|386| ZWANZIGSTES KAPITEL.
Einfache Reproduktion.
I. Stellung der Frage.
Betrachten 42) wir die jährliche Funktion des gesellschaftlichen Kapitals – also des Gesammtkapitals, wovon die individuellen Kapitale nur Bruchstücke bilden, deren Bewegung sowohl ihre individuelle Bewegung ist, wie gleichzeitig integrirendes Glied der Bewegung des Gesammtkapitals – in ihrem Resultat, d. h. betrachten wir das Waarenprodukt, welches die Gesellschaft während des Jahrs liefert, so muß sich zeigen, wie der Reproduktionsproceß des gesellschaftlichen Kapitals von statten geht, welche Charaktere diesen Reproduktionsproceß vom Reproduktionsproceß eines individuellen Kapitals unterscheiden, und welche Charaktere beiden gemeinsam sind.Das Jahresprodukt umschließt sowohl die Theile des gesellschaftlichen Produkts, welche Kapital ersetzen, die gesellschaftliche Reproduktion, wie die Theile, welche dem Konsumtionsfonds anheimfallen, durch Arbeiter und Kapitalisten verzehrt werden, also sowohl die produktive wie die individuelle Konsumtion. Sie umschließt ebensowohl die Reproduktion (d. h. Erhaltung) der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse, daher auch die Reproduktion des kapitalistischen Charakters des gesammten Produktionsprocesses.
Es ist offenbar die Cirkulationsfigur W′ − { G−W … P … W′ g−w , die wir
zu analysiren haben, und zwar spielt die Konsumtion nothwendig eine Rolle darin; denn der Ausgangspunkt W′ = W + w, das Waarenkapital, schließt sowohl den konstanten und variablen Kapitalwerth ein wie den Mehrwerth. Seine Bewegung umfaßt daher ebensowohl die individuelle Konsumtion wie die produktive. Bei den Kreisläufen G–W … P … W′–G′ und P … W′–G′–W … P ist die ||387| Bewegung des Kapitals Ausgangs- und Endpunkt: was zwar auch die Konsumtion einschließt, da die Waare, das Produkt, verkauft werden muß. Dies aber als geschehn vorausgesetzt, ist es gleichgültig für die Bewegung des Einzelkapitals, was weiter aus dieser Waare wird. Dagegen sind bei der Bewegung von W′…W′ die Bedingungen der gesellschaftlichen Reproduktion gerade daraus erkennbar, daß nachgewiesen werden muß, was aus jedem Werththeil dieses Gesammtprodukts W′ wird. Der gesammte Reproduktionsproceß schließt hier den durch die Cirkulation vermittelten Konsumtionsproceßebensosehr ein, wie den Reproduktionsproceß des Kapitals selbst.
Und zwar ist der Reproduktionsproceß für unsern vorliegenden Zweck zu betrachten vom Standpunkt sowohl des Werth- wie des Stoffersatzes der einzelnen Bestandtheile von W′. Wirkönnen uns jetzt nicht mehr begnügen, wie bei Analyse des Produktenwerths des einzelnen Kapitals, mit der Voraussetzung, daß der einzelne Kapitalist die Bestandtheile seines Kapitals durch Verkauf seines Waarenprodukts erst in Geld umsetzen und dann durch Wiederkauf der Produktionselemente auf dem Waarenmarkt in produktives Kapital rückverwandeln kann. Jene Produktionselemente, soweit sie sachlicher Natur, bilden ebensowohl einen Bestandtheil des gesellschaftlichen Kapitals, wie das individuelle fertige Produkt, das sich gegen sie austauscht und sich durch sie ersetzt. Andrerseits bildet die Bewegung des Theils des gesellschaftlichen Waarenprodukts, das vom Arbeiter in Verausgabung seines Arbeitslohns und vom Kapitalisten in Verausgabung des Mehrwerths verzehrt wird, nicht nur ein integrirendes Glied der Bewegung des Gesammtprodukts, sondern sie verschlingt sich mit der Bewegung der individuellen Kapitale, und ihr Vorgang kann daher nicht dadurch erklärt werden, daß man ihn einfach voraussetzt.
Die Frage, wie sie unmittelbar vorliegt, ist die: Wie wird das in der Produktion verzehrte Kapital seinem Werth nach aus dem jährlichen Produkt ersetzt, und wie verschlingt sich die Bewegung dieses Ersatzes mit der Konsumtion des Mehrwerths durch die Kapitalisten, und des Arbeitslohns durch die Arbeiter? Es handelt sich also zunächst um die Reproduktion auf einfacher Stufenleiter. Fernerwird unterstellt nicht nur, daß die Produkte ihrem Werth nach sich austauschen, sondern auch daß keine Werthrevolution in den Bestandtheilen des produktiven Kapitals vorgehe. Soweit die Preise von den Werthen abweichen, kann dieser | |388| Umstand übrigens auf die Bewegung des gesellschaftlichen Kapitals keinen Einfluß ausüben. Es tauschen sich nach wie vor im Ganzen dieselben Massen Produkte aus, obgleich die einzelnen Kapitalisten dabei in Werthverhältnissen betheiligt sind, die nicht mehr proportionell wären ihren respektiven Vorschüssen und den von Jedem von ihnen einzeln producirten Mehrwerthmassen.Was aber Werthrevolutionen angeht, so ändern sie nichts an den Verhältnissen zwischen den Werthbestandtheilen des jährlichen Gesammtprodukts, soweit sie allgemein und gleichmäßig vertheilt sind. Soweit sie dagegen partiell und nicht gleichmäßig vertheilt sind, stellen sie Störungen dar, welche erstens als solche nur verstanden werden können, soweit sie als Abweichungen von gleichbleibenden Werthverhältnissen betrachtet werden; zweitens aber, wenn das Gesetz nachgewiesen, wonach ein Werththeil des jährlichen Produkts konstantes, ein andrer variables Kapital ersetzt, so würde eine Revolution, sei es im Werth des konstanten, sei es des variablen Kapitals, an diesem Gesetz nichts ändern. Sie würde nur die relative Größe der Werththeile ändern, die in der einen oder andern Qualität fungiren, weil an die Stelle der ursprünglichen Werthe andre Werthe getreten wären.
So lange wir die Werthproduktion und den Produktenwerth des Kapitals individuell betrachteten, war die Naturalform des Waarenprodukts für die Analyse ganz gleichgültig, ob sie z. B. aus Maschinen bestand oder aus Korn oder aus Spiegeln. Es war dies immer Beispiel, und jeder beliebige Produktionszweig konnte gleichmäßig zur Illustration dienen. Womit wir es zu thun hatten, war der unmittelbare Produktionsproceß selbst, der auf jedem Punkt als Proceß eines individuellen Kapitals sich darstellt. Soweit die Reproduktion des Kapitals in Betracht kam, genügte es zu unterstellen, daß innerhalb der Cirkulationssphäre der Theil des Waarenprodukts, welcher Kapitalwerth darstellt, die Gelegenheit findet sich in seine Produktionselemente, und daher in seine Gestalt als produktives Kapital rückzuverwandeln; ganz wie es genügte zu unterstellen, daß Arbeiter und Kapitalist auf dem Markte die Waaren vorfinden, worin sie Arbeitslohn und Mehrwerth verausgaben. Diese nur formelle Manier der Darstellung genügt nicht mehr bei Betrachtung des gesellschaftlichen Gesammtkapitals und seines Produktenwerths. Die Rückverwandlung eines Theils des Produktenwerths in Kapital, das Eingehn eines andern Theils in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten – wie der ||389| Arbeiterklasse bildet eine Bewegung innerhalb des Produktenwerths selbst, worin das Gesammtkapital resultirt hat; und diese Bewegung ist nicht nur Werthersatz, sondern Stoffersatz, und ist daher ebensosehr bedingt durch das gegenseitige Verhältniß der Werthbestandtheile des gesellschaftlichen Produkts, wie durch ihren Gebrauchswerth, ihre stoffliche Gestalt.
Die43) einfache Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter erscheint insoweit als eine Abstraktion, als einerseits auf kapitalistischer Basis Abwesenheit aller Akkumulation oder Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter eine befremdliche Annahme ist, andrerseits die Verhältnisse, worin producirt wird, nicht absolut gleichbleiben (und dies ist vorausgesetzt) in verschiednen Jahren. Die Voraussetzung ist, daß ein gesellschaftliches Kapital von gegebnem Werth, wie im vorigen Jahr so in diesem, dieselbe Masse Waarenwerthe wieder liefert, und dasselbe Quantum Bedürfnisse befriedigt, obgleich die Formen der Waaren sich im Reproduktionsproceß ändern mögen.Indeß, soweit Akkumulation stattfindet, bildet die einfache Reproduktion stets einen Theil derselben, kann also für sich betrachtet werden, und ist ein realer Faktor der Akkumulation. Der Werth des jährlichen Produkts kann abnehmen, obgleich die Masse der Gebrauchswerthe gleichbleibt; der Werth kann derselbe bleiben, obgleich die Masse der Gebrauchswerthe abnimmt; Werthmasse und Masse der reproducirten Gebrauchswerthe können gleichzeitig abnehmen. Alles dies kömmt darauf hinaus, daß die Reproduktion entweder unter günstigern Umständen als vorher stattfindet, oder unter erschwerenden, welche letztre in eine unvollkommne Reproduktion – mangelhafte – resultiren können. Alles dies kann nur die quantitative Seite der verschiednen Elemente der Reproduktion berühren, nicht aber die Rolle, die sie als reproducirendes Kapital oder als reproducirte Revenue in dem Gesammtproceß spielen.
II. Die zwei Abtheilungen der gesellschaftlichen Produktion.44)
Das Gesammtprodukt, also auch die Gesammtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abtheilungen: |
|390| I. Produktionsmittel, Waaren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.
II. Konsumtionsmittel, Waaren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn.
In jeder dieser Abtheilungen bilden sämmtliche verschiedne, ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesammte Kapital bildet eine besondre große Abtheilung des gesellschaftlichen Kapitals.
In jeder Abtheilung zerfällt das Kapital in zwei Bestandtheile:
1) Variables Kapital. Dies, dem Werth nach betrachtet, ist gleich dem Werth der in diesem Produktionszweig angewandten gesellschaftlichen Arbeitskraft, also gleich der Summe der dafür gezahlten Arbeitslöhne. Dem Stoff nach betrachtet, besteht es aus der sich bethätigenden Arbeitskraft selbst, d. h. aus der von diesem Kapitalwerth in Bewegung gesetzten lebendigen Arbeit.
2) Konstantes Kapital, d. h. den Werth aller zur Produktion in diesem Zweig angewandten Produktionsmittel. Diese zerfallen ihrerseits wieder in fixes Kapital: Maschinen, Arbeitswerkzeuge, Baulichkeiten, Arbeitsviehetc.; undin cirkulirendes konstantes Kapital: Produktionsmaterialien, wie Roh- und Hülfsstoffe, Halbfabrikate etc.
Der Werth des mit Hülfe dieses Kapitals in jeder der beiden Abtheilungen erzeugten gesammten Jahresprodukts zerfällt in einen Werththeil, der das in der Produktion aufgezehrte und seinem Werth nach auf das Produkt nur übertragne konstante Kapital c darstellt, und in den durch die gesammte Jahresarbeit zugesetzten Werththeil. Dieser letztre zerfällt wieder in den Ersatz des vorgeschoßnen variablen Kapitals v und in den Ueberschuß darüber, der den Mehrwerth m bildet. Wie der Werth jeder einzelnen Waare, so zerfällt also auch der des gesammten Jahresprodukts jeder Abtheilung in c + v + m.
Der Werththeil c, der das in der Produktion verzehrte konstante Kapital darstellt, deckt sich nicht mit dem Werth des in der Produktion angewandten konstanten Kapitals. Die Produktionsstoffe sind zwar ganz verzehrt, und ihr Werth ist daher ganz auf das Produkt übertragen. | |391| Aber nur ein Theil des angewandten fixen Kapitals ist ganz verzehrt, sein Werth daher auf das Produkt übergegangen. Ein andrer Theil des fixen Kapitals, Maschinen, Gebäude etc. existirt und fungirt fort, nach wie vor, wenn auch mit durch den Jahresverschleiß vermindertem Werth. Dieser fortfungirende Theil des fixen Kapitals existirt nicht für uns, wenn wir den Produktenwerth betrachten. Er bildet einen, von diesem neuproducirten Waarenwerth unabhängigen, neben ihm vorhandnen Theil des Kapitalwerths. Dies zeigte sich bereits bei Betrachtung des Produktenwerths eines Einzelkapitals (Buch I, Kap. VI, S. 192). Hier müssen wir jedoch vorläufig von der dort angewandten Betrachtungsweise abstrahiren. Wir sahen bei Betrachtung des Produktenwerths des Einzelkapitals, daß der dem fixen Kapital durch Verschleiß entzogne Werth sich auf das während der Verschleißzeit erzeugte Waarenprodukt überträgt, einerlei ob ein Theil dieses fixen Kapitals während dieser Zeit in natura aus diesem übertragnen Werth ersetzt wird oder nicht. Dagegen sind wir hier, bei Betrachtung des gesellschaftlichen Gesammtprodukts und seines Werths, genöthigt, wenigstens vorläufig von dem, durch Verschleiß von fixem Kapital während des Jahrs auf das Jahresprodukt übertragnem Werththeil zu abstrahiren, soweit dies fixe Kapital nicht während des Jahrs auch wieder in natura ersetzt worden ist . In einem spätern Abschnitt dieses Kapitels werden wir dann diesen Punkt getrennt erörtern.
Fürunsre Untersuchung der einfachen Reproduktion wollen wir folgendes Schema zu Grunde legen, worin c = konstantes Kapital, v = variables Kapital, m = Mehrwerth ist, und das Verwerthungsverhältniß zu 100 % angenommen wird. Die Zahlen mögen Millionen Mark, Franken oder Pfund Sterling bedeuten.
I. Produktion von Produktionsmitteln: Kapital 4000c + 1000v = 5000. Waarenprodukt 4000c + 1000v + 1000m = 6000,
existirend in Produktionsmitteln.
II. Produktion von Konsumtionsmitteln: Kapital 2000c + 500v = 2500. Waarenprodukt 2000c + 500v + 500m = 3000,
existirend in Konsumtionsmitteln. |
|392| Rekapitulirt, jährliches Gesammt-Waarenprodukt: I. 4000c + 1000v + 1000m = 6000 Produktionsmittel. II. 2000c + 500v + 500m = 3000 Konsumtionsmittel.
Gesammtwerth = 9000, wovon das in seiner Naturalform fortfungirende fixe Kapital nach der Voraussetzung ausgeschlossen ist.
Wenn wir nun die auf Grundlage einfacher Reproduktion, wo also der ganze Mehrwerth unproduktiv konsumirt wird, nothwendigen Umsätze untersuchen, und dabei zunächst die sie vermittelnde Geldcirkulation unbeachtet lassen, so ergeben sich uns von vornherein drei große Anhaltspunkte.
1) Die 500v, Arbeitslohn der Arbeiter, und die 500m, Mehrwerth der Kapitalisten der Abtheilung II, müssen in Konsumtionsmitteln verausgabt werden. Aber ihr Werth existirt in den Konsumtionsmitteln zum Werth von 1000, die in den Händen der Kapitalisten, Abtheilung II, die vorgeschoßnen 500v ersetzen und die 500m repräsentiren. Arbeitslohn und Mehrwerth der Abtheilung II werden also innerhalb Abtheilung II gegen Produkt von II umgesetzt. Damit verschwinden aus dem Gesammtprodukt (500v + 500m) II = 1000 in Konsumtionsmitteln .
2) Die 1000v + 1000m der Abtheilung I müssen ebenfalls in Konsumtionsmitteln verausgabt werden, also in Produkt von Abtheilung II. Sie müssen sich also austauschen gegen den von diesem Produkt noch übrigen, dem Belauf nach gleichen, konstanten Kapitaltheil 2000c. Dafür erhält Abtheilung II einen gleichen Betrag von Produktionsmitteln, Produkt von I, worin der Werth der 1000v + 1000m von I verkörpert. Damit verschwinden aus der Rechnung 2000 IIc und (1000v + 1000m) I.
3)Es bleiben noch 4000 Ic. Diese bestehn in Produktionsmitteln, die nur in Abtheilung I vernutzt werden können, zum Ersatz ihres verzehrten konstanten Kapitals dienen, und daher durch gegenseitigen Austausch zwischen den einzelnen Kapitalisten von I ebenso ihre Erledigung finden, wie die (500v + 500m) II durch Austausch zwischen den Arbeitern und Kapitalisten, resp. zwischen den einzelnen Kapitalisten von II.
Dies einstweilen nur zum bessern Verständniß des Nachfolgenden. |
|393|III. Der Umsatz zwischen den beiden Abtheilungen: I(v + m) gegen IIc45)
Wir beginnen mit dem großen Austausch zwischen beiden Klassen. (1000 v + 1000 m) I – diese Werthe, die in den Händen ihrer Producenten in der Naturalform von Produktionsmitteln bestehn, tauschen sich aus gegen 2000 IIc, gegen Werthe, die unter der Naturalform von Konsumtionsmitteln bestehn. Die Kapitalistenklasse II hat dadurch ihr konstantes Kapital = 2000 aus der Form von Konsumtionsmitteln wieder in die von Produktionsmitteln der Konsumtionsmittel umgesetzt, in eine Form, worin es von neuem als Faktor des Arbeitsprocesses und für die Verwerthung als konstanter Kapitalwerth fungiren kann. Andrerseits ist dadurch das Aequivalent für die Arbeitskraft in I (1000 Iv) und der Mehrwerth der Kapitalisten I (1000 Im) realisirt in Konsumtionsmitteln; beide sind aus ihrer Naturalform von Produktionsmitteln umgesetzt in eine Naturalform, worin sie als Revenue verzehrt werden können.
Dieser wechselseitige Umsatz kommt aber zustande durch eine Geldcirkulation, die ihn ebensosehr vermittelt wie sie sein Verständniß erschwert, die aber entscheidend wichtig ist, weil der variable Kapitaltheil immer von neuem in Geldform auftreten muß, als Geldkapital, das sich aus Geldform in Arbeitskraft umsetzt. Das variable Kapital muß in allen auf der ganzen Peripherie der Gesellschaft gleichzeitig neben einander betriebnen Geschäftszweigen, einerlei ob sie der Kategorie I oder II angehören, in Geldform vorgeschossen werden. Der Kapitalist kauft die Arbeitskraft, ehe sie in den Produktionsproceß eintritt, zahlt sie aber erst in verabredeten Terminen, nachdem sie schon verausgabt ist in der Produktion von Gebrauchswerth. Wie der übrige Werththeil des Produkts, gehört ihm auch der Theil desselben, der nur ein Aequivalent für das in Zahlung der Arbeitskraft verausgabte Geld ist, der den variablen Kapitalwerth repräsentirende Werththeil des Produkts. In diesem Werththeil selbst hat der Arbeiter ihm das Aequivalent für seinen Arbeitslohn bereits geliefert. Es ist aber die Rückverwandlung der Waare in Geld, ihr Verkauf, die dem Kapitalisten sein variables Kapital wieder herstellt als Geldkapital, das er von neuem in Ankauf der Arbeitskraft vorschießen kann . |
|394| In Abtheilung I hat der Gesammtkapitalist also 1000 £ (ich sage £, bloß um zu bezeichnen, daß es Werth in Geldform ist) = 1000v an die Arbeiter gezahlt für den bereits als v-Theil existirenden Werththeil des Produkts I, d. h. der von ihnen producirten Produktionsmittel. Die Arbeiter kaufen mit diesen 1000 £ für selben Werth Konsumtionsmittel von den Kapitalisten II, und verwandeln so eine Hälfte des konstanten Kapitals II in Geld; die Kapitalisten II ihrerseits kaufen mit diesen 1000 £ Produktionsmittel zum Werth von 1000 von den Kapitalisten I; damit ist für diese letztern der variable Kapitalwerth = 1000v, der als Theil ihres Produkts in der Naturalform von Produktionsmitteln bestand, wieder in Geld verwandelt, und kann jetzt in der Hand der Kapitalisten I von neuem als Geldkapital fungiren, das in Arbeitskraft, also in das wesentlichste Element des produktiven Kapitals, umgesetzt wird. Auf diesem Weg strömt ihnen ihr variables Kapital in Geldform zurück, in Folge der Realisation eines Theils ihres Waarenkapitals.
Was aber das Geld betrifft, das nöthig ist für den Umsatz des m-Theils des Waarenkapitals I gegen die zweite Hälfte des konstanten Kapitaltheils II, so kann es auf verschiedne Weise vorgeschossen werden. In der Wirklichkeit umschließt diese Cirkulation eine zahllose Masse einzelner Käufe und Verkäufe der Kapitalindividuen beider Kategorien, wobei aber unter allen Umständen das Geld von diesen Kapitalisten herrühren muß, da wir bereits mit der von den Arbeitern in Cirkulation geworfnen Geldmasse abgerechnet. Es kann bald ein Kapitalist der Kategorie II aus seinem neben dem produktiven Kapital vorhandnen Geldkapital sich Produktionsmittel bei Kapitalisten der Kategorie I kaufen, bald umgekehrt ein Kapitalist der Kategorie I aus für persönliche Ausgabe, nicht Kapitalausgabe, bestimmtem Geldfonds Konsumtionsmittel bei Kapitalisten der Kategorie II kaufen. Gewisse Geldvorräthe – sei es für Kapitalvorschuß, sei es für Verausgabung von Revenue – müssen, wie schon oben in Abschnitt I und II gezeigt, unter allen Umständen neben dem produktiven Kapital in den Händen des Kapitalisten als vorhanden vorausgesetzt werden. Unterstellen wir – die Proportion ist dabei ganz gleichgültig für unsern Zweck – die Hälfte des Geldes werde von den Kapitalisten II für den Ersatz ihres konstanten Kapitals im Ankauf von Produktionsmitteln vorgeschossen, die andre Hälfte von den Kapitalisten I für Konsumtion verausgabt, so: Abtheilung II schießt 500 £ vor und | |395| kauft damit von I Produktionsmittel, hat damit (inclusive der obigen, von den Arbeitern I herrührenden 1000 £) ihres konstanten Kapitals in natura ersetzt; Abtheilung I kauft mit den so erhaltnen 500 £ Konsumtionsmittel von II und hat damit für die Hälfte des aus m bestehenden Theils ihres Waarenkapitals die Cirkulation w–g–w beschrieben, dies ihr Produkt realisirt in Konsumtionsfonds. Durch diesen zweiten Proceß kehren die 500 £ in die Hände von II zurück als Geldkapital, das es neben seinem produktiven Kapital besitzt. Andrerseitsanticipirt I für die Hälfte des noch als Produkt bei ihm lagernden Theils m seines Waarenkapitals – vor dem Verkauf desselben – Geldausgabe zum Betrag von 500 £ für Ankauf von Konsumtionsmitteln II. Mit denselben 500 £ kauft II Produktionsmittel von I und hat damit sein ganzes konstantes Kapital (1000 + 500 + 500 = 2000) in natura ersetzt, während I seinen ganzen Mehrwerth in Konsumtionsmitteln realisirt hat. Im ganzen hätte ein Umsatz von Waaren zum Belauf von 4000 £ stattgefunden mit einer Geldcirkulation von 2000 £, eine Größe der letztren, die nur herauskommt, weil das gesammte Jahresprodukt als auf einmal in wenigen großen Quoten umgesetzt dargestellt wird. Das Wichtige hierbei ist nur der Umstand, daß II nicht nur sein in Form von Konsumtionsmitteln reproducirtes konstantes Kapital wieder in die Form von Produktionsmitteln umgesetzt, sondern außerdem die 500 £, die es im Ankauf von Produktionsmitteln der Cirkulation vorgeschossen, ihm zurückkehren; und daß ebenso I nicht nur sein variables Kapital, das es in Form von Produktionsmitteln reproducirt, wieder in Geldform besitzt, als Geldkapital, das von neuem direkt in Arbeitskraft umsetzbar ist, sondern daß ihm außerdem die 500 £ zurückströmen, die es, vor Verkauf des Mehrwerththeils seines Kapitals, anticipirend im Ankauf von Konsumtionsmitteln verausgabt. Sie strömen ihm aber zurück, nicht durch die stattgehabte Verausgabung, sondern durch den nachfolgenden Verkauf eines, seinen halben Mehrwerth tragenden Theils seines Waarenprodukts.
In beiden Fällen wird nicht nur das konstante Kapital von II wieder umgesetzt aus der Produktform in die Naturalform von Produktionsmitteln, worin es allein als Kapital fungiren kann; und ebenso wird nicht nur der variable Kapitaltheil von I in Geldform, und der Mehrwerththeil der Produktionsmittel I in konsumable, als Revenue verzehrbare Form umgesetzt. Sondern außerdem strömen an II die 500 £ Geldkapital zurück, ||396| die es im Ankauf von Produktionsmitteln vorgeschossen, bevor es den entsprechenden, sie kompensirenden Werththeil des konstanten Kapitals – vorhanden in Form von Konsumtionsmitteln – verkauft hat; und ferner an I die 500 £, die es im Ankauf von Konsumtionsmitteln anticipando verausgabt hat. Wenn an II das auf Rechnung des konstanten Theils seines Waarenprodukts vorgeschoßne, und an I das auf Rechnung eines Mehrwerththeils seines Waarenprodukts vorgeschoßne Geld zurückströmt, so nur, weil die eine Klasse Kapitalisten außer dem in Waarenform II existirenden konstanten Kapital, die andre außer dem in Waarenform I existirenden Mehrwerth noch je 500 £ Geld in Cirkulation geworfen. Sie haben sich schließlich wechselseitig vollständig bezahlt durch den Austausch ihrer resp. Waarenäquivalente. Das Geld, das sie über die Werthbeträge ihrer Waaren hinaus in Cirkulation geworfen, als Mittel dieses Waarenumsatzes, kehrt jedem von ihnen aus der Cirkulation zurück, pro rata der Quote davon, die jedes von beiden in Cirkulation geworfen. Sie sind dadurch um keinen Deut reicher geworden. II besaß ein konstantes Kapital = 2000 in Form von Konsumtionsmitteln + 500 in Geld; es besitzt jetzt 2000 in Produktionsmitteln und 500 in Geld wie vorher; ebenso I besitzt, wie vorher, einen Mehrwerth von 1000 (aus Waaren, Produktionsmitteln, jetzt verwandelt in Konsumtionsfonds) + 500 in Geld, wie vorher. – Es folgt allgemein: Von dem Geld, das die industriellen Kapitalisten in Cirkulation werfen zur Vermittlung ihrer eignen Waarencirkulation, sei es nun auf Konto des konstanten Werththeils der Waare, oder des in den Waaren existirenden Mehrwerths, soweit er als Revenue verausgabt wird, kehrt so viel zurück in die Hände der respektiven Kapitalisten, als sie für die Geldcirkulation vorgeschossen.
Was die Rückverwandlung des variablen Kapitals der Klasse I in Geldform betrifft, so existirt es für die Kapitalisten I, nachdem sie es in Arbeitslohn ausgelegt haben, zunächst in der Waarenform, worin es ihnen die Arbeiter geliefert haben. Sie haben es in Geldform diesen letztren als den Preis ihrer Arbeitskraft ausgezahlt. Sie haben sofern den Werthbestandtheil ihres Waarenprodukts bezahlt, der gleich diesem in Geld ausgelegten variablen Kapital. Dafür sind sie Eigner auch dieses Theils des Waarenprodukts. Aber der von ihnen angewandte Theil der Arbeiterklasse ist kein Käufer der von ihm selbst producirten Produktionsmittel; | |397| er ist Käufer der von II producirten Konsumtionsmittel. Das bei der Zahlung der Arbeitskraft in Geld vorgeschoßne variable Kapital kehrt also nicht direkt an die Kapitalisten I zurück. Es geht durch die Käufe der Arbeiter über in die Hände der kapitalistischen Producenten der, dem Arbeiterkreis nothwendigen und überhaupt zugänglichen Waaren, also in die Hände der Kapitalisten II, und erst indem diese das Geld zum Ankauf von Produktionsmitteln verwenden – erst auf diesem Umweg kehrt es zurück in die Hände der Kapitalisten I.
Es ergibt sich, daß bei einfacher Reproduktion die Werthsumme v + m des Waarenkapitals I (also auch ein entsprechender proportioneller Theil des Gesammtwaarenprodukts I) gleich sein muß dem, ebenfalls als proportioneller Theil des gesammten Waarenprodukts der Klasse II ausgeschiednen, konstanten Kapital IIc; oder I(v + m) = IIc.
IV. Der Umsatz innerhalb Abtheilung II. Nothwendige Lebensmittel und Luxusmittel.
VomWerth des Waarenprodukts der Abtheilung II sind nun noch zu untersuchen die Bestandtheile v + m. Ihre Betrachtung hat nichts zu thun mit der wichtigsten Frage, die uns hier beschäftigt: in wie fern nämlich die Zerfällung des Werths jedes individuellen kapitalistischen Waarenprodukts in c + v + m, wenn auch durch verschiedne Erscheinungsform vermittelt, ebenfalls gilt für den Werth des jährlichen Gesammtprodukts. Diese Frage wird gelöst durch den Umsatz von I(v + m) gegen IIc einerseits, durch die für später vorbehaltne Untersuchung der Reproduktion von Ic im jährlichen Waarenprodukt I andrerseits. DaII(v + m) in der Naturalform von Konsumtionsartikeln existirt; da das den Arbeitern in Zahlung der Arbeitskraft vorgeschoßne variable Kapital von selben im Ganzen und Großen in Konsumtionsmitteln verausgabt werden muß, und dader Werththeil m der Waaren, bei Voraussetzung der einfachen Reproduktion, faktisch in Konsumtionsmitteln als Revenue verausgabt wird,so ist prima facie klar, daß die Arbeiter II mit dem von den Kapitalisten II erhaltnen Arbeitslohn einen Theil ihres eignen Produkts – entsprechend dem Umfang des als Arbeitslohn erhaltnen Geldwerths – wiederkaufen. Dadurch verwandelt die Kapitalistenklasse II ||398| ihr in Zahlung der Arbeitskraft vorgeschoßnes Geldkapital zurück in Geldform; es ist ganz dasselbe, als hätten sie die Arbeiter in bloßen Werthmarken gezahlt. Sobald die Arbeiter diese Werthmarken realisiren durch Kauf eines Theils des von ihnen producirten und den Kapitalisten gehörigen Waarenprodukts, würden diese Werthmarken in die Hände der Kapitalisten zurückkehren, bloß daß hier die Marke Werth nicht nur vorstellt, sondern in ihrer goldnen oder silbernen Leiblichkeit besitzt. Diese Sorte Rückfluß des in Geldform vorgeschoßnen variablen Kapitals durch den Proceß, worin die Arbeiterklasse als Käufer und die Kapitalistenklasse als Verkäufer erscheint, werden wir später näher untersuchen. Hier aber handelt es sich um einen andern Punkt, der bei diesem Rückfluß des variablen Kapitals zu seinem Ausgangspunkt zu erörtern ist.
Die Kategorie II der jährlichen Waarenproduktion besteht aus den mannigfaltigsten Industriezweigen, die aber – mit Bezug auf ihre Produkte – in zwei große Unterabtheilungen zerfällt werden können:
a) Konsumtionsmittel, die in den Konsum der Arbeiterklasse eingehn und, soweit sie nothwendige Lebensmittel, wenn auch oft der Qualität und dem Werth nach verschieden von denen der Arbeiter, auch einen Theil der Konsumtion der Kapitalistenklasse bilden. Diese ganze Unterabtheilung können wir für unsern Zweck zusammenfassen unter der Rubrik: Nothwendige Konsumtionsmittel, wobei es ganz gleichgültig ob ein solches Produkt, wie z. B. Tabak, vom physiologischen Standpunkt aus ein nothwendiges Konsumtionsmittel ist oder nicht; genug, daß es gewohnheitsmäßig ein solches.
b) Luxus -Konsumtionsmittel, die nur in den Konsum der Kapitalistenklasse eingehn, also nur gegen verausgabten Mehrwerth umgesetzt werden können, der dem Arbeiter nie zufällt. Bei der ersten Rubrik ist klar, daß das in der Produktion der ihr angehörigen Waarensorten vorgeschoßne variable Kapital in Geldform direkt zurückfließen muß an den Theil der Kapitalistenklasse II (also an die Kapitalisten IIa), welche diese nothwendigen Lebensmittel producirt. Sie verkaufen sie an ihre eignen Arbeiter zum Betrag des diesen in Arbeitslohn ausgezahlten variablen Kapitals. Dieser Rückfluß ist direkt mit Bezug auf diese ganze Unterabtheilung a der Kapitalistenklasse II, so zahlreich auch die Transaktionen zwischen den Kapitalisten der verschiednen betheiligten Industriezweige sein mögen, ||399| wodurch dies rückfließende variable Kapital pro rata vertheilt wird. Es sind Cirkulationsprocesse, deren Cirkulationsmittel direkt geliefert werden durch das von den Arbeitern ausgegebne Geld. Anders verhält es sich aber mit Unterabtheilung IIb. Der ganze Theil des Werthprodukts mit dem wir es hier zu thun haben, IIb(v + m) besteht unter der Naturalform von Luxusartikeln, d. h. Artikeln, die die Arbeiterklasse ebensowenig kaufen kann wie den unter Form von Produktionsmitteln bestehenden Waarenwerth Iv; obgleich diese Luxusmittel wie jene Produktionsmittel Produkte dieser Arbeiter. Der Rückfluß, wodurch das in dieser Unterabtheilung vorgeschoßne variable Kapital den kapitalistischen Producenten in seiner Geldform wiederkehrt, kann also nicht direkt, sondern muß vermittelt sein, ähnlich wie sub Iv.
