeitslohn sich vergrössert, d. h. der Procentsatz in Bezug auf das wirklich consumirte Capital, wird der absolute Neuwerth nicht nothwendig relativ kleiner als bei dem Capital, das weniger Arbeitsmaterial und Instrument (dieß namentlich ist der Hauptpunkt in der Veränderung des unveränderten, i. e. durch den Productionsprocess als Werth unveränderten Werths) anwendet und mehr lebendige Arbeit; eben weil mehr lebendige Arbeit relativ angewandt wird? Der Vermehrung des Arbeitsinstruments entspricht dann das Wachsen der Productivkraft, da sein Mehrwerth wie in der früheren Productionsweise in keinem Verhältniß zu seinem Gebrauchswerth, seiner Productivkraft steht, und die blose Vermehrung der Productivkraft Mehrwerth schafft, wenn auch keineswegs in demselben Zahlenverhältniß. Die Vermehrung der Productivkraft, die sich in der Vergrösserung des Werths des Instruments – des Raums, den es in den Auslagen des Capitals einnimmt, aussprechen muß, führt nothwendig mit sich Vermehrung des Materials, da mehr Material bearbeitet werden muß, damit mehr Product producirt werden kann. (Die Vermehrung der Productivkraft bezieht sich aber auch auf Qualität; doch nur auf Quantität für ein gegebnes Product von bestimmter Qualität; auf Qualität für eine bestimmt gegebne Quantität; kann sich auf beides beziehn.) Obgleich nun weniger Arbeit (nothwendige) im Verhältniß zur Surplusarbeit vorhanden, als überhaupt nothwendig weniger lebendige Arbeit überhaupt zum Capital vorhanden, kann so nicht sein Mehrwerth zunehmen, obgleich er im Verhältniß zum ganzen Capital abnimmt, also die s. g. Rate des Profits abnimmt? Z. B. nehme Capital von 100. Material sei ursprünglich 30. Instrument 30. (Zusammen 60 unveränderlicher Werth.) Arbeitslohn 40 (4 Arbeitstage). Profit 10. Hier der Profit 25 P. C. Neuwerth auf die im Arbeitslohn vergegenständlichte Arbeit und 10 P. C. in Bezug auf das Capital. Nun werde Material 40, Instrument 40. Die Productivität verdopple sich, so daß nur mehr 2 Arbeitstage nöthig = 20. Gesezt nun der absolute Profit sei kleiner als 10; d. h. der Profit auf das Gesammtcapital. Kann nicht der auf die beschäftigte Arbeit mehr als 25 P. C., i. e. im angegebnen Fall mehr als den 4ten Theil von 20 [betragen]? In fact der 3te Theil von 20 ist 6 ; also weniger als Zehn,| |5| aber doch 33 P. C. auf die angewandte Arbeit, während es im vorigen Fall nur 25 % war. Hier hätten wir am Ende nur 106 , während wir früher 110 hätten, und doch wäre mit derselben Summe (100) die Surplusarbeit, der Mehrgewinn grösser in Bezug auf die angewandte Arbeit als im ersten; aber da absolut weniger Arbeit angewandt war von 50 %, während der grössere Profit auf die angewandte Arbeit nur 8 mehr beträgt, als im ersten Fall, muß das absolute Ergebniß kleiner sein, also auch der Profit auf das Totalcapital. Denn 20 × 33 kleiner als 40 × 25. Dieser ganze Fall ist unwahrscheinlich und kann nicht als ein allgemeines Beispiel in der Oekonomie gelten; denn Vermehrung des Arbeitsinstruments, Vermehrung des bearbeiteten Materials ist hier vorausgesezt, obgleich nicht nur die relative, sondern die absolute Arbeiterzahl sich vermindert hat. (Natürlich wenn 2 Faktoren = einem 3ten, muß der eine sich verkleinern, indem sich der andre vergrössert.) Aber Vergrösserung des Arbeitsinstruments dem Werth nach, den es im Capital einnimmt und Vermehrung des Arbeitsmaterials dem Werth nach mit relativ verminderter Arbeit, sezt im Ganzen voraus Theilung der Arbeit, also Vermehrung der Arbeiter wenigstens absolut, wenn auch nicht im Verhältniß zur Grösse des angewandten Capitals. Indeß z. B. bei der lithographischen Maschine, die jeder selbst zum Abzug von Lithographien gebrauchen kann, setze der Werth des erst erfundnen Instruments sei grösser gewesen als der, den 4 Arbeiter früher anwandten, bevor diese handlichen Dinger erfunden waren; sie brauche nur mehr 2 Arbeiter (hier, wie bei vielen Maschinen, die instrumentartig sind von gar keiner weitern Theilung der Arbeit die Rede, sondern vielmehr die qualitative Theilung verschwindet); die Instrumente seien ursprünglich nur vom Werth von 30 gewesen, aber die nöthige Arbeit (d. h. für den Capitalisten nöthig, um Profit zu machen) von 4 Arbeitstagen. (Es giebt Maschinen, z. B. Luftheizungsröhren, wo die Arbeit als solche ganz verschwindet, ausser an einem Punkt; die Röhre wird an einem Punkt geöffnet; um sie an die übrigen zu übertragen, sind gar keine Arbeiter nöthig. Dieß überhaupt der Fall (siehe Babbage) bei Kraftleitern, wo früher die Kraft in materieller Form durch ebensoviele Arbeiter, vorhin Heizer, von einem Ort zum andern [übertragen wurde] – die Leitung aus einem Raum in den andern, die jezt physischer Process geworden ist, als Arbeit von so und so viel Arbeitern erschien.) Wendet er diese Lithographirmaschine als Erwerbsquelle, als Capital an, nicht als Gebrauchswerth, so vermehrt sich das Material nothwendig, da er in derselben Zeit mehr Lithographien abziehn kann, und eben daher sein Profit kommt. Dieser Lithograph wende daher Instrument von 40 an, Material von 40, Arbeitstage 2 (20), die ihm 33 P. C., d. h. 6 auf 20 vergegenständlichte Arbeitszeit [einbringen], so besteht sein Capital wie das des andern aus 100, bringt ihm nur 6 P. C., aber er gewinnt auf die angewandte Arbeit 33 ; der andre gewinnt auf das Capital 10, auf die angewandte Arbeit nur 25 %. Der auf die angewandte Arbeit erhaltne Werth mag kleiner sein, aber die Profite des ganzen Capitals sind grösser, wenn die übrigen Bestandtheile des Capitals im Verhältniß kleiner. Dennoch könnte das Geschäft mit den 6 P. C. auf das Gesammtcapital und 33 P. C. auf die angewandte Arbeit profitlicher werden, als das ursprünglich basirte auf 25 % von der Arbeit und 10 Profit vom Totalcapital. Unterstelle z. B. Korn etc stiegen so, daß der Lebensunterhalt des Arbeiters um 25 P. C. im Werth stiege. Die 4 Arbeitstage würden dem ersten Lithographen jezt 50 statt 40 kosten. Seine Instrumente und Material blieben dieselben: 60 Th. Also müßte er auslegen Capital von 110. Sein Profit mit Capital von 110 wäre auf die 50 Th. für 4 Arbeitstage 12 (25 %). Also 12 Th. auf 110; (i. e. 9 % auf das Gesammtcapital von 110). Der andre Lithograph: Maschine 40; Material 40; aber die 2 Arbeitstage statt 20 werden ihm kosten 25 % mehr, d. h. 25. Er müßte also auslegen 105; sein Mehrwerth auf die Arbeit 33 P. C., d. h. , also 8 . Er würde also auf 105 gewinnen 8 ; 13 P. C. Also nimm in einem Cyclus von 10 Jahren 5 schlechte und 5 gute Herbste zu den obigen average Proportionen an; so würde der erste Lithograph gewinnen gegen den 2ten in den ersten 5 Jahren 50 Th. Zins; in den 2ten 45 ; zusammen 95 Th.; average Zins auf die 10 Jahre 9 Th. Der andre Capitalist würde gewonnen haben erste 5 Jahre 31 ; 2te 5 Jahre 65 ; zusammen: 96 Th.; average von den 10 Jahren 9 . Da No. II mehr Material verarbeitet zum selben Preiß, liefert er es wohlfeiler. Es könnte dagegen gesagt werden, da er mehr Instrument abnuzt, liefert er es theurer; besonders da das Verhältniß in dem er mehr Maschinenwerth braucht dasselbe ist, in dem er mehr Material abnuzt; allein es ist praktisch ||6| falsch, daß sich die Maschinen im selben Maaß mehr abnutzen, d. h. daß sie in demselben Zeitraum ersezt werden müssen als sie mehr Material bearbeiten. Doch alles das gehört nicht hierher. Das Verhältniß zwischen Werth von Maschine und Material sei constant in beiden Fällen unterstellt. –
Das Beispiel gewinnt erst Wichtigkeit, wenn wir unterstellen ein kleinres Capital, das mehr Arbeit anwendet und weniger Material und Maschinerie, aber höhern Procentsatz auf das Ganze Capital gewinnt; und ein größres Capital, das mehr Maschinerie, mehr Material anwendet, verhältnißmässig weniger, aber absolut ebensoviel Arbeitstag und kleinren Procentsatz auf das Ganze, weil weniger auf die Arbeit, die productiver ist, Theilung der Arbeit angewandt etc. Es muß dabei unterstellt sein, daß der Gebrauchswerth der Maschine (was oben nicht unterstellt war) bedeutend grösser als ihr Werth; d. h. daß ihre Entwerthung im Dienst der Production nicht in demselben Verhältniß steht, wie ihre Vermehrung der Production.
