|I-1| II.) Das Kapitel vom Geld.
Alfred Darimon: De la Réforme des Banques. Paris 1856. I.«Tout le mal vient de la prédominance que l'on s'obstine à conserver aux métaux précieux dans la circulation et les échanges.» (1,2.)
Beginnt mit den Maaßregeln, die im October 1855 die Banque de France ergriff pour remédier à la diminution progressive de son encaisse. (2) Will uns ein statistisches Tableau des Zustandes dieser Bank während der 5 lezten Monate geben, die ihren Octobermaaßregeln vorhergingen. Vergleicht zu diesem Behuf ihren Bullionvorrath während jedes dieser 5 Monate und die „fluctuations de portefeuille“, d. h. die Masse der von ihr gemachten discounts (in ihrem Portefeuille befindlichen Handelspapiere, Wechsel). Die Zahl, die den Werth der im Besitz der Bank befindlichen securities ausdrückt, „représente“, nach Darimon, „le plus ou moins de besoin que le public éprouvait de ses services, ou, ce qui revient au même, les nécessités de la circulation“. (2) Ce qui revient au même? Du tout. Wenn die Masse der zum discount präsentirten bills identisch wäre mit den „Bedürfnissen der Circulation“, des Geldumlaufs im eigentlichen Sinn, müßte der Notenumlauf bestimmt sein durch die Masse der discontirten Wechsel. Diese Bewegung nun ist durchschnittlich nicht nur nicht parallel, sondern oft eine umgekehrte. Die Masse der discontirten Wechsel und die Fluctuationen darin drücken die Bedürfnisse des Credits aus, während die Masse des circulirenden Gelds durch ganz verschiedne Einflüsse bestimmt wird. Um irgend wie zu Schlüssen über die Circulation zu gelangen, hätte Darimon vor allem neben der Rubrik des Bullionvorraths und der Rubrik der discontirten Wechsel eine Rubrik über den Betrag der circulirenden Noten aufstellen müssen. Um über die Bedürfnisse der Circulation zu sprechen, lag es in der That nahe zunächst die Fluctuationen in der wirklichen Circulation zu constatiren. Das Weglassen dieses nothwendigen Glieds der Vergleichung verräth sofort die dilettantische Stümperhaftigkeit und das absichtliche Zusammenwerfen der Bedürfnisse des Credits mit denen des Geldumlaufs – eine Zusammenwerfung, worauf in der That das ganze Geheimniß der Proudhonschen Weisheit beruht. (Sterblichkeitsliste, wo auf der einen Seite die Krankheiten, auf der andren die Todesfälle figurirten, aber die Geburten vergessen wären.)
Die zwei Rubriken (sieh p.3), die Darimon giebt, die Rubrik des Metallvorraths der Bank von April bis September auf der einen, die Bewegung ihres Portefeuilles auf der andern Seite, drücken nichts aus als das tautologische Factum, wozu es keines Aufwandes statistischer Illustrationen bedarf, daß in demselben Maasse, wie der Bank Wechsel eingebracht wurden, um ihr Metall zu entziehn, ihr Portefeuille sich mit Wechseln füllte und ihr Keller sich von Metall leerte. Und selbst diese Tautologie, die Darimon durch seine Tabelle beweisen will, ist nicht rein in ihr ausgedrückt. Sie zeigt vielmehr, daß vom 12 April bis 13 September 1855 der Metallvorrath der Bank sank um ungefähr 144 Millions, während die Papiere in ihrem Portefeuille stiegen um ungefähr 101 Millionen. Die Abnahme des Bullionvorraths übertraf also um 43 Millionen die Zunahme der discontirten Handelspapiere. Die Identität beider Bewegungen scheitert an diesem Gesammtergebniß der 5 monatlichen Bewegung. Eine genauere Vergleichung der Zahlen zeigt uns andre Incongruenzen.
| Metallvorrath in der Bank | Von der Bank discontirte Papiere | ||||||
| 12 April | – | 432614797 | fcs. | 12 April | – | 322904313 | |
| 10 Mai | – | 420914028 | 10 Mai | – | 310744925. | ||
In andren Worten: Vom 12t April bis 10 Mai fällt der Metallvorrath um 11700769, während die Zahl der securities zunimmt um 12159388; d. h. die Zunahme der securities übertrifft um ungefähr Million (458619 fcs) die Abnahme des Metallvorraths. Die umgekehrte Thatsache, aber in weit überraschenderem Umfang zeigt sich, wenn wir den Monat Mai mit Monat Juni vergleichen:
| Metallvorrath in der Bank | Von der Bank discontirte Papiere | ||||||
| 10 Mai | – | 420914028 | 10 Mai | – | 310744925 | ||
| 14 Juni | – | 407769813 | 14 Juni | – | 310369439.| | ||
|2| Vom 10 Mai bis zum 14ten Juni hatte demnach der Metallvorrath ab genommen um 13144215 fcs. Waren ihre securities in demselben Maaß gewachsen? Umgekehrt sie waren gefallen in demselben Zeitraum um 375486 fcs. Hier haben wir daher nicht mehr blos quantitatives Mißverhältniß im Fallen auf der einen und dem Steigen auf der andern Seite. Das umgekehrte Verhältniß der beiden Bewegungen selbst ist verschwunden. Enormer Fall auf der einen Seite ist begleitet von relativ schwachem Fall auf der andren Seite.
| Metallvorrath in der Bank | Von der Bank discontirte Papiere | ||||||
| 14 Juni | – | 407769813 | 14 Juni | – | 310369439 | ||
| 12 Juli | – | 314629614 | 12 Juli | – | 381699256. | ||
Die Vergleichung der Monate Juni und Juli zeigt Abnahme des Metallvorraths um 93140199 und Zunahme der securities um 71329717, d. h. die Abnahme des Metallvorraths um 21810482 fcs grösser als die Zunahme des Portefeuilles.
| Metallvorrath in der Bank | Von der Bank discontirte Papiere | ||||||
| 12 Juli | – | 314629614 | 12 Juli | – | 381699256 | ||
| 9 August | – | 338784444 | 9 August | – | 458689605. | ||
Wir sehn auf beiden Seiten Zunahme, auf der des Metallvorraths um 24154830, auf der des Portefeuilles die viel bedeutendere um 66990349 fcs.
| Metallvorrath in der Bank | [Von der Bank discontirte Papiere] | ||||||
| 9 August | – | 338784444 | 9 August | – | 458689605 | ||
| 13 Sept. | – | 288645333 | [13 Sept.] | – | 431390562. | ||
Das Fallen des Metallvorraths um 50139111 fcs. ist hier begleitet von einem Fallen der securities um 27299043 fcs. (December 1855, trotz der restrictiven Maaßregeln der Banque de France war ihre encaisse wieder um 24 Millionen vermindert.)
Was Sauce für den Gänserich ist, ist Sauce für die Gans. Die Wahrheiten, die aus einem successiven Vergleich der 5 Monate hervorgehn, besitzen denselben Anspruch auf Sicherheit als die Wahrheiten, die aus Herrn Darimons Vergleich der beiden Endpunkte der Reihe sich ergeben. Und was zeigt die Vergleichung? Wahrheiten, die sich wechselseitig verschlingen. – Zweimal Wachsen des Portefeuilles mit Fall des Metallvorraths, aber so daß der Fall des leztern das Wachsthum des andren nicht erreicht (Monat April bis Mai und Juni bis Juli). Zweimal Fall des Metallvorraths begleitet vom Fall des Portefeuilles, aber so daß der Fall des leztren den des erstren nicht deckt (Monat Mai bis Juni und Monat August bis September); endlich einmal Zunahme des Metallvorraths und Zunahme des Portefeuilles, aber so daß die erstre die zweite nicht deckt. Fall auf der einen Seite, Zunahme auf der andren; Fall auf beiden Seiten; Zunahme auf beiden Seiten; also alles nur kein sich gleichbleibendes Gesetz, nur vor allem kein umgekehrtes Verhältniß, nicht einmal eine Wechselwirkung, da Fall im Portefeuille nicht die Ursache des Falles im Metallvorrath, und Zunahme im Portefeuille nicht Ursache der Zunahme im Metallvorrath sein kann. Das umgekehrte Verhältniß und die Wechselwirkung ist nicht einmal durch die isolirte Vergleichung, die Darimon zwischen dem ersten und lezten Monat aufstellt, constatirt. Wenn die Zunahme im Portefeuille von 101 Million die Abnahme im Metallvorrath um 144 Millionen nicht deckt, so bleibt die Möglichkeit, daß die Zunahme auf der einen Seite ||3| und die Abnahme auf der andren in gar keinem Causalnexus zu einander stehn. Die statistische Illustration statt eine Antwort zu geben, hat vielmehr eine Masse sich durchkreuzender Fragen aufgeworfen, statt Eines Räthsels einen Schock. Die Räthsel verschwänden in der That, sobald Herr Darimon neben seine Rubriken des Metallvorraths und des Portefeuilles (der discontirten Papiere) die Rubriken der Notencirculation und der Depositen hinstellte. Geringerer Fall auf Seiten des Metallvorraths als die Zunahme des Portefeuilles erklärte sich daraus, daß das Deposit von Metall gleichzeitig gewachsen war oder daß ein Theil der für Disconto ausgegebnen Noten nicht gegen Metall ausgetauscht wurde, sondern in Circulation blieb, oder endlich daß ohne die Circulation zu vermehren die ausgegebnen Noten sofort in der Form von Depositen oder in Zahlung verfallener Wechsel zurückkehrten. Fall des Metallvorraths begleitet von geringrem Fall des Portefeuilles, erklärte sich daraus daß Deposits der Bank entzogen oder Noten zum Austausch gegen Metall ihr gebracht wurden und ihr eignes Discontogeschäft so beeinträchtigt wurde durch die Besitzer der entzognen Depositen oder der versilberten Noten. Endlich geringer Fall des Metallvorraths begleitet von geringerm Fall des Portefeuilles erklärte sich aus denselben Gründen. (Abfluß zur Ersetzung des Silbergeldes im Innern des Landes lassen wir ganz ausser Acht, da Darimon sie nicht in den Bereich seiner Betrachtung zieht.) Aber die Rubriken, die sich so wechselseitig erklärt hätten, hätten auch bewiesen, was nicht bewiesen werden sollte, daß die Befriedigung wachsender Handelsbedürfnisse auf Seiten der Bank nicht nothwendig Vermehrung ihres Notenumlaufs bedingt, daß die Vermindrung oder Vermehrung dieses Umlaufs der Vermindrung oder Vermehrung ihres Metallvorraths nicht entspricht, daß die Bank die Masse der Circulationsmittel nicht controllirt etc – lauter Resultate, die Herrn Darimon nicht in seinen Kram paßten. In seiner Hast seine vorgefaßte Meinung den Gegensatz zwischen der metallenen Grundlage der Bank, repräsentirt in ihrem Metallvorrath, und den Bedürfnissen der Circulation, nach seiner Ansicht repräsentirt im Portefeuille schreiend hinzustellen, reißt er zwei Rubriken aus ihrer nothwendigen Ergänzung heraus, die allen Sinn in dieser Isolirung verlieren oder höchstens gegen ihn zeugen. Wir haben uns bei diesem fait aufgehalten, um den ganzen Werth der statistischen und positiven Illustrationen der Proudhonianer an einem Beispiel aufzuklären. Statt daß ökonomische Thatsachen die Probe ihrer Theorieen liefern, liefern sie den Beweis der Nichtüberwältigung der Thatsachen, um mit ihnen spielen zu können. Ihre Art mit den Thatsachen zu spielen zeigt vielmehr die Genesis ihrer theoretischen Abstraktion.
Folgen wir Darimon weiter.
Als die Bank von Frankreich ihren Metallvorrath um 144 Millionen vermindert und ihr Portefeuille um 101 Millionen gewachsen sah, ergriff sie am 4 und 18t Oktober 1855 Vertheidigungsmaaßregeln für ihren Keller gegen ihr Portefeuille. Sie erhob den Disconto successiv von 4 auf 5 und von 5 auf 6% und reducirte die Verfallzeit der zum Discont präsentirten Wechsel von 90 auf 75 Tage. In andren Worten: Sie erschwerte die Bedingungen, unter denen sie ihr Metall dem Handel zur Verfügung stellte. Was beweist dieß? „Daß“, sagt Darimon, „eine Bank die nach den jetzigen Principien organisirt, d. h. auf die Vorherrschaft des Goldes und Silbers gegründet ist, dem Dienst des Publics sich genau in dem Moment entzieht, wo das Publicum ihrer Dienste am meisten bedarf. “ Bedurfte Herr Darimon seiner Zahlen um zu beweisen, daß die Zufuhr in demselben Maasse ihre Dienste vertheuert, in welchem die Nachfrage ihr Ansprüche stellt? (und sie überholt). Und folgen die Herren, die das „Publicum“ der Bank gegenüber repräsentiren, nicht derselben „angenehmen Gewohnheit des Daseins“? Die philanthropischen Getreidehändler, die ihre Wechsel der Bank präsentirten, um Noten zu erhalten, um die Noten gegen das Gold der Bank auszutauschen, um das Gold der Bank gegen das Getreide des Auslands einzutauschen, um das Getreide des Auslands mit dem Geld des französischen Publicums einzutauschen, gingen sie etwa von der Idee aus, daß weil das Publicum jezt am meisten des Getreides bedürfte, es nun ihre Pflicht sei ihm Getreide zu wohlfeileren Bedingungen abzulassen, oder stürzten sie nicht vielmehr auf die Bank um das Steigen der Getreidepreisse, die Noth des Publicums, das Mißverhältniß seiner Nachfrage zur Zufuhr zu exploitiren? Und die Bank soll von diesem allgemeinen ökonomischen Gesetze ausgenommen sein? Quelle idée! Aber die jetzige Organisation der Banken mag es mit sich bringen, daß Gold in so grosser Quantität aufgehäuft werden muß, um das Kaufmittel, das im Falle der Getreidenoth aufs nützlichste für die Nation verwandt werden könnte, zum Brachliegen zu verdammen, um überhaupt Capital, das die ergiebigen | |4| Verwandlungen der Production durchlaufen sollte, zur unproductiven und faulen Grundlage der Circulation zu machen? In diesem Falle handelte es sich also darum, daß in der jetzigen Organisation der Banken der unproductive Metallvorrath noch über seinem nöthigen Minimum steht, weil die Ersparung von Gold und Silber innerhalb der Circulation noch nicht auf ihre ökonomische Grenze zurückgedrängt ist. Es handelte sich um ein mehr oder minder auf derselben Grundlage. Aber die Frage wäre zusammengeschrumpft von der socialistischen Höhe auf die bürgerlich praktische Fläche, worin wir sie bei dem größten Theil der englisch-bürgerlichen Gegner der Bank von England spaziren finden. Quelle chute! Oder handelt es sich nicht um ein mehr oder minder der Ersparung des Metalls durch Noten und andre Bankvorrichtungen, sondern um gänzliches Verlassen der Metallgrundlage? Aber dann taugt wieder die statistische Fabel nicht noch ihre Moral. Wenn die Bank unter welchen Bedingungen immer, edle Metalle ins Ausland schicken soll im Falle der Noth, muß sie dieselben vorher aufhäufen, und wenn das Ausland sie im Austausch für seine Waaren annehmen soll, müssen sie ihre Vorherrschaft behauptet haben.
Die Ursachen die der Bank ihr edles Metall entführten, waren nach Darimon Mißerndte und daher Nothwendigkeit der Getreideeinfuhr vom Ausland. Er vergißt den Ausfall in der Seidenerndte und die Nothwendigkeit sie massenweis von China zu kaufen. Ferner sagt Darimon: die grossen und zahlreichen Unternehmungen, die mit den lezten Monaten der Pariser Industrieausstellung zusammenfielen. Er vergißt wieder die grossen Speculationen und Unternehmungen im Ausland, die der Crédit mobilier und seine Rivalen unternahmen, um wie Isaac Péreire sagt, zu zeigen daß das französische Capital sich vor den andren Capitalen ebenso durch seine kosmopolitische Natur auszeichnet, wie die französische Sprache vor den andern Sprachen. Dazu die durch den orientalischen Krieg verursachte unproductive Ausgabe, Anleihe von 750 Millions. Also auf der einen Seite ein grosser und plötzlicher Ausfall in zwei der bedeutendsten Zweige der französischen Production! Auf der andren eine ungewöhnliche Verwendung des französischen Capitals auf ausländischen Märkten in Unternehmungen, die keineswegs ein unmittelbares Equivalent schufen und theilweise vielleicht nie ihre Productionskosten decken werden! Um auf der einen Seite die Abnahme der inländischen Production durch Einfuhr zu decken und auf der andren die Zunahme in ausländischen Industrieunternehmungen, dazu waren erheischt nicht Circulationszeichen die zum Austausch von Equivalenten dienen, sondern die Equivalente selbst, nicht Geld, sondern Capital. Der Ausfall in der französischen inländischen Production war jedenfalls kein Equivalent für die Beschäftigung französischen Capitals im Ausland. Gesezt nun die Bank von Frankreich habe nicht auf metallner Grundlage geruht und das Ausland sei willig gewesen das französische Equivalent oder Capital in jeder Form, nicht nur in der spezifischen der edlen Metalle anzunehmen. Wäre die Bank nicht ebenso gezwungen gewesen, die Bedingungen ihres Disconto zu erhöhen grade in dem Moment, wo ihr „Publicum“ am meisten auf ihre Dienste drang? Die Noten, worin sie die Wechsel dieses Publicums discontirt, sind jezt nichts als Anweisungen auf Gold und Silber. Sie wären in unsrer Unterstellung Anweisungen auf den Productenvorrath der Nation und ihre unmittelbar verwendbare Arbeitskraft: der erste beschränkt, die zweite nur innerhalb sehr positiver Grenzen und in bestimmten Zeitperioden vermehrbar. Andrerseits die Papiermaschine unerschöpflich und wie durch Zauberschlag wirkend. Gleichzeitig während die Getreide- und Seidenmißerndten den direkt austauschbaren Reichthum der Nation enorm verminderten, die auswärtigen Eisenbahn-, Bergwerksunternehmungen etc, denselben direkt austauschbaren Reichthum fixirend in einer Form, die kein unmittelbares Equivalent schafft und ihn daher für den Augenblick ohne Ersatz verschlingt! Der direkt austauschbare, circulationsfähige, ins Ausland schickbare Reichthum der Nation also unbedingt vermindert! Auf der andren Seite unbeschränktes Wachsen der Bankanweisungen. Unmittelbare Folge: Steigen im Preisse der Producte, der Rohmaterialien und der Arbeit. Auf der andren Seite Fallen im Preisse der Bankanweisungen. Die Bank hätte nicht den Nationalreichthum durch Zauberschlag vermehrt, sondern nur durch eine sehr gewöhnliche Operation ihr eignes Papier entwerthet. Mit dieser Entwerthung plötzliche Lähmung der Production? Aber nein, ruft der Proudhonist. Unsre neue Bankorganisation würde sich ||5| nicht mit dem negativen Verdienst befriedigen, die Metallgrundlage abzuschaffen, und alles andre beim Alten zu lassen. Sie würde ganz neue Productions- und Verkehrsbedingungen schaffen, also unter ganz neuen Voraussetzungen eingreifen. Hat nicht auch die Einführung der jetzigen Banken zu ihrer Zeit die Productionsbedingungen revolutionirt? Wäre ohne die Concentration des Credits, die sie bewirkte, ohne die Staatsrente die sie schuf im Gegensatz zur Grundrente, und dadurch die Finanz im Gegensatz zum Grundeigenthum, das moneyed interest im Gegensatz zum landed interest, wäre ohne dieß neue Circulationsinstitut die grosse moderne Industrie möglich geworden, die Actienunternehmungen etc? die tausendfachen Formen von Circulationspapieren, die ebensosehr Producte als Productionsbedingungen des modernen Handels und der modernen Industrie sind?
Wir sind hier bei der Grundfrage angelangt, die mit dem Ausgangspunkt nicht mehr zusammenhängt. Die Frage wäre allgemein: Können durch Aenderung im Circulationsinstrument – in der Organisation der Circulation – die bestehenden Productionsverhältnisse und die ihnen entsprechenden Distributionsverhältnisse revolutionirt werden? Fragt sich weiter: Kann eine solche Transformation der Circulation vorgenommen werden, ohne die bestehnden Productionsverhältnisse und die auf ihnen beruhenden gesellschaftlichen Verhältnisse anzutasten? Wenn jede solche Transformation der Circulation selbst wieder Veränderungen der andren Productionsbedingungen und gesellschaftliche Umwälzungen voraussezte, so fiele natürlich von vorn herein die Lehre, die ihre Circulationskunststücke vorschlägt, um einerseits den gewaltsamen Charakter der Veränderungen zu vermeiden, andrerseits diese Veränderungen selbst nicht zur Voraussetzung, sondern umgekehrt zum allmählichen Resultat der Circulationsumwandlung machen will. Die Falschheit dieser Grundvoraussetzung würde hinreichen das gleiche Mißverständniß über den innern Zusammenhang der Productions-, Distributions- und Circulationsverhältnisse zu beweisen. Die oben angedeutete historische Instanz kann natürlich nicht den Ausschlag geben, da die modernen Creditinstitute ebenso sehr Wirkung als Ursache der Concentration des Capitals waren, nur ein Moment in derselben bilden, und Concentration des Vermögens ebenso sehr durch Mangel an Circulation (wie im alten Rom) als durch erleichterte Circulation beschleunigt wird. Es wäre ferner zu untersuchen, oder schlüge vielmehr in die allgemeine Frage, ob die verschiednen civilisirten Formen des Geldes – Metallgeld, Papiergeld, Creditgeld, Arbeitsgeld (leztres als socialistische Form) – erreichen können, was von ihnen verlangt wird, ohne das in der Categorie Geld ausgedrückte Productionsverhältniß selbst aufzuheben, und ob es dann andrerseits nicht wieder eine sich selbst auflösende Forderung ist, durch die formelle Umwandlung eines Verhältnisses sich über wesentliche Bedingungen desselben wegsetzen zu wollen? Die verschiednen Formen des Geldes mögen der gesellschaftlichen Production auf verschiednen Stufen besser entsprechen, die eine Uebelstände beseitigen, denen die andre nicht gewachsen ist; keine aber, solange sie Formen des Geldes bleiben, und solange das Geld ein wesentliches Productionsverhältniß bleibt, kann die dem Verhältniß des Geldes inhärenten Widersprüche aufheben, sondern sie nur in einer oder der andern Form repräsentiren. Keine Form der Lohnarbeit, obgleich die eine Mißstände der andren überwältigen mag, kann die Mißstände der Lohnarbeit selbst überwältigen. Ein Hebel mag besser den Widerstand der ruhenden Materie überwinden, als der andre. Jeder beruht darauf, daß der Widerstand bleibt. Diese allgemeine Frage über das Verhältniß der Circulation zu den übrigen Productionsverhältnissen kann natürlich erst am Schluß aufgeworfen werden. Verdächtig bleibt es von vorn herein, daß Proudhon und Consorten sie nicht einmal in ihrer reinen Form aufstellen, sondern nur gelegentlich darüber declamiren. Wo daran angestreift wird, wird jedesmal genau zuzusehn sein.
Soviel geht gleich aus dem Eingang Darimons hervor, daß Geldumlauf und Credit völlig identificirt werden, was ökonomisch falsch ist. (Der Crédit gratuit nebenbei bemerkt ist nur eine heuchlerische spießbürgerliche und ängstliche Form für das: La propriété c'est le vol. Anstatt daß die Arbeiter den Capitalisten das Capital nehmen,sollen die Capitalisten gezwungen werden es ihnen zu geben.) Auch darauf ist zurückzukommen.
In dem behandelten Thema selbst ist Darimon nur dabei angelangt, daß die Banken, die in Credit handeln, wie die Kaufleute, die in Waaren, oder die Arbeiter, die in Arbeit handeln, theurer verkaufen, wenn die Nachfrage steigt im Verhältniß zur Zufuhr, d. h. dem Publicum ihre Dienste in demselben Moment erschweren, wo es ihrer am meisten bedarf. Wir haben gesehn, daß die Bank so thun muß, ob sie convertible oder inconvertible Noten ausgiebt.
