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|250| VIERTER ABSCHNITT.
Verwandlung von Waarenkapital und Geldkapital in Waarenhandlungskapital und Geldhandlungskapital (kaufmännisches Kapital).

SECHZEHNTES KAPITEL.
Das Waarenhandlungskapital.

Das kaufmännische oder Handelskapital zerfällt in zwei Formen oder Unterarten, Waarenhandlungskapital und Geldhandlungskapital, die wir jetzt näher charakterisiren werden, soweit es zur Analyse des Kapitals in seiner Kernstruktur nöthig ist. Und es ist um so nöthiger, als die moderne Oekonomie, selbst in ihren besten Repräsentanten, das Handelskapital direkt mit dem industriellen Kapital zusammenwirft und seine charakteristischen Eigenthümlichkeiten in der That ganz übersieht.

Die Bewegung des Waarenkapitals ist in Buch II analysirt worden. Das Gesammtkapital der Gesellschaft betrachtet, befindet sich stets ein Theil desselben, obgleich aus stets andren Elementen zusammengesetzt, und selbst von wechselnder Größe, als Waare auf dem Markt, um in Geld überzugehn; ein andrer Theil in Geld auf dem Markt, um in Waare überzugehn. Es ist stets in der Bewegung dieses Uebergehns, dieser formellen Metamorphose begriffen. Sofern diese Funktion des im Cirkulationsproceß befindlichen Kapitals überhaupt als besondre Funktion eines besondren Kapitals verselbständigt wird, sich fixirt als eine, durch die Theilung der Arbeit einer besondren Gattung von Kapitalisten zugewiesene Funktion, wird das Waarenkapital zum Waarenhandlungskapital oder kommerziellen Kapital.

Es ist (Buch II, Kap. VI, die Cirkulationskosten, 2 und 3) auseinandergesetzt worden, wie weit Transportindustrie, Aufbewahrung und Vertheilung der Waaren in einer distributablen Form als Produktionsprocesse zu betrachten sind, die innerhalb des Cirkulationsprocesses fortdauern. Diese Zwischenfälle der Cirkulation des Waarenkapitals werden zum Theil verwechselt mit den eigenthümlichen Funktionen des kaufmännischen oder Waarenhandlungs ||251|kapitals; zum Theil finden sie sich mit dessen eigenthümlichen specifischen Funktionen in der Praxis verbunden, obgleich mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Theilung der Arbeit die Funktion des Kaufmannskapitals sich auch rein herausarbeitet, d. h. geschieden von jenen realen Funktionen und selbständig gegen sie. Für unsern Zweck, wo es gilt die specifische Differenz dieser besondren Gestalt des Kapitals zu bestimmen, ist von jenen Funktionen also zu abstrahiren. Soweit das bloß im Cirkulationsproceß fungirende Kapital, speciell das Waarenhandlungskapital, zum Theil jene Funktionen mit den seinen verbindet, tritt es nicht in seiner reinen Form hervor. Nach der Abstreifung und Entfernung jener Funktionen haben wir die reine Form desselben.

Man hat gesehn, daß das Dasein des Kapitals als Waarenkapital und die Metamorphose, die es innerhalb der Cirkulationssphäre, auf dem Markt, als Waarenkapital durchläuft – eine Metamorphose, die sich in Kaufen und Verkaufen auflöst, Verwandlung von Waarenkapital in Geldkapital und von Geldkapital in Waarenkapital – eine Phase des Reproduktionsprocesses des industriellen Kapitals bildet, also seines Gesammtproduktionsprocesses; daß es sich zugleich aber in dieser seiner Funktion als Cirkulationskapital von sich selbst als produktivem Kapital unterscheidet. Es sind zwei gesonderte, unterschiedne Existenzformen desselben Kapitals. Ein Theil des gesellschaftlichen Gesammtkapitals befindet sich fortwährend in dieser Existenzform als Cirkulationsmittel auf dem Markt, im Proceß dieser Metamorphose begriffen, obgleich für jedes einzelne Kapital sein Dasein als Waarenkapital, und seine Metamorphose als solches, nur einen beständig verschwindenden und beständig erneuerten Durchgangspunkt, ein Durchgangsstadium der Kontinuität seines Produktionsprocesses bildet, und obgleich daher die Elemente des auf dem Markt befindlichen Waarenkapitals beständig wechseln, indem sie beständig dem Waarenmarkt entzogen und ihm ebenso beständig als neues Produkt des Produktionsprocesses zurückgegeben werden.

Das Waarenhandlungskapital nun ist nichts als die verwandelte Form eines Theils dieses beständig auf dem Markt befindlichen, in dem Proceß der Metamorphose befindlichen und stets von der Cirkulationssphäre umfangenen Cirkulationskapitals. Wir sagen eines Theils, weil ein Theil des Waarenverkaufs und -kaufs beständig direkt zwischen den industriellen Kapitalisten selbst vorgeht. Von diesem Theil abstrahiren wir ganz in dieser Untersuchung, da er zur Begriffsbestimmung, zur Einsicht in die specifische ||252| Natur des Kaufmannskapitals nichts beiträgt, und andrerseits für unsern Zweck erschöpfend bereits in Buch II dargestellt worden.