Also wie oben Presse (dießmal Druckpresse, aber Handpresse; das 2t mal selfacting Druckpresse).
Capital I von 100 wende an in Material 30; in Handpresse 30; in Arbeit 4 Arbeitstage = 40 Th.; Gewinn 10 %; also 25 % auf die lebendige Arbeit ( surplus Zeit).
Capital II von 200 wende an Material 100, Presse 60,4 Arbeitstage (40 Th.); Gewinn auf die 4 Arbeitstage 13 Th.: 1 Arbeitstag und , während im 1 Fall nur 1 Arbeitstag; Gesammtsumme: 413 . D. h. 3 P. C., während im ersten Fall 10 P. C. Dennoch ist in diesem 2ten Fall der Mehrwerth auf die angewandte Arbeit 13 , im ersten nur 10; im ersten schaffen 4 Tage in 4 Tagen 1 Surplustag; im 2ten 4 [Tage] einen Surplustag. Die Rate des Profits auf das gesammte Capital ist aber um den 3. Theil oder 33 P. C. kleiner als im ersten; die Totalsumme des Gewinns ist um grösser. Nehmen wir nun an die 30 und 100 Material seien Druckbogen; das Instrument zehre sich in derselben Zeit auf, in 10 Jahren oder in einem Jahr. So hat No. I zu ersetzen von 30 im Instrument, i. e. 3; No. II von 60, i. e. 6. Weiter geht das Instrument auf beiden Seiten in die jährliche Production (die 4 Arbeitstage können als Tage von 3 Monaten gelten) nicht ein, die im obigen betrachtet ist.
Capital I verkauft 30 Druckbogen zu 30 Material + 3 Instrument + 50 (vergegenständlichte Arbeitszeit) = 83.
Capital II verkauft 100 Druckbogen zu 100 Material + 6 Instrument + 53 = 159 .
Capital I verkauft 30 Druckbogen zu 83 Th.; 1 Druckbogen zu Th. = 2 Th. 23 Sgr.
Capital II verkauft 100 Druckbogen zu 159 Th. 10 Sgr.; 1 Druckbogen zu ; i. e. zu 1 Th. 9 Sgr. 10 Pf.
Es ist also klar, daß Capital I im Arsch ist, weil es unendlich zu theuer verkauft. Obgleich nun im ersten Fall der Profit auf das Gesammtcapital 10 % war und im 2ten 3 P. C. nur, so hat doch das erste Capital nur 25 % genommen auf die Arbeitszeit, während das 2te – 33 nimmt. Bei dem Capital I ist das Verhältniß der nothwendigen Arbeit grösser zum angewandten Gesammtcapital und daher erscheint die Surplusarbeit, obgleich absolut kleiner als in Capital II, als größre Rate des Profits auf das kleinre Gesammtcapital. 4 Arbeitstage zu 60 grösser als 4 zu 160; das erste 1 Arbeitstag auf vorhandnes Capital von 15; im 2ten 1 Arbeitstag auf 40. Aber im 2ten Capital ist die Arbeit productiver (was gesezt ist sowohl durch den größren Bestand der Maschinerie; daher auch den grösseren Raum, den sie unter den Werthen des Capitals einnimmt; als durch das größre Material, worin sich der ||7| mehr Surplus Zeit arbeitende, daher mehr Material in derselben Zeit verbrauchende Arbeitstag ausdrückt). Es schafft mehr surplus Zeit (relative Surpluszeit, also durch die Entwicklung der Productivkraft bedingte). Im ersten Fall ist die Surpluszeit , im 2ten . Sie schafft daher in derselben Zeit mehr Gebrauchswerthe wie einen größren Tauschwerth; den leztren aber nicht im selben Verhältniß wie die erstren, da wie wir gesehn der Tauschwerth nicht in demselben numerischen Verhältniß wächst wie die Productivität der Arbeit. Der fractionelle Preiß ist daher kleiner, als der Totalpreiß der Production – i. e. der fractionelle Preiß multiplicirt mit dem Quantum der producirten fractionellen Preisse grösser. Hätten wir nun, obgleich die Totalsumme der Arbeitstage relativ kleiner wie in No. I, als absolut grösser angenommen, so wäre die Sache noch frappanter. Der Profit des grössren, mit grössrer Maschinerie arbeitenden Capitals erscheint daher kleiner als der des kleinren mit relativ oder absolut mehr lebendiger Arbeit arbeitenden, eben weil der größre Profit auf die lebendige Arbeit kleiner erscheint auf ein Gesammtcapital vertheilt, in dem die angewandte lebendige Arbeit in geringrem Verhältniß steht zum Gesammtcapital, als der kleinre Profit auf die lebendige Arbeit, der in einem größren Verhältniß steht zum kleinren Gesammtcapital. Daß das Verhältniß aber in No. II so ist, daß mehr Material verarbeitet werden kann, und größrer Theil des Werths in Arbeitsinstrument angelegt ist, ist nur der Ausdruck für die Productivität der Arbeit.
Dieß also ist der berühmte Witz des unglücklichen Bastiat, der sich fest eingeredet hatte – worauf Herr Proudhon ihm nicht zu antworten wußte – daß weil die Profitrate auf das größre und productivere Gesammtcapital kleiner erscheint, der Antheil des Arbeiters grösser geworden, während grade umgekehrt seine Surplusarbeit grösser geworden.
Ricardo scheint die Sache auch nicht verstanden zu haben, da er otherwise das periodische Sinken des Profits sich nicht blos aus dem durch das Steigen der Kornpreisse (und damit der Rente) verursachten Steigen der Salaire erklärt haben würde. Aber au fond ist der Mehrwerth – soweit er zwar die Grundlage des Profits, aber auch von dem commonly s. g. Profit unterschieden ist, nie entwickelt worden. Der unglückliche Bastiat würde im angegebnen Fall gesagt haben, daß da im ersten Beispiel der Profit 10 % (i. e. ) im zweiten nur 3 P. C., i. e. (laß den Procenttheil weg), der Arbeiter im ersten Fall im zweiten erhält. Weder ist das Verhältniß in irgend einem der beiden cases richtig, noch ihr Verhältniß untereinander.
Was nun die weitere Beziehung angeht des Neuwerths des Capitals zum Capital als indifferentem Gesammtwerth (so erschien uns überhaupt das Capital, bevor wir zum Productionsprocess fortgingen, und so muß es uns wieder am Ende desselben erscheinen), so ist das zu entwickeln theils unter der Rubrik Profit, wo der Neuwerth eine neue Bestimmung erhält, theils unter der Rubrik der Accumulation. Hier gilt es uns nur zunächst die Natur des Mehrwerths als Equivalent der über die nothwendige Arbeitszeit hinaus vom Capital ins Werk gesezten, absoluten oder relativen, Arbeitszeit zu entwickeln.