Nehmen wir z. B. an wie oben für die gesammte Klasse II: v = 500; m = 500; aber das variable Kapital und der ihm entsprechende Mehrwerthseien vertheilt wie folgt:
Unterabtheilung a, Nothwendige Lebensmittel: v = 400, m = 400;
also eine Waarenmasse in nothwendigen Konsumtionsmitteln zum Werth von 400v + 400m = 800, oder IIa (400v + 400m). Unterabtheilung b: Luxusmittel zum Werth von 100v + 100m = 200, oder IIb (100v + 100m).
Die Arbeiter von IIb haben in Zahlung für ihre Arbeitskraft 100 erhalten in Geld, sage 100 £; sie kaufen damit von den Kapitalisten IIa Konsumtionsmittel zum Betrag von 100. Diese Kapitalistenklasse kauft damit für 100 der Waare IIb, womit den Kapitalisten IIb ihr variables Kapital in Geldform zurückströmt.
In IIa existiren bereits 400v wieder in Geldform in der Hand der Kapitalisten durch Austausch mit ihren eignen Arbeitern; von dem den Mehrwerth darstellenden Theil ihres Produkts ist außerdem der vierte Theil an die Arbeiter IIb abgetreten und dafür IIb (100v) in Luxuswaaren bezogen worden.
Wenn wir nun gleiche verhältnißmäßige Theilung der Revenue-Ausgabe in nothwendige Lebensmittel und Luxusmittel bei den Kapitalisten IIa und IIb voraussetzen – annehmen, daß beide je in nothwendigen Lebensmitteln, in Luxusmitteln ausgeben, so werden die Kapi- | |400|talisten der Unterklasse IIa ihre Mehrwerths-Revenue von 400m auslegen zu in ihren eignen Produkten, nothwendigen Lebensmitteln, also 240; und zu = 160 in Luxusmitteln. Die Kapitalisten der Unterklasse IIb werden ihren Mehrwerth = 100m ebenso vertheilen: = 60 auf nothwendige und = 40 auf Luxusmittel: diese letztren innerhalb ihrer eignen Unterklasse producirt und umgesetzt.
Die 160 Luxusmittel, die (IIa)m erhält, fließen den Kapitalisten IIa zu wie folgt: Von den (IIa) 400m wurden, wie wir sahen, 100 in Form von nothwendigen Lebensmitteln ausgetauscht gegen gleichen Betrag von (IIb)v, die in Luxusmitteln existiren, und weitere 60 in nothwendigen Lebensmitteln gegen (IIb) 60m in Luxusmitteln. Die Gesammtrechnung steht dann so:
IIa: 400v + 400m; IIb: 100v + 100m.
1) 400v (a) werden aufgegessen von den Arbeitern IIa, von deren Produkt (nothwendigen Lebensmitteln) sie einen Theil bilden; die Arbeiter kaufen sie von den kapitalistischen Producenten ihrer eignen Abtheilung; Diesen kehrt damit 400 £ Geld zurück, ihr, selbigen Arbeitern in Arbeitslohn gezahlter variabler Kapitalwerth von 400; womit sie Arbeitskraft von neuem kaufen können.
2) Ein Theil der 400m (a), gleich den 100v (b), also des Mehrwerths (a), wird realisirt in Luxusartikeln wie folgt: Die Arbeiter (b) erhielten von den Kapitalisten ihrer Abtheilung (b) in Arbeitslohn 100 £; sie kaufen damit von m (a), d. h. Waaren, die in nothwendigen Lebensmitteln bestehn; die Kapitalisten von a kaufen mit diesem Geld zum selben Werthbelauf Luxusartikel = 100v (b), d. h. eine Hälfte der ganzen Luxusproduktion. Damit kehrt den Kapitalisten b ihr variables Kapital in Geldform zurück und sie können durch Erneuerung des Ankaufs der Arbeitskraft ihre Reproduktion von neuem beginnen, da das ganze konstante Kapital der Gesammtklasse II schon ersetzt ist durch den Austausch von I(v + m) gegen IIc. Die Arbeitskraft der Luxusarbeiter ist also nur dadurch neu verkäuflich, daß der als Aequivalent für ihren Arbeitslohn geschaffne Theil ihres eignen Produkts, von den Kapitalisten IIa in ihren Konsumtionsfonds gezogen, vermöbelt wird. (Dasselbe gilt für den Verkauf der Arbeitskraft sub I; da das IIc, wogegen sich I(v + m) austauscht, sowohl aus Luxusmitteln wie nothwendigen Lebensmitteln besteht und was durch I(v + m) erneuert ||401| wird, sowohl die Produktionsmittel der Luxus- wie der nothwendigen Lebensmittel ausmacht.)
3) Wir kommen nun zum Austausch zwischen a und b, soweit er nur Austausch der Kapitalisten der beiden Unterabtheilungen. Durch das Bisherige ist erledigt das variable Kapital (400v) und ein Theil des Mehrwerths (100m) in a und das variable Kapital (100v) in b. Wir nahmen ferner an als Durchschnittsverhältniß der kapitalistischen Revenue-Ausgabe in beiden Klassen für Luxus und für nothwendige Lebensbedürfnisse. Außer den bereits für Luxus ausgegebnen 100 entfällt daher auf die ganze Unterklasse a noch 60 für Luxus und im selben Verhältniß, d. h. 40, auf b.
(IIa)m wird also vertheilt auf 240 für Lebensmittel und 160 für Luxusmittel= 240 + 160 = 400m (IIa).
(IIb) m vertheilt sich in 60 für Lebensmittel und 40 für Luxus: 60 + 40 = 100m (IIb). Die letzten 40 konsumirt diese Klasse aus ihrem eignen Produkt ( ihres Mehrwerths); die 60 für Lebensmittel erhält sie dadurch, daß sie 60 ihres Mehrprodukts für 60m (a) austauscht.
Wir haben also für die ganze Kapitalistenklasse II (wobei v + m bei Unterabtheilung a in nothwendigen Lebensmitteln existirt, bei b in Luxusmitteln):
IIa (400v + 400m) + IIb (100v + 100m) = 1000; durch die Bewegung so realisirt: 500v (a + b) ❲realisirt in 400v (a) und 100m (a)❳ + 500m (a + b) ❲realisirt in 300m (a) + 100v (b) + 100m (b)❳ = 1000.
Für a und b, jedes für sich betrachtet, erhalten wir die Realisation:
Halten wir der Einfachheit halber dasselbe Verhältniß zwischen variablem und konstantem Kapital fest (was beiläufig durchaus nicht nöthig), so kommt auf 400v (a) ein konstantes Kapital = 1600, und auf 100v (b) ein konstantes Kapital = 400, und wir haben für II folgende zwei Abtheilungen a und b: |
|402| IIa) 1600c + 400v + 400m = 2400.
b) 400c + 100v + 100m = 600. und zusammen:
2000c + 500v + 500m = 3000.
Dementsprechend sind von den 2000 IIc in Konsumtionsmitteln, die ausgetauscht werden gegen 2000 I(v + m), 1600 ungesetzt in Produktionsmittel von nothwendigen Lebensmitteln und 400 in Produktionsmittel von Luxusmitteln.
Die 2000 I(v + m) würden also selbst zerfallen in (800v + 800m) I für a = 1600 Produktionsmittel nothwendiger Lebensmittel, und (200v + 200m) I für b = 400 Produktionsmittel für Luxusmittel.
Ein bedeutender Theil nicht nur der eigentlichen Arbeitsmittel, sondern auch der Roh- und Hülfsstoffe etc. für beide Abtheilungen ist gleichartig. Was aber die Umsetzungen der verschiednen Werththeile des gesammten Produkts I(v + m) betrifft, so wäre diese Theilung ganz gleichgültig. Sowohl die obigen 800 Ivwie 200 Iv werden dadurch realisirt, daß der Arbeitslohn in Konsumtionsmitteln 1000 IIc verausgabt wird, also das für selben vorgeschoßne Geldkapital gleichmäßig sich bei der Rückkehr vertheilt unter die kapitalistischen Producenten I, ihnen pro rata ihr vorgeschoßnes variables Kapital wieder in Geld ersetzt: andrerseits, was die Realisation der 1000 Im betrifft, so werden auch hier die Kapitalisten gleichmäßig (proportionell zur Größe ihres m) aus der gesammten zweiten Hälfte von IIc = 1000, 600 IIa und 400 IIb in Konsumtionsmitteln ziehn; also diejenigen, welche das konstante Kapital von IIa ersetzen:
480 ( ) aus 600c (IIa) und 320 ( ) aus 400c (IIb) = 800; die das konstante Kapital von IIb ersetzen:
120 ( ) aus 600c (IIa) und 80 ( ) aus 400c (IIb) = 200. Summa = 1000.
Was hier willkürlich ist, sowohl für I wie für II, ist das Verhältniß des variablen Kapitals zum konstanten, wie die Dieselbigkeit dieses Verhältnisses für I und II und für ihre Unterabtheilungen. Was diese Dieselbigkeit angeht, so ist sie nur der Vereinfachung wegen hier angenommen, und die Annahme verschiedner Verhältnisse würde absolut nichts ändern an den Bedingungen des Problems und an seiner Lösung.Was ||403| sich aber als nothwendiges Resultat ergibt, bei Voraussetzung einfacher Reproduktion, ist: 1) Daß das unter Naturalform von Produktionsmitteln geschaffne neue Werthprodukt der Jahresarbeit (zerfällbar in v + m) gleich sei dem konstanten Kapitalwerth c des durch den andern Theil der Jahresarbeit hergestellten Produktenwerths, reproducirt in Form von Konsumtionsmitteln.Wäre es geringer als IIc, so könnte II sein konstantes Kapital nicht ganz ersetzen; wäre es größer, so bliebe ein Ueberschuß unbenutzt liegen. In beiden Fällen wäre die Voraussetzung: einfache Reproduktion, verletzt.
2)Daß bei dem unter Form von Konsumtionsmitteln reproducirten Jahresprodukt, dasin Geldform vorgeschoßne variable Kapital v, von dessen Empfängern, soweit sie Luxusarbeiter sind, nur realisirbar ist in dem Theil der nothwendigen Lebensmittel, der den kapitalistischen Producenten derselben ihren Mehrwerth prima facie verkörpert: daß also das v, ausgelegt in der Luxusproduktion, gleich ist einem seinem Werthumfang entsprechenden Theil von m, producirt unter der Form von nothwendigen Lebensmitteln, also kleiner sein muß als dieses gesammte m – nämlich (IIa)m – und daß nur durch die Realisirung jenes v in diesem Theil von m den kapitalistischen Producenten der Luxusartikel ihr vorgeschoßnes variables Kapital in Geldform zurückkehrt. Es ist dies ein ganz analoges Phänomen wie die Realisirung von I(v + m) in IIc; nur daß im zweiten Fall (IIb)v sich realisirt in einem ihm den Werthumfang nach gleichen Theil von (IIa)m. Diese Verhältnisse bleiben qualitativ maßgebend bei jeder Vertheilung des jährlichen Gesammtprodukts, soweit es in den Proceß der jährlichen, durch Cirkulation vermittelten Reproduktion wirklich eingeht. I(v + m) kann nur realisirt werden in IIc, wie IIc in seiner Funktion als Bestandtheil des produktiven Kapitals nur erneubar durch diese Realisation; ebenso ist (IIb)v nur realisirbar in einem Theil von (IIa)m, und (IIb)v nur so wieder rückverwandelbar in seine Form als Geldkapital. Selbstredend gilt dies nur, soweit alles dies wirklich ein Resultat des Reproduktionsprocesses selbst ist, also soweit nicht z. B. die Kapitalisten IIb Geldkapital für v durch Kredit anderweitig aufnehmen. Quantitativ dagegen können die Umsetzungen der verschiednen Theile des Jahresprodukts nur so proportionell stattfinden wie oben dargestellt, soweit Stufenleiter und Werth||404|verhältnisse der Produktion stationär bleiben, und soweit diese strengen Verhältnisse nicht alterirt werden durch den auswärtigen Handel.
Wenn man nun nach A. Smith'scher Weise sagte, I(v + m) lösen sich auf in IIc, und IIc löst sich auf in I(v + m), oder, wie er öfter und noch abgeschmackter zu sagen pflegt, I(v + m) bilden Bestandtheile des Preises (resp. Werths, er sagt value in exchange) von IIc und IIc bildet den ganzen Bestandtheil des Werths I(v + m), so könnte und müßte man ebenfalls sagen (IIb)v löst sich auf in (IIa)m, oder (IIa)m in (IIb)v, oder (IIb)v bildet einen Bestandtheil des Mehrwerths IIa, und vice versa: der Mehrwerth löste sich so auf in Arbeitslohn, resp. variables Kapital, und das variable Kapital bildete einen „Bestandtheil“ des Mehrwerths. Diese Abgeschmacktheit findet sich soweit in der That bei A. Smith, da bei ihm der Arbeitslohn bestimmt ist durch den Werth der nothwendigen Lebensmittel, diese Waarenwerthe dahingegen wieder durch den Werth des in ihnen enthaltnen Arbeitslohns (variablen Kapitals) und Mehrwerths. Er ist so absorbirt durch die Bruchstücke, worin das Werthprodukt eines Arbeitstags auf kapitalistischer Basis zerfällbar – nämlich in v + m – daß er ganz darüber vergißt, daß es beim einfachen Waarenaustausch ganz gleichgültig, ob die in verschiedner Naturalform existirenden Aequivalente aus bezahlter oder unbezahlter Arbeitbestehn, da sie in beiden Fällen gleichviel Arbeit zu ihrer Produktion kosten; und daß es ebenso gleichgültig ist ob die Waare des A ein Produktionsmittel und die des B ein Konsumtionsmittel, ob nach dem Verkauf die eine Waare als Kapitalbestandtheil zu fungiren hat, die andre dagegen in den Konsumtionsfonds eingeht und secundum Adam als Revenue verzehrt wird. Der Gebrauch, den der individuelle Käufer von seiner Waare macht, fällt nicht in den Waarenaustausch, in die Cirkulationssphäre, und berührt nicht den Werth der Waare. Dies wird in keiner Weise dadurch anders, daß bei Analyse der Cirkulation des jährlichen gesellschaftlichen Gesammtprodukts die bestimmte Gebrauchsbestimmung, das Moment der Konsumtion der verschiednen Bestandtheile jenes Produkts in Betracht kommen muß.
Bei obig konstatirter Umsetzung von (IIb)v gegen einen gleichwerthigen Theil von (IIa)m und bei den weitern Umsetzungen zwischen (IIa)m und (IIb)m ist keineswegs vorausgesetzt, daß, seien es die einzelnen Kapitalisten von IIa und IIb, seien es ihre respektiven Gesammt||405|heiten, sie im selben Verhältniß ihren Mehrwerth zwischen nothwendigen Konsumtionsgegenständen und Luxusmitteln theilen. Einer mag mehr in dieser Konsumtion, ein andrer mehr in jener verausgaben. Auf dem Boden der einfachen Reproduktion ist nur vorausgesetzt, daß eine Werthsumme, gleich dem ganzen Mehrwerth, in Konsumtionsfonds realisirt wird. Die Grenzen sind also gegeben. Innerhalb jeder Abtheilung mag der eine mehr in a, der andre mehr in b leisten; dies kann sich aber wechselseitig kompensiren, so daß die Kapitalistenklassen a und b, als ganze genommen, sich je im selben Verhältniß an beiden betheiligen. Die Werthverhältnisse – der proportionelle Antheil am Gesammtwerth des Produkts II für die zwei Sorten Producenten a und b – also auch ein bestimmtes quantitatives Verhältniß zwischen den Produktionszweigen, welche jene Produkte liefern – sind aber nothwendig gegeben in jedem konkreten Fall; nur das Verhältniß, das beispielsweis figurirt, ist ein hypothetisches; wird ein andres angenommen, so ändert dies nichts an den qualitativen Momenten; nur die quantitativen Bestimmungen würden sich ändern. Tritt aber durch irgend welche Umstände eine wirkliche Verändrung in der proportionellen Größe von a und b ein, so würden sich auch die Bedingungen der einfachen Reproduktion entsprechend ändern.
Aus dem Umstand, daß (IIb)v realisirt wird in einem äquivalenten Theil von (IIa)m folgt, daß im Verhältniß wie der Luxustheil des jährlichen Produkts wächst, wie also ein steigendes Quotum der Arbeitskraft absorbirt wird in der Luxusproduktion, – daß im selben Verhältniß die Rückverwandlung des in (IIb)v vorgeschoßnen variablen Kapitals in Geldkapital, das von neuem als Geldform des variablen Kapitals fungirt, und damit die Existenz und Reproduktion des in IIb beschäftigten Theils der Arbeiterklasse – ihre Zufuhr nothwendiger Konsumtionsmittel – bedingt wird durch die Verschwendung der Kapitalistenklasse, den Umsatz eines bedeutenden Theils ihres Mehrwerths in Luxusartikel.
Jede Krise vermindert die Luxuskonsumtion momentan; sie verlangsamt, verzögert die Rückverwandlung des (IIb)v in Geldkapital, läßt sie nur theilweis zu und wirft damit einen Theil der Luxusarbeiter aufs | |406| Pflaster, während sie andrerseits den Verkauf der nothwendigen Konsumtionsmittel eben dadurch auch in's Stocken bringt und verringert. Ganzabgesehn von den, gleichzeitig abgedankten, unproduktiven Arbeitern, die für ihre Dienste einen Theil der Ausgabe der Kapitalisten in Luxus bilden (diese Arbeiter selbst sind pro tanto Luxusartikel) und die sich sehr stark betheiligen namentlich auch an der Konsumtion nothwendiger Lebensmittel etc . Umgekehrt in der Prosperitätsperiode, und namentlich während der Zeit ihrer Schwindelblüte – wo schon aus andren Gründen der relative, in Waaren ausgedrückte Werth des Geldes fällt (ohne wirkliche sonstige Werthrevolution), also der Preis der Waaren, unabhängig von ihrem eignen Werth, steigt. Nicht nur steigt die Konsumtion nothwendiger Lebensmittel; die Arbeiterklasse(in die nun ihre ganze Reservearmee aktiv eingetreten) nimmt auch momentan Antheil an der Konsumtion ihr sonst unzugänglicher Luxusartikel, außerdem auch an der Klasse der nothwendigen Konsumtionsartikel, die sonst zum größten Theil „nothwendige“ Konsumtionsmittel nur für die Kapitalistenklasse bildet, was seinerseits eine Steigerung der Preise hervorruft.
Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des„Spitzbuben“. Daß Waaren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waaren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden). Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Theil ihres eignen Produkts, und dem Uebelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Antheil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Antheil an dem für Konsumtion bestimmten Theil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müßte – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen“ (!) Menschenverstand– umgekehrt die Krise entfernen. Esscheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene ||407| relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise. 47)
Man sah vorhin, wie das proportionelle Verhältniß zwischen der Produktion nothwendiger Konsumtionsmittel und der Produktion von Luxusdie Theilung von II(v + m) zwischen IIa und IIb bedingte – also auch die von IIc zwischen (IIa)c und (IIb)c. Sie greift also den Charakter und die quantitativen Verhältnisse der Produktion bis an die Wurzel an und ist ein wesentlich bestimmendes Moment ihrer Gesammtgestaltung.
Die einfache Reproduktion ist der Sache nach auf die Konsumtion als Zweck gerichtet,obgleich die Ergatterung von Mehrwerth als treibendes Motiv der individuellen Kapitalisten erscheint; aber der Mehrwerth – welches immer seine proportionelle Größe – soll schließlich hier dienen nur für die individuelle Konsumtion des Kapitalisten.
Soweit die einfache Reproduktion Theil und bedeutendster Theil auch jeder jährlichen Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter, bleibt dies Motiv in Begleitung von, und im Gegensatz zu dem Motiv der Bereicherungals solcher. Die Sache erscheint in Wirklichkeit verwickelter, weil Theilnehmer (partners) an der Beute – dem Mehrwerth des Kapitalisten – als von ihm unabhängige Konsumenten auftreten .
V. Die Vermittlung der Umsätze durch die Geldcirkulation.
Soweit bisher entwickelt, verlief die Cirkulation zwischen den verschiednen Klassen von Producenten nach folgendem Schema.
1)Zwischen Klasse I und Klasse II: I. 4000c + 1000v + 1000m II. . . . . . . . . . 2000c . . . + 500v + 500m.
Abgemacht ist also die Cirkulation von IIc = 2000, das umgesetzt ist gegen I (1000v + 1000m).
Es bleibt – da wir 4000 Ic einstweilen bei Seite lassen – noch die Cirkulation von v + m innerhalb Klasse II. Nun theilen sich II(v + m)zwischen die Unterklassen IIa und IIb wie folgt:
2) II. 500v + 500m = a (400v + 400m) + b (100v + 100m).
Die 400v(a) cirkuliren innerhalb ihrer eignen Unterklasse; die ||408|damit bezahlten Arbeiter kaufen dafür, von ihnen selbst producirte, nothwendige Lebensmittel von ihren Anwendern, den Kapitalisten IIa.
Da die Kapitalisten beider Unterklassen ihren Mehrwerth je zu in Produkten von IIa (nothwendigen Lebensmitteln) und zu in Produkten von IIb (Luxusmitteln) verausgaben, so werden des Mehrwerths a, also 240, innerhalb der Unterklasse IIa selbst verzehrt; ebenso des Mehrwerths b (der in Luxusmitteln producirt und vorhanden ist) innerhalb der Unterklasse IIb.
Es bleiben zwischen IIa und IIb also noch auszutauschen: auf Seite IIa: 160m, auf Seite IIb: 100v + 60m. Diese gehn in einander auf. Die Arbeiter IIb kaufen für ihre in Geldlohn erhaltnen 100 von IIa nothwendige Lebensmittel im Betrag von 100. Die Kapitalisten IIb kaufen zum Betrag von ihres Mehrwerths = 60 ebenfalls ihre nothwendigen Lebensmittel von IIa. Die Kapitalisten IIa erhalten damit das nöthige Geld, um die, oben angenommenen, ihres Mehrwerths = 160m in den von IIb producirten Luxuswaaren anzulegen (100v, die in den Händen der Kapitalisten IIb als den gezahlten Arbeitslohn ersetzendes Produkt lagern, und 60m). Das Schema hierfür ist also:
3) IIa. ❲400v❳ + ❲240m❳ + 160m b. 100v + 60m + ❲40m.❳
wo die eingeklammerten Posten diejenigen sind, die nur innerhalb ihrer eignen Unterklasse cirkuliren und verzehrt werden.
Derdirekte Rückfluß des in variablem Kapital vorgeschoßnen Geldkapitals, der nur stattfindet für die Kapitalistenabtheilung IIa, die nothwendige Lebensmittel producirt, ist nur eine durch specielle Bedingungen modificirte Erscheinung des früher erwähnten allgemeinen Gesetzes, daß den Waarenproducenten, die der Cirkulation Geld vorschießen, selbes zurückkehrt bei normalem Verlauf der Waarencirkulation. Woraus beiläufig folgt, daß wenn hinter dem Waarenproducenten überhaupt ein Geldkapitalist steht, der wieder dem industriellen Kapitalisten Geldkapital (in dem strengsten Sinne des Worts, also Kapitalwerth in Geldform) vorschießt, der eigentliche Rückflußpunkt dieses Geldes die Tasche dieses Geldkapitalisten ist. In dieser Weise, obgleich das Geld durch alle Hände mehr oder weniger cirkulirt, gehört die Masse des cirkulirenden Geldes der in Form von Banken etc. organisirten und koncentrirten Abtheilung des ||409| Geldkapitals; die Art, wie diese ihr Kapital vorschießt, bedingt den beständigen finalen Rückfluß in Geldform zu ihr, obgleich dies wieder vermittelt ist durch die Rückverwandlung des industriellen Kapitals in Geldkapital .
Zur Waarencirkulation ist immer zweierlei nöthig: Waaren, die in Cirkulation geworfen werden, und Geld, das in Cirkulation geworfen wird. „Der Cirkulationsproceß erlischt … nicht, wie der unmittelbare Produktenaustausch, in dem Stellen- oder Händewechsel der Gebrauchswerthe. Das Geld verschwindet nicht, weil es schließlich aus der Metamorphosenreihe einer Waare herausfällt. Es schlägt immer nieder auf eine durch die Waaren geräumte Cirkulationsstelle“ etc. (Buch I, Kap. III, p. 92.)
Z. B.in der Cirkulation zwischen IIc und I(v + m) nahmen wir an, daß für diese Cirkulation 500 £ in Geld von II vorgeschossen werden. Bei der unendlichen Zahl Cirkulationsprocesse, worin sich die Cirkulation zwischen großen gesellschaftlichen Gruppen von Producenten auflöst, wird bald einer aus dieser, bald einer aus jener Gruppe zuerst als Käufer auftreten – also Geld in Cirkulation werfen. Es ist das, ganz abgesehn von individuellen Umständen, schon bedingt durch die Verschiedenheit der Produktionsperioden und daher der Umschläge der verschiednen Waarenkapitale. Also II kauft mit 500 £ zum selben Werthbetrag Produktionsmittel von I, dieses aber kauft von II Konsumtionsmittel für 500 £; das Geld fließt also zurück zu II; letztres wird in keiner Weise bereichert durch diesen Rückfluß. Es warf erst für 500 £ Geld in Cirkulation und zog zum selben Werthbetrag Waaren aus ihr heraus; es verkauft dann für 500 £ Waaren und zieht zum selben Werthbetrag Geld aus ihr heraus; so fließen die 500 £ zurück. In der That hat II so in Cirkulation geworfen für 500 £ Geld und für 500 £ Waaren = 1000 £; es zieht aus der Cirkulation heraus für 500 £ Waaren und für 500 £ Geld. Die Cirkulation braucht für den Umsatz von 500 £ Waaren (I) und 500 £ Waaren (II) nur 500 £ Geld; wer das Geld also vorgeschossen beim Kauf fremder Waare, erhält es wieder beim Verkauf eigner. Hätte daher I zuerst von II gekauft Waare für 500 £, und später an II verkauft Waare für 500 £, so würden die 500 £ zu I statt zu II zurückkehren.
In Klasse I kehrt das in Arbeitslohn angelegte Geld, d. h. das in Geldform vorgeschoßne variable Kapital in dieser Form nicht direkt, son- | |410|dern indirekt zurück, auf einem Umweg. In II dagegen kehren die 500 £ Arbeitslohn direkt von den Arbeitern an die Kapitalisten zurück, wie diese Rückkehr immer direkt ist, wo Kauf und Verkauf zwischen denselben Personen sich so wiederholt, daß sie abwechselnd einander als Käufer und Verkäufer von Waaren beständig gegenübertreten. Der Kapitalist II zahlt die Arbeitskraft in Geld; er verleibt dadurch die Arbeitskraft seinem Kapital ein und tritt nur durch diesen Cirkulationsvorgang, der für ihn nur Verwandlung von Geldkapital in produktives Kapital ist, als industrieller Kapitalist dem Arbeiter als seinem Lohnarbeiter gegenüber. Dann aber tritt der Arbeiter, der in erster Instanz Verkäufer, Händlerin eigner Arbeitskraft war, in zweiter Instanz als Käufer, als Geldbesitzer, dem Kapitalisten als dem Waarenverkäufer gegenüber; damit fließt diesem das in Arbeitslohn ausgelegte Geld zurück. Soweit der Verkauf dieser Waaren nicht Prellerei etc. einschließt, sondern Aequivalente in Waare und Geld ausgetauscht werden, ist derselbe nicht ein Proceß, wodurch der Kapitalist sich bereichert. Er zahlt den Arbeiter nicht zweimal, erst in Geld und dann in Waare; sein Geld kehrt zu ihm zurück, sobald der Arbeiter es in Waare bei ihm auslöst.
Das in variables Kapital verwandelte Geldkapital – also das in Arbeitslohn vorgeschoßne Geld – spielt aber eine Hauptrolle in der Geldcirkulation selbst, weil – da die Arbeiterklasse von der Hand in den Mund leben muß, also den industriellen Kapitalisten keine langen Kredite geben kann – auf zahllosen örtlich verschiednen Punkten der Gesellschaft gleichzeitig variables Kapital in Geld vorgeschossen werden muß in gewissen kurzen Terminen, wie Woche etc. – in relativ rasch sich wiederholenden Zeitabschnitten (je kürzer diese Abschnitte, desto kleiner kann relativ die durch diesen Kanal auf einmal in Cirkulation geworfne gesammte Geldsumme sein) – welches auch immer die verschiednen Umschlagsperioden der Kapitale in verschiednen Industriezweigen sein mögen . In jedem Land kapitalistischer Produktion bildet das so vorgeschoßne Geldkapital einen proportionell entscheidenden Antheil an der Gesammtcirkulation, um so mehr, da dasselbe Geld – vor seinem Rückfluß zum Ausgangspunkt – in den mannigfachsten Kanälen sich umtreibt und als Cirkulationsmittel für eine Unzahl andrer Geschäfte fungirt.
|411| Betrachten wir jetzt die Cirkulation zwischen I(v + m) und IIc von einem andern Gesichtspunkt aus.
Die Kapitalisten I schießen 1000 £ in Zahlung von Arbeitslohn vor, womit die Arbeiter für 1000 £ Lebensmittel kaufen von den Kapitalisten II, und diese wieder für dasselbe Geld Produktionsmittel von den Kapitalisten I. Letztren ist ihr variables Kapital in Geldform nun zurückgekehrt, während die Kapitalisten II die Hälfte ihres konstanten Kapitals aus der Form von Waarenkapital in produktives Kapital rückverwandelt haben. Die Kapitalisten II schießen weitere 500 £ Geld vor, um Produktionsmittel bei I zu heben; die Kapitalisten I verausgaben das Geld in Konsumtionsmitteln von II; diese 500 £ fließen so den Kapitalisten II zurück; sie schießen sie von neuem vor, um das letzte Viertel ihres in Waare verwandelten konstanten Kapitals rückzuverwandeln in seine produktive Naturalform. Dies Geld strömt wieder zu I zurück, und hebt von neuem bei II Konsumtionsmittel zu gleichem Betrage; damit fließen die 500 £ zurück an II; dessen Kapitalisten sind jetzt wie vorhin im Besitz von 500 £ Geld und 2000 £ konstantem Kapital, das aber aus der Form von Waarenkapital in produktives Kapital neu umgesetzt worden ist. Mit 1500 £ Geld ist eine Waarenmasse von 5000 £ cirkulirt worden; nämlich 1) I zahlt an die Arbeiter 1000 £ für Arbeitskraft zum gleichen Werthbelauf; 2) die Arbeiter kaufen mit selben 1000 £ Lebensmittel von II; 3) II kauft mit demselben Geld Produktionsmittel von I, dem damit 1000 £ variables Kapital in Geldform wieder hergestellt ist; 4) II kauft mit 500 £ Produktionsmittel von I; 5) I kauft mit selben 500 £ Konsumtionsmittel von II; 6) II kauft mit selben 500 £ Produktionsmittel von I; 7) I kauft mit selben 500 £ Lebensmittel von II. An II sind 500 £ zurückgeflossen, die es außer seinen 2000 £ in Waare in Cirkulation warf und für die es der Cirkulation kein Aequivalent in Waare entzogen.48)
Die Umsetzung verläuft also wie folgt:
1) I zahlt 1000 £ Geld für Arbeitskraft, also für Waare = 1000 £. |
|412| 2) Die Arbeiter kaufen mit ihrem Arbeitslohn zum Geldbetrag von 1000 £ Konsumtionsmittel von II; also Waare = 1000 £.
3) II kauft für die von den Arbeitern gelösten 1000 £ zum selben Werth Produktionsmittel von I; also Waare = 1000 £.
Damit sind 1000 £ Geld als Geldform des variablen Kapitals an I zurückgeflossen.
4) II kauft für 500 £ Produktionsmittel von I; also Waare = 500 £.
5) I kauft für selbe 500 £ Konsumtionsmittel von II; also Waare = 500 £.
6) II kauft für selbe 500 £ Produktionsmittel von I; also Waare = 500 £.
7) I kauft für selbe 500 £ Konsumtionsmittel von II; also Waare = 500 £.
Summe des umgesetzten Waarenwerths = 5000 £.
Die 500 £, die II im Kauf vorgeschossen, sind zu ihm zurückgekehrt.
Resultat ist:
1) I besitzt variables Kapital in Geldform zum Belauf von 1000 £, die es ursprünglich der Cirkulation vorschoß; es hat außerdem verausgabt für seine individuelle Konsumtion 1000 £ – in seinem eignen Waarenprodukt; d. h. es hat das Geld verausgabt, das es für den Verkauf von Produktionsmitteln zum Werthbetrag von 1000 £ einnahm.
Andrerseits ist die Naturalform, worin sich das in Geldform existirende variable Kapital umsetzen muß – d. h. die Arbeitskraft – durch den Konsum erhalten, reproducirt und wieder vorhanden als derjenige einzige Handelsartikel ihrer Besitzer, den diese verkaufen müssen, wen sie leben wollen. Es ist also auch reproducirt das Verhältniß von Lohnarbeitern und Kapitalisten.
2) Das konstante Kapital von II ist in natura ersetzt, und die von selbem II der Cirkulation vorgeschoßnen 500 £ sind ihm rückgekehrt.
Für die Arbeiter I ist die Cirkulation die einfache von W–G–W.
1 ( W (1000 £, Geldform des variablen Kapitals I) – W3k0 (nothwendige Lebensmittel zum Betrage von 1000 £); diese 1000 £ | |413| versilbern bis zum selben Werthbetrag das in Form von Waare – Lebensmitteln – existirende konstante Kapital II.
Für die Kapitalisten II ist der Proceß: W–G, Verwandlung eines Theils ihres Waarenprodukts in Geldform, woraus es rückverwandelt wird in Bestandtheile des produktiven Kapitals – nämlich in einen Theil der ihnen nothwendigen Produktionsmittel.