Das Verfahren der Bank von Frankreich im October 1855 gab zu einem „immense clameur“ Anlaß (p.4.) und einem „grand débat“ zwischen ihr und den Wortführern des Publicums. Darimon resümirt oder giebt vor diese Debatte zu resümiren. Wir folgen ihm hier nur gelegentlich, weil sein Resumé die Schwäche beider Gegner zeigt durch ihr beständiges desultorisches Abspringen. Herumtappen in äusserlichen Gründen. Jeder der beiden Kämpfer läßt jeden Augenblick seine Waffe fallen, um eine andre hervorzusuchen. Beide kommen nicht zum Schlagen, nicht nur weil sie beständig die Waffen wechseln, womit sie sich schlagen sollen, sondern ebenso sehr, weil sie sich nur auf einem Terrain begegnet sind, um sofort auf ein andres [zu] flüchten.
(Seit 1806 bis 1855 war der Discont in Frankreich nicht auf 6% erhöht; seit 50 Jahren fast immuable à 90 jours le maximum de l'échéance des effets de commerce.)
Die Schwäche, womit Darimon die Bank sich vertheidigen läßt, und seine eigne falsche Vorstellung, geht z. B. aus folgender Stelle seines fictiven Dialogs ||6| hervor:
Sagt der Gegner der Bank: «Vous êtes grâce à votre monopole, la dispensatrice et la régulatrice du crédit. Quand vous vous montrez rigoureuse, non-seulement les escompteurs vous imitent, mais encore ils exagèrent vos rigueurs … Par vos mesures, vous avez jeté l'arrêt dans les affaires.» (5.)
Sagt die Bank und zwar „humblement“: «Que voulez-vous que je fasse? dit humblement la Banque … Pour me garer de l'étranger, il faut que je me gare des nationaux … Avant tout, il faut que j'empêche la sortie du numéraire, sans lequel je ne suis ni ne puis rien.» (5.)
Der Bank wird eine Albernheit untergelegt. Sie wird von der Frage abspringen gemacht, verpuffen in eine allgemeine Phrase, um ihr mit einer allgemeinen Phrase antworten zu können. Die Bank theilt die Illusion Darimons, in diesem Dialog, daß sie durch ihr Monopol wirklich den Credit regulirt. In der That beginnt die Macht der Bank erst, wo die der privaten „escompteurs“ aufhört, in einem Moment daher, wo ihre Macht selbst schon aussergewöhnlich beschränkt ist. Laß sie in einem Augenblick des easy state des money market, wo jeder zu 2 % escomptirt, auf 5% stehn bleiben, und die escompteurs, statt ihr nachzuahmen, werden ihr alle Geschäfte unter der Nase wegescomptiren. Nirgends ist dieß anschaulicher gezeigt, als in der Geschichte der Bank of England seit dem Gesetz von 1844, das sie im Geschäft des Discontirens etc zum wirklichen Rivalen der private bankers machte. Die Bank of England, um während der Perioden der Easiness des Geldmarkts sich einen Antheil und einen wachsenden Antheil am Discontogeschäft zu sichern, war beständig gezwungen ihn herabzusetzen, nicht nur auf, sondern oft unter das Maaß der Private bankers. Ihr „Reguliren des Credits“ ist also cum grano salis zu nehmen, während Darimon seinen Aberglauben an ihre unbedingte Controlle des Geldmarkts und des Credits zum Ausgangspunkt macht.
Statt die Bedingungen ihrer wirklichen Macht über den Geldmarkt critisch zu untersuchen, klammert er [sich] sofort an die Phrase, daß der cash alles für sie ist und daß sie seinen efflux ins Ausland verhüthen muß. Ein Professor des Collège de France (Chevalier) antwortet: „Gold und Silber sind Waaren wie alle andren … Ihre Metallreserve ist nur gut dazu, um in dringenden Augenblicken für Ankäufe ins Ausland geschickt zu werden.“ Die Bank antwortet: „Metallgeld ist nicht eine Waare wie die andren; es ist ein Austauschinstrument und, kraft dieses Titels, genießt es das Privilegium allen andren Waaren Gesetze vorzuschreiben.“ Hier springt Darimon zwischen die Combattanten: „Also muß man diesem Privilegium, das Gold und Silber geniessen, die einzig authentischen Instrumente der Circulation und des Austauschs zu sein, nicht nur die actuelle Crise, sondern die periodischen Handelscrisen zuschreiben.“ Um allen Unannehmlichkeiten der Crisen zu steuern, „würde es hinreichen, daß Gold und Silber Waaren würden wie die andren, oder, exact gesprochen, daß alle Waaren Austauschinstrumente mit demselben Rang (au même titre) (Kraft desselben Titels) würden, wie Gold und Silber; daß die Producte sich wahrhaft gegen Producte austauschten“. (5-7.)
Flachheit mit der hier die Streitfrage vorgestellt ist. Wenn die Bank Anweisungen auf Geld ausgiebt (Noten) und Schuldscheine auf Capital, die in Gold (Silber) rückzahlbar sind (Deposite), versteht es sich von selbst, daß sie die Verminderung ihres Metallvorraths nur bis zu einem gewissen Grad ansehn und ertragen kann, ohne dagegen zu reagiren. Solches hat nichts zu schaffen mit der Theorie des Metallgeldes. Auf die Crisenlehre des Darimon werden wir zurückkommen.
In dem Abschnitt „Petite Histoire des crises de circulation“ läßt Herr Darimon die englische Crise von 1809-11 weg und beschränkt sich darauf unter 1810 zu notiren die Ernennung des Bullioncommittees und unter 1811 läßt er wieder die wirkliche Crise (die 1809 begann) weg und beschränkt sich auf die Annahme durch das Haus der Gemeinen der Resolution daß „die Depreciation der Noten gegen das Bullion nicht von einer Depreciation des Papiergeldes, sondern von einer Vertheurung des Bullion herrührt“ und Ricardo's Pamphlet das die gegentheilige Behauptung aufstellt, wovon die Conclusion sein soll: „Das Geld, in seinem vollkommensten Zustand, ist das Papiergeld.“ (p.22, 23.) Die Crisen von 1809 und 1811 waren hier wichtig, weil die Bank damals unconvertible Noten ausgab, die Crisen also keinenfalls aus der Convertibilität der Noten in Gold (Metall) hervorgingen, also auch keinenfalls durch Abschaffung dieser Convertibilität zu hemmen waren. Darimon hüpft in flinker Schneidermanier über diese seine Crisenlehre widerlegenden Thatsachen weg. Er klammert sich an Ricardo's Aphorism, was mit dem eigentlichen Gegenstand in Frage und des Pamphlets – der Depreciation der Banknoten – nichts zu thun hatte. Er ignorirt, daß Ricardo's Geldlehre vollständig widerlegt ist mit ihren falschen Voraussetzungen, daß die Bank die Anzahl der circulirenden Noten controllirt, daß die Anzahl der Circulationsmittel die Preisse bestimmt, während umgekehrt die Preisse die Anzahl der Circulationsmittel bestimmen etc. Zu Ricardo's Zeit fehlten noch alle Detailuntersuchungen über die Erscheinungen des Geldumlaufs. Dieß beiläufig.
Gold und Silber sind Waaren wie die andren. Gold und Silber sind nicht Waaren wie die andren: als allgemeines Austauschinstrument sind sie die privilegirten Waaren und degradiren die andren Waaren eben kraft dieses Privilegiums. Dieß ist die lezte Analyse, worauf Darimon den Antagonismus reducirt. Schafft das Privilegium des Goldes und Silbers ab, degradirt es zum Rang aller andren Waaren, entscheidet Darimon in lezter Instanz. Dann hebt ihr nicht die spezifischen Uebel des Gold- und Silbergeldes, oder in Gold und Silber convertibler Noten auf. Ihr schafft alle Uebel ab. Oder vielmehr erhebt alle Waaren zu dem nun exclusiv von Gold und Silber beseßnen Monopol. Laßt den Pabst bestehn, aber macht jeden zum Pabst. Schafft das Geld ab, indem ihr jede Waare zu Geld macht und mit den spezifischen Eigenschaften des Geldes verseht. Es fragt sich hier eben, ob nicht das Problem seine eigne Ungereimtheit ausspricht, und daher die Unmöglichkeit der Lösung schon in den von der Aufgabe gestellten Bedingungen liegt. Die Antwort kann oft nur in der Kritik der Frage bestehn und oft nur gelöst werden ||7| indem die Frage selbst verneint wird. Die wirkliche Frage ist: Macht das bürgerliche Austauschsystem selbst nicht ein spezifisches Austauschinstrument nöthig? Schafft es nicht nothwendig ein besondres Equivalent für alle Werthe? Eine Form dieses Austauschinstruments oder dieses Equivalents mag handlicher, passender sein, weniger Inconvenienzen mit sich führen als die andre. Aber die Inconvenienzen, die von der Existenz eines besondren Austauschinstruments hervorgehn, eines besondren und doch allgemeinen Equivalents, müßten sich in jeder Form, wenn auch verschieden, wiedererzeugen. Ueber diese Frage selbst geht Darimon natürlich mit Enthusiasmus fort. Schafft das Geld ab und schafft es nicht ab! Schafft das exclusive Privilegium, das Gold und Silber durch ihre Exclusivität als Geld besitzen ab, aber macht alle Waaren zu Geld, d. h. gebt allen gemeinschaftlich eine Eigenschaft, die von der Exclusivität getrennt nicht mehr existirt.
In den Bulliondrains kommt in der That ein Widerspruch zum Vorschein, den Darimon ebenso flach auffaßt als überwältigt. Es zeigt sich, daß Gold und Silber keine Waaren wie die andern sind und die moderne Oekonomie sich plötzlich und mit Schrecken temporär immer wieder bei den Vorurtheilen des Mercantilsystems ankommen sieht. Die englischen Oekonomen suchen die Schwierigkeit durch eine Distinction zu lösen. Was in den Momenten solcher monetären Crisen verlangt wird, sagen sie, ist nicht Gold und Silber als Geld, Gold und Silber als Münze, sondern Gold und Silber als Capital. Sie vergessen hinzuzufügen: Capital, aber Capital in der bestimmten Form von Gold und Silber. Woher sonst der Efflux grade dieser Waaren, während die meisten andren sich aus Mangel an Efflux depreciiren, wenn Capital in jeder Form ausführbar wäre?
Nehmen wir bestimmte Beispiele: drain in Folge der inländischen Mißerndte in einem Hauptnahrungsmittel (Getreide z. B.), einer ausländischen Mißerndte und daher Vertheurung in einem importirten Hauptconsumtionsgegenstand (z. B. Thee); drain in Folge einer Mißerndte in den entscheidenden Rohmaterialien der Industrie (Baumwolle, Wolle, Seide, Flachs); drain in Folge von Ueberimport (durch Speculation, Krieg etc) verursacht. Der Ersatz eines plötzlichen oder dauernden Ausfalls (in Getreide, Thee, Baumwolle, Flachs etc) beraubt in dem Fall der inländischen Mißerndte die Nation doppelt. Ein Theil ihres angelegten Capitals oder Arbeit ist nicht reproducirt – wirklicher Ausfall in der Production. Ein Theil des reproducirten Capitals muß abgelassen werden, um diese Lücke zu füllen und zwar ein Theil, der nicht in einfach arithmetischem Verhältniß zum Ausfall steht, da das fehlende Product in Folge der verminderten Zufuhr und der vergrösserten Nachfrage auf dem Weltmarkt steigt und steigen muß. Es ist nöthig, genau zu untersuchen, wie sich solche Crisen abgesehn vom Geld ausnehmen würden und welche Bestimmtheit das Geld hereinbringt innerhalb der gegebnen Verhältnisse. (Getreidemißerndte und Ueberimpor- tation die Hauptfälle. Krieg versteht sich von selbst, da er unmittelbar ökonomisch dasselbe ist, als wenn die Nation einen Theil ihres Capitals ins Wasser würfe.)
Fall einer Getreidemißerndte: Die Nation gegen andre Nation betrachtet, ist es klar, daß ihr Capital (nicht nur ihr wirklicher Reichthum) sich vermindert hat, so klar als daß ein Bauer, der seinen Brodteig verbrannt und der ihn nun beim Bäcker kaufen muß, um den Betrag seines Kaufs verarmt ist. Mit Bezug auf das Inland scheint das Steigen des Getreidepreisses, soweit der Werth in Frage kommt, alles beim Alten zu lassen. Abgesehn nur davon, daß die verminderte Quantität Getreide x mit dem erhöhten Preiß in wirklichen Mißerndten nie = der normalen Quantität x mit dem mindren Preiß. Gesezt es würde nur 1 Quarter in England producirt und dieser 1 Quarter erreiche denselben Preiß wie früher die 30 Millionen quarters Weizen. Die Nation würde dann, abgesehn davon, daß ihr die Mittel zur Reproduction des Lebens wie des Getreides fehlten, wenn wir den Arbeitstag um 1 Quarter zu reproduciren = a setzen, a x 30 Millionen Arbeitstage (Productionskosten) für 1 x a Arbeitstag (Product) austauschen; die productive Kraft ihres Capitals hätte sich Millionen-fach vermindert und die Summe der im Land beseßnen Werthe hätte sich vermindert, da jeder Arbeitstag um das 30millionenfache depreciirt wäre. Jedes Stück Capital repräsentirte nur mehr seines frühren Werths, seines Equivalents in Productionskosten, obgleich sich im angegebnen Fall am Nominalwerth des Landescapitals nichts vermindert hätte (abgesehn von der Depreciation des Grund und Bodens), da der verminderte Werth der übrigen Producte durch den erhöhten des 1 Quarter Weizens genau compensirt wäre. Die Erhöhung des Weizenpreisses um das 30millionenfache wäre der Ausdruck einer gleichen Depreciation in allen übrigen Producten. Uebrigens ist diese Unterscheidung von Inland und Ausland durchaus illusorisch. Wie sich die Nation, die den Getreideausfall erduldet, zur fremden Nation, von der sie kauft, verhält sich jedes Individuum der Nation zum Pächter oder Getreidehändler. Die Surplussumme, die es auf Ankauf des Getreides verwenden muß, ist eine direkte Vermindrung seines Capitals, seiner Dispositionsmittel.
Um die Frage nicht zu trüben durch unwesentliche Einflüsse, muß eine Nation, bei der free trade in Korn existirt, vorausgesezt werden. Selbst wenn das eingeführte Getreide so wohlfeil wäre, wie das selbstproducirte, so wäre die Nation ärmer um das von den Pächtern nicht reproducirte Capital. Allein in der gemachten Voraussetzung importirt die Nation stets so viel fremdes Getreide als bei dem normalen Preisse einführbar ist. Das Wachsthum in der Einfuhr unterstellt also Wachsen des Preisses.
Das Steigen im Getreidepreisse ist = dem Fallen im Preisse aller übrigen Waaren. Die erhöhten Productionskosten (repräsentirt im Preisse), zu denen der Quarter Getreide erhalten wird, ist = der verminderten Productivität des Capitals, das in allen andren Formen existirt. Dem Surplus, das für Ankauf des Getreides verwandt wird, muß ein Minus im Ankauf aller andren Producte und schon darum ein Fallen ihrer Preisse entsprechen. Mit oder ohne Metall- oder irgend andres Geld befände sich die Nation in einer Crise, die sich nicht nur auf das Getreide erstreckte, sondern auf alle andren Productionszweige, da nicht nur positiv deren Productivität vermindert, der Preiß ihrer Production depreciirt wäre gegen den durch die normalen Productionskosten bestimmten Werth, sondern auch alle Contracte, Obligationen etc auf den Durchschnittspreissen der Producte beruhn. x Scheffel Getreide müssen z. B. für die Staatsschuld geliefert werden, aber die Productionskosten dieser x Scheffel haben sich in einem bestimmten Verhältniß vermehrt. Ganz ohne Rücksicht auf das Geld befände sich ||8| also die Nation in einer allgemeinen Crise. Nicht nur vom Geld, selbst vom Tauschwerth der Producte abgesehn, hätten sich die Producte depreciirt, die Productivität der Nation vermindert, während alle ihre ökonomischen Verhältnisse auf einer Durchschnittsproductivität ihrer Arbeit gegründet sind.
Die durch einen Getreideausfall verursachte Crise ist also keinenfalls durch den Drain of Bullion erzeugt, obgleich sie durch Hindernisse, die diesem drain entgegen aufgeworfen werden, vermehrt werden kann.
Jedenfalls kann auch nicht mit Proudhon gesagt werden, daß die Crise davon herrühre, daß die edlen Metalle allein einen authentischen Werth besässen im Gegensatz zu den andren Waaren, denn das Steigen des Getreidepreisses heißt in nächster Instanz nur daß mehr Gold und Silber für ein gegebnes Quantum Getreide im Austausch gegeben werden muß, d. h. daß der Preiß des Goldes und Silbers im Verhältniß zum Preisse des Getreides gefallen ist. Gold und Silber theilen also die Depreciation im Verhältniß zum Getreide mit allen übrigen Waaren, von der kein Privilegium sie schüzt. Die Depreciation des Goldes und Silbers gegen Getreide ist identisch mit Steigen der Getreidepreisse (nicht ganz richtig. Der Quarter Getreide steigt von 50 auf 100 sh., also um 50%, aber Cottonwaaren fallen um 100. Das Silber ist gegen das Getreide nur um 50, die Cottonwaaren sind (in Folge stockender Nachfrage, etc) um 100% gegen es gefallen. D. h. die Preisse der andren Waaren fallen tiefer, als die des Getreides steigen. Das Gegentheil findet aber auch Statt. Z. B. in den lezten Jahren, wo das Getreide um 100% temporär stieg, fiel es den Industrieproducten nicht ein in derselben Proportion zu fallen, in der also Gold gegen Getreide gefallen war. Dieser Umstand betrifft zunächst nicht den allgemeinen Satz). Gold kann auch nicht gesagt werden ein Privilegium zu besitzen dadurch, daß als Münze sein Quantum genau und authentisch bestimmt ist. Ein Thaler (Silber) bleibt unter allen Umständen ein Thaler. So bleibt ein Scheffel Weizen ein Scheffel, und eine Elle Leinwand eine Elle.
Die Depreciation der meisten Waaren (Arbeit eingeschlossen) und die daher erfolgende Crise im Fall bedeutenden Getreidemißwachses kann also nicht primitiv der Ausfuhr des Goldes zugeschrieben werden, da die Depreciation und die Crise statt finden würde, wenn gar kein einheimisches Gold ausgeführt und kein fremdes Getreide eingeführt würde. Die Crise reducirt sich einfach auf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr, das bekanntlich im Kreise erster Bedürfnisse – in nationalem Maasse betrachtet – ungleich schärfer und energischer wirkt als in allen andren Kreisen. Die Goldausfuhr ist nicht die Ursache der Getreidecrise, sondern die Getreidecrise die Ursache der Goldausfuhr.
Gold und Silber für sich betrachtet, können nur nach zwei Richtungen hin behauptet werden ihrerseits in die Crise einzugreifen und ihre Symptome zu verschlimmern: 1) Insofern die Goldausfuhr erschwert wird wegen der Metallbedingungen, an die die Banken gebunden sind; insofern die Maaßregeln, die die Bank daher gegen diese Goldausfuhr trifft, nachtheilig auf die inländische Circulation zurückschlagen; 2) Insofern die Goldausfuhr nöthig wird weil die ausländischen Nationen Capital nur in der Form von Gold und in keiner andren Form nehmen wollen.
Die Schwierigkeit Nr. 2 kann fortbestehn, selbst wenn die Schwierigkeit Nr. 1 beseitigt ist. Die Bank von England erfuhr sie grade während der Periode, wo sie gesetzlich befugt war, inconvertible Noten auszugeben. Die Noten fielen gegen das Goldbullion, aber ebenso fiel der mintprice of gold gegen seinen Bullionpreiß. Gold war eine besondre Sorte von Waare gegen die Note geworden. Es kann gesagt werden, daß die Note sofern noch von Gold abhängig blieb, als sie nominell ein bestimmtes Quantum Gold repräsentirte, das in fact nicht auslösbar gegen sie war. Das Gold war ihr Nenner geblieben, obgleich sie gesetzlich nicht mehr gegen diese Quantität Goldes bei der Bank auswechselbar war.