Daß die Consumtion im Productionsakt des Werthbestandtheils der im Instrument besteht, durchaus nicht das Productionsinstrument vom Material unterscheiden kann – hier, wo blos noch die Setzung des Mehrwerths zu erklären, die Selbstverwerthung – geht einfach daraus hervor, daß diese Consumtion dem einfachen Productionsprocess selbst angehört, daß also schon in diesem – damit er die Fähigkeit hat von sich von neuem zu beginnen – der Werth des consumirten Instruments (sei es des einfachen Ge- brauchswerths selbst, oder des Tauschwerths, wenn die Production schon zur Theilung der Arbeit fortgegangen und wenigstens das Surplus ausgetauscht wird) sich im Werth (Tauschwerth oder Gebrauchswerth) des Products wiederfinden muß. Das Instrument verliert seinen Gebrauchswerth in demselben Maasse wie es den Tauschwerth von Rohmaterial erhöhen hilft und als Mittel der Arbeit dient. Dieser Punkt muß, indeed, untersucht werden, da die Unterscheidung zwischen dem unveränderten Werth als einem Theil des Capitals, der erhalten bleibt, dem andren der reproducirt wird (reproducirt für das Capital; vom Standpunkt der wirklichen Production der Arbeit aus, producirt) und dem der neu producirt wird, wesentlich wichtig.
It is now time to finir avec la question regardant la valeur résultant de l'accroissement des forces productives. Wir haben gesehn: Ein Mehrwerth (nicht blos grösserer Gebrauchswerth) wird geschaffen, wie bei dem absoluten Zuwachs der Surplusarbeit. Wenn eine bestimmte Grenze gegeben ist, sage z. B. daß der Arbeiter nur einen halben Tag braucht, um sich Lebensmittel für einen ganzen zu produciren – die natürliche Grenze sei erreicht, die der Arbeiter mit einem gegebnen Arbeitsquantum surplus Arbeit liefert, so ist eine Vermehrung der absoluten Arbeitszeit nur möglich, dadurch daß gleichzeitig mehr Arbeiter angewandt werden, der wirkliche Arbeitstag sich simultaneously vervielfältigt, statt nur verlängert wird – (der einzelne Arbeiter kann unter der Voraussetzung nur 12 Stunden arbeiten; soll die surplus Zeit von 24 Stunden gewonnen werden, so müssen 2 Arbeiter dran). In diesem Fall muß das Capital, bevor es den Selbstverwerthungsprocess eingeht, in dem Tauschakt mit dem Arbeiter 6 Arbeitsstunden mehr kaufen, also grösseren Theil von sich abgeben; andrerseits im Durchschnitt mehr in Material auslegen, das bearbeitet werden soll (abgesehn davon, daß der überschüssige Arbeiter vorhanden sein, d. h. die arbeitende Population gewachsen sein muß). Also hängt die Möglichkeit des weitren Verwerthungs ||8| prozesses hier ab von einer vorhergegangnen Accumulation des Capitals (seinem stofflichen Bestehn nach betrachtet). Wächst dagegen die Productivkraft und daher die relative Surpluszeit, so ist – auf dem jetzigen Standpunkt kann das Capital immer noch betrachtet werden als direct Lebensmittel, Rohstoff etc producirend – geringre Auslage für Salair nöthig und das Wachsthum im Material ist durch den Verwerthungsprocess selbst geschaffen. Doch diese Frage bezieht sich rather auf die Accumulation der Capitalien.
Kommen wir nun zu dem Punkt, an dem wir zulezt abgebrochen. Die wachsende Productivität vermehrt den Surpluswerth, obgleich sie nicht die absolute Summe der Tauschwerthe vermehrt. Sie vermehrt die Werthe, weil sie einen neuen Werth als Werth, d. h. einen Werth schafft, der nicht blos als Equivalent ausgetauscht werden soll, sondern sich behaupten; in einem Worte, mehr Geld. Die Frage ist: Vermehrt sie schließlich auch die Summe der Tauschwerthe? Au fond ist dieß zugegeben, da auch Ricardo zugiebt, daß mit der Accumulation der Capitalien die Ersparnisse, hence die Tauschwerthe wachsen, die producirt werden. Das Wachsen der Ersparungen heißt nichts als Wachsen selbstständiger Werthe – Geldes. Aber R's Demonstration widerspricht dieser seiner eignen Behauptung.
Unser altes Beispiel. 100 Th. Capital; 60 Th. unveränderter Werth; 40 Salair; producire 80; also Product = 140.
❲Hier zeigt es sich wieder, daß der Surplus Werth auf das Ganze des Capitals = der Hälfte des neu producirten Werths ist, da eine Hälfte desselben = der nothwendigen Arbeit. Welches Verhältniß dieser Surplus Werth, der immer gleich der Surplus Zeit ist, also = dem Gesammtproduct des Arbeiters – den Theil, der sein Salair bildet, hängt ab 1) von dem Verhältniß das der unveränderte Theil des Capitals zum productiven; 2) das die nothwendige Arbeitszeit zur surplus Zeit einnimmt. Im obigen Fall 100 % das Verhältniß der Surplus Zeit zur nothwendigen; macht 40 % auf das Capital von 100; also 3) auch nicht nur von dem in 2) angegebnen Verhältniß, sondern von der absoluten Grösse der nothwendigen Arbeitszeit. Wäre von dem Capital von 100 der unveränderte Theil 80, so wäre der gegen die nothwendige Arbeit ausgetauschte = 20, und wenn dieß 100 % Surplus Zeit schaffe der Profit des Capitals 20 %. Wäre aber das Capital = 200 mit demselben Verhältniß des constanten und variablen Theils (nämlich zu ), so die Summe 280, was 40 auf 100 macht. In diesem Fall wüchse das absolute Quantum des Profits von 40 auf 80, aber das Verhältniß bliebe 40 %. Wäre dagegen in den 200 sage wieder das constante Element 120, das Quantum der nothwendigen Arbeit 80, aber diese vermehrte sich nur um 10 %, also um 8, so wäre die Gesammtsumme = 208, also Profit von 4 %; vermehrte sie sich nur um 5, so die Gesammtsumme 205; also 2 P. C.❳
Diese 40 Surplus Werth sei absolute Arbeitszeit.
Gesezt nun die Productivkraft verdopple sich: der Arbeiter könne also wenn 40, 8 nothwendige Arbeitsstunden liefern, nun in 4 Stunden einen ganzen Tag lebendiger Arbeit produciren. Es würde dann die surplus Zeit wachsen (früher Tag um einen ganzen zu produciren, jezt Tag) um . Von dem Product des Arbeitstags wäre Mehrwerth und wenn die nothwendige Arbeitsstunde = 5 Th. (5 × 8 = 40) brauchte er jezt nur noch 5 × 4 = 20 Th. Dem Capital also Surplusgewinn von 20, nämlich 60 statt 40. Am Schluß 140, wovon 60 = dem constanten Werth, 20 = dem Salair und 60 = dem Mehrgewinn; zusammen 140. Mit 80 Th. Capital kann der Capitalist nun die Production von neuem beginnen:
Der Capitalist A auf derselben Stufe der alten Production wende sein Capital 140 zu neuer Production an. Nach dem ursprünglichen Verhältniß braucht er zum invariablen Theil des Capitals also 3 × = 3 × 28 = 84, bleibt für die nothwendige Arbeit 56. Er wandte vorhin 40 für Arbeit an, jezt 56; von 40 mehr. Also am Schluß sein Capital = 84 + 56 + 56 = 196.
Der Capitalist B auf der Stufe der gewachsenen Production würde ebenfalls die 140 Th. zu neuer Production anwenden. Wenn er Capital von 80 braucht 60 als invariablen Werth und nur 20 für Arbeit, so von 60 braucht er 45 für invariablen Werth und 15 für Arbeit; also Summe wäre = 1) 60 + 20 + 20 = 100 und zweitens 45 +15 + 15 = 75. Also sein Gesammtergebniß 175, während das des ersten = 196. Die Vermehrung der Productivität der Arbeit heißt nichts, als daß dasselbe Capital denselben Werth schafft mit weniger Arbeit, oder daß die geringre Arbeit dasselbe Product schafft mit größrem Capital. Weniger Nothwendige Arbeit mehr Surplus Arbeit producirt. Daß nothwendige Arbeit ||9| ist kleiner im Verhältniß zum Capital, für seinen Verwerthungsprocess ist offenbar dasselbe als das Capital ist verhältnißmässig grösser zur nothwendigen Arbeit, die es in Bewegung sezt; denn dasselbe Capital sezt mehr Surplus Arbeit in Bewegung, also weniger nothwendige.