Beidem Vorschuß von G (500 £), den die Kapitalisten II machen zum Ankauf der andren Theile der Produktionsmittel, ist die Geldform des noch in Waarenform (Konsumtionsmitteln) existirenden Theils von IIc anticipirt; im Akt G–W, wo II mit G kauft und W von I verkauft wird, verwandelt sich das Geld (II) in einen Theil des produktiven Kapitals, während W (I) den Akt W–G durchmacht, sich in Geld verwandelt, das aber keinen Bestandtheil des Kapitalwerths für I vorstellt, sondern versilberten Mehrwerth, der nur in Konsumtionsmitteln verausgabt wird.
In der Cirkulation G–W … P … W′–G′ ist der erste Akt G–W des einen Kapitalisten, der letzte W′–G′ eines andern (oder Theil davon); ob dies W, wodurch G in produktives Kapital umgesetzt wird, für den Verkäufer von W (der also dies W in Geld umsetzt) konstanten Kapitalbestandtheil, variablen Kapitalbestandtheil, oder Mehrwerth vorstellt, ist für die Waarencirkulation selbst durchaus gleichgültig.
Was die Klasse I, in Bezug auf den Bestandtheil v + m ihres Waarenprodukts angeht, so zieht sie mehr Geld aus der Cirkulation heraus, als sie hineingeworfen hat. Erstens kehren ihr die 1000 £ variables Kapital zurück; zweitens verkauft sie (siehe oben, Umsetzung No. 4) für 500 £ Produktionsmittel; damit ist die Hälfte ihres Mehrwerths versilbert; dann (Umsetzung No. 6) verkauft sie wieder für 500 £ Produktionsmittel, die zweite Hälfte ihres Mehrwerths, und damit ist der ganze Mehrwerth in Geldform der Cirkulation entzogen worden; also successive 1) variables Kapital in Geld rückverwandelt = 1000 £; 2) die Hälfte des Mehrwerths versilbert = 500 £; 3) die andre Hälfte des Mehrwerths = 500 £; also Summa: 1000v + 1000m versilbert = 2000 £. Obgleich I (abgesehn von den später zu betrachtenden Umsätzen, die die Reproduktion von Icvermitteln) nur 1000 £ in Cirkulation warf, hat es ihr doppelt so viel entzogen. Natürlich verschwindet das versilberte (in G verwandelte) m sofort wieder in andre Hand (II) ||414| dadurch, daß dies Geld in Konsumtionsmitteln vermöbelt wird. Die Kapitalisten von I haben nur soviel in Geld entzogen, als sie an Werth in Waare hineinwarfen; daß dieser Werth Mehrwerth ist, d. h. den Kapitalisten nichts kostet, ändert absolut nichts am Werth dieser Waaren selbst; ist also, soweit es sich um Werthumsatz in der Waarencirkulation handelt, vollständig gleichgültig. Die Versilberung des Mehrwerths ist natürlich verschwindend, wie alle andern Formen, die das vorgeschoßne Kapital in seinen Umsetzungen durchläuft. Sie dauert gerade nur solange wie der Zwischenraum zwischen Verwandlung der Waare I in Geld, und der darauf folgenden Verwandlung des Geldes I in Waare II.
Wären die Umschläge kürzer angenommen – oder, vom Standpunkt einfacher Waarencirkulation aus betrachtet, die Anzahl der Umläufe des cirkulirenden Geldes rascher – so wäre noch weniger Geld hinreichend, um die umgesetzten Waarenwerthe zu cirkuliren; die Summe ist stets bestimmt – wenn die Anzahl der successiven Umsätze gegeben – durch die Preissumme, resp. Werthsumme, der cirkulirenden Waaren. Welche Proportion dieser Werthsumme aus Mehrwerth einerseits und Kapitalwerth andrerseits besteht, ist dabei durchaus gleichgültig .
Würde in unserm Beispiel der Arbeitslohn bei I viermal des Jahres ausgezahlt, so 4 × 250 = 1000. Es würden also 250 £ in Geld hinreichen für die Cirkulation Iv – IIc und für die Cirkulation zwischen dem variablen Kapital Iv und der Arbeitskraft I. Ebenso wären, wenn die Cirkulation zwischen Im und IIc in vier Umschlägen erfolgt, nur 250 £ dazu nöthig, also im ganzen eine Geldsumme, resp. ein Geldkapital von 500 £ für Cirkulation von Waaren zum Betrag von 5000 £. Der Mehrwerth würde dann, statt zweimal successive zur Hälfte, jetzt viermal successive zu versilbert.
Wenn statt II, in Umsetzung No. 4, I als Käufer auftritt, also 500 £ Geld in Konsumtionsmitteln von selbem Werthumfang verausgabt, so kauft dann II in Umsetzung No. 5 Produktionsmittel mit denselben 500 £; 6) I kauft Konsumtionsmittel mit selben 500 £; 7) II kauft mit selben 500 £ Produktionsmittel; die 500 £ kehren also schließlich zu I, wie vorhin zu II, zurück. Der Mehrwerth wird hier versilbert durch, von seinem kapitalistischen Producenten selbst in ihrer Privatkonsumtion verausgabtes Geld, das anticipirte Revenue vorstellt, anticipirte Einnahme||415| aus dem in der noch zu verkaufenden Waare steckenden Mehrwerth. Die Versilberung des Mehrwerths findet nicht statt durch den Rückfluß der 500 £; denn neben den 1000 £ in Waare Iv hat I, am Schluß von Umsetzung No. 4, 500 £ in Geld in die Cirkulation geworfen, und dies war zuschüssig, nicht – soviel wir wissen – Erlös verkaufter Waare. Fließt dies Geld an I zurück, so hat I damit nur sein zuschüssiges Geld zurück erhalten, nicht seinen Mehrwerth versilbert. Die Versilberung des Mehrwerths von I findet nur statt durch den Verkauf der Waaren Im, worin er steckt, und dauert jedesmal nur so lang, als das durch Verkauf der Waare eingelöste Geld nicht von neuem in Konsumtionsmitteln verausgabt ist.
I kauft mit zuschüssigem Geld (500 £) von II Konsumtionsmittel; dies Geld ist verausgabt von I, es hat dafür Aequivalent in Waare II; das Geld fließt zum ersten Mal zurück dadurch, daß II von I für 500 £ Waare kauft; es fließt also zurück als Aequivalent der von I verkauften Waare, aber diese Waare kostet I nichts, bildet also Mehrwerth für I, und so versilbert das von ihm selbst in Cirkulation geworfne Geld seinen eignen Mehrwerth; ebenso bei seinem zweiten Kauf (No. 6) hat I sein Aequivalent in Waare II erhalten. Gesetzt, II kaufe nun nicht (No. 7) Produktionsmittel von I, so hätte I in der That für 1000 £ Konsumtionsmittel gezahlt – seinen ganzen Mehrwerth als Revenue verzehrt – nämlich 500 in seinen Waaren I (Produktionsmitteln) und 500 in Geld; es hätte dagegen noch für 500 £ in seinen Waaren I (Produktionsmitteln) auf Lager, und wäre dagegen 500 £ in Geld losgeworden.
Dahingegen hätte II drei Viertel seines konstanten Kapitals aus der Form von Waarenkapital in produktives Kapital rückverwandelt; ein Viertel dagegen in der Form von Geldkapital (500 £), in der That von brachliegendem Geld oder seine Funktion unterbrechendem und abwartendem Geld. Dauerte diese Situation länger, so müßte II die Stufenleiter der Reproduktion um ein Viertel reduciren. – Die 500 in Produktionsmitteln aber, die I auf dem Hals hat, sind nicht in Waarenform existirender Mehrwerth; sie sind an der Stelle der vorgeschoßnen 500 £ Geld da, die I besaß neben seinem Mehrwerth von 1000 £ in Waarenform. Als Geld befinden sie sich in stets realisirbarer Form; als Waare sind sie momentan unverkäuflich. Soviel ist klar, daß einfache Reproduktion – wo ||416| jedes Element des produktiven Kapitals in II wie in I ersetzt werden muß – hier nur möglich bleibt, wenn die 500 Goldvögel zurückkehren zu I, das sie zuerst ausfliegen ließ.
Gibt ein Kapitalist (hier haben wir nur noch industrielle Kapitalisten vor uns, zugleich Repräsentanten aller andern) Geld aus in Konsumtionsmitteln, so ist es für ihn alle geworden, den Weg alles Fleischesgegangen. Fließt es wieder zu ihm zurück, so kann das nur geschehn, soweit er es für Waaren – also durch sein Waarenkapital – aus der Cirkulation herausfischt. Wie der Werth seines ganzen jährlichen Waarenprodukts (das für ihn = Waarenkapital), so ist der jedes Elements desselben, d. h. der Werth jeder einzelnen Waare, für ihn zerfällbar in konstanten Kapitalwerth, variablen Kapitalwerth und Mehrwerth. Die Versilbrung jeder einzelnen der Waaren (die als Elemente das Waarenprodukt bilden) ist also zugleich Versilbrung eines gewissen Quotums des im ganzen Waarenprodukt steckenden Mehrwerths. Es ist also im gegebnen Fall wörtlich richtig, daß der Kapitalist selbst das Geld in die Cirkulation warf – und zwar bei Verausgabung desselben in Konsumtionsmitteln – womit sein Mehrwerth versilbert, alias realisirt wird. Es handelt sich dabei natürlich nicht um identische Geldstücke, sondern um einen Betrag in klingendem Geld, gleich dem (oder gleicher Theil von dem), den er zur Bestreitung persönlicher Bedürfnisse in die Cirkulation geworfen.
In der Praxis geschieht dies in doppelter Weise: Ist das Geschäft erst innerhalb des laufenden Jahrs eröffnet worden, so dauert es gute Weile, im besten Fall einige Monate, bevor der Kapitalist aus der Geschäftseinnahmeselbst Geld für seinen persönlichen Konsum ausgeben kann. Er suspendirt deswegen keinen Augenblick seine Konsumtion. Er schießt sich selbst (ob aus eigner, oder per Kredit aus fremder Tasche, ist hier ganz gleichgültiger Umstand) Geld auf erst zu ergatternden Mehrwerth vor; damit aber auch cirkulirendes Medium zur Realisation später zu realisirenden Mehrwerths. Ist das Geschäft dagegen schon länger im regelmäßigen Gang, so vertheilen sich Zahlungen und Einnahmen auf verschiedne Termine während des Jahrs. Eins aber geht ununterbrochen fort, die Konsumtion des Kapitalisten, die anticipirt und deren Umfang berechnet wird nach gewisser Proportion zu der gewohnten oder veranschlagten Einnahme. Mit jeder Portion verkaufter Waare wird auch ein | |417| Theil des jährlich zu machenden Mehrwerths realisirt. Würde aber während des ganzen Jahrs nur soviel der producirten Waare verkauft, wie nöthig, um die in ihr enthaltnen konstanten und variablen Kapitalwerthe zu ersetzen; oder fielen die Preise so, daß beim Verkauf des ganzen jährlichen Waarenprodukts nur der in ihm enthaltne vorgeschoßne Kapitalwerth realisirt würde, so träte der anticipatorische Charakter des auf künftigen Mehrwerth hin verausgabten Geldes klar hervor. Macht unser Kapitalist Fallite, so untersuchen seine Gläubiger und das Gericht, ob seine anticipirten Privatausgaben in richtiger Proportion zum Umfang seines Geschäfts und der, selbem gewöhnlich oder normal entsprechenden Mehrwertheinnahme stehn.
Mit Bezug auf die ganze Kapitalistenklasse erscheint aber der Satz, daß sie das Geld zur Realisation ihres Mehrwerths (resp. auch zur Cirkulation ihres Kapitals, konstanten und variablen) selbst in die Cirkulation werfen muß, nicht nur nicht paradox, sondern als nothwendige Bedingung des ganzen Mechanismus: denn hier gibt es nur zwei Klassen: die Arbeiterklasse, die nur über ihre Arbeitskraft verfügt; die Kapitalistenklasse , die im Monopolbesitz der gesellschaftlichen Produktionsmittel wie des Geldes ist. Das Paradoxe läge darin, wenn die Arbeiterklasse in erster Instanz das zur Realisation des in den Waaren steckenden Mehrwerths nothwendige Geld aus eignen Mitteln vorschösse. Der einzelne Kapitalist verrichtet diesen Vorschuß aber immer nur in der Form, daß er als Käufer agirt, Geld verausgabt im Ankauf von Konsumtionsmitteln, oder Geld vorschießt im Ankauf von Elementen seines produktiven Kapitals, sei es von Arbeitskraft, sei es von Produktionsmitteln. Er gibt das Geld immer nur weg gegen ein Aequivalent. Er schießt der Cirkulation nur Geld vor in derselben Art, wie er ihr Waare vorschießt. Er agirt beidemal als Ausgangspunkt ihrer Cirkulation.
Der wirkliche Hergang wird durch zwei Umstände verdunkelt.
1) Die Erscheinung des Handelskapitals (dessen erste Form immer Geld, da der Kaufmann als solcher kein „Produkt“ oder „Waare“ herstellt) und des Geldkapitals, als Gegenstandes der Manipulation einer besondern Sorte von Kapitalisten, in dem Cirkulationsproceß des industriellenKapitals.
2) Die Spaltung des Mehrwerths – der in erster Hand immer in Hand des industriellen Kapitalisten sich befinden muß – in ver||418|schiedne Kategorien, als deren Träger neben dem industriellen Kapitalisten der Grundbesitzer (für Bodenrente), der Wucherer (für Zins) etc. erscheinen, ditto die Regierung und ihre Beamten, Rentiers etc. Diese Burschen erscheinen als Käufer gegenüber dem industriellen Kapitalisten und in so weit als Versilbrer seiner Waaren; pro parte werfen auch sie „Geld“ in die Cirkulation und er erhält es von ihnen. Wobei stets vergessen wird, aus welcher Quelle sie es ursprünglich erhielten und stets wieder von neuem erhalten .
VI. Das konstante Kapital der Abtheilung I.48[a])
Esbleibt noch zu untersuchen das konstante Kapital der Abtheilung I = 4000 Ic. Dieser Werth ist gleich dem im Waarenprodukt I wieder erscheinenden Werth der in der Produktion dieser Waarenmasse verzehrten Produktionsmittel. Dieser wiedererscheinende Werth, der nicht in dem Produktionsproceß I producirt, sondern das Jahr vorher als konstanter Werth in ihn eintrat, als gegebner Werth seiner Produktionsmittel, existirt jetzt in dem ganzen Theil der Waarenmasse I, die nicht von der Kategorie II absorbirt ist; und zwar ist der Werth dieser Waarenmasse, die so in der Hand der Kapitalisten I bleibt, = des Werths ihres ganzen jährlichen Waarenprodukts. Bei dem einzelnen Kapitalisten, der ein besondres Produktionsmittel producirt, konnten wir sagen: Er verkauft sein Waarenprodukt, er verwandelt es in Geld. Indem er es in Geld verwandelt, hat er auch den konstanten Werththeil seines Produkts in Geld rückverwandelt. Mit diesem in Geld verwandelten Werththeil kauft er dann von andren Waarenverkäufern seine Produktionsmittel wieder ein, oder verwandelt den konstanten Werththeil seines Produkts in eine Naturalform, worin er von neuem als produktives konstantes Kapital fungiren kann. Jetzt dagegen wird diese Voraussetzung unmöglich. Die Kapitalistenklasse I umschließt die Gesammtheit der Kapitalisten, die Produktionsmittel produciren. Außerdem ist das Waarenprodukt von 4000, das in ihrer Hand geblieben, ein Theil des gesellschaftlichen Produkts, der gegen keinen andern auszutauschen ist, denn es existirt kein solcher andrer Theil des Jahresprodukts mehr. Mit Ausnahme dieser ||419| 4000 ist bereits über den ganzen Rest disponirt; ein Theil ist durch den gesellschaftlichen Konsumtionsfondsabsorbirt, und ein andrer Theil hat das konstante Kapital der Abtheilung II zu ersetzen, die bereits alles ausgetauscht hat, worüber sie im Austausch mit Abtheilung I verfügen kann.
Die Schwierigkeit löst sich sehr einfach, wenn man erwägt, daßdas ganze Waarenprodukt I seiner Naturalform nach aus Produktionsmitteln besteht, d. h. aus den stofflichen Elementen des konstanten Kapitals selbst.Es zeigt sich hier dasselbe Phänomen wie vorhin sub II, nur unter einem andern Aspekt. Sub II bestand das ganze Waarenprodukt in Konsumtionsmitteln; ein Theil desselben, gemessen durch den in diesem Waarenprodukt enthaltnen Arbeitslohn plus Mehrwerth, konnte daher von seinen eignen Producenten verzehrt werden. Hier sub I, besteht das ganze Waarenprodukt aus Produktionsmitteln, Baulichkeiten, Maschinerie, Gefäßen, Roh- und Hülfstoffen etc. Ein Theil derselben, derjenige, welcher das in dieser Sphäre angewandte konstante Kapital ersetzt, kann daher in seiner Naturalform sofort von neuem als Bestandtheil des produktiven Kapitals fungiren. Soweit er in Cirkulation tritt, cirkulirt er innerhalb der Klasse I. Sub II wird ein Theil des Waarenprodukts in natura von seinen eignen Producenten individuell, sub I dagegen wird ein Theil des Produkts in natura von seinen kapitalistischen Producenten produktiv konsumirt.
In dem Theil des Waarenprodukts I = 4000c erscheint der in dieser Kategorie konsumirte konstante Kapitalwerth wieder, und zwar in einer Naturalform, worin er sofort wieder als produktives konstantes Kapital fungiren kann. Sub II geht der Theil des Waarenprodukts von 3000, dessen Werth gleich Arbeitslohn plus Mehrwerth (= 1000), direkt in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten und Arbeiter von II ein, während dagegen der konstante Kapitalwerth dieses Waarenprodukts (= 2000) nicht wieder in die produktive Konsumtion der Kapitalisten II eingehn kann, sondern durch Austausch mit I zu ersetzen ist.
Sub I dagegen geht der Theil seines Waarenprodukts von 6000, dessen Werth gleich Arbeitslohn plus Mehrwerth (= 2000), nicht in die individuelle Konsumtion seiner Producenten ein, und kann es auch seiner Naturalform nach nicht. Er muß vielmehr erst mit II ausgetauscht werden. Der konstante Werththeil dieses Produkts = 4000 befindet sich umgekehrt in einer Naturalform, worin er – die ganze ||420| Kapitalistenklasse I betrachtet – direkt wieder als deren konstantes Kapital fungiren kann. In andren Worten: Das ganze Produkt der Abtheilung I besteht aus Gebrauchswerthen, die ihrer Naturalform nach – bei kapitalistischer Produktionsweise – nur als Elemente des konstanten Kapitals dienen können. Von diesem Produkt zum Werth von 6000 ersetzt also ein Drittel (2000) das konstante Kapital der Abtheilung II, und die übrigen das konstante Kapital der Abtheilung I.
Das konstante Kapital I besteht in einer Masse verschiedner Kapitalgruppen, die in den verschiednen Produktionszweigen von Produktionsmitteln angelegt sind, so viel in Eisenhütten, so viel in Kohlengruben etc. Jede dieser Kapitalgruppen, oder jedes dieser gesellschaftlichen Gruppenkapitale setzt sich wieder zusammen aus einer größren oder geringren Masse selbständig fungirender Einzelkapitale. Erstens zerfällt das Kapital der Gesellschaft, z. B. 7500 (was Millionen u. s. w. bedeuten kann) in verschiedne Kapitalgruppen; das gesellschaftliche Kapital von 7500 ist zerfällt in besondre Theile, wovon jeder in einem besondren Produktionszweig angelegt; der in jedem besondren Produktionszweig angelegte Theil des gesellschaftlichen Kapitalwerths besteht der Naturalform nach theils in den Produktionsmitteln jeder besondren Produktionssphäre, theils aus der für ihren Betrieb nöthigen und entsprechend qualificirten Arbeitskraft, verschieden modificirt durch die Theilung der Arbeit, je nach der specifischen Arbeitsart, die sie in jeder einzelnen Produktionssphäre zu leisten hat. Der in jedem besondren Produktionszweig angelegte Theil des gesellschaftlichen Kapitals besteht wieder aus der Summe der in ihm angelegten, selbständig fungirenden Einzelkapitale. Dies gilt selbstredend für beide Abtheilungen, für I wie für II.
Was nun sub I den in Form seines Waarenprodukts wieder erscheinenden konstanten Kapitalwerth angeht, so geht er zum Theil in die besondre Produktionssphäre (oder selbst in den individuellen Geschäftsbetrieb), woraus er als Produkt herauskommt, auch wieder als Produktionsmittel ein; z. B. Korn in die Kornproduktion, Kohle in die Kohlenproduktion, Eisen in Form von Maschinen in die Eisenproduktion u. s. w.
Soweit jedoch die Theilprodukte, woraus der konstante Kapitalwerth von I besteht, nicht wieder direkt in ihre besondre oder individuelle Produktionssphäre eingehn, wechseln sie nur den Platz. Sie gehn in Naturalform ein in eine andre Produktionssphäre der Abtheilung I, während das ||421| Produkt andre Produktionssphären der Abtheilung I sie in natura ersetzt. Es ist bloßer Stellenwechsel dieser Produkte. Sie gehn alle wieder ein als Faktoren, die konstantes Kapital in I ersetzen, nur statt in einer Gruppe von I in einer andern. Soweit hier Austausch zwischen den einzelnen Kapitalisten von I stattfindet, ist es Austausch einer Naturalform von konstantem Kapital gegen eine andre Naturalform von konstantem Kapital, einer Sorte Produktionsmittel gegen andre Sorten Produktionsmittel. Es ist Austausch der verschiednen individuellen konstanten Kapitaltheile von I unter einander. Die Produkte werden, soweit sie nicht direkt als Produktionsmittel in ihren eignen Produktionszweigen dienen, aus ihrer Produktionsstätte in eine andre entfernt, und ersetzen sich so wechselseitig. In andren Worten (ähnlich wie sub II für den Mehrwerth geschehn): jeder Kapitalist sub I zieht im Verhältniß, worin er Miteigenthümer an diesem konstanten Kapital von 4000, die ihm nöthigen entsprechenden Produktionsmittel aus dieser Waarenmasse heraus. Wäre die Produktion gesellschaftlich, statt kapitalistisch, so ist klar, daß diese Produkte der Abtheilung I unter die Produktionszweige dieser Abtheilung, zum Behuf der Reproduktion, nicht minder beständig wieder als Produktionsmittel vertheilt würden, ein Theil direkt in der Produktionssphäre bliebe, wo er als Produkt herauskam, ein andrer Theil dagegen nach andren Produktionsstätten entfernt würde, und so ein beständiges Hin und Her zwischen den verschiednen Produktionsstätten dieser Abtheilung stattfände.
VII. Variables Kapital und Mehrwerth in beiden Abtheilungen.
Der Gesammtwerth der jährlich producirten Konsumtionsmittel ist also gleich dem während des Jahres reproducirten variablen Kapitalwerth II plus dem neu producirten Mehrwerth II (d. h. gleich dem sub II während des Jahrs producirten Werth) plus dem während des Jahrs reproducirten variablen Kapitalwerth I und dem neu producirten Mehrwerth I (also plus dem sub I während des Jahrs producirten Werth).
Unter Voraussetzung einfacher Reproduktion ist also der Gesammtwerth der jährlich producirten Konsumtionsmittel gleich dem jährlichen | |422| Werthprodukt, d. h. gleich dem ganzen durch die gesellschaftliche Arbeit während des Jahrs producirten Werth, und muß es sein, da bei einfacher Reproduktion dieser ganze Werth verzehrt wird.
Dertotale gesellschaftliche Arbeitstag zerfällt in zwei Theile: 1) nothwendige Arbeit; sie schafft im Lauf des Jahrs einen Werth von 1500v; 2) Mehrarbeit; sie schafft einen zuschüssigen Werth oder Mehrwerth von 1500m. Die Summe dieser Werthe = 3000, ist gleich dem Werth der jährlich producirten Konsumtionsmittel von 3000. Der Totalwerth der während des Jahrs producirten Konsumtionsmittel ist also gleich dem Totalwerth, den der totale gesellschaftliche Arbeitstag während des Jahrs producirt, gleich dem Werth des gesellschaftlichen variablen Kapitals plus dem gesellschaftlichen Mehrwerth, gleich dem totalen jährlichen Neuprodukt.
Aber wir wissen, daß obgleich diese beiden Werthgrößen sich decken, deswegen keineswegs der Totalwerth der Waaren II, der Konsumtionsmittel, in dieser Abtheilung der gesellschaftlichen Produktion producirt worden ist. Sie decken sich, weil der sub II wieder erscheinende konstante Kapitalwerth gleich ist dem sub I neuproducirten Werth (variablem Kapitalwerth plus Mehrwerth); daher I(v + m) den Theil des Produkts von II kaufen kann, der für seine Producenten (in Abtheilung II) konstanten Kapitalwerth darstellt. Es zeigt sich daher, warum, obgleich für die Kapitalisten II der Werth ihres Produkts zerfällt in c + v + m, gesellschaftlich betrachtet der Werth dieses Produkts zerfällbar ist in v + m. Dies ist nämlich nur der Fall, weil IIc hier gleich I(v + m) und diese beiden Bestandtheile des gesellschaftlichen Produkts durch ihren Austausch ihre Naturalformen mit einander austauschen, daher nach diesem Umsatz IIc wieder in Produktionsmitteln, I(v + m) dagegen in Konsumtionsmitteln existirt.
Und es ist dieser Umstand, der A. Smith veranlaßt hat zu behaupten, der Werth des jährlichen Produkts löse sich in v + m auf. Es gilt dies 1) nur für den aus Konsumtionsmitteln bestehenden Theil des jährlichen Produkts, und 2) gilt es nicht in dem Sinn, daß dieser Totalwerth in II producirt wird, und sein Produktenwerth daher gleich ist dem sub II vorgeschoßnen variablen Kapitalwerth plus dem sub II producirten Mehrwerth. Sondern nur in dem Sinn, daß II(c + v + m) = II(v + m) + I(v + m) oder weil IIc = I(v + m). |
|423| Es folgt ferner:
Obgleich der gesellschaftliche Arbeitstag (d. h. die während des ganzen Jahrs von der gesammten Arbeiterklasse verausgabte Arbeit), wie jeder individuelle Arbeitstag, nur in zwei Theile zerfällt, nämlich in nothwendige Arbeit plus Mehrarbeit, obgleich daher der von diesem Arbeitstag producirte Werth ebenfalls nur in zwei Theile zerfällt, nämlich in den variablen Kapitalwerth, d. h. den Werththeil, womit der Arbeiter seine eignen Reproduktionsmittel kauft, und den Mehrwerth, den der Kapitalist zu seiner eignen individuellen Konsumtion verausgaben kann, – so wird dennoch, gesellschaftlich betrachtet, ein Theil des gesellschaftlichen Arbeitstages ausschließlich verausgabt in Produktion von frischem kon- stantem Kapital, nämlich von Produkten, die ausschließlich bestimmt sind im Arbeitsproceß als Produktionsmittel, und daher in dem ihn begleitenden Verwerthungsproceß als konstantes Kapital zu fungiren. Nach unsrer Voraussetzung stellt sich der ganze gesellschaftliche Arbeitstag dar in einem Geldwerth von 3000, wovon nur = 1000 in der Abtheilung II producirt wird, welche Konsumtionsmittel producirt, d. h. die Waaren, worin sich der gesammte variable Kapitalwerth und der gesammte Mehrwerth der Gesellschaft schließlich realisirt. Nach dieser Voraussetzung werden also des gesellschaftlichen Arbeitstags in der Produktion von neuem konstantem Kapital verwandt. Obgleich vom Standpunkt der individuellen Kapitalisten und Arbeiter der Abtheilung I diese des gesellschaftlichen Arbeitstags bloß zur Produktion von variablem Kapitalwerth plus Mehrwerth dienen, ganz wie das letzte Drittel des gesellschaftlichen Arbeitstags in Abtheilung II, so produciren dennoch diese des gesellschaftlichen Arbeitstags, gesellschaftlich betrachtet – und ebenso dem Gebrauchswerth des Produkts nach betrachtet – nur Ersatz von im Proceß der produktiven Konsumtion begriffnem oder aufgezehrtem konstantem Kapital. Auch individuell betrachtet, produciren diese des Arbeitstags zwar einen Totalwerth, der nur gleich dem variablen Kapitalwerth plus dem Mehrwerth für seinen Producenten, aber sie produciren keine Gebrauchswerthe solcher Art, daß Arbeitslohn oder Mehrwerth darin verausgabt werden könnten; ihr Produkt ist ein Produktionsmittel.
Zunächst ist zu bemerken, daß kein Theil des gesellschaftlichen Arbeitstags, sei es sub I oder sub II, dazu dient, den Werth des in ||424| diesen zwei großen Produktionssphären angewandten, in ihnen fungirenden konstanten Kapitals zu produciren. Sie produciren nur zusätzlichen Werth, 2000 I(v + m) + 1000 II(v + m), zusätzlich zu dem konstanten Kapitalwerth = 4000 Ic + 2000 IIc. Der Neuwerth, der in der Form von Produktionsmittelnproducirt wurde, ist noch nicht konstantes Kapital. Er hat nur die Bestimmung, künftig als solches zu fungiren.
Dasgesammte Produkt von II – die Konsumtionsmittel – ist seinem Gebrauchswerth nach, konkret, in seiner Naturalform betrachtet, Produkt des von II geleisteten Drittels des gesellschaftlichen Arbeitstags, es ist Produkt der Arbeiten in ihrer konkreten Form als Weberarbeit, Bäkkerarbeitu. s. w., die in dieser Abtheilung verwandt worden, dieser Arbeit, soweit sie als das subjektive Element des Arbeitsprocesses fungirt. Wasdagegen den konstanten Werththeil dieses Produkts II angeht, so erscheint er nur wieder in einem neuen Gebrauchswerth, in einer neuen Naturalform, der Form von Konsumtionsmitteln, während er früher in der Form von Produktionsmitteln bestand. Sein Werth ist durch den Arbeitsproceß von seiner alten Naturalform auf seine neue Naturalform übertragen worden. Aber der Werth dieser des Produktenwerths = 2000 ist nicht in dem diesjährigen Verwerthungsproceß von II producirt worden.
Ganz wie vom Standpunkt des Arbeitsprocesses betrachtet, das Produkt II das Resultat neu fungirender lebendiger Arbeit und ihr gegebner, vorausgesetzter Produktionsmittel ist, in denen sie sich als in ihren gegenständlichen Bedingungen verwirklicht,so ist vom Standpunkt des Verwerthungsprocesses der Produktenwerth II = 3000 zusammengesetzt aus dem, durch das neu zugesetzte des gesellschaftlichen Arbeitstags producirten Neuwerth (500v + 500m = 1000) und aus einem konstanten Werth, worin eines vergangnen, vor dem hier betrachteten Produktionsproceß II verfloßnen gesellschaftlichen Arbeitstags vergegenständlicht sind. Dieser Werththeil des Produkts II stellt sich dar in einem Theil des Produkts selbst. Es existirt in einem Quantum Konsumtionsmittel zum Werth von 2000 = eines gesellschaftlichen Arbeitstags. Es ist dies die neue Gebrauchsform, worin er wieder erscheint. Der Austausch von einem Theil der Konsumtionsmittel = 2000 IIc gegen Produktionsmittel I = I (1000v + 1000m), ist also in der That Austausch von Gesammtarbeitstag, die keinen Theil der diesjährigen Ar||425|beit bilden, sondern vor diesem Jahr verflossen sind, mit des diesjährigen, in diesem Jahr neu zugesetzten Arbeitstags. des gesellschaftlichen Arbeitstags dieses Jahrs könnten nicht in der Produktion von konstantem Kapital verwandt werden, und doch zugleich variablen Kapitalwerth plus Mehrwerth für ihre eignen Producenten bilden, wenn sie sich nicht mit einem Werththeil der jährlich konsumirten Konsumtionsmittel auszutauschen hätten, worin eines vor diesem Jahr, nicht innerhalb desselben verausgabten und realisirten Arbeitstags steckten. Es ist Austausch von Arbeitstag dieses Jahrs gegen Arbeitstag, die vor diesem Jahr verausgabt worden, Austausch zwischen diesjähriger und vorjähriger Arbeitszeit. Dies also erklärt uns das Räthsel, warum das Werthprodukt des ganzen gesellschaftlichen Arbeitstags sich auflösen kann in variablen Kapitalwerth plus Mehrwerth, obgleich dieses Arbeitstags nicht verausgabt worden in der Produktion von Gegenständen, worin variables Kapital oder Mehrwerth sich realisiren können, sondern vielmehr in der Produktion von Produktionsmitteln zum Ersatz des während des Jahrs verbrauchten Kapitals. Es erklärt sich einfach daraus, daß des Produktenwerths II, worin Kapitalisten und Arbeiter I den von ihnen producirten variablen Kapitalwerth plus Mehrwerth realisiren (und die des gesammten jährlichen Produktenwerths ausmachen) dem Werth nach betrachtet, das Produkt von eines vor diesem Jahr vergangnen gesellschaftlichen Arbeitstags sind.
Die Summe des gesellschaftlichen Produkts I und II, Produktionsmittel und Konsumtionsmittel, sind zwar ihrem Gebrauchswerth nach, konkret, in ihrer Naturalform betrachtet, das Produkt der diesjährigen Arbeit, aber nur soweit diese Arbeit selbst als nützliche, konkrete Arbeit, nicht soweit sie als Verausgabung von Arbeitskraft, als werthbildende Arbeit betrachtet wird. Und auch das erste nur in dem Sinn, daß die Produktionsmittel nur durch die ihnen zugesetzte, mit ihnen hantirende lebendige Arbeit sich in neues Produkt, in das diesjährige Produkt verwandelt haben. Dagegen hätte sich aber auch umgekehrt die diesjährige Arbeit ohne von ihr unabhängige Produktionsmittel, ohne Arbeitsmittel und Produktionsstoffe, nicht in Produkt verwandeln können. |
|426| VIII. Das konstante Kapital in beiden Abtheilungen.
