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|[III]| Vorwort.

Das zweite Buch des „Kapital“ druckfertig herzustellen und zwar so, daß es einerseits als zusammenhängendes und möglichst abgeschloßnes Werk, andrerseits aber auch als das ausschließliche Werk des Verfassers, nicht des Herausgebers dastand, war keine leichte Arbeit. Die große Zahl der vorhandnen, meist fragmentarischen Bearbeitungen erschwerte die Aufgabe. Höchstens eine einzige (Manuskript IV) war, soweit sie ging, durchweg für den Druck redigirt; dafür aber auch der größte Theil durch Redaktionen aus späterer Zeit veraltet. Die Hauptmasse des Materials war, wenn auch größtentheils sachlich, so doch nicht sprachlich fertig ausgearbeitet; abgefaßt in der Sprache, worin Marx seine Auszüge anzufertigen pflegte: nachlässiger Styl, familiäre, oft derbhumoristische Ausdrücke und Wendungen, englische und französische technische Bezeichnungen, oft ganze Sätze und selbst Seiten Englisch; es ist Niederschrift der Gedanken in der Form, wie sie sich jedesmal im Kopf des Verfassers entwickelten. Neben einzelnen, ausführlich dargestellten Partien andre, gleich wichtige nur angedeutet; das Material illustrirender Thatsachen gesammelt, aber kaum gruppirt, geschweige verarbeitet; am Schluß der Kapitel, unter dem Drang zum nächsten zu kommen, oft nur ein paar abgerißne Sätze als Marksteine der hier unvollendet gelaßnen Entwicklung; endlich die bekannte, dem Verfasser selbst manchmal unleserliche Handschrift.

Ich habe mich damit begnügt, die Manuskripte so wörtlich wie möglich wieder zu geben, am Styl nur das zu ändern was Marx selbst geändert haben würde, und nur da erläuternde Zwischensätze und Uebergänge einzuschieben wo dies absolut nöthig und der Sinn ||IV| obendrein ganz unzweifelhaft war. Sätze, deren Deutung nur im Entferntesten Zweifel zuließ, sind lieber ganz wörtlich abgedruckt worden. Die von mir herrührenden Umarbeitungen und Einschiebungen betragen im Ganzen noch keine zehn Druckseiten, und sind nur formeller Natur.

Die bloße Aufzählung des von Marx hinterlaßnen handschriftlichen Materials zu Buch II beweist, mit welcher Gewissenhaftigkeit ohne Gleichen, mit welcher strengen Selbstkritik er seine großen ökonomischen Entdeckungen bis zur äußersten Vollendung auszuarbeiten strebte, ehe er sie veröffentlichte; eine Selbstkritik, die ihn nur selten dazu kommen ließ, die Darstellung nach Inhalt und Form seinem stets durch neue Studien sich erweiternden Gesichtskreis anzupassen. Dies Material besteht nun aus folgendem.

Zuerst ein Manuskript „Zur Kritik der politischen Oekonomie“, 1472 Quartseiten in 23 Heften, geschrieben August 1861 bis Juni 1863. Es ist die Fortsetzung des 1859 in Berlin erschienenen ersten Hefts desselben Titels. Es behandelt auf Seite 1–220 (Heft I–V) und dann wieder auf Seite 1159-1472 (Heft XIX–XXIII) die in Buch I des „Kapital“ untersuchten Themata von der Verwandlungvon Geld in Kapitalbis zum Schluß, und ist die erste vorhandne Redaktion dafür. Die Seiten 973-1158 (Heft XVI–XVIII) handeln von: Kapital und Profit, Profitrate, Kaufmannskapitalund Geldkapital, also von Thematen, die später im Manuskript zu Buch III entwickelt sind. Die in Buch II, sowie sehr viele später in Buch III behandelten Themata sind dagegen noch nicht besonders zusammengestellt. Sie werden nebenbei behandelt, namentlich in dem Abschnitt, der den Hauptkörper des Manuskripts ausmacht: Seite 220-972 (Heft VI–XV): Theorien über den Mehrwerth. Dieser Abschnitt enthält eine ausführliche kritische Geschichte des Kernpunkts der politischen Oekonomie, der Mehrwerthstheorie, und entwickelt daneben, in polemischem Gegensatz zu den Vorgängern, die meisten der später im Manuskript zu Buch II und III besonders und in logischem Zusammenhang untersuchten Punkte. Ich behalte mir vor, den kritischen Theil dieses Manuskripts, nach Beseitigung der zahlreichen durch Buch II und III bereits erledigten Stellen, als Buch IV des „Kapital“ zu ||V|veröffentlichen. So werthvoll dies Manuskript, so wenig war es für die gegenwärtige Ausgabe des Buch II zu benutzen.

Das dem Datum nach jetzt folgende Manuskript ist das von Buch III. Es ist wenigstens größtentheils 1864 und 1865 geschrieben. Erst nachdem dies im Wesentlichen fertig, ging Marx an die Ausarbeitung von Buch I, des 1867 gedruckten ersten Bandes. Dies Manuskript von Buch III bearbeite ich jetzt für den Druck.

Aus der nächsten Periode – nach Erscheinen des Buch I – liegt vor für Buch II eine Sammlung von vier Manuskripten in Folio, von Marx selbst I–IV numerirt. Davon ist Manuskript I (150 Seiten), vermuthlich von 1865 oder 67 datirend, die erste selbständige, aber mehr oder weniger fragmentarische Bearbeitung von Buch II in seiner gegenwärtigen Eintheilung. Auch hiervon war nichts benutzbar. Manuskript III besteht theils aus einer Zusammenstellung von Citaten und Hinweisen auf Marx' Auszugshefte – meist auf den ersten Abschnitt des Buch II bezüglich – theils aus Bearbeitungen einzelner Punkte, namentlich der Kritik der A. Smith'schenSätze über fixes und cirkulirendes Kapital und über die Quelle des Profits; ferner eine Darstellung des Verhältnissesder Mehrwerthsrate zur Profitrate, die in Buch III gehört. Die Hinweise lieferten wenig neue Ausbeute, die Ausarbeitungen waren sowohl für Buch II wie Buch III durch spätere Redaktionen überholt, mußten also auch meist bei Seite gelegt werden. – Manuskript IV ist eine druckfertige Bearbeitung des ersten, und der ersten Kapitel des zweiten Abschnitts von Buch II, und ist da, wo es an die Reihe kommt, auch benutzt worden. Obwohl sich herausstellte, daß es früher abgefaßt ist als Manuskript II, so konnte es doch, weil vollendeter in der Form, für den betreffenden Theil des Buchs mit Vortheil benutzt werden; es genügte, aus Manuskript II einige Zusätze zu machen. – Dies letztre Manuskript ist die einzige einigermaßen fertig vorliegende Bearbeitung des Buch II und datirt von 1870. Die gleich zu erwähnenden Notizen für die schließliche Redaktion sagen ausdrücklich: „Die zweite Bearbeitung muß zu Grunde gelegt werden.“

Nach 1870 trat wieder eine Pause ein, bedingt hauptsächlich ||VI| durch Krankheitszustände. Wie gewöhnlich füllte Marx diese Zeit durch Studien aus; Agronomie, amerikanische und namentlich russische ländliche Verhältnisse, Geldmarkt und Bankwesen, endlich Naturwissenschaften: Geologie und Physiologie, und namentlich selbständige mathematische Arbeiten, bilden den Inhalt der zahlreichen Auszugshefte aus dieser Zeit. Anfang 1877 fühlte er sich so weit hergestellt, daß er wieder an seine eigentliche Arbeit gehn konnte. VonEnde März 1877 datiren Hinweise und Notizen aus obigen vier Manuskripten als Grundlage einer Neubearbeitung von Buch II, deren Anfang in Manuskript V (56 Seiten Folio) vorliegt. Es umfaßt die ersten vier Kapitel und ist noch wenig ausgearbeitet; wesentliche Punkte werden in Noten unter dem Text behandelt; der Stoff ist mehr gesammelt als gesichtet, aber es ist die letzte vollständige Darstellung dieses wichtigsten Theils des ersten Abschnitts. – Ein erster Versuch, hieraus ein druckfertiges Manuskript zu machen, liegt vor in Manuskript VI (nach Oktober 1877 und vor Juli '78); nur 17 Quartseiten, den größten Theil des ersten Kapitels umfassend, ein zweiter – der letzte – in Manuskript VII, „2. Juli 1878“, nur 7 Folioseiten.