Der Waarenhändler, als Kapitalist überhaupt, tritt zunächst auf den Markt als Repräsentant einer gewissen Geldsumme, die er als Kapitalist vorschießt, d. h. die er aus x (dem ursprünglichen Werth der Summe) in x + Δx (diese Summe plus dem Profit darauf) verwandeln will. Aber für ihn nicht nur als Kapitalisten überhaupt, sondern speciell als Waarenhändler, ist es selbstredend, daß sein Kapital ursprünglich in der Form des Geldkapitals auf dem Markt erscheinen muß, denn er producirt keine Waaren, sondern handelt nur mit ihnen, vermittelt ihre Bewegung, und um mit ihnen zu handeln, muß er sie zuerst kaufen, also Besitzer von Geldkapital sein.

Gesetzt, ein Waarenhändler besitze 3000 £, die er als Handlungskapital verwerthet. Er kauft mit diesen 3000 £ z. B. 30 000 Ellen Leinwand vom Leinwandfabrikanten, die Elle zu 2 sh. Er verkauft diese 30 000 Ellen. Wenn die jährliche Durchschnittsprofitrate = 10 %, und er nach Abzug aller Nebenkosten 10 % jährlichen Profit macht, so hat er am Ende des Jahrs die 3000 £ in 3300 £ verwandelt. Wie er diesen Profit macht, ist eine Frage, die wir erst später behandeln. Hier wollen wir zunächst die bloße Form der Bewegung seines Kapitals betrachten. Er kauft mit den 3000 £ beständig Leinwand und verkauft beständig diese Leinwand; wiederholt beständig diese Operation des Kaufens um zu verkaufen, G–W–G′, die einfache Form des Kapitals, wie es ganz in den Cirkulationsproceß gebannt ist, ohne durch das Intervall des Produktionsprocesses, der außerhalb seiner eignen Bewegung und Funktion liegt, unterbrochen zu werden.

Welches ist nun das Verhältniß dieses Waarenhandlungskapitals zum Waarenkapital als einer bloßen Existenzform des industriellen Kapitals? Was den Leinwandfabrikanten betrifft, so hat er mit dem Geld des Kaufmanns den Werth seiner Leinwand realisirt, die erste Phase der Metamorphose seines Waarenkapitals, dessen Verwandlung in Geld, vollzogen, und kann nun, bei sonst gleichbleibenden Umständen, das Geld rückverwandeln in Garn, Kohle, Arbeitslohn etc., andrerseits in Lebensmittel etc. zum Verzehr seiner Revenue; also, abgesehn von der Revenueausgabe, im Reproduktionsproceß fortfahren.

Aber obgleich für ihn, den Producenten der Leinwand, ihre Metamorphose in Geld, ihr Verkauf stattgefunden hat, hat sie noch nicht stattgefunden für die Leinwand selbst. Sie befindet sich nach ||253| wie vor auf dem Markt als Waarenkapital mit der Bestimmung, ihre erste Metamorphose zu vollziehn, verkauft zu werden. Mit dieser Leinwand hat sich nichts zugetragen als ein Wechsel in der Person ihres Besitzers. Ihrer eignen Bestimmung nach, ihrer Stellung im Proceß nach, ist sie nach wie vor Waarenkapital, verkäufliche Waare; nur daß sie jetzt in der Hand des Kaufmanns, statt früher des Producenten ist. Die Funktion sie zu verkaufen, die erste Phase ihrer Metamorphose zu vermitteln, ist dem Producenten durch den Kaufmann abgenommen und in sein besondres Geschäft verwandelt worden, während es früher eine Funktion war, die dem Producenten zu verrichten blieb, nachdem er die Funktion, sie zu produciren, erledigt hatte.

Gesetzt, es gelinge dem Kaufmann nicht, die 30 000 Ellen zu verkaufen während des Intervalls, das der Leinwandproducent braucht, um von neuem 30 000 Ellen zum Werth von 3000 £ auf den Markt zu werfen. Der Kaufmann kann sie nicht von neuem kaufen, weil er noch die 30 000 unverkauften Ellen auf Lager hat, und sie ihm noch nicht rückverwandelt sind in Geldkapital. Es tritt dann Stockung ein, Unterbrechung der Reproduktion. Der Leinwandproducent könnte allerdings zuschüssiges Geldkapital zur Verfügung haben, das er, unabhängig vom Verkauf der 30 000 Ellen, fähig wäre in produktives Kapital zu verwandeln und so den Produktionsproceß fortzuführen. Aber diese Unterstellung ändert an der Sache nichts. Soweit das in den 30 000 Ellen vorgeschoßne Kapital in Betracht kommt, ist und bleibt dessen Reproduktionsproceß unterbrochen. Hier zeigt es sich also in der That handgreiflich, daß die Operationen des Kaufmanns weiter nichts sind als die Operationen, die überhaupt verrichtet werden müssen, um das Waarenkapital des Producenten in Geld zu verwandeln; die Operationen, welche die Funktionen des Waarenkapitals im Cirkulations- und Reproduktionsproceß vermitteln. Wenn statt eines unabhängigen Kaufmanns ein bloßer Kommis des Producenten sich ausschließlich mit diesem Verkauf, und außerdem mit dem Einkauf, zu beschäftigen hätte, wäre dieser Zusammenhang keinen Augenblick versteckt.