Was den Gesammtproduktenwerth von 9000 angeht, und die Kategorien, worin er zerfällt wird, so bietet dessen Analyse keine größre Schwierigkeit als die des Produktenwerths eines Einzelkapitals, sie ist vielmehr identisch damit.
In dem ganzen gesellschaftlichen Jahresprodukt sind hier drei einjährige gesellschaftliche Arbeitstage enthalten. Der Werthausdruck jedes dieser Arbeitstage ist = 3000; daher der Werthausdruck des Totalprodukts = 3 × 3000 = 9000.
Ferner ist von dieser Arbeitszeit vor dem einjährigen Produktionsproceß, dessen Produkt wir analysiren, vorgegangen: In Abtheilung I Arbeitstag (Werthprodukt 4000) und in Abtheilung II Arbeitstag (Werthprodukt 2000). Zusammen 2 gesellschaftliche Arbeitstage, deren Werthprodukt = 6000. Daher figuriren 4000 Ic + 2000 IIc = 6000c als der im ganzen Produktenwerth der Gesellschaft wiedererscheinende Werth der Produktionsmittel oder konstante Kapitalwerth.
Ferner ist von dem neu zugesetzten gesellschaftlichen Jahresarbeitstag in Abtheilung I nothwendige Arbeit oder Arbeit, die den Werth des variablen Kapitals 1000 Iv ersetzt, und den Preis der sub I angewandten Arbeit zahlt. Ebenso in II ist des gesellschaftlichen Arbeitstags nothwendige Arbeit mit einem Werthbetrag von 500. Also 1000 Iv + 500 IIv = 1500v, der Werthausdruck des halben gesellschaftlichen Arbeitstags, ist der Werthausdruck der aus nothwendiger Arbeit bestehenden ersten Hälfte des in diesem Jahre zugesetzten Gesammtarbeitstags.
Endlich sub I ist Gesammtarbeitstag, Werthprodukt = 1000, Mehrarbeit; sub II ist Arbeitstag, Werthprodukt = 500, Mehrarbeit; sie machen zusammen die andre Hälfte des zugesetzten Gesammtarbeitstags aus. Daher der producirte Gesammtmehrwerth = 1000 Im + 500 IIm = 1500m.
Also:
Konstanter Kapitaltheil des gesellschaftlichen Produktenwerths (c):
2 vor dem Produktionsproceß verausgabte Arbeitstage, Werthausdruck = 6000.
Während des Jahres verausgabte nothwendige Arbeit (v): |
|427| Ein halber in der Jahresproduktion verausgabter Arbeitstag, Werthausdruck = 1500.
Während des Jahres verausgabte Mehrarbeit (m):
Ein halber in der Jahresproduktion verausgabter Arbeitstag, Werthausdruck = 1500.
Werthprodukt der Jahresarbeit (v + m) = 3000.
Gesammt-Produktenwerth (c + v + m) = 9000. Die Schwierigkeit besteht also nicht in der Analyse des gesellschaftlichen Produktenwerths selbst. Sie entspringt bei Vergleichung der Werth- bestandtheile des gesellschaftlichen Produkts mit seinen sachlichenBestandtheilen.
Der konstante, nur wiedererscheinende Werththeil ist gleich dem Werth des Theils dieses Produkts, der aus Produktionsmitteln besteht, und ist verkörpert in diesem Theil.
Das neue Werthprodukt des Jahres = v + m ist gleich dem Werth des Theils dieses Produkts, das aus Konsumtionsmitteln besteht, und ist verkörpert in ihm.
Aber, mit hier gleichgültigen Ausnahmen, sind Produktionsmittel und Konsumtionsmittel total verschiedne Sorten von Waaren, Produkte von ganz verschiedner Natural- oder Gebrauchsform, also auch Produkte total verschiedner konkreter Arbeitsarten. Die Arbeit, welche Maschinen zur Produktion von Lebensmitteln anwendet, ist ganz verschieden von der Arbeit, welche Maschinen macht. Der ganze jährliche Gesammtarbeitstag, dessen Werthausdruck = 3000, scheint verausgabt in der Produktion von Konsumtionsmitteln = 3000, in denen kein konstanter Werththeil wieder erscheint, da diese 3000 = 1500v + 1500m sich nur in variablen Kapitalwerth + Mehrwerth auflösen. Andrerseits erscheint der konstante Kapitalwerth = 6000 wieder in einer von den Konsumtionsmitteln ganz verschiednen Produktenart, den Produktionsmitteln, während doch kein Theil des gesellschaftlichen Arbeitstags in der Produktion dieser neuen Produkte verausgabt scheint; dieser ganze Arbeitstag scheint vielmehr nur aus den Arbeitsweisen zu bestehn, die nicht in Produktionsmitteln, sondern in Konsumtionsmitteln resultiren. Das Geheimniß ist bereits gelöst. Das Werthprodukt der Jahresarbeit ist gleich dem Produktenwerth der Abtheilung II, dem Totalwerth der neu producirten Konsumtionsmittel. Aber dieser Produkten||428|werth ist größer um als der innerhalb der Produktion von Konsumtionsmitteln (Abtheilung II) verausgabte Theil der Jahresarbeit. Nur der Jahresarbeit ist in ihrer Produktion verausgabt. dieser Jahresarbeit sind in der Produktion von Produktionsmitteln verausgabt, also in Abtheilung I. Das während dieser Zeit sub I erzeugte Werthprodukt, gleich dem sub I producirten variablen Kapitalwerth plus Mehrwerth, ist gleich dem sub II in Konsumtionsmitteln wiedererscheinenden konstanten Kapitalwerth von II. Sie können sich daher wechselseitig austauschen und in natura ersetzen. Der Totalwerth der Konsumtionsmittel II ist daher gleich der Summe des neuen Werthprodukts sub I + II, oder II(c + v + m) = I(v + m) + II(v + m), also gleich der Summe des von der Jahresarbeit in Form von v + m producirten Neuwerths.
Andrerseits ist der Totalwerth der Produktionsmittel (I) gleich der Summe des in der Form von Produktionsmitteln (I) und des in der Form von Konsumtionsmitteln (II) wiedererscheinenden konstanten Kapitalwerths, also gleich der Summe des im Totalprodukt der Gesellschaft wiedererscheinenden konstanten Kapitalwerths. Dieser Totalwerth ist gleich dem Werthausdruck von vor dem Produktionsproceß sub I, und vor dem Produktionsproceß sub II vergangnen Arbeitstagen, also zusammen von zwei Gesammtarbeitstagen.
Die Schwierigkeit kommt also bei dem gesellschaftlichen Jahresprodukt daher, daß der konstante Werththeil in einer ganz andren Produktenart – Produktionsmitteln – sich darstellt, als der diesem konstanten Werththeil zugesetzte Neuwerth v + m, der sich in Konsumtionsmitteln darstellt. So hat es den Schein, als fänden sich – dem Werth nach betrachtet – der aufgezehrten Produktenmasse in einer neuen Form wieder, als Neuprodukt, ohne daß irgend eine Arbeit von der Gesellschaft in ihrer Produktion verausgabt wäre. Dies findet bei dem Einzelkapital nicht statt. Jeder individuelle Kapitalist wendet eine bestimmte konkrete Arbeitsart an, welche die ihr eigenthümlichen Produktionsmittel in ein Produkt verwandelt. Z. B. der Kapitalist sei Maschinenbauer, das während des Jahrs verausgabte konstante Kapital = 6000c, das variable = 1500v, der Mehrwerth = 1500m; das Produkt = 9000, wir wollen sagen ein Produkt von 18 Maschinen, wovon jede = 500. Das ganze Produkt besteht hier in derselben Form, der von Maschinen. (Producirt er mehrere Sorten, so wird jede für sich berechnet.) Das ganze Waarenprodukt ist Produkt der während des ||429|Jahres im Maschinenbau verausgabten Arbeit, Kombination derselben konkreten Arbeitsart mit denselben Produktionsmitteln. Die verschiednen Theile des Produktenwerths stellen sich daher in derselben Naturalform dar: in 12 Maschinen stecken 6000c, in 3 Maschinen 1500v, in 3 Maschinen 1500m. Es ist hier klar, daß der Werth der 12 Maschinen = 6000c ist, nicht weil in diesen 12 Maschinen bloß vor dem Maschinenbau vergangne und nicht in ihm verausgabte Arbeit verkörpert. Der Werth der Produktionsmittel für 18 Maschinen hat sich nicht von selbst in 12 Maschinen verwandelt, aber der Werth dieser 12 Maschinen (der selbst aus 4000c + 1000v + 1000m besteht) ist gleich dem Totalwerth des in den 18 Maschinen enthaltnen konstanten Kapitalwerths. Der Maschinenbauer muß daher von den 18 Maschinen 12 verkaufen, um sein verausgabtes konstantes Kapital, das er zur Reproduktion von 18 neuen Maschinen nöthig hat, zu ersetzen. Dagegen wäre die Sache unerklärlich, wenn, obgleich die angewandte Arbeit bloß aus Maschinenbau besteht, als ihr Resultat sich ergäben: einerseits 6 Maschinen = 1500v + 1500m, andrerseits Eisen, Kupfer, Schrauben, Riemenetc. zum Werthbetrag von 6000c, d. h. die Produktionsmittel der Maschinen in ihrer Naturalform, die der einzelne, Maschinen bauende Kapitalist bekanntlich nicht selbst producirt, sondern sich durch den Cirkulationsproceß ersetzen muß. Und dennoch scheint, auf den ersten Blick, sich die Reproduktion des gesellschaftlichen Jahresprodukts in so widersinniger Weise zu vollziehn.
Das Produkt des individuellen Kapitals, d. h. jedes selbständig fungirenden, mit eignem Leben begabten Bruchstücks des gesellschaftlichen Kapitals, hat irgend eine beliebige Naturalform. Die einzige Bedingung ist, daß es wirklich eine Gebrauchsform hat, einen Gebrauchswerth, der es zu einem cirkulationsfähigen Glied der Waarenwelt stempelt. Es ist ganz gleichgültig und zufällig, ob es als Produktionsmittel wieder in denselben Produktionsproceß eingehn kann, aus dem es als Produkt herauskommt, also ob der Theil seines Produktenwerths, worin sich der konstante Kapitaltheil darstellt, eine Naturalform besitzt, worin er thatsächlich wieder als konstantes Kapital fungiren kann. Wenn nicht, wird dieser Theil des Produktenwerths durch Verkauf und Einkauf wieder in die Form seiner sachlichen Produktionselemente verwandelt, und dadurch das konstante Kapital in seiner funktionsfähigen Naturalform reproducirt. |
|430| Anders verhält es sich mit dem Produkt des gesellschaftlichen Gesammtkapitals. Alle sachlichen Elemente der Reproduktion müssen in ihrer Naturalform Theile dieses Produkts selbst bilden. Der aufgezehrte konstante Kapitaltheil kann durch die Gesammtproduktion nur ersetzt werden, soweit im Produkt der gesammte wiedererscheinende konstante Kapitaltheil in der Naturalform neuer Produktionsmittel wieder erscheint, die wirklich als konstantes Kapital fungiren können. Einfache Reproduktion vorausgesetzt, muß daher der Werth des Theils des Produkts, der aus Produktionsmitteln besteht, gleich dem konstanten Werththeil des gesellschaftlichen Kapitals sein.
Ferner: Individuell betrachtet, producirt der Kapitalist in seinem Produktenwerth durch die neu zugesetzte Arbeit nur sein variables Kapital plus Mehrwerth, während der konstante Werththeil durch den konkreten Charakter der neu zugesetzten Arbeit auf das Produkt übertragen ist.
Gesellschaftlich betrachtet, producirt der Theil des gesellschaftlichen Arbeitstags, der Produktionsmittel producirt, ihnen daher sowohl Neuwerthzusetzt als den Werth der in ihrer Produktion verzehrten Produktionsmittel auf sie überträgt, nichts als neues konstantes Kapital, bestimmt, das in der Form der alten Produktionsmittel aufgezehrte zu ersetzen, sowohl das sub I wie sub II konsumirte konstante Kapital. Er producirt nur Produkt, bestimmt der produktiven Konsumtion anheimzufallen. Der ganze Werth dieses Produkts ist also nur Werth, der als konstantes Kapital von neuem fungiren, der nur konstantes Kapital in seiner Naturalform zurückkaufen kann, der sich daher, gesellschaftlich betrachtet, weder in variables Kapital noch in Mehrwerth auflöst. – Andrerseits producirt der Theil des gesellschaftlichen Arbeitstags, der Konsumtionsmittel producirt, keinen Theil des gesellschaftlichen Ersatzkapitals. Er producirt nur Produkte, die in ihrer Naturalform bestimmt sind, den Werth des variablen Kapitals und den Mehrwerth sub I und II zu realisiren.
Wennman von gesellschaftlicher Betrachtungsweise spricht, also das gesellschaftliche Gesammtprodukt betrachtet, welches sowohl die Reproduktion des gesellschaftlichen Kapitals wie die individuelle Konsumtion einschließt, so muß man nicht in die von Proudhon der bürgerlichen Oekonomie nachgemachte Manier verfallen und die Sache so betrachten, ||431| als wenn eine Gesellschaft kapitalistischer Produktionsweise, en bloc, als Totalitätbetrachtet, diesen ihren specifischen, historisch ökonomischen Charakter verlöre. Umgekehrt. Man hat es dann mit dem Gesammtkapitalisten zu thun. Das Gesammtkapital erscheint als das Aktienkapital aller einzelnen Kapitalisten zusammen. Diese Aktiengesellschaft hat das mit vielen andern Aktiengesellschaften gemein, daß jeder weiß was er hineinsetzt, aber nicht was er herauszieht.
IX. Rückblick auf A. Smith, Storch und Ramsay.
Der Gesammtwerth des gesellschaftlichen Produkts beträgt 9000 = 6000c + 1500v + 1500m, mit andren Worten: 6000 reproduciren den Werth der Produktionsmittel und 3000 den Werth der Konsumtionsmittel. Der Werth der gesellschaftlichen Revenue (v + m) beträgt also nur des Gesammtproduktenwerths, und nur zum Werthbetrag dieses Drittels kann die Gesammtheit der Konsumenten, Arbeiter wie Kapitalisten, Waaren, Produkte, dem gesellschaftlichen Gesammtprodukt entziehn und ihrem Konsumtionsfonds einverleiben. Dagegen sind 6000 = des Produktenwerths Werth des konstanten Kapitals, das in natura ersetzt werden muß. Produktionsmittel zu diesem Betrag müssen also dem Produktionsfonds wieder einverleibt werden. Dies ist es was Storch als nothwendig einsieht, ohne es beweisen zu können: Il est clair que la valeur du produit annuel se distribue partie en capitaux et partie en profits, et que chacune de ces parties de la valeur du produit annuel va régulièrement acheter les produits dont la nation a besoin, tant pour entretenir son capital que pour remplacer son fonds consommable … les produits qui constituent le ca- pital d'une nation, ne sont point consommables. (Storch, Considérations sur la nature du revenu national. Paris 1824, p. 150.)
A. Smith jedoch hat dieses fabelhafte Dogma aufgestellt, das ihm bis heute geglaubt wird, nicht nur in der bereits erwähnten Form, wonach der gesammte gesellschaftliche Produktenwerth sich in Revenue auflöst, in Arbeitslohn plus Mehrwerth, oder wie er es ausdrückt, in Arbeitslohn plus Profit (Zins) plus Grundrente. Sondern auch in der noch populäreren Form, daß die Konsumenten in letzter Instanz (ultimately) den | |432| ganzen Produktenwerth den Producenten zahlen müssen. Dies ist bis heute einer der bestbeglaubigten Gemeinplätze oder vielmehr ewigen Wahrheiten der sogenannten Wissenschaft der politischen Oekonomie. Dies wird in folgender plausiblen Weise veranschaulicht. Nimm irgend einen Artikel z. B. leinene Hemden. Erst hat der Spinner von Leinengarn dem Flachsbauer den ganzen Werth des Flachses zu zahlen, also Flachssamen, Düngmittel, Arbeitsviehfutter etc., nebst dem Werththeil, den das fixe Kapital des Flachsbauers, wie Baulichkeiten, Ackergeräthe u. s. w. an dies Produkt abgibt; den in der Produktion des Flachses gezahlten Arbeitslohn; den Mehrwerth (Profit, Grundrente) der im Flachs steckt; endlich die Frachtkosten des Flachses von seiner Produktionsstätte zur Spinnerei. Dann hat der Weber dem Spinner des Leinengarns nicht nur diesen Preis des Flachses zurückzuerstatten, sondern auch den Werththeil der Maschinerie, Baulichkeiten etc., kurz des fixen Kapitals, der auf den Flachs übertragen wird, ferner alle während des Spinnprocesses verzehrten Hülfsstoffe, Arbeitslohn der Spinner, Mehrwerth etc., und so geht's weiter mit dem Bleicher, den Transportkosten der fertigen Leinwand, endlich dem Hemdenfabrikanten, der den ganzen Preis aller frühern Producenten bezahlt hat, die ihm nur sein Rohmaterial geliefert haben. In seiner Hand findet nun fernerer Werthzusatz statt, durch Werth theils des konstanten Kapitals, das in der Form von Arbeitsmitteln, Hülfsstoffen etc. in der Hemdenfabrikation verzehrt wird, theils durch die darin verausgabte Arbeit, die den Werth des Arbeitslohns der Hemdenmacher plus dem Mehrwerth des Hemdenfabrikanten zusetzt. Dies ganze Hemdenprodukt koste nun schließlich 100 £, und dies sei der Antheil am ganzen jährlichen Produktenwerth, den die Gesellschaft in Hemden verausgabt. Die Konsumenten der Hemden zahlen die 100 £, also den Werth aller in den Hemden enthaltnen Produktionsmittel wie den Arbeitslohn plus Mehrwerth des Flachsbauers, Spinners, Webers, Bleichers, Hemdenfabrikanten, sowie sämmtlicher Transporteure.Dies ist vollständig richtig. Es ist in der That das, was jedes Kind sieht. Aber dann heißt es weiter: So verhält es sich mit dem Werth aller andern Waaren. Es sollte heißen: So verhält es sich mit dem Werth aller Konsumtionsmittel, mit dem Werth des gesellschaftlichen Produktentheils, der in den Konsumtionsfonds eingeht, also mit dem Theil des gesellschaftlichen Produktenwerths, der als Revenue verausgabt werden kann. Die Werthsumme aller dieser | |433| Waaren ist allerdings gleich dem Werth aller in ihnen aufgezehrten Produktionsmittel (konstanten Kapitaltheile) plus dem Werth, den die letzt zugefügte Arbeit geschaffen hat (Arbeitslohn plus Mehrwerth). Die Gesammtheit der Konsumenten kann also diese ganze Werthsumme zahlen, weil zwar der Werth jeder einzelnen Waare aus c + v + m besteht, aber die Werthsumme aller in den Konsumtionsfonds eingehenden Waaren zusammengenommen, dem Maximum nach, nur gleich sein kann dem Theil des gesellschaftlichen Produktenwerths, der sich in v + m auflöst, d. h. gleich dem Werth, den die während des Jahrs verausgabte Arbeit den vorgefundnen Produktionsmitteln – dem konstanten Kapitalwerth – zugesetzt hat. Was aber den konstanten Kapitalwerth angeht, so haben wir gesehn, daß er aus der gesellschaftlichen Produktenmasse auf doppelte Weise ersetzt wird. Erstens durch Austausch der Kapitalisten II, die Konsumtionsmittel produciren, mit den Kapitalisten I, welche die Produktionsmittel dafür produciren. Und hier ist die Quelle der Phrase, daß was für den Einen Kapital, für den Andern Revenue ist. Aber so verhält sich die Sache nicht. Die 2000 IIc, die in Konsumtionsmitteln zum Werth von 2000 existiren, bilden für die Kapitalistenklasse II konstanten Kapitalwerth. Sie können ihn also nicht selbst konsumiren, obgleich das Produkt nach seiner Naturalform konsumirt werden muß. Andrerseits sind 2000 I(v + m) der von der Kapitalisten- und Arbeiterklasse I producirte Arbeitslohn plus Mehrwerth. Sie existiren in der Naturalform von Produktionsmitteln, von Dingen, in denen ihr eigner Werth nicht konsumirt werden kann. Wir haben hier also eine Werthsumme von 4000, von denen vor wie nach dem Austausch die Hälfte nur konstantes Kapital ersetzt und die Hälfte nur Revenue bildet.– Zweitens aber wird das konstante Kapital der Abtheilung I in natura ersetzt, theils durch Austausch unter den Kapitalisten I, theils durch Ersatz in natura in jedem einzelnen Geschäft.
Die Phrase, daß der ganze jährliche Produktenwerth schließlich von den Konsumenten bezahlt werden muß, wäre nur dann richtig, wenn man unter Konsumenten zwei ganz verschiedne Sorten einbegriffe, individuelle Konsumenten und produktive Konsumenten. Aber daß ein Theil des Produkts produktiv konsumirt werden muß, heißt ja weiter nichts als daß er als Kapital fungiren muß und nicht als Revenue verzehrt werden kann. |
|434| Wennwir den Werth des Gesammtprodukts = 9000 eintheilen in 6000c + 1500v + 1500m, und die 3000(v + m) nur in ihrer Eigenschaft als Revenue betrachten, so scheint umgekehrt das variable Kapital zu verschwinden und das Kapital, gesellschaftlich betrachtet, nur aus konstantem Kapital zu bestehn. Denn was ursprünglich als 1500v erschien, hat sich in einen Theil der gesellschaftlichen Revenue, in Arbeitslohn, Revenue der Arbeiterklasse, aufgelöst, und sein Kapitalcharakter ist damit verschwunden. In der That wird diese Folgerung von Ramsay gezogen. Nach ihm besteht, gesellschaftlich betrachtet, das Kapital nur aus fixem Kapital, aber unter fixem Kapital versteht er konstantes Kapital, die in Produktionsmitteln bestehende Werthmasse, seien diese Produktionsmittel nun Arbeitsmittel oder Arbeitsmaterial, wie Rohstoff, Halbfabrikat, Hülfsstoff etc. Er nennt das variable Kapital cirkulirendes: Circulating capital consists only of subsistence and other necessaries advanced to the workmen previous to the completion of the produce of their labour. … Fixed capital alone, not circulating, is properly speaking a source of national wealth … Circulating capital is not an immediate agent in production, nor essential to it at all, but merely a convenience rendered necessary by the deplorable poverty of the mass of the people … Fixed capital alone constitutes an element of cost of production in a national point of view. (Ramsay, 1. c., p. 23–26 passim.) Ramsay erklärt fixes Kapital, worunter er konstantes versteht, näher wie folgt: The length of time during which any portion of the product of that labour (nämlich labour bestowed on any commodity) has existed as fixed capital, i. e. in a form in which, though assisting to raise the future commodity, it does not maintain labourers (p. 59).
Hier sieht man wieder das Unheil, das A. Smith angerichtet, indem der Unterschied von konstantem und variablem Kapital bei ihm ertränkt ist in dem Unterschied von fixem und cirkulirendem Kapital. Das konstante Kapital Ramsay's besteht aus Arbeitsmitteln, sein cirkulirendes aus Lebensmitteln; beide sind Waaren von gegebnem Werth; die einen können so wenig einen Mehrwerth produciren wie die andern. |
|435| X. Kapital und Revenue: Variables Kapital und Arbeitslohn.49)
Dieganze jährliche Reproduktion, das ganze Produkt dieses Jahrs ist Produkt der diesjährigen nützlichen Arbeit. Aber der Werth dieses Gesammtprodukts ist größer als der Werththeil desselben, worin sich die Jahresarbeit, als während dieses Jahres verausgabte Arbeitskraft, verkörpert. Das Werthprodukt dieses Jahrs, der während desselben in Waarenform neu geschaffne Werth, ist kleiner als der Produktenwerth, der Gesammtwerth der während des ganzen Jahres hergestellten Waarenmasse. Die Differenz, die wir erhalten, wenn wir vom Gesammtwerth des jährlichen Produkts den Werth abziehn, der ihm durch die laufende Jahresarbeit zugesetzt wurde, ist nicht wirklich reproducirter Werth, sondern nur in neuer Daseinsform wiedererscheinender Werth; Werth, aufdas Jahresprodukt übertragen von vor ihm existirendem Werth, der je nach der Dauer der konstanten Kapitalbestandtheile, die im diesjährigen gesellschaftlichen Arbeitsproceß mitgewirkt, von früherm oder späterm Datum sein kann, der von dem Werth eines Produktionsmittels herrühren kann, welches im vorigen Jahr oder in einer Reihe früherer Jahre zur Welt kam. Es ist unter allen Umständen Werth, übertragen von vorjährigen Produktionsmitteln auf das Produkt des laufenden Jahrs.
Nehmen wir unser Schema, so haben wir nach Umsatz der bisher betrachteten Elemente zwischen I und II und innerhalb II:
I) 4000c + 1000v + 1000m (letztre 2000 realisirt in Konsumtionsmitteln IIc) = 6000.
II) 2000c (reproducirt durch Umsatz mit I(v + m)) + 500v + 500m = 3000.
Werthsumme = 9000.
Während des Jahrs neu producirter Werth steckt nur in den v und m. Die Summe des Werthprodukts dieses Jahrs ist also gleich der Summe der v + m, = 2000 I(v + m) + 1000 II(v + m) = 3000. Alle übrigen Werththeile des Produktenwerths dieses Jahres sind nur übertragner Werth, vom Werth früherer, in der jährlichen Produktion verzehrter Produktionsmittel. Außer dem Werth von 3000 hat die lau||436|fende Jahresarbeit nichts an Werth producirt; es ist ihr ganzes jährliches Werthprodukt.
Nun aber ersetzen, wie wir sahn, die 2000 I(v + m) der Klasse II ihre 2000 IIc in Naturalform von Produktionsmitteln. Zwei Drittel der Jahresarbeit, verausgabt in Kategorie I, haben also neu producirt das konstante Kapital II, sowohl seinen ganzen Werth wie seine Naturalform. Gesellschaftlich betrachtet haben also zwei Drittel der während des Jahrs verausgabten Arbeit neuen konstanten Kapitalwerth geschaffen, realisirt in der der Abtheilung II angemeßnen Naturalform. Der größre Theil der gesellschaftlichen Jahresarbeit ist also verausgabt worden in Produktion von neuem konstantem Kapital (in Produktionsmitteln existirendem Kapitalwerth) zum Ersatz des in der Produktion von Konsumtionsmitteln verausgabten konstanten Kapitalwerths. Was hier die kapitalistische Gesellschaftvom Wilden unterscheidet ist nicht, wie Senior50) meint, daß es das Privilegium und die Eigenheit des Wilden sei, seine Arbeit zu verausgaben in gewisser Zeit, die ihm keine in Revenue, d. h. in Konsumtionsmittel auflösbare (umsetzbare) Früchte verschafft, sondern der Unterschied besteht darin:
a) Die kapitalistische Gesellschaft verwendet mehr ihrer disponiblen Jahresarbeit in Produktion von Produktionsmitteln (ergo von konstantem Kapital), die weder unter der Form von Arbeitslohn noch von Mehrwerth in Revenue auflösbar sind, sondern nur als Kapital fungiren können.
b) Wenn der Wilde Bogen, Pfeile, Steinhämmer, Aexte, Körbe etc. macht, so weiß er ganz genau, daß er die so verwandte Zeit nicht auf Herstellung von Konsumtionsmitteln verwendet hat, daß er also seinen Bedarf an Produktionsmitteln gedeckt hat und weiter nichts. Außerdem begeht der Wilde eine schwere ökonomische Sünde durch seine völlige Gleichgültigkeit gegen Zeitaufwand, und verwendet z. B. manchmal, wie Tyler erzählt, einen ganzen Monat zur Verfertigung eines Pfeils.51) |
|437| Die laufende Vorstellung, wodurch ein Theil der politischen Oekonomen sich die theoretische Schwierigkeit, d. h. das Verständniß des realen Zusammenhangs, vom Hals zu schaffen sucht, – daß, was für den Einen Kapital, für den Andren Revenue ist, und umgekehrt, – ist theilweise richtig, und wird ganz falsch (enthält also ein völliges Mißverständniß des ganzen Umsetzungsprocesses, der mit der jährlichen Reproduktion vorgeht, also auch ein Mißverständniß über die thatsächliche Grundlage des theilweis Richtigen), sobald sie allgemein aufgestellt wird.
Wir stellen jetzt die thatsächlichen Verhältnisse zusammen, worauf die theilweise Richtigkeit dieser Vorstellung beruht, wobei sich zugleich die falsche Auffassung dieser Verhältnisse zeigen wird.
1) Das variable Kapital fungirt als Kapital in der Hand des Kapitalisten und fungirt als Revenue in der Hand des Lohnarbeiters.
Das variable Kapital existirt zunächst in der Hand des Kapitalisten als Geldkapital; es fungirt als Geldkapital, indem er damit Arbeitskraft kauft. So lange es in seiner Hand in Geldform verharrt, ist es nichts als in Geldform existirender gegebner Werth, also eine konstante und keine variable Größe. Es ist nur potentiell variables Kapital – eben durch seine Umsatzfähigkeit in Arbeitskraft. Wirkliches variables Kapital wird es nur nach Abstreifung seiner Geldform, nachdem es in Arbeitskraft umgesetzt worden und diese als Bestandtheil des produktiven Kapitals im kapitalistischen Proceß fungirt.
Das Geld, das zuerst als Geldform des variablen Kapitals für den Kapitalisten fungirte, fungirt nun in der Hand des Arbeiters als Geldform seines Arbeitslohns, den er in Lebensmittel umsetzt; also als Geldform der Revenue, die er aus dem stets wiederholten Verkauf seiner Arbeitskraft bezieht.
Hier haben wir nur die einfache Thatsache, daß das Geld des Käufers, hier des Kapitalisten, aus seiner Hand in die Hand des Verkäufers, hier des Verkäufers der Arbeitskraft, des Arbeiters, geht. Es ist nicht das variableKapital, das doppelt fungirt, als Kapital für den Kapitalisten und als Revenue für den Arbeiter, sondern es ist dasselbe Geld, das erst in der Hand des Kapitalisten als Geldform seines variablen Kapitals, daher als potentielles variables Kapital existirt, und das, sobald der Kapitalist es umgesetzt in Arbeitskraft, in der Hand des Arbeiters als Aequivalent für verkaufte Arbeitskraft dient. Daß aber dasselbe Geld ||438| in der Hand des Verkäufers einer andren Nutzanwendung dient als in der Hand des Käufers, ist allem Kauf und Verkauf von Waaren angehöriges Phänomen .
Apologetische Oekonomen stellen die Sache falsch dar, wie sich am besten zeigt wenn wir nur den Cirkulationsakt G–A (= G–W), Umsatz von Geld in Arbeitskraft auf Seite des kapitalistischen Käufers, A–G (= W–G), Umsatz der Waare Arbeitskraft in Geld auf Seite des Verkäufers, des Arbeiters, ausschließlich im Auge halten, ohne uns vorläufig um das weiter Folgende zu bekümmern. Sie sagen: dasselbe Geld realisirt hier zwei Kapitale; der Käufer – Kapitalist – setzt sein Geldkapital in lebendige Arbeitskraft um, die er seinem produktiven Kapital einverleibt; andrerseits der Verkäufer – Arbeiter – setzt seine Waare – die Arbeitskraft – in Geld um, das er als Revenue verausgabt, wodurch er eben befähigt wird, seine Arbeitskraft stets von neuem wieder zu verkaufen und so zu erhalten; seine Arbeitskraft ist also selbst sein Kapital in Waarenform, woraus ihm beständig seine Revenue quillt. In der That ist die Arbeitskraft sein Vermögen (stets sich erneuerndes, reproduktives), nicht sein Kapital. Sie ist die einzige Waare, die er beständig verkaufen kann und muß, um zu leben, und die als Kapital (variables) nur erst in der Hand des Käufers, des Kapitalisten, wirkt. Daß ein Mann beständig gezwungen ist, stets wieder von neuem seine Arbeitskraft, d. h. sich selbst, an eine dritte Person zu verkaufen, beweist nach jenen Oekonomen, daß er ein Kapitalist ist, weil er beständig „Waare“ (sich selbst) zu verkaufen hat. In diesem Sinn wird auch der Sklave Kapitalist, obgleich er von einer dritten Person ein für allemal als Waare verkauft wird; denn die Natur dieser Waare – des Arbeitssklaven – bringt es mit sich, daß ihr Käufer sie nicht nur jeden Tag von neuem arbeiten läßt, sondern ihr auch die Lebensmittel gibt, vermöge deren sie stets von neuem wieder arbeiten kann. – (Vergleiche hierüber Sismondi und Say in den Briefen an Malthus.)
2)In dem Umsatz von 1000 Iv + 1000 Im gegen 2000 IIc wird also das, was konstantes Kapital für die Einen (2000 IIc), variables Kapital und Mehrwerth, also überhaupt Revenue, für die Andren; und das was variables Kapital und Mehrwerth (2000 I(v + m) also überhaupt Revenue für die Einen, wird konstantes Kapital für die Andren. |
|439| Betrachten wir zunächst den Umsatz von Iv gegen IIc, und zwar zuerst vom Standpunkt des Arbeiters.