Um diese Zeit scheint Marx sich darüber klar geworden zu sein, daß ohne eine vollständige Revolution seines Gesundheitszustandes er nie dahin kommen werde, eine ihm selbst genügende Bearbeitung des zweiten und dritten Buchs zu vollenden. In der That tragen die Manuskripte V–VIII die Spuren gewaltsamen Ankampfs gegen niederdrückende Krankheitszustände nur zu oft an sich. Das schwierigste Stück des ersten Abschnitts war in Manuskript V neu bearbeitet; der Rest des ersten und der ganze zweite Abschnitt (mit Ausnahme des siebzehnten Kapitels) boten keine bedeutenden theoretischen Schwierigkeiten; der dritte Abschnitt dagegen, die Reproduktion und Cirkulation des gesellschaftlichen Kapitals, schien ihm einer Umarbeitung dringend bedürftig. In Manuskript II war nämlich die Reproduktion behandelt zuerst ohne Berücksichtigung der sie vermittelnden Geldcirkulation, und sodann nochmals mit Rücksicht auf diese. Dies sollte beseitigt, und der ganze Abschnitt überhaupt so umgearbeitet werden, daß er dem erweiterten Gesichtskreis des Verfassers entsprach. So entstand Manuskript VIII, ein Heft | |VII| von nur 70 Quartseiten; was Marx aber auf diesen Raum zusammenzudrängen verstand beweist die Vergleichung von Abschnitt III im Druck, nach Abzug der aus Manuskript II eingeschobnen Stücke.

Auch dies Manuskript ist nur eine vorläufige Behandlung des Gegenstands, bei der es vor allem darauf ankam, die gewonnenen neuen Gesichtspunkte gegenüber Manuskript II festzustellen und zu entwickeln, unter Vernachlässigung der Punkte, über die nichts Neues zu sagen war. Auch ein wesentliches Stück von Kapitel XVII des zweiten Abschnitts, das ohnehin einigermaßen in den dritten Abschnitt übergreift, wird wieder hineingezogen und erweitert. Die logische Folge wird öfters unterbrochen, die Behandlung ist stellenweise lückenhaft und namentlich am Schluß ganz fragmentarisch. Aber was Marx sagen wollte, ist in dieser oder jener Weise darin gesagt.

Das ist das Material zu Buch II, woraus, nach einer Aeußerung von Marx zu seiner Tochter Eleanor kurz vor seinem Tode, ich „etwas machen“; sollte. Ich habe diesen Auftrag in seinen engsten Grenzen genommen; wo irgend möglich, habe ich meine Thätigkeit auf bloße Auswahl zwischen den verschiednen Redaktionen beschränkt. Und zwar so, daß stets die letzte vorhandne Redaktion unter Vergleichung der frühern zu Grunde gelegt wurde. Wirkliche, d. h. andre als bloß technische Schwierigkeiten boten dabei nur der erste und dritte Abschnitt, diese aber auch nicht geringe. Ich habe sie zu lösen gesucht ausschließlich im Geist des Verfassers.

Die Citate im Text habe ich meist übersetzt bei Belegen für Thatsachen oder wo, wie bei Stellen aus A. Smith, das Original jedem zu Gebot steht, der der Sache auf den Grund kommen will. Nur in Kapitel X war dies nicht möglich, weil hier direkt der englische Text kritisirt wird. – Die Citate aus Buch I tragen die Seitenzahlen der zweiten Auflage, der letzten, die Marx noch erlebt hat.

Für das Buch III liegt außer der ersten Bearbeitung im Manuskript: „Zur Kritik“, den erwähnten Stücken in Manuskript III und einigen, in Auszugsheften gelegentlich eingesprengten kurzen Noten, nur vor: das erwähnte Manuskript in Folio von 1864-65, ausgearbeitet in ungefähr derselben Vollständigkeit wie Manuskript II ||VIII| von Buch II, und endlich ein Heft von 1875: DasVerhältniß der Mehrwerthsrate zur Profitrate , mathematisch (in Gleichungen) entwickelt. Die Fertigstellung dieses Buchs für den Druck schreitet rasch voran. Soweit ich bis jetzt beurtheilen kann, wird sie hauptsächlich nur technische Schwierigkeiten machen, mit Ausnahme freilich einiger sehr wichtigen Abschnitte.

Es ist hier der Ort eine Anklage gegen Marx zurückzuweisen, die, erst nur leise und vereinzelt erhoben, jetzt, nach seinem Tode von deutschen Katheder-und Staatssocialistenund deren Anhang als ausgemachte Thatsache verkündet wird – die Anklage, als habe Marx ein Plagiat an Rodbertus begangen. Ich habe bereits an andrer Stelle das Dringendste darüber gesagt1), kann aber erst hier die entscheidenden Belege beibringen.

Diese Anklage findet sich meines Wissens zuerst in R. Meyer's„Emancipationskampf des vierten Standes“, S. 43: „Aus diesen Publikationen“ (den bis in die letzte Hälfte der dreißiger Jahre zurückdatirenden von Rodbertus) „hat nachweisbar Marx den größten Theil seiner Kritik geschöpft.“ Ich darf bis auf weitern Nachweis wohl annehmen, daß die ganze „Nachweisbarkeit“ dieser Behauptung darin besteht, daß Rodbertus dies Herrn Meyer versichert hat. – 1879 tritt Rodbertus selbst auf die Bühne, und schreibt an J. Zeller (Tübinger „Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft“, 1879, S. 219) mit Beziehung auf seine Schrift: „Zur Erkenntniß unsrer staatswirthschaftlichen Zustände“, (1842) wie folgt: „Sie werden finden, daß derselbe“ ❲der darin entwickelte Gedankengang❳ „schon ganz hübsch von Marx … benutzt worden ist, freilich ohne mich zu citiren“. Was ihm denn auch sein posthumer Herausgeber Th. Kozak ohne Weiteres nachplappert. (Das Kapital von Rodbertus. Berlin 1884. Einleitung, S. XV.) – Endlich, in den von R. Meyer 1881 herausgegebnen „Briefen und socialpolitischen ||IX| Aufsätzen von Dr. Rodbertus-Jagetzow“, sagt Rodbertus geradezu: „heute finde ich mich von Schäffle und Marx geplündert, ohne daß ich genannt werde“. (Brief No. 60, S. 134.) Und an einer andern Stelle nimmt Rodbertus' Anspruch bestimmtere Gestalt an: „Woraus der Mehrwerth des Kapitalisten entspringt, habe ich in meinem 3. socialen Brief im Wesentlichen ebenso wie Marx, nur kürzer und klarer gezeigt.“ (Brief No. 48, S. 111.)