Das Waarenhandlungskapital ist also durchaus nichts andres als das Waarenkapital des Producenten, das den Proceß seiner Verwandlung in Geld durchzumachen, seine Funktion als Waarenkapital auf dem Markt zu verrichten hat, nur daß diese Funktion statt als beiläufige Operation des Producenten, nun als ausschließliche Operation einer besondren Gattung von Kapitalisten, der ||254| Waarenhändler, erscheint, verselbständigt wird als Geschäft einer besondren Kapitalanlage.

Uebrigens zeigt sich dies auch in der specifischen Form der Cirkulation des Waarenhandlungskapitals. Der Kaufmann kauft die Waare und verkauft sie dann: G–W–G′. In der einfachen Waarencirkulation, oder selbst in der Waarencirkulation, wie sie als Cirkulationsproceß des industriellen Kapitals erscheint, W′–G–W, wird die Cirkulation dadurch vermittelt, daß jedes Geldstück zweimal die Hände wechselt. Der Leinwandproducent verkauft seine Waare, die Leinwand, verwandelt sie in Geld; das Geld des Käufers geht in seine Hand über. Mit diesem selben Geld kauft er Garn, Kohle, Arbeit etc., gibt dasselbe Geld wieder aus um den Werth der Leinwand rückzuverwandeln in die Waaren, die die Produktionselemente der Leinwand bilden. Die Waare, die er kauft, ist nicht dieselbe Waare, nicht Waare derselben Art, wie die, die er verkauft. Er hat Produkte verkauft und Produktionsmittel gekauft. Aber es verhält sich anders in der Bewegung des Kaufmannskapitals. Mit den 3000 £ kauft der Leinwandhändler 30 000 Ellen Leinwand; er verkauft dieselben 30 000 Ellen Leinwand, um das Geldkapital (3000 £ nebst Profit) aus der Cirkulation zurückzuziehn. Hier wechseln also nicht dieselben Geldstücke, sondern dieselbe Waare zweimal die Stelle; sie geht aus der Hand des Verkäufers in die des Käufers und aus der Hand des Käufers, der nun Verkäufer geworden, in die eines andren Käufers über. Sie wird zweimal verkauft und kann noch mehrmals verkauft werden bei Zwischenschieben einer Reihe von Kaufleuten; und gerade erst durch diesen wiederholten Verkauf, den zweimaligen Stellenwechsel derselben Waare, wird das im Ankauf der Waare vorgeschoßne Geld vom ersten Käufer zurückgezogen, der Rückfluß desselben zu ihm vermittelt. In dem einen Fall W′–G–W vermittelt der zweimalige Stellenwechsel desselben Geldes, daß Waare in einer Gestalt veräußert und in einer andren Gestalt angeeignet wird. In dem andren Fall G–W–G′ vermittelt der zweimalige Stellenwechsel derselben Waare, daß das vorgeschoßne Geld wieder aus der Cirkulation zurückgezogen wird. Es zeigt sich eben darin, daß die Waare noch nicht endgültig verkauft wird, sobald sie aus der Hand des Producenten in die des Kaufmanns übergegangen, daß der letztre die Operation des Verkaufs – oder die Vermittlung der Funktion des Waarenkapitals nur weiter fortführt. Es zeigt sich aber zugleich darin, daß was für den produktiven Kapitalisten W–G, eine bloße Funktion seines Kapitals in seiner ||255| vorübergehenden Gestalt als Waarenkapital, für den Kaufmann G–W–G′, eine besondre Verwerthung des von ihm vorgeschoßnen Geldkapitals ist. Eine Phase der Waarenmetamorphose zeigt sich hier, mit Bezug auf den Kaufmann, als G–W–G′, also als Evolution einer eignen Sorte von Kapital.