Es unterliegt wohl keinem Zweifel (?) (ist später zu untersuchen und gehört nicht direkt zu dem object in question), daß solange Papiergeld seine Denomination von Gold erhält (also z. B. eine 5-Pfundnote der papierne Repräsentant von 5 sovereigns ist), die Convertibilität der Note in Gold ein ökonomisches Gesetz für sie bleibt, es mag politisch existiren oder nicht. Die Noten der Bank von England fuhren auch von 1799-1819 fort auszusagen, daß sie den Werth eines bestimmten Quantums Gold vorstellten. Wie diese Behauptung anders auf die Probe stellen, als durch die Thatsache, daß die Note in der That so und so viel Bullion commandirt? Von dem Moment an, wo für eine 5-£-Note nicht mehr Bullionwerth = 5 sovereigns zu haben waren, war die Note depreciirt, obgleich sie inconvertible war. Die Gleichheit des Notenwerths mit einem bestimmten Goldwerth, die ihr Titel besagt, trat sofort in Widerspruch mit der faktischen Ungleichheit zwischen Note und Gold. Die Streitfrage zwischen den Engländern, die das Gold festhalten als den Nenner der Note, dreht sich also in der That nicht um die Convertibilität der Note in Gold – die nur die praktische Gleichsetzung ist, die der Titel der Note theoretisch aussagt –, sondern wie diese Convertibilität zu sichern sei, ob diese Convertibilität durch gesetzlich der Bank auferlegte Beschränkungen gesichert oder sich selbst zu überlassen ist? Die leztren behaupten, daß diese Convertibilität bei einer Zettelbank, die auf Wechsel vorschießt, deren Noten also einen gesicherten Reflux haben, on an average gewährleistet ist und daß ihre Gegner es doch nie über diese Durchschnittssicherheit bringen. Das leztre ist ein fact. Der Average, nebenbei gesagt, ist nicht zu verachten und Durchschnittsberechnungen können und müssen so gut die Grundlage der Banken als aller Assecuranzen etc bilden. Auf dieser Seite sind es vor allem die schottischen Banken, die mit Recht als Muster aufgeführt werden. Die strengen Bullionisten ihrer Seits sagen, daß sie es ernst mit der ||9| Convertibilität nehmen, daß die Nothwendigkeit dieser Convertibilität durch die Denomination der Note selbst gegeben ist, daß die Verpflichtung der Bank zu convertiren die Note convertibel hält, eine Schranke bildet gegen overissue, daß ihre Gegner Pseudoanhänger der Inconvertibilität sind. Zwischen diesen beiden Seiten verschiedne Schattirungen, eine Masse kleiner „espèces“. Die Vertheidiger der Inconvertibilität endlich, die entschiednen Antibullionisten, sind, ohne es zu wissen, ebenso Pseudoanhänger der Convertibilität als ihre Gegner der Inconvertibilität weil sie die Denomination der Note bestehen lassen, also die praktische Gleichsetzung von Note von bestimmter Denomination und bestimmtem Goldquantum zum Maaß des Vollwerths ihrer Noten machen. In Preussen existirt Papiergeld mit Zwangskurs. (Ein Reflux ist ihm insofern gesichert, als ein Quotum der Steuern in Papier gezahlt werden muß.) Diese Papierthaler sind keine Anweisungen auf Silber, sind bei keiner Bank gegen es legal austauschbar etc. Sie werden von keiner Handelsbank auf Wechsel geliehn, sondern von der Regierung bei Bestreitung ihrer Ausgaben ausgezahlt. Aber ihre Denomination ist die des Silbers. Ein Papierthaler sagt aus denselben Werth zu repräsentiren als 1 Silberthaler. Würde entweder das Vertrauen in die Regierung gründlich erschüttert, oder würde dieß Papiergeld in größren Proportionen ausgegeben als die Bedürfnisse des Umlaufs erheischen, so hörte der Papierthaler auf in der Praxis dem Silberthaler gleichzustehn, und wäre depreciirt, weil unter den Werth herabgesunken, den sein Titel aussagt. Er würde selbst depreciiren, wenn keiner der obengenannten Umstände einträte, sondern besondres Bedürfniß nach Silber für die Ausfuhr z. B. ihm ein Privilegium gegen den Papierthaler verschaffte. Convertibilität in Gold und Silber ist also praktisches Maaß des Werths jeden Papiergeldes, das seine Denomination vom Gold oder Silber erhält, das Papier sei legal convertibel oder nicht. Ein Nominalwerth läuft nur als Schatten neben seinem Körper her; ob beide sich decken, muß die wirkliche Convertibilität (Austauschbarkeit) desselben beweisen. Sinken des Realwerths unter den Nominalwerth ist Depreciation. Wirkliches Nebeneinanderlaufen, sich Vertauschen, ist Convertibilität. Bei nicht convertiblen Noten zeigt sich die Convertibilität nicht an der Kasse der Bank, sondern am tagtäglichen Austausch zwischen Papier und dem Metallgeld, dessen Denomination es Seite 9 des Heftes I trägt. In der That ist die Convertibilität der convertiblen Noten schon gefährdet, wo sie nicht mehr durch den Alltagsverkehr in allen Theilen des Landes, sondern durch besondre grosse Experimente an der Kasse der Bank bestätigt werden soll. In Schottland auf dem Land wird das Papiergeld selbst dem Metallgeld vorgezogen. Schottland vor 1845, wo ihm das englische Gesetz von 44 aufgedrungen wurde, hat natürlich alle englischen socialen Crisen mitgemacht und manche Crisen in höhrem Grad, da sich das clearing of the land hier rücksichtsloser entwickelte. Nichts desto weniger hat Schottland keine eigentlichen Geldcrisen gekannt (daß einige Banken ausnahmsweis bankrott machten, weil sie leichtsinnig Credit gaben, gehört nicht hierher), keine Depreciation der Noten, kein Klagen und keine Untersuchungen, ob das Quantum der circulirenden currency hinreichend oder nicht etc. Schottland ist hier wichtig, weil es einerseits zeigt wie das Geldsystem auf der jetzigen Grundlage vollständig geregelt sein kann – alle die Uebel abgeschafft, die Darimon bejammert, ohne die jetzige sociale Grundlage zu verlassen; ja während gleichzeitig ihre Widersprüche, Antagonismen, der Klassengegensatz etc einen noch höhren Grad erreichen als in irgendeinem andren Land der Welt. Es ist charakteristisch, daß Darimon sowohl als der Protector der sein Buch einleitet – Emile Girardin, der seine praktische Schwindelei durch theoretischen Utopismus ergänzt – den Gegensatz zu den Monopolbanken wie der Bank of England und Bank of France nicht in Schottland finden, sondern in den Vereinigten Staaten suchen, wo das Banksystem in Folge der erforderlichen Staatscharters nur nominell frei ist, wo nicht die freie Concurrenz der Banken, sondern ein Föderativsystem von Monopolbanken besteht. Allerdings war das schottische Bank- und Geldwesen die gefährlichste Klippe für die Illusionen der Circulationskünstler. Goldgeld oder Silbergeld (wo nicht doppelter legaler standard der Münze) werden nicht gesagt zu depreciiren, so oft ihr relativer Werth gegen alle andren Waaren wechselt. Warum nicht? Weil sie ihren eignen Nenner bilden; weil ihr Titel nicht der eines Werthes ist, d. h. sie nicht an einer dritten Waare geschäzt sind, sondern nur aliquote Theile ihrer eignen Materie ausdrücken. 1 sovereign = so viel Quantum Gold von dem und dem Gewicht. Das Gold also nominell undepreciirbar, nicht weil es allein einen authentischen Werth ausdrückt, sondern weil es als Geld keinen Werth at all ausdrückt, sondern ein bestimmtes Quantum seiner eignen Materie; seine eigne quantitative Bestimmtheit auf der Stirn trägt. (Später näher zu untersuchen, ob dieß distinctive Merkmal des Gold- und Silbergeldes eine immanente Eigenschaft jedes Geldes in lezter Instanz.) Getäuscht von dieser nominellen Undepreciirbarkeit des Metallgeldes, sehn Darimon und Consorten nur die eine Seite die in den Krisen hervorbricht: die Appreciation des Goldes und Silbers gegen fast alle übrigen Waaren; sie sehn nicht die andre Seite, die Depreciation des Goldes und Silbers oder Geldes gegen alle übrigen Waaren (Arbeit vielleicht, nicht immer ausgenommen) in Perioden der s.g. Prosperi- tät, den Perioden des temporären allgemeinen Steigens der Preisse. Da diese Depreciation des Metallgeldes (und aller Geldsorten, die auf ihm beruhn) seiner Appreciation immer vorhergeht, hätten sie ihr Problem umgekehrt stellen müssen: der periodisch wiederkehrenden Depreciation des Geldes vorzubeugen (in ihrer Sprache die Privilegien der Waaren gegen das Geld abzuschaffen). In lezterer Formulirung hätte sich sofort die Aufgabe aufgelöst: Das Steigen und Fallen der Preisse aufzulösen. Leztre: Preisse aufzuheben. Dieses: den Tauschwerth abzuschaffen. Dieses Problem: Den Austausch, wie er der bürgerlichen Organisation ||10| der Gesellschaft entspricht. Dieß lezte Problem: die bürgerliche Gesellschaft ökonomisch zu revolutioniren. Es hätte sich dann von vornherein gezeigt, daß dem Uebel der bürgerlichen Gesellschaft nicht durch Bank„verwandlungen“ oder Gründung eines rationellen „Geldsystems“ abzuhelfen ist.
Convertibilität – legal oder nicht – also bleibt Anforderung an jedes Geld, dessen Titel es zu einem Werthzeichen macht, d. h. es der Quantität einer dritten Waare gleichsezt. Die Gleichsetzung schließt schon die Entgegensetzung, die mögliche Ungleichheit; die Convertibilität schließt ihr Gegentheil, die Inconvertibilität; die Appreciation schließt die Depreciation ein, δυνάμει, wie Aristoteles sagen würde. Setze z. B. der Sovereign hiesse nicht nur Sovereign, was ein bloser Ehrenname für den xten aliquoten Theil einer Unze Goldes ist (Rechenname), wie Meter für eine bestimmte Länge, sondern er hiesse say, x Stunden Arbeitszeit. Unze Gold ist in der That nichts als materialisirt, vergegenständlicht, x Stunden Arbeitszeit. Aber das Gold ist vergangne Arbeitszeit, bestimmte Arbeitszeit. Sein Titel würde ein bestimmtes Quantum Arbeit überhaupt zu seinem Maaßstab machen. Das Pfund Gold müßte convertible sein gegen x Stunden Arbeitszeit, sie jeden Augenblick kaufen können; sobald es mehr oder weniger kaufen könnte, wäre es appreciirt oder depreciirt; im lezten Fall hätte seine Convertibilität aufgehört. Nicht die in den Producten incorporirte Arbeitszeit, sondern die gegenwärtig nöthige Arbeitszeit ist das Werthbestimmende. Nehme das Pfund Gold selbst: es sei das Product von 20 Stunden Arbeitszeit. Gesezt durch irgend welche Umstände bedürfe es später 10 Stunden, um ein Pfund Gold zu produciren. Das Pfund Gold, dessen Titel besagt, daß es = 20 Stunden Arbeitszeit, wäre nun nur noch = 10 Stunden Arbeitszeit, da 20 Stunden Arbeitszeit = 2 Pfund Gold. 10 Stunden Arbeit tauschen sich faktisch aus gegen 1 Pfund Gold; also kann sich 1 Pfund Gold nicht mehr gegen 20 Arbeitsstunden austauschen. Goldgeld mit dem plebejischen Titel: x Arbeitsstunden, wäre größren Schwankungen ausgesezt als irgend ein andres Geld und namentlich als das gegenwärtige Goldgeld; weil Gold gegen Gold nicht steigen oder fallen kann (sich selbst gleich ist), wohl aber die in einem bestimmten Quantum Gold enthaltne vergangne Arbeitszeit beständig steigen oder fallen muß gegen die gegenwärtige lebendige Arbeitszeit. Um es convertibel zu erhalten, müßte die Productivität der Arbeitsstunde stationär gehalten werden. Ja nach dem allgemeinen ökonomischen Gesetz, daß die Productionskosten beständig fallen, daß die lebendige Arbeit beständig productiver wird, also die in Producten vergegenständlichte Arbeitszeit beständig depreciirt, wäre beständige Depreciation das unvermeidliche Schicksal dieses goldnen Arbeitsgeldes. Um diesem Uebelstand zu steuern, könnte gesagt werden, nicht das Gold solle den Arbeitsstundentitel erhalten, sondern wie Weitling vorschlug und vor ihm Engländer und nach ihm Franzosen, darunter Proudhon et Co., Papiergeld, ein bloses Werthzeichen, solle diesen Titel erhalten. Die Arbeitszeit, die in dem Papier selbst verkörpert ist, käme dabei ebenso wenig in Anschlag, als der Papierwerth der Banknoten. Das eine wäre bloser Repräsentant der Arbeitsstunden, wie das andre des Goldes oder Silbers. Wenn die Arbeitsstunde productiver würde, würde der Zettel, der sie repräsentirt, seine Kaufkraft steigern und umgekehrt, gerade wie jezt eine 5-Pfundnote mehr oder weniger kauft, je nachdem der relative Werth des Goldes im Vergleich zu andren Waaren steigt oder sinkt. Nach demselben Gesetz wonach das goldne Arbeitsgeld einer beständigen Depreciation erläge, würde das papierne Arbeitsgeld einer beständigen Appreciation geniessen. Das ist ja grade, was wir wollen; der Arbeiter würde der steigenden Productivität seiner Arbeit froh werden, statt daß er jezt im Verhältniß zu ihr fremden Reichthum, eigne Entwerthung schafft. So die Socialisten. But, unfortunately, there arise some small scruples. D'abord: Wenn wir einmal Geld supponiren, seien es auch nur Stundenzettel, so müssen wir auch Accumulation dieses Geldes voraussetzen und Contracte, Obligationen, fixe Lasten etc, die unter der Form dieses Geldes eingegangen wären. Die accumulirten Zettel würden beständig appreciiren, so gut wie die neu ausgegebnen, und so einerseits die wachsende Productivität der Arbeit den Nichtarbeitern zu Gut kommen, andrerseits die früher contrahirten Lasten gleichen Schritt halten mit der Mehrergiebigkeit der Arbeit. Das Fallen und Steigen des Gold- oder Silberwerths wäre ganz gleichgültig, wenn die Welt jeden Augenblick von neuem angefangen werden könnte und eingegangne Verbindlichkeiten ein bestimmtes Quantum Gold zu zahlen nicht die Schwankungen des Goldwerths überlebten. So hier mit dem Stundenzettel und der Productivität der Stunde.
Der Punkt, der hier zu untersuchen ist, ist die Convertibilität des Stundenzettels. Es führt zum selben Ziel, wenn wir einen Abweg machen. Obgleich noch zu früh, kann einiges über die Delusions bemerkt werden, die dem Stundenzettel zu Grunde liegen und uns in das tiefste Geheimniß blicken lassen, das die P'sche Circulationstheorie mit seiner allgemeinen Theorie verbindet – seiner Theorie von der Werth||11|bestimmung. Wir finden diesen selben Zusammenhang z. B. bei Bray und Gray. Was etwa Wahres darin zu Grunde liegen mag, später zu untersuchen. (Vorher noch incidentally: die Banknoten blos als Anweisungen auf Gold betrachtet, dürften sie nie über das Quantum Goldgeld ausgegeben werden, das sie zu ersetzen vorgeben, ohne zu depreciiren. 3 Anweisungen von 15 l., die ich an 3 verschiedne Gläubiger auf dieselben 15 l. in Gold ausgebe, sind in der That jede nur eine Anweisung auf Pf. = 5 Pfund. Jede dieser Noten wäre also von vornherein auf 33 % depreciirt.)
Der Werth (der reale Tauschwerth) aller Waren (die Arbeit eingeschlossen) ist durch ihre Productionskosten bestimmt, in andren Worten, durch die Arbeitszeit, die zu ihrer Hervorbringung erheischt wird. Der Preiß ist dieser ihr Tauschwerth in Geld ausgedrückt. Die Ersetzung des Metallgeldes (und des von ihm seine Denomination erhaltenden Papier- oder Creditgeldes) durch Arbeitsgeld, das seine Denomination von der Arbeitszeit selbst erhielte, würde also den realen Werth (Tauschwerth) der Waaren und ihren nominellen Werth, Preiß, Geldwerth gleichsetzen. Gleichsetzung des Realen Werths und des Nominellen Werths, des Werths und des Preisses. Dieß würde aber nur erreicht, unter der Voraussetzung, daß Werth und Preiß nur nominell verschieden sind. Solches ist aber keineswegs der Fall. Der durch die Arbeitszeit bestimmte Werth der Waaren ist nur ihr Durch- schnittswerth. Ein Durchschnitt, der als äusserliche Abstraction erscheint, soweit er als die Durchschnittszahl einer Epoche herausaddirt wird, z. B. 1 Pfund Kaffee 1 sh., wenn der Durchschnitt sage der Kaffeepreisse von 25 Jahren gezogen wird; der aber sehr real ist, wenn er zugleich als die Triebkraft und das bewegende Princip der Oscillationen erkannt wird, die die Waarenpreisse während einer bestimmten Epoche durchlaufen. Diese Realität ist nicht nur von theoretischer Wichtigkeit: sie bildet die Grundlage der kaufmännischen Speculation, deren Wahrscheinlichkeitsrechnung sowohl von den mittleren Durchschnittspreissen, die ihr als Centrum der Oscillation gelten, als von Durchschnittshöhen und Durchschnittstiefen der Oscillation über oder unter dieses Centrum ausgeht. Von diesem Durchschnittswerth der Waare ist ihr Marktwerth stets verschieden und steht stets entweder unter oder über ihm. Der Marktwerth gleicht sich aus zum Realwerth durch seine beständigen Oscillationen, nie durch eine Gleichung mit dem Realwerth als einem Dritten, sondern durch stete Ungleichsetzung seiner selbst (nicht, wie Hegel sagen würde, durch abstracte Identität, sondern durch beständige Negation der Negation, d. h. seiner selbst als der Negation des Realwerths). Daß der Realwerth selbst wieder – unabhängig von seiner Beherrschung der Oscillationen des Marktpreisses (abgesehn von ihm als dem Gesetze dieser Oscillationen) – sich selbst verneint und den Realwerth der Waaren beständig in Widerspruch mit seiner eignen Bestimmung sezt, den Realwerth der vorhandnen Waaren depreciirt oder appreciirt – habe ich in meinem Pamphlet gegen Proudhon gezeigt und ist an diesem Ort nicht näher darauf einzugehn. Der Preiß unterscheidet sich also vom Werth, nicht nur wie das Nominelle vom Realen; nicht nur durch die Denomination in Gold und Silber, sondern dadurch daß der leztre als Gesetz der Bewegungen erscheint, die der erstre durchläuft. Sie sind aber beständig verschieden und decken sich nie oder nur ganz zufällig und ausnahmsweise. Der Waarenpreiß steht beständig über oder unter dem Waarenwerth und der Waarenwerth selbst existirt nur in dem up and down der Waarenpreisse. Nachfrage und Zufuhr bestimmen beständig die Waarenpreisse; decken sich nie oder nur zufällig; aber die Productionskosten bestimmen ihrerseits die Oscillationen der Nachfrage und Zufuhr. Das Gold oder Silber, worin der Preiß einer Waare, ihr Marktwerth ausgedrückt wird, ist selbst ein bestimmtes Quantum aufgehäufter Arbeit, ein bestimmtes Maaß materialisirter Arbeitszeit. Unter der Voraussetzung, daß die Productionskosten der Waare und die Productionskosten des Goldes und Silbers dieselben bleiben, heißt das Steigen oder Fallen ihres Marktpreisses nichts, als daß eine Waare, = x Arbeitszeit, beständig > oder < als x Arbeitszeit im Markt commandirt, über oder unter ihrem durch die Arbeitszeit bestimmten Durchschnittswerth steht. Die erste Grundillusion der Stundenzettler besteht darin, daß indem sie die nominelle Verschiedenheit zwischen Realwerth und Marktwerth, zwischen Tauschwerth und Preiß aufheben – also den Werth statt in einer bestimmten Vergegenständlichung der Arbeitszeit, say Gold und Silber, in der Arbeitszeit selbst ausdrücken – sie auch den wirklichen Unterschied und Widerspruch zwischen Preiß und Werth beseitigen. So versteht sich von selbst, wie die blose Einführung des Stundenzettels alle Crisen, alle Mißstände der bürgerlichen Production beseitigte. Der Geldpreiß der Waaren = ihrem Realwerth; die Nachfrage = der Zufuhr; die Production = der Consumtion; das Geld zugleich abgeschafft und conservirt; die Arbeitszeit, deren Product die Waare ist, die in der Waare materialisirt wird, brauchte blos constatirt zu werden, um ein ihr entsprechendes Gegengebild in einem Werthzeichen, Geld, in Stundenzetteln zu erzeugen. Jede Waare wäre so direkt in Geld verwandelt und Gold und Silber ihrerseits zum Rang aller andren Waaren herabgesezt.
Es bedarf keiner Ausführung, daß der Widerspruch zwischen Tauschwerth und Preiß – des Durchschnittspreisses und der Preisse, deren Durchschnitt er ist –, der Unterschied zwischen den Grössen und ihrer Durchschnittsgrösse, /12/ nicht dadurch aufgehoben wird, daß man den blosen Namensunterschied zwischen beiden aufhebt, also statt zu sagen: 1 Pfund Brod kostet 8 d., sagt, 1 Pfund Brod = Arbeitsstunde. Umgekehrt, wenn 8 d. = Arbeitsstunde, und wenn die Arbeitszeit die in einem Pfunde Brod materialisirt ist mehr oder weniger als Arbeitsstunde; so würde der Unterschied zwischen Werth und Preiß, dadurch daß das Maaß des Werths zugleich das Element wäre, worin der Preiß ausgedrückt wird, ihren Unterschied nur grell hervortreten lassen, der im Gold- oder Silberpreiß versteckt ist. Es käme eine unendliche Gleichung heraus. Arbeitsstunde (enthalten in 8 d. oder ausgedrückt durch einen Zettel) > < als Arbeitsstunde (enthalten in dem Pfund Brod).
Der Stundenzettel, der die Durchschnittsarbeitszeit repräsentirt, würde nie der wirklichen Arbeitszeit entsprechen und nie gegen sie convertibel sein; d. h. die in einer Waare vergegenständlichte Arbeitszeit würde nie eine sich gleiche Quantität Arbeitsgeld commandiren und umgekehrt, sondern mehr oder weniger, wie jezt jede Oscillation der Marktwerthe in einem Steigen oder Fallen ihrer Gold- und Silberpreisse sich ausdrückt.
Die beständige Depreciation der Waaren – in längren Perioden – gegen die Stundenzettel von der wir früher sprachen, ging aus dem Gesetz der steigenden Productivität der Arbeitszeit, aus den Störungen im relativen Werth selbst hervor, die durch sein eignes inhärentes Princip, die Arbeitszeit, geschaffen werden. Die Inconvertibilität der Stundenzettel, von der wir jezt sprechen, ist nichts als ein andrer Ausdruck für die Inconvertibilität zwischen Realwerth und Marktwerth, Tauschwerth und Preiß. Der Stundenzettel repräsentirte im Gegensatz zu allen Waaren eine ideale Arbeitszeit, die sich bald gegen mehr, bald gegen weniger der wirklichen austauschte und in dem Zettel eine abgesonderte, eigne Existenz erhielte, die dieser wirklichen Ungleichheit entspräche. Das allgemeine Equivalent, Circulationsmittel und Maaß der Waaren träte ihnen wieder gegenüber individualisirt, eignen Gesetzen folgend, entfremdet, d. h. mit allen Eigenschaften des jetzigen Geldes, ohne seine Dienste zu leisten. Aber die Confusion würde dadurch eine ganz andre Höhe erhalten, daß das Medium worin die Waaren, diese vergegenständlichten Quanta von Arbeitszeit, verglichen werden, nicht eine 3te Waare, sondern ihr eignes Werthmaaß, die Arbeitszeit, selbst wäre. Waare a, die Vergegenständlichung von 3 Stunden Arbeitszeit, ist = 2 Arbeitsstundenzettel; Waare b, die Vergegenständlichung dito von 3 Arbeitsstunden, ist = 4 Arbeitsstundenzettel. Dieser Widerspruch ist in der That, nur verhüllt, in den Geldpreissen ausgedrückt. Der Unterschied zwischen Preiß und Werth, zwischen der Waare, gemessen durch die Arbeitszeit deren Product sie ist, und dem Product der Arbeitszeit, gegen die [sie] sich austauscht – dieser Unterschied erheischt eine 3te Waare als Maaß, worin sich der wirkliche Tauschwerth der Waare ausdrückt. Weil der Preiß nicht gleich dem Werth ist, kann das Werthbestimmende Element – die Arbeitszeit – nicht das Element sein, worin die Preisse ausgedrückt werden, weil die Arbeitszeit sich zugleich als das Bestimmende und das Nichtbestimmende, als das Gleiche und Ungleiche ihrer selbst auszudrücken hätte. Weil die Arbeitszeit als Werthmaaß nur ideal existirt, kann sie nicht als Materie der Vergleichung der Preisse dienen. (Hier zugleich geht Licht auf, wie und warum das Werthverhältniß im Geld eine materielle und besonderte Existenz erhält. Dieß weiter auszuführen.) Der Unterschied von Preiß und Werth erheischt, daß die Werthe als Preisse an einem andren Maaßstab als ihrem eignen gemessen werden. Preiß im Unterschied vom Werth ist nothwendig Geldpreiß. Hier erscheint, daß der nominelle Unterschied zwischen Preiß und Werth durch ihren realen bedingt ist.
[Entstehung und Wesen des Geldes]
Waare a = 1 sh. (i. e. = Silber); Waare b = 2 sh. (d. h. Silber). Daher Waare b = dem doppelten Werth der Waare a. Das Werthverhältniß zwischen a und b ist ausgedrückt durch die Proportion in der sich beide gegen das Quantum einer dritten Waare austauschen, gegen Silber; nicht gegen ein Werthverhältniß.