Von allen diesen Anklagen auf Plagiat hatte Marx nie etwas erfahren. In seinem Exemplar des „Emancipationskampfs“ war nur der die Internationalebetreffende Theil aufgeschnitten, das Aufschneiden des übrigen habe ich selbst erst nach seinem Tode besorgt. Die Tübinger Zeitschrift sah er nie an. Die „Briefe etc.“ an R. Meyer blieben ihm ebenfalls unbekannt, und bin ich auf die Stelle von wegen der „Plünderung“ erst 1884 durch die Güte des Herrn Dr. Meyer selbst aufmerksam gemacht worden. Dagegen den Brief No. 48 kannte Marx; Herr Meyer hatte die Gefälligkeit gehabt, das Original der jüngsten Tochter von Marx zu schenken. Marx, dem allerdings einiges geheimnißvolle Gemunkel über die bei Rodbertus zu suchende geheime Quelle seiner Kritik zu Ohren gekommen war, zeigte ihn mir mit der Bemerkung: Hier habe er endlich authentische Auskunft darüber, was Rodbertus selbst beanspruche; wenn er weiter nichts behaupte, so könne dies ihm, Marx, schon recht sein; und daß Rodbertus seine eigne Darstellung für die kürzre und klarere halte, dies Vergnügen könne er ihm auch lassen. In der That hielt er durch diesen Brief von Rodbertus die ganze Sache für erledigt.

Er konnte dies um so eher, als ihm, wie ich positiv weiß, die ganze literarische Thätigkeit von Rodbertus unbekannt geblieben war bis gegen 1859, wo seine eigne Kritik der politischen Oekonomie nicht nur in den Grundzügen, sondern auch in den wichtigsten Einzelheiten fertig war. Er begann seine ökonomischen Studien 1843 in Paris mit den großen Engländern und Franzosen; von den Deutschen kannte er nur Rau und List und hatte genug an ihnen. Weder Marx noch ich erfuhren von der Existenz von Rodbertus ein Wort, bis wir 1848 in der „Neuen Rheinischen Zeitung“ seine Reden als Berliner Abgeordneter und seine Handlungen als Minister ||X| zu kritisiren hatten. Wir waren so unwissend, daß wir die rheinischen Abgeordneten befrugen, wer denn dieser Rodbertus sei, der so plötzlich Minister geworden. Aber auch diese wußten nichts von den ökonomischen Schriften Rodbertus' zu verrathen. Daß dagegen Marx, auch ohne Rodbertus' Hülfe, schon damals sehr gut wußte, nicht nur woher, sondern auch wie „der Mehrwerth des Kapitalisten entspringt“, beweisen die „Misère de la Philosophie“, 1847, und die, 1847 in Brüssel gehaltnen und 1849 in der „Neuen Rheinischen Zeitung“, No. 264-69, veröffentlichten Vorträge über Lohnarbeit und Kapital. Erst durch Lassalle erfuhr Marx gegen 1859, daß es auch einen Oekonomen Rodbertus gebe, und fand dann dessen „dritten socialen Brief“ auf dem Britischen Museum.

Diesder thatsächliche Zusammenhang. Wie steht es nun mit dem Inhalt, um den Marx den Rodbertus „geplündert“ haben soll? „Woraus der Mehrwerth des Kapitalisten entspringt“, sagt Rodbertus, „habe ich in meinem 3. socialen Brief ebenso wie Marx, nur kürzer und klarer gezeigt“;. Also das ist der Kernpunkt: die Mehrwerthstheorie; und es ist in der That nicht zu sagen, was sonst Rodbertus bei Marx als sein Eigenthum allenfalls reklamiren könnte. Rodbertus erklärt sich hier also für den wirklichen Urheber der Mehrwerthstheorie, die Marx ihm geplündert habe.

Und was sagt uns der 3. sociale Brief über die Entstehung des Mehrwerths? Einfach, daß die „Rente“, wie er Bodenrente und Profit zusammenfaßt, nicht aus einem „Werthzuschlag“ auf den Werth der Waare entstehe, sondern „in Folge eines Werthabzugs, den der Arbeitslohn erleidet, mit andren Worten: weil der Arbeitslohn nur einen Theil des Werths des Produkts beträgt“, und bei hinreichender Produktivität der Arbeit „nicht äqual dem natürlichen Tauschwerth ihres Produkts zu sein braucht, damit von diesem noch zu Kapitalersatz (!) und Rente übrig bleibt“. Wobei uns nicht gesagt wird, was das für ein „natürlicher Tauschwerth“ des Produkts ist, bei dem zu „Kapitalersatz“, also doch wohl Ersatz des Rohstoffs und des Verschleißes der Werkzeuge nichts übrig bleibt.

Glücklicher Weise ist uns vergönnt zu konstatiren, welchen Eindruck diese epochemachende Entdeckung Rodbertus' auf Marx machte. Im Manuskript: „Zur Kritik etc.“ findet sich in Heft X ||XI| S. 445ff. eine „Abschweifung. Herr Rodbertus. Eine neue Grundrententheorie“. Nur unter diesem Gesichtspunkt wird hier der dritte sociale Brief betrachtet. Die Rodbertus'sche Mehrwerthstheorie im Allgemeinen wird erledigt mit der ironischen Bemerkung: „Herr Rodbertus untersucht erst, wie es in einem Lande aussieht, wo Grund- und Kapitalbesitz nicht geschieden sind, und kommt dann zum wichtigen Resultat, daß die Rente (worunter er den ganzen Mehrwerth versteht) bloß gleich der unbezahlten Arbeit oder dem Quantum von Produkten ist worin sie sich darstellt.“

Die kapitalistische Menschheit hat nun schon verschiedliche Jahrhunderte lang Mehrwerth producirt und ist allmählich auch dahin gekommen, sich über dessen Entstehung Gedanken zu machen. Die erste Ansicht war die aus der unmittelbaren kaufmännischen Praxis entspringende: der Mehrwerth entstehe aus einem Aufschlag auf den Werth des Produkts. Sie herrschte unter den Merkantilisten, aber schon James Steuart sah ein daß dabei, was der eine gewinnt, der andre nothwendig verlieren muß. Trotzdem spukt diese Ansicht noch lange fort, namentlich unter Socialisten; aus der klassischen Wissenschaft wird sie aber verdrängt durch A. Smith.