❲Wird vorausgesezt, wie in unsrem Fall, daß das Capital dasselbe bleibt, d. h. daß beide wieder mit 140 Th. beginnen, so muß bei dem productivren größrer Theil auf das Capital fallen (nämlich seinen invariablen Theil), bei dem unproductivren größrer auf Arbeit. Das erste Capital von 140 sezt daher nothwendige Arbeit von 56 in Bewegung, und diese nothwendige Arbeit unterstellt zu ihrem Process einen invariablen Theil des Capitals von 84. Das 2te sezt in Bewegung Arbeit von 20 + 15, = 35, und invariables Capital 60 + 45 = 105 (und aus dem früher Entwickelten folgt auch, daß die Vermehrung der Productivkraft nicht in demselben Maaß den Werth vermehrt, wie sie sich selbst vermehrt).❳
❲Im ersten Fall, wie vorhin schon gezeigt der absolute Neuwerth grösser als im 2ten, weil die Masse angewandter Arbeit grösser ist im Verhältniß zum invariablen; während im 2ten diese kleiner ist, eben weil die Arbeit productiver. Allein 1) der Unterschied, daß der Neuwerth im ersten Fall nur 40 war, im 2ten 60 schließt aus, daß der erste mit demselben Capital die Production neu beginnen kann, wie im 2ten; denn ein Theil des Neuwerths auf beiden Seiten muß als Equivalent in die Circulation eingehn, damit der Capitalist lebe und zwar vom Capital. Verzehren beide 20 Th. so fängt der erste die neue Arbeit an mit 120 Capital, der andre auch mit 120 etc. Sieh oben. Auf dieß Ganze noch einmal zurückzukommen; aber die Frage, wie sich der Neuwerth, der durch die größre Productivkraft geschaffen ist verhält zum Neuwerth, der durch absolut vermehrte Arbeit geschaffen ist, gehört in d. Capitel von der Accumulation und dem Profit.❳
Es wird daher auch von der Maschinerie gesagt, daß sie Arbeit spart; das blose Sparen der Arbeit ist indeß, wie Lauderdale richtig bemerkt hat, nicht das Charakteristische; da mit Hülfe der Maschinerie die menschliche Arbeit Dinge thut und schafft, die sie absolut ohne sie nicht schaffen könnte. Leztres bezieht sich auf den Gebrauchswerth der Maschinerie. Das Sparen der nothwendigen Arbeit und das Schaffen der Surplusarbeit ist das Charakteristische. Die größre Productivität der Arbeit drückt sich darin aus, daß das Capital weniger nothwendige Arbeit zu kaufen hat um denselben Werth und größre Quanta von Gebrauchswerthen zu schaffen, oder daß geringre Nothwendige Arbeit denselben Tauschwerth schafft, mehr Material verwerthet, und eine größre Masse Gebrauchswerthe. Das Wachsen der Productivkraft unterstellt also, wenn der Gesammtwerth des Capitals derselbe bleibt, daß der constante Theil desselben (in Material und Maschinen bestehende) wächst im Verhältniß zum variablen, d. h. zu dem Theil desselben, der sich mit der lebendigen Arbeit austauscht, den Fonds des Arbeitslohns bildet. Es erscheint dieß zugleich so, daß geringres Quantum Arbeit ein größres Quantum Capital in Bewegung sezt. Wächst der Ge- sammtwerth des Capitals, das in den Productionsprocess eingeht, so muß der Arbeitsfonds (dieser variable Theil des Capitals) relativ abnehmen, verglichen mit dem Verhältniß, wenn die Productivität der Arbeit, also das Verhältniß der nothwendigen Arbeit zur Surplusarbeit dasselbe geblieben wäre.
Nehmen wir im obigen Fall an, das Capital 100 sei Agriculturcapital gewesen. 40 Th. Saamen, Dünger etc, 20 Th. Arbeitsinstrument, und 40 Th. Lohnarbeit auf dem alten Standpunkt der Production. (Unterstelle diese 40 Th. = 4 nothwendigen Arbeitstagen.) Diese schaffen Summe von 140 auf dem alten Standpunkt der Production. Die Fruchtbarkeit vermehre sich um das Doppelte, sei es durch Verbeßrung des Instruments oder beßren Dünger etc. In diesem Fall muß das Product sein = 140 Th. (unterstellt das Instrument sich ganz aufzuzehren). Die Fruchtbarkeit verdopple sich, so daß der Preiß des nothwendigen Arbeitstags um die Hälfte falle; oder daß nur 4 halbe nothwendige Arbeitstage (i. e. 2 ganze) nöthig sind um 8 zu produciren. 2 Arbeitstage um 8 zu produciren ist dasselbe, daß auf den einzelnen Arbeitstag (3 Stunden) fällt für die nothwendige Arbeit. Statt 40 Th. hat der Pächter jezt nur mehr 20 auf Arbeit zu spenden. Am Ende des Processes haben sich also die Bestandtheile des Capitals geändert; von den ursprünglichen 40 auf Saamen etc, die jezt doppelten Gebrauchswerth haben; 20 Arbeitsinstrument und 20 Arbeit (2 ganze Arbeitstage). Früher das Verhältniß des constanten Theils des Capitals zum variablen jezt oder oder betrachten wir das ganze Capital, so verhielt sich die nothwendige Arbeit ; jezt wie . Will der Pächter nun fortfahren die Arbeit im früheren Verhältniß anzuwenden, um wie viel müßte dann sein Capital wachsen? Oder, damit wir die bösartige Voraussetzung vermeiden, daß er fortfuhr mit 60 constantem Capital und 40 Arbeitsfonds zu arbeiten – nachdem die Verdopplung der Productivkraft eingetreten, wodurch falsche Verhältnisse hereingekommen ❲obgleich dieß z. B. beim Pächter ganz richtig, wenn die seasons an Fruchtbarkeit verdoppelt oder für jeden Industriellen richtig, wenn nicht in seiner Branche, sondern in den von ihm benuzten die Productivkraft sich verdoppelt; also z. B. die Rohwolle um 50 % weniger kostete, ferner das Getreide (also der Arbeitslohn), endlich das Instrument; er würde dann nach wie vor fortfahren erstens 40 Th. in Rohwolle auszulegen, aber doppelt so viel Quantum, 20 in Maschinerie, 40 in Arbeit❳; es wird damit nämlich unterstellt daß trotz der verdoppelten Productivkraft das Capital fortfuhr in denselben Bestandtheilen zu arbeiten, dieselbe Quantität nothwendige Arbeit anzuwenden, ohne mehr auszugeben für Rohmaterial und Arbeitsinstrument ❲Setze, daß nur die Baumwolle sich verdoppelt in Productivkraft, die Maschine dieselbe geblieben, so – dieß weiter zu untersuchen❳; also die Productivkraft verdopple sich, so daß wenn er früher 40 Th. für Arbeit ausgeben mußte, er nun nur 20 Th. braucht.
(Ist unterstellt daß 4 ganze Arbeitstage nöthig waren – jeder = 10 Th., um ihm Surplus von 4 ganzen Arbeitstagen zu schaffen, und dieß Surplus werde ihm verschafft, indem die 40 Th. Baumwolle in Garn verwandelt werden, so braucht er jezt nur 2 ganze Arbeitstage, ||10| um denselben Werth zu schaffen – nämlich 8 Arbeitstage; der Werth des Garns drückte früher Surpluszeit von 4 Arbeitstagen aus, jezt von 6. Oder jeder der Arbeiter brauchte früher 6 Stunden nothwendige Arbeitszeit um 12 zu schaffen; jezt 3. Die nothwendige Arbeitszeit betrug 12 × 4 = 48 [Stunden] oder 4 Tage. In jedem dieser Tage die Surpluszeit = Tag (6 Stunden). Sie [die nothwendige Arbeitszeit] beträgt jezt nur noch 12 × 2 = 24 [Stunden] oder 2 Tage; 3 Stunden [im Tage]. Um den Surpluswerth herauszubringen mußte jeder der 4 Arbeiter arbeiten 6 × 2 Stunden; d. h. 1 Tag; jezt braucht er nur mehr zu arbeiten 3 × 2 = d. h. Tag. Ob nun 4 einen Tag arbeiten, oder 2 einen ganzen Tag ist dasselbe. Der Capitalist könnte 2 Arbeiter entlassen. Er müßte sie sogar entlassen, da er aus einem bestimmten Quantum Baumwolle nur ein bestimmtes Quantum Garn machen kann; also nicht mehr 4 ganze Tage arbeiten lassen kann; sondern nur noch 4 halbe. Wenn der Arbeiter aber 12 Stunden arbeiten muß, um 3 Stunden, d. h. sein nothwendiges Salair zu erhalten, so wird er, wenn er 6 Stunden arbeitet nur 1 Stunden Tauschwerth erhalten. Wenn er aber mit 3 nothwendigen Arbeitsstunden 12, kann er mit 1 nur 6 leben. Jeder der 4 Arbeiter könnte also, wenn sie alle 4 angewandt würden, nur einen halben Tag leben; d. h. alle 4 können nicht als Arbeiter von demselben Capital am Leben erhalten werden, sondern nur 2. Der Capitalist könnte 4 zahlen mit dem alten fonds für 4 halbe Arbeitstage; dann zahlte er 2 zu viel und machte den Arbeitern ein Geschenk aus der Productivkraft; da er nur 4 halbe lebendige Arbeitstage anwenden kann; solche „Möglichkeiten“ kommen weder in der Praxis vor, und noch weniger kann davon die Rede sein, hier, wo es sich um das Capitalverhältniß als solches handelt.)