Jede Waare (Product oder Productionsinstrument) ist = der Vergegenständlichung einer bestimmten Arbeitszeit. Ihr Werth, das Verhältniß, worin sie sich gegen andre Waaren austauscht oder andre Waaren sich gegen sie austauschen, ist = dem in ihr realisirten Quantum Arbeitszeit. Wenn die Waare z. B. = 1 Stunde Arbeitszeit, so tauscht sie sich aus mit allen andren Waaren, die das Product von 1 Stunde Arbeitszeit. (Dieß ganze Raisonnement in der Voraussetzung, daß der Tauschwerth = dem Marktwerth; der Realwerth = dem Preiß.) Der Werth der Waare ist von der Waare selbst unterschieden. Werth (Tauschwerth) ist die Waare nur im Austausch (wirklichen oder vorgestellten): Werth ist nicht nur die Austauschfähigkeit dieser Waare im Allgemeinen, sondern ihre spezifische Austauschbarkeit. Er ist zugleich der Exponent des Verhältnisses, worin sie sich austauscht mit andren Waaren und der Exponent des Verhältnisses, worin sie sich bereits in der Production mit andren Waaren (materialisirter Arbeitszeit) ausgetauscht hat; er ist quantitativ bestimmte ||13| Austauschbarkeit. Die Waaren, z. B. eine Elle Baumwolle und ein Maaß Oel, als Baumwolle und Oel betrachtet, sind natürlich verschieden, besitzen verschiedne Eigenschaften, werden durch verschiedne Maasse gemessen, sind incommensurabel. Als Werthe sind alle Waaren qualitativ gleich und nur quantitativ unterschieden, messen sich also alle wechselseitig und ersetzen sich (tauschen sich aus, sind convertibel gegen einander) in bestimmten quantitativen Verhältnissen. Der Werth ist ihr gesellschaftliches Verhältniß, ihre ökonomische Qualität. Ein Buch, das einen bestimmten Werth besizt und ein Laib Brod, das denselben Werth besizt, tauschen sich gegen einander aus, sind derselbe Werth nur in verschiednem Material. Als Werth ist die Waare zugleich Equivalent für alle andren Waaren in einem bestimmten Verhältniß. Als Werth ist die Waare Equivalent; als Equivalent sind alle ihre natürlichen Eigenschaften in ihr ausgelöscht; steht sie in keinem qualitativen besondren Verhältniß mehr zu den andren Waaren; sondern ist sie sowohl das allgemeine Maaß als der allgemeine Repräsentant als das allgemeine Austauschmittel aller andren Waaren. Als Werth ist sie Geld. Aber weil die Waare oder vielmehr das Product oder Productionsinstrument von sich als Werth unterschieden ist, ist sie als Werth von sich als Product unterschieden. Ihre Eigenschaft als Werth kann nicht nur, sondern muß zugleich eine von ihrer natürlichen Existenz verschiedne gewinnen. Warum? Weil die Waaren als Werthe nur quantitativ von einander verschieden sind, muß jede Waare qualitativ von ihrem eignen Werth verschieden sein. Ihr Werth muß daher auch eine von ihr qualitativ unterscheidbare Existenz besitzen und im wirklichen Austausch muß diese Trennbarkeit zur wirklichen Trennung werden, weil die natürliche Verschiedenheit der Waaren mit ihrer ökonomischen Equivalenz in Widerspruch gerathen muß und beide nur neben einander bestehn können, indem die Waare eine doppelte Existenz gewinnt, neben ihrer natürlichen eine rein ökonomische, in der sie ein bloses Zeichen, ein Buchstaben, für ein Productionsverhältniß ist, ein bloses Zeichen für ihren eignen Werth. Als Werth ist jede Waare gleichmässig theilbar; in ihrem natürlichen Dasein ist sie es nicht. Als Werth bleibt sie dieselbe, wie viele Metamorphosen und Existenzformen sie auch durchläuft; in der Wirklichkeit werden Waaren nur ausgetauscht, weil sie ungleich sind, und verschiednen Systemen von Bedürfnissen entsprechen. Als Werth ist sie allgemein, als wirkliche Waare eine Besonderheit. Als Werth ist sie stets austauschbar; in dem wirklichen Austausch ist sie es nur, wenn sie besondre Bedingungen erfüllt. Als Werth ist das Maaß ihrer Austauschbarkeit durch sie selbst bestimmt: der Tauschwerth drückt eben das Verhältniß aus, in dem sie andre Waaren ersezt; im wirklichen Austausch ist sie nur austauschbar in Quantitäten, die mit ihren natürlichen Eigenschaften zusammenhängen und den Bedürfnissen der Austauschenden entsprechen. (Kurz alle Eigenschaften, die als besondre Eigenschaften des Geldes aufgezählt werden, sind Eigenschaften der Waare als Tauschwerth; des Products als Werth im Unterschied vom Werth als Product.) (Der Tauschwerth der Waare, als besondre Existenz neben der Waare selbst, ist Geld; die Form, worin alle Waaren sich gleichen, sich vergleichen, sich messen; worein alle Waaren sich auflösen, was sich in alle Waaren auflöst; das allgemeine Equivalent.) Jeden Augenblick, im Rechnen, Buchführen etc verwandeln wir die Waaren in Werthzeichen, fixiren wir sie als blose Tauschwerthe, abstrahirend von ihrem Stoff und allen ihren natürlichen Eigenschaften. Auf dem Papier, im Kopf geht diese Metamorphose durch blose Abstraction vor sich; aber im wirklichen Umtausch ist eine wirkliche Vermittlung nothwendig, ein Mittel, um diese Abstraction zu bewerkstelligen. Die Waare ist in ihren natürlichen Eigenschaften weder beständig austauschbar, noch mit jeder andren Waare austauschbar; nicht in ihrer natürlichen Gleichheit mit sich; sondern als sich selbst ungleich, als etwas von sich Ungleiches, als Tauschwerth gesezt. Wir müssen sie erst in sich als Tauschwerth umsetzen, um diesen Tauschwerth dann mit andren zu vergleichen und auszuwechseln. Im rohsten Tauschhandel, wenn 2 Waaren gegen einander ausgetauscht werden, wird jede erst gleichgesezt einem Zeichen, das ihren Tauschwerth ausdrückt, z. B. bei gewissen Negern an den Westafrikanischen Küsten = x bars. Die eine Waare ist = 1 bar; die andre = 2 bars. In diesem Verhältniß werden sie ausgetauscht. Die Waaren werden im Kopf erst und in der Sprache in bars verwandelt, bevor sie sich gegen einander austauschen. Sie werden geschäzt, bevor sie ausgetauscht werden, und um sie zu schätzen müssen sie in bestimmte Zahlenverhältnisse zu einander gebracht werden. Um sie in solche Zahlenverhältnisse zu bringen und sie commensurabel zu machen, müssen sie dieselbe Denomination (Einheit) erhalten. (Die bar besizt eine blos imaginäre Existenz, wie überhaupt ein Verhältniß nur durch Abstraction eine besondre Verkörperung erhalten, selbst wieder individualisirt werden kann.) Um den Ueberschuß des einen Werths über den andren beim Austausch zu decken, zur Liquidirung der balance, wird beim rohsten Tauschhandel, wie jezt bei dem Internationalhandel, Zahlung in Geld erforderlich.
Die Produkte (oder Thätigkeiten) tauschen sich nur aus als Waaren; die Waaren im Tausche selbst existiren nur als Werthe; nur als solche vergleichen sie sich. Um das Gewicht Brod zu bestimmen, das ich mit einer Elle Leinwand austauschen kann, setze ich erst die Elle Leinwand = ihrem Tauschwerth, d. h. = Arbeitszeit. Ebenso setze ich das Pfund Brod = seinem Tauschwerth = oder etc Arbeitszeit. Ich setze jede der Waaren = einem Dritten; d. h. ||14| sich selbst Ungleich. Dieß Dritte von beiden verschieden, da es ein Verhältniß ausdrückt, existirt zunächst im Kopfe, in der Vorstellung, wie Verhältnisse überhaupt nur gedacht werden können, wenn sie fixirt werden sollen, im Unterschied von den Subjekten, die sich verhalten. Indem ein Product (oder Thätigkeit) Tauschwerth wird, wird es nicht nur in ein bestimmtes quantitatives Verhältniß verwandelt, eine Verhältnißzahl – nämlich in eine Zahl, die ausdrückt, welche Quantität von andren Waaren ihm gleich ist, sein Equivalent, oder in welchem Verhältniß es das Equivalent andrer Waaren ist – sondern muß zugleich qualitativ verwandelt werden, in ein andres Element umgesezt werden, damit beide Waaren benannte Grössen werden, mit derselben Einheit, also commensurabel werden. Die Waare muß erst in Arbeitszeit, also etwas von ihr qualitativ Verschiednes umgesezt werden (qualitativ verschieden 1) weil sie nicht Arbeitszeit als Arbeitszeit, sondern materialisirte Arbeitszeit; Arbeitszeit nicht in der Form der Bewegung, sondern der Ruhe; nicht des Prozesses, sondern des Resultats ist; 2) weil sie nicht die Vergegenständlichung der Arbeitszeit im Allgemeinen, die nur in der Vorstellung existirt (selbst nur die von ihrer Qualität getrennte, nur quantitativ verschiedne Arbeit ist), sondern das bestimmte Resultat einer bestimmten, natürlich bestimmten, von andren Arbeiten qualitativ verschiednen Arbeit ist), um dann als bestimmtes Quantum Arbeitszeit, bestimmte Arbeitsgrösse mit andren Quantis Arbeitszeit, andren Arbeitsgrössen verglichen zu werden. Zum blosen Vergleichen – Schätzen der Producte – zu ihrer ideellen Werthbestimmung reicht es hin diese Transformation im Kopfe vorzunehmen (eine Transformation, worin das Product blos als Ausdruck quantitativer Productionsverhältnisse existirt). Beim Vergleichen der Waaren reicht diese Abstraction hin; beim wirklichen Austausch muß die Abstraktion wieder vergegenständlicht, symbolisirt, durch ein Zeichen realisirt werden. Diese Nothwendigkeit tritt ein: 1) wie wir bereits gesagt, die auszutauschenden Waaren werden beide im Kopfe in gemeinsame Grössenverhältnisse, Tauschwerthe verwandelt und so gegen einander geschäzt. Sollen sie aber nun wirklich vertauscht werden, so treten ihre natürlichen Eigenschaften in Widerspruch mit ihrer Bestimmung als Tauschwerthe und blos benannter Zahlen. Sie sind nicht beliebig theilbar etc. 2) Im wirklichen Austausch werden stets besondre Waaren gegen besondre Waaren ausgetauscht und die Austauschbarkeit jeder Waare, wie das Verhältniß, worin sie austauschbar ist, hängt von lokalen und zeitlichen Bedingungen etc ab. Die Verwandlung der Waare in Tauschwerth sezt sie aber nicht einer bestimmten andren Waare gleich, sondern drückt sie als Equivalent, ihr Austauschbarkeitsverhältniß zu allen andren Waaren aus. Diese Vergleichung, die im Kopf mit einem Schlag vorgenommen ist, wird in der Wirklichkeit nur in einem bestimmten, durch das Bedürfniß bestimmten Umkreis realisirt, und nur successive. (Z. B. ich tausche der Reihe nach ein Einkommen von 100 Thalern, wie es meine Bedürfnisse mit sich bringen, gegen einen ganzen Umkreis von Waaren aus, deren Summe = dem Tauschwerth von 100 Th.) Um also die Waare auf einen Schlag als Tauschwerth zu realisiren und ihr die allgemeine Wirkung des Tauschwerths zu geben, reicht der Austausch mit einer besondren Waare nicht aus. Sie muß mit einem dritten Ding ausgetauscht werden, das nicht selbst wieder eine besondre Waare ist, sondern das Symbol der Waare als Waare, des Tauschwerths der Waare selbst; das also sage die Arbeitszeit als solche repräsen- tirt, sage ein Stück Papier oder Leder, welches einen aliquoten Theil Arbeitszeit repräsentirt. (Ein solches Symbol unterstellt die allgemeine Anerkennung; es kann nur ein gesellschaftliches Symbol sein; es drückt in der That nur ein gesellschaftliches Verhältniß aus.) Dieß Symbol repräsentirt die aliquoten Theile der Arbeitszeit; den Tauschwerth in solchen aliquoten Theilen, als fähig sind durch einfache arithmetische Combination alle Verhältnisse der Tauschwerthe unter einander auszudrücken. Dieß Symbol, dieß materielle Zeichen des Tauschwerths ist ein Product des Tausches selbst, nicht die Ausführung einer a priori gefaßten Idee. (In fact wird die Waare, die als Mittler des Austauschs gebraucht wird, erst nach und nach in Geld verwandelt, in ein Symbol; sobald das geschehn ist, kann ein Symbol derselben sie selbst wieder ersetzen. Sie wird jezt bewußtes Zeichen des Tauschwerths.)
Der Prozeß ist also einfach der: Das Produkt wird Waare, d. h. bloses Moment des Austauschs. Die Waare wird in Tauschwerth verwandelt. Um sie sich selbst als Tauschwerth gleichzusetzen, wird sie mit einem Zeichen vertauscht, das sie als den Tauschwerth als solchen repräsentirt. Als solcher symbolisirter Tauschwerth kann sie dann wieder in bestimmten Verhältnissen mit jeder andren Waare ausgetauscht werden. Dadurch daß das Product Waare, und die Waare Tauschwerth wird, erhält es erst im Kopfe eine doppelte Existenz. Diese ideelle Verdopplung geht (und muß dazu fortgehn) daß die Waare im wirklichen Austausch doppelt erscheint: als natürliches Product auf der einen Seite, als Tauschwerth auf der andren. D. h. ihr Tauschwerth erhält eine materiell von ihr getrennte Existenz.|
|15| Die Bestimmung des Products im Tauschwerth bringt es also nothwendig mit sich, daß der Tauschwerth eine vom Product getrennte losgelöste Existenz erhält. Der von den Waaren selbst losgelöste und selbst als eine Waare neben ihnen existirende Tauschwerth ist – Geld. Alle Eigenschaften der Waare als Tauschwerth erscheinen als ein von ihr verschiedner Gegenstand, eine von ihrer natürlichen Existenzform losgelöste sociale Existenzform im Geld. (Dieß weiter nachzuweisen, indem die gewöhnlichen Eigenschaften des Geldes aufgezählt werden.) (Das Material, worin dieses Symbol ausgedrückt wird, ist keineswegs gleichgültig, so verschieden es auch historisch auftritt. Die Entwicklung der Gesellschaft arbeitet mit dem Symbol auch das ihm mehr und mehr entsprechende Material heraus, von dem sie nachher wieder sich loszuwinden strebt; ein Symbol, wenn es nicht willkührlich ist, erfordert gewisse Bedingungen in dem Material, worin es dargestellt wird. So z. B. die Zeichen für Worte eine Geschichte haben. Buchstabenschrift etc.) Der Tauschwerth des Products erzeugt also das Geld neben dem Product. Wie es nun unmöglich ist, Verwicklungen und Widersprüche, die aus der Existenz des Geldes neben den besondren Waaren hervorgehn, dadurch aufzuheben, daß man die Form des Geldes verändert (obgleich Schwierigkeiten, die einer niedrigern Form desselben angehören, durch eine höhre vermieden werden mögen), ebenso unmöglich ist es, das Geld selbst aufzuheben, solange der Tauschwerth die gesellschaftliche Form der Producte bleibt. Es ist nöthig, dieß klar einzusehn, um sich keine unmöglichen Aufgaben zu stellen und die Grenzen zu kennen, innerhalb deren Geldreformen und Circulationsumwandlungen die Productionsverhältnisse und die auf ihnen ruhenden gesellschaftlichen Verhältnisse neugestalten können.
Die Eigenschaften des Geldes als 1) Maaß des Waarenaustausches; 2) als Austauschmittel; 3) als Repräsentant der Waaren (deßwegen als der Gegenstand der Contracte); 4) als allgemeine Waare neben den besondren Waaren – folgen alle einfach aus seiner Bestimmung des von den Waaren selbst getrennten und vergegenständlichten Tauschwerths. (Die Eigenschaft des Geldes als allgemeine Waare gegen alle andren, als Verkörperung ihres Tauschwerths, macht es zugleich zur realisirten und stets realisirbaren Form des Capitals; zur stets gültigen Erscheinungsform des Capitals, eine Eigenschaft die bei den Bulliondrains hervortritt; die macht daß das Capital historisch zuerst nur in der Form des Geldes erscheint; die endlich den Zusammenhang des Geldes mit dem Zinsfuß und seine Einwirkung darauf erklärt.)
Je mehr die Production sich dermassen gestaltet, daß jeder Producent vom Tauschwerth seiner Waare abhängig wird, d. h. je mehr das Product wirklich Tauschwerth wird und der Tauschwerth das unmittelbare Objekt der Production, desto mehr müssen sich die Geldverhältnisse entwickeln und die Widersprüche, die dem Geldverhältnisse, dem Verhältnisse des Products zu sich als Geld, immanent sind. Das Bedürfniß des Austauschs und die Verwandlung des Products in reinen Tauschwerth schreitet voran im selben Maaß wie die Theilung der Arbeit, d. h. mit dem gesellschaftlichen Character der Production. Aber in demselben Maaße wie dieser wächst, wächst die Macht des Geldes, d. h. sezt sich das Tauschverhältniß als eine den Producenten gegenüber äussere und von ihnen unabhängige Macht fest. Was ursprünglich als Mittel zur Förderung der Production erschien, wird zu einem den Producenten fremden Verhältniß. In demselben Verhältniß, wie die Producenten vom Austausch abhängig werden, scheint der Austausch von ihnen unabhängig zu werden und die Kluft zwischen dem Product als Product und dem Product als Tauschwerth zu wachsen. Das Geld bringt diese Gegensätze und Widersprüche nicht hervor; sondern die Entwicklung dieser Widersprüche und Gegensätze bringt die scheinbar transcendentale Macht des Geldes hervor. (Auszuführen der Einfluß der Verwandlung aller Verhältnisse im Geldverhältnisse: der Naturalsteuer in Geldsteuer, der Naturalrente in Geldrente, der Kriegsleistung in Miethstruppe, überhaupt aller persönlichen Leistungen in Geldleistungen, der patriarchalischen, sklavischen, leibeignen, zünftigen Arbeit in reine Lohnarbeit.)
Das Product wird zur Waare; die Waare wird zum Tauschwerth; der Tauschwerth der Waare ist ihre immanente Geldeigenschaft; diese ihre Geldeigenschaft löst sich von ihr als Geld los, gewinnt eine allgemeine, von allen besondren Waaren und ihrer natürlichen Existenzweise gesonderte sociale Existenz; das Verhältniß des Products zu sich als Tauschwerth, wird sein Verhältniß zu einem neben ihm existirenden Gelde oder aller Producte zu dem ausser ihnen allen existirenden Geld. Wie der wirkliche Austausch der Producte ihren Tauschwerth erzeugt, so erzeugt ihr Tauschwerth das Geld.
Die nächste Frage, die nun entgegentritt ist die: Die Existenz des Geldes neben den Waaren, hüllt sie nicht von vorn Widersprüche ein, die mit diesem Verhältnisse selbst gegeben sind?
Erstens: Das einfache Factum, daß die Waare doppelt existirt, einmal als bestimmtes Product, das seinen Tauschwerth in seiner natürlichen Daseinsform ideell enthält (latent enthält), und dann als manifestirter Tauschwerth (Geld), der wieder allen Zusammenhang mit der natürlichen Daseinsform des Products, abgestreift hat, diese doppelte verschiedne Existenz muß zum Unterschied, der Unterschied zum Gegensatz und ||16|Widerspruch fortgehn. Derselbe Widerspruch zwischen der besondren Natur der Waare als Product und ihrer allgemeinen Natur als Tauschwerth, der die Nothwendigkeit erzeugte sie doppelt zu setzen, einmal als diese bestimmte Waare, das andre mal als Geld, der Widerspruch zwischen ihren besondren natürlichen Eigenschaften und ihren allgemeinen socialen Eigenschaften, enthält von vorn herein die Möglichkeit, daß diese beiden getrennten Existenzformen der Waare nicht gegen einander convertibel sind. Die Austauschbarkeit der Waare existirt als ein Ding neben ihr im Gelde, als etwas von ihr Verschiednes, nicht mehr unmittelbar identisches. Sobald das Geld ein äußres Ding neben der Waare ist, ist die Austauschbarkeit der Waare gegen Geld sofort an äussere Bedingungen geknüpft, die eintreten können oder nicht; äusserlichen Bedingungen preißgegeben. Die Waare wird im Austausch verlangt wegen ihrer natürlichen Eigenschaften, wegen der Bedürfnisse, deren Objekt sie ist. Das Geld dagegen nur seines Tauschwerths wegen, als Tauschwerth. Ob die Waare daher umsetzbar ist gegen Geld, gegen es ausgetauscht werden kann, ob für sie ihr Tauschwerth gesezt werden kann, hängt von Umständen ab, die zunächst mit ihr als Tauschwerth nichts zu schaffen haben und unabhängig davon sind. Die Umsetzbarkeit der Waare hängt von den natürlichen Eigenschaften des Products ab; die des Geldes fällt zusammen mit seiner Existenz als symbolisirter Tauschwerth. Es wird also möglich, daß die Waare in ihrer bestimmten Form als Product nicht mehr umgetauscht, gleichgesezt werden kann mit ihrer allgemeinen Form als Geld.
Indem die Austauschbarkeit der Waare ausser ihr als Geld existirt, ist sie etwas von ihr Verschiednes, ihr Fremdes geworden; mit dem sie erst gleichgesezt werden muß, dem sie also d'abord ungleich ist; während die Gleichsetzung selbst von äusseren Bedingungen abhängig wird, also zufällig.
Zweitens: Wie der Tauschwerth der Waare doppelt existirt, als die bestimmte Waare und als Geld, so zerfällt der Akt des Austauschs in 2 von einander unabhängige Akte: Austausch der Waare gegen Geld, Austausch des Geldes gegen Waare; Kauf und Verkauf. Da diese nun eine räumlich und zeitlich von einander gesonderte, gegen einander gleichgültige Existenzform gewonnen haben, hört ihre unmittelbare Identität auf. Sie können sich entsprechen und nicht entsprechen; sie können sich decken oder nicht; sie können in Mißverhältnisse zu einander treten. Sie werden sich zwar beständig auszugleichen suchen; aber an die Stelle der frühern unmittelbaren Gleichheit, ist jezt die beständige Bewegung der Ausgleichung getreten, die eben beständige Ungleichsetzung voraussezt. Die Consonanz kann jezt voll möglicherweise nur durch Durchlaufen der äussersten Dissonanzen erreicht werden.
Drittens. Mit der Trennung des Kaufs und Verkaufs, der Spaltung des Austauschs in zwei von einander räumlich und zeitlich unabhängige Akte, tritt ferner ein andres neues Verhältniß hervor.
Wie sich der Austausch selbst zerspaltet in zwei von einander unabhängige Akte, so trennt sich die Gesammtbewegung des Austauschs selbst von den Austauschenden, den Producenten der Waaren. Der Austausch des Austauschs wegen trennt sich vom Austausch der Waaren wegen. Ein Kaufmannsstand tritt zwischen die Producenten, ein Stand der blos kauft, um zu verkaufen und blos verkauft, um wieder zu kaufen und in dieser Operation nicht den Besitz der Waaren als Producte bezweckt, sondern blos das Erhalten von Tauschwerthen als solchen, von Geld. (Beim blosen Tauschhandel kann sich ein Kaufmannsstand bilden. Da er aber blos den Ueberfluß der Production auf beiden Seiten zur Disposition hat, so bleibt sein Einfluß auf die Production selbst durchaus secundär, wie seine ganze Wichtigkeit.) Der Verselbstständigung des Tauschwerths im Geld, von den Producten losgerissen, entspricht die Verselbstständigung des Austauschs (Handels) als von den Austauschenden losgerissene Function. Der Tauschwerth war das Maaß des Waarenaustauschs; aber sein Zweck war der direkte Besitz der ausgetauschten Waare, ihre Consumtion (ob diese Consumtion nun darin besteht, daß sie direkt zur Befriedigung von Bedürfnissen, als Product dient, oder selbst wieder als Productionswerkzeug). Der Zweck des Handels ist nicht direkt die Consumtion, sondern das Erwerben von Geld, von Tauschwerthen. Durch diese Verdopplung des Austauschs – des Austauschs der Consumtion wegen und des Austauschs des Austauschs wegen – entsteht ein neues Mißverhältniß. Der Kaufmann in seinem Austausch ist blos bestimmt durch die Differenz zwischen Kauf und Verkauf der Waaren; aber der Consument hat den Tauschwerth der Waare, die er kauft, definitiv zu ersetzen. Die Circulation, der Austausch innerhalb des Kaufmannsstandes, und das Ende der Circulation, der Austausch zwischen dem Kaufmannsstand und den Consumenten, so sehr sie sich schließlich wechselseitig bedingen müssen, sind durch ganz andre Gesetze und Motive bestimmt und können in den größten Widerspruch mit einander gerathen. Schon in dieser Trennung liegt die Möglichkeit der Handelskrisen. Da die Production aber unmittelbar für den Handel und nur mittelbar für ||17| die Consumtion arbeitet, muß sie ebenso sehr von dieser Incongruenz zwischen Handel und Consumtionsaustausch ergriffen werden, als sie ihrerseits erzeugen. (Die Verhältnisse von Nachfrage und Zufuhr werden gänzlich verkehrt.) (Von dem eigentlichen Handel trennt sich dann wieder das Geldgeschäft.)