Beiihm heißt es, Wealth of Nations, b. I, ch. VI: „Sobald Kapital (stock) sich angehäuft hat in den Händen Einzelner, werden Einige darunter es natürlicher Weise anwenden, um fleißige Leute an die Arbeit zu setzen und diesen Rohstoffe und Lebensmittel zu liefern, um durch den Verkauf der Produkte ihrer Arbeit, oder durch das was ihre Arbeit dem Werth jener Rohstoffe hinzugefügt hat, einen Profit zu machen. … Der Werth, den die Arbeiter den Rohstoffen zusetzen, löst sich hier in zwei Theile auf, wovon der eine ihren Lohn zahlt, der andre den Profit des Beschäftigers auf den ganzen von ihm vorgeschoßnen Betrag von Rohstoffen und Arbeitslöhnen.“ Und etwas weiter: „Sobald der Boden eines Landes durchweg Privateigenthumgeworden, lieben es die Grundbesitzer wie andre Leute auch, zu ernten, wo sie nicht gesäet, und fordern Bodenrente selbst für die natürlichen Erzeugnisse des Bodens … Der Arbeiter … muß dem Grundbesitzer einen Antheil von dem abtreten, was seine Arbeit gesammelt oder producirt hat. Dieser Antheil, oder was dasselbe, der Preis dieses Antheils, macht die Bodenrente aus.“  |

|XII| Zu dieser Stelle bemerkt Marx in dem erwähnten Manuskript: „Zur Kritik“ etc., S. 253: „A. Smith faßt also den Mehrwerth, nämlich die Surplusarbeit, den Ueberschuß der verrichteten und in der Waare vergegenständlichten Arbeit über die bezahlte Arbeit hinaus, also über die Arbeit hinaus, die ihr Aequivalent im Lohn erhalten hat, als die allgemeine Kategorie auf, wovon der eigentliche Profit und die Grundrente nur Abzweigungen.“

Ferner sagt A. Smith, B. I, ch. VIII: „Sobald der Boden Privateigenthumgeworden, verlangt der Grundbesitzer einen Antheil fast aller Produkte die der Arbeiter darauf erzeugen oder einsammeln kann. Seine Bodenrente macht den ersten Abzug vom Produkt der auf den Boden verwandten Arbeit aus. Aber der Bebauer des Bodens hat selten die Mittel sich bis zur Einbringung der Ernte zu erhalten. Sein Unterhalt wird ihm gewöhnlich vorgeschossen aus dem Kapital (stock) eines Beschäftigers, des Pächters, der kein Interesse hätte ihn zu beschäftigen, wenn er nicht das Produkt seiner Arbeit mit ihm theilte, oder sein Kapital ihm ersetzt würde sammt einem Profit. Dieser Profit macht einen zweiten Abzug von der auf den Boden verwandten Arbeit. Das Produkt fast aller Arbeit ist demselben Abzug für Profit unterworfen. In allen Industrien bedürfen die meisten Arbeiter eines Beschäftigers, um ihnen bis zur Vollendung der Arbeit Rohstoff und Arbeitslohn und Unterhalt vorzuschießen. Dieser Beschäftiger theilt mit ihnen das Produkt ihrer Arbeit, oder den Werth den diese den verarbeiteten Rohstoffen zufügt, und in diesem Antheil besteht sein Profit.“

Marx hierzu (Manuskript, S. 256): „Hier also bezeichnet A. Smith in dürren Worten Grundrente und Profit des Kapitals als bloße Abzüge von dem Produkt des Arbeiters, oder von dem Werth seines Produkts, gleich der von ihm dem Rohstoff zugefügten Arbeit. Dieser Abzug kann aber, wie A. Smith früher selbst auseinandergesetzt, nur bestehn aus dem Theil der Arbeit, den der Arbeiter den Stoffen zusetzt über das Arbeitsquantum hinaus, welches nur seinen Lohn zahlt oder nur ein Aequivalent für seinen Lohn liefert – also aus der Surplusarbeit, aus dem unbezahlten Theil seiner Arbeit.“  |

|XIII| „Woraus der Mehrwerth des Kapitalisten entspringt“ und obendrein der des Grundeigenthümers, hat also schon A. Smith gewußt; Marx erkennt dies schon 1861 aufrichtig an, während Rodbertus und der Schwarm seiner unter dem warmen Sommerregen des Staatssocialismus wie Pilze emporschießenden Verehrer es total vergessen zu haben scheint.

„Dennoch “, fährt Marx fort, „hat Smith den Mehrwerth als solchen nicht als eigne Kategorie geschieden von den besondren Formen, die er im Profit und Grundrente erhält. Daher bei ihm, wie noch mehr bei Ricardo, viel Irrthum und Mangelhaftigkeit in der Untersuchung.“ – Dieser Satz paßt wörtlich auf Rodbertus. Seine „Rente“ ist einfach die Summe vonBodenrente + Profit; vonder Bodenrente macht er sich eine total falsche Theorie, den Profit nimmt er unbesehen wie er ihn bei seinen Vorgängern findet. – Marx ' Mehrwerth dagegen ist die allgemeine Form der ohne Aequivalent von den Eignern der Produktionsmittel angeeigneten Werthsumme, die sich nach ganz eigenthümlichen, erst von Marx entdeckten Gesetzen in die besondren, verwandelten Formen von Profit und Bodenrente spaltet. Diese Gesetze werden entwickelt in Buch III, wo sich erst zeigen wird, wie viele Mittelglieder nöthig sind, um vom Verständniß des Mehrwerths im allgemeinen zum Verständniß seiner Verwandlung in Profit und Grundrente, also zum Verständniß der Gesetze der Vertheilung des Mehrwerths innerhalb der Kapitalistenklasse zu kommen.

Ricardo geht schon bedeutend weiter als A. Smith. Er begründet seine Auffassung des Mehrwerths auf eine neue, bei A. Smith zwar schon im Keim vorhandne, aber in der Ausführung fast immer wieder vergeßne Werththeorie, die der Ausgangspunkt aller nachfolgenden ökonomischen Wissenschaft geworden. Aus der Bestimmung des Waarenwerths durch die in den Waaren realisirte Arbeitsmenge leitet er die Vertheilung des den Rohstoffen durch die Arbeit zugesetzten Werthquantums unter Arbeiter und Kapitalisten ab, ihre Spaltung in Arbeitslohn und Profit (d. h. hier Mehrwerth). Er weist nach, daß der Werth der Waaren derselbe bleibt, wie auch das Verhältniß dieser beiden Theile wechsle, ein Gesetz, bei dem er nur einzelne Ausnahmsfälle zugibt. Er stellt sogar einige Hauptgesetze über das wechselseitige Verhältniß von Arbeitslohn ||XIV| und Mehrwerth (in der Form von Profit gefaßt) wenn auch in zu allgemeiner Fassung fest (Marx, Kapital I, Kap. XV, A) und weist die Grundrente als einen unter bestimmten Umständen abfallenden Ueberschuß über den Profit nach . – In keinem dieser Punkte ist Rodbertus über Ricardo hinausgegangen. Dieinnern Widersprüche der Ricardo'schen Theorie, an denen seine Schule zu Grunde ging, blieben ihm entweder ganz unbekannt oder verleiteten ihn nur („Zur Erkenntniß“ etc., S. 130) zu utopistischen Forderungen statt zu ökonomischen Lösungen .

Die Ricardo'sche Lehre vom Werth und Mehrwerth brauchte aber nicht auf Rodbertus' „Zur Erkenntniß“ etc. zu warten, um socialistisch ausgebeutet zu werden. Auf S. 609 des ersten Bandes „Kapital“ (2. Aufl.) findet sich citirt: „The possessors of surplus produce or capital“, aus einer Schrift: The Source and Remedy of the National Difficulties. A Letter to Lord John Russell. London 1821. In dieser Schrift, auf deren Bedeutung schon der eine Ausdruck: surplus produce or capital hätte aufmerksam machen müssen, und die ein von Marx aus seiner Verschollenheit gerißnesPamphlet von 40 Seiten ist, heißt es:

„Was auch dem Kapitalisten zukommen möge“ ❲vom Standpunkt des Kapitalisten aus❳ „er kann immer nur die Mehrarbeit (surplus labour) des Arbeiters aneignen, denn der Arbeiter muß leben.“ (p. 23.) Wie aber der Arbeiter lebt, und wie groß daher die vom Kapitalisten angeeignete Mehrarbeit sein kann, ist sehr relativ. „Wenn das Kapital nicht an Werth abnimmt im Verhältniß wie es an Masse zunimmt, so wird der Kapitalist dem Arbeiter das Produkt jeder Arbeitsstunde abpressen über das Minimum hinaus, wovon der Arbeiter leben kann … der Kapitalist kann schließlich dem Arbeiter sagen: du sollst kein Brot essen, denn man kann von Runkelrüben und Kartoffeln leben; und dahin sind wir gekommen.“ (p. 24.) „Wenn der Arbeiter dahin gebracht werden kann sich von Kartoffeln zu nähren, statt von Brot, so ist es unbestreitbar richtig, daß mehr aus seiner Arbeit herausgeschlagen werden kann; d. h. wenn, um von Brot zu leben, er genöthigt war, für seine Erhaltung und die seiner Familiedie Arbeit des Montags und Dienstags für sich zu behalten, so wird er bei Kartoffelnahrung nur die ||XV|Hälfte des Montags für sich erhalten; und die andre Hälfte des Montags und der ganze Dienstag werden frei- gesetzt entweder für den Nutzen des Staats oder für den Kapitalisten.“ (p. 26.) „Man bestreitet nicht (it is admitted), daß die den Kapitalisten bezahlten Interessen, sei es in der Gestalt von Rente, Geldzins, oder Geschäftsprofit, bezahlt werden aus der Arbeit Anderer.“ (p. 23.) Hieralso ganz Rodbertus' „Rente“, nur daß statt „Rente“: Interessen gesagt wird.

Marx bemerkt hierzu (Manuskript Zur Kritik, S. 852): „Dies kaum bekanntePamphlet – erschienen zu der Zeit, wo der ‚unglaublicheSchuhflicker MacCulloch anfing von sich reden zu machen – enthält einen wesentlichen Fortschritt über Ricardo hinaus. Es bezeichnet direkt den Mehrwerth oder ‚Profit', wie Ricardo es nennt (oft auch Mehrprodukt, surplus produce) oder interest, wie der Verfasser des Pamphlets es heißt, als surplus labour, Mehrarbeit, die Arbeit die der Arbeiter gratis verrichtet, die er verrichtet über das Quantum Arbeit hinaus, wodurch der Werth seiner Arbeitskraft ersetzt, also ein Aequivalent für seinen Lohn producirt wird. Ganz so wichtig wie es war, den Werth in Arbeit aufzulösen, ganz so wichtig war es, den Mehrwerth (surplus value), der sich in einem Mehrprodukt (surplus produce) darstellt, in Mehrarbeit (surplus labour). Dies ist in der That bei A. Smith schon gesagt, und bildet ein Hauptmoment in Ricardo's Entwicklung. Aber es ist bei ihnen nirgends in der absoluten Form herausgesagt und fixirt.“ Es heißt dann weiter, S. 859 des Manuskripts: „ImUebrigen ist der Verfasser in den ökonomischenKategorien befangen, wie er sie vorfindet. Ganzwie bei Ricardo das Verwechseln von Mehrwerth und Profit zu unangenehmen Widersprüchen führt, so bei ihm, daß er Mehrwerth Kapitalinteressen tauft. Zwar steht er darin über Ricardo, daß er erstens allen Mehrwerth auf Mehrarbeit reducirt und, wenn er den Mehrwerth Kapitalinteressen nennt, zugleich hervorhebt, daß er unter interest of capital die allgemeine Form der Mehrarbeit versteht, im Unterschied von ihren besondern Formen, Rente, Geldzins und Geschäftsprofit. Aber er nimmt den Namen einer dieser besondern Formen, interest, wieder als den der allgemeinen Form. Und dies reicht hin, damit er wieder ||XVI| in das ökonomische Kauderwelsch (slang steht im Manuskript) zurückfällt.“

Dieserletztere Passus sitzt unserm Rodbertus wie angegossen. Auch er ist befangen in den ökonomischen Kategorien wie er sie vorfindet. Auch er tauft den Mehrwerth mit dem Namen einer seiner verwandelten Unterformen, den er noch dazu ganz unbestimmt macht: Rente. Das Ergebniß dieser beiden Böcke ist, daß er wieder in das ökonomische Kauderwelsch verfällt, seinen Fortschritt über Ricardo hinaus nicht weiter kritisch verfolgt, und statt dessen sich verleiten läßt, seine unfertige Theorie, ehe sie noch die Eierschalen losgeworden, zur Grundlage einer Utopie zu machen, mit der er wie überall zu spät kommt. Das Pamphlet erschien 1821, und anticipirt die Rodbertus'sche „Rente“ von 1842 bereits vollständig .

Unser Pamphlet ist nur der äußerste Vorposten einer ganzen Literatur, die in den zwanziger Jahren die Ricardo'sche Werth- und Mehrwerththeorieim Interesse des Proletariats gegen die kapitalistische Produktion kehrt, die Bourgeoisie mit ihren eignen Waffen bekämpft. Der ganze Owen'sche Kommunismus, soweit er ökonomisch-polemisch auftritt, stützt sich auf Ricardo. Neben ihm aber noch eine ganze Reihe von Schriftstellern, von denen Marx schon 1847 nur einige gegen Proudhon, Misère de la Philosophie. p. 49, anführt: Edmonds, Thompson, Hodgskin etc., etc., „und noch vier Seiten Etcetera“. Ich greife aus dieser Unzahl von Schriften nur auf's Gerathewohl eine heraus: An inquiry into the Principles of the Distribution of Wealth, most conducive to Human Happiness, by William Thompson; a new edition. London 1850. Diese 1822 verfaßte Schrift erschien zuerst 1827. Auch hier wird der von den nichtproducirenden Klassen angeeignete Reichthum überall als Abzug vom Produkt des Arbeiters bezeichnet, und das in ziemlich starken Ausdrücken. „Das beständige Streben dessen was wir Gesellschaft nennen, bestand darin, durch Betrug oder Beredung, durch Schrecken oder Zwang, den produktiven Arbeiter zu bewegen, die Arbeit zu verrichten für den möglichst kleinen Theil des Produkts seiner eignen Arbeit“ (p. 28). „Warum soll der Arbeiter nicht das ganze absolute Produkt seiner Arbeit erhalten?“ (p. 32.) „Diese Kompensation, die die Kapitalisten dem | |XVII| produktiven Arbeiter abnöthigen unter dem Namen Bodenrente oder Profit, wird beansprucht für den Gebrauch des Bodens oder andrer Gegenstände … Da alle physischen Stoffe, an denen oder vermittelst derer der besitzlose produktive Arbeiter, der nichts besitzt außer seiner Fähigkeit zu produciren, diese seine Produktionsfähigkeit geltend machen kann, im Besitz andrer sind, deren Interessen den seinen entgegengesetzt, und deren Einwilligung eine Vorbedingung seiner Thätigkeit ist, – hängt es da nicht ab, und muß es nicht abhängen von der Gnade dieser Kapitalisten, welchen Theil der Früchte seiner eignen Arbeit sie ihm als Entschädigung für diese Arbeit wollen zukommen lassen? (p. 125) … im Verhältniß zur Größe des zurückbehaltenen Produkts, ob man dies Steuern, Profit oder Diebstahl nenne … diese Defalkationen“ (p. 126) u. s. w.