Der Gesammtarbeiter von I hat seine Arbeitskraft verkauft an den Gesammtkapitalisten von I für 1000; er erhält diesen Werth in Geld ausgezahlt in der Form des Arbeitslohns. Mit diesem Geld kauft er von II Konsumtionsmittel zum selben Werthbetrag. Der Kapitalist II steht ihm nur als Waarenverkäufer und als nichts andres gegenüber, auch wenn der Arbeiter von seinem eignen Kapitalisten kauft, wie z. B. oben (S. 400) im Umsatz der 500 IIv. Die Cirkulationsform, die seine Waare, die Arbeitskraft, durchmacht, ist die der einfachen, auf bloße Befriedigung von Bedürfnissen, auf Konsumtion gerichtete Waarencirkulation W (Arbeitskraft) – G–W (Konsumtionsmittel, Waare II). Resultat dieses Cirkulationsvorgangs ist: daß der Arbeiter sich als Arbeitskraft für den Kapitalisten I erhalten hat, und um sich weiter als solche zu erhalten, muß er stets von neuem den Proceß A (W) – G–W wiederholen. Sein Arbeitslohn realisirt sich in Konsumtionsmitteln, er wird als Revenue verausgabt und, die Arbeiterklasse im ganzen genommen, wieder beständig als Revenue verausgabt.
Betrachten wir nun denselben Umsatz Iv gegen IIc vom Standpunkt des Kapitalisten. Das ganze Waarenprodukt von II besteht aus Konsumtionsmitteln; also aus Dingen, bestimmt in die jährliche Konsumtion einzugehn, also zur Realisirung von Revenue zu dienen für irgend Jemand, im hier betrachteten Fall für den Gesammtarbeiter I. Für den Gesammtkapitalisten II aber ist ein Theil seines Waarenprodukts, = 2000, jetzt die in Waare verwandelte Form des konstanten Kapitalwerths seines produktiven Kapitals, welches aus dieser Waarenform wieder rückverwandelt werden muß in die Naturalform, worin es von neuem als konstanter Theil des produktiven Kapitals wirken kann. Was Kapitalist II bis jetzt erreicht hat ist, daß er die Hälfte (= 1000) seines in Waarenform (Konsumtionsmitteln) reproducirten konstanten Kapitalwerths durch den Verkauf an den Arbeiter I in Geldform rückverwandelt hat. Es ist also auch nicht das variable Kapital Iv, das sich umgesetzt hat in diese erste Hälfte des konstanten Kapitalwerths IIc, sondern das Geld, das für I als Geldkapital fungirte im Umsatz gegen Arbeitskraft, war so in den Besitz des Verkäufers der Arbeitskraft gekommen, für den es kein Kapital, sondern Revenue in Geldform darstellt, d. h. verausgabt wird als Kauf- | |440|mittel von Konsumtionsmitteln. Das Geld = 1000, das den Kapitalisten II von den Arbeitern I zugeflossen, kann andrerseits nicht als konstantes Element des produktiven Kapitals II fungiren. Es ist nur noch die Geldform seines Waarenkapitals, noch umzusetzen in fixe oder cirkulirende Bestandtheile von konstantem Kapital. II kauft also mit dem von den Arbeitern I, den Käufern seiner Waare, gelösten Geld für 1000 Produktionsmittel von I. Damit ist der konstante Kapitalwerth II zur Hälfte des Gesammtbetrags erneuert in der Naturalform, worin es wieder als Element des produktiven Kapitals II fungiren kann. Die Cirkulationsformwar dabei W–G–W: Konsumtionsmittel zum Werth von 1000 – Geld = 1000 – Produktionsmittel zum Werth von 1000.
Aber W–G–W ist hier Kapitalbewegung. W, verkauft an die Arbeiter, verwandelt sich in G, und dies G wird umgesetzt in Produktionsmittel; es ist Rückverwandlung aus Waare in die stofflichen Bildungselemente dieser Waare. Andrerseits, wie Kapitalist II gegen I nur als Waarenkäufer, fungirt Kapitalist I gegen II hier nur als Waarenverkäufer. I hat ursprünglich mit 1000 Geld, bestimmt als variables Kapital zu fungiren, Arbeitskraft zum Werth von 1000 gekauft; er hat also ein Aequivalent für seine in Geldform weggegebnen 1000v erhalten; das Geld gehört jetzt dem Arbeiter, der es verausgabt in Käufen von II; I kann dies Geld, das so in die Kasse von II geflossen, nur rückerhalten, indem er es durch Verkauf von Waaren zum selben Werthbetrag wieder herausfischt.
Erst hatte I eine bestimmte Geldsumme = 1000, bestimmt als variabler Kapitaltheil zu fungiren; sie fungirt als solcher durch ihren Umsatz in Arbeitskraft zum selben Werthbetrag. Der Arbeiter hat ihm aber als Resultat des Produktionsprocesses geliefert eine Waarenmasse (Produktionsmittel) zum Werth von 6000, wovon oder 1000 ihrem Werth nach ein Aequivalent des in Geld vorgeschoßnen variablen Kapitaltheils. So wenig wie früher in seiner Geldform, fungirt der variable Kapitalwerth jetzt in seiner Waarenform als variables Kapital; dies kann er nur nach erfolgtem Umsatz in lebendige Arbeitskraft, und nur solange diese im Produktionsproceß fungirt. Als Geld war der variable Kapitalwerth nur potentielles variables Kapital. Aber er befand sich in einer Form, worin er direkt in Arbeitskraft umsetzbar. Als Waare ist dieser selbe variable Kapitalwerth nur noch potentieller Geldwerth; er wird erst wieder in der ursprünglichen Geldform hergestellt durch den Verkauf der Waare, hier | |441| also dadurch, daß II für 1000 Waare kauft von I. Die Cirkulationsbewegung ist hier: 1000v (Geld) – Arbeitskraft zum Werth von 1000 – 1000 in Waare (Aequivalent des variablen Kapitals) – 1000v (Geld); also G–W … W–G (= G–A … W–G). Der zwischen W … W fallende Produktionsproceß selbst gehört der Cirkulationssphäre nicht an; er erscheint nicht im Umsatz der verschiednen Elemente der jährlichen Reproduktion gegen einander, obgleich dieser Umsatz die Reproduktion aller Elemente des produktiven Kapitals einschließt, sowohl seiner konstanten wie des variablen Elements, der Arbeitskraft. AlleTräger dieses Umsatzes erscheinen nur als Käufer oder Verkäufer, oder als beides; die Arbeiter erscheinen darin nur als Waarenkäufer; die Kapitalisten abwechselnd als Käufer und Verkäufer; und innerhalb bestimmter Grenzen nur als einseitig Waarenkäufer oder als einseitig Waarenverkäufer .
Resultat: Daß I den variablen Werththeil seines Kapitals wieder in der Geldform besitzt, woraus allein er direkt in Arbeitskraft umsetzbar ist, d. h. ihn wieder besitzt in der einzigen Form, worin er wirklich als variables Element seines produktiven Kapitals vorgeschossen werden kann. Andrerseits, um wieder als Waarenkäufer auftreten zu können, muß der Arbeiter jetzt vorher wieder als Waarenverkäufer, als Verkäufer seiner Arbeitskraft auftreten.
Mit Bezug auf das variable Kapital der Kategorie II (500 IIv) tritt der Cirkulationsproceß zwischen Kapitalisten und Arbeitern derselben Produktionsklassein unvermittelter Form auf, sofern wir ihn betrachten als vorgehend zwischen dem Gesammtkapitalisten II und dem Gesammtarbeiter II.
Der Gesammtkapitalist II schießt 500v vor im Ankauf von Arbeitskraft zum selben Werthbetrag; der Gesammtkapitalist ist hier Käufer, der Gesammtarbeiter Verkäufer. Dann tritt der Arbeiter mit dem für seine Arbeitskraft gelösten Geld als Käufer eines Theils der von ihm selbst producirten Waaren auf. Hier ist der Kapitalist also Verkäufer. Der Arbeiter hat dem Kapitalisten das ihm im Ankauf seiner Arbeitskraft gezahlte Geld ersetzt durch einen Theil des producirten Waarenkapitals II, nämlich 500v in Waare; der Kapitalist besitzt jetzt in Waarenform dasselbe v, das er vor dem Umsatz in Arbeitskraft in Geldform besaß; der Arbeiter andrerseits hat den Werth seiner Arbeitskraft in Geld reali- | |442|sirt, und realisirt dies Geld jetzt wieder, indem er es zur Bestreitung seiner Konsumtion als Revenue verausgabt in Ankauf eines Theils der von ihm selbst producirten Konsumtionsmittel. Es ist dies Austausch der Revenue des Arbeiters in Geld gegen den von ihm selbst in Waarenform reproducirten Waarenbestandtheil 500v des Kapitalisten. So kehrt dies Geld zum Kapitalisten II als Geldform seines variablen Kapitals zurück. Aequivalenter Revenuewerth in Geldform ersetzt hier variablen Kapitalwerth in Waarenform.
Der Kapitalist bereichert sich nicht dadurch, daß er das Geld, das er dem Arbeiter bei Ankauf der Arbeitskraft zahlt, ihm wieder entzieht durch Verkauf einer äquivalenten Waarenmasse an den Arbeiter. Er würde den Arbeiter in der That zweimal zahlen, wenn er ihm erst 500 zahlte im Ankauf seiner Arbeitskraft, und ihm außerdem noch die Waarenmasse im Werth von 500 umsonst gäbe, die er den Arbeiter hat produciren lassen. Umgekehrt, producirte ihm der Arbeiter weiter nichts als ein Aequivalent in Waare von 500 für den Preis seiner Arbeitskraft von 500, so wäre der Kapitalist nach der Operation gerade auf demselben Punkt wie vor derselben. Aber der Arbeiter hat ein Produkt von 3000 reproducirt; er hat den konstanten Werththeil des Produkts, d. h. den Werth der darin verbrauchten Produktionsmittel = 2000 erhalten durch ihre Verwandlung in neues Produkt; er hat diesem gegebnen Werth außerdem einen Werth von 1000(v + m) zugefügt. (Die Vorstellung, als wenn der Kapitalist sich bereichre in dem Sinn, daß er Mehrwerth gewinne durch den Rückfluß der 500 in Geld, entwickelt Destutt de Tracy , worüber des Breitern Abschnitt XIII dieses Kapitels.)
Durch den Kauf der Konsumtionsmittel zum Werth von 500 seitens des Arbeiters II kehrt dem Kapitalisten II der Werth von 500 IIv, den er eben noch in Waare besaß, wieder zurück in Geld, in der Form, worin er ihn ursprünglich vorschoß. Unmittelbares Resultat der Transaktion, wie bei jedem andern Waarenverkauf, ist der Umsatz gegebnen Werths aus Waarenform in Geldform. Auch der dadurch vermittelte Rückfluß des Geldes zu seinem Ausgangspunkt ist nichts specifisches. Hätte Kapitalist II für 500 in Geld Waare von Kapitalist I gekauft und dann seinerseits Waare zum Betrag von 500 an I verkauft, so wären ihm ebenfalls 500 in Geld zurückgeströmt. Die 500 Geld hätten nur zum Umsatz einer Waarenmasse von 1000 gedient und wären nach dem frühern allge- | |443|meinen Gesetz an den zurückgeflossen, der das Geld zum Umsatz dieser Waarenmasse in Cirkulation geworfen.
Aber die 500 Geld, die zu Kapitalist II zurückgeflossen, sind zugleich erneutes potentielles variables Kapital in Geldform. Warum dies? Geld, also auch Geldkapital, ist potentielles variables Kapital nur weil und sofern es umsetzbar in Arbeitskraft. Die Rückkehr der 500 £ Geld zu Kapitalist II ist begleitet von der Rückkehr der Arbeitskraft II auf den Markt. Die Rückkehr beider auf entgegengesetzten Polen – also auch die Wiedererscheinung der 500 Geld, nicht nur als Geld, sondern auch als variables Kapital in Geldform – ist bedingt durch eine und dieselbe Procedur. Das Geld = 500 fließt an Kapitalist II zurück, weil er an Arbeiter II Konsumtionsmittel zum Betrag von 500 verkauft hat, also weil der Arbeiter seinen Arbeitslohn verausgabt, dadurch sich nebst Familie und damit auch seine Arbeitskraft erhalten hat. Um weiter zu leben, und weiter als Waarenkäufer auftreten zu können, muß er von neuem seine Arbeitskraft verkaufen. Die Rückkehr der 500 in Geld zum Kapitalisten II ist also gleichzeitig Rückkehr, resp. Verbleiben, der Arbeitskraft als durch die 500 Geld kaufbare Waare, und damit Rückkehr der 500 Geld als potentielles variables Kapital.
Mit Bezug auf die, Luxusmittel producirende, Kategorie IIb verhält es sich mit ihrem v – (IIb)v – dann wie mit Iv. Das Geld, das den Kapitalisten IIb ihr variables Kapital in Geldform erneuert, strömt ihnen zu auf dem Umweg durch die Hand der Kapitalisten IIa. Aber dennoch macht es einen Unterschied, ob die Arbeiter ihre Lebensmittel direkt von den kapitalistischen Producenten kaufen, denen sie ihre Arbeitskraft verkaufen, oder ob sie von einer andren Kategorie Kapitalisten kaufen, vermittelst deren den erstren das Geld nur auf einem Umweg zurückströmt. Da die Arbeiterklasse von der Hand in den Mund lebt, kauft sie solange sie kaufen kann. Anders beim Kapitalisten, z. B. bei dem Umsatz von 1000 IIc gegen 1000 Iv. Der Kapitalist lebt nicht von der Hand in den Mund. MöglichsteVerwerthung seines Kapitals ist sein treibendes Motiv. Treten daher Umstände irgend einer Art ein, die es dem Kapitalisten II vortheilhafter erscheinen lassen, statt unmittelbar sein konstantes Kapital zu erneuern, es theilweise wenigstens in Geldform längre Zeit festzuhalten, so verzögert sich der Rückfluß der 1000 IIc (in Geld) zu I; also auch die Wiederherstellung von 1000v in Geldform, ||444| und Kapitalist I kann nur auf derselben Stufenleiter fortarbeiten wenn er Reservegeld zur Verfügung hat, wie überhaupt Reservekapital in Geld nöthig ist, um ununterbrochen, ohne Rücksicht auf raschern oder langsamern Rückfluß des variablen Kapitalwerths in Geld, fortarbeiten zu können.
Hat man den Umsatz der verschiednen Elemente der laufenden jährlichen Reproduktion zu untersuchen, so auch das Resultat der vergangnen Jahresarbeit, der Arbeit des bereits zum Abschluß gekommnen Jahrs. Der Produktionsproceß, der in diesem jährlichen Produkt resultirte, liegt hinter uns, ist vergangen, aufgegangen in seinem Produkt, umsomehr also auch der Cirkulationsproceß, der dem Produktionsproceß vorhergeht oder ihm parallel läuft, der Umsatz von potentiellem in wirkliches variables Kapital, d. h. der Kauf und Verkauf von Arbeitskraft . Der Arbeitsmarktbildet keinen Theil mehr des Waarenmarkts, den man hier vor sich hat. Der Arbeiter hat hier bereits nicht nur seine Arbeitskraft verkauft, sondern außer dem Mehrwerth ein Aequivalent des Preises seiner Arbeitskraft in Waare geliefert; er hat andrerseits seinen Arbeitslohn in der Tasche und figurirt während des Umsatzes nur als Käufer von Waare (Konsumtionsmitteln). Andrerseits muß aber das jährliche Produkt alle Elemente der Reproduktion enthalten, alle Elemente des produktiven Kapitals wieder herstellen, vor allem also sein wichtigstes Element, das variable Kapital. Und wir haben in der That gesehn, daß mit Bezug auf variables Kapital als Resultat des Umsatzes sich darstellt: als Waarenkäufer, durch Verausgabung seines Arbeitslohns, und durch den Konsum der gekauften Waare erhält und reproducirt der Arbeiter seine Arbeitskraft als die einzige Waare, die er zu verkaufen hat: wie das in Ankauf dieser Arbeitskraft vom Kapitalisten vorgeschoßne Geld zu diesem zurückkehrt, kehrt auch die Arbeitskraft, als gegen es umsetzbare Waare, auf den Arbeitsmarkt zurück; als Resultat, hier speciell bei 1000 Iv, erhalten wir: 1000v in Geld auf Seiten der Kapitalisten I – dem gegenüber: Arbeitskraft zum Werth von 1000 auf Seiten der Arbeiter I, sodaß der ganze Reproduktionsproceß I von neuem beginnen kann. Dies ist das eine Resultat des Umsatzprocesses.
Andrerseits hat die Verausgabung des Arbeitslohns der Arbeiter I Konsumtionsmittel zum Belauf von 1000c von II gehoben, diese somit aus Waarenform in Geldform verwandelt; aus dieser Geldform hat II sie rückverwandelt in die Naturalform seines konstanten Kapitals, durch Kauf ||445| von Waaren = 1000v von I, dem dadurch sein variabler Kapitalwerth wieder in Geldform rückfließt.
Das variable Kapital I macht drei Verwandlungen durch, die im Umsatz des jährlichen Produkts gar nicht oder nur andeutungsweise erscheinen.
1) Die erste Form, 1000 Iv in Geld, das in Arbeitskraft zum selben Werthbetrag umgesetzt wird. Dieser Umsatz erscheint nicht selbst im Waarenumsatz zwischen I und II, aber sein Resultat erscheint darin, daß die Arbeiterklasse I mit 1000 Geld dem Waarenverkäufer II gegenübertritt, ganz wie die Arbeiterklasse II mit 500 Geld dem Waarenverkäufer von 500 IIv in Waarenform.
2) Die zweite Form, die einzige, worin das variable Kapital wirklich variirt, als variables fungirt, wo werthschöpferische Kraftan Stelle von dafür eingetauschtem, gegebnem Werth erscheint, gehört ausschließlich dem Produktionsproceß an, der hinter uns liegt.
3) Die dritte Form, worin das variable Kapital sich als solches bewährt hat im Resultat des Produktionsprocesses, ist das jährliche Werthprodukt, also bei I = 1000v + 1000m = 2000 I(v + m). An Stelle seines ursprünglichen Werths = 1000 in Geld ist ein doppelt so großer Werth = 2000 in Waare getreten. Der variable Kapitalwerth = 1000 in Waare bildet daher auch nur die Hälfte des durch das variable Kapital als Element des produktiven Kapitals geschaffnen Werthprodukts. Die 1000 Iv in Waare sind exaktes Aequivalent des in 1000v Geld von I ursprünglich vorgeschoßnen, seiner Bestimmung nach variablen Theils des Gesammtkapitals; in Waarenform sind sie aber nur potentiell Geld (werden es wirklich erst durch ihren Verkauf), also noch weniger direkt variables Geldkapital. Schließlich werden sie dies durch den Verkauf der Waare 1000 Iv an IIc, und durch das baldige Wiedererscheinen der Arbeitskraft als käuflicher Waare, als Material, worin sich 1000v Geld umsetzen kann.
Während aller dieser Wandlungen hält Kapitalist I beständig das variable Kapital in seiner Hand; 1) anfänglich als Geldkapital; 2) sodann als Element seines produktiven Kapitals; 3) noch später als Werththeil seines Waarenkapitals, also in Waarenwerth; 4) endlich wieder in Geld, dem die Arbeitskraft, worin es umsetzbar, wieder gegenübersteht. Während des Arbeitsprocesses hat der Kapitalist das variable Kapital in | |446| seiner Hand als sich bethätigende, Werth schaffende Arbeitskraft, aber nicht als Werth von gegebner Größe; da er jedoch den Arbeiter stets nur zahlt nachdem seine Kraft schon bestimmte, kürzre oder längre Zeit gewirkt hat, so hat er auch den von ihr geschaffnen Ersatzwerth für sie selbst plus Mehrwerth bereits in seiner Hand, bevor er zahlt.
Da das variable Kapital stets in irgend einer Form in der Hand des Kapitalisten bleibt, kann in keiner Weise gesagt werden, daß es sich in Revenue für irgend Jemand umsetzt. 1000 Iv in Waare setzt sich vielmehr um in Geld durch seinen Verkauf an II, dem es die Hälfte seines konstanten Kapitals in natura ersetzt.
Was sich in Revenue auflöst, ist nicht das variable Kapital I, 1000v in Geld; dies Geld hat aufgehört als Geldform des variablen Kapitals I zu fungiren, sobald es in Arbeitskraft umgesetzt ist, wie das Geld jedes andern Waarenverkäufers aufgehört hat, irgend ihm gehöriges zu repräsentiren, sobald er es in Waare eines Verkäufers umgesetzt hat. Die Umsätze, die das als Arbeitslohn bezogne Geld in der Hand der Arbeiterklasse durchmacht, sind keine Umsätze des variablen Kapitals, sondern des in Geld verwandelten Werths ihrer Arbeitskraft; ganz ebenso wie der Umsatz des vom Arbeiter geschaffnen Werthprodukts (2000 I(v + m)) nur der Umsatz einer den Kapitalisten gehörigen Waare ist, der den Arbeiter nichts angeht. Der Kapitalist aber – und noch mehr sein theoretischer Dollmetscher, der politische Oekonom – kann sich nur schwer der Einbildung entschlagen, daß das dem Arbeiter ausgezahlte Geld immer noch sein, des Kapitalisten Geld ist.Istder Kapitalist Goldproducent, so erscheint direkt der variable Werththeil – d. h. das Aequivalent in Waare, das ihm den Kaufpreis der Arbeit ersetzt – selbst in Geldform, kann also auch ohne den Umweg eines Rückflusses von neuem als variables Geldkapitalfungiren. Was aber den Arbeiter in II betrifft – soweit wir absehn vom Luxusarbeiter – so existirt 500v selbst in Waaren, die für die Konsumtion des Arbeiters bestimmt sind, die er, als Gesammtarbeiter betrachtet, direkt wieder kauft von demselben Gesammtkapitalisten, an den er seine Arbeitskraft verkauft hat. Der variable Werththeil des Kapitals II besteht seiner Naturalform nach in Konsumtionsmitteln, größtentheils bestimmt für den Verzehr der Arbeiterklasse. Aber es ist nicht das variable Kapital, das in dieser Form vom Arbeiter verausgabt wird; ||447| es ist der Arbeitslohn, das Geld des Arbeiters, das gerade durch seine Realisation in diesen Konsumtionsmitteln das variable Kapital 500 IIv für den Kapitalisten wieder in seiner Geldform herstellt. Das variable Kapital IIv ist reproducirt in Konsumtionsmitteln, wie das konstante Kapital 2000 IIc; so wenig wie das eine löst sich das andre in Revenue auf. Was sich in Revenue auflöst, ist in beiden Fällen der Arbeitslohn.
Daßaber durch die Verausgabung des Arbeitslohns als Revenue im einen Fall 1000 IIc, ebenso auf diesem Umweg 1000 Iv und ditto 500 IIv, also konstantes Kapital und variables (bei diesem theils durch direkten, theils durch indirekten Rückfluß) wieder als Geldkapital hergestellt wird, ist eine wichtige Thatsache im Umsatz des jährlichen Produkts.
XI. Ersatz des fixen Kapitals.
Eine große Schwierigkeit bei Darstellung der Umsätze der jährlichen Reproduktion ist die folgende. Nehmen wir die einfachste Form, worin sich die Sache darstellt, so haben wir:
(I.) 4000c + 1000v + 1000m +
(II.) 2000c + 500v + 500m = 9000,
was sich schließlich auflöst in:
4000 Ic + 2000 IIc + 1000 Iv + 500 IIv + 1000 Im + 500 IIm = 6000c + 1500v + 1500m = 9000. Ein Werththeil des konstanten Kapitals, soweit dies nämlich besteht aus eigentlichen Arbeitsmitteln (als distinkte Abtheilung der Produktionsmittel) ist übertragen von den Arbeitsmitteln auf das Arbeitsprodukt (die Waare); diese Arbeitsmittel fahren fort als Elemente des produktiven Kapitals zu fungiren und zwar in ihrer alten Naturalform; es ist ihr Verschleiß, der Werthverlust, den sie nach und nach erleiden während ihrer in bestimmter Periode fortdauernden Funktion, der als Werthelement der vermittelst derselben producirten Waaren wiedererscheint, vom Arbeitsinstrument auf das Arbeitsprodukt übertragen wird . Mit Bezug auf die jährliche Reproduktion kommen hier also von vornherein nur solche Bestandtheile des fixen Kapitals in Betracht, deren Leben länger als ein Jahr währt. Sterben sie ganz ab innerhalb des Jahrs, so sind sie auch ganz durch die jährliche Reproduktion zu ersetzen und zu erneuern, und der in Frage kommende Punkt betrifft sie daher von vornherein nicht. Bei Maschinen ||448| und andren länger währenden Formen des fixen Kapitals kann es vorkommen – und kommt häufiger vor – daß gewisse Theilorgane derselben innerhalb des Jahres mit Haut und Haar zu ersetzen sind, obgleich der ganze Gebäude- oder Maschinenkörper langlebig. Diese Theilorgane fallen in dieselbe Kategorie der innerhalb des Jahres zu ersetzenden Elemente des fixen Kapitals.
Dies Werthelement der Waaren ist in keiner Weise zu verwechseln mit den Reparaturkosten. Wird die Waare verkauft, so wird dies Werthelement versilbert, in Geld verwandelt wie die andren; nach seiner Verwandlung in Geld aber erscheint sein Unterschied von den andren Werthelementen. Diein der Produktion der Waaren verzehrten Rohmaterialien und Hülfsstoffe müssen in natura ersetzt werden, damit die Reproduktion der Waaren beginne (überhaupt der Produktionsproceß der Waaren ein kontinuirlicher sei ); die in ihnen verausgabte Arbeitskraft muß ebenso durch frische Arbeitskraft ersetzt werden. Das aus der Waare gelöste Geld muß also beständig in diese Elemente des produktiven Kapitals wieder umgesetzt werden, aus Geldform in Waarenform. Esändert nichts an der Sache, daß z. B. Rohmaterialien und Hülfsstoffe in gewissen Terminen in größrer Masse – sodaß sie Produktionsvorräthe bilden – gekauft werden, daß also während gewisser Frist diese Produktionsmittel nicht neugekauft zu werden brauchen, also auch – so lange sie vorhalten – das aus dem Waarenverkauf eingehende Geld – soweit es für diesen Zweck dient – sich ansammeln kann, und dieser Theil des konstanten Kapitals daher zeitweilig als in seiner aktiven Funktion suspendirtes Geldkapital erscheint. Es ist kein Revenuekapital; es ist produktives Kapital, das in Geldform suspendirt ist. Die Erneuerung der Produktionsmittel muß beständig stattfinden, obgleich die Form dieser Erneuerung – mit Bezug auf die Cirkulation – verschieden sein kann. Der Neukauf, die Cirkulations-Operation, wodurch sie erneuert, ersetzt werden, kann in längren Terminen vorgehn: dann große Geldanlage auf einmal, kompensirt durch entsprechenden Produktionsvorrath; oder in kurz aufeinander folgenden Terminen: dann rasch aufeinander folgende kleinere Dosen von Geldausgabe, kleine Produktionsvorräthe. Dies ändert nichts an der Sache selbst. Ebenso mit der Arbeitskraft. Wo die Produktion kontinuirlichauf selber Stufenleiter das Jahr durch ausgeführt: beständiger Ersatz der aufgezehrten Arbeitskraft durch neue; ||449| wo die Arbeit saisonmäßig, oder verschiedne Portionen Arbeit in verschiednen Perioden, wie in der Agrikultur, angewandt werden: dem entsprechender Ankauf bald kleinrer bald größrer Masse Arbeitskraft. Dagegenwird das aus dem Waarenverkauf gelöste Geld, soweit es den Waarenwerththeil vergoldet, der gleich ist dem Verschleiß von fixem Kapital, nicht wieder rückverwandelt in den Bestandtheil des produktiven Kapitals, dessen Werthverlust es ersetzt. Es schlägt nieder neben dem produktiven Kapital und verharrt in seiner Geldform. Dieser Geldniederschlag wiederholt sich, bis die aus einer größren oder geringren Anzahl von Jahren bestehende Reproduktionsepoche abgelaufen ist, während deren das fixe Element des konstanten Kapitals unter seiner alten Naturalform fortfährt im Produktionsproceß zu fungiren. Sobald das fixe Element, Baulichkeiten, Maschinerie etc., ausgelebt hat, nicht länger im Produktionsproceß fungiren kann, existirt sein Werth neben ihm, vollständig ersetzt in Geld – der Summe der Geldniederschläge, der Werthe, die vom fixen Kapital allmälig übertragen worden auf die Waaren, in deren Produktion es mitgewirkt, und die durch den Verkauf der Waaren in Geldform übergegangen. Dies Geld dient dann dazu, das fixe Kapital (oder Elemente desselben, da die verschiednen Elemente desselben verschiedne Lebensdauer haben) in natura zu ersetzen und so diesen Bestandtheil des produktiven Kapitals wirklich zu erneuern. Dies Geld ist also Geldform eines Theils des konstanten Kapitalwerths, des fixen Theils desselben. Diese Schatzbildung ist also selbst ein Element des kapitalistischen Reproduktionsprocesses, Reproduktion und Aufspeicherung – in Geldform – des Werths des fixen Kapitals oder seiner einzelnen Elemente, bis zu der Zeit wo das fixe Kapital ausgelebt und folglich seinen ganzen Werth an die producirten Waaren abgegeben hat und nun in natura ersetzt werden muß. Dies Geld verliert aber nur seine Schatzform und tritt daher erst aktiv wieder ein in den durch die Cirkulation vermittelten Reproduktionsproceß des Kapitals, sobald es rückverwandelt wird in neue Elemente des fixen Kapitals, um die abgestorbnen zu ersetzen.
Sowenig wie die einfache Waarencirkulation identisch ist mit bloßem Produktenaustausch, so wenig kann sich der Umsatz des jährlichen Waarenprodukts in bloßen, unvermittelten, gegenseitigen Austausch seiner verschiednen Bestandtheile auflösen. Das Geld spielt eine specifische Rolle darin, die namentlich auch in der Weise der Reproduktion des | |450| fixen Kapitalwerths sich ausdrückt. (Es ist nachher zu untersuchen, wie sich das anders darstellen würde, vorausgesetzt die Produktion sei gemeinsam und besitze nicht die Form der Waarenproduktion.)
Kehren wir nun zu dem Grundschema zurück, so hatten wir für Klasse ;II: 2000c + 500v + 500m. Die sämmtlichen im Lauf des Jahrs producirten Konsumtionsmittel sind hier gleich Werth von 3000; und jedes der verschiednen Waarenelemente, woraus die Waarensumme besteht, zerfällt seinem Werth nach in c + v + m, oder procentig in 66 c + 16 v + 16 m. Die verschiednen Waarensorten der Klasse II mögen konstantes Kapital in verschiedner Proportion enthalten; ebenso mag der fixe Theil des konstanten Kapitals bei ihnen verschieden sein; ebenso die Lebensdauer der fixen Kapitaltheile, also auch der jährliche Verschleiß oder der Werththeil, den sie pro rata übertragen auf die Waaren, in deren Produktion sie betheiligt sind. Dies ist hier gleichgültig. Mit Bezug auf den gesellschaftlichen Reproduktionsproceß handelt es sich nur um den Umsatz zwischen den Klassen II und I. II und I treten sich hier nur in ihren gesellschaftlichen Massenverhältnissen gegenüber; die proportionelle Größe des Werththeils c des Waarenprodukts II (in der jetzt behandelten Frage allein maßgebend) ist daher das Durchschnittsverhältniß, wenn alle Produktionszweige, die unter II subsumirt sind, zusammengefaßt werden.
Jede der Waarensorten (und es sind zum großen Theil dieselben Waarensorten) deren Gesammtwerth rubricirt ist unter: 2000c + 500v + 500m, ist so gleichmäßig dem Werth nach = 66 %c + 16 %v + 16 %m. Dies gilt sowohl von je 100 der unter c, als unter v, als unter m figurirenden Waaren.
Die Waaren, worin die 2000c verkörpert sind, sind dem Werth nach wieder zerfällbar in:
1) 1333 c + 333 v + 333 m = 2000c,
ebenso 500v in:
2) 333 c + 83 v + 83 m = 500v,
endlich 500m in:
3) 333 c + 83 v + 83 m = 500m.
Addiren wir nun in 1, 2 und 3 die c zusammen, so haben wir 1333 c + 333 c + 333 c = 2000. Ebenso 333 v + 83 v||451| + 83 v = 500, und desgleichen unter m; die Gesammtaddition ergibt den Totalwerth von 3000 wie oben.
Der ganze in der Waarenmasse II zum Werth von 3000 enthaltne konstante Kapitalwerth ist also enthalten in 2000c, und weder 500v noch 500m enthalten ein Atom davon. Dasselbe gilt für v und m ihrerseits.
In andren Worten: Das ganze Quotum der Waarenmasse II, das konstanten Kapitalwerth darstellt und daher wieder umsetzbar ist, sei es in dessen Natural-, sei es in dessen Geldform – existirt in 2000c. Alles auf den Umsatz des konstanten Werths der Waaren II Bezügliche ist also beschränkt auf die Bewegung von 2000 IIc; und dieser Umsatz kann nur vorgehn mit I (1000v + 1000m).
Ebenso ist für Klasse I alles auf den Umsatz des ihr angehörigen konstanten Kapitalwerths Bezügliche zu beschränken auf die Betrachtung von 4000 Ic.
1) Ersatz des Verschleiß-Werththeils in Geldform.