Aphorismen. (Alle Waaren sind vergängliches Geld; das Geld ist die unvergängliche Waare. Je weiter sich die Theilung der Arbeit entwickelt, um so mehr hört das unmittelbare Product auf ein Tauschmittel zu sein. Es tritt die Nothwendigkeit eines allgemeinen Tauschmittels ein, d.h. eines Tauschmittels, das von der spezifischen Production eines Jeden unabhängig ist. Im Geld ist der Werth der Sachen von ihrer Substanz getrennt. Das Geld ist ursprünglich der Repräsentant aller Werthe; in der Praxis dreht sich die Sache um, und alle realen Producte und Arbeiten werden die Repräsentanten des Geldes. Im unmittelbaren Tauschhandel kann nicht jeder Artikel gegen jeden Artikel und eine bestimmte Thätigkeit kann nur gegen bestimmte Producte ausgetauscht werden. Die Schwierigkeiten, die im Tauschhandel liegen, kann das Geld nur aufheben, indem es sie verallgemeinert, universell macht. Es ist absolut nöthig, das die gewaltsam getrennten Elemente, die wesentlich zusammengehören, durch gewaltsame Eruption sich als Tren- nung eines wesentlich Zusammengehörigen ausweisen. Die Einheit stellt sich gewaltsam her. Sobald die feindliche Spaltung zu Eruptionen führt, weisen die Oekonomen auf die wesentliche Einheit hin und abstrahiren von der Entfremdung. Ihre apologetische Weisheit besteht darin, in allen entscheidenden Momenten ihre eignen Bestimmungen zu vergessen. Das Product als unmittelbares Tauschmittel ist 1) noch unmittelbar zusammenhängend mit seiner natürlichen Qualität, also in jeder Weise beschränkt durch dieselbe; kann sich z.B. deterioriren etc; 2) mit dem unmittelbaren Bedürfniß, das der andre grade nach diesem Product hat oder nicht hat, oder auch nach seinem Product habe. Indem das Product der Arbeit und die Arbeit selbst dem Austausch unterworfen wird, kömmt ein Moment herein, wo sie von ihrem Besitzer getrennt werden. Ob sie aus dieser Trennung in einer andren Gestalt wieder zu ihm zurückkehren, wird zufällig. Indem das Geld in den Austausch hereinkommt, bin ich gezwungen mein Product gegen den allgemeinen Tauschwerth oder die allgemeine Tauschfähigkeit auszutauschen und so wird mein Product vom allgemeinen commerce abhängig und aus seinen lokalen, natürlichen und individuellen Grenzen herausgerissen. Eben hierdurch kann es aufhören ein Product zu sein.)
Viertens: Wie der Tauschwerth im Geld als allgemeine Waare neben alle besondren Waaren tritt, so tritt dadurch zugleich der Tauschwerth als be- sondre Waare im Geld (da es eine besondre Existenz besizt) neben alle andren Waaren. Nicht nur daß dadurch eine Incongruenz entsteht, daß das Geld, weil es nur im Austausch existirt, als die allgemeine Tauschfähigkeit der besondren Tauschfähigkeit der Waaren gegenübertritt und sie unmittelbar auslöscht, und trotzdem beide beständig gegen einander convertibel bleiben sollen; so tritt das Geld dadurch mit sich selbst und seiner Bestimmung in Widerspruch, daß es selbst eine besondre Waare ist (selbst wenn nur Zeichen) und daher in seinem Austausch gegen andre Waaren wieder besondren Austauschbedingungen unterworfen wird, die seiner allgemeinen unbedingten Austauschbarkeit widersprechen. (Hier noch gar nicht von Geld als fixirt in der Substanz eines bestimmten Products etc gesprochen.) Der Tauschwerth gewann neben seiner Existenz in der Waare eine eigne Existenz im Geld, er wurde von seiner Substanz getrennt, eben weil die natürliche Bestimmtheit dieser Substanz seiner allgemeinen Bestimmung als Tauschwerth widersprach. Jede Waare ist der andren gleich (oder vergleichbar) als Tauschwerth (qualitativ: jede repräsentirt nur noch ein quantitatives + - des Tauschwerths). Darum ist diese ihre Gleichheit, diese ihre Einheit unterschieden von ihrer natürlichen Verschiedenheit; und erscheint daher im Geld sowohl als ihr gemeinsames Element, wie als ein Drittes gegen sie. Aber einerseits bleibt der Tauschwerth natürlich zugleich eine inhärente Qualität der Waaren, während er zugleich ausser ihnen existirt; andrerseits wird das Geld, indem es nicht mehr als Eigenschaft der Waaren, als ein Allgemeines derselben existirt, sondern neben ihnen individualisirt ist, selbst eine besondre Waare neben den andren Waaren durch Nachfrage und Zufuhr bestimmbar; zerfällt in besondre Geldsorten etc). Es wird eine Waare, wie die andren Waaren, und ist zugleich keine Waare wie die andren Waaren. Trotz seiner allgemeinen Bestimmung ist es ein austauschbares neben andren Austauschbaren. Es ist nicht nur der allgemeine Tauschwerth; sondern zugleich ein besondrer Tauschwerth neben andren besondren Tauschwerthen. Hier neue Quelle von Widersprüchen, die sich in der Praxis geltend machen. (In der Trennung des Geldgeschäfts vom wirklichen Handel tritt die besondre Natur des Geldes wieder hervor.)
Wir sehn also wie es dem Geld immanent ist, seine Zwecke zu erfüllen indem es sie zugleich negirt; sich zu verselbstständigen gegen die Waaren; aus einem Mittel zum Zweck zu werden; den Tauschwerth der Waaren zu realisiren, indem es sie von ihm lostrennt; den Austausch zu erleichtern, indem es ihn spaltet; die Schwierigkeiten des unmittelbaren Waarenaustauschs zu ||18| überwinden, indem es sie verallgemeinert; in demselben Grad, wie die Producenten vom Austausch abhängig werden, den Austausch gegen die Producenten zu verselbstständigen.
(Es wird später nöthig sein, eh von dieser Frage abgebrochen wird, die idealistische Manier der Darstellung zu corrigiren, die den Schein hervorbringt als handle es sich nur um Begriffsbestimmungen und die Dialektik dieser Begriffe. Also vor allem die Phrase: das Product (oder Thätigkeit) wird Waare; die Waare Tauschwerth; der Tauschwerth Geld.)
(Econ. 24 Jan. 1857. Folgender Satz gelegentlich bei den banks zu berücksichtigen:
“So far as the mercantile classes share, which they now do very generally, in the profits of banks – and may to a still greater extent by the wider diffusion of joint-stock banks, the abolition of all corporate privileges, and the extension of perfect freedom to the business of banking, - they have been enriched by the increased rates of money. In truth, the mercantile classes by the extent of their deposits, are virtually their own bankers; and so far as that is the case, the rate of discount must be to them of little importance. All banking and other reserves must of course be the results of continual industry, and of savings laid by out of profits; and consequently, taking the mercantile or industrious classes as a whole, they must be their own bankers; and it requires only that the principles of free trade should be extended to all businesses, to equalise or neutralise for them the advantages and disadvantages of all the fluctuations in the money market.”)
Alle Widersprüche des Geldsystems und des Productenaustauschs unter dem Geldsystem sind die Entwicklung des Verhältnisses der Producte als Tauschwerthe, ihrer Bestimmung als Tauschwerth oder Werth schlechthin.
(Morn. Star. 12 Febr. 1857. “The pressure of money during last year, and the high rate of discount which was adopted in consequence, has been very beneficial to the profit account of the Bank of France. Its dividend has gone on increasing: 118 fcs in 1852, 154 fcs in 1853, 194 fcs in 1854, 200 fcs in 1855, 272 fcs in 1856.”)
Zu bemerken auch folgende Stelle: “Die English silver coins issued at a price higher than the value of the silver they contain. A pound silver in intrinsic value war von 60-62 sh. (3 L. on an average in gold) coined into 66 sh. The Mint pays the market price of the day, from 5 sh. to 5 sh. 2 d. the ounce, and issues at the rate of 5 sh. 6 d. the ounce. There are two reasons which prevent any practical inconvenience resulting from this arrangement: (of silver tokens, not of intrinsic value) first, the coin can only be procured at the Mint, and at that price; as home circulation, then, it cannot be depreciated, and it cannot be sent abroad because it circulates here for more than its intrinsic value; and secondly, as it is a legal tender only up to 40 sh., it never interferes with the gold coins, nor affects their value.” Giebt Frankreich den Rath ebenso zu issue subordinate coins of silver tokens, not of intrinsic value, and limiting the amount to which they should be a legal tender. Zu gleicher Zeit aber: in fixing the quality of the coin, to take a larger margin between the intrinsic and the nominal value than we have in England, because the increasing value of silver in relation to gold may very probably, before long, rise up to our present Mint-price, when we may be obliged again to alter it. Our silver coin is now little more than 5% below the intrinsic value: a short time since it was 10%. (Econ. 24 Jan. 1857)
Es könnte nun gedacht werden, daß das Ausgeben von Stundenzetteln alle diese Schwierigkeiten überkömmt. (Die Existenz des Stundenzettels sezt natürlich schon Bedingungen voraus, die bei der Untersuchung des Verhältnisses von Tauschwerth und Geld nicht unmittelbar gegeben sind, und ohne welche beide existiren können und existiren: „Oeffentlicher Credit “, Bank etc.; doch alles dieß hier nicht weiter zu berühren; da natürlich die Männer des Stundenzettels ihn als leztes Product der „Serie“ betrachten, das, wenn es dem „reinen“ Begriff des Geldes am meisten entspricht, in der Realität zulezt „erscheint“.) Zunächst: Wenn die Voraussetzungen, worunter der Preiß der Waaren = ihrem Tauschwerth, als erfüllt vorausgesezt werden: Decken von Nachfrage und Zufuhr; von Production und Consumtion; in lezter Instanz Proportionate Production (die s.g. Distributionsverhältnisse sind selbst Productionsverhältnisse), so wird die Geldfrage ganz secundär, und speziell die Frage, ob tickets, blaue oder grüne, blecherne oder papierne, ausgegeben werden oder in welcher andren Form die gesellschaftliche Buchführung gehandhabt wird. Es ist dann höchst abgeschmackt, den Vorwand als ob Untersuchungen über die wirklichen Geldverhältnisse angestellt werden sollten, beizubehalten.|
|19| Die Bank (any bank) giebt die Stundenzettel aus. Die Waare a = dem Tauschwerth x, d.h. = x Arbeitszeit, tauscht sich aus gegen Geld, repräsentirend x Arbeitszeit. Die Bank müßte ebenso die Waare kaufen, d.h. gegen ihren Geldrepräsentanten austauschen, wie z.B. jezt die Bank von England für Gold Noten geben muß. Die Waare, das substantielle und darum zufällige Dasein des Tauschwerths wird ausgetauscht gegen das symbolische Dasein des Tauschwerths als Tauschwerths. Es ist so keine Schwierigkeit sie aus der Form der Waare in die Form des Geldes umzusetzen. Die Arbeitszeit, die in ihr enthalten ist, braucht nur authentisch verificirt zu sein (was nebenbei gesagt nicht so leicht ist, wie die Feinheit und das Gewicht von Gold und Silber erproben) und erzeugt damit sofort ihre contrevaleur, ihr Gelddasein. Wie wir immer die Sache wenden und drehn mögen, in lezter Instanz läuft sie darauf hinaus: Die Bank, die die Stundenzettel ausgiebt, käuft die Waare zu ihren Productionskosten, käuft alle Waaren und zwar kostet ihr das Kaufen nichts, als die Production von Papierschnitzeln, die dem Verkäufer, anstatt des Tauschwerths, den er in einer bestimmten substantiellen Form besizt, den symbolischen Tauschwerth der Waare giebt, in andren Worten eine Anweisung auf alle andren Waaren zum Belauf desselben Tauschwerths. Der Tauschwerth als solcher kann natürlich nur symbolisch existiren, obgleich dieses Symbol, um es als Sache anwenden zu können - nicht blos als Vorstellungsform - sachliches Dasein besizt; nicht nur ideelle Vorstellung ist, sondern wirklich vorgestellt in einer gegenständlichen Weise. (Ein Maaß kann in der Hand behalten werden; der Tauschwerth mißt, aber er tauscht nur aus, indem das Maaß aus der einen Hand in die andre übergeht.) Also die Bank giebt für die Waare Geld; Geld das exact eine Anweisung auf den Tauschwerth der Waare, d.h. auf alle Waaren von demselben Werth ist: die Bank kauft. Die Bank ist der allgemeine Käufer, der Käufer nicht nur dieser oder jener Waare, sondern aller Waare. Denn sie soll eben den Umsatz jeder Waare in ihr symbolisches Dasein als Tauschwerth bewerkstelligen. Wenn sie aber der allgemeine Käufer ist, muß sie auch der allgemeine Verkäufer sein, nicht nur das Dock, worin alle Waaren deponirt werden, nicht nur das allgemeine Waarenhaus, sondern der Besitzer der Waaren, in demselben Sinn, wie es jeder andre Kaufmann ist. Ich habe meine Waare a gegen den Stundenzettel b ausgetauscht, der ihren Tauschwerth vorstellt; aber nur, damit ich dieß b nun beliebig wieder in allen wirklichen Waaren c,d,e, etc metamorphosiren kann. Kann nun dieses Geld circuliren ausserhalb der Bank? anders als zwischen dem Inhaber des Zettels und der Bank? Wodurch ist die Convertibilität dieses Zettels gesichert? Es sind nur 2 Fälle möglich. Entweder sämmtliche Waareninhaber (Producte oder Arbeit) wollen ihre Waare zu ihrem Tauschwerth verkaufen oder einige wollen, andre nicht. Wenn sie alle zu ihrem Tauschwerth verkaufen wollen, so werden sie nicht den Zufall abwarten, ob sich ein Käufer findet oder nicht, sondern gehn sofort zur Bank, treten ihr die Waare ab und erhalten ihr Tauschwerthzeichen, Geld dafür: lösen sie gegen ihr eignes Geld ein. In diesem Fall ist die Bank zugleich der allgemeine Käufer und Verkäufer in einer Person. Oder das Gegentheil findet statt. In diesem Fall ist der Bankzettel bloses Papier, behauptet blos das allgemein anerkannte Symbol des Tauschwerths zu sein, hat aber keinen Werth. Denn dieß Symbol hat das eigen, daß es nicht nur den Tauschwerth vorstellt, sondern im wirklichen Austausch derselbe ist.. Im leztren Fall wäre der Bankzettel kein Geld, oder nur conventionelles Geld zwischen der Bank und ihren Kunden, nicht auf dem allgemeinen Markt. Es wäre dasselbe, was ein Dutzend Speisekarten sind, die ich im Abonnement bei einem Wirth erhalte, oder ein Dutzend Theaterbilletts, die beide Geld vorstellen, aber das eine nur Geld bei dieser bestimmten Speisetafel, das andre in diesem bestimmten Theater. Der Bankzettel hätte aufgehört den Anforderungen des Geldes zu entsprechen, da er nicht im general public, sondern nur zwischen der Bank und ihren Kunden circulirte. Wir müssen also die leztre Unterstellung fallen lassen.
Die Bank wäre also der allgemeine Käufer und Verkäufer. Statt der Noten könnte sie auch Cheques ausgeben und statt dieser einfache Bookaccounts führen. Je nach der Summe der Waarenwerthe, die X an sie abgelassen, hätte er dieselbe Werthsumme in andren Waaren an sie zu Gut. Ein zweites Attribut der Bank wäre nothwendig den Tauschwerth aller Waaren, d.h. die in ihnen materialisirte Arbeitszeit authentisch zu fixiren. Aber hier könnten ihre Functionen nicht enden. Sie müßte die Arbeitszeit bestimmen, in der die Waaren hervorgebracht werden können, mit den Durchschnittsmitteln der Industrie, die Zeit, in der sie hervorgebracht werden müssen. Aber auch das wäre nicht hinreichend. Sie hätte nicht nur die Zeit zu bestimmen, in der ein gewisses Quantum Producte hervorgebracht werden muß, und die Producenten in solche Bedingungen zu setzen, daß ihre Arbeit gleich productiv ist (also auch die Distribution der Arbeitsmittel auszugleichen und zu ordnen), sondern sie hätte die Quanta Arbeitszeit zu ||20| bestimmen, die auf die verschiednen Productionszweige verwandt werden soll. Das leztre wäre nöthig, da, um den Tauschwerth zu realisiren, ihr Geld wirklich convertibel zu machen, die allgemeine Production gesichert werden müßte und in solchen Verhältnissen, daß die Bedürfnisse der Austauschenden befriedigt werden. Das ist noch nicht alles. Der größte Austausch ist nicht der der Waaren, sondern der der Arbeit gegen Waaren. (Gleich drauf näher.) Die Arbeiter würden nicht ihre Arbeit an die Bank verkaufen, sondern den Tauschwerth für das volle Product ihrer Arbeit erhalten etc. Genau dann besehn wäre die Bank nicht nur der allgemeine Käufer und Verkäufer: sondern auch der allgemeine Producent. In der That wäre sie entweder die despotische Regierung der Production und Verwalterin der Distribution, oder sie wäre in der That nichts als ein board, was für die gemeinsam arbeitende Gesellschaft Buch und Rechnung führte. Die Gemeinsamkeit der Productionsmittel ist vorausgesezt etc etc. Die Saint-Simonisten machten ihre Bank zum Pabstthum der Production.
Die Auflösung aller Producte und Thätigkeiten in Tauschwerthe sezt voraus sowohl die Auflösung aller festen persönlichen (historischen) Abhängigkeitsverhältnisse in der Production, als die allseitige Abhängigkeit der Producenten von einander. Die Production sowohl jedes Einzelnen ist abhängig von der Production aller andern; als die Verwandlung seines Products in Lebensmittel für ihn selbst abhängig geworden ist von der Consumtion aller andern. Preisse sind alt; ebenso der Austausch; aber sowohl die Bestimmung der einen mehr und mehr durch die Productionskosten, wie das Uebergreifen des andern über alle Productionsverhältnisse, sind erst vollständig entwickelt, und entwickeln sich stets vollständiger, in der bürgerlichen Gesellschaft, der Gesellschaft der freien Concurrenz. Was Adam Smith, in echter 18t Jhdtweise in die antehistorische Periode sezt, der Geschichte vorhergehn läßt, ist vielmehr ihr Product.
Diese wechselseitige Abhängigkeit ausgedrückt in der beständigen Nothwendigkeit des Austauschs, und in dem Tauschwerth als allseitigem Vermittler. Die Oekonomen drücken das so aus: Jeder verfolgt sein Privatinteresse und nur sein Privatinteresse; und dient dadurch, ohne es zu wollen und zu wissen, den Privatinteressen aller, den allgemeinen Interessen. Der Witz besteht nicht darin, daß indem jeder sein Privatinteresse verfolgt, die Gesammtheit der Privatinteressen, also das allgemeine Interesse erreicht wird. Vielmehr könnte aus dieser abstrakten Phrase gefolgert werden, daß jeder wechselseitig die Geltendmachung des Interesses der andern hemmt, und statt einer allgemeinen Affirmation, vielmehr eine allgemeine Negation aus diesem bellum omnium contra omnes resultirt. Die Pointe liegt vielmehr darin, daß das Privatinteresse selbst schon ein gesellschaftlich bestimmtes Interesse ist und nur innerhalb der von der Gesellschaft gesezten Bedingungen und mit den von ihr gegebnen Mitteln erreicht werden kann, also an die Reproduction dieser Bedingungen und Mittel gebunden ist. Es ist das Interesse der Privaten; aber dessen Inhalt, wie Form und Mittel der Verwirklichung durch von allen unabhängige gesellschaftliche Bedingungen gegeben.
Die wechselseitige und allseitige Abhängigkeit der gegen einander gleichgültigen Individuen bildet ihren gesellschaftlichen Zusammenhang. Dieser gesellschaftliche Zusammenhang ist ausgedrückt im Tauschwerth, worin für jedes Individuum seine eigne Thätigkeit oder sein Product erst eine Thätigkeit und ein Product für es wird; es muß ein allgemeines Product produciren – den Tauschwerth oder, diesen für sich isolirt, individualisirt, Geld. Andrerseits die Macht, die jedes Individuum über die Thätigkeit der andren oder über die gesellschaftlichen Reichthümer ausübt, besteht in ihm als dem Eigner von Tauschwerthen, von Geld. Es trägt seine gesellschaftliche Macht, wie seinen Zusammenhang mit der Gesellschaft, in der Tasche mit sich. Die Thätigkeit, welches immer ihre individuelle Erscheinungsform, und das Product der Thätigkeit, welches immer seine besondre Beschaffenheit, ist der Tauschwerth, d. h. ein Allgemeines, worin alle Individualität, Eigenheit negirt und ausgelöscht ist. Dieses ist in der That ein Zustand sehr verschieden von dem, worin das Individuum oder das in Familie und Stamm (später Gemeinwesen) naturwüchsig oder historisch erweiterte Individuum direkt aus der Natur sich reproducirt oder seine productive Thätigkeit und sein Antheil an der Production an eine bestimmte Form der Arbeit und des Products angewiesen ist und sein Verhältniß zu andren eben so bestimmt ist.
Der gesellschaftliche Charakter der Thätigkeit, wie die gesellschaftliche Form des Products, wie der Antheil des Individuums an der Production erscheint hier als den Individuen gegenüber Fremdes, Sachliches; nicht als das Verhalten ihrer gegen einander, sondern als ihr Unterordnen unter Verhältnisse, die unabhängig von ihnen bestehn und aus dem Anstoß der gleichgültigen Individuen auf einander entstehn. Der allgemeine Austausch der Thätigkeiten und Producte, der Lebensbedingung für jedes einzelne Individuum geworden, ihr wechselseitiger Zusammenhang, erscheint ihnen selbst fremd, unabhängig, als eine Sache. Im Tauschwerth ist die gesellschaftliche Beziehung der Personen in ein gesellschaftliches ||21| Verhalten der Sachen verwandelt; das persönliche Vermögen in ein sachliches. Je weniger gesellschaftliche Kraft das Tauschmittel besizt, je zusammenhängender es noch mit der Natur des unmittelbaren Arbeitsproducts und den unmittelbaren Bedürfnissen der Austauschenden ist, um so grösser muß noch die Kraft des Gemeinwesens sein, das die Individuen zusammenbindet, patriarchalisches Verhältniß, antikes Gemeinwesen, Feudalismus und Zunftwesen. (Sieh mein Heft, XII, 34 b.) Jedes Individuum besizt die gesellschaftliche Macht unter der Form einer Sache. Raubt der Sache diese gesellschaftliche Macht und ihr müßt sie Personen über die Personen geben. Persönliche Abhängigkeitsverhältnisse (zuerst ganz naturwüchsig) sind die ersten Gesellschaftsformen, in denen sich die menschliche Productivität nur in geringem Umfang und auf isolirten Punkten entwickelt. Persönliche Unabhängigkeit auf sachlicher Abhängigkeit gegründet ist die zweite grosse Form, worin sich erst ein System des allgemeinen gesellschaftlichen Stoffwechsels, der universalen Beziehungen, allseitiger Bedürfnisse, und universeller Vermögen bildet. Freie Individualität, gegründet auf die universelle Entwicklung der Individuen und die Unterordnung ihrer gemeinschaftlichen, gesellschaftlichen Productivität als ihres gesellschaftlichen Vermögens, ist die 3te Stufe. Die 2te schafft die Bedingungen der 3ten. Patriarchalische, wie antike Zustände (ebenso feudale) verfallen daher ebenso sehr mit der Entwicklung des Handels, des Luxus, des Geldes, des Tauschwerths, wie die moderne Gesellschaft in gleichem Schritt mit ihnen emporwächst.
Austausch und Theilung der Arbeit bedingen sich wechselseitig. Da jeder für sich arbeitet und sein Product nichts für sich ist, muß er natürlich austauschen, nicht nur, um an dem allgemeinen Productionsvermögen theilzunehmen, sondern um sein eignes Product in ein Lebensmittel für sich selbst zu verwandeln. (Sieh meine „Bemerkungen über Oekonomie“ p. V (13, 14).) Der Austausch als vermittelt durch den Tauschwerth und das Geld sezt allerdings die allseitige Abhängigkeit der Producenten von einander voraus, aber zugleich die völlige Isolirung ihrer Privatinteressen und eine Theilung der gesellschaftlichen Arbeit, deren Einheit und wechselseitige Ergänzung gleichsam als ein Naturverhältniß ausser den Individuen, unabhängig von ihnen existirt. Der Druck der allgemeinen Nachfrage und Zufuhr auf einander vermittelt den Zusammenhang der gegen einander Gleichgültigen.