Ich gestehe, ich schreibe diese Zeilen nicht ohne eine gewisse Beschämung. Daß die antikapitalistische englische Literatur der zwanziger und dreißiger Jahre in Deutschland so gänzlich unbekannt ist, trotzdem Marx schon in der Misère de la Philosophie direkt darauf hingewiesen und Manches davon – das Pamphlet von 1821, Ravenstone, Hodgskin etc., im ersten Band des „Kapital“ mehrfach citirt – das mag noch hingehn. Aber das nicht nur der sich an Rodbertus' Rockschöße mit Verzweiflung anklammernde Literatus vulgaris, „der wirklich auch nichts gelernt hat“, sondern auch der Professor in Amt und Würden, der „sich mit Gelehrsamkeit brüsten thut,“ seine klassische Oekonomie bis zu dem Grad vergessen hat, daß er Marx ernsthaft vorwirft, er habe Rodbertus Dinge entwendet, die schon in A. Smith und Ricardo zu lesen stehn – das beweist, wie tief die officielle Oekonomie heute heruntergekommen ist.

Was hat dann aber Marx über den Mehrwerth Neues gesagt? Wie kommt es, daß Marx' Mehrwerthstheorie wie ein Blitz aus heitrem Himmel eingeschlagen hat, und das in allen civilisirten Ländern, während die Theorien aller seiner socialistischen Vorgänger, Rodbertus eingeschlossen, wirkungslos verpufften?

Die Geschichte der Chemie kann uns das an einem Beispiel zeigen. |

|XVIII| Noch gegen Ende des vorigen Jahrhunderts herrschte bekanntlich die phlogistische Theorie, wonach das Wesen jeder Verbrennung darin bestand, daß sich von dem verbrennenden Körper ein andrer, hypothetischer Körper trenne, ein absoluter Brennstoff, der mit dem Namen Phlogiston bezeichnet wurde. Diese Theorie reichte hin, die meisten damals bekannten chemischen Erscheinungen zu erklären, wenn auch in manchen Fällen nicht ohne Anwendung von Gewalt. Nun stellte 1774 Priestley eine Luftart dar, „die er so rein oder so frei von Phlogiston fand, daß gewöhnliche Luft im Vergleich damit schon verdorben erschien“. Er nannte sie: dephlogistisirte Luft. Kurz nachher stellte Scheele in Schweden dieselbe Luftart dar, und wies deren Vorhandensein in der Atmosphäre nach. Er fand auch, daß sie verschwindet, wenn man einen Körper in ihr oder in gewöhnlicher Luft verbrennt, und nannte sie daher Feuerluft. „Aus diesen Ergebnissen zog er nun den Schluß, daß die Verbindung, welche bei der Vereinigung von Phlogiston mit einem der Bestandtheile der Luft“ ❲also bei der Verbrennung❳ „entstehe, nichts weiter als Feuer oder Wärme sei, welche durch das Glas entweiche.“2)

Priestley wie Scheele hatten den Sauerstoff dargestellt, wußten aber nicht, was sie unter der Hand hatten. Sie „blieben befangen in den“ phlogistischen „Kategorien, wie sie sie vorfanden.“ Das Element, das die ganze phlogistische Anschauung umstoßen und die Chemie revolutioniren sollte, war in ihrer Hand mit Unfruchtbarkeit geschlagen. Aber Priestley hatte seine Entdeckung gleich darauf in Paris Lavoisiermitgetheilt, und Lavoisier untersuchte nun, an der Hand dieser neuen Thatsache, die ganze phlogistische Chemie, entdeckte erst, daß die neue Luftart ein neues chemisches Element war, daß in der Verbrennung nicht das geheimnißvolle Phlogiston aus dem verbrennenden Körper weggeht, sondern dies neue Element sich mit dem Körper verbindet, und stellte so die ganze Chemie, die in ihrer phlogistischen Form auf dem Kopf gestanden, erst auf die Füße. Und wenn er auch nicht, wie er später behauptet, den Sauerstoff gleichzeitig mit den andern, und unabhängig von ihnen dargestellt hat, so bleibt er dennoch der eigentliche Entdecker des | |XIX| Sauerstoffs gegenüber den beiden, die ihn bloß dargestellt haben, ohne auch nur zu ahnen, was sie dargestellt hatten.

WieLavoisier zu Priestley und Scheele, so verhält sich Marx zu seinen Vorgängern in der Mehrwerthstheorie. Die Existenz des ProduktenWerththeils, den wir jetzt Mehrwerth nennen, war festgestellt lange vor Marx; ebenso war mit größrer oder geringrer Klarheit ausgesprochen, woraus er besteht, nämlich aus dem Produkt der Arbeit, für welche der Aneigner kein Aequivalent gezahlt hat. Weiter aber kam man nicht. Die einen – die klassischen bürgerlichen Oekonomen – untersuchten höchstens das Größenverhältniß, worin das Arbeitsprodukt vertheilt wird zwischen dem Arbeiter und dem Besitzer der Produktionsmittel. Die andren – die Socialisten – fanden diese Vertheilung ungerecht und suchten nach utopistischen Mitteln, die Ungerechtigkeit zu beseitigen. Beide blieben befangen in den ökonomischen Kategorien, wie sie sie vorgefunden hatten .

Da trat Marx auf. Und zwar in direktem Gegensatz zu allen seinen Vorgängern. Wo diese eine Lösung gesehn hatten, sah er nur ein Problem. Er sah, daß hier weder dephlogistisirte Luft vorlag noch Feuerluft, sondern Sauerstoff – daß es sich hier nicht handelte, sei es um die bloße Konstatirung einer ökonomischen Thatsache, sei es um den Konflikt dieser Thatsache mit der ewigen Gerechtigkeit und der wahren Moral, sondern um eine Thatsache, die berufen war, die ganze Oekonomie umzuwälzen, und die für das Verständniß der gesammten kapitalistischen Produktion den Schlüssel bot – für den der ihn zu gebrauchen wußte. An der Hand dieser Thatsache untersuchte er die sämmtlichen vorgefundnen Kategorien, wie Lavoisier an der Hand des Sauerstoffs die vorgefundnen Kategorien der phlogistischen Chemie untersucht hatte. Um zu wissen, was der Mehrwerth war, mußte er wissen was der Werth war. Ricardo's Werththeorie selbst mußte vor allem der Kritik unterworfen werden. Marxalso untersuchte die Arbeit auf ihre werthbildende Qualität und stellte zum ersten Mal fest, welche Arbeit, und warum, und wie, sie Werth bildet, und daß Werth überhaupt nichts ist als festgeronnene Arbeit die- ser Art – ein Punkt, den Rodbertus bis zuletzt nicht begriffen hat. Marx untersuchte dann ||XX | das Verhältniß von Waare und Geld, und wies nach wie und warum, kraft der ihr innewohnenden Wertheigenschaft, die Waare und der Waarenaustausch den Gegensatz von Waare und Geld erzeugen muß; seine hierauf gegründete Geldtheorie ist die erste erschöpfende und jetzt stillschweigend allgemein acceptirte. Er untersuchte die Verwandlung von Geld in Kapital, und bewies, daß sie auf dem Kauf und Verkauf der Arbeitskraft beruhe . Indemer hier die Arbeitskraft, die werthschaffende Eigenschaft, an die Stelle der Arbeit setzte, löste er mit einem Schlag eine der Schwierigkeiten, an der die Ricardo'sche Schule zu Grunde gegangen war: die Unmöglichkeit, den gegenseitigen Austausch von Kapital und Arbeit in Einklang zu bringen mit dem Ricardo'sche n Gesetz der Werthbestimmung durch Arbeit . Indemer die Unterscheidung des Kapitals in konstantes und variables konstatirte, kam er erst dahin, den Proceß der Mehrwerthbildung in seinem wirklichen Hergang bis in's Einzelnste darzustellen, und damit zu erklären – was keiner seiner Vorgänger fertig gebracht; konstatirte er also einen Unterschied innerhalb des Kapitals selbst, mit dem Rodbertus ebensowenig wie die bürgerlichen Oekonomen im Stande waren das Geringste anzufangen, der aber den Schlüssel zur Lösung der verwickeltsten ökonomischen Probleme liefert, wovon hier wieder Buch II – und noch mehr, wie sich zeigen wird, Buch III – der schlagendste Beweis. Den Mehrwerth selbst untersuchte er weiter, fand seine beiden Formen: absoluter und relativer Mehrwerth, und wies die verschiedne aber beidemal entscheidende Rolle nach, die sie in der geschichtlichen Entwicklung der kapitalistischen Produktion gespielt. AufGrundlage des Mehrwerths entwickelte er die erste rationelle Theorie des Arbeitslohns, die wir haben, und gab zum ersten Mal die Grundzüge einer Geschichte der kapitalistischen Akkumulation und eine Darstellung ihrer geschichtlichen Tendenz .

