MEW/26/ME26-1359.html

Handwerker, Manufakturisten oder Kaufleute niemals im geringsten auf andere Weise vermehrt werden als durch Ersparung und Akkumulation eines Teils dessen, was für ihren täglichen Unterhalt bestimmt ist; sie können folglich nur durch Entsagung oder Sparsamkeit etwas zum Gesamtkapital beitragen"

(Entsagungstheorie des Senior und Spartheorie des Adam Smith),

„Landbebauer dagegen können ihr gesamtes Einkommen verzehren und doch gleichzeitig den Staat bereichern, denn ihr Fleiß liefert ein Mehrprodukt, das Rente genannt wird." (p. 6.)

„Eine Menschenklasse, deren Arbeit (obwohl sie etwas produziert) nicht mehr produziert, als was verausgabt wurde, um diese Arbeit zu bewirken, darf mit der höchsten Berechtigung eine unproduktive Klasse genannt werden." (p. 10.)

Produktion von Mehrwert sehr zu unterscheiden von transfer1 desselben.

„Die Vermehrung der Revenue" {dies ist Akkumulation} „ist nur indirekt der Gegenstand der Ökonomisten… Ihr Gegenstand ist die Produktion und Reproduktion der Revenue." (p. 18.)

Und dies ist das Große an der Physiokratie. Sie fragt sich, wie wird der Mehrwert (bei ihm [Gray] gleich Revenue) produziert und reproduziert? Die Frage, wie er reproduziert wird auf größerer Stufenleiter, i. e. vermehrt wird, kommt in zweiter Linie. Seine Kategorie, das Geheimnis seiner Produktion ||1450| muß erst enthüllt sein.

Mehrwert und commercial capital2.

„Wenn es sich um die Produktion der Revenue handelt, ist es ganz unlogisch, ihr die Übertragung von Revenue zu unterstellen, worauf sich alle Handelsgeschäfte reduzieren lassen." (p. 22.) „Was bedeutet das Wort commerce anderes als commutatio mercium3…, der mitunter für den einen vorteilhafter ist als für den anderen; was aber der eine gewinnt, verliert stets der andere, und ihr Handel bringt in Wirklichkeit keine Vermehrung hervor." (p. 23.) „Wenn ein Jude eine Krone für 10 sh. oder einen Farthing aus der Zeit der Königin Anna für eine Guinee verkaufte, so würde er zweifellos sein eigenes Einkommen vermehren, aber er würde damit nicht die Menge des vorhandenen Edelmetalls vergrößern; und die Natur dieses Handels wäre dieselbe, ob nun sein Raritäten sammelnder Kunde in derselben Straße mit ihm wohnte oder in Frankreich oder in China." (p. 23.)

Bei den Physiokraten der Profit der Industrie erklärt als profit upon alienation4 (also merkantilistisch). Dieser Engländer zieht daher den richtigen Schluß, daß dieser Profit bloß ein Gewinn, wenn die Industriewaren ins Ausland verkauft. Aus der merkantilistischen Prämisse zieht er den richtigen merkantilistischen Schluß.

„Kein Manufakturist, wieviel er auch selbst gewinnen mag, fügt etwas zu der nationalen Revenue hinzu, wenn seine Ware im Inland verkauft und konsumiert wird; denn der Käuferverliert genau das …, was der Manufakturist gewinnt … Was hier vor sich geht, ist ein Austausch zwischen dem Verkäufer und dem Käufer, aber keine Vermehrung." (p. 26.) „Um dem Mangel eines Überschusses abzuhelfen …, schlägt der Unternehmer einen Profit von 50 Prozent auf seine Auslagen an Arbeitslohn oder 6 d. je Schilling auf jeden Arbeitslohn auf… Und wenn die Manufakturware ins Ausland verkauft ist, würde dies der nationale Profit" (p. 27) von soundso viel „artificers5" sein.

Sehr gute Darstellung der Gründe des holländischen Reichtums. Fischfang. (Hätte auch Viehzucht anführen sollen.) Monopoly of the spices of the East. Carrying trade.6 Geldverpumpen ins Ausland (Beiheft H, S. 36, 37).

Die „Manufakturisten sind eine nützliche Klasse", aber keine „produktive Klasse." (p. 35.) Sie „bewirken eine Umwandlung oder Übertragung der Revenue, die der Bodenbebauer früher beschafft hat, indem sie dieser Revenue in einer neuen Form Dauerhaftigkeit verleihen." (p. 38.)

Es gibt nur 4 essential classes. Productive class or cultivators. Manufacturers. Defenders. The class of instructors7, die er den physiokratischen Décimateurs8 oder Pfaffen substitutes9, „denn jede zivilisierte Gesellschaft muß ernährt, bekleidet, verteidigt und unterrichtet werden" (p. 51).