Die Nothwendigkeit selbst, das Product oder die Thätigkeit der Individuen erst in die Form des Tauschwerths, in Geld zu verwandeln, und daß sie erst in dieser sachlichen Form ihre gesellschaftliche Macht erhalten und beweisen, beweist zweierlei: 1) daß die Individuen nur noch für die Gesellschaft und in der Gesellschaft produciren; 2) daß ihre Production nicht unmittelbar gesellschaftlich ist, nicht the offspring of association, die die Arbeit unter sich vertheilt. Die Individuen sind unter die gesellschaftliche Production subsumirt, die als ein Verhängniß ausser ihnen existirt; aber die gesellschaftliche Production ist nicht unter die Individuen subsumirt, die sie als ihr gemeinsames Vermögen handhaben. Es kann also nichts falscher und abgeschmackter sein, als auf der Grundlage des Tauschwerths, des Geldes die Controlle der vereinigten Individuen über ihre Gesammtproduction vorauszusetzen, wie es oben mit der Stundenzettelbank geschah. Der private Austausch aller Arbeitsproducte, Vermögen und Thätigkeiten steht im Gegensatz sowohl zu der auf Ueber- und Unterordnung (naturwüchsig oder politisch) der Individuen unter einander begründeten Vertheilung (wobei der eigentliche Austausch nur nebenherläuft oder im Grossen weniger das Leben ganzer Gemeinwesen ergreift, als vielmehr zwischen verschiednen Gemeinwesen eintritt, überhaupt keineswegs alle Productions- und Verkehrsverhältnisse unterwirft) (welchen Character diese Ueber- und Unterordnung annehme: patriarchal, antik, oder feudal), wie zu dem freien Austausch von Individuen die associirt sind auf der Grundlage der gemeinsamen Aneignung und Controlle der Productionsmittel. (Leztre Association ist nichts willkührliches: sie sezt die Entwicklung materieller und geistiger Bedingungen voraus, die an diesem Punkt nicht weiter auszuführen sind.) Wie die Theilung der Arbeit Agglomeration, Combination, Cooperation, den Gegensatz der Privatinteressen, Klasseninteressen, die Concurrenz, Concentration des Capitals, Monopol, Aktiengesellschaften erzeugt – lauter gegensätzliche Formen der Einheit, die den Gegensatz selbst hervorruft – so erzeugt der Privataustausch den Welthandel, die private Unabhängigkeit eine vollkommne Abhängigkeit vom s. g. Weltmarkt, und die zersplitterten Akte des Austauschs ein Bank- und Creditwesen, dessen Buchführung | |22| wenigstens die Ausgleichungen des Privataustauschs constatirt. Im Wechselkurs – so sehr die Privatinteressen jeder Nation sie in ebenso viele Nationen theilen als sie fullgrown individuals besizt und die Interessen der Exporters und Importers derselben Nation sich hier gegenüberstehn – erhält der Nationalhandel einen Schein von Existenz etc etc. Niemand wird deßwegen glauben, durch eine Börsenreform die Grundlagen des innren oder auswärtigen Privathandels aufheben zu können. Aber innerhalb der bürgerlichen, auf dem Tauschwerth beruhenden Gesellschaft, erzeugen sich sowohl Verkehrs- als Productionsverhältnisse, die ebenso viel Minen sind um sie zu sprengen. (Eine Masse gegensätzlicher Formen der gesellschaftlichen Einheit, deren gegensätzlicher Character jedoch nie durch stille Metamorphose zu sprengen ist. Andrerseits, wenn wir nicht in der Gesellschaft, wie sie ist, die materiellen Productionsbedingungen und ihnen entsprechenden Verkehrsverhältnisse für eine Klassenlose Gesellschaft verhüllt vorfänden, wären alle Sprengversuche Donquichoterie.)
Wir haben gesehn, daß obgleich der Tauschwerth = ist der relativen Arbeitszeit, die in den Producten materialisirt ist; das Geld seinerseits = dem Tauschwerth der Waaren losgelöst von ihrer Substanz; in diesem Tauschwerth oder Geldverhältnisse Widersprüche zwischen den Waaren und ihrem Tauschwerth, zwischen den Waaren als Tauschwerthen und dem Geld enthalten sind. Wir haben gesehn, daß eine Bank, die unmittelbar das Gegenbild der Waare im Arbeitsgeld erzeugt, eine Utopie ist. Obgleich also das Geld nur der von der Substanz der Waaren losgelöste Tauschwerth und nur der Tendenz dieses Tauschwerths sich rein zu setzen, seinen Ursprung verdankt, kann die Waare nicht unmittelbar in Geld verwandelt werden, d. h. der authentische Ausweis über das Quantum der in ihr realisirten Arbeitszeit kann nicht als ihr Preiß dienen in der Welt der Tauschwerthe. How is this?
(In einer Form des Geldes – soweit es Tauschmittel (nicht Maaß des Tauschwerths) – ist den Oekonomen klar, daß die Existenz des Geldes die Versachlichung des gesellschaftlichen Zusammenhangs voraussezt; soweit nämlich das Geld als Pfand erscheint, was der eine in der Hand des andren zurücklassen muß, um eine Waare von ihm zu erhalten. Hier sagen die Oekonomen selbst, daß die Menschen der Sache (dem Geld) das Vertrauen schenken, was sie sich nicht als Personen schenken. Aber warum schenken sie der Sache das Vertrauen? Doch offenbar nur als versachlichtem Ver- hältniß der Personen unter einander; als versachlichtem Tauschwerth und Tauschwerth ist nichts als eine Beziehung der produktiven Thätigkeit der Personen unter einander. Jedes andre Pfand mag direkt dem Pfandinhaber als solches nützen; Geld nüzt ihm nur als „Faustpfand der Gesellschaft“, aber solches Faustpfand ist es nur wegen seiner gesellschaftlichen (symbolischen) Eigenschaft; und gesellschaftliche Eigenschaft kann es nur besitzen, weil die Individuen ihre eigne gesellschaftliche Beziehung als Gegenstand sich entfremdet haben.)
In den Preißcourantlisten, worin alle Werthe gemessen sind im Geld, scheint zugleich die Unabhängigkeit des gesellschaftlichen Characters der Sachen von den Personen, wie zugleich die Thätigkeit des Handels auf dieser Basis der Fremdartigkeit, worin die Gesammtproductions- und Verkehrsverhältnisse dem Einzelnen, allen Einzelnen gegenüber erscheinen, sie wieder den Einzelnen zu unterwerfen. Da die Verselbstständigung des Weltmarkts, if you please, (worin die Thätigkeit jedes Einzelnen eingeschlossen) wächst mit der Entwicklung der Geldverhältnisse (Tauschwerths) und vice versa, der allgemeine Zusammenhang und die allseitige Abhängigkeit in Production und Consumtion zugleich mit der Unabhängigkeit und Gleichgültigkeit der Consumirenden und Producirenden zu einander; da dieser Widerspruch zu Crisen führt etc, so wird gleichzeitig mit der Entwicklung dieser Entfremdung, auf ihrem eignen Boden versucht, sie aufzuheben: Preißcourantlisten, Wechselcurse, Verbindungen der Handelstreibenden unter einander durch Briefe, Telegraphen etc (die Communicationsmittel wachsen natürlich gleichzeitig), worin Jeder Einzelne sich Auskunft über die Thätigkeit aller andren verschafft und seine eigne danach auszugleichen sucht. (D. h. obgleich die Nachfrage und Zufuhr Aller von Allen unabhängig vor sich geht, so sucht sich jeder über den Stand der allgemeinen Nachfrage und Zufuhr zu unterrichten; und dieß Wissen wirkt dann wieder praktisch auf sie ein. Obgleich alles dieß auf dem gegebnen Standpunkt die Fremdartigkeit nicht aufhebt, so führt es Verhältnisse und Verbindungen herbei, die die Möglichkeit den alten Standpunkt aufzuheben, in sich einschliessen.) (Die Möglichkeit allgemeiner Statistik, etc.) (Es ist dieß übrigens unter den Categorien von „Preissen, Nachfrage und Zufuhr“ zu entwickeln. Uebrigens hier nur zu bemerken, daß die Uebersicht über den Gesammthandel und die Gesammtproduktion, soweit sie faktisch in den Preißcourantlisten vorliegt, in der That den besten Beweis liefert, wie den Einzelnen ihr eigner Austausch und ihre eigne Production als sachliches, von ihnen unabhängiges Verhältniß gegenübertritt. Im Weltmarkt hat sich der Zusammenhang des Einzelnen mit Allen, aber auch zugleich die Un- abhängigkeit ||23| dieses Zusammenhangs von den Einzelnen selbst zu einer solchen Höhe entwickelt, daß seine Bildung zugleich schon die Uebergangsbedingung aus ihm selbst enthält.) Die Vergleichung an der Stelle der wirklichen Gemeinschaftlichkeit und Allgemeinheit.
(Es ist gesagt worden und mag gesagt werden, daß das Schöne und Grosse eben in diesem naturwüchsigen, vom Wissen und Wollen der Individuen unabhängigen, und grade ihre wechselseitige Unabhängigkeit und Gleichgültigkeit gegen einander voraussetzenden Zusammenhang, materiellen und geistigen Stoffwechsel, beruht. Und sicher ist dieser sachliche Zusammenhang ihrer Zusammenhangslosigkeit vorzuziehn oder einem auf Bluturenge Natur und Herrschafts- und Knechtschafts[verhältnisse] gegründet[en] nur lokalen Zusammenhang. Es ist ebenso sicher, daß die Individuen sich ihre eignen gesellschaftlichen Zusammenhänge nicht unterordnen können, bevor sie dieselben geschaffen haben. Aber es ist abgeschmackt jenen nur sachlichen Zusammenhang als den naturwüchsigen, von der Natur der Individualität (im Gegensatz zum Reflectirten Wissen und Wollen) unzertrennlichen, und ihr immanenten aufzufassen. Er ist ihr Product. Er ist ein historisches Product. Er gehört einer bestimmten Phase ihrer Entwicklung an. Die Fremdartigkeit und Selbstständigkeit, worin er noch gegen sie existirt, beweist nur, daß sie noch in der Schöpfung der Bedingungen ihres socialen Lebens begriffen sind, statt von diesen Bedingungen aus es begonnen zu haben. Es ist der Zusammenhang, der naturwüchsige, von Individuen innerhalb bestimmter, bornirter Productionsverhältnisse. Die universal entwickelten Individuen, deren gesellschaftliche Verhältnisse als ihre eignen, gemeinschaftlichen Beziehungen auch ihrer eignen gemeinschaftlichen Controlle unterworfen sind, sind kein Product der Natur, sondern der Geschichte. Der Grad und die Universalität der Entwicklung der Vermögen, worin diese Individualität möglich wird, sezt eben die Production auf der Basis der Tauschwerthe voraus, die mit der Allgemeinheit der Entfremdung des Individuums von sich und von andren, aber auch die Allgemeinheit und Allseitigkeit seiner Beziehungen und Fähigkeiten erst producirt. Auf frühren Stufen der Entwicklung erscheint das einzelne Individuum voller, weil es eben die Fülle seiner Beziehungen noch nicht herausgearbeitet und als von ihm unabhängige gesellschaftliche Mächte und Verhältnisse sich gegenübergestellt hat. So lächerlich es ist, sich nach jener ursprünglichen Fülle zurückzusehnen: so lächerlich ist der Glaube bei jener vollen Entleerung stehnbleiben zu müssen. Ueber den Gegensatz gegen jene romantische Ansicht ist die bürgerliche nie herausgekommen und darum wird jene als berechtigter Gegensatz sie bis an ihr seeliges Ende begleiten.)
(Als Beispiel kann hier genommen werden das Verhältniß des Einzelnen zur Wissenschaft.)
(Das Geld mit dem Blute zu vergleichen – das Wort Circulation gab dazu Anlaß – ist ungefähr ebenso richtig wie das Gleichniß des Menenius Agrippa zwischen den Patriciern und dem Magen.) (Das Geld mit der Sprache zu vergleichen ist nicht minder falsch. Die Ideen werden nicht in die Sprache verwandelt, so daß ihre Eigenthümlichkeit aufgelöst und ihr gesellschaftlicher Character neben ihnen in der Sprache existirte, wie die Preisse neben den Waaren. Die Ideen existiren nicht getrennt von der Sprache. Ideen, die aus ihrer Muttersprache erst in eine fremde Sprache übersezt werden müssen, um zu kursiren, um austauschbar zu werden, bieten schon mehr Analogie; die Analogie liegt dann aber nicht in der Sprache, sondern in ihrer Fremdheit.)
(Die Austauschbarkeit aller Producte, Thätigkeiten, Verhältnisse gegen ein Drittes, sachliches, was wieder gegen alles ohne Unterschied ausgetauscht werden kann – also die Entwicklung der Tauschwerthe (und der Geldverhältnisse) ist identisch mit der allgemeinen Venalität, Corruption. Die generelle Prostitution erscheint als eine nothwendige Phase der Entwicklung des gesellschaftlichen Characters der persönlichen Anlagen, Vermögen, Fähigkeiten, Thätigkeiten. Mehr höflich ausgedrückt: Das allgemeine Nützlichkeits- und Brauchbarkeitsverhältniß. Das Gleichsetzen des Ungleichartigen, wie schön Shakespeare das Geld faßt. Die Bereicherungssucht als solche ohne Geld unmöglich; alle andre Accumulation und Accumulationssucht erscheint naturwüchsig, bornirt, durch die Bedürfnisse einerseits, die bornirte Natur der Producte anderseits bedingt (sacra auri fames).)
(Das Geldwesen, in seiner Entwicklung, unterstellt offenbar schon andre allgemeine Entwicklungen.)
Wenn gesellschaftliche Verhältnisse betrachtet werden, die ein unentwickeltes System des Austauschs, der Tauschwerthe und des Geldes erzeugen, oder denen ein unentwickelter Grad derselben entspricht, so ist es von vorn herein klar, daß die Individuen, obgleich ihre Verhältnisse persönlicher erscheinen, nur als Individuen in einer Bestimmtheit in Beziehung zu einander treten, als Feudalherr und Vasall, Grundherr und Leibeigner etc oder als Kastenglieder etc oder als Standesangehörige etc. Im Geldverhältnisse, im entwickelten Austauschsystem (und dieser Schein verführt die Democratie) sind in der That die Bande der persönlichen Abhängigkeit gesprengt, zerrissen, Blutsunterschiede, Bildungsunterschiede etc (die persönlichen Bande erscheinen wenigstens alle als persönliche Verhältnisse); und die Individuen scheinen unabhängig (diese Unabhängigkeit, die überhaupt blos eine Illusion ist und richtiger Gleichgültigkeit – im Sinn der Indifferenz – hiesse), frei auf einander zu stossen und in dieser Freiheit auszutauschen; sie scheinen so aber nur für den, der von den Bedingungen, den Existenzbedingungen (und diese sind wieder von Individuen unabhängige und erscheinen, obgleich von der Gesellschaft erzeugt, gleichsam als Naturbedingungen, d. h. von den Individuen uncontrollirbare) abstrahirt, unter denen diese Individuen in Berührung treten. Die ||24| Bestimmtheit, die im ersten Fall als eine persönliche Beschränkung des Individuums durch ein andres, erscheint im leztren ausgebildet als eine sachliche Beschränkung des Individuums durch von ihm unabhängige und in sich selbst ruhende Verhältnisse. (Da das einzelne Individuum nicht seine persönliche Bestimmtheit abstreifen, wohl aber äussere Verhältnisse überwinden und sich unterordnen kann, so scheint seine Freiheit im Fall 2 grösser. Eine nähre Untersuchung jener äussren Verhältnisse, jener Bedingungen zeigt aber die Unmöglichkeit der Individuen einer Klasse etc sie en masse zu überwinden, ohne sie aufzuheben. Der einzelne kann zufällig mit ihnen fertig werden; die Masse der von ihnen beherrschten nicht, da ihr bloses Bestehn die Unterordnung, und die nothwendige Unterordnung der Individuen unter sie ausdrückt.) Diese äusseren Verhältnisse sind so wenig eine Beseitigung der „Abhängigkeitsverhältnisse“, daß sie nur die Auflösung derselben in eine allgemeine Form sind; vielmehr das Herausarbeiten des allgemeinen Grundes der persönlichen Abhängigkeitsverhältnisse sind. Auch hier kommen die Individuen nur als bestimmte zu einander in Beziehung. Diese sachlichen Abhängigkeitsverhältnisse im Gegensatz zu den persönlichen erscheinen auch so (das sachliche Abhängigkeitsverhältniß ist nichts als die den scheinbar unabhängigen Individuen selbstständig gegenübertretenden gesellschaftlichen Beziehungen, d. h. ihre ihnen selbst gegenüber verselbstständigten wechselseitigen Productionsbeziehungen), daß die Individuen nun von Abstraktionen beherrscht werden, während sie früher von einander abhingen. Die Abstraktion oder Idee ist aber nichts als der theoretische Ausdruck jener materiellen Verhältnisse, die Herr über sie sind. Verhältnisse können natürlich nur in Ideen ausgedrückt werden und so haben Philosophen als das eigenthümliche der Neuen Zeit ihr Beherrschtsein von Ideen aufgefaßt und mit dem Sturz dieser Ideenherrschaft die Erzeugung der freien Individualität identificirt. Der Irrthum war vom ideologischen Standpunkt aus um so leichter zu begehn, als jene Herrschaft der Verhältnisse (jene sachliche Abhängigkeit, die übrigens wieder in bestimmte nur aller Illusion entkleidete persönliche Abhängigkeitsverhältnisse umschlägt) in dem Bewußtsein der Individuen selbst als Herrschen von Ideen erscheint und der Glaube an die Ewigkeit dieser Ideen, d. h. jener sachlichen Abhängigkeitsverhältnisse, von den herrschenden Klassen, of course, in jeder Weise befestigt, genährt, eingetrichtert wird.
(Es ist natürlich der Illusion der „rein persönlichen Verhältnisse“ der Feudalzeiten etc gegenüber, keinen Augenblick zu vergessen, 1) daß diese Verhältnisse selbst innerhalb ihrer Sphäre einen sachlichen Character auf einer bestimmten Phase annahmen, wie die Entwicklung der Grundeigenthumsverhältnisse z. B. aus rein militärischen Subordinationsverhältnissen zeigt; aber 2) das sachliche Verhältniß, worin sie zu Grund gehn, hat selbst einen bornirten, naturbestimmten Charakter und erscheint daher als persönlich, während in der modernen Welt die persönlichen Verhältnisse als reiner Ausfluß der Productions- und Austauschverhältnisse heraustreten.)
Das Product wird Waare. Die Waare wird Tauschwerth. Der Tauschwerth der Waare erhält besondre Existenz neben der Waare; d. h. die Waare in der Form, worin [sie] 1) austauschbar mit allen andern Waaren ist; worin sie 2) daher allgemeine Waare und ihre natürliche Besonderheit ausgelöscht ist; 3) worin das Maaß ihrer Austauschbarkeit gesezt ist, das bestimmte Verhältniß, worin sie alle andren Waaren sich gleichsezt, ist die Waare als Geld und zwar nicht als Geld überhaupt, sondern als eine bestimmte Summe Geld, denn um den Tauschwerth in allen seinen Unterschieden darzustellen, muß das Geld zählbar, quantitativ theilbar sein.
Das Geld, die gemeinsame Form, worein sich alle Waaren als Tauschwerthe verwandeln, die allgemeine Waare, muß selbst als eine besondre Waare neben den andren existiren, da sie nicht nur im Kopf an ihm gemessen, sondern im wirklichen Austausch gegen es ausgetauscht und eingewechselt werden müssen. Der Widerspruch der dadurch hereinkommt, an einer andren Stelle zu entwickeln. Das Geld entsteht nicht durch Convention, so wenig wie der Staat. Es entsteht aus dem Austausch und im Austausch naturwüchsig, ist ein Product desselben. Ursprünglich wird die Waare als Geld dienen, d. h. eingetauscht werden, nicht als Gegenstand des Bedürfnisses und der Consumtion, sondern um sie wieder auszutauschen gegen andre Waaren – die am meisten als Gegenstand des Bedürfnisses eingetauscht wird, kursirt; die also am sichersten ist, wieder gegen andre besondre Waaren ausgetauscht werden zu können; die also in der gegebnen gesellschaftlichen Organisation den Reichthum ϰατ’ ἐξοχήν repräsentirt, Gegenstand der allgemeinsten Nachfrage und Zufuhr ist und einen besondren Gebrauchswerth besizt. So Salz, Häute, Vieh, Sklaven. Eine solche Waare entspricht faktisch mehr in ihrer besondren Gestalt als Waare sich selbst als (schade, daß im Deutschen der Unterschied von denrée und marchandise nicht passend wiederzugeben) Tauschwerth, denn die andren Waaren. Die besondre Nützlichkeit der Waare, sei es als besondrer Consumtionsgegenstand (Häute), sei es als unmittelbares Productionswerkzeug (Sklave), stempelt sie hier zum Geld. Im Fortgang der Entwicklung wird grade das umgekehrte eintreten, d. h. die Waare, die am wenigsten unmittelbar Gegenstand der Consumtion oder Werkzeug der Production, wird am besten grade die Seite repräsentiren, daß sie dem Bedürfniß des Aus- tauschs als solchen dient. Im ersten ||25| Fall wird die Waare Geld, wegen ihres besondren Gebrauchswerths; im zweiten Fall erhält sie davon ihren besondren Gebrauchswerth, daß sie als Geld dient. Dauerhaftigkeit, Unveränderlichkeit, Theilbarkeit und Wiederzusammensetzbarkeit, relativ leichte Transportirbarkeit, weil sie grossen Tauschwerth in kleinem Raum einschliessen, alles das macht die edlen Metalle besonders geeignet auf der leztren Stufe. Zugleich bilden sie natürlichen Uebergang aus der ersten Form des Geldes. Bei etwas höhrer Stufe der Production und des Austauschs tritt das Productionsinstrument über die Producte; die Metalle aber (erst Steine) sind die ersten und unentbehrlichsten Productionswerkzeuge. Im Kupfer, das im Geld der Alten eine so grosse Rolle spielt, findet sich noch beides zusammen, der besondre Gebrauchswerth als Productionsinstrument und die übrigen Eigenschaften, die nicht von Gebrauchswerth der Waare herfliessen, sondern ihrer Bestimmung als Tauschwerth (worin Tauschmittel eingeschlossen) entsprechen. Von den andren Metallen scheiden sich dann wieder die edlen ab, indem sie nicht oxydirbar etc, gleichmässiger Qualität etc und dann der höhern Stufe besser entsprechen, indem ihre unmittelbare Nützlichkeit für Consumtion und Production zurücktritt, sie aber schon ihrer Seltenheit wegen den rein auf dem Tausch gegründeten Werth mehr darstellen. Sie stellen von vorn herein den Ueberfluß vor, die Form, worin der Reichthum ursprünglich erscheint. Auch Metalle lieber gegen Metalle als andre Waaren ausgetauscht.
Die erste Form des Geldes entspricht einer geringen Stufe des Austauschs und des Tauschhandels, wo das Geld mehr noch in seiner Bestimmung als Maaß hervortritt, denn als wirkliches Austauschinstrument. Auf dieser Stufe kann das Maaß noch rein imaginär sein (indeß schließt die bar der Neger das Eisen ein) (Muscheln etc entsprechen aber mehr der Reihe, deren lezte Spitze Gold und Silber ist).
Daraus daß die Waare zum allgemeinen Tauschwerth, geht hervor, daß der Tauschwerth zu einer besondren Waare wird: er kann dieß nur, indem eine besondre Waare allen andren gegenüber das Privilegium erhält ihren Tauschwerth zu repräsentiren, zu symbolisiren; d. h. Geld zu werden. Daß der Geldeigenschaft aller Waaren eine besondre Waare als Geldsubjekt erscheint – geht aus dem Wesen des Tauschwerths selbst hervor. Im Fortgang der Entwicklung kann der Tauschwerth des Geldes wieder eine von seiner Materie, seiner Substanz, getrennte Existenz erhalten, wie im Papiergeld, ohne indeß das Privilegium dieser besondren Waare aufzuheben, indem die besonderte Existenz ihre Denomination von der besondren Waare zu erhalten fortfahren muß.