Und Rodbertus? Nachdem er das alles gelesen, findet er darin – wie immer Tendenzökonom! – einen „Einbruch in die Gesellschaft“, findet, daß er selbst bereits viel kürzer und klarer gesagt hat, woraus der Mehrwerth entsteht, und findet endlich, daß das alles zwar auf „die heutige Kapitalform“ paßt, d. h. auf das Kapital, wie es historisch besteht, nicht aber auf „den Kapitalbegriff“, ||XXI | d. h. die utopistische Vorstellung des Herrn Rodbertus vom Kapital. Ganz der alte Priestley, der bis an sein Ende auf's Phlogiston schwor und vom Sauerstoff nichts wissen wollte. Nur daß Priestley den Sauerstoff wirklich zuerst dargestellt, während Rodbertus in seinem Mehrwerth oder vielmehr seiner „Rente“ nur einen Gemeinplatz wieder entdeckt hatte, und daß Marx es verschmähte, im Gegensatz zu Lavoisier's Verfahren, zu behaupten, er sei der erste, der die Thatsache der Existenz des Mehrwerths aufgedeckt.

Was Rodbertus sonst ökonomisch geleistet hat, steht auf demselben Niveau. Seine Verarbeitung des Mehrwerths in eine Utopie ist von Marx in der Misère de la Philosophie schon unabsichtlich mit kritisirt; was sonst noch darüber zu sagen, habe ich in der Vorrede zur deutschen Uebersetzung jener Schrift gesagt . SeineErklärung der Handelskrisen aus der Unterkonsumtion der Arbeiterklassefindet sich bereits in Sismondi's Nouveaux Principes de l'Economie Politique, liv. IV, ch. IV.3) Nur dass Sismondi dabei stets den Weltmarkt vor Augen hatte, während Rodbertus' Horizont nicht über die preußische Grenze hinausgeht. Seine Spekulationen darüber, ob der Arbeitslohn aus Kapital oder Einkommen stamme, gehören der Scholastik an und erledigen sich endgültig durch den dritten Abschnitt dieses zweiten Buchs des „Kapital “. Seine Rententheorie ist sein ausschließliches Eigenthum geblieben, und kann fortschlummern bis das sie kritisirende Manuskript von Marx erscheint. Endlich seine Vorschläge zur Emancipation des altpreußischen Grundbesitzesvom Druck des Kapitals sind wieder durchaus utopistisch; sie vermeiden nämlich die einzige praktische Frage, um die es sich dabei handelt – die Frage: Wie kann der altpreußische Landjunkerjahraus jahrein sage 20 000 Mark einnehmen und sage 30 000 Mark ausgeben, und doch keine Schulden machen?

Die Ricardo'sche Schule scheiterte gegen 1830 am Mehrwerth. Was sie nicht lösen konnte, blieb erst recht unlösbar für ihre Nach||XXII|folgerin, die Vulgärökonomie. Die beiden Punkte, an denen sie zu Grunde ging, waren diese:

Erstens. Die Arbeit ist das Maß des Werths. Nun hat aber die lebendige Arbeit im Austausch mit dem Kapital einen geringern Werth als die vergegenständlichte Arbeit, gegen die sie ausgetauscht wird. Der Arbeitslohn, der Werth eines bestimmten Quantums lebendiger Arbeit, ist stets geringer als der Werth des Produkts, das von diesem selben Quantum lebendiger Arbeit erzeugt wird, oder worin dieses sich darstellt. Die Frage ist in dieser Fassung in der That unlöslich. Sie ist von Marx richtig gestellt und damit beantwortet worden. Es ist nicht die Arbeit, die einen Werth hat. Als werthschaffende Thätigkeit kann sie ebensowenig einen besondren Werth haben, wie die Schwere ein besondres Gewicht, die Wärme eine besondre Temperatur, die Elektricität eine besondre Stromstärke. Es ist nicht die Arbeit, die als Waare gekauft und verkauft wird, sondern die Arbeitskraft. Sobald sie Waare wird, richtet sich ihr Werth nach der in ihr, als einem gesellschaftlichen Produkt, verkörperten Arbeit, ist er gleich der zu ihrer Produktion und Reproduktion gesellschaftlich nöthigen Arbeit. Der Kauf und Verkauf der Arbeitskraft auf Grund dieses ihres Werths widerspricht also keineswegs dem ökonomischen Werthgesetz .

Zweitens. Nachdem Ricardo'schen Werthgesetzproduciren zwei Kapitale, die gleich viel und gleich hoch bezahlte lebendige Arbeit anwenden, alle andern Umstände gleich gesetzt, in gleichen Zeiten Produkte von gleichem Werth und ebenfalls Mehrwerth oder Profit von gleicher Höhe. Wenden sie aber ungleiche Mengen lebendiger Arbeit an, so können sie nicht Mehrwerth oder wie die Ricardianer sagen, Profit von gleicher Höhe produciren. Nun ist aber das Gegentheil der Fall. Thatsächlichproduciren gleiche Kapitale, einerlei wie viel oder wie wenig lebendige Arbeit sie anwenden, in gleichen Zeiten durchschnittlich gleiche Profite. Hier liegt also ein Widerspruch gegen das Werthgesetzvor, den schon Ricardo fand, und den seine Schule ebenfalls zu lösen unfähig war. AuchRodbertus konnte nicht umhin diesen Widerspruch zu sehn; statt ihn zu lösen, macht er ihn zu einem der Ausgangspunkte seiner Utopie. (Zur Erk. S. 131.) Diesen Widerspruch hatte Marx bereits ||XXIII| im Manuskript „Zur Kritik“ gelöst; die Lösung erfolgt nach dem Plan des „Kapital“ in Buch III. Bis zu seiner Veröffentlichung werden noch Monate verstreichen. Die Oekonomen also, die in Rodbertus die geheime Quelle und einen überlegnen Vorgänger von Marx entdecken wollen, haben hier eine Gelegenheit zu zeigen, was die Rodbertus'sche Oekonomie leisten kann. Wenn sie nachweisen, wie nicht nur ohne Verletzung des Werthgesetzes, sondern vielmehr auf Grundlage desselben eine gleiche Durchschnittsprofitratesich bilden kann und muß, dann wollen wir weiter mit einander sprechen. Inzwischen mögen sie sich gefälligst beeilen. Die brillanten Untersuchungen dieses Buch II und ihre ganz neuen Ergebnisse auf bisher fast unbetretenen Gebieten sind nur Vordersätze zum Inhalt des Buch III, das die Schlußergebnisse der Marx'schen Darstellung des gesellschaftlichen Reproduktionsprocesses auf kapitalistischer Grundlage entwickelt. Wenn dies Buch III erschienen, wird von einem Oekonomen Rodbertus wenig mehr die Rede sein.