Nehmen wir nun zunächst:
I. 4000c + 1000v + 1000m v1000m II. . . . . . . . . . 2000c + 500v + 500m,
so würde der Umsatz der Waaren 2000 IIc gegen Waaren vom selben Werth I (1000v + 1000m) voraussetzen, daß 2000 IIc sich allzusammt in natura wieder umgesetzt in die von I producirten Naturalbestandtheile des konstanten Kapitals II; aberder Waarenwerth von 2000, worin letztres existirt, enthält ein Element für Werthverlust von fixem Kapital, das nicht sofort in natura zu ersetzen, sondern in Geld zu verwandeln, das als Totalsumme nach und nach sich anhäuft, bis der Termin der Erneuerung des fixen Kapitals in seiner Naturalform fällig geworden. JedesJahr ist das Todesjahr für fixes Kapital, das in diesem oder jenem Einzelgeschäft oder auch diesem oder jenem Industriezweig zu ersetzen; im selben individuellenKapital ist dieser oder jener Theil des fixen Kapitals (da dessen Theile von verschiedner Lebensdauer) zu ersetzen. Betrachten wir die jährliche Reproduktion – wenn auch auf einfacher Stufenleiter, d. h. abstrahirend von aller Akkumulation – so beginnen wir nicht ab ovo; es ist ein Jahr im Fluß vieler, es ist nicht das erste Geburtsjahr der kapitalistischen Produktion. Die verschiednen Kapitale, die in den mannichfachen Produktionszweigen der Klasse II angelegt, sind also von verschiednem Lebensalter, und wie jährlich in diesen ||452| Produktionszweigen fungirende Personen sterben, so erreichen jährlich Massen fixer Kapitale in diesem Jahr ihr Lebensend und müssen aus akkumulirtem Geldfonds in natura erneuert werden. Sofern ist im Umsatz 2000 IIc gegen 2000 I(v + m) der Umsatz von 2000 IIc aus seiner Waarenform (als Konsumtionsmittel) in Naturalelemente eingeschlossen, die nicht nur aus Roh- und Hülfsmaterialien sondern ebenso aus Naturalelementen des fixen Kapitals, Maschinen, Werkzeugen, Baulichkeiten etc. bestehn. Der Verschleiß, der im Werth von 2000 IIc in Geld zu ersetzen, ist daher durchaus nicht entsprechend dem Umfang des fungirenden fixen Kapitals, da jährlich ein Theil desselben in natura ersetzt werden muß; was aber voraussetzt, daß in frühern Jahren das zu diesem Umsatz nöthige Geld sich aufgehäuft in den Händen von Kapitalisten der Klasse II. Eben diese Voraussetzung gilt aber für das laufende Jahr ebensowohl wie sie für die frühern angenommen wird.
In dem Umsatz zwischen I (1000v + 1000m) und 2000 IIc ist zunächst zu bemerken, daß die Werthsumme I(v + m) kein konstantes Werthelement enthält, also auch kein Werthelement für zu ersetzenden Verschleiß, d. h. für Werth, der von fixem Bestandtheil des konstanten Kapitals auf die Waaren übertragen worden, in deren Naturalform v + m existiren. Dies Element existirt dagegen in IIc, undes ist gerade ein Theil dieses dem fixen Kapital geschuldeten Werthelements, der nicht unmittelbar aus Geldform in Naturalform sich zu verwandeln, sondern zunächst in Geldform zu verharren hat. Es drängt sich daher sofort bei dem Umsatz von I (1000v + 1000m) gegen 2000 IIc die Schwierigkeit auf, daß die Produktionsmittel I, in deren Naturalform die 2000(v + m) existiren, zu ihrem ganzen Werthbetrag von 2000 gegen Aequivalent in Konsumtionsmitteln II umzusetzen sind, dahingegenandrerseits die Konsumtionsmittel 2000 IIc nicht zu ihrem vollen Werthbetrag in die Produktionsmittel I (1000v + 1000m) umgesetzt werden können, weil ein aliquoter Theil ihres Werths – gleich dem zu ersetzenden Verschleiß oder Werthverlust des fixen Kapitals – sich zunächst in Geld niederschlagen muß, das innerhalb der laufenden jährlichen Reproduktionsperiode, die allein betrachtet wird, nicht wieder als Cirkulationsmittel fungirt. Das Geld aber, wodurch das Verschleißelement versilbert wird, das im Waarenwerth 2000 IIc steckt, dies Geld kann nur von I herkommen, da II sich nicht selbst zu bezahlen hat, sondern sich be||453|zahlt eben durch Verkauf seiner Waare, und da der Voraussetzung nach I(v + m) die ganze Waarensumme 2000 IIc kauft; die Klasse I muß also durch diesen Kauf jenen Verschleiß für II versilbern. Aber nach dem früher entwickelten Gesetz kehrt der Cirkulation vorgeschoßnes Geld an den kapitalistischen Producenten zurück, der später gleiches Quantum in Waare in die Cirkulation wirft. I kann beim Ankauf von IIc offenbar nicht für 2000 Waaren und überdem noch eine überschüssige Geldsumme ein für alle Mal (ohne daß selbe durch die Operation des Umsatzes zu ihm zurückkehrt) an II geben. Es würde sonst die Waarenmasse IIc über ihrem Werth kaufen. Wenn II in der That I (1000v + 1000m) im Umsatz für seine 2000ceintauscht, so hat es weiter nichts von I zu fordern und das während dieses Umsatzes cirkulirende Geld kehrt zurück zu I oder zu II, abhängig davon, wer von beiden es in Cirkulation geworfen, d. h. wer von beiden zuerst als Käufer aufgetreten ist. Zugleich hätte in diesem Fall II sein Waarenkapital dem ganzen Werthumfang nach in die Naturalform von Produktionsmitteln rückverwandelt, während die Voraussetzung ist, daß es einen aliquoten Theil desselben, nach ihrem Verkauf, nicht während der laufenden jährlichen Reproduktionsperiode aus Geld wieder rückverwandelt in die Naturalform fixer Bestandtheile seines konstanten Kapitals. Es könnte also an II nur dann eine Bilanz in Geld zufließen, wenn II zwar für 2000 an I verkaufte, aber für weniger als 2000 von I kaufte, z. B. nur 1800; dann hätte I den Saldo gut zu machen durch 200 in Geld, das nicht zu ihm zurückflösse, weil es dies der Cirkulation vorgeschoßne Geld ihr nicht wieder entzogen hätte durch Hineinwurf von Waaren = 200 in die Cirkulation. In diesem Fall hätten wir einen Geldfonds für II auf Rechnung seines Verschleißes an fixem Kapital; wir hätten aber auf der andern Seite, auf I, eine Ueberproduktion von Produktionsmitteln zum Belauf von 200, und damit wäre die ganze Basis des Schemas zerronnen, nämlich Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter, wo also völlige Proportionalität zwischen den verschiednen Produktionssystemen vorausgesetzt ist. Die eine Schwierigkeit wäre nur beseitigt durch eine viel unangenehmere.
Da dies Problem eigne Schwierigkeiten bietet und bisher überhaupt nicht von den politischen Oekonomen behandelt worden ist, so wollen wir der Reihe nach alle möglichen (wenigstens scheinbar möglichen) Lösungen oder vielmehr Stellungen des Problems selbst betrachten. |
|454| Zunächst hatten wir soeben unterstellt, daß II an I verkauft 2000, aber nur kauft für 1800 Waaren von I. In dem Waarenwerth 2000 IIc steckte 200 für Verschleißersatz, der in Geld aufzuschatzen; so zerfiele der Werth 2000 IIc in 1800, die auszutauschen gegen Produktionsmittel I, und in 200 Verschleißersatz, die in Geld (nach dem Verkauf der 2000c an I) festzuhalten. Oder mit Bezug auf seinen Werth wäre 2000 IIc = 1800c + 200c (d), wo d = déchet ❲Verschleiß❳.
Wir hätten dann zu betrachten
den Umsatz I. 1000v + 1000m
II. 1800c + 200c (d). I kauft mit 1000 £,welche den Arbeitern in Zahlung ihrer Arbeitskraft in Arbeitslohn zugeflossen, für 1000 IIc Konsumtionsmittel; II kauft mit selben 1000 £ für 1000 Iv Produktionsmittel. Den Kapitalisten I fließt damit ihr variables Kapital in Geldform zurück und können sie damit nächstes Jahr Arbeitskraft zum selben Werthbetrag kaufen, d. h. den variablen Theil ihres produktiven Kapitals in natura ersetzen. – II kauft ferner mit vorgeschoßnen 400 £ Produktionsmittel Im und Im kauft mit denselben 400 £ Konsumtionsmittel IIc. Die von II der Cirkulation vorgeschoßnen 400 £ sind so an die Kapitalisten II zurückgekehrt, aber nur als Aequivalent für verkaufte Waare. I kauft für vorgeschoßne 400 £ Konsumtionsmittel; II kauft von I für 400 £ Produktionsmittel, womit diese 400 £ zu I zurückströmen . Die Rechnung bis dahin ist nun folgende:
I wirft in Cirkulation 1000v + 800m in Waare; wirft ferner in Cirkulation in Geld: 1000 £ in Arbeitslohn und 400 £ zum Umsatz mit II. Nach vollendetem Umsatz hat I: 1000v in Geld, 800m umgesetzt in 800 IIc (Konsumtionsmittel) und 400 £ in Geld.
II wirft in Cirkulation 1800c in Waare (Konsumtionsmittel) und 400 £ in Geld; nach vollendetem Umsatz hat es: 1800 in Waare I (Produktionsmittel) und 400 £ in Geld.
Wir haben jetzt noch auf Seite I 200m (in Produktionsmitteln), auf Seite II 200c (d) (in Konsumtionsmitteln).
Nach der Voraussetzung kauft I mit 200 £ die Konsumtionsmittel c (d) zum Werthbetrag von 200; diese 200 £ aber hält II fest, da 200c (d) Verschleißrepräsentirt, also nicht direkt wieder in Produktionsmittel umzusetzen ist. Also 200 Im sind unverkaufbar; des zu ||455| ersetzenden Mehrwerths I ist unrealisirbar, nicht aus seiner Naturalform von Produktionsmitteln umsetzbar in die von Konsumtionsmitteln.
Dies widerspricht nicht nur der Voraussetzung der Reproduktion auf einfacher Stufenleiter; es ist an und für sich keine Hypothese, um die Versilberung von 200c (d) zu erklären; es heißt vielmehr, daß sie nicht erklärlich ist. Da nicht nachzuweisen, wie 200c (d) zu versilbern sei, wird unterstellt, daß I die Gefälligkeit hat es zu versilbern, gerade weil I nicht im Stande, seinen eignen Rest von 200m zu versilbern. Dies als eine normale Operation des Umsatzmechanismus aufzufassen, ist ganz dasselbe, als unterstellte man, daß jährlich 200 £ vom Himmel regnen, um regelmäßig die 200c (d) zu versilbern.
Die Abgeschmacktheit solcher Hypothese springt jedoch nicht unmittelbar in's Auge, wenn Im, statt wie hier in seiner primitiven Daseinsweise aufzutreten – nämlich als Bestandtheil des Werths von Produktionsmitteln, also als Bestandtheil des Werths von Waaren, die ihre kapitalistischen Producenten durch Verkauf in Geld realisiren müssen – in der Hand der Antheilhaber der Kapitalisten erscheint, z. B. als Grundrente in der Hand von Grundeigenthümern, oder alsZins in der Hand von Geldverleihern. Ist aber der Theil des Mehrwerths der Waaren, den der industrielle Kapitalist als Grundrente oder Zins an andre Miteigenthümerdes Mehrwerths abzutreten hat, auf die Dauer nicht realisirbar durch den Verkauf der Waaren selbst, so hat es auch mit der Zahlung von Rente oder Zins ein Ende, und können daher Grundeigenthümer oder Zinsbezieher durch deren Verausgabung nicht als dei ex machina dienen zu beliebiger Versilberung bestimmter Theile der jährlichen Reproduktion. Ebenso verhält es sich mit den Ausgaben sämmtlicher sog. unproduktiven Arbeiter, Staatsbeamte, Aerzte, Advokaten etc., und was sonst in der Form des „großen Publikums“ den politischen Oekonomen „Dienste“ leistet, um von ihnen Unerklärtes zu erklären.
Ebensowenig ist damit geholfen, wenn statt des direkten Umsatzes zwischen I und II – zwischen den zwei großen Abtheilungen der kapitalistischen Producenten selbst – der Kaufmann als Vermittler beigezogen wird, und mit seinem „Geld“ über alle Schwierigkeiten weghilft. Im gegebnen Fall z. B. muß 200 Im schließlich und endgültig abgesetzt werden an die industriellen Kapitalisten von II. Es mag durch die ||456| Hände einer Reihe von Kaufleuten laufen, der letzte befindet sich – gemäß der Hypothese – in demselben Fall gegenüber II, worin sich die kapitalistischen Producenten von I bei Beginn befanden, d. h. sie können die 200 Im nicht verkaufen an II; und die festgerittne Kaufsumme kann denselben Proceß mit I nicht erneuern.
Man sieht hier, wie abgesehn von unserm eigentlichen Zweck, die Betrachtung des Reproduktionsprocesses in seiner Fundamentalform – worin alle verdunkelnden Zwischenschieber beseitigt – durchaus nöthig ist, um die falschen Ausflüchte loszuwerden, die den Schein „wissenschaftlicher“; Erklärung liefern, wenn der gesellschaftliche Reproduktionsproceß sofort in seiner verwickelten konkreten Form zum Gegenstand der Analyse gemacht wird.
Das Gesetz, daß beim normalen Verlauf der Reproduktion (sei es auf einfacher, sei es auf erweiterter Stufenleiter) das von dem kapitalistischen Producenten der Cirkulation vorgeschoßne Geld zu seinem Ausgangspunkt zurückkehren muß (wobei es gleichgültig, ob das Geld ihnen gehört oder gepumpt ist) schließt also ein für allemal die Hypothese aus, daß 200 IIc (d) versilbert werde durch von I vorgeschoßnes Geld.
2) Ersatz des fixen Kapitals in natura.
Nach Beseitigung der eben betrachteten Hypothese bleiben nur noch solche Möglichkeiten, die außer dem Ersatz des Verschleißtheils in Geld auch noch die Vollziehung des Ersatzes des gänzlich abgestorbnen fixen Kapitals in natura einschließen.
Wir hatten vorhin vorausgesetzt:
a) daß 1000 £, gezahlt in Arbeitslohn von I, von den Arbeitern verausgabt werden in IIc zum selben Werthbetrag, d. h. daß sie damit Konsumtionsmittel kaufen.
Daß hier die 1000 £ von I vorgeschossen werden in Geld, ist nur Konstatirung von Thatsache. Der Arbeitslohn ist in Geld auszuzahlen von den respektiven kapitalistischen Producenten; dies Geld wird dann von den Arbeitern in Lebensmitteln verausgabt, und dient den Verkäufern der Lebensmittel ihrerseits wieder als Cirkulationsmittel bei Umsatz ihres konstanten Kapitals aus Waarenkapital in produktives Kapital. Es läuft zwar durch viele Kanäle durch (Krämer, Hausbesitzer, Steuereinnehmer, unproduktive Arbeiter wie Aerzte etc., die der Arbeiter selbst braucht) | |457| und fließt daher nur zum Theil direkt aus den Händen der Arbeiter I in die der Kapitalistenklasse II. Der Fluß mag mehr oder minder stocken, daher neue Geldreserve nöthig sein auf Seiten der Kapitalisten. Alles dies kommt bei dieser Fundamentalform nicht in Betracht.
b) War vorausgesetzt, daß einmal I weitere 400 £ in Geld vorschießt zum Ankauf von II, das ihm zurückfließt, wie ein andres Mal II 400 £ vorschießt zum Ankauf von I, die ihm rückfließen. Diese Voraussetzung muß gemacht werden, da umgekehrt die Annahme willkürlich wäre, daß einseitig die Kapitalistenklasse I, oder aber die Kapitalistenklasse II das zum Waarenumsatz nöthige Geld der Cirkulation vorschießt. Da nun im vorigen Unterabschnitt 1) gezeigt wurde, daß die Hypothese als abgeschmackt verwerflich, wonach I zuschüssiges Geld in die Cirkulation würfe um 200 IIc (d) zu versilbern, so bliebe offenbar nur die scheinbar noch abgeschmacktere Hypothese übrig, daß II selbst das Geld in die Cirkulation wirft, womit der Werthbestandtheil Waare versilbert wird, welcher den Verschleiß von fixem Kapital zu ersetzen hat. Z. B. der Werththeil, den die Spinnmaschinedes Herrn X in der Produktion verliert, erscheint als Werththeil des Nähgarns wieder; was seine Spinnmaschine auf der einen Seite an Werth oder Verschleiß einbüßt, soll sich auf der andren Seite als Geld bei ihm aufsammeln. X möge nun z. B. für 200 £ Baumwolle kaufen von Y, und so der Cirkulation 200 £ in Geld vorschießen; Y kauft von ihm mit denselben 200 £ Garn, und diese 200 £ dienen nun dem X als Fonds zum Ersatz von Verschleiß der Spinnmaschine . Dies käme nur darauf hinaus, daß X, abgesehn von seiner Produktion und deren Produkt und dessen Verkauf, 200 £ in petto hält, um sich selbst für den Werthverlust der Spinnmaschinezu zahlen, d. h. daß er außer dem Werthverlust seiner Spinnmaschinevon 200 £ noch andre 200 £ in Geld jährlich aus seiner Tasche zusetzen muß, um schließlich im Stand zu sein, eine neue Spinnmaschinezu kaufen.
Die Abgeschmacktheit ist aber nur scheinbar. Die Klasse II besteht aus Kapitalisten, deren fixes Kapital sich in ganz verschiednen Terminen seiner Reproduktion befindet. Für die Einen ist es bei dem Termin angelangt, wo es ganz in natura zu ersetzen ist. Fürdie andren befindet es sich mehr oder minder entfernt von diesem Stadium; allen Gliedern der letztren Abtheilung ist das gemein, daß ihr fixes Kapital nicht wirklich | |458| reproducirt, d. h. nicht in natura erneuert oder durch neues Exemplar derselben Art ersetzt wird, sondern daß sein Werth successiv in Geld angesammelt wird. Der erstre Theil befindet sich ganz (resp. theilweise, was hier gleichgültig) in derselben Situation wie bei Errichtung seines Geschäfts, wo er mit einem Geldkapital auf den Markt trat um dies einerseits in (fixes und cirkulirendes) konstantes Kapital zu verwandeln, andrerseits aber in Arbeitskraft, in variables Kapital. Wie damals hat er jetzt dies Geldkapital wieder der Cirkulation vorzuschießen, also den Werth des konstanten fixen Kapitals ebensogut wie den des cirkulirenden und des variablen Kapitals.
Wenn also vorausgesetzt wird, daß von den 400 £, die die Kapitalistenklasse II zum Umsatz mit I in Cirkulation wirft, die Hälfte von solchen Kapitalisten in II herrührt, die nicht nur durch ihre Waaren ihre zum cirkulirenden Kapital gehörenden Produktionsmittel, sondern auch durch ihr Geld ihr fixes Kapital in natura erneuern müssen, während die andre Hälfte der Kapitalisten II mit ihrem Geld nur den cirkulirenden Theil ihres konstanten Kapitals in natura ersetzt, nicht aber ihr fixes Kapital in natura erneuert, so liegt durchaus nichts Widerspruchsvolles darin, daß die zurückfließenden 400 £ (zurückfließend sobald I dafür Konsumtionsmittel kauft) sich nun verschieden vertheilen zwischen diesen zwei Abtheilungen von II. Sie fließen zurück zur Klasse II, aber sie fließen nicht in dieselben Hände zurück, sondern vertheilen sich verschieden innerhalb dieser Klasse, gehn von einem Theil derselben auf den andern über.
Der eine Theil von II hat, außer dem durch seine Waaren schließlich gedeckten Theil von Produktionsmitteln, 200 £ Geld umgesetzt in neue fixe Kapitalelemente in natura. Sein so verausgabtes Geld – wie beim Anfang des Geschäfts – fließt ihm erst successive in Reihen von Jahren aus der Cirkulation zurück als Verschleiß-Werthbestandtheil der mit diesem fixen Kapital zu producirenden Waaren.
Derandre Theil von II hat dagegen für 200 £ keine Waaren von I bezogen, sondern dieser zahlt ihn mit dem Geld, womit der erste Theil von II fixe Kapitalelemente gekauft. Der eine Theil von II besitzt seinen fixen Kapitalwerth wieder in erneuter Naturalform, der andre ist noch damit beschäftigt, ihn in Geldform anzusammeln, zum spätern Ersatz seines fixen Kapitals in natura . |
|459| Der Status, von dem wir auszugehn haben, nach den frühern Umsetzungen, ist der Rest der beiderseits umzusetzenden Waaren: bei I – 400m, bei II – 400c.52) Wir nehmen an, daß II 400 in Geld vorschießt zum Umsatz dieser Waaren zum Betrag von 800. Eine Hälfte der 400 (= 200) muß unter allen Umständen ausgelegt werden von dem Theil von IIc, der 200 in Geld als Verschleißwerth aufgehäuft, und der diesen jetzt wieder rückzuwandeln hat in die Naturalform seines fixen Kapitals.
Ganz wie konstanter Kapitalwerth, variabler Kapitalwerth und Mehrwerth – worin der Werth des Waarenkapitals von II wie von I zerfällbar – in besondren proportionellen Quoten der Waaren II, resp. I, selbst darstellbar sind, so innerhalb des konstanten Kapitalwerths selbst wieder der Werththeil, der noch nicht in die Naturalform des fixen Kapitals umzusetzen, sondern einstweilen noch in Geldform allmälig aufzuschatzen ist. Ein bestimmtes Quantum Waaren II (in unserm Fall also die Hälfte des Rests = 200) ist hier nur noch Träger dieses Verschleißwerths, der sich durch den Umsatz in Geld niederzuschlagen hat. (Der erste Theil der Kapitalisten II, der fixes Kapital in natura erneuert, mag mit dem Verschleißtheilder Waarenmasse, von der hier nur noch der Rest figurirt, einen Theil seines Verschleißwerths bereits so realisirt haben; bleibt aber 200 Geld so noch für ihn zu realisiren.)
Was nun die zweite Hälfte (= 200) der von II bei dieser Restoperation in Cirkulation geworfnen 400 £ betrifft, so kauft sie von I cirkulirende Bestandtheile des konstanten Kapitals. Ein Theil dieser 200 £ mag von beiden Theilen von II oder nur von dem in Cirkulation geworfen werden, der den fixen Werthbestandtheil nicht in natura erneuert.
Mitden 400 £ werden also von I herausgehoben 1) Waaren zum Belauf von 200 £, die nur aus Elementen des fixen Kapitals bestehn, 2) Waaren zum Belauf von 200 £, die nur Naturalelemente des cirkulirenden Theils des konstanten Kapitals von II ersetzen. I hat nun sein ganzes jährliches Waarenprodukt, soweit dies an II zu verkaufen ist, verkauft: der Werth eines Fünftels davon aber, 400 £, existirt jetzt in seiner Hand unter Geldform. Dies Geld ist aber versilberter Mehrwerth, ||460| der als Revenue in Konsumtionsmitteln verausgabt werden muß. I kauft also mit den 400 den ganzen Waarenwerth von II = 400. Das Geld fließt also zu II zurück, indem es dessen Waare hebt.
Wir wollen nun drei Fälle annehmen: Wir nennen dabei den Theil der Kapitalisten II, der fixes Kapital in natura ersetzt: „Theil 1“, und denjenigen, der Verschleißwerth von fixem Kapital in Geldform aufspeichert: „Theil 2“. Die drei Fälle sind folgende: a) daß von den 400, die in Waaren sub II noch als Rest bestehn, ein Quotum für Theil 1 und Theil 2 (sage je ) gewisse Quota cirkulirender Theile des konstanten Kapitals zu ersetzen hat; b) daß Theil 1 bereits seine ganze Waare verkauft, also Theil 2 noch 400 zu verkaufen hat; c) daß Theil 2 Alles verkauft hat außer den 200, die Verschleißwerth tragen.
Wir erhalten dann folgende Theilungen:
a) Von dem Waarenwerth = 400c, den II noch in Händen hat, besitzt Theil 1 100, und Theil 2 300; von diesen 300 repräsentiren 200 den Verschleiß. In diesem Fall hat von den 400 £ Geld, die I jetzt zurückschickt, um die Waaren II zu heben, Theil 1 ursprünglich ausgelegt 300, nämlich 200 in Geld, wofür es fixe Kapitalelemente in natura aus I gezogen, und 100 in Geld zur Vermittlung seines Waarenaustauschs mit I; dagegen hat Theil 2 von den 400 nur , also 100, vorgeschossen, ebenfalls zur Vermittlung seines Waarenumsatzes mit I.
Von den 400 Geld hat Theil 1 also 300 vorgeschossen und Theil 2 100.
Es fließen aber zurück von diesen 400:
An Theil 1: 100, also nur des von ihm vorgeschoßnen Geldes. Er besitzt aber für die andern erneuertes fixes Kapital zum Werth von 200. Für dieses fixe Kapitalelement zum Werth von 200 hat er Geld an I gegeben, aber keine nachträgliche Waare. Er tritt, mit Bezug auf sie, gegenüber I nur als Käufer auf, nicht nachträglich wieder als Verkäufer. Dies Geld kann daher nicht an Theil 1 zurückfließen; sonst hätte er die fixen Kapitalelemente von I geschenkt erhalten. – Mit Bezug auf das letzte Drittel des von ihm vorgeschoßnen Geldes trat Theil 1 erst als Käufer auf von cirkulirenden Bestandtheilen seines konstanten Kapitals. Mit demselben Geld kauft I von ihm den Rest seiner Waare zum Werth von 100. Das Geld fließt also zu ihm (Theil 1 von II) zurück, weil er als Waarenverkäufer auftritt, gleich nachdem er ||461| vorher als Käufer aufgetreten. Flösse es nicht zurück, so hätte II (Theil 1) an I, für Waaren zum Belauf von 100, erst 100 in Geld und dann noch obendrein 100 in Waare gegeben, ihm also seine Waare geschenkt.
Dagegen fließt an Theil 2, der 100 in Geld ausgelegt, 300 in Geld zurück; 100, weil er erst als Käufer 100 Geld in Cirkulation warf und diese als Verkäufer zurückerhält; 200, weil er nur als Verkäufer von Waaren zum Werthbetrag von 200 fungirt, nicht aber als Käufer. Das Geld kann also nicht an I zurückfließen. Der fixe Kapitalverschleiß ist also saldirt durch das von II (Theil 1) im Ankauf von fixen Kapitalelementen in Cirkulation geworfne Geld; aber es kommt in die Hand von Theil 2 nicht als das Geld des Theil 1, sondern als der Klasse I gehörendes Geld.
b) Unter dieser Voraussetzung vertheilt sich der Rest von IIc so, daß Theil 1 200 in Geld, und Theil 2 400 in Waaren besitzt.
Theil 1 hat seine Waare alle verkauft, aber 200 in Geld sind verwandelte Form des fixen Bestandtheils seines konstanten Kapitals, den er in natura zu erneuern hat. Er tritt also hier nur als Käufer auf und erhält statt seines Geldes Waare I in Naturalelementen des fixen Kapitals zum selben Werthbetrag. Theil 2 hat als Maximum (wenn für den Waarenumsatz zwischen I und II kein Geld von I vorgeschossen wird) nur 200 £ in Cirkulation zu werfen, da er für die Hälfte seines Waarenwerths nur Verkäufer an I, nicht Käufer von I ist.
Es retourniren ihm aus der Cirkulation 400 £; 200, weil er sie vorgeschossen als Käufer und sie zurückerhält als Verkäufer von 200 Waare; 200, weil er Waare zum Werth von 200 an I verkauft, ohne dafür Waarenäquivalent von I wieder heraus zu ziehn. –
c) Theil 1 besitzt 200 in Geld und 200c in Waare; Theil 2 200c (d) in Waaren.
Theil 2 hat unter dieser Voraussetzung nichts in Geld vorzuschießen, weil er, I gegenüber, überhaupt nicht mehr als Käufer, sondern nur noch als Verkäufer fungirt, also abzuwarten hat bis von ihm gekauft wird.
Theil 1 schießt 400 £ in Geld vor, 200 zum gegenseitigen Waarenumsatz mit I, 200 als bloßer Käufer von I. Mit diesen letzteren 200 £ Geld kauft er die fixen Kapitalelemente. |
|462| I kauft mit 200 £ Geld für 200 Waare von Theil 1, dem damit seine für diesen Waarenumsatz vorgeschoßnen 200 £ Geld zurückfließen; und I kauft mit den andren 200 £ – die er ebenfalls von Theil 1 erhalten – für 200 Waaren von Theil 2, dem damit sein fixer Kapitalverschleiß in Geld niederschlägt.
Die Sache würde in keiner Weise verändert unter der Voraussetzung, daß im Fall c) statt II (Theil 1), Klasse I die 200 Geld zum Umsatz der existirenden Waaren vorschießt. Kauft I dann zuerst für 200 Waare von II, Theil 2, – es ist vorausgesetzt, daß dieser nur noch diesen Waarenrest zu verkaufen hat – so kehren die 200 £ nicht an I zurück, da II, Theil 2, nicht wieder als Käufer auftritt; aber II, Theil 1, hat dann für 200 £ Geld um zu kaufen, und ditto noch 200 Waaren umzusetzen, also im ganzen 400 einzutauschen von I. 200 £ Geld kehren dann zu I zurück von II, Theil 1. Legt I sie wieder aus um die 200 Waare zu kaufen von II, Theil 1, so kehren sie ihm zurück, sobald II, Theil 1, die zweite Hälfte der 400 Waare von I löst. Theil 1 (II) hat 200 £ Geld als bloßer Käufer von Elementen des fixen Kapitals ausgelegt; sie kehren ihm daher nicht zurück, sondern dienen dazu, die 200c Restwaaren von II, Theil 2, zu versilbern, während an I das für Waarenumsatz ausgelegte Geld, 200 £, zurückgeflossen, nicht via II, Theil 2, sondern via II, Theil 1. Für seine Waare von 400 ist ihm Waarenäquivalent zum Belauf von 400 zurückgekehrt; die für den Umsatz der 800 Waare von ihm vorgeschoßnen 200 £ Geld sind ihm ditto zurückgekehrt – und so ist alles in Ordnung.
Die Schwierigkeit, die sich ergab bei der Umsetzung: I. 1000v + 1000m , wurde reducirt auf die Schwierigkeit bei Umsetzung II. 2000c der Reste: I. . . . . . . . . . 400m II. (1) 200 Geld + 200c Waare + (2) 200c Waare, oder, um die Sache noch klarer zu machen: I. 200m + 200m. II. (1) 200 Geld + 200c Waare + (2) 200c Waare. |
|463| Da in II, Theil 1, 200c Waare sich umgesetzt gegen 200 Im (Waare), und da alles Geld, was bei diesem Umsatz von 400 Waaren zwischen I und II cirkulirt, zurückfließt zu dem, der es vorgeschossen hat, I oder II, so ist dies Geld, als Element des Umsatzes zwischen I und II, in der That kein Element des Problems, das uns hier beschäftigt. Oder anders dargestellt: unterstellen wir, daß in dem Umsatz zwischen 200 Im (Waare) und 200 IIc (Waare von II, Theil 1) das Geld als Zahlungsmittel fungirt, nicht als Kaufmittel und daher auch nicht als „Cirkulationsmittel“ im engsten Sinn, so ist klar, da die Waaren 200 Im und 200 IIc (Theil 1) von gleichem Werthbetrag, daß Produktionsmittel vom Werth von 200 sich austauschen gegen Konsumtionsmittel zum Werth von 200, daß Geld hier nur ideell fungirt, und kein Geld zur Zahlung von Bilanz von dieser oder jener Seite wirklich in Cirkulation zu werfen ist. Das Problem tritt also erst rein hervor, wenn wir die Waare 200 Im und ihr Aequivalent, die Waare 200 IIc (Theil 1) auf beiden Seiten I und II wegstreichen.
Nach Beseitigung dieser beiden Waarenbeträge von gleichem Werth (I und II), die sich wechselseitig saldiren, bleibt also der Rest des Umsatzes, worin das Problem rein hervortritt, nämlich:
I. 200m Waare.
II. (1) 200c Geld + (2) 200c Waare.
Hier ist klar: II, Theil 1, kauft mit 200 Geld die Bestandtheile seines fixen Kapitals 200 Im; damit ist das fixe Kapital von II, Theil 1, in natura erneuert und der Mehrwerth von I, im Werth von 200, ist aus Waarenform (Produktionsmitteln und zwar Elementen von fixem Kapital) in Geldform verwandelt. Mit diesem Geld kauft I Konsumtionsmittel von II, Theil 2, und das Resultat ist für II, daß für Theil 1 ein fixer Bestandtheil seines konstanten Kapitals in natura erneuert ist; und daß für Theil 2 ein andrer Bestandtheil (welcher Verschleiß von fixem Kapital ersetzt) in Geld niedergeschlagen; und dies dauert jährlich fort, bis auch dieser Bestandtheil in natura zu erneuern.
Die Vorbedingung ist hier offenbar, daß dieser fixe Bestandtheil des konstanten Kapitals II, der seinem ganzen Werth nach in Geld rückverwandelt und daher jedes Jahr in natura zu erneuern ist (Theil 1), gleich sei dem Jahresverschleiß des andern fixen Bestandtheils des konstanten Kapitals II, der noch in seiner alten Naturalform fortfungirt, und dessen | |464| Verschleiß, der Werthverlust, den es auf die Waaren überträgt, in deren Produktion er wirkt, zunächst in Geld zu ersetzen ist. Ein solches Gleichgewicht erschiene danach als Gesetz der Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter; was in andren Worten heißt, daß in der die Produktionsmittel producirenden Klasse I die proportionelle Theilung der Arbeit unverändert bleiben muß, soweit sie einerseits cirkulirende, und andrerseits fixe Bestandtheile des konstanten Kapitals der Abtheilung II liefert.
Bevor wir dies näher untersuchen, ist erst zu sehn wie die Sache sich stellt, wenn der Restbetrag von IIc (1) nicht gleich dem Rest von IIc (2); er kann größer sein oder kleiner. Setzen wir nach einander beide Fälle.
Erster Fall:
I. 200m.
II. (1) 220c (in Geld) + (2) 200c (in Waare).
Hier kauft IIc (1) mit 200 £ Geld die Waaren 200 Im, und I kauft mit demselben Geld die Waaren 200 IIc (2), also den Bestandtheil des fixen Kapitals, der in Geld niederzuschlagen ist; dieser ist damit versilbert. Aber 20 IIc (1) in Geld ist nicht rückverwandelbar in fixes Kapital in natura.