20 Thaler von dem Capital von 100 sind jezt nicht direkt in der Production angewandt. Der Capitalist wendet nach wie vor 40 Th. für Rohstoff, 20 für Instrument an, also 60, aber nur noch 20 Th. für Arbeit (2 Arbeitstage). Von dem ganzen Capital von 80 wendet er (60) für den constanten Theil an und nur für Arbeit. Wendet er also die restirenden 20 in derselben Weise an, so für constantes Capital, für Arbeit; i. e. 15 für das erste, 5 für die 2te. Da nun ein Arbeitstag = 10 Th. vorausgesezt, wäre 5 nur = 6 Stunden = Arbeitstag. Das Capital könnte mit dem Neuwerth von 20 durch die Productivität gewonnen, nur Arbeitstag mehr kaufen, um sich in demselben Verhältniß zu verwerthen. Es müßte wachsen um das 3fache (nämlich 60) (zusammen mit den 20, 80), um die 2 entlaßnen Arbeiter, oder die früher angewandten 2 Arbeitstage ganz anwenden zu können. Nach dem neuen Verhältniß, wendet das Capital an constantes Capital, um Arbeitsfund anzuwenden.
Mit 20 ganzem Capital daher , i. e. 15 constantes und Arbeit (i. e. 5) = Arbeitstag.
Mit 4 × 20 ganzem Capital daher 4 × 15 = 60 constantem daher 4 × 5 Arbeitslohn = Arbeitstage = 2 Arbeitstage.
Wenn also die Productivkraft der Arbeit sich verdoppelt, so daß ein Capital von 60 Th. Rohwolle und Instrument nur mehr 20 Th. Arbeit (2 Arbeitstage) braucht zu seiner Verwerthung, wo es früher 100 [Gesammtcapital] brauchte, so müßte das Gesammtcapital von 100 auf 160 wachsen, oder das nun zu rechnende Capital von 80 müßte sich verdoppeln, um die ganze ausser Arbeit gesezte Arbeit beizubehalten. Durch die Verdopplung der Productionskraft wird aber nur ein neues Capital gebildet von 20 Th. = der früher angewandten Arbeitszeit; und diese reicht nur hin um Arbeitstag mehr anzuwenden. Das Capital welches vor der Verdopplung der Productivkraft 100 war und 4 Arbeitstage anwandte (unter der Voraussetzung daß = 40 Arbeitsfonds war), müßte jezt wo der Arbeitsfonds auf von 100 gefallen ist, auf 20 = 2 Arbeitstagen (auf aber von 80, dem neu in den Verwerthungsprocess tretenden Capital) steigen auf 160, um 60 %, um die alten 4 Arbeitstage anwenden zu können. Es kann mit den in Folge der Vermehrung der Productivkraft dem Arbeitsfonds entzognen 20 Th. jezt nur Arbeitstag von neuem anwenden, wenn mit dem ganzen alten Capital fortgearbeitet werden soll. Es wandte früher mit 100 an (4 Tage) Arbeitstage; es könnte jezt nur noch anwenden . Wenn also die Productivkraft sich verdoppelt, so braucht das Capital sich nicht zu verdoppeln, um dieselbe nothwendige Arbeit in Bewegung zu setzen, 4 Arbeitstage, also nicht zu wachsen auf 200, sondern es braucht nur zu wachsen um das Ganze minus den dem Arbeitsfonds entzognen Theil. (100 - 20 = 80) × 2 = 160. (Dagegen das 1te Capital, vor der Vermehrung der Productivkraft, das mit 100 ausgab: 60 constant, 40 Arbeitslohn (4 Arbeitstage), brauchte um 2 Tage mehr anzuwenden von 100 nur zu wachsen auf 150; nämlich constantes Capital (30) und Arbeitsfonds (20). Während vorausgesezt daß in beiden Fällen der [Gesammt-] Arbeitstag sich um 2 Tage vergrössert das zweite am Ende betragen würde ||11| 160; das erste nur 150). Von dem dem Arbeitsfonds in Folge des Wachsthums der Productivkraft entzognen Theil des Capitals muß ein Theil wieder verwandelt werden in Rohmaterial und Instrument, ein andrer mit lebendiger Arbeit ausgetauscht; dieß kann nur geschehn in den Proportionen zwischen den verschiednen Theilen, die durch die neue Productivität gesezt sind. Es kann nicht mehr geschehn in dem alten Verhältniß; denn das Verhältniß von Arbeitsfonds zu dem constanten fonds ist gesunken. Wandte das Capital von 100 für Arbeitsfonds an (40) und in Folge der Verdopplung der Productivkraft nur noch (20), so ist des Capitals frei geworden (20 Th.); der beschäftigte Theil 80 wendet nur noch als Arbeitsfonds an. Also ebenso die 20 nur noch 5 Th. ( Arbeitstag). Das ganze Capital von 100 wendet also jezt an 2 Arbeitstag; oder es müßte wachsen auf 160, um 4 wieder anzuwenden.
Wäre das ursprüngliche Capital 1000 gewesen und in derselben Weise getheilt: constantes Capital, Arbeitsfonds, so also 600 + 400 (400 sei gleich 40 Arbeitstagen; Arbeitstag = 10 Th.). Verdopplung der Productivkraft nun der Arbeit, also 20 Arbeitstage für dasselbe Product erheischt (= 200 Th.), so würde das erheischte Capital, um die Production von neuem zu beginnen sein = 800; nämlich 600 + 200; es wären frei geworden 200 Th. Diese im selben Verhältniß angewandt, so constantes Capital = 150 und Arbeitsfonds = 50. Wenn daher die 1000 Thaler ganz angewandt werden, so nun 750 constant + 250 Arbeitsfund = 1000 Th. 250 Arbeitsfund wäre aber = 25 Arbeitstagen (i. e. der neue fonds kann nur im neuen Verhältniß, d. h. zu die Arbeitszeit anwenden; um die ganze alte Arbeitszeit anzuwenden müßte er sich vervierfachen). Das frei gewordne Capital von 200 wendete an Arbeitsfonds von 50 = 5 Arbeitstagen ( der freigewordnen Arbeitszeit). (Der von dem Capital losgelöste Theil des Arbeitsfonds ist selbst als Capital angewandt nur mehr zu Arbeitsfonds; d. h. gerade in dem Verhältniß worin der Theil des neuen Capitals, der Arbeitsfonds ist zur Gesammtsumme des Capitals steht.) Um also 20 Arbeitstage anzuwenden (4 × 5 Arbeitstage), müßte dieser fonds wachsen von 50 auf 4 × 50 = 200; also müßte sich der freigewordne Theil von 200 auf 600 vermehren, d. h. verdreifachen; so daß das gesammte neue Capital 800 betrüge. So das Gesammtcapital 1600; von diesem 1200 constanter Theil und 400 Arbeitsfonds. Wenn also das Capital 1000 ursprünglich Arbeitsfonds von 400 enthielt (40 Arbeitstage) und durch Verdopplung der Productivkraft nur mehr Arbeitsfonds von 200 anzuwenden braucht, um die nothwendige Arbeit zu kaufen, d. h. nur mehr der früheren Arbeit; so müßte das Capital wachsen um 600, um die Gesammtheit der früheren Arbeit anzuwenden (und dieselbe Surpluszeit zu gewinnen). Es müßte den doppelten Arbeitsfonds anwenden können nämlich 2 × 200 = 400; da aber das Verhältniß des Arbeitsfonds zum Gesammtcapital jezt = , so erheischte dieß ein Gesammtcapital von 4 × 400 = 1600.