Weil die Waare Tauschwerth ist, ist sie austauschbar gegen Geld, = Geld gesezt. Das Verhältniß, worin sie dem Geld gleichgesezt wird, d. h. die Bestimmtheit ihres Tauschwerths, ist vorausgesezt ihrer Umsetzung in Geld. Das Verhältniß, worin die besondre Waare gegen Geld ausgetauscht wird, d. h. das Quantum Geld, worein ein bestimmtes Quantum Waare umsetzbar, ist bestimmt durch die in der Waare vergegenständlichte Arbeitszeit. Als Verwirklichung einer bestimmten Arbeitszeit ist die Waare Tauschwerth; im Geld ist das Quotum Arbeitszeit, das sie repräsentirt, sowohl gemessen, als in seiner allgemeinen, dem Begriff entsprechenden, austauschbaren Form enthalten. Das Geld ist das sachliche Medium, worein die Tauschwerthe getaucht, eine ihrer allgemeinen Bestimmung entsprechende Gestalt erhalten. Adam Smith sagt, daß die Arbeit (Arbeitszeit) das ursprüngliche Geld ist, womit alle Waaren gekauft werden. Den Akt der Production betrachtet, bleibt dieß immer richtig (ebensowohl in Bezug auf die Bestimmung der relativen Werthe). Jede Waare wird in der Production fortwährend gegen Arbeitszeit ausgetauscht. Die Nothwendigkeit eines von der Arbeitszeit unterschiednen Geldes kömmt grade dadurch herein, daß das Quotum Arbeitszeit ausgedrückt werden soll nicht in ihrem unmittelbaren und besondren Produkt, sondern in einem vermittelten und allgemeinen Product, in ihrem besondren Product als gleich und convertibel gegen alle andren Producte derselben Arbeitszeit; der Arbeitszeit nicht in einer Waare, sondern in allen Waaren zugleich und darum in einer besondren Waare, die alle andren repräsentirt. Die Arbeitszeit kann nicht unmittelbar selbst das Geld sein (eine Forderung, die in andren Worten damit zusammenfällt, daß jede Waare unmittelbar ihr eignes Geld sein soll), eben weil sie faktisch stets nur in besondren Producten existirt (als Gegenstand): als allgemeiner Gegenstand kann sie nur symbolisch existiren, eben wieder in einer besondren Waare, die als Geld gesezt wird. Die Arbeitszeit existirt nicht als allgemeiner, von den natürlichen Besonderheiten der Waaren unabhängiger und abgeschiedner (losgelöster) Gegenstand des Austauschs. Als solcher müßte sie existiren, um die Bedingungen des Geldes unmittelbar zu erfüllen. Die Vergegenständlichung des allgemeinen, gesellschaftlichen Charakters der Arbeit (und darum der Arbeitszeit, die im Tauschwerth enthalten) macht eben ihr Product zum Tauschwerth; giebt der Waare die Eigenschaft des Geldes, die aber ein selbstständig ausser ihr existirendes Geldsubjekt wieder einschließt.
Die bestimmte Arbeitszeit ist vergegenständlicht in einer bestimmten, besondren Waare von besondren Eigenschaften und besondren Beziehungen zu den Bedürfnissen; als Tauschwerth aber soll sie vergegenständlicht sein in einer Waare, die nur ihre Quotität oder Quantität ausdrückt, gleichgültig gegen ihre natürlichen Eigenschaften ist, und daher in jede andre Waare, die dieselbe Arbeitszeit vergegenständlicht, metamorphosirt, d. h. ausgetauscht werden kann. Als Gegenstand soll sie diesen allgemeinen Charakter besitzen,| |26| der ihrer natürlichen Besonderheit widerspricht. Dieser Widerspruch kann nur gelöst werden, indem er selbst vergegenständlicht wird; d. h. indem die Waare doppelt gesezt wird, einmal in ihrer natürlichen unmittelbaren Form, dann in ihrer vermittelten, als Geld. Das leztre ist nur möglich, indem eine besondre Waare gleichsam die allgemeine Substanz der Tauschwerthe wird, oder indem der Tauschwerth der Waaren mit einer besondren Substanz, einer besondren Waare im Unterschied von allen übrigen, identificirt wird. D. h. indem die Waare erst mit dieser allgemeinen Waare, dem symbolischen allgemeinen Product oder Vergegenständlichung der Arbeitszeit umgetauscht werden muß, um dann als Tauschwerth gleichgültig gegen alle andren Waaren beliebig umtauschbar, in sie metamorphosirbar zu sein. Das Geld ist die Arbeitszeit als allgemeiner Gegenstand, oder die Vergegenständlichung der allgemeinen Arbeitszeit, die Arbeitszeit als all- gemeine Waare. Wenn es daher sehr einfach aussieht, daß die Arbeitszeit, weil sie die Tauschwerthe regulirt, in der That nicht nur ihr inhärentes Maaß, sondern ihre Substanz selbst ist, (denn als Tauschwerthe besitzen die Waaren keine andre Substanz, keine natürliche Beschaffenheit) und auch unmittelbar als ihr Geld dienen könne, d. h. das Element hergeben, worin die Tauschwerthe sich als solche realisiren, so trügt dieser Schein der Einfachheit. Vielmehr schließt das Verhältniß der Tauschwerthe – der Waaren als einander gleicher und gleichsetzbarer Vergegenständlichungen der Arbeitszeit – Widersprüche ein, die in einem von der Arbeitszeit verschiednen Gelde ihren sachlichen Ausdruck erhalten.
Bei Adam Smith erscheint dieser Widerspruch noch als ein Nebeneinandersetzen. Neben dem besondren Arbeitsproduct (der Arbeitszeit als besonderm Gegenstand) muß der Arbeiter noch ein Quantum allgemeiner Waare (die Arbeitszeit als allgemeinen Gegenstand) erzeugen. Die beiden Bestimmungen des Tauschwerths erscheinen ihm äusserlich neben einander. Das innre der ganzen Waare erscheint noch nicht ergriffen und durchdrungen vom Widerspruch. Dieß entspricht der Stufe der Production, die er vorliegen hatte, wo der Arbeiter noch einen Theil seiner Subsistenz direkt in seinem Product besaß; weder seine ganze Thätigkeit, noch sein ganzes Product vom Austausch abhängig geworden war; d. h. die Subsistenzagricultur (oder ähnlich wie Steuart sie nennt) noch zu einem grossen Maaß herrschte und ebenso die patriarchale Industrie (Handweberei, Spinnerei im Haus und verknüpft mit der Agricultur). Nur noch der Ueberschuß wird in einem grossen Kreis der Nation ausgetauscht. Tauschwerth und Bestimmung durch die Arbeitszeit noch nicht völlig entwickelt auf nationalem Maaßstab.
(Incident: Von Gold und Silber weniger richtig als von irgend einer andren Waare, daß ihre Consumtion nur wachsen kann im Verhältniß zu ihren verminderten Productionskosten. Sie wächst vielmehr im Verhältniß zum Wachsthum des allgemeinen Reichthums, da ihr Gebrauch spezifisch den Reichthum, Ueberfluß, Luxus repräsentirt, weil sie selbst den allgemeinen Reichthum repräsentiren. Abgesehn vom Gebrauch als Geld, werden Silber und Gold mehr consumirt im Verhältniß zum Wachsthum des allgemeinen Reichthums. Wenn daher ihre Zufuhr plötzlich wächst, selbst ohne daß die Productionskosten oder ihr Werth sich verhältnißmässig verringerte, finden sie einen rasch sich erweiternden Markt, der ihre Depreciation aufhält. Manches, was den Oekonomen – die allgemein Consumtion von Gold und Silber vom Fall ihrer Productionskosten allein abhängig machen – in dem australisch-californischen case unerklärlich, und wo sie sich in einem Cirkel bewegen, daher erklärt. Es hängt dieß genau damit zusammen, daß sie den Reichthum repräsentiren, also mit ihrer Eigenschaft als Geld.)
(Der Gegensatz des Goldes und Silbers als der eternal Waare im Gegensatz zu den andern, den wir bei Petty finden, schon bei Xenophon, de Vectigal. c. 1. in Bezug auf Marmor und Silber. Οὐ μόνον δὲ ϰρατει̃ τοι̃ς ἐπ’ ἐνιαυτὸν ϑάλλουσί τε ϰαὶ γηράσϰουσιν, ἀλλὰ ϰαὶ ἀΐδια ἀγαϑὰ έ̓χει ἡ χώρα. Πέφυϰε μὲν γὰρ λίϑος ἐν αὐτη̃ ἂφϑονος etc (nämlich der Marmor)… ̓Έστι δὲ ϰαὶ γη̃, ἢ σπειρομένη μὲν οὐ φέρει ϰαρτὸν, ὀρυσσομένη δὲ πολλαπλασίους τρέφει ἣ εἱ σι̃τον έ̓φερε.). (Wohl zu merken, daß der Austausch zwischen verschiednen Stämmen oder Völkern – und dieß nicht der Privataustausch ist seine erste Gestalt – erst damit beginnt, daß einem uncivilisirten Stamm Ueberfluß abgekauft wird (abgemogelt), der nicht das Product seiner Arbeit, sondern natürliches Product des Bodens und der Natur die er occupirt.)
(Daraus, daß das Geld in einer bestimmten Waare symbolisirt sein muß, dann diese Waare selbst (Gold etc), die ordinären ökonomischen Widersprüche, die daraus hervorgehn zu entwickeln. Dieß Nr. II. Dann, da alle Waaren gegen das Geld ausgetauscht werden müssen, um als Preisse bestimmt zu werden, ob dieser Austausch nun wirklich oder nur im Kopf statt findet, das Verhältniß des Quantums des Goldes oder Silbers zu den Waarenpreissen zu bestimmen. Dieß Nr. III. Es ist klar, daß blos gemessen im Gold, oder Silber, ihre Quantität keinen Einfluß auf den Preiß der Waaren ausübt; durch den wirklichen Austausch, so weit es wirklich als Circulationsinstrument dient, kömmt die Schwierigkeit herein; die Verhältnisse von Nachfrage und Zufuhr etc. Was aber seinen Werth als Circulationsinstrument afficirt, afficirt es offenbar als Maaß.)|
|27| Die Arbeitszeit selbst existirt als solche nur subjektiv, nur in der Form der Thätigkeit. Insofern sie als solche austauschbar (selbst Waare) ist, ist sie nicht nur quantitativ, sondern qualitativ bestimmt und verschieden, keineswegs allgemeine, sich gleiche Arbeitszeit; sondern entspricht als Subjekt ebensowenig der die Tauschwerthe bestimmenden allgemeinen Arbeitszeit, wie die besondren Waaren und Producte ihr als Objekt entsprechen.
Der Satz von A. Smith, daß der Arbeiter neben seiner besondren Waare eine allgemeine Waare produciren muß, in andren Worten daß er einem Theil seiner Producte die Form des Geldes geben muß, überhaupt seiner Waare, soweit sie nicht als Gebrauchswerth für ihn, sondern als Tauschwerth dienen soll – heißt subjektiv ausgedrückt, weiter nichts, als daß seine besondre Arbeitszeit nicht unmittelbar gegen jede andre besondre Arbeitszeit ausgetauscht werden kann, sondern daß diese ihre allgemeine Austauschbarkeit erst vermittelt werden, daß sie eine gegenständliche von ihr selbst verschiedne Form annehmen muß, um diese allgemeine Austauschbarkeit zu erlangen.
Die Arbeit des Einzelnen, im Akt der Production selbst betrachtet, ist das Geld, womit er unmittelbar das Product, den Gegenstand seiner besondren Thätigkeit kauft; aber es ist ein besondres Geld, das eben nur dieß be- stimmte Product kauft. Um unmittelbar das allgemeine Geld zu sein, müßte sie von vornherein nicht besondre Arbeit, sondern allgemeine sein, d. h. von vorn herein als Glied der allgemeinen Production gesezt sein. In dieser Voraussetzung aber würde nicht erst der Austausch ihr den allgemeinen Charakter geben, sondern ihr vorausgesezter gemeinschaftlicher Character würde die Theilnahme an den Producten bestimmen. Der gemeinschaftliche Character der Production würde von vorn herein das Product zu einem gemeinschaftlichen, allgemeinen machen. Der ursprünglich in der Production stattfindende Austausch – der kein Austausch von Tauschwerthen wäre, sondern von Thätigkeiten, die durch gemeinschaftliche Bedürfnisse bestimmt wären, durch gemeinschaftliche Zwecke – würde von vornherein die Theilnahme des Einzelnen an der gemeinschaftlichen Productenwelt einschliessen. Auf der Grundlage der Tauschwerthe, wird die Arbeit erst durch den Austausch als allgemein gesezt. Auf dieser Grundlage wäre sie als solche gesezt vor dem Austausch; d. h. der Austausch der Producte wäre überhaupt nicht das Medium, wodurch die Theilnahme des Einzelnen an der allgemeinen Production vermittelt würde. Vermittlung muß natürlich stattfinden. Im erstren Fall, der von der selbstständigen Production der Einzelnen ausgeht – so sehr diese selbstständigen Productionen durch ihre Beziehungen zu einander sich post festum bestimmen, modificiren – findet die Vermittlung statt durch den Austausch der Waaren, den Tauschwerth, das Geld, die alle Ausdrücke eines und desselben Verhältnisses sind. Im zweiten Fall ist die Voraussetzung selbst vermittelt; d. h. eine gemeinschaftliche Production, die Gemeinschaftlichkeit als Grundlage der Production ist vorausgesezt. Die Arbeit des Einzelnen ist von vorn herein als gesellschaftliche Arbeit gesezt. Welches daher auch immer die besondre materielle Gestalt des Products sei, das er schafft oder schaffen hilft, was er mit seiner Arbeit gekauft hat, ist nicht ein bestimmtes besondres Product, sondern ein bestimmter Antheil an der gemeinschaftlichen Production. Er hat darum auch kein besondres Product auszutauschen. Sein Product ist kein Tauschwerth. Das Product hat nicht erst in eine besondre Form umgesezt zu werden, um einen allgemeinen Character für den Einzelnen zu erhalten. Statt einer Theilung der Arbeit, die in dem Austausch von Tauschwerthen sich nothwendig erzeugt, fände eine Organisation der Arbeit statt, die den Antheil des Einzelnen an der gemeinschaftlichen Consumtion zur Folge hat. In dem ersten Fall wird der gesellschaftliche Charakter der Production erst durch die Erhebung der Producte zu Tauschwerthen und den Tausch dieser Tauschwerthe post festum gesezt. Im zweiten Fall ist der gesellschaftliche Character der Production vorausgesezt und die Theilnahme an der Productenwelt, an der Consumtion, ist nicht durch den Austausch von einander unabhängiger Arbeiten oder Arbeitsproducte vermittelt. Er ist vermittelt durch die gesellschaftlichen Productionsbedingungen innerhalb deren das Individuum thätig ist. Die Arbeit des Einzelnen also unmittelbar zum Geld machen wollen (d. h. auch sein Product), zum realisirten Tauschwerth, heißt sie unmittelbar als allgemeine Arbeit bestimmen, d. h. eben die Bedingungen negiren, unter denen sie zu Geld und Tauschwerthen gemacht werden muß, und vom Privataustausch abhängt. Die Forderung kann blos befriedigt werden unter Bedingungen, worin sie nicht mehr gestellt werden kann. Die Arbeit auf Grundlage der Tauschwerthe, sezt eben voraus, daß weder die Arbeit des Einzelnen noch sein Product unmittelbar allgemein ist; daß es diese Form erst durch eine gegenständliche Vermittlung erlangt, durch ein von ihm verschiedenes Geld.
Gemeinschaftliche Production vorausgesezt, bleibt die Zeitbestimmung natürlich wesentlich. Je weniger Zeit die Gesellschaft bedarf, um Weizen, Vieh etc zu produciren, desto mehr Zeit gewinnt sie zu andrer Production, materieller oder geistiger. Wie bei einem einzelnen Individuum hängt die Allseitigkeit ihrer Entwicklung, ihres Genusses und ihrer Thätigkeit von Zeitersparung ab. Oekonomie der Zeit, darin löst sich schließlich alle Oekonomie auf. Ebenso muß die Gesellschaft ihre Zeit zweckmässig eintheilen, um eine ihren Gesammtbedürfnissen gemässe Production zu erzielen; wie der Einzelne seine Zeit richtig eintheilen muß, um sich Kenntnisse in angemeßnen Proportionen zu erwerben oder um den verschiednen Anforderungen an seine Thätigkeit Genüge zu leisten. Oekonomie der Zeit, sowohl wie planmässige Vertheilung der Arbeitszeit auf die verschiednen Zweige der Production, bleibt also erstes ökonomisches Gesetz auf Grundlage der gemeinschaftlichen Production. Es wird sogar in viel höherem Grade Gesetz. Dieß ist jedoch wesentlich ||28| verschieden vom Messen der Tauschwerthe (Arbeiten oder Arbeitsproducte) durch die Arbeitszeit. Die Arbeiten der Einzelnen in demselben Arbeitszweig, und die verschiednen Arten der Arbeit, sind nicht nur quantitativ, sondern qualitativ verschieden. Was sezt der nur quantitative Unterschied von Dingen voraus? Die Dieselbigkeit ihrer Qualität. Also das quantitative Messen der Arbeiten die Ebenbürtigkeit, die Dieselbigkeit ihrer Qualität.
(Strabo, liber XI. Von den Albanoi auf dem Kaukasus:
Καὶ οἰ ά̓ωϑρωποι ϰάλλει, ϰαὶ μεγέϑει διαφέροντες· ἀπλοι̃ δὲ ϰαὶ οὐ ϰαπηλιϰοί· οὐδὲ γὰρ νομίσματι τὰ πολλὰ χρω̃νται, οὐδὲ ἀριϑμὸν ί̓σασι μείζω τω̃ν ἐϰατόν· ἀλλὰ φορτίοις τὰς ἀμοιβὰς ποιου̃νται. Es heißt daselbst weiter: ά̓πειροι δ ̓ εἰσὶ ϰαὶ μέτρων τω̃ν ἐπ ̓ ἀϰριβὲς, ϰαὶ σταϑμω̃ν).
Das Geld früher als Maaß erscheinend (wofür z. B. bei Homer Ochsen) denn als Tauschmittel, weil im Tauschhandel jede Waare selbst noch ihr Tauschmittel ist. Sie kann aber nicht ihr Maaß oder eigner Vergleichungsstandard sein.
[Die edlen Metalle als Träger des Geldverhältnisses]
2) So viel geht aus dem bisher Entwickelten hervor: Ein besondres Product (Waare) (Material) muß das Subject des Geldes werden, das als Eigenschaft jeden Tauschwerths existirt. Das Subjekt, worin dieß Symbol dargestellt wird, ist kein gleichgültiges, da die Ansprüche an das Darstellende enthalten sind in den Bedingungen – Begriffsbestimmungen, bestimmten Verhältnissen des Darzustellenden. Die Untersuchung über die edlen Metalle als die Subjecte des Geldverhältnisses, die Incarnationen desselben, liegt also keineswegs, wie Proudhon glaubt, ausserhalb des Bereichs der politischen Oekonomie, so wenig, wie die physische Beschaffenheit der Farben, und des Marmors, ausserhalb des Bereichs der Malerei und Sculptur liegt. Die Eigenschaften, die die Waare als Tauschwerth hat, und womit ihre natürlichen Qualitäten nicht adequat sind, drücken die Ansprüche aus, die Seite 28 des Heftes I an die Waaren zu machen, die ϰατ ̓ ὲξοήν das Material des Geldes sind. Diese Ansprüche, auf der Stufe von der wir bis jezt allein sprechen können, am vollständigsten realisirt in den edlen Metallen. Die Metalle an sich als Productionsinstrumente [haben] Vorzug vor den übrigen Waaren und von den Metallen das, welches in seiner physischen Vollheit und Reinheit am ersten gefunden wird – Gold; dann Kupfer, dann Silber und Eisen. Die edlen Metalle realisiren wieder im Vorzug vor den andren das Metall, wie Hegel sagen würde.
The precious metals uniform in their physical qualities, so that equal quantities of it should be so far identical as to present no ground for preferring the one for the other. Gilt z. B. nicht von equal numbers of cattle and equal quantities of grain.
a) Gold und Silber im Verhältniß zu den andren Metallen
Die unedlen Metalle oxydiren an der Luft; die edlen (Quecksilber, Silber, Gold, Platin) sind an der Luft unveränderlich.
Aurum (Au). Dichte = 19,5; Schmelzpunkt: 1200°C. „Das gleissende Gold ist das prachtvollste aller Metalle, und daher schon von den Alten die Sonne oder der König der Metalle genannt worden. Ziemlich verbreitet, niemals in grossen Massen, und ist daher auch kostbarer, als die übrigen Metalle. In der Regel trifft man es gediegen, theils in grössren Stücken, theils in kleinen Körnchen in anderm Gestein eingesprengt. Aus der Verwitterung dieses entsteht der goldhaltige Sand, den viele Flüsse führen, und aus welchem das Gold wegen seiner grossen Dichte ausgewaschen werden kann. Ausserordentliche Dehnbarkeit des Goldes: ein Garn auszuziehn bis zu 500 Fuß langem Draht, und zu Blättchen zu schlagen, deren Dicke kaum [Zoll]. Gold wird von keiner einzigen Säure angegriffen, nur von freiem Chlor aufgelöst (Königswasser, ein Gemenge von Salpetersäure und Salzsäure). Vergolden.
Argentum (Ag.) Dichte = 10. Schmelzpunkt = 1000°C. Heller Blick; das freundlichste aller Metalle; sehr weiß und dehnbar; läßt sich zu schönen Arbeiten treiben und in dünne Fäden ziehn. Das Silber findet sich gediegen; sehr häufig mit Blei legirt in silbernen Bleierzen.
Bisher chemische Eigenschaften des Goldes und Silbers. (Die Theilbarkeit und Wiederzusammensetzbarkeit, Gleichmässigkeit des reinen Goldes und Silbers etc bekannt.) Mineralogische:
Gold. Es ist gewiß merkwürdig, daß die Metalle, je edler sie sind, um so mehr vereinzelt und von den gewöhnlich vorkommenden Körpern getrennt erscheinen, höhere Naturen von gemeinen entfernt. So finden wir Gold in der Regel gediegen, kristallinisch in verschiednen Formen des Würfels oder in den mannigfaltigsten Formen: unregelmässige Stücke und Körner, Sand und Staub, als welcher es in vielen Felsarten, z. B. dem Granit eingesprengt, und durch deren Zertrümmerung im Sande der ||29| Flüsse und im Gerölle des aufgeschwemmten Bodens angetroffen wird. Da in diesem Zustand die Dichte des Goldes bis 19,4 geht, so können selbst jene feinen Goldtheilchen gewonnen werden, wenn man den goldführenden Sand mit Wasser aufrührt. Aus diesem sezt sich zunächst das spezifisch schwerere Metall nieder, und wird also, wie man sagt, ausgewaschen. Am häufigsten ist noch dem Gold Silber beigesellt, und man trifft natürliche Legirungen beider Metalle, die 0,16 bis 38,7 Procent Silber enthalten; was natürlich Unterschiede in Farbe und Dichte zur Folge hat.
Silber. In ziemlicher Mannigfaltigkeit seiner Minerale, erscheint als eins der häufigren Metalle, sowohl gediegen, als mit andren Metallen legirt oder mit Arsen und Schwefel verbunden. (Chlorsilber, Bromsilber, kohlensaures Silberoxyd, Wismuthsilbererz, Sternbergit, Polybasit etc.)
Die Hauptchemischen Eigenschaften sind: aller edlen Metalle: Nichtoxydirbarkeit an der Luft; des Goldes (und Platins) Nichtauflösbarkeit in Säuren, sondern des erstren nur im Chlor. Das Nichtoxydiren an der Luft erhält sie rein, frei von Rost; sie stellen sich dar, als was sie sind. Widerstehen der Auflösung durch das Oxygen – Unvergänglichkeit (so sehr gepriesen von den alten Gold- und Silberschwärmern).
Physikalische Eigenschaften: Spezifische Schwere, d. h. viel Gewicht in geringem Raum; für das Circulationsinstrument so besonders wichtig. Gold 19,5; Silber 10. Farbenglanz. Glanz des Goldes, Weisse des Silbers, Pracht, Dehnbarkeit; daher zu Schmucksachen und zur Verherrlichung der übrigen Gegenstände so dienstbar. Die weisse Farbe des Silbers (die alle Lichtstrahlen in ihrer ursprünglichen Mischung zurückwirft); Rothgelbe des Goldes (die alle farbigen Lichtstrahlen des auf es fallenden gemischten Lichtes vernichtet und nur das Roth zurückwirft). Schwere Schmelzbar- keit.