Diesem Uebelstand scheint abhelfbar, indem wir den Rest von Im statt auf 200 auf 220 setzen, sodaß von den 2000 I statt 1800 nur 1780 durch frühern Umsatz erledigt sind. In diesem Fall also:
I. 220m.
II. (1) 220c (in Geld) + (2) 200c (in Waare).
IIc, Theil 1, kauft mit 220 £ Geld die 220 Im und I kauft sodann mit 200 £ die 200 IIc (2) in Waare. Aber dann bleiben 20 £ in Geld auf Seite von I, ein Stück Mehrwerth, das es nur in Geld festhalten, nicht in Konsumtionsmitteln verausgaben kann. Die Schwierigkeit ist damit nur verlegt, von IIc (Theil 1) auf Im.
Nehmen wir nun andrerseits an, IIc, Theil 1, sei kleiner als IIc (Theil 2), also:
Zweiter Fall:
I. 200m (in Waare).
II. (1) 180c (in Geld) + (2) 200c (in Waare).
II (Theil 1) kauft für 180 £ Geld Waaren 180 Im; I kauft mit diesem Geld Waaren zum gleichen Werth von II (Theil 2), also ||465| 180 IIc (2); es bleiben 20 Im unverkaufbar auf einer Seite, und ebenso 20 IIc (2) auf der andern; Waaren zum Werth von 40 unverwandelbar in Geld.
Es würde uns nichts nutzen, den Rest I = 180 zu setzen; es würde dann zwar kein Ueberschuß in I bleiben, aber nach wie vor ein Ueberschuß von 20 in IIc (Theil 2) unverkaufbar, nicht in Geld verwandelbar.
Im ersten Fall, wo II (1) größer als II (2), bleibt auf Seite von IIc (1) ein Ueberschuß in Geld, nicht rückverwandelbar in fixes Kapital, oder wenn der Rest Im = IIc (1) gesetzt wird, derselbe Ueberschuß in Geld auf Seite von Im, nicht verwandelbar in Konsumtionsmittel.
Im zweiten Fall, wo IIc (1) kleiner als IIc (2), bleibt ein Deficit in Geld auf Seite von 200 Im und IIc (2), und gleicher Ueberschuß von Waare auf beiden Seiten, oder wenn der Rest Im = IIc (2) gesetzt wird, ein Deficit in Geld und Ueberschuß in Waare auf Seite von IIc (2).
Setzen wir die Reste Im stets gleich IIc (1) – da die Aufträge die Produktion bestimmen, und es an der Reproduktion nichts ändert, wenn dies Jahr mehr fixe Kapitalbestandtheile, nächstes mehr cirkulirende Kapitalbestandtheile des konstanten Kapitals II von I producirt werden – so wäre im ersten Fall Im rückverwandelbar in Konsumtionsmittel, nur wenn I damit einen Theil des Mehrwerths von II kaufte, dieser also, statt verzehrt zu werden, von I als Geld aufgehäuft würde; im zweiten Fall wäre nur abzuhelfen, wenn I selbst das Geld ausgäbe, also die von uns verworfne Hypothese.
Ist IIc (1) größer als IIc (2), so ist Einfuhr fremder Waare nöthig zur Realisirung des Geldüberschusses in Im. Ist IIc (1) kleiner als IIc (2), so umgekehrt Ausfuhr von Waare II (Konsumtionsmittel) zur Realisirung des Verschleißtheils IIc in Produktionsmitteln. In beiden Fällen ist also auswärtiger Handel nöthig.
Gesetztauch, es sei für Betrachtung der Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter anzunehmen, daß die Produktivität aller Industriezweige, also auch die proportionellen Werthverhältnisse ihrer Waarenprodukte konstant bleiben, so würden dennoch die beiden letzterwähnten Fälle, wo IIc (1) größer oder kleiner als IIc (2), immer Interesse bieten für die Produktion auf erweiterter Stufenleiter, wo sie unbedingt eintreten können. |
|466| 3) Resultate.
Mit Bezug auf den Ersatz des fixen Kapitals ist allgemein zu bemerken:
Wenn – alle andren Umstände, also nicht nur die Stufenleiter der Produktion, sondern namentlich auch die Produktivität der Arbeit als gleichbleibend vorausgesetzt – ein größrer Theil des fixen Elements von IIc abstirbt als das Jahr vorher, also auch ein größrer Theil in natura zu erneuern ist, so muß der Theil des fixen Kapitals, der erst auf dem Weg seines Absterbens, und bis zu seinem Todestermin einstweilen in Geld zu ersetzen ist, in derselben Proportion abnehmen, da nach der Voraussetzung die Summe (auch die Werthsumme) des in II fungirenden fixen Kapitaltheils dieselbe bleibt. Es führt dies aber folgende Umstände mit sich. Erstens: Besteht ein größrer Theil des Waarenkapitals I aus Elementen des fixen Kapitals von IIc, so ein um so viel geringrer Theil aus cirkulirenden Bestandtheilen von IIc, da die Gesammtproduktion von I für IIc unverändert bleibt. Wächst ein Theil derselben, so nimmt der andre ab und umgekehrt. Andrerseits bleibt aber auch die Gesammtproduktion der Klasse II von derselben Größe. Wie ist dies aber möglich bei Abnahme ihrer Rohstoffe, Halbfabrikate, Hülfsstoffe? (D. h. der cirkulirenden Elemente des konstanten Kapitals II.) Zweitens: Ein größrer Theil des unter Geldform wieder hergestellten fixen Kapitals IIc strömt zu I, um aus Geldform in Naturalform rückverwandelt zu werden. Es strömt also an I mehr Geld zu, außer dem zwischen I und II zum bloßen Waarenumsatz cirkulirenden Geld; mehr Geld, das nicht wechselseitigen Waarenumsatz vermittelt, sondern nur einseitig in Funktion von Kaufmittelauftritt. Zugleich aber hätte die Waarenmasse von IIc, die Träger des Werthersatzes von Verschleiß ist, proportionell abgenommen, also die Waarenmasse II, die nicht gegen Waare von I, sondern nur gegen Geld von I umgesetzt werden muß. Es wäre mehr Geld von II an I als bloßes Kaufmittel zugeströmt und es wäre weniger Waare von II da, welcher gegenüber I als bloßer Käufer zu fungiren hätte. Ein größrer Theil von Im – denn Iv ist bereits in Waare II umgesetzt – wäre also nicht in Waare II umsetzbar, sondern festhaftend in Geldform.
Der umgekehrte Fall, wo in einem Jahr die Reproduktion der Sterbefälle des fixen Kapitals II geringer, und dagegen der Verschleißtheil größer, braucht hiernach nicht weiter durchgegangen zu werden. |
|467| Und so wäre Krise da – Produktionskrise– trotz Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter.
Mit einem Wort: Wird bei einfacher Reproduktion und gleichbleibenden Umständen, also namentlich gleichbleibender Produktivkraft, Gesammtgröße und Intensität der Arbeit – nicht eine konstante Proportion vorausgesetzt zwischen absterbendem (zu erneuerndem) und in alter Naturalform fortwirkendem (bloß für Ersatz seines Verschleißes den Produkten Werth zusetzendem) fixem Kapital – so bliebe in einem Fall die Masse von zu reproducirenden cirkulirenden Bestandtheilen dieselbe, aber die Masse von zu reproducirenden fixen Bestandtheilen wäre gewachsen; es müßte also die Gesammtproduktion I wachsen oder es wäre, selbst abgesehn von den Geldverhältnissen, Deficit der Reproduktion da.
Im andern Fall: Nähme die proportionelle Größe des in natura zu reproducirenden fixen Kapitals II ab, also im selben Verhältniß der nur noch in Geld zu ersetzende Bestandtheil des fixen Kapitals II zu, so bliebe die Masse der von I reproducirten cirkulirenden Bestandtheile des konstanten Kapitals II unverändert, die des zu reproducirenden fixen dagegen hätte abgenommen. Also entweder Abnahme der Gesammtproduktion I oder aber Ueberschuß (wie vorher Deficit) und nicht zu versilbernder Ueberschuß.
Dieselbe Arbeit kann zwar im ersten Fall mit zunehmender Produktivität, Ausdehnung oder Intensität, größres Produkt liefern, und so wäre das Deficit im ersten Fall zu decken; solcher Wechsel würde aber nicht ohne Deplacirung von Arbeit und Kapital aus einem Produktionszweig von I in den andern stattgreifen und jede solche Deplacirung würde momentane Störungen hervorrufen. Zweitens aber würde (soweit Ausdehnung und Intensivirung der Arbeit zunehmen) I mehr Werth gegen weniger Werth von II auszutauschen haben, also eine Depreciation des Produkts von I stattfinden.
Umgekehrt im zweiten Fall, wo I seine Produktion kontrahiren muß, was Krise für die darin beschäftigten Arbeiter und Kapitalisten bedeutet, oder Ueberschuß liefert, was wieder Krise. An und für sich sind solche Ueberschüsse kein Uebel, sondern ein Vortheil; sind aber Uebel in der kapitalistischen Produktion.
Derauswärtige Handel könnte in beiden Fällen aushelfen, im ersten Fall, um die in Geldform festgehaltne Waare I in Konsumtionsmittel um||468|zusetzen, im zweiten Fall, um den Ueberschuß in Waare abzusetzen. Aber der auswärtige Handel, soweit er nicht bloß Elemente (auch dem Werth nach) ersetzt, verlegt nur die Widersprüche auf ausgedehntere Sphäre, eröffnet ihnen größren Spielkreis.
Ist die kapitalistische Form der Reproduktion einmal beseitigt, so kommt die Sache darauf hinaus, daß die Größe des absterbenden und daher in natura zu ersetzenden Theils des fixen Kapitals (hier des in der Erzeugung der Konsumtionsmittel fungirenden) in verschiednen successiven Jahren wechselt. Ist er in einem Jahr sehr groß (über die Durchschnittssterblichkeit, wie bei den Menschen) so im folgenden sicher um so geringer. Die zur jährlichen Produktion der Konsumtionsmittel nöthige Masse von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Hülfsstoffen – sonst gleichbleibende Umstände vorausgesetzt – nimmt deswegen nicht ab; die Gesammtproduktion der Produktionsmittel müßte also im einen Fall zunehmen, im andren abnehmen. Diesem kann nur abgeholfen werden durch fortwährende relative Ueberproduktion; einerseits ein gewisses Quantum fixes Kapital, das mehr producirt wird als direkt nöthig ist; andrerseits und namentlich Vorrath von Rohstoff etc., der über die unmittelbaren jährlichen Bedürfnisse hinausgeht (dies gilt ganz besonders von Lebensmitteln). Solche Art Ueberproduktion ist gleich mit Kontrole der Gesellschaft über die gegenständlichen Mittel ihrer eignen Reproduktion. Innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft aber ist sie ein anarchisches Element.
DiesBeispiel vom fixen Kapital – bei gleichbleibender Stufenleiter der Reproduktion – ist schlagend. Mißverhältniß in der Produktion von fixem und cirkulirendem Kapital ist einer der Lieblingsgründe der Oekonomen, um die Krisen zu erklären. Daß solches Mißverhältniß bei bloßer Erhaltung des fixen Kapitals entspringen kann und muß – ist ihnen etwas neues; daß sie entspringen kann und muß bei Voraussetzung einer idealen Normalproduktion, bei einfacher Reproduktion des bereits fungirenden gesellschaftlichen Kapitals.
XII. Die Reproduktion des Geldmaterials.
Es ist bisher ein Moment ganz außer Acht gelassen worden, nämlich die jährliche Reproduktion von Gold und Silber. Als bloßes Material zu Luxusartikeln, Vergoldung etc., wären sie hier ebensowenig speciell zu erwähnen, wie irgend welche andren Produkte. Dagegen spielen sie wich||469|tige Rolle als Geldmaterial und daher potentialiter Geld. Als Geldmaterial nehmen wir hier der Vereinfachung wegen nur Gold.
Die gesammte jährliche Goldproduktion betrug nach ältren Angaben 8–900 000 lb = rund 1100 oder 1250 Millionen Mark.Nach Soetbeer53)dagegen nur 170 675 Kilogramm im Werth von rund 476 Millionen Mark im Durchschnitt der Jahre 1871–75. Davon lieferten: Australien rund 167, Vereinigte Staaten 166, Rußland 93 Millionen Mark. Der Rest vertheilt sich auf verschiedne Länder in Beträgen von weniger als je 10 Millionen Mark. Die jährliche Silberproduktion, während derselben Periode, betrug etwas unter 2 Millionen Kilogramm im Werth von 354 Millionen Mark; davon lieferte in runder Zahl Mexiko 108, die Vereinigten Staaten 102, Südamerika 67, Deutschland 26 Millionen u. s. w.
Von Ländern vorherrschender kapitalistischer Produktion sind nur die Vereinigten Staaten Gold- und Silberproducenten; die europäischen kapitalistischen Länder erhalten fast all ihr Gold und bei weitem den größten Theil ihres Silbers von Australien, Vereinigten Staaten, Mexiko, Südamerikaund Rußland.
Wir verlegen aber die Goldminen in das Land der kapitalistischen Produktion, dessen jährliche Reproduktion wir hier analysiren, und zwar aus folgendem Grund:
Kapitalistische Produktion existirt überhaupt nicht ohne auswärtigen Handel. Wird aber normale jährliche Reproduktion auf einer gegebnen Stufenleiter unterstellt, so ist damit auch unterstellt, daß der auswärtige Handel nur durch Artikel von andrer Gebrauchs- oder Naturalform einheimische Artikel ersetzt, ohne die Werthverhältnisse zu afficiren, also auch nicht die Werthverhältnisse, worin die zwei Kategorien: Produktionsmittel und Konsumtionsmittel, sich gegen einander umsetzen, und ebensowenig die Verhältnisse von konstantem Kapital, variablem Kapital und Mehrwerth, worin der Werth des Produkts jeder dieser Kategorien zerfällbar. Die Hereinziehung des auswärtigen Handels bei Analyse des jährlich reproducirten Produktenwerths kann also nur verwirren, ohne irgend ein neues Moment, sei es des Problems, sei es seiner Lösung zu liefern. Es ist also ganz davon zu abstrahiren; also ist hier auch das Gold als ||470| direktes Element der jährlichen Reproduktion, nicht als von außen durch Austausch eingeführtes Waarenelement zu behandeln.
Die Produktion von Gold gehört, wie die Metallproduktion überhaupt, zur Klasse I, der Kategorie, die die Produktion von Produktionsmitteln umfaßt. Wir wollen annehmen, das jährliche Goldprodukt sei = 30 (der Bequemlichkeit wegen, thatsächlich viel zu hoch gefaßt gegen die Zahlen unsres Schema); es sei dieser Werth zerfällbar in 20c + 5v + 5m; 20c ist auszutauschen gegen andre Elemente von Ic und dies ist später zu betrachten; aber die 5v + 5m (I) sind umzusetzen gegen Elemente von IIc, d. h. Konsumtionsmittel.
Was die 5v betrifft, so beginnt zunächst jedes Gold producirende Geschäft damit, die Arbeitskraft zu kaufen; nicht mit selbst producirtem Gold, sondern mit einem Quotum des im Lande vorräthigen Gelds. Die Arbeiter beziehn für diese 5v Konsumtionsmittel aus II heraus, und dies kauft mit diesem Geld Produktionsmittel von I. Sage, II kaufe von I für 2 Gold als Waarenmaterial etc. (Bestandtheil seines konstanten Kapitals), so fließen 2v zurück zu den Goldproducenten I in Geld, das der Cirkulation schon früher angehörte. Wenn II weiter nichts an Material von I kauft, so kauft I von II, indem es sein Gold als Geld in die Cirkulation wirft, da Gold jede Waare kaufen kann. Der Unterschied ist nur, daß I hier nicht als Verkäufer, sondern nur als Käufer auftritt. Die Goldgräber von I können ihre Waare stets absetzen, sie befindet sich stets in unmittelbar austauschbarer Form.
Nehmen wir an, ein Garnspinner habe 5v an seine Arbeiter bezahlt, diese liefern ihm – abgesehn vom Mehrwerth – dafür ein Gespinnst in Produkt = 5; die Arbeiter kaufen für 5 von IIc, dies kauft für 5 in Geld Garn von I, und so fließt 5v zurück in Geld an den Garnspinner. In dem supponirten Fall dagegen schießt Ig (wie wir die Goldproducenten bezeichnen wollen) 5v an seine Arbeiter in Geld vor, das schon früher der Cirkulation angehörte; diese geben das Geld aus in Lebensmitteln; es kehren aber von den 5 nur 2 aus II zu Ig zurück. Aber Ig kann ganz so gut wie der Garnspinner den Reproduktionsproceß von neuem beginnen; denn seine Arbeiter haben ihm in Gold 5 geliefert, wovon es 2 verkauft hat, 3 in Gold besitzt, also nur zu münzen54) oder ||471| in Banknoten zu verwandeln hat, damit direkt, ohne weitre Vermittlung von II, sein ganzes variables Kapital wieder in Geldform in seiner Hand sei.
Schon bei diesem ersten Proceß der jährlichen Reproduktion ist aber eine Veränderung in der Masse der wirklich oder virtuell der Cirkulation angehörigen Geldmasse vorgegangen. Wir haben angenommen, IIc habe 2v (Ig) als Material gekauft, 3 sei von Ig innerhalb II wieder ausgelegt als Geldform des variablen Kapitals. Es sind also aus der mittelst der neuen Goldproduktion gelieferten Geldmasse 3 innerhalb II geblieben und nicht zurückgeströmt zu I. Nach der Voraussetzung hat II seinen Bedarf in Goldmaterial befriedigt. Die 3 bleiben als Goldschatz in seinen Händen. Da sie keine Elemente seines konstanten Kapitals bilden können, und da ferner II schon vorher hinreichendes Geldkapital zum Ankauf der Arbeitskraft hatte; da ferner, mit Ausnahme des Verschleißelements, dies zuschüssige 3g keine Funktion zu verrichten hat innerhalb IIc, gegen einen Theil wovon es ausgetauscht (es könnte nur dazu dienen das Verschleißelementpro tanto zu decken, wenn IIc (1) kleiner als IIc (2) was zufällig); andrerseits aber, eben mit Ausnahme des Verschleißelements, das ganze Waarenprodukt IIc gegen Produktionsmittel I(v + m)umzusetzen ist – so muß dies Geld ganz aus IIc übertragen werden in IIm, ob dies nun in nothwendigen Lebensmitteln oder in Luxusmitteln existire, und dagegen entsprechender Waarenwerth übertragen werden aus IIm in IIc. Resultat: Ein Theil des Mehrwerths wird als Geldschatz aufgespeichert.
Beim zweiten Reproduktionsjahr, wenn dieselbe Proportion des jährlich producirten Golds fortfährt als Material vernutzt zu werden, wird wieder 2 an Ig zurückfließen und 3 in natura ersetzt, d. h. wieder in II als Schatz freigesetzt sein u. s. w.
Mit Bezug auf das variable Kapital überhaupt: Der Kapitalist Ig hat wie jeder andre dies Kapital beständig in Geld zum Ankauf der Arbeit vorzuschießen. Mit Bezug auf dies v hat nicht er, sondern seine Arbeiter zu kaufen von II; es kann also nie der Fall eintreten, daß er ||472| als Käufer auftritt, also Gold ohne die Initiative des II in selbes wirft. Soweit aber II von ihm Material kauft, sein konstantes Kapital IIc in Goldmaterial umsetzen muß, fließt ihm Theil von (Ig)v von II zurück auf dieselbe Weise wie den andren Kapitalisten von I; und soweitdies nicht der Fall, ersetzt er sein v in Gold direkt aus seinem Produkt. In dem Verhältniß aber, worin ihm das als Geld vorgeschoßne v nicht von II zurückfließt, wird in II ein Theil der schon vorhandnen Cirkulation (von I ihm zugefloßnes und nicht an I retournirtes Geld) in Schatz verwandelt und dafür ein Theil seines Mehrwerths nicht in Konsumtionsmitteln verausgabt. Da beständig neue Goldminen in Angriff genommen oder alte wieder eröffnet werden, so bildet eine bestimmte Proportion des von Ig in v auszulegenden Geldes stets Theil der vor der neuen Goldproduktion vorhandnen Geldmasse, die von Ig vermittelst ihrer Arbeiter in II hineingeworfen wird, und, soweit sie nicht aus II zu Ig zurückgekehrt, bildet sie dort Element der Schatzbildung .
Wasaber (Ig)m angeht, so kann Ig hier stets als Käufer auftreten; es wirft sein m als Gold in die Cirkulation und zieht dafür Konsumtionsmittel IIc heraus; hierwird das Gold zum Theil als Material vernutzt, fungirt daher als wirkliches Element des konstanten Bestandtheils c des produktiven Kapitals II; und soweitdies nicht der Fall, wird es wieder Element der Schatzbildung als in Geld verharrender Theil von IIm.Es zeigt sich – auch abgesehn von dem später zu betrachtenden Ic55) – wie selbst bei einfacher Reproduktion, wenn hier auch Akkumulation im eigentlichen Sinn des Worts, d. h. Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter, ausgeschlossen, dagegen Geldaufspeicherung oder Schatzbildung nothwendig eingeschlossen ist. Und da sich dies jährlich neu wiederholt, so erklärt sich damit die Voraussetzung, von welcher bei Betrachtung der kapitalistischen Produktion ausgegangen wird: daß sich bei Beginn der Reproduktion eine dem Waarenumsatz entsprechende Masse von Geldmittelnin den Händen der Kapitalistenklassen I und II befindet. Solche Aufspeicherung findet statt selbst nach Abzug des durch Verschleiß des cirkulirenden Geldes verloren gehenden Goldes .
Es versteht sich von selbst, daß je fortgeschrittner das Lebensalter der | |473| kapitalistischen Produktion, um so größer die allerseits aufgehäufte Geldmasse, um so kleiner also die Proportion, die die jährliche neue Goldproduktion dieser Masse zufügt, obgleich dieser Zuschuß seiner absoluten Quantität nach bedeutend sein kann.Im allgemeinen wollen wir nur noch einmal zurückkommen auf den gegen Tooke gemachten Einwurf: wie ist es möglich, daß jeder Kapitalist in Geld einen Mehrwerth aus dem jährlichen Produkt herauszieht, d. h. mehr Geld herauszieht aus der Cirkulation als er hineinwirft, da in letzter Instanz die Kapitalistenklasse selbst als die Quelle betrachtet werden muß, die überhaupt das Geld in die Cirkulation wirft?
Wir bemerken hierauf, unter Zusammenfassung des schon früher (Kap. XVII) Entwickelten:
1) die einzige hier erforderliche Voraussetzung: daß überhaupt Geld genug vorhanden sei, um die verschiednen Elemente der jährlichen Reproduktionsmasse umzusetzen, – wird in keiner Weise dadurch berührt, daß ein Theil des Waarenwerths aus Mehrwerth besteht. Gesetzt, die ganze Produktion gehöre den Arbeitern selbst, ihre Mehrarbeit sei also nur Mehrarbeit für sie selbst, nicht für die Kapitalisten, so wäre die Masse des cirkulirenden Waarenwerths dieselbe, und erheischte bei sonst gleichbleibenden Umständen dieselbe Geldmasse zu ihrer Cirkulation. Es fragt sich also in beiden Fällen nur: Wo kommt das Geld her, um diesen Gesammtwaarenwerth umzusetzen? – Und in keiner Weise: Wo kommt das Geld zur Versilberung des Mehrwerths her?
Allerdings, um noch einmal darauf zurückzukommen, besteht jede einzelne Waare aus c + v + m, und es ist also zur Cirkulation der gesammten Waarenmasse einerseits eine bestimmte Geldsumme nöthig zur Cirkulation des Kapitals c + v, und andrerseits eine andre Geldsumme zur Cirkulation der Revenue der Kapitalisten, des Mehrwerths m. Wie für die einzelnen Kapitalisten so für die ganze Klasse ist das Geld, worin sie Kapital vorschießt, verschieden von dem Geld, worin sie Revenue verausgabt. Woher kommt dies letztre Geld? Einfach daher, daß von der in der Hand der Kapitalistenklasse befindlichen Geldmasse, also im Ganzen und Großen von der innerhalb der Gesellschaft befindlichen gesammten Geldmasse ein Theil die Revenue der Kapitalisten cirkulirt. Mansah schon oben, wie jeder ein neues Geschäft einrichtende Kapitalist das Geld, das er zu seiner Erhaltung in Konsumtionsmitteln verausgabt, | |474| wieder zurückfischt als zur Versilberung seines Mehrwerths dienendes Geld, sobald das Geschäft einmal im Gang. Aber allgemein gesprochen kommt die ganze Schwierigkeit aus zwei Quellen her:
Erstens: Betrachten wir bloß die Cirkulation und den Umschlag des Kapitals, also auch den Kapitalisten nur als Personifikation des Kapitals – nicht als kapitalistischen Konsumenten und Lebemann – so sehn wir ihn zwar beständig Mehrwerth in die Cirkulation werfen als Bestandtheil seines Waarenkapitals, aber wir sehn nie das Geld als Form der Revenue in seiner Hand; wir sehn ihn nie Geld zum Verzehr des Mehrwerths in die Cirkulation werfen.
Zweitens: Wirft die Kapitalistenklasse eine gewisse Geldsumme in Gestalt von Revenue in Cirkulation, so scheint es als zahle sie ein Aequivalent für diesen Theil des jährlichen Gesammtprodukts und höre dieser somit auf, Mehrwerth darzustellen. Das Mehrprodukt aber, worin sich der Mehrwerth darstellt, kostet der Kapitalistenklasse nichts. Als Klasse besitzt und genießt sie es umsonst, und daran kann die Geldcirkulation nichts ändern. Die Veränderung, die diese vermittelt, besteht einfach darin, daß jeder Kapitalist, statt sein Mehrprodukt in natura zu verzehren, was meist gar nicht angeht, Waaren aller Art bis zum Belauf des von ihm angeeigneten Mehrwerths aus dem Gesammtstock des jährlichen gesellschaftlichen Mehrprodukts herauszieht und sich aneignet. Aber der Mechanismus der Cirkulation hat gezeigt, daß wenn die Kapitalistenklasse Geld zur Verausgabung von Revenue in die Cirkulation hineinwirft, sie selbiges Geld auch wieder der Cirkulation entzieht, und also denselben Proceß stets von neuem beginnen kann; daß sie also, als Kapitalistenklasse betrachtet, nach wie vor im Besitz dieser zur Versilberung des Mehrwerths nöthigen Geldsumme bleibt. Wenn also nicht nur der Mehrwerth, in Form von Waaren, vom Kapitalisten für seinen Konsumtionsfonds dem Waarenmarkt entzogen wird, sondern zugleich das Geld, womit er diese Waaren kauft, an ihn zurückfließt, so hat er offenbar die Waaren ohne Aequivalent der Cirkulation entzogen. Sie kosten ihm nichts, obgleich er sie mit Geld zahlt. Wenn ich mit einem Pfund Sterling Waaren kaufe, und mir der Verkäufer der Waare das Pfund zurückgibt für Mehrprodukt, das mich nichts gekostet hat, habe ich offenbar die Waaren umsonst erhalten. Die beständige Wiederholung dieser Operation ändert nichts daran, daß ich beständig Waaren entziehe und beständig im Besitz des ||475| Pfundes bleibe, obgleich ich mich desselben zum Bezug der Waaren vorübergehend entäußere. Der Kapitalist erhält beständig dies Geld zurück als Versilberung von Mehrwerth, der ihm nichts gekostet hat .
Wir sahn, daß bei A. Smith der gesammte gesellschaftliche Produktenwerth sich auflöst in Revenue, in v + m, daß also der konstante Kapitalwerth gleich Null gesetzt wird. Es folgt daher nothwendig, daß das zur Cirkulation der jährlichen Revenue erforderliche Geld auch hinreichend ist zur Cirkulation des gesammten jährlichen Produkts; daß also, in unserm Fall, das zur Cirkulation der Konsumtionsmittel zum Werth von 3000 nöthige Geld hinreicht zur Cirkulation des gesammten Jahresprodukts zum Werth von 9000. Dies ist in der That A. Smith's Ansicht, und sie wird von Th. Tooke wiederholt. Diese falsche Vorstellung vom Verhältniß der zur Versilbrung der Revenue erforderlichen Geldmasse zur Geldmasse, welche das gesammte gesellschaftliche Produkt cirkulirt, ist ein nothwendiges Resultat der nicht begriffnen, gedankenlos vorgestellten Art und Weise, wie die verschiednen stofflichen und Werthelemente des jährlichen Gesammtprodukts sich reproduciren und jährlich ersetzt werden. Sie ist daher bereits widerlegt.
Hören wir Smith und Tooke selbst.
Smith sagt, Book II, ch. 2: „Die Cirkulation jedes Landes kann in zwei Theile geschieden werden: die Cirkulation der Händler untereinander und die Cirkulation zwischen Händlern und Konsumenten. Wenn auch dieselben Geldstücke, Papier oder Metall, bald in der einen, bald in der andern Cirkulation verwandt werden mögen, so gehn doch beide fortwährend gleichzeitig neben einander vor, und jede von beiden bedarf daher einer bestimmten Geldmasse dieser oder jener Art, um in Gang zu bleiben. Der Werth der zwischen den verschiednen Händlern cirkulirten Waaren kann nie den Werth der zwischen den Händlern und den Konsumenten cirkulirten Waaren übersteigen; denn was die Händler auch immer kaufen, muß doch schließlich an die Konsumenten verkauft werden. Da die Cirkulation zwischen den Händlern en gros geschieht, erfordert sie im Allgemeinen eine ziemlich große Summe für jeden einzelnen Umsatz. Die Cirkulation zwischen Händlern und Konsumenten dagegen geschieht meist en détail, und erfordert oft nur sehr kleine Geldbeträge; ein Schilling oder selbst ein halber Penny genügt manchmal. Aber kleine Summen cirkuliren weit rascher als große … Obgleich die jährlichen Käufe ||476| aller Konsumenten daher denen aller Händler an Werth mindestens“; ❲dies „mindestens“ ist gut!❳ „gleich sind, so können sie doch in der Regel mit einer weit geringern Geldmasse erledigt werden“ u. s. w.
Zu dieser Stelle Adam's bemerkt Th. Tooke (An Inquiry into the Currency Principle. London 1844. p. 34–36 passim): „Es kann kein Zweifel bestehn, daß dieser hier gemachte Unterschied der Sache nach richtig ist … Der Austausch zwischen Händlern und Konsumenten schließt auch die Zahlung des Arbeitslohns ein, der die Haupteinnahme (the principal means) der Konsumenten ausmacht. … Alle Umsätze von Händler zu Händler, d. h. alle Verkäufe vom Producenten oder Importeur an, durch alle Abstufungen von Zwischenprocessen der Manufaktur u. s. w. bis herab zum Detailhändler oder Exportkaufmann, sind auflösbar in Bewegungen von Kapitalübertragung. Kapitalübertragungen setzen aber nicht nothwendig voraus, und führen in der That auch nicht wirklich mit sich, in der großen Masse der Umsätze, eine wirkliche Abtretung von Banknoten oder Münze – ich meine eine materielle, nicht fingirte Abtretung – zur Zeit der Uebertragung … Der Gesammtbetrag der Umsätze zwischen Händlern und Händlern muß in letzter Instanz bestimmt und begrenzt sein durch den Betrag der Umsätze zwischen Händlern und Konsumenten.“
Stände der letzte Satz vereinzelt, so könnte man glauben, Tookekonstatire bloß, daß ein Verhältniß stattfinde zwischen den Umsätzen von Händler zu Händler, und denen von Händler zu Konsument, in andern Worten, zwischen dem Werth der jährlichen Gesammtrevenue und dem Werth des Kapitals womit sie producirt wird. Dies ist jedoch nicht der Fall. Er bekennt sich ausdrücklich zur Auffassung A. Smith's . Eine besondre Kritik seiner Cirkulationstheorie ist daher überflüssig.
2) Jedesindustrielle Kapital wirft bei seinem Beginn auf einmal Geld in Cirkulation für seinen ganzen fixen Bestandtheil, den es nur allmälig in einer Reihe von Jahren durch Verkauf seines jährlichen Produkts wieder herauszieht. Es wirft also zunächst mehr Geld in die Cirkulation hinein, als es ihr entzieht. Dies wiederholt sich jedesmal bei Erneuerung des Gesammtkapitals in natura; es wiederholt sich jedes Jahr für eine bestimmte Anzahl Geschäfte, deren fixes Kapital in natura zu erneuern; es wiederholt sich stückweis bei jeder Reparatur, bei jeder nur bruchweisen Erneuerung des fixen Kapitals. Wird also von der einen ||477| Seite der Cirkulation mehr Geld entzogen als hineingeworfen, so von der andern Seite umgekehrt.
Inallen Industriezweigen, deren Produktionsperiode (als verschieden von der Arbeitsperiode) längre Zeit umfaßt, wird während derselben von den kapitalistischen Producenten beständig Geld in die Cirkulation geworfen, theils in Zahlung der angewandten Arbeitskraft, theils in Ankauf der zu verbrauchenden Produktionsmittel; es werden so Produktionsmittel direkt, Konsumtionsmittel theils indirekt, durch die ihren Arbeitslohn verausgabenden Arbeiter, theils direkt durch die ihren Verzehr keineswegs suspendirenden Kapitalisten selbst, dem Waarenmarkt entzogen, ohne daß diese Kapitalisten zunächst gleichzeitig ein Aequivalent in Waaren in den Markt würfen. Während dieser Periode dient das von ihnen in Cirkulation geworfne Geld zur Versilbrung von Waarenwerth, incl. des darin enthaltnen Mehrwerths. Sehr bedeutend wird dies Moment in entwickelter kapitalistischer Produktion bei langathmigen Unternehmungen, ausgeführt von Aktiengesellschaften etc., wie Anlage von Eisenbahnen, Kanälen, Docks, großen städtischen Bauten, Eisenschiffsbau , Drainirung von Land auf großem Umfang, etc.