❲Das Gesammtcapital das nöthig wäre, um die alte Arbeitszeit anzuwenden ist also = dem alten Arbeitsfonds × mit dem Nenner des Bruchtheils der nun das Verhältniß des Arbeitsfonds zum neuen Gesammtcapital ausdrückt. Wenn die Verdopplung der Productivkraft dieß auf reducirt hat, so × mit 4; wenn auf , so multiplicirt mit 3. Ist die Productivkraft verdoppelt, so die nothwendige Arbeit und damit der Arbeitsfonds reducirt auf seines frühern Werths; aber macht in Bezug auf das neue Gesammtcapital von 800 oder in Bezug auf das alte Gesammtcapital von 1000. Oder das neue Gesammtcapital ist = 2 × dem alten Capital minus den freigewordnen Theil des Arbeitsfonds; (1000 - 200) × 2 = (800) × 2 = 1600. Das neue Gesammtcapital drückt eben aus die Gesammtsumme von constantem und variablem Capital, die nöthig um die Hälfte der alten Arbeitszeit ( , etc, je nachdem sich die Productivkraft 3 ×, 4 ×, x × vermehrt hat) anzuwenden; 2 × also das Capital um sie ganz anzuwenden (oder 3 ×, 4 ×, x × etc, je nach dem Verhältniß worin die Productivkraft gewachsen). Gegeben muß hier immer sein (technologisch) das Verhältniß worin ursprünglich die Capitaltheile zu einander standen; davon hängt z. B. ab, in welchen Bruchtheilen sich die Vervielfältigung der Productivkraft als Division der nothwendigen Arbeit ausdrückt.❳
Oder es ist, was dasselbe ist ||12| = 2 × dem neuen Capital, das in Folge der neuen Productivkraft die Stelle des alten in der Production ersezt (800 × 2) (also hätte sich die Productivkraft vervierfacht, verfünffacht etc = 4 ×, 5 × dem neuen Capital etc. Hat sich die Productivkraft verdoppelt, so ist die nothwendige Arbeit reducirt auf ; ebenso der Arbeitsfonds. Betrug sie also, wie im obigen Fall von dem alten Capital 1000 … 400, i. e. vom Gesammtcapital, so jezt oder 200. Dieß Verhältniß, um das sie reducirt ist, ist der freigewordne Theil des Arbeitsfonds = des alten Capitals = 200. des alten = des neuen. Das neue Capital ist = dem alten + desselben. Näher diese Pimpeleien später etc).
Dieselben ursprünglichen Verhältnisse zwischen den Theilen des Capitals vorausgesezt und dieselbe Vermehrung der Productivkraft, so ist die Grösse oder Kleinheit des Capitals völlig gleichgültig für die allgemeinen Sätze. Eine ganz andre Frage ist, ob wenn das Capital sich vergrössert, die Verhältnisse dieselben bleiben (dieß gehört aber in die Accumulation). Aber dieß vorausgesezt, sehen wir, wie die Vermehrung der Productivkraft die Verhältnisse in den Bestandtheilen des Capitals verändert. Wie für 100, so für 1000 wirkt die Verdopplung der Productivkraft in derselben Weise, wenn in beiden Fällen ursprünglich constantes, Arbeitsfonds war. (Das Wort Arbeitsfonds wird hier nur der Bequemlichkeit wegen gebraucht; wir haben das Capital noch nicht in dieser Bestimmtheit entwickelt. Bisher 2 Theile: der eine ausgetauscht gegen Waaren (Material und Instrument), der andre gegen das Arbeitsvermögen.) (Das neue Capital – d. h. der Theil des alten Capitals, der seine Function vertritt ist = dem alten – dem frei gewordnen Theil des Arbeitsfonds; dieser frei gewordne Theil aber = dem Bruchtheil, der die nothwendige Arbeit ausdrückte (oder was dasselbe den Arbeitsfund) dividirt durch den Multiplicator der Productivkraft. Also wenn das alte Capital 1000, der Bruchtheil, der die nothwendige Arbeit oder Arbeitsfonds ausdrückt = ; und die Productivkraft verdoppelt sich, so das neue Capital, das die Function des alten vertritt, = 800: nämlich des alten Capitals = 400; diese dividirt durch 2, den Multiplicator der Productivkraft = = = 200. Also das neue Capital = 800 und der frei gewordne Theil des Arbeitsfonds = 200).
Wir haben gesehn, daß unter diesen Verhältnissen ein Capital von 100 Th. zu 160, und eins von 1000 zu 1600 anwachsen muß, um dieselbe Arbeitszeit (von 4 oder 40 Arbeitstagen) zu halten, etc; beide müssen wachsen um 60 %, i. e. ihrer selbst (des alten Capitals) um das freigesezte (im ersten Fall 20 Th., im 2ten 200) – den freigesezten Arbeitsfonds – als solchen wieder anwenden zu können.
´❲Nb. Vorhin sahen wir, wie derselbe Procentsatz auf das Gesammtcapital sehr verschiedne Verhältnisse ausdrücken kann, worin das Capital seinen Mehrwerth schafft, d. h. Surplusarbeit, relative oder absolute sezt. Wäre das Verhältniß zwischen dem unveränderten Werththeil des Capitals und dem veränderlichen (gegen Arbeit ausgetauscht) so, daß der leztre = des Gesammtcapitals (also Capital 100 = 50 (constantem) + 50 (verändertem)), so brauchte der gegen die Arbeit ausgetauschte Theil sich nur um 50 % zu vermehren, um 25 % auf das Capital zu geben; nämlich 50 + 50 (+ 25) = 125; während im obigen Beispiel 75 + 25 (+ 25) = 125; also der gegen die lebendige Arbeit ausgetauschte Theil um 100 % sich vermehrte, um 25 auf das Capital zu geben. Hier sehn wir, wie wenn die Verhältnisse dieselben bleiben, derselbe Procentsatz auf das Gesammtcapital bleibt, wie groß oder klein es immer sei; d. h. wenn das Verhältniß des Arbeitsfonds zum Gesammtcapital dasselbe bleibt; also oben . Nämlich: 100 giebt 125, 80 giebt 100, 1000 giebt 1250, 800 giebt 1000, 1600 giebt 2000 etc, immer = 25 %. Wenn Capitalien, worin die Bestandtheile in verschiednem Verhältnisse stehn, also auch die Productivkraft, dieselben Procente auf das ganze Capital geben, so muß der wirkliche Mehrwerth sehr verschieden sein in den verschiednen Zweigen.❳
❲So ist das Beispiel richtig, die Productivkraft verglichen unter denselben Verhältnissen mit demselben Capital vor dem Steigen der Productivkraft. Capital von 100 wende an 50 constanten Werth, 50 = Arbeitsfonds. Der fonds vermehre sich um 50 %, i. e. ; so das Gesammtproduct = 125. Der Arbeitsfonds von 50 Th. employire 10 Arbeitstage, zahle für den Tag 5 Th. Da der Neuwerth , so muß die Surplus Zeit = 5 Arbeitstagen sein; d. h. der Arbeiter der nur 10 Arbeitstage zu arbeiten brauchte um 15 zu leben, muß für den Capitalisten 15 arbeiten um 15 zu leben; und seine Surplusarbeit von 5 Tagen constituirt den Mehrwerth des Capitals. In Stunden ausgedrückt, wenn der Arbeitstag = 12 Stunden, so die Surplusarbeit = 6 auf den Tag. Arbeitet so in 10 Tagen oder 120 Stunden zu viel 60 = 5 Tage. Nun aber bei der Verdopplung der ||13| Productivität wäre das Verhältniß der 100 Th. 75 und 25, d. h. dasselbe Capital brauche nur mehr 5 Arbeiter anzuwenden, um denselben Werth von 125 zu schaffen; so also die 5 Arbeitstage = 10; sich verdoppelt; d. h. bezahlt werden 5 Arbeitstage, producirt 10. Der Arbeiter brauchte nur 5 Tage zu arbeiten, um 10 zu leben (vor der Vergrösserung der Productivkraft mußte er 10 arbeiten um 15 zu leben; konnte also wenn er 5 arbeitete nur 7 leben); er muß aber für den Capitalisten 10 arbeiten um 10 zu leben; dieser profitirt also 