Geognostische Eigenschaften: Das Vorkommen (besonders beim Gold) im gediegnen Zustand, getrennt von den andren Körpern; vereinzelt, individualisirt. Individuelles, gegen das Elementarische selbstständiges Auftreten.
Von den beiden andren edlen Metallen: 1) Platin nicht die Farbe: Grau in Grau (Russe der Metalle); zu selten; den Alten unbekannt; erst nach der Entdeckung von America bekannt geworden; im 19t Jhh. auch im Ural entdeckt; nur von Chlor angegriffen; immer gediegen; spezifische Schwere = 21; in den stärksten Feuergraden unschmelzbar; mehr wissenschaftlichen Werth. 2) Quecksilber: stellt sich flüssig dar; verdampfbar; die Dämpfe giftig: eingehbar in flüssige Gemenge (Amalgame). (Dichte = 13,5, Siedepunkt = 360°C.) Also weder Platin, noch weniger Quecksilber paßt zu Geld.
Eine der geognostischen Eigenschaften allen edlen Metallen gemein: Sel- tenheit. Seltenheit nun insofern (abgesehn von Nachfrage und Zufuhr) Element des Werths, als das an und für sich Nicht-Seltne, Negation der Seltenheit, das Elementarische, keinen Werth hat, weil es nicht als Resultat der Production erscheint. In der ursprünglichen Bestimmung des Werths, das von der bewußten und gewollten Production meist Unabhängige das Werthvollste, Nachfrage vorausgesezt. Kieselsteine haben keinen Werth, relativement parlant, weil sie sich ohne Production (bestehe diese auch nur im Suchen) vorfinden. Damit etwas den Gegenstand des Austauschs bilde, Tauschwerth habe, muß nicht Jeder es ohne Vermittlung des Austauschs haben können; muß es nicht in solcher elementarischen Form erscheinen, als Gemeingut zu sein. Die Seltenheit insofern Element des Tauschwerths und daher diese Eigenschaft der edlen Metalle, auch vom nähern Verhältniß von Nachfrage und Zufuhr abgesehn, wichtig.
Wenn überhaupt der Vorzug der Metalle als Productionsinstrumente betrachtet, so kömmt dem Golde zu gut, daß es au fond das erst entdeckte Metall qua Metall ist. Und zwar aus doppeltem Grund. Erstens, weil es von allen am meisten metallisch, als distinctes und distinguirbares Metall in der Natur auftritt; zweitens, weil in seiner Präparation die Natur das Werk der Kunst übernommen, und für seine erste Auffindung nur rough labour, weder Wissenschaft, noch entwickelte Productionsinstrumente erforderlich.
„Certain it is that gold must take its place as the earliest metal known, and in the first record of man's progress it is indicated as a standard of man's position“ (weil als Ueberfluß, in welcher Form der Reichthum zuerst erscheint. Die erste Form des Werthes ist der Gebrauchswerth, das Alltägliche, was die Beziehung des Individuums zur Natur ausdrückt; die 2te der Tauschwerthneben dem Gebrauchswerth, sein Gebieten über die Gebrauchswerthe andrer, seine sociale Beziehung: selbst ursprünglich wieder Werth des sonntäglichen, über die unmittelbare Nothdurft gehenden Gebrauchs).|
|30|Very early discovery of gold by man:
„Gold differs remarkably from the other metals, with a very few exceptions, in the fact, that it is found in nature in its metallic state. Iron and copper, tin, lead, and silver are ordinarily discovered in chemical combinations with oxygen, sulphur, arsenic, or carbon; and the few exceptional occurrences of these metals in an uncombined, or, as it was formerly called, virgin state, are to be cited rather as mineralogical curiosities than as common productions. Gold is, however, always found native or metallic … Therefore, as a metallic mass, curious by its yellow colour, it would attract the eye of the most uneducated man, whereas the other substances likely to lie in his path would offer no features of attraction to his scarcely awakened powers of observation. Again gold, from the circumstance of its having been formed in those rocks which are most exposed to atmospheric action, is found in the débris of the mountains. By the disintegrating influences, of the atmosphere, of changes of temperature, of the action of water, and particularly by the effects of ice, fragments of rock are continually broken off. These are borne by floods into the valleys and rolled into pebbles by the constant action of flowing water. Amongst these, pebbles, or particles, of gold are discovered. The summer heats, by drying up the waters, rendered those beds which had formed river channels and the courses of winter torrents, paths for the journeys of migratory man; and here we can imagine the early discovery of gold.
Gold most frequently occurs pure, or, at all events, so nearly so that its metallic nature can be at once recognised, sowohl in Flüssen, als in den quartz veins.
The specific gravity of quartz, and of most other heavy compact rocks is about 2 , whilst the specific gravity of gold is 18 or 19. Gold, therefore, is somewhere about 7 times as heavy as any rock or stone with which it is likely to be associated. A current of water accordingly having sufficient strength to bear along sand or pebbles of quartz or any other rock, might not be able to move the fragments of gold associated with them. Moving water, therefore, has done for the auriferous rocks formerly, just what the miner would do now, break it, namely, up into fragments, sweep away the lighter particles, and leave the gold behind it. Rivers are, indeed, great natural cra- dles, sweeping off all the lighter and finer particles at once, the heavier ones either sticking against natural impediments, or being left wherever the current slackens its force or velocity. (Sieh Gold (Lectures on). London 1852.) (p. 12 und 13.)
In all probability, from tradition and early history, the discovery of gold in the sand and gravel of streams would appear to have been the first step in the recognition of metals, and in almost all, perhaps in all the countries of Europe, Africa, and Asia, greater or smaller quantities of gold have from very early times been washed by simple contrivances from the auriferous deposits. Occasionally, the success of gold-streams has been great enough to produce a pulse of excitement which has vibrated for a while through a district, but has been hushed down again. In 760 the poor people turned out in numbers to wash gold from the river sands south of Prague, and three men were able in the day to extract a mark ( 1b.) of gold; and so great was the consequent rush to the „diggings“, that in the next year the country was visited by famine. We read of a recurrence of similar events several times within the next few centuries, although here, as elsewhere, the general attraction to surface-spread riches has subsided into regular and systematic mining.
Two classes of deposits in which gold is found, the lodes or veins, which intersect the solid rock in a direction more or less perpendicular to the horizon; and the drift-beds or “streams”, in which the gold mingled with gravel, sand, or clay, has been deposited by the mechanical action of water, upon the surface of those rocks, which are penetrated to unknown depths by the lodes. To the former class belongs more specially the art of mining; to the latter the simple operations of digging. Gold-mining, properly so called, is, like other mining, an art requiring the ||31| employment of capital, and of a skill only to be acquired by years of experience. There is no art practised by civilised man which requires for its full development the application of so many sciences and collateral arts. But although so essential to the miner, scarcely any of these are necessary to the gold-washer or streamer, who must trust chiefly to the strength of his arm, or the buoyancy of his health. The apparatus which he employs must necessarily be simple, so as to be conveyed from place, to place, to be easily repaired if injured, and not to require any of those niceties of manipulation which would cause him to lose time in acquiring of small quantities.
Unterschied between the drift-deposit of gold, best exemplified at the present day in Siberia, California, and Australia; and the fine sands annually brought down by rivers, some of which are also found to contain gold in workable quantities. The latter are of course found literally at the surface, the former may be met with under a cover of from 1 to 70 feet in thickness, consisting of soil, peat, sand, gravel etc. The modes of working the 2 must be identical in principle.
For the stream-works nature has pulled down the highest, proudest and richest parts of the lodes, and so triturated and washed up the materials, that the streamer has the heaviest part of the work already done for him; whilst the miner, who attacks the poorer, but more lasting, deep-going lodes, must aid himself with all the resources of the nicest art.
Gold has justly been considered the noblest of metals from various physical and chemical properties. It is unchangeable in air and does not rust. (Die Unvergänglichkeit grade der Widerstand gegen das Oxygen der Atmosphäre.) Of a bright reddish yellow colour when in a coherent state, and very dense. Highly malleable. Requires a strong heat to melt it. Specific gravity.
Also 3 Arten seiner Production: 1) Im Flußsand. Einfaches Finden auf der Oberfläche. Waschen. 2) In den aufgeschwemmten beds. Digging. 3) Mining. Seine Production erheischt also keine Entwicklung der Productivkräfte. Natur thut das meiste Werk dabei.
(Die Wurzeln der Worte für Gold, Silber etc (siehGrimm); hier liegen lauter allgemeine, auf die Wörter bald zu übertragende Begriffe des Glanzes, der Farbe nah. Silber weiß, Gold gelb … Erz und Gold, Erz und Eisen wechseln ihre Namen. Bei den Deutschen Bronze früher im Gebrauch wie Eisen. Unmittelbare Verwandtschaft zwischen aes und aurum.)
Kupfer (Erz, Bronze: Zinn und Kupfer) und Gold vor Silber und Eisen gebraucht.
„ Gold lang vor Silber angewandt, weil es sich rein und nur ein wenig mit Silber alliirt vorfindet; erhalten durch einfache lavage. Das Silber existirt im Allgemeinen en filons encastrés dans les roches les plus dures des terrains primitifs; il exige, pour son extraction, des machines et des travaux compliqués. Dans l'Amérique méridionale das or en filons nicht exploitirt, sondern das or disséminé en poudre et en grains dans les terrains d'alluvions. Ebenso zur Zeit des Herodot. Die ältesten Monumente von Griechenland, Asien, Nordeuropa und der neuen Welt beweisen, daß Gebrauch des Goldes en ustensiles et bijoux möglich mit halbbarbarischem Zustand; und emploi des argent zum selben Gebrauch denotirt par lui seul un état social assez avancé.“ Vgl. Dureau de la Malle, Heft. (2.)
Kupfer als Hauptinstrument des Kriegs und Friedens. (ibid. 2.) (als Geld in Italien ibid.)
b) Schwankungen des Werthverhältnisses zwischen den verschiedenen Metallen.
Wenn überhaupt der Gebrauch der Metalle als Körper des Geldes, ihr relativer Gebrauch unter einander, frühres oder spätres Erscheinen, zugleich die Schwankungen in ihrem relativen Werth zu betrachten. (Letronne, Böckh, Jacob.) (Soweit diese Frage zusammenhängt mit der Masse überhaupt der circulirenden Metalle und ihrem Verhältniß zu den Preissen, später zu betrachten, als historischer Anhang zum Capitel über das Verhältniß des Geldes zu den Preissen.)
Das changement successif zwischen Gold, Silber, Kupfer in verschiednen Epochen mußte zunächst abhängen von der nature des gisements de ces 3 métaux, et de l'état plus ou moins pur dans lequel ils se trouvent. Dann politische changements, tel que l'invasion de l'Asie et d'une portion de l'Afrique par les Perses et les Macédoniens, plus tard la conquête par les Romains de la partie des 3 continents (orbis Romanus etc). Also abhängig von dem relativen Zustand der Reinheit, worin sie sich finden, und ihrer Lagerung.
Das Werthverhältniß zwischen den verschiednen Metallen kann ohne Rücksicht auf Preisse bestimmt werden – durch das einfache quantitative Verhältniß, worin sie sich gegen einander austauschen. In dieser Form können wir überhaupt verfahren, wenn wir nur wenige Waaren ||32| mit einander vergleichen, die gleichnamiges Maaß haben; z. B. so viel Quarter Roggen, Gerste, Hafer für so viel Quarter Weizen. Im Tauschhandel, wo überhaupt noch wenig ausgetauscht wird, und noch wenig Waaren in den Verkehr kommen, diese Methode angewandt, und daher kein Geld noch nöthig.
Bei den den Sabäern benachbarten Arabern nach Strabo das or natif so abondant, daß 10 Pf. Gold gegeben für 1 Pf. Eisen, und 2 Pf. für 1 Pf. Silber. Goldreichthum der terrains de Bactriane (Bokhara, etc kurz Turkestan) und des Theils von Asien situated zwischen dem Paropamisus (Hindoo-kush) und dem Immaus (Mustag-Mountains), also das Desertum arenosum auro abundans (Desert of Cobi): Nach Dureau de la M. daher wahrscheinlich, daß vom 15 – 6t Jhh. vor Christ. aera, der rapport von Gold zu Silber = 1:6 oder wie 1:8, rapport qui a existé dans la Chine et au Japon bis commencement des XIX Jhh.; 1:13 fixirt es Herodot für Persien unter Darius Hystaspes. Nach dem code des Manou, geschrieben zwischen 1300 und 600 vor Ch., l'or à l'argent = 1:2 . Les mines d'argent ne se trouvent guère en effet que dans les terrains primitifs, surtout dans les terrains à couches, et dans quelques filons des terrains secondaires. Les gangues de l'argent au lieu d'être des sables d'alluvion, sont ordinairement les roches les plus compactes et les plus dures, telles que le quartz etc. Ce métal est plus commun dans les régions froides, soit par leur latitude, soit par leur élévation absolue, que l'or qui en général affecte les pays chauds. Au contraire de l'or, on ne rencontre que très rarement l'argent à l'état de pureté etc (meist mit Arsen oder Schwefel verbunden) (muriatic salzsauer, nitric salpeter). Was die Quantität der Verbreitung der beiden Metalle angeht (vor der Entdeckung von Australien und Californien): Humboldt, 1811, schäzt das Verhältniß von Gold zu Silber in America = 1:46, in Europa (das asiatische Rußland einbegriffen) = 1:40. Die Minéralogistes der Académie des Sciences heutzutage (1842) = 52:1; dennoch livre d'or vaut seulement 15 livres d'argent; also Werthverhältniß = 1:15.
Kupfer. Dichte = 8,9. Schöne morgenrothe Farbe; ziemliche Härte; erfordert sehr hohe Temperatur zum Schmelzen. Nicht selten in gediegnem Zustand gefunden; häufig mit Oxygen oder Schwefel verbunden. Es hat pour gisement die terrains primordiaux anciens. Findet sich aber auch oft, mehr als die andren Minerale, an der Oberfläche der Erde, soit à de petites profondeurs, aggloméré en masses pures, quelquefois d'un poids considérable. Employé vor dem fer im Krieg und Frieden. (Gold verhält sich als Geldmaterial zu Silber, wie Kupfer als Arbeitsinstrument zu Eisen in der geschichtlichen Entwicklung.) In grosser Masse in Circulation in dem den Römern unterworfnen Italien vom 1t – 5t Jhh. Man kann déterminer a priori le degré de civilisation d'un peuple d'après la seule connaissance de l'éspèce de métal, or, cuivre, argent, ou fer, qu'il emploie pour ses armes, ses outils ou sa parure. Hesiod in seinem Gedicht über die Agricultur:
„Χαλϰω̃ δ ̓ ἐργάζοντο· μέλας δ ̓ οὐϰ έ̓σϰε σίδηρος“.
Lucretius: „Et prior aeris erat quam ferri cognitus usus.“ Jacob citirt in Nubien und Sibirien uralte Kupferminen (sieh Dureau I, 58); Herodot sagt, daß die Massageten nur bronze, kein fer hatten. Eisen, nach den marbres d'Oxford, nicht gekannt vor 1431 vor Chr. Im Homer Eisen selten; dagegen usage très commun des airain (Erz, Bronze), dieses alliage von Kupfer, Zink und Zinn, dont les sociétés grecque et romaine se servirent si longtemps, même pour la fabrication des haches et des rasoirs. L'Italie assez riche en cuivre natif; aussi la monnaie de cuivre forma-t-elle bis 247 vor Ch., sinon le numéraire unique, au moins la monnaie normale, l'unité monétaire dans l'Italie moyenne. Die griechischen Colonien im südlichen Italien erhielten von Griechenland und Asien, direkt, oder durch Tyrus und Carthago, das Silber, woraus sie Geld machten seit dem 5 und 6t Jhh. Die Römer, scheint es, besassen Silbergeld vor der Verjagung der Könige, aber, sagt Plinius, „interdictum id vetere consulto patrum, Italiae parci“ (i.e. seiner Silberminen) „ jubentium“. Sie fürchteten die Folge eines bequemen Circulationsmittels – Luxus, Anwachs der Sklaven, Accumulation, Concentration des Grundeigenthums. Auch bei den Etruskern Kupfer früher als Gold für Geld.
Es ist falsch, wenn Garnier sagt (sieh Heft III, p.22): „Im Mineralreich natürlich gesucht und gewählt die matière destinée à l'accumulation.“ Umgekehrt, nachdem das Metallgeld gefunden war (sei es als eigentliches Geld oder nur noch als bevorzugtes Tauschmittel per Gewicht), begann die Accumulation. Ueber diesen Punkt in Bezug auf das Gold besonders zu sprechen. Reitemeier richtig (sieh Heft III, p.34): „ Gold, Silber und Kupfer zuerst bei den alten Völkern zu Hau- und Brechwerkzeugen, trotz ihrer re- lativen Schwäche gebraucht, früher als Eisen und früher als zum Gebrauch von Geld. “ (Verbeßrung der Werkzeuge, als man dem Kupfer durch Löschen eine Härte zu geben lernte, die dem festen Gestein Trotz bot. Aus einem sehr gehärteten Kupfer machte man die Meisel und Hämmer, deren man sich zur Bezwingung des Gesteins bediente. Endlich Eisen entdeckt.) Jacob sagt: „Im patriarchalischen Zustande (sieh Heft IV, p.3), wo die Metalle, woraus Waffen gemacht, wie 1) brass und 2) iron, selten und ungeheuer theuer, verglichen mit dem common food and clothing then used, obgleich kein coined money of the precious metals bekannt, yet gold and silver had acquired the faculty leichter und convenienter ausgetauscht zu werden für die andren Metalle als corn und cattle.“|
|33| D'ailleurs pour obtenir l'or pur ou presque pur des immenses terrains d'alluvion situés entre les chaînes de l'Indou-Kosh et de l'Himalaya, il ne fallait qu'un simple lavage. Damals die population in diesen contrées de l'Asie abondante; und folglich main d'œ oeuvre à très bon marché. Silber wegen der Schwierigkeit (technischen) seiner Exploitation relativ theurer. L'effet contraire s'est produit dans l'Asie et dans la Gréce à partir de la mort d'Alexandre. Les sables aurifères s'épuisèrent; le prix des esclaves et de la main d' œoeuvre augmenta; la méchanique et la géométrie ayant fait d'immenses progrès depuis Euclide jusqu' à Archiméde, on put exploiter avec profit les riches filons des mines d'argent de l'Asie, de la Thrace et de l'Espagne, et l'argent étant 52 fois plus abondant que l'or, le rapport de valeur entre les 2 métaux dut changer, et la livre d'or qui, du temps de Xénophon, 350 a. Ch., s'échangeait contre 10 livres d'argent, valut 18 livres de ce dernier métal l'an 422 après Christ. Also von 1:10 gestiegen auf 1:18.
Ende des 5t Jhh. n. Ch. ungemein verminderte Masse der Baarschaften, Stocken des Bergbaus. Im Mittelalter bis Ende des 15t Jhh. verhältnißmäßig bedeutender Theil des Geldes in Goldmünzen. (Die Verminderung warf sich besonders auf das früher meist circulirende Silber.) Verhältniß im 15t Jhh. = 1 : 10, im 18t Jhh. = 1 : 14 auf dem Continent; in England = 1 : 15. Im neuern Asien Silber mehr als Waare im Handel; besonders in China, wo Kupfergeld (Tehen, Composition von Kupfer, Zink, Blei) Landesmünze; in China Gold (und Silber) dem Gewicht nach als Waare für die Bilanz des auswärtigen Handels.
Grosse Schwankungen in Rom zwischen Kupfer- und Silberwerth (in den Münzen). Bis auf Servius für den Austausch das métal en lingots: aes rude. Die Geldeinheit das As von Kupfer, = 1 Pfund Kupfer. Zur Zeit des Servius Silber zu Kupfer = 279 : 1; bis zum Anfang des punischen Kriegs= 400 : 1; zur Zeit des 1sten punischen Kriegs = 140 : 1; 2t punischen Kriegs = 112 : 1.
Gold im Anfang in Rom sehr theuer, während Silber von Carthago (und Spanien); Gold nur in lingots gebraucht bis 547. Gold zum Silber im Handel = 13,71 : 1; in den monnaies = 17,14 : 1; unter Caesar = 12 : 1 (beim Ausbruch des Bürgerkrieges, nach Plünderung des aerarium durch Caesar, nur = 8,9 : 1); unter Honorius und Arcadius (397) fixirt = 14,4 : 1; unter Honorius und Theodose Junior (422) = 18 : 1. Silber zu Kupfer = 100 : 1; Gold zu Silber = 18 : 1. Erste Silbermünze in Rom geschlagen 485 u. c., erste Goldmünze: 547. Sobald das As, nach dem 2t punischen Kriege, auf 1 Unze reducirt, nur noch monnaie d'appoint; le sesterce (Silber) unité monétaire und alle grossen Zahlungen im argent gemacht. (Im täglichen Verkehr blieb Kupfer (später Eisen) das Hauptmetall. Unter den Kaisern des Orients und Occidents der solidus (aureus), also Gold, das regulirende Geld.)
In der alten Welt also, wenn der Durchschnitt gezogen wird:
Erstens: Verhältnißmässiger Höherwerth des Silbers über das Gold. Abgesehn von einzelnen Erscheinungen (Arabern), wo das Gold wohlfeiler als Silber und noch wohlfeiler als Eisen, in Asien vom 15t bis 6 Jhh. vor Ch. Gold zu Silber = 6 : 1 oder 8 : 1 (leztrer rapport in China und Japan bis Anfang des 19t Jhh.). Im Code des Manou selbst = 2 : 1. Dieß niedrigre Verhältniß entspringend aus denselben Ursachen, die Gold zuerst als Metall auffinden lassen. Gold damals hauptsächlich aus Asien und Aegypten. Dieser Periode entspricht in der Italienischen Entwicklung das Kupfer als Geld. Wie überhaupt das Kupfer als Hauptinstrument des Friedens und Kriegs dem Gold als dem vorherrschenden edlen Metall entspricht. Noch zur Zeit des Xenophon Gold zu Silber = 10 : 1.
Zweitens: Seit dem Tod des Alexander verhältnißmässiges Steigen des Werths des Goldes zum Silber mit der Erschöpfung der sables aurifères, Fortschritt in der Technik und Civilisation; und so Oeffnung der Silberminen; nun Einfluß des quantitativen Mehrvorkommens von Silber als Gold in der Erde. Besonders aber die Carthaginienser, Exploitirung von Spanien, die das Verhältniß von Gold und Silber ähnlich revolutioniren mußte, wie die Entdeckung des americanischen Silbers Ende des 15t Jhh. Verhältniß vor Zeit Cäsars = 17 : 1; später 14 : 1; endlich seit 422 n. Ch. = 18 : 1. (Das Fallen des Goldes unter Cäsar aus accidentellen Gründen.) Dem Fallen des Silbers im Verhältniß zum Gold entspricht das Eisen als Hauptproductionsinstrument in Krieg und Frieden. Wenn in der ersten Periode Goldzufuhr aus dem Osten, in der 2t Silberzufuhr aus dem kühleren Westen.
Drittens im Mittelalter: Wieder das Verhältniß wie zur Zeit des Xenophon. 10 : 1. (An manchen Orten = 12 : 1?)
Viertens: nach der Entdeckung von America: Wieder about das Verhältniß wie zur Zeit des Honorius und Arcadius (397); 14 bis 15 : 1. Obgleich seit about Ende 1815 – 1844 Wachsen der Goldproduction, trug das Gold Prämien (z. B. in Frankreich). Es ist wahrscheinlich, daß die Entdeckung von Californien und Australien
fünftens wieder das Verhältniß der römischen Kaiserzeit 18 : 1 herbeiführen wird, wenn nicht noch größres. Das relative Wohlfeilerwerden des Silbers mit dem Fortschritt der edlen Metallproduction sowohl in der alten als neuen Zeit von Ost nach West, bis Californien und Australien dieß umdrehn. Im Einzelnen grosse Schwankungen; wenn aber die Hauptdifferenzen betrachtet werden, wiederholen sie sich auffallend.|
|34| Bei den Alten das Kupfer 3 oder 4 x so theuer als heute. (Garnier.)
c) Ist nun zu betrachten die Bezugsquellen von Gold und Silber und Zusammenhang derselben mit der geschichtlichen