3) Während die andern Kapitalisten, abgesehn von der Auslage in fixem Kapital, mehr Geld aus der Cirkulation herausziehn als sie beim Kauf der Arbeitskraft und der cirkulirenden Elemente hineingeworfen, wird von den Gold und Silber producirenden Kapitalisten, abgesehn von dem Edelmetall, das als Rohstoff dient, nur Geld in die Cirkulation geworfen, während ihr nur Waaren entzogen werden. Das konstante Kapital, mit Ausnahme des Verschleißtheils, der größre Theil des variablen, und derganze Mehrwerth, mit Ausnahme des etwa in ihren eignen Händen sich aufhäufenden Schatzes, wird als Geld in die Cirkulation geworfen.
4) Einerseits cirkuliren zwar allerlei Dinge als Waaren, die nicht innerhalb des Jahres producirt worden, Grundstücke, Häuser etc., ferner Produkte, deren Produktionsperiode sich über mehr als ein Jahr erstreckt, Vieh, Holz, Wein u. s. w.Für diese und andre Phänomene ist es wichtig festzuhalten, daß außer der für die unmittelbare Cirkulation erheischten Geldsumme, sich stets ein gewisses Quantum in latentem, nicht fungirendem Zustand vorfindet, das bei gegebnem Anstoß in Funktion treten kann. Auch cirkulirt der Werth solcher Produkte oft stückweis und allmälig, wie der Werth von Häusern in der Miethe einer Reihe von Jahren . |
|478| Andrerseits werden nicht alle Bewegungen des Reproduktionsprocesses durch Geldcirkulation vermittelt. Der gesammte Produktionsproceß, sobald seine Elemente einmal angeschafft, ist davon ausgeschlossen. Ferner alles Produkt, das der Producent direkt selbst wieder konsumirt – sei es individuell, sei es produktiv, wozu auch Naturalverpflegung ländlicher Arbeiter gehört .
Die Geldmasse also, welche das jährliche Produkt cirkulirt, ist in der Gesellschaft vorhanden, nach und nach akkumulirt worden. Sie gehört nicht zum Werthprodukt dieses Jahrs, mit Ausnahme etwa des Ersatzgolds für verschlißne Münzen .
Es ist bei dieser Darstellung vorausgesetzt exclusive Cirkulation von Edelmetallgeld, und bei dieser wieder die einfachste Form baarer Käufe und Verkäufe; obwohl auf Basis bloßer Metallcirkulation das Geld auch als Zahlungsmittel fungiren kann und historisch wirklich so fungirt hat, und auf dieser Basis ein Kreditwesen und bestimmte Seiten seines Mechanismus sich entwickelt haben.
Diese Voraussetzung wird gemacht nicht bloß aus methodischen Rücksichten, deren Gewicht sich schon darin zeigt, daß sowohl Tooke und seine Schule wie ihre Gegner in ihren Kontroversen beständig gezwungen waren bei Erörterung der Banknotencirkulation wieder rückzugreifen zur Hypothese rein metallischer Cirkulation. Sie waren gezwungen, dies post festum zu thun, thaten es aber dann sehr oberflächlich, und zwar nothwendig, weil der Ausgangspunkt so nur die Rolle eines Incidenzpunkts in der Analyse spielt.
Aber die einfachste Betrachtung der in ihrer naturwüchsigen Form dargestellten Geldcirkulation – und diese ist hier immanentes Moment des jährlichen Reproduktionsprocesses – zeigt:
a) Entwickelte kapitalistische Produktion vorausgesetzt, also Herrschaft des Lohnarbeitssystems, spielt offenbar das Geldkapital eine Hauptrolle, soweit es die Form ist, in der das variable Kapital vorgeschossen wird. ImMaß, wie sich das Lohnarbeitssystem entwickelt, verwandelt sich alles Produkt in Waare, muß daher auch – mit einigen wichtigen Ausnahmen – allzusammt die Verwandlung in Geld als eine Phase seiner Bewegung durchlaufen.DieMasse des cirkulirenden Geldes muß zu dieser Versilberung der Waaren hinreichen, und der größte Theil dieser Masse wird geliefert in Form des Arbeitslohns, des ||479| Geldes, das als Geldform des variablen Kapitals in Zahlung der Arbeitskraft vom industriellen Kapitalisten vorgeschossen, in den Händen der Arbeiter – seiner großen Masse nach – nur als Cirkulationsmittel (Kaufmittel) fungirt. Es ist dies ganz im Gegensatz zur Naturalwirthschaft, wie sie vorwiegt auf Basis jedes Hörigkeitssystems (Leibeigenschaft eingeschlossen) und noch mehr auf der mehr oder weniger primitiver Gemeinwesen, ob diese nun mit Hörigkeits- oder Sklavereiverhältnissen versetzt seien oder nicht.
Im Sklavensystem spielt das Geldkapital, das im Ankauf der Arbeitskraft ausgelegt wird, die Rolle von Geldform des fixen Kapitals, das nur allmälig ersetzt wird, nach Ablauf der aktiven Lebensperiode des Sklaven. Beiden Athenern wird daher der Gewinn, den ein Sklavenbesitzer direkt durch industrielle Verwendung seines Sklaven, oder indirekt durch Vermiethung desselben an andre industrielle Verwender (z. B. für Bergwerksarbeit) zieht, auch nur betrachtet als Zins (nebst Amortisation) des vorgeschoßnen Geldkapitals, ganz wie in der kapitalistischen Produktion der industrielle Kapitalist ein Stück des Mehrwerths, plus dem Verschleiß des fixen Kapitals, als Zins und Ersatz seines fixen Kapitals in Rechnung setzt; wie dies auch Regel ist bei den, fixes Kapital (Häuser, Maschinen etc.) vermiethenden Kapitalisten. Bloße Haussklaven, sei es, daß sie zur Leistung nothwendiger Dienste oder bloß zur Luxusparade dienen, kommen hier nicht in Betracht, sie entsprechen unsrer dienenden Klasse. Aberauch das Sklavensystem– sofern es in Agrikultur, Manufaktur, Schiffsbetriebetc., die herrschende Form der produktiven Arbeit ist, wie in den entwickelten Staaten Griechenlands und in Rom – behält ein Element der Naturalwirthschaft bei. Der Sklavenmarkt selbst erhält beständig Zufuhr seiner Arbeitskraft-Waare durch Krieg, Seeraub etc., und dieser Raub ist seinerseits nicht durch einen Cirkulationsproceß vermittelt, sondern Naturalaneignung fremder Arbeitskraft durch direkten physischenZwang. Selbstin den Vereinigten Staaten, nachdem das Zwischengebiet zwischen den Lohnarbeits-Staaten des Nordens und den Sklaven-Staaten des Südens sich in ein Sklavenzuchtgebietfür den Süden verwandelt, wo also der auf den Sklavenmarkt geworfne Sklave selbst ein Element der jährlichen Reproduktion geworden, genügte das für längre Zeit nicht, sondern wurde noch möglichst lange afrikanischer Sklavenhandel zur Füllung des Markts fortgetrieben. |
|480| b) Die auf Basis der kapitalistischen Produktion sich naturwüchsig vollziehenden Ab- und Rückströmungen des Geldes bei Umsatz des jährlichen Produkts; die einmaligen Vorschüssevon fixen Kapitalen, ihrem ganzen Werthumfang nach, und das successive, über jahrelange Perioden sich verbreitende Herausziehn ihres Werths aus der Cirkulation, also ihre allmälige Rekonstitution in Geldform durch jährliche Schatzbildung, eineSchatzbildung, ihrem Wesen nach total verschieden von der ihr parallel gehenden, auf jährlich neuer Goldproduktion beruhenden Schatzbildung ; die verschiedne Längeder Zeit , worin je nach der Länge der Produktionsperioden der Waaren Geld vorgeschossen, also auch vorher schon stets von neuem aufgeschatzt werden muß, bevor es durch Verkauf der Waare aus der Cirkulation zurückgezogen werden kann; die verschiedne Länge der Vorschußzeit, die schon allein aus der verschiednen Entfernung des Produktionsorts vom Absatzmarkt entsteht; ebenso die Verschiedenheit in Größe und Periode des Rückflusses je nach dem Stand, resp. der relativen Größe der Produktionsvorräthe in verschiednen Geschäften und bei den verschiednen einzelnen Kapitalisten desselben Geschäftszweigs, also die Termine der Einkäufe von Elementen des konstanten Kapitals – alles das während des Reproduktionsjahrs: alle diese verschiednen Momente der naturwüchsigen Bewegung brauchen sich bloß durch Erfahrung bemerklich und auffallend gemacht zu haben, um planmäßig sowohl zu den mechanischen Hülfsmitteln des Kreditsystemsden Anlaß zu geben, wie auch zu der wirklichen Auffischung der vorhandnen verleihbaren Kapitale.
Es kommt hierzu noch der Unterschied der Geschäfte, deren Produktion unter sonst normalen Verhältnissen kontinuirlich auf derselben Stufenleiter vor sich geht, und solcher, die in verschiednen Perioden des Jahrs Arbeitskraft in verschiednem Umfang anwenden, wie die Landwirthschaft.
XIII. Destutt de Tracy'sReproduktionstheorie.56)
AlsBeispiel der konfusen und zugleich renommistischen Gedankenlosigkeit politischer Oekonomen, bei Betrachtung der gesellschaftlichen Re||481|produktion, diene der große Logiker Destutt de Tracy (vergl. Buch I, p. 146, Note 30), den selbst Ricardo ernsthaft nahm und a very distinguished writer nennt. (Principles, p. 333.)
Dieser distinguirte Schriftsteller gibt folgende Aufschlüsse über den gesammten gesellschaftlichen Reproduktions- und Cirkulationsproceß:
„Man wird mich fragen, wie diese Industrieunternehmer so große Profite machen und von wem sie sie ziehn können. Ich antworte, daß sie dies thun, indem sie alles was sie produciren, theurer verkaufen als es ihnen zu produciren gekostet; und daß sie es verkaufen
1) an einander für den ganzen Theil ihrer Konsumtion, bestimmt zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse, welche sie bezahlen mit einem Theil ihrer Profite;
2) an die Lohnarbeiter, sowohl an die, welche sie besolden, wie die, welche die müßigen Kapitalisten besolden; von welchen Lohnarbeitern sie auf diesem Wege ihren ganzen Lohn zurückerhalten, ausgenommen etwa deren kleine Ersparnisse;
3) an die müßigen Kapitalisten, welche sie bezahlen mit dem Theil ihrer Revenue, den sie nicht schon abgegeben haben an die von ihnen direkt beschäftigten Lohnarbeiter; sodaß die ganze Rente, welche sie ihnen jährlich zahlen, ihnen auf dem einen oder andern dieser Wege wieder zurückfließt.“ (Destutt de Tracy, Traité de la volonté et de ses effets. Paris 1821. p. 239.)
Also die Kapitalisten bereichern sich erstens, indem sie im Umsatz des Theils des Mehrwerths, den sie ihrer Privatkonsumtion widmen oder als Revenue verzehren, sich alle wechselseitig übervortheilen. Also, wenn dieser Theil ihres Mehrwerths, resp. ihrer Profite, = 400 £ ist, so werden aus diesen 400 £ etwa 500 £ dadurch, daß jeder Betheiligte der 400 £ dem andern seinen Theil um 25% zu theuer verkauft. Da alle dasselbe thun, so ist das Resultat dasselbe, als hätten sie sich wechselseitig zum richtigen Werth verkauft. Nur brauchen sie zur Cirkulation eines Waarenwerths von 400 £ eine Geldmasse von 500 £, und dies scheint eher eine Methode sich zu verarmen als sich zu bereichern, indem sie einen großen Theil ihres Gesammtvermögens in der nutzlosen Form von Cirkulationsmitteln unproduktiv aufbewahren müssen. Das Ganze kommt darauf hinaus, daß die Kapitalistenklasse trotz der allseitigen nominellen Preiserhöhung ihrer Waaren nur einen Waarenstock von 400 £ ||482| Werth unter sich zu ihrer Privatkonsumtion zu vertheilen haben, daß sie aber sich das wechselseitige Vergnügen machen, 400 £ Waarenwerth zu cirkuliren mit einer Geldmasse, die für 500 £ Waarenwerth erheischt ist.
Ganz abgesehn davon, daß hier „ein Theil ihrer Profite“ und also überhaupt ein Waarenvorrath, worin Profit sich darstellt, unterstellt ist. Destutt will uns aber gerade erklären, wo dieser Profit herkommt. Die Geldmasse, die nöthig ist um ihn zu cirkuliren, ist eine ganz untergeordnete Frage. Die Waarenmasse, worin der Profit sich darstellt, scheint davon herzustammen, daß die Kapitalisten diese Waarenmasse nicht nur einander verkaufen, was bereits sehr schön und tief ist, sondern sich alle einander zu theuer verkaufen. Wir kennen jetzt also eine Quelle der Bereicherungder Kapitalisten. Sie kommt hinaus auf das Geheimniß des „Entspektor Bräsig“, daß die große Armuth von der großen pauvreté herkommt.
2) Dieselben Kapitalisten verkaufen ferner „an die Lohnarbeiter, sowohl an die, welche sie selbst besolden, wie an die, welche die müßigen Kapitalisten besolden; von welchen Lohnarbeitern sie auf diese Weise ihren ganzen Lohn zurückerhalten, ausgenommen deren kleine Ersparnisse.“
Der Rückfluß des Geldkapitals, in Form von welchem die Kapitalisten den Lohn dem Arbeiter vorgeschossen haben, zu den Kapitalisten, macht nach Herrn Destutt die zweite Quelle der Bereicherung solcher Kapitalisten aus.
Wenn also die Kapitalistenklasse z. B. 100 £ den Arbeitern in Lohn gezahlt und dann dieselben Arbeiter von derselben Kapitalistenklasse Waare zum selben Werth von 100 £ kaufen, und daher die Summe von 100 £, welche die Kapitalisten als Käufer von Arbeitskraft vorgeschossen, ihnen beim Verkauf von Waaren zu 100 £ an die Arbeiter zurückfließt, so bereichern sich dadurch die Kapitalisten. Es scheint, vom Standpunkt des gewöhnlichen Menschenverstands, daß die Kapitalisten sich vermittelst dieser Procedur wieder im Besitz von 100 £ befinden, die sie vor der Procedur besaßen. Bei Beginn der Procedur besitzen sie 100 £ Geld, sie kaufen für diese 100 £ Arbeitskraft. Für diese 100 £ Geld producirt die gekaufte Arbeit Waaren von einem Werth, soviel wir bis jetzt wissen von 100 £. Durch Verkauf der 100 £ Waaren an die Arbeiter erhalten die Kapitalisten 100 £ Geld zurück. Die Kapitalisten besitzen also wieder 100 £ Geld, die Arbeiter aber für 100 £ Waare, ||483| die sie selbst producirt haben. Wie sich die Kapitalisten dabei bereichern sollen ist nicht abzusehn. Wenn die 100 £ Geld ihnen nicht zurückflössen, so hätten sie den Arbeitern erstens 100 £ Geld für ihre Arbeit zahlen, und zweitens ihnen das Produkt dieser Arbeit, für 100 £ Konsumtionsmittel, umsonst geben müssen. Der Rückfluß könnte also höchstens erklären, warum die Kapitalisten durch die Operation nicht ärmer, keineswegs aber, warum sie dadurch reicher geworden.
Eine andre Frage ist allerdings, wie die Kapitalisten die 100 £ Geld besitzen, und warum die Arbeiter, statt selbst für eigne Rechnung Waaren zu produciren, gezwungen sind, ihre Arbeitskraft gegen diese 100 £ auszutauschen. Aber dies ist etwas, was sich für einen Denker vom Kaliber Destutt's von selbst versteht.
Destutt ist selbst nicht ganz befriedigt mit dieser Lösung. Er hatte uns ja nicht gesagt, daß man sich dadurch bereichert, daß man eine Geldsumme von 100 £ ausgibt und dann eine Geldsumme von 100 £ wieder einnimmt, also nicht durch den Rückfluß von 100 £ Geld, der ja nur zeigt, warum die 100 £ Geld nicht verloren gehn. Er hatte uns gesagt, daß die Kapitalisten sich bereichern, „indem sie alles was sie produciren theurer verkaufen als es ihnen zu kaufen gekostet hat.“
Also müssen sich auch die Kapitalisten in ihrer Transaktion mit den Arbeitern dadurch bereichern, daß sie denselben zu theuer verkaufen. Vortrefflich! „Sie zahlen Arbeitslohn … und alles das fließt ihnen zurück durch die Ausgaben aller dieser Leute, die ihnen“ ❲die Produkte❳ „theurer bezahlen als sie ihnen“ ❲den Kapitalisten❳ „vermittelst dieses Arbeitslohns gekostet haben.“ (p. 240.) Also die Kapitalisten zahlen 100 £ Lohn an die Arbeiter, und dann verkaufen sie den Arbeitern ihr eignes Produkt zu 120 £, sodaß ihnen nicht nur die 100 £ zurückfließen, sondern noch 20 £ gewonnen werden? Dies ist unmöglich. Die Arbeiter können nur mit dem Geld zahlen, das sie in Form von Arbeitslohn erhalten haben. Wenn sie 100 £ Lohn von den Kapitalisten erhalten, können sie nur für 100 £ kaufen und nicht für 120 £. Also auf diese Weise ginge die Sache nicht. Es gibt aber noch einen andern Weg. Die Arbeiter kaufen von den Kapitalisten Waare für 100 £, erhalten aber in der That nur Waare zum Werth von 80 £. Sie sind daher unbedingt um 20 £ geprellt. Und der Kapitalist hat sich unbedingt um 20 £ bereichert, weil er die Arbeitskraft thatsächlich 20% ||484| unter ihrem Werth gezahlt oder einen Abzug vom nominellen Arbeitslohn zum Belauf von 20% auf einem Umweg gemacht hat.
Die Kapitalistenklasse würde dasselbe Ziel erreichen, wenn sie von vornherein den Arbeitern nur 80 £ Lohn zahlte und ihnen hinterher für diese 80 £ Geld in der That 80 £ Waarenwerth lieferte. Dies scheint – die ganze Klasse betrachtet – der normale Weg, da nach Herrn Destutt selbst die Arbeiterklasse „genügenden Lohn“ (p. 219) erhalten muß, da dieser Lohn wenigstens hinreichen muß, um ihre Existenz und Werkthätigkeit zu erhalten, „sich die genaueste Subsistenz zu verschaffen“. (p. 180.) Erhalten die Arbeiter nicht diese hinreichenden Löhne, so ist dies nach demselben Destutt „der Tod der Industrie“ (p. 208), also wie es scheint kein Bereicherungsmittel für die Kapitalisten. Welches aber immer die Höhe der Löhne sei, welche die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse zahlt, so haben sie einen bestimmten Werth, z. B. 80 £. Zahlt also die Kapitalistenklasse 80 £ an die Arbeiter, so hat sie ihnen 80 £ Waarenwerth für diese 80 £ zu liefern, und der Rückfluß der 80 £ bereichert sie nicht. Zahlt sie ihnen in Geld 100 £ und verkauft ihnen für 100 £ einen Waarenwerth für 80 £, so zahlte sie ihnen in Geld 25% mehr als ihren normalen Lohn, und lieferte ihnen dafür in Waaren 25% weniger.
Mit andern Worten: der Fonds, woher die Kapitalistenklasse überhaupt ihren Profit zieht, würde gebildet durch Abzug vom normalen Arbeitslohn, durch Zahlung der Arbeitskraft unter ihrem Werth, d. h. unter dem Werth der Lebensmittel, die zu ihrer normalen Reproduktion als Lohnarbeiter nothwendig sind. Würde also der normale Arbeitslohn gezahlt, was nach Destutt geschehn soll, so existirte kein Fonds von Profit, weder für die Industriellen noch für die müßigen Kapitalisten.
Herr Destutt hätte also das ganze Geheimniß, wie sich die Kapitalistenklasse bereichert, darauf reduciren müssen: durch Abzug am Arbeitslohn. Die andern Fonds des Mehrwerths, wovon er sub 1 und sub 3 spricht, existirten dann nicht.
In allen Ländern also, wo der Geldlohn der Arbeiter reducirt ist auf den Werth der zu ihrer Subsistenz als Klasse nöthigen Konsumtionsmittel, existirte kein Konsumtionsfonds und kein Akkumulationsfonds für die Kapitalisten, also auch kein Existenzfonds der Kapitalistenklasse, also auch keine Kapitalistenklasse. Und zwar wäre dies nach Destutt der | |485| Fall in allen reichen entwickelten Ländern alter Civilisation, denn hier „in unsern altgewurzelten Gesellschaften ist der Fonds, aus dem der Lohn bestritten wird … eine beinahe konstante Größe.“ (p. 202.)
Auch beim Abbruch am Lohn kommt die Bereicherung der Kapitalisten nicht daher, daß sie erst dem Arbeiter 100 £ in Geld zahlen und ihm nachher 80 £ in Waaren für diese 100 £ Geld liefern – also in der That 80 £ Waare durch die um 25% zu große Geldsumme von 100 £ cirkuliren, sondern daher, daß der Kapitalist vom Produkt des Arbeiters sich außer dem Mehrwerth – dem Theil des Produkts, worin sich Mehrwerth darstellt – auch noch 25% von dem Theil des Produkts aneignet, das dem Arbeiter in der Form von Arbeitslohn anheimfallen sollte. In der albernen Weise, wie Destutt die Sache auffaßt, würde die Kapitalistenklasse absolut nichts gewinnen. Sie zahlt 100 £ für Arbeitslohn und gibt dem Arbeiter für diese 100 £ von seinem eignen Produkt 80 £ Waarenwerth zurück. Aber bei der nächsten Operation muß sie wieder für dieselbe Procedur 100 £ vorschießen. Sie macht sich also nur das nutzlose Vergnügen, 100 £ Geld vorzuschießen und 80 £ Waare dafür zu liefern, statt 80 £ Geld vorzuschießen und 80 £ Waare dafür zu liefern. D. h. sie schießt beständig nutzlos ein um 25% zu großes Geldkapital für die Cirkulation ihres variablen Kapitals vor, was eine ganz eigenthümliche Methode der Bereicherung ist.
3) Die Kapitalistenklasse verkauft endlich „an die müßigen Kapitalisten, welche sie bezahlen mit dem Theil ihrer Revenue, den sie nicht schon abgegeben haben an die von ihnen direkt beschäftigten Lohnarbeiter; sodaß die ganze Rente, welche sie jenen (den Müßigen) jährlich zahlt, ihr auf dem einen oder andern dieser Wege wieder zurückfließt.“
Wir haben vorher gesehn, daß die industriellen Kapitalisten „mit einem Theil ihrer Profite den ganzen Theil ihrer Konsumtion, bestimmt zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse bezahlen.“ Gesetzt also, ihre Profite seien = 200 £. 100 £ z. B. verzehren sie für ihre individuelle Konsumtion. Aber die andre Hälfte = 100 £ gehört nicht ihnen, sondern den müßigen Kapitalisten, d. h. den Grundrentlern und den auf Zins leihenden Kapitalisten. Sie haben also 100 £ Geld an diese Gesellschaft zu zahlen. Wir wollen nun sagen, von diesem Geld brauchen diese letztren 80 £ zu ihrer eignen Konsumtion und 20 £ zum Kauf ||486| von Bedienten etc. Sie kaufen also mit den 80 £ Konsumtionsmittel von den industriellen Kapitalisten. Damit strömen diesen, während sich für 80 £ Produkt von ihnen entfernt, 80 £ Geld zurück oder von den 100 £, die sie an die müßigen Kapitalisten unter den Namen Rente, Zins etc. gezahlt haben. Ferner die Bedientenklasse, die direkten Lohnarbeiter der müßigen Kapitalisten, haben von ihren Herrschaften 20 £ Lohn erhalten. Sie kaufen damit ebenfalls von den industriellen Kapitalisten für 20 £ Konsumtionsmittel. Damit strömen diesen, während sich für 20 £ Produkt von ihnen entfernt, 20 £ Geld zurück oder das letzte Fünftel von den 100 £ Geld, die sie an die müßigen Kapitalisten als Rente, Zins etc. gezahlt haben.
Am Ende der Transaktion sind den industriellen Kapitalisten die 100 £ Geld, die sie zur Zahlung von Rente, Zins etc. an die müßigen Kapitalisten abgetreten, zurückgeströmt, während die Hälfte ihres Mehrprodukts ;= 100 £ aus ihren Händen in den Konsumtionsfonds der müßigen Kapitalisten übergegangen ist.
Es ist also für die Frage, um die es sich hier handelt, offenbar ganz überflüssig, die Theilung der 100 £ zwischen den müßigen Kapitalisten und ihren direkten Lohnarbeitern irgendwie ins Spiel zu bringen. Die Sache ist einfach: Ihre Renten, Zinsen, kurz der Antheil, der ihnen vom Mehrwerth = 200 £ zukommt, wird ihnen von den industriellen Kapitalisten in Geld gezahlt, in 100 £. Mit diesen 100 £ kaufen sie direkt oder indirekt Konsumtionsmittel von den industriellen Kapitalisten. Sie zahlen ihnen also zurück 100 £ Geld, und entziehn ihnen für 100 £ Konsumtionsmittel.
Damit hat der Rückfluß der von den industriellen Kapitalisten an die müßigen Kapitalisten gezahlten 100 £ Geld stattgefunden. Ist dieser Geldrückfluß, wie Destutt schwärmt, ein Mittel der Bereicherung für die industriellen Kapitalisten? Vor der Transaktion hatten sie eine Werthsumme von 200 £; 100 £ in Geld und 100 £ in Konsumtionsmitteln. Nach der Transaktion besitzen sie nur die Hälfte der ursprünglichen Werthsumme. Sie haben wieder die 100 £ in Geld, aber sie haben verloren die 100 £ in Konsumtionsmitteln, die in die Hände der müßigen Kapitalisten übergegangen sind. Sie sind also um 100 £ ärmer statt um 100 £ reicher. Hätten sie statt des Umwegs, erst 100 £ Geld zu zahlen, und dann diese 100 £ Geld zurückzuerhalten in Zahlung von ||487| 100 £ Konsumtionsmittel, direkt Rente, Zins etc. in der Naturalform ihres Produkts gezahlt, so strömten ihnen keine 100 £ Geld aus der Cirkulation zurück, weil sie keine 100 £ Geld in sie hineingeworfen hätten. Auf dem Weg der Naturalzahlung hätte sich die Sache einfach so dargestellt, daß sie von dem Mehrprodukt zum Werth von 200 £ die Hälfte für sich behalten und die andre Hälfte ohne Aequivalent an die müßigen Kapitalisten weggegeben. Selbst Destutt hätte dies nicht für ein Mittel der Bereicherung zu erklären sich versucht fühlen können.
Das Land und das Kapital, das die industriellen Kapitalisten von den müßigen Kapitalisten geliehn und wofür sie ihnen einen Theil des Mehrwerths in Form von Grundrente, Zins etc. zu zahlen haben, war ihnen natürlich profitlich, denn es war eine der Bedingungen der Produktion sowohl des Produkts überhaupt, wie des Theils des Produkts, der Mehrprodukt bildet oder worin sich der Mehrwerth darstellt. Dieser Profit fließt aus der Benutzung des geliehnen Landes und Kapitals, aber nicht aus dem Preis, der dafür bezahlt wird. Dieser Preis konstituirt vielmehr einen Abzug davon. Oder es müßte behauptet werden, die industriellen Kapitalisten würden nicht reicher, sondern ärmer, wenn sie die andre Hälfte des Mehrwerths für sich selber behalten könnten statt sie wegzugeben. Aber zu solcher Konfusion führt es, wenn man Cirkulationserscheinungen, wie Geldrückfluß, zusammenwirft mit der Vertheilung des Produkts, welche durch solche Cirkulationsphänomene nur vermittelt ist.
Und doch ist derselbe Destutt so pfiffig zu bemerken: „woher kommen die Revenuen dieser müßigen Leute? Kommen sie nicht aus der Rente, die ihnen aus ihrem Profit Diejenigen zahlen, die die Kapitale der erstern arbeiten machen, d. h. Diejenigen, die mit den Fonds der erstern eine Arbeit besolden, die mehr producirt als sie kostet, in einem Worte, die Industriellen? Auf diese muß man also immer zurückgehn, um die Quelle alles Reichthums zu finden. Sie sind es, die in Wirklichkeit die von den erstren beschäftigten Lohnarbeiter ernähren.“ (p. 246.)
Also jetzt ist die Zahlung dieser Rente etc. Abbruch an dem Profit der Industriellen. Vorhin war es Mittel für sie, sich zu bereichern.
Aber ein Trost ist unserm Destutt noch geblieben. Diese braven Industriellen treiben es mit den müßigen Industriellen wie sie es unter ein||488|ander und gegen die Arbeiter getrieben haben. Sie verkaufen ihnen alle Waaren zu theuer, z. B. um 20%. Nun ist zweierlei möglich. Die Müßigen haben außer den 100 £, die sie jährlich von den Industriellen erhalten, noch andre Geldmittel oder sie haben sie nicht. Im ersten Fall verkaufen die Industriellen ihnen Waare und Werthe von 100 £ zum Preis sage von 120 £. Es strömen ihnen also beim Verkauf ihrer Waaren nicht nur die 100 £ zurück, die sie an die Müßigen gezahlt, sondern außerdem noch 20 £, die wirklich Neuwerth für sie bilden. Wie steht nun die Rechnung? Sie haben für 100 £ Waare umsonst weggegeben, denn die 100 £ Geld, womit sie zum Theil bezahlt, waren ihr eignes Geld. Ihre eigne Waare ist ihnen also mit ihrem eignen Geld bezahlt worden. Also 100 £ Verlust. Aber sie haben außerdem 20 £ für Ueberschuß des Preises über den Werth erhalten. Also 20 £ Gewinn; dazu 100 £ Verlust macht 80 £ Verlust, wird nie ein Plus, bleibt immer ein Minus. Die an den Müßigen verübte Prellerei hat den Verlust der Industriellen vermindert, aber deswegen nicht Verlust von Reichthum für sie in Bereicherungsmittel verwandelt. Diese Methode kann aber auf die Länge nicht gehn, da die Müßigen unmöglich jährlich 120 £ Geld zahlen können, wenn sie jährlich nur 100 £ Geld einnehmen.
Also die andre Methode: Die Industriellen verkaufen Waaren von 80 £ Werth für die 100 £ Geld, die sie den Müßigen bezahlt haben. In diesem Fall geben sie vor wie nach 80 £ umsonst weg, in der Form von Rente, Zins etc. Durch diese Prellerei haben sie den Tribut an die Müßigen vermindert, aber er existirt nach wie vor, und die Müßigen sind im Stand, nach derselben Theorie, wonach die Preise von dem guten Willen der Verkäufer abhängen, künftig 120 £ Rente, Zins etc. für ihr Land und Kapital zu verlangen, statt wie bisher 100 £.
Diese glänzende Entwicklung ist ganz des tiefen Denkers würdig, der auf der einen Seite dem A. Smith abschreibt, daß „Arbeit die Quelle alles Reichthums ist“ (p. 242), daß die industriellen Kapitalisten „ihr Kapital anwenden um Arbeit zu bezahlen, die es mit Profit reproducirt“ (p. 246), und auf der andern Seite schließt, daß diese industriellen Kapitalisten „alle übrigen Menschen ernähren, allein das öffentliche Vermögen vermehren und alle unsre Mittel des Genusses schaffen“ (p. 242), daß nicht die Kapitalisten von den Arbeitern, sondern die Arbeiter von den Kapitalisten ernährt werden und zwar aus dem brillanten Grund, ||489| weil das Geld, womit die Arbeiter gezahlt werden, nicht in ihrer Hand bleibt, sondern beständig zu den Kapitalisten zurückkehrt in Zahlung der von den Arbeitern producirten Waaren. „Sie empfangen nur mit einer Hand und geben mit der andern zurück. Ihre Konsumtion muß also angesehn werden als erzeugt durch Diejenigen, die sie besolden.“ (p. 235.)
Nach dieser erschöpfenden Darstellung der gesellschaftlichen Reproduktion und Konsumtion, wie sie vermittelt ist durch die Geldcirkulation, fährt Destutt fort: „Das ist es, was dies perpetuum mobile des Reichthums vervollständigt, eine Bewegung, die obwohl schlecht verstanden“ ❲mal connu – sicher!❳ „mit Recht Cirkulation genannt worden ist; denn sie ist in der That ein Kreislauf und kommt immer zurück zu ihrem Ausgangspunkt. Dieser Punkt ist derjenige, wo die Produktion sich vollzieht.“ (p. 139, 140.)
Destutt, that very distinguished writer, membre de l'Institut de France et de la Société Philosophique de Philadelphie, und in der That gewissermaßen ein Lumen unter den Vulgärökonomen, ersucht den Leser schliesslich, die wundervolle Klarheit zu bewundern, womit er den Verlauf des gesellschaftlichen Processes dargestellt, den Lichtstrom, den er über den Gegenstand ausgegossen, und ist sogar herablassend genug, dem Leser mitzutheilen, wo all dies Licht herkommt. Dies muss im Original gegeben werden:
«On remarquera, j'espère, combien cette manière de considérer la consommation de nos richesses est concordante avec tout ce que nous avons dit à propos de leur production et de leur distribution, et en même temps quelle clarté elle répand sur toute la marche de la société. D'où viennent cet accord et cette lucidité? De ce que nous avons rencontré la vérité. Cela rappelle l'effet de ces miroirs où les objets se peignent nettement et dans leurs justes proportions, quand on est placé dans leur vrai point-de-vue, et où tout paraît confus et désuni, quand on en est trop près ou trop loin.» (p. 242, 243.)
Voilà le crétinisme bourgeois dans toute sa béatitude! |