Der Kaufmann verkauft definitiv die Waare, also die Leinwand, an den Konsumenten, ob dies nun ein produktiver Konsument sei (z. B. ein Bleicher) oder ein individueller, der die Leinwand zu seinem Privatgebrauch vernutzt. Dadurch kehrt ihm das vorgeschoßne Kapital (mit Profit) zurück, und er kann die Operation von neuem beginnen. Hätte beim Kauf der Leinwand das Geld nur als Zahlungsmittel fungirt, sodaß er erst sechs Wochen nach Abnahme zu zahlen brauchte, und hätte er vor dieser Zeit verkauft, so könnte er den Leinwandproducenten zahlen, ohne selbst Geldkapital vorgeschossen zu haben. Hätte er sie nicht verkauft, so müßte er die 3000 £ bei Verfall, statt sogleich bei Ablieferung der Leinwand an ihn, vorschießen; und hätte er wegen eines Falls der Marktpreise sie unter dem Einkaufspreis verkauft, so müßte er den fehlenden Theil aus seinem eignen Kapital ersetzen.

Was gibt nun dem Waarenhandlungskapital den Charakter eines selbständig fungirenden Kapitals, während es in der Hand des selbstverkaufenden Producenten augenscheinlich nur als eine besondre Form seines Kapitals in einer besondren Phase seines Reproduktionsprocesses, während seines Aufenthalts in der Cirkulationssphäre erscheint?

Erstens: Daß das Waarenkapital in der Hand eines, von seinem Producenten verschiednen, Agenten seine definitive Verwandlung in Geld, also seine erste Metamorphose, seine ihm qua Waarenkapital zukommende Funktion auf dem Markt vollzieht, und daß diese Funktion des Waarenkapitals vermittelt ist durch die Operationen des Kaufmanns, durch sein Kaufen und Verkaufen, sodaß diese Operation als eignes, von den übrigen Funktionen des industriellen Kapitals getrenntes, und daher verselbständigtes Geschäft sich gestaltet. Es ist eine besondre Form der gesellschaftlichen Theilung der Arbeit, sodaß ein Theil der, sonst in einer besondren Phase des Reproduktionsprocesses des Kapitals, hier der Cirkulation, zu verrichtenden Funktion als die ausschließliche Funktion eines eignen, vom Producenten unterschiednen Cirkulationsagenten erscheint. Aber damit erschiene dies besondre Geschäft noch keineswegs als die Funktion eines besondren, von dem in seinem Reproduktionsproceß begriffnen industriellen Kapitals verschiednen, und ||256| gegen es selbständigen Kapitals; wie es denn in der That nicht als solches da erscheint, wo der Waarenhandel betrieben wird durch bloße Handelsreisende oder andre direkte Agenten des industriellen Kapitalisten. Es muß also noch ein zweites Moment hinzukommen.

Zweitens: Dies kommt dadurch herein, daß der selbständige Cirkulationsagent, der Kaufmann, Geldkapital (eignes oder geliehenes) in dieser Position vorschießt. Was für das in seinem Reproduktionsproceß befindliche industrielle Kapital sich einfach als W–G, Verwandlung des Waarenkapitals in Geldkapital oder bloßen Verkauf darstellt, stellt sich für den Kaufmann dar als G–W–G′, als Kauf und Verkauf derselben Waare, und daher als Rückfluß des Geldkapitals, das sich im Kauf von ihm entfernt, zu ihm zurück durch den Verkauf.

Es ist immer W–G, die Verwandlung des Waarenkapitals in Geldkapital, das sich für den Kaufmann als G–W–G darstellt, sofern er Kapital vorschießt, im Kauf der Waare von den Producenten; immer die erste Metamorphose des Waarenkapitals, obgleich derselbe Akt für einen Producenten oder für das in seinem Reproduktionsproceß befindliche industrielle Kapital sich als G–W, Rückverwandlung des Gelds in Waare (die Produktionsmittel) oder als zweite Phase der Metamorphose darstellen mag. Für den Leinwandproducenten war W–G die erste Metamorphose, Verwandlung des Waarenkapitals in Geldkapital. Dieser Akt stellt sich für den Kaufmann dar als G–W, Verwandlung seines Geldkapitals in Waarenkapital. Verkauft er nun die Leinwand an den Bleicher, so stellt dies für den Bleicher dar G–W, Verwandlung von Geldkapital in produktives Kapital, oder die zweite Metamorphose seines Waarenkapitals; für den Kaufmann aber W–G, den Verkauf der von ihm gekauften Leinwand. In der That ist aber erst jetzt das Waarenkapital, das der Leinwandfabrikant fabricirt hat, endgültig verkauft, oder dies G–W–G des Kaufmanns stellt nur einen vermittelnden Proceß dar für das W–G zwischen zwei Producenten. Oder nehmen wir an, der Leinwandfabrikant kauft mit einem Theil des Werths der verkauften Leinwand Garn von einem Garnhändler. So ist dies für ihn G–W. Aber für den Kaufmann, der das Garn verkauft, ist es W–G, Wiederverkauf des Garns; und in Bezug auf das Garn selbst, als Waarenkapital, ist es nur sein definitiver Verkauf, womit es aus der Cirkulationssphäre in die Konsumtionssphäre übertritt; W–G, der endgültige Abschluß seiner ersten Metamorphose. Ob der Kaufmann also vom industriellen Kapitalisten kauft oder an ihn verkauft, sein G–W–G, ||257| der Kreislauf des Kaufmannskapitals, drückt immer nur aus, was mit Bezug auf das Waarenkapital selbst, als Durchgangsform des sich reproducirenden industriellen Kapitals bloß W–G, bloß die Vollziehung seiner ersten Metamorphose ist. Das G–W des Kaufmannskapitals ist nur für den industriellen Kapitalisten zugleich W–G, nicht aber für das für ihn producirte Waarenkapital: es ist nur Uebergang des Waarenkapitals aus der Hand des Industriellen in die des Cirkulationsagenten; erst das W–G des Kaufmannskapitals ist das endgültige W–G des fungirenden Waarenkapitals. G–W–G sind nur zwei W–G desselben Waarenkapitals, zwei successive Verkäufe desselben, die seinen letzten und definitiven Verkauf nur vermitteln.

Das Waarenkapital nimmt also im Waarenhandlungskapital dadurch die Gestalt einer selbständigen Sorte von Kapital an, daß der Kaufmann Geldkapital vorschießt, das sich nur als Kapital verwerthet, nur als Kapital fungirt, indem es ausschließlich damit beschäftigt ist, die Metamorphose des Waarenkapitals, seine Funktion als Waarenkapital, d. h. seine Verwandlung in Geld zu vermitteln, und es thut dies durch beständigen Kauf und Verkauf von Waaren. Dies ist seine ausschließliche Operation; diese den Cirkulationsproceß des industriellen Kapitals vermittelnde Thätigkeit ist die ausschließliche Funktion des Geldkapitals, womit der Kaufmann operirt. Durch diese Funktion verwandelt er sein Geld in Geldkapital, stellt sein G dar als G–W–G′, und durch denselben Proceß verwandelt er das Waarenkapital in Waarenhandlungskapital.

Das Waarenhandlungskapital, sofern und solange es in der Form des Waarenkapitals existirt – den Reproduktionsproceß des gesellschaftlichen Gesammtkapitals betrachtet – ist augenscheinlich nichts andres als der noch auf dem Markt befindliche, im Proceß seiner Metamorphose begriffene Theil des industriellen Kapitals, der jetzt als Waarenkapital existirt und fungirt. Es ist also nur das vom Kaufmann vorgeschoßne Geld- kapital, das ausschließlich zum Kauf und Verkauf bestimmt ist, daher nie andre Form als die des Waarenkapitals und Geldkapitals, nie die des produktiven Kapitals annimmt, und stets in der Cirkulationssphäre des Kapitals eingepfercht bleibt, – es ist nur dies Geldkapital, was jetzt zu betrachten ist mit Bezug auf den gesammten Reproduktionsproceß des Kapitals.

Sobald der Producent, der Leinwandfabrikant, seine 30 000 Ellen an den Kaufmann für 3000 £ verkauft hat, kauft er mit dem so ||258| gelösten Geld die nöthigen Produktionsmittel, und sein Kapital geht wieder in den Produktionsproceß ein; sein Produktionsproceß kontinuirt, geht ununterbrochen fort. Für ihn hat die Verwandlung seiner Waare in Geld stattgefunden. Aber für die Leinwand selbst hat die Verwandlung, wie wir sahen, noch nicht stattgefunden. Sie ist noch nicht endgültig in Geld rückverwandelt, noch nicht als Gebrauchswerth, sei es in die produktive, sei es in die individuelle Konsumtion eingegangen. Der Leinwandhändler repräsentirt jetzt auf dem Markt dasselbe Waarenkapital, das der Leinwandproducent dort ursprünglich repräsentirte. Für diesen ist der Proceß der Metamorphose abgekürzt, aber nur um in der Hand des Kaufmanns fortzudauern.

Müßte der Leinwandproducent warten, bis seine Leinwand wirklich aufgehört hat Waare zu sein, bis sie an den letzten Käufer, den produktiven oder individuellen Konsumenten übergegangen ist, so wäre sein Reproduktionsproceß unterbrochen. Oder um ihn nicht zu unterbrechen, hätte er seine Operationen einschränken müssen, einen geringern Theil seiner Leinwand in Garn, Kohlen, Arbeit etc., kurz in die Elemente des produktiven Kapitals verwandeln und einen größern Theil davon als Geldreserve bei sich behalten müssen, damit, während ein Theil seines Kapitals sich als Waare auf dem Markt befindet, ein andrer Theil den Produktionsproceß fortsetzen könne, sodaß, wenn dieser als Waare auf den Markt tritt, jener in Geldform zurückfließt. Diese Theilung seines Kapitals wird durch die Dazwischenkunft des Kaufmanns nicht beseitigt. Aber ohne letztre müßte der in Form von Geldreserve vorhandne Theil des Cirkulationskapitals stets größer sein im Verhältniß zu dem in Form von produktivem Kapital beschäftigten Theil, und dementsprechend die Stufenleiter der Reproduktion beschränkt werden. Statt dessen kann der Producent nun einen größern Theil seines Kapitals beständig im eigentlichen Produktionsproceß anwenden, einen geringern als Geldreserve.

Dafür befindet sich aber nun ein andrer Theil des gesellschaftlichen Kapitals, in der Form des Kaufmannskapitals, beständig innerhalb der Cirkulationssphäre. Er ist stets nur angewandt um Waare zu kaufen und zu verkaufen. Es scheint so nur ein Wechsel der Personen vorgegangen zu sein, die dies Kapital in der Hand haben.

Wendete der Kaufmann, statt für 3000 £ Leinwand zu kaufen, in der Absicht sie wieder zu verkaufen, diese 3000 £ selbst produktiv an, so wäre das produktive Kapital der Gesellschaft ver ||259|größert. Allerdings müßte dann der Leinwandproducent einen bedeutendern Theil seines Kapitals als Geldreserve festhalten, und ebenso der jetzt in einen industriellen Kapitalisten verwandelte Kaufmann. Andrerseits, wenn der Kaufmann Kaufmann bleibt, so spart der Producent Zeit im Verkaufen, die er zur Ueberwachung des Produktionsprocesses anwenden kann, während der Kaufmann seine ganze Zeit im Verkaufen verwenden muß.

Falls das Kaufmannskapital nicht seine nothwendigen Proportionen überschreitet, ist anzunehmen:

1) Daß in Folge der Theilung der Arbeit das Kapital, das sich ausschließlich mit Kaufen und Verkaufen beschäftigt (und es gehört hierzu außer dem Geld zum Ankauf von Waaren, das Geld das ausgelegt werden muß in der zum Betrieb des kaufmännischen Geschäfts nothwendigen Arbeit, im konstanten Kapital des Kaufmanns, Lagergebäuden, Transport etc.) kleiner ist, als es wäre, wenn der industrielle Kapitalist den ganzen kaufmännischen Theil seines Geschäfts selbst betreiben müßte;

2) daß, weil der Kaufmann ausschließlich mit diesem Geschäft sich befaßt, nicht nur für den Producenten seine Waare früher in Geld verwandelt wird, sondern das Waarenkapital selbst rascher seine Metamorphose durchmacht, als es in der Hand des Producenten thun würde;

3) daß, das gesammte Kaufmannskapital im Verhältniß zum industriellen Kapital betrachtet, ein Umschlag des Kaufmannskapitals nicht nur die Umschläge vieler Kapitale in einer Produktionssphäre, sondern die Umschläge einer Anzahl von Kapitalen in verschiednen Produktionssphären vorstellen kann. Das erstere ist der Fall, wenn z. B. der Leinwandhändler, nachdem er mit seinen 3000 £ das Produkt eines Leinwandproducenten gekauft und wieder verkauft hat, bevor derselbe Producent dasselbe Quantum Waaren wieder auf den Markt wirft, das Produkt eines andren oder mehrerer Leinwandproducenten kauft und dies wieder verkauft, so die Umschläge verschiedner Kapitale in derselben Produktionssphäre vermittelnd. Das zweite, wenn der Kaufmann z. B. nach dem Verkauf der Leinwand, nun Seide kauft, also den Umschlag eines Kapitals in einer andern Produktionssphäre vermittelt.

Im allgemeinen ist zu bemerken: Der Umschlag des industriellen Kapitals ist nicht nur durch die Umlaufszeit, sondern auch durch die Produktionszeit beschränkt. Der Umschlag des Kaufmannskapitals, soweit es nur mit einer bestimmten Waarensorte handelt, ist beschränkt nicht durch den Umschlag eines industriellen Kapitals, ||260| sondern durch den aller industriellen Kapitale in demselben Produktionszweig. Nachdem der Kaufmann die Leinwand des einen gekauft und verkauft, kann er die des andren kaufen und verkaufen, bevor der erste wieder eine Waare auf den Markt wirft. Dasselbe Kaufmannskapital kann also nach einander die verschiednen Umschläge der in einem Produktionszweig angelegten Kapitale vermitteln; sodaß sein Umschlag nicht identisch ist mit den Umschlägen eines einzelnen industriellen Kapitals, und daher nicht bloß die eine Geldreserve ersetzt, die dieser einzelne industrielle Kapitalist in petto haben müßte. Der Umschlag des Kaufmannskapitals in einer Produktionssphäre ist natürlich durch deren Gesammtproduktion beschränkt. Aber er ist nicht beschränkt durch die Grenzen der Produktion oder die Umschlagszeit des einzelnen Kapitals derselben Sphäre, soweit diese Umschlagszeit durch die Produktionszeit gegeben ist. Gesetzt, A liefre eine Waare, die drei Monate zu ihrer Produktion braucht. Nachdem der Kaufmann sie gekauft und verkauft, sage in einem Monat, kann er dasselbe Produkt eines andren Producenten kaufen und verkaufen. Oder nachdem er z. B. das Getreide eines Pächters verkauft, kann er mit demselben Geld das des zweiten kaufen und verkaufen u. s. w. Der Umschlag seines Kapitals ist begrenzt durch die Masse Getreide, die er nach einander in einer gegebnen Zeit, z. B. einem Jahr, kaufen und verkaufen kann, während der Umschlag des Pächterkapitals, abgesehn von der Umlaufszeit, beschränkt ist durch die Produktionszeit, die ein Jahr dauert.

Der Umschlag desselben Kaufmannskapitals kann aber ebenso gut die Umschläge von Kapitalen in verschiednen Produktionszweigen vermitteln.

Soweit dasselbe Kaufmannskapital in verschiednen Umschlägen dazu dient, verschiedne Waarenkapitale successive in Geld zu verwandeln, sie also der Reihe nach kauft und verkauft, verrichtet es als Geldkapital dieselbe Funktion gegenüber dem Waarenkapital, die das Geld überhaupt durch die Anzahl seiner Umläufe in einer gegebnen Periode gegenüber den Waaren verrichtet.

Der Umschlag des Kaufmannskapitals ist nicht identisch mit dem Umschlag oder der einmaligen Reproduktion eines gleichgroßen industriellen Kapitals; er ist vielmehr gleich der Summe der Umschläge einer Anzahl solcher Kapitale, sei es in derselben, sei es in verschiednen Produktionssphären. Je rascher das Kaufmannskapital umschlägt, um so kleiner, je langsamer es umschlägt, um so größer ist der Theil des gesammten Geldkapitals, das als Kauf ||261|mannskapital figurirt. Je unentwickelter die Produktion, desto größer die Summe des Kaufmannskapitals im Verhältniß zur Summe der überhaupt in Cirkulation geworfnen Waaren; desto kleiner aber ist es absolut oder verglichen mit entwickeltern Zuständen. Umgekehrt, umgekehrt. In solchen unentwickelten Zuständen befindet sich daher der größte Theil des eigentlichen Geldkapitals in den Händen der Kaufleute, deren Vermögen so den andren gegenüber das Geldvermögen bildet.

Die Geschwindigkeit der Cirkulation des vom Kaufmann vorgeschoßnen Geldkapitals hängt ab: 1) von der Geschwindigkeit, womit sich der Produktionsproceß erneuert und die verschiednen Produktionsprocesse in einander greifen; 2) von der Geschwindigkeit der Konsumtion.

Es ist nicht nöthig, daß das Kaufmannskapital bloß den oben betrachteten Umschlag durchmacht, für seinen ganzen Werthumfang erst Waare zu kaufen und sie dann zu verkaufen. Sondern der Kaufmann macht gleichzeitig beide Bewegungen durch. Sein Kapital theilt sich dann in zwei Theile. Der eine besteht aus Waarenkapital, und der andre aus Geldkapital. Er kauft hier und verwandelt damit sein Geld in Waare. Er verkauft dort und verwandelt damit einen andren Theil des Waarenkapitals in Geld. Auf der einen Seite strömt ihm sein Kapital als Geldkapital zurück, während auf der andren ihm Waarenkapital zufließt. Je größer der Theil, der in der einen Form, desto kleiner der, der in der andren existirt. Dies wechselt ab und gleicht sich aus. Verbindet sich mit der Anwendung des Geldes als Cirkulationsmittel die als Zahlungsmittel und das darauf erwachsende Kreditsystem, so vermindert sich noch ferner der Geldkapitaltheil des Kaufmannskapitals im Verhältniß zur Größe der Transaktionen, die dies Kaufmannskapital verrichtet. Kaufe ich für 1000 £ Wein auf 3 Monat Ziel, und habe ich den Wein verkauft gegen baar, vor Ablauf der drei Monate, so ist für diese Transaktion kein Heller vorzuschießen. In diesem Fall ist auch sonnenklar, daß das Geldkapital, das hier als Kaufmannskapital figurirt, durchaus nichts ist als das industrielle Kapital selbst in seiner Form als Geldkapital, in seinem Rückfluß zu sich in der Form des Geldes. (Daß der Producent, der für 1000 £ Waare auf 3 Monate Ziel verkauft hat, den Wechsel, d. h. Schuldschein, dafür beim Bankier diskontiren kann, ändert nichts an der Sache und hat nichts mit dem Kapital des Waarenhändlers zu schaffen.) Fielen die Marktpreise der Waare in der Zwischenzeit vielleicht um 1 10 , so erhielte der Kaufmann nicht ||262| nur keinen Profit, sondern überhaupt nur 2700 £ zurück, statt 3000. Er müßte 300 £ zulegen um zu zahlen. Diese 300 £ fungirten nur als Reserve zur Ausgleichung der Preisdifferenz. Aber dasselbe gilt für den Producenten. Hätte er selbst verkauft, zu fallenden Preisen, so hätte er ebenfalls 300 £ verloren und könnte die Produktion auf derselben Stufenleiter nicht wieder beginnen ohne Reservekapital.

Der Leinwandhändler kauft für 3000 £ Leinwand vom Fabrikanten; dieser zahlt von diesen 3000 £ z. B. 2000 um Garn zu kaufen; er kauft dies Garn vom Garnhändler. Das Geld womit der Fabrikant den Garnhändler zahlt, ist nicht das Geld des Leinwandhändlers; denn dieser hat Waare zum Belauf dieser Summe dafür erhalten. Es ist Geldform seines eignen Kapitals. In der Hand des Garnhändlers erscheinen diese 2000 £ nun als zurückgefloßnes Geldkapital; aber wieweit sind sie es, als unterschieden von diesen 2000 £, als der abgestreiften Geldform der Leinwand und der angenommnen Geldform des Garns? Hat der Garnhändler auf Kredit gekauft und hat er gegen baar verkauft vor Verfall seiner Zahlungsfrist, so steckt in diesen 2000 £ kein Heller Kaufmannskapital als unterschieden von der Geldform, die das industrielle Kapital selbst in seinem Kreislaufsproceß annimmt. Das Waarenhandlungskapital, soweit es also nicht bloße Form des industriellen Kapitals ist, das sich in der Gestalt von Waarenkapital oder Geldkapital in der Hand des Kaufmanns befindet, ist nichts als der Theil des Geldkapitals, der dem Kaufmann selbst gehört und im Kauf und Verkauf von Waaren umgetrieben wird. Dieser Theil stellt auf reducirtem Maßstab den Theil des zur Produktion vorgeschoßnen Kapitals vor, der sich als Geldreserve, Kaufmittel, stets in der Hand des Industriellen befinden und stets als ihr Geldkapital cirkuliren müßte. Dieser Theil befindet sich jetzt, reducirt, in der Hand von kaufmännischen Kapitalisten; als solcher stets fungirend im Cirkulationsproceß. Es ist der Theil des Gesammtkapitals der, abgesehn von Revenueausgaben, beständig als Kaufmittel auf dem Markt cirkuliren muß, um die Kontinuität des Reproduktionsprocesses in Gang zu halten. Er ist um so kleiner, im Verhältniß zum Gesammtkapital, je rascher der Reproduktionsproceß und je entwickelter die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel, d. h. des Kreditsystems.38)|

|263| Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Cirkulationssphäre fungirendes Kapital. Der Cirkulationsproceß ist eine Phase des gesammten Reproduktionsprocesses. Aber im Cirkulationsproceß wird kein Werth producirt, also auch kein Mehrwerth. Es gehn nur Formveränderungen derselben Werthmasse vor. Es geht in der That nichts vor als die Metamorphose der Waaren, die als solche mit Werthschöpfung oder Werthveränderung nichts zu thun hat. Wird beim Verkauf der producirten Waare ein Mehrwerth realisirt, so, weil dieser bereits in ihr existirt; bei dem zweiten Akt, dem Rückaustausch des Geldkapitals gegen Waare (Produktionselemente) wird daher auch vom Käufer kein Mehrwerth realisirt, sondern hier nur durch Austausch des Geldes gegen Produktionsmittel und Arbeitskraft, die Produktion des Mehrwerths eingeleitet. Im Gegentheil. Soweit diese Metamorphosen Cirkulationszeit kosten - eine Zeit, innerhalb deren das Kapital überhaupt nicht, also auch keinen Mehrwerth, producirt – ist sie Beschränkung der Werthschöpfung, und der Mehrwerth wird sich als Profitrate gerade im umgekehrten Verhältniß zur Dauer der Cirkulationszeit ausdrücken. Das Kaufmannskapital schafft daher weder Werth noch Mehrwerth, d. h. nicht direkt. Sofern es zur Abkürzung der Cirkulationszeit beiträgt, kann es indirekt den vom industriellen ||264| Kapitalisten producirten Mehrwerth vermehren helfen. Soweit es den Markt ausdehnen hilft und die Theilung der Arbeit zwischen den Kapitalen vermittelt, also das Kapital befähigt auf größrer Stufenleiter zu arbeiten, befördert seine Funktion die Produktivität des industriellen Kapitals und dessen Akkumulation. Soweit es die Umlaufszeit abkürzt, erhöht es das Verhältniß des Mehrwerths zum vorgeschoßnen Kapital, also die Profitrate. Soweit es einen geringern Theil des Kapitals als Geldkapital in die Cirkulationssphäre einbannt, vermehrt es den direkt in der Produktion angewandten Theil des Kapitals.

Quelle: MEGA II/15: Das Kapital Kritik der politischen Ökonomie, Dritter Band, Seite 263-276