5 Tage; 1 Tag auf den Tag; oder auf den Tag ausgedrückt früher mußte er arbeiten um 1 zu leben (i. e. 6 Stunden um 12 zu leben); jezt brauchte er nur zu arbeiten um 1 zu leben (i. e. 3 Stunden). Wenn er einen ganzen Tag arbeitete, könnte er 2 leben; wenn er 12 Stunden arbeitete, 24; wenn er 6 arbeitete, 12 Stunden. Er muß aber jezt 12 Stunden arbeiten um 12 zu leben. Er brauchte nur zu arbeiten um 1 zu leben; er muß aber 2 × = 1 arbeiten um 1 zu leben. Unter dem alten Zustand der Productivkraft mußte er 10 Tage arbeiten um 15 zu leben, oder 12 Stunden um 18 zu leben; oder 1 Stunde um 1 zu leben oder 8 Stunden um 12 zu leben, d. h. Tag um zu leben. Er muß aber arbeiten, um zu leben, d. h. zu viel. Die Verdopplung der Productivkraft steigert das Verhältniß der Surpluszeit von (d. h. 50 %) zu (d. h. 100 %). Im Verhältniß von der frühern Arbeitszeit: er brauchte 8 um 12 zu leben, d. h. nothwendige Zeit des ganzen Arbeitstags; er braucht jezt nur noch , d. h. 6 um 12 zu leben. Deßwegen wendet das Capital nun 5 Arbeiter statt 10 an. Wenn vorhin die 10 (kosteten 50) producirten 75, so produciren jezt die [5, die] 25 [kosten,] 50; d. h. die ersten nur 50 %; die 2ten 100. Die Arbeiter arbeiten nach wie vor 12 Stunden; aber im ersten Fall kaufte das Capital 10 Arbeitstage, jezt nur mehr 5; weil die Productivkraft sich verdoppelt hat produciren die 5 – 5 Surplusarbeitstage; weil im ersten Fall 10 Arbeitstage nur 5 Surplusarbeitstage gaben, jezt, wo die Productivkraft sich verdoppelt, also von 50 % auf 100 % gestiegen – 5 [Arbeitstage] 5; im ersten Fall 120 Arbeitsstunden (= 10 Arbeitstagen) produciren 180; im 2ten 60 [Arbeitsstunden] 60; d. h. im ersten Fall beträgt die Surpluszeit auf den ganzen Tag (auf die nothwendige Arbeitszeit 50 %); (d. h. auf 12 Stunden 4; die nothwendige Zeit 8); im 2ten Fall beträgt die Surpluszeit auf den ganzen Tag (auf die nothwendige Arbeitszeit 100 %) (d. h. auf 12 Stunden 6; die nothwendige Zeit 6); darum die 10 Tage im ersten Fall gaben 5 Tage Surpluszeit (-arbeit), und im 2ten die 5 geben 5. (Die relative Surpluszeit hat sich also verdoppelt; im Verhältniß zum ersten Verhältniß ist sie nur gewachsen um gegen ; d. h. um d. h. um 16 P. C.)❳
| const. | variabel | |||
| 100 | 60 | + | 40 | (ursprüngliches Verhältniß |
| 100 | 75 | + | 25 | (+25) = 125 (25 P.C.) |
| 160 | 120 | + | 40 | (+40) = 200 (25 P.C.) |
Da Surplusarbeit, oder Surpluszeit die Voraussetzung des Capitals ist, so beruht es also auf der Grundvoraussetzung, daß ein Surplus über die zur Erhaltung und Fortpflanzung des Einzelnen nothwendige Arbeitszeit existirt; daß z. B. das Individuum nur 6 Stunden zu arbeiten braucht um einen Tag zu leben, oder 1 Tag um 2 zu leben etc. Mit der Entwicklung der Productivkräfte nimmt die nothwendige Arbeitszeit ab und damit die Surpluszeit zu. Oder auch daß ein Individuum für zwei etc arbeiten kann. (“Wealth is disposable time and nothing more. Wäre die ganze Arbeit eines Landes nur hinreichend to raise the support of the whole population, there would be no surplus labour, folglich nothing that can be allowed to accumulate as capital … Wahrhaft reich eine Nation, wenn kein Zins existirt oder wenn statt 12 Stunden 6 gearbeitet wird … Whatever may be due to the capitalist, he can only receive the surplus labour of the labourer; for the labourer must live.” (The source and remedy of the national difficulties.) (p. 27, 28.))
Eigenthum. Ursprung von der Productivität der Arbeit. „Wenn Einer nur für Einen produciren kann, jeder Arbeiter; there can be no property. When one man's labour can maintain five, there will be 4 idle men for one employed in production. Property grows from the improvements in the mode of production … The growth of property, this greater ability to maintain idle men and unproductive industry = capital … Machinery selbst can seldom be applied with success to abridge the labours of an individual: more time would be lost in its construction than could be saved by its application. It is only really useful when it acts on great masses, when a single machine can assist the labours of thousands. It is accordingly in the most populous countries where there are most idle men that it is always most abundant. It is not called into action by a scarcity of men, but by the facility with which they are brought together … Nicht of the English population provides | |14| everything that is consumed by all. Unter William dem Eroberer z. B. die Anzahl der direkt an der Production betheiligten viel grösser zu den idle men.“ (Ravenstone. IX, 32.)
Wenn einerseits das Capital die Surplusarbeit schafft, ist die Surplusarbeit ebenso sehr Voraussetzung für die Existenz des Capitals. Auf Schaffen disponibler Zeit beruht die ganze Entwicklung des Reichthums. Das Verhältniß der nothwendigen Arbeitszeit zur überflüssigen (so zunächst ist sie vom Standpunkt der nothwendigen Arbeit aus) ändert sich auf den verschiednen Stufen der Entwicklung der Productivkräfte. Auf den primitivern Stufen des Austauschs tauschen die Menschen nichts aus als ihre über- flüssige Arbeitszeit; sie ist das Maaß ihres Austauschs, der sich daher auch nur auf überflüssige Producte erstreckt. In der auf dem Capital beruhnden Production ist die Existenz der nothwendigen Arbeitszeit bedingt durch Schaffen überflüssiger Arbeitszeit. Auf den untersten Stufen der Production sind erstens noch wenige menschliche Bedürfnisse producirt, also auch wenige zu befriedigen. Die nothwendige Arbeitszeit ist daher beschränkt, nicht weil die Arbeit productiv, sondern weil wenig nothwendig; und zweitens existirt auf allen Stufen der Production gewisse Gemeinsamkeit der Arbeit, gesellschaftlicher Charakter derselben, etc. Später entwickelt sich die gesellschaftliche Productivkraft etc. (Hierauf zurückzukommen.)
Die Surpluszeit existirt als Ueberschuß des Arbeitstags über den Theil desselben, den wir die nothwendige Arbeitszeit nennen; zweitens als Vermehrung der gleichzeitigen Arbeitstage, i. e. der arbeitenden Bevölkerung. (Sie kann auch erzeugt werden – doch dieß nur anspielungsweis hier zu erwähnen, gehört in das Capitel von der Lohnarbeit – durch gewaltsame Verlängerung des Arbeitstags über seine natürlichen Grenzen hinaus; durch Hinzufügung von Weibern und Kindern zur arbeitenden Bevölkerung.) Das erste Verhältniß der Surpluszeit des Tages zu seiner nothwendigen kann und wird durch Entwicklung der Productivkräfte modificirt, so daß die nothwendige Arbeit auf immer kleinern aliquoten Theil beschränkt wird. Dasselbe gilt dann für die Bevölkerung relativ. Eine arbeitende Bevölkerung, say of 6 Millionen, kann betrachtet werden als Ein Arbeitstag von 6 × 12, i. e. 72 Millionen Stunden: so daß dieselben Gesetze hier anwendbar.
Es ist, wie wir gesehn, Gesetz des Capitals Surplusarbeit, disponible Zeit zu schaffen; es kann dieß nur indem es nothwendige Arbeit in Bewegung sezt – d. h. den Tausch mit dem Arbeiter eingeht. Es ist daher seine Tendenz möglichst viel Arbeit zu schaffen; wie es ebenso sehr seine Tendenz ist, die nothwendige Arbeit auf ein Minimum zu reduciren. Es ist daher ebenso sehr Tendenz des Capitals die arbeitende Bevölkerung zu vermehren, wie einen Theil derselben beständig als Surplusbevölkerung – Bevölkerung die zunächst nutzlos ist, bis das Capital sie verwerthen kann – zu setzen. (Daher die Richtigkeit der Theorie von Surplusbevölkerung und Surpluscapital.) Es ist ebenso sehr Tendenz des Capitals menschliche Arbeit überflüssig zu machen (relativ) als menschliche Arbeit ins Maaßlose zu treiben. Werth ist nur vergegenständlichte Arbeit und Surpluswerth (Verwerthung des Capitals) ist nur Ueberschuß über den Theil der vergegenständlichten Arbeit, der nothwendig zur Reproduction des Arbeitsvermögens. Arbeit überhaupt ist und bleibt aber die Voraussetzung und die Surplusarbeit existirt nur im Verhältniß zur nothwendigen, also nur insofern diese existirt. Das Capital muß daher beständig nothwendige Arbeit setzen um Surplusarbeit zu setzen; es muß sie vermehren (nämlich die gleichzeitigen Arbeitstage) um das Surplus vermehren zu können; aber es muß sie ebenso sehr aufheben als nothwendige, um sie als Surplusarbeit zu setzen. Den einzelnen Arbeitstag betrachtet, ist der Process natürlich einfach: 1) ihn bis an die Grenzen der natürlichen Möglichkeit zu verlängern; 2) den nothwendigen Theil desselben immer mehr zu verkürzen (also die Productivkräfte maaßlos zu steigern). Aber der Arbeitstag räumlich betrachtet – die Zeit selbst räumlich betrachtet – ist das Nebeneinander vieler Arbeitstage. Mit je mehr Arbeitstagen at once das Capital den Austausch eingehn kann, worin es vergegenständlichte Arbeit gegen lebendige austauscht, desto grösser seine Verwerthung at once. Es kann die natürliche Grenze, die der lebendige Arbeitstag eines Individuums bildet, auf einer gegebnen Stufe der Entwicklung der Pro- ductivkräfte (und es ändert selbst nichts, daß diese Stufe changing ist) nur überspringen, indem es neben dem Einen Arbeitstag einen andren gleichzeitig sezt – durch das räumliche Zufügen von mehr gleichzeitigen Arbeits- tagen. Ich kann z. B. die Surplusarbeit von A nur auf 3 Stunden treiben; aber wenn ich die Tage von B, C, D etc hinzufüge, werden es 12 Stunden. Statt eine Surpluszeit von 3, habe ich eine von 12 geschaffen. Daher sollicitirt das Capital die Vermehrung der Population und der very process, wodurch die nothwendige Arbeit reducirt wird, macht es möglich neue nothwendige Arbeit (und daher Surplusarbeit) ins Werk zu setzen. (D. h. die Production der Arbeiter wird wohlfeiler, mehr Arbeiter können in derselben Zeit producirt werden, in demselben Maaß als die nothwendige Arbeitszeit kleiner oder die zur Production des lebendigen Arbeitsvermögens erforderliche Zeit relativ geringer wird. Dieß sind identische Sätze.) (Dieß noch ohne Rücksicht darauf, daß die Vermehrung der Population die Productivkraft der Arbeit vermehrt, indem sie größre Theilung und größre Combination der Arbeit etc möglich macht. Die Vermehrung der Population ist eine Naturkraft||15| der Arbeit, die nicht gezahlt wird. Naturkraft nennen wir auf diesem Standpunkt die gesellschaftliche Kraft. Alle Naturkräfte der gesellschaftlichen Arbeit sind selbst historische Producte.) Andrerseits ist es die Tendenz des Capitals – ebenso sehr, wie früher beim einzelnen Arbeitstag – nun in Bezug auf die vielen gleichzeitigen nothwendigen Arbeitstage (die, insofern nur der Werth betrachtet wird, als Ein Arbeitstag betrachtet werden können) sie auf ein Minimum zu reduciren, d. h. möglichst viele derselben als nicht nothwendig zu setzen, und wie vorhin beim Einzelnen Arbeitstag die nothwendigen Arbeitsstunden, so jezt die nothwendigen Arbeitstage zu reduciren im Verhältniß zum Total der vergegenständlichten Arbeitszeit. (Wenn 6 nöthig um 12 überflüssige Arbeitsstunden zu produciren, so arbeitet das Capital darauf hin, [daß] nur 4 dazu nöthig sind. Oder die 6 Arbeitstage können als Ein Arbeitstag von 72 Stunden betrachtet werden; gelingt es die nothwendige Arbeitszeit um 24 Stunden zu verringern, so fallen 2 nothwendige Arbeitstage weg – i. e. 2 Arbeiter.) Andrerseits das neue Surpluscapital, das geschaffen wird, kann als solches nur verwerthet werden durch Austausch gegen lebendige Arbeit. Daher ebenso sehr Tendenz des Capitals die Arbeitsbevölkerung zu vermehren als den nothwendigen Theil derselben beständig zu vermindern (einen Theil beständig wieder als Reserve zu setzen). Und die Vermehrung der Bevölkerung selbst Hauptmittel zur Verminderung desselben. Au fond ist dieß nur Anwendung des Verhältnisses [der nothwendigen und der surplus Arbeit]zum einzelnen Arbeitstag. Hier liegen also schon sämmtliche Widersprüche, die in der modernen Populationstheorie als solche ausgesprochen, obgleich nicht begriffen worden sind. Das Capital als Setzen der Surplus Arbeit ist ebenso sehr und in demselben Moment Setzen und Nichtsetzen der nothwendigen Arbeit; es ist nur, insofern sie ist und zugleich nicht ist.
❲Es gehört noch nicht hierher, kann hier aber schon erinnert werden, wie dem Schaffen der Surplusarbeit auf der Einen Seite entspricht ein Schaffen von Minus-Arbeit, relativer idleness (oder nicht-productiver Arbeit im besten Fall) auf der andren. Es versteht sich dieß erstens vom Capital von selbst; dann aber auch den Klassen mit denen es theilt; also von den vom Surplusproduce lebenden Paupers, flunkeys, Jenkinses etc kurz dem ganzen train von retainers; dem Theil der dienenden Klasse, der nicht von Capital, sondern von Revenue lebt. Wesentlicher Unterschied dieser dienenden und der arbeitenden Klasse. In Bezug auf die ganze Gesellschaft das Schaffen der disponiblen Zeit dann auch als Schaffen der Zeit zur Production von Wissenschaft, Kunst etc. Es ist keineswegs der Entwicklungsgang der Gesellschaft, daß weil Ein Individuum seine Noth befriedigt hat, es nun seinen Ueberfluß schafft; sondern weil Ein Individuum oder Klasse von Individuen gezwungen wird mehr zu arbeiten als zur Befriedigung seiner Noth nöthig – weil Surplusarbeit auf der Einen Seite – wird Nichtarbeit und Surplusreichthum auf der andren gesezt. Der Wirklichkeit nach existirt die Entwicklung des Reichthums nur in diesen Gegensätzen; der Möglichkeit nach ist eben seine Entwicklung die Möglichkeit der Aufhebung dieser Gegensätze. Oder weil ein Individuum nur seine eigne Noth befriedigen kann, indem es zugleich die Noth und ein Surplus über dieselbe für ein andres Individuum befriedigt. Bei der Sklaverei dieß brutal. Erst unter der Bedingung der Lohnarbeit führt es zur Industrie, industriellen Arbeit. – Malthus daher auch ganz consequent, wenn er neben Surplusarbeit und Surpluscapital das Verlangen stellt von Surplusidlers, consuming without producing oder die Nothwendigkeit von Verschwendung, Luxus, Spendiren etc.❳
Wenn das Verhältniß der nothwendigen Arbeitstage zum Total der vergegenständlichten Arbeitstage = war (also surplus Arbeit = ), so ist das Bestreben des Capitals es zu reduciren auf (also , also Surplusarbeit = ). (Dieß später näher zu entwickeln; indeß die Hauptgrundzüge hier, wo es sich vom allgemeinen Begriff des Capitals handelt.)