Dies Zweite Buch des „Kapital“ sollte, wie Marx mir öfters sagte, seiner Frau gewidmet werden.

London, an Marx' Geburtstag, 5. Mai 1885.

Friedrich Engels. | |XXIV| Der bequemeren Uebersicht wegen folgt hier eine kurze Zusammenstellung der den einzelnen Manuskripten II–VIII entlehnten Stellen.

Erster Abschnitt.

S. 1. aus Ms. II. – S. 2-13 Ms. VII. – S. 13-17, Ms. VI. – S. 17-93, Ms. V. – S. 94-97 Note, unter Bücher-Auszügen gefunden. – S. 97 bis Schluß, Ms. IV; jedoch eingesprengt: S. 105-107, Stelle aus Ms. VIII; S. 110 u. 117, Noten aus Ms. II.

Zweiter Abschnitt.

Anfang, S. 130-140 ist Schluß von Ms. IV. – Von hier an bis Schluß des Abschnitts S. 340 alles aus Ms. II.

Dritter Abschnitt.

Kap. 18: (S. 341-349) aus Ms. II.

Kap. 19: I u. II (S. 350-383) aus Ms. VIII. – III (S. 383-385) aus Ms. II.

Kap. 20: I (S. 386-389) aus Ms. II, nur der Schlußabsatz aus Ms. VIII.

II (S. 389-92) im Wesentlichen aus Ms. II.

III, IV, V (S. 393-418) aus Ms. VIII.

VI, VII, VIII, IX (S. 418-434) aus Ms. II.

X, XI, XII (S. 435-480) aus Ms. VIII.

XIII (S. 480-489) aus Ms. II.

Kap. 21: (S. 489-526) ganz aus Ms. VIII. |

Seite
VorredeIII
InhaltsverzeichnißXXV

Zweites Buch. Der Cirkulationsprocess des Kapitals. Erster Abschnitt. Die Metamorphosen des Kapitals und ihr Kreislauf.

Erstes Kapitel. Der Kreislauf des Geldkapitals1
I.Erstes Stadium: G–W2
II.Zweites Stadium: Funktion des produktiven Kapitals P11
III.Drittes Stadium: W′–G′15
IV.Der Gesammtkreislauf26
Zeites Kapitel. Der Kreislauf des produktiven Kapitals38
I.Einfache Reproduktion39
II.Akkumulation und Reproduktion auf erweiterter
Stufenleiter53
III.Geldakkumulation58
IV.Reservefonds60
Drittes Kapitel. Der Kreislauf des Waarenkapitals62
Viertes Kapitel. Die drei Figuren des Kreislaufs76
Natural-, Geld- und Kreditwirthschaft92
Decken von Nachfrage und Zufuhr94
Fünftes Kapitel. Die Umlaufszeit97
Sechstes Kapitel. Die Cirkulationskosten105
I.Reine Cirkulationskosten105
1) Kauf- und Verkaufszeit105
2) Buchführung109
3) Geld112
[Seite]
II.Aufbewahrungskosten113
1) Vorrathsbildung überhaupt114
2) Eigentlicher Waarenvorrath120
III.Transportkosten126

Zweiter Abschnitt. Der Umschlag des Kapitals.

Siebentes Kapitel. Umschlagszeit und Umschlagszahl130
Achtes Kapitel. Fixes Kapital und cirkulirendes Kapital134
I.Die Formunterschiede134
II.Bestandtheile, Ersatz, Reparatur, Akkumulation des
fixen Kapitals147|
|XXVI|
Neuntes Kapitel. Der Gesammt-Umschlag des
vorgeschoßnen Kapitals. Umschlagscyklen161
Zehntes Kapitel. Theorien über fixes und cirkulirendes Kapital.
Die Physiokraten und A. Smith168
Elftes Kapitel. Theorien über fixes und cirkulirendes Kapital.
Ricardo195
Zwölftes Kapitel. Die Arbeitsperiode209
Dreizehntes Kapitel. Die Produktionszeit220
Vierzehntes Kapitel. Die Umlaufszeit231
Fünfzehntes Kapitel. Wirkung der Umschlagszeit auf die
Größe des Kapitalvorschusses240
I.Arbeitsperiode gleich der Umlaufszeit250
II.Arbeitsperiode größer als Umlaufszeit254
III.Arbeitsperiode kleiner als Umlaufszeit259
IV.Resultate264
V.Wirkung von Preiswechsel270
Sechszehntes Kapitel. Der Umschlag des variablen Kapitals279
I.Die Jahresrate des Mehrwerths279
II.Der Umschlag des variablen Einzelkapitals295
III.Der Umschlag des variablen Kapitals,
gesellschaftlich betrachtet300
Siebzehntes Kapitel. Die Cirkulation des Mehrwerths306
I.Einfache Reproduktion313
II.Akkumulation und erweiterte Reproduktion334

Dritter Abschnitt. Die Reproduktion und Cirkulation des gesellschaftlichen Gesammtkapitals.

[Seite]
Achtzehntes Kapitel. Einleitung341
I.Gegenstand der Untersuchung341
II.Die Rolle des Geldkapitals344
Neunzehntes Kapitel. Frühere Darstellungen des Gegenstandes 350
I.Die Physiokraten350
II.A. Smith353
1) Smith's allgemeine Gesichtspunkte353
2) Smith's Auflösung des Tauschwerths in v + m362
3) Der konstante Kapitaltheil365
4) Kapital und Revenue bei A. Smith371
5) Zusammenfassung378
III.Die Späteren383
Zwanzigstes Kapitel. Einfache Reproduktion386
I.Stellung der Frage386
II.Die zwei Abtheilungen der gesellschaftlichen
Produktion389|
|XXVII|
III.Der Umsatz zwischen beiden Abtheilungen:
I(v + m) gegen IIc393
IV.Der Umsatz innerhalb Abtheilung II. Nothwendige
Lebensmittel und Luxusmittel397
V.Die Vermittlung der Umsätze durch die
Geldcirkulation407
VI.Das konstante Kapital der Abtheilung I418
VII.Variables Kapital und Mehrwerth in beiden
Abtheilungen421
VIII.Das konstante Kapital in beiden Abtheilungen426
IX.Rückblick auf A. Smith, Storch und Ramsay431
X.Kapital und Revenue: Variables Kapital und
Arbeitslohn435
XI.Ersatz des fixen Kapitals447
1) Ersatz des Verschleiß-Werththeils in Geldform451
2) Ersatz des fixen Kapitals in natura456
3) Resultate466
XII.Die Reproduktion des Geldmaterials468
XIII.Destutt de Tracy's Reproduktionstheorie480
[Seite]
Einundzwanzigstes Kapitel. Akkumulation und erweiterte
Reproduktion490
I.Akkumulation in Abtheilung I493
1) Schatzbildung493
2) Das zusätzliche konstante Kapital497
3) Das zusätzliche variable Kapital502
II.Akkumulation in Abtheilung II503
III.Schematische Darstellung der Akkumulation508
1) Erstes Beispiel512
2) Zweites Beispiel516
3) Umsatz von IIc bei Akkumulation522
IV.Nachträgliches525|
Quelle: MEGA II/13: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, Zweiter Band, Seite 5-26