Der Fehler der Economists besteht darin, daß sie

„die Empfänger von Grundrenten, als bloße Rentenempfänger, für eine produktive Klasse in der Gesellschaft hielten … sie haben bis zu einem gewissen Grad ihren Fehler wiedergutgemacht dadurch, daß sie andeuteten, Kirche und König sollten aus diesen Renten erhalten werden. Dr. Smith … läßt das" (diesen error10 der Economists) „durch diese ganze Untersuchung hindurchgehen" (dies richtig) „und richtet seine Widerlegung gegen den richtigen Teil des Systems der Ökonomisten." (p. 8.)

||1451| Die landlords als solche sind nicht nur keine produktive, sondern nicht einmal an essential class of society.

„Die Grundeigentümer als bloße Empfänger von Grundrenten sind keine notwendige Klasse der GesellschaftIndem sie die Grundrenten von ihrem ursprünglichen Zweck, der Verteidigung des Staates, trennen, verwandeln sich die Empfänger dieser Renten aus einer notwendigen in eine der überflüssigsten und lästigsten Klassen der Gesellschaft." (p. 51.)

Sieh das Weitere darüber, das sehr gut ist, – und diese Polemik gegen die Grundrentner vom physiokratischen Standpunkt als Abschluß ihrer Doktrin sehr wichtig, S. 38, 39 (Beiheft H).

Weist nach, daß die reelle Steuer auf Land türkisch (l. c. p. 59).

Der landlord besteuert nicht nur improvements of land11, sondern of presumption of future improvement12 (S. 40) [p. 63, 64]. Steuer auf Rente (S. 40, Heft, l. c.) [p. 65].

Die physiokratische Doktrin anciently established13 in England, Ireland, feudalen Europa, Empire of the Mogul14 (S. 42, l. c.) [p. 93, 94].

Der landlord als tax-imposer15 (S. 43, l. c.) [p. 118].

Die physiokratische Borniertheit bricht in folgendem hervor (Mangel an Verständnis der Teilung der Arbeit):

Gesetzt, ein Uhrmacher oder Kalikofabrikant kann seine Uhr oder Kaliko nicht verkaufen. {Aber gesetzt, ein Produzent von Kohlen, Eisen, Flachs, Indigo etc. kann diese Produkte nicht verkaufen, oder selbst ein Kornproduzent kann sein Korn nicht verkaufen. Hierüber sehr gut der vorhin zitierte Béardé de l'Abbaye. Er [Gray] muß geltend machen die unmittelbare Produktion gegen die Warenproduktion, sehr im Widerspruch damit, daß wieder die valeur vénale16 die Hauptsache bei den Physiokraten. Aber dies geht bei dem Burschen durch. Die bürgerlichen Anschauung innerhalb der Vorstellungsweise der antebürgerlichen.} Zeigt,

„daß ein Manufakturist sich nur dadurch bereichert, daß er ein Verkäufer ist" (zeigt nur, daß er sein Produkt als Ware produziert) „und daß dann, wenn er aufhört, ein Verkäufer zu sein, seine Profite" (und wo bleiben die profits des farmers who is not a seller?) „sofort aufhören, weil sie nicht natürliche, sondern künstliche Profite17 sind. Der Bodenbebauer dagegen … kann bestehen und gedeihen und sich vermehren, ohne daß er etwas verkauft." (p. 38, 39.)

(Dann muß er aber zugleich manufacturer sein.)

Gegen A. Youngs High Price18, als wichtig für die prosperity of agriculture19; aber dies zugleich Polemik gegen die Physiokratie (S. 41, 42, Beiheft H, und 43) [l. c. p. 65–78 und 118].

Aus nominellem Erhöhen des Preises auf seiten des Verkaufes kann der Mehrwert nicht abgeleitet werden.

„Durch die Heraufsetzung des nominellen Werts des Produkts … werden die Verkäufer nicht reicher…, da sie genau das, was sie als Verkäufer gewinnen, in ihrer Eigenschaft als Käufer wieder ausgeben." (p. 66.)

Vanderlintisch:

„Solange für jeden Müßiggänger ein anbaufähiges Stück Land gefunden werden kann, sollte kein Müßiggänger ohne ein Stück Land bleiben. Arbeitshäuser sind eine gute Sache; aber Arbeitsfelder sind viel besser." (p. 47.)

Gegen das farm system, für long leases20, da das Grundeigentum sonst nur die Produktion hindert und improvements (S. 43) [p. 118–123]. („Irish right of tenancy".) [XXIII–1451||

Quelle: Marx/Engels: Werke, Bd. 26.1, Berlin: Dietz Verlag 1965, S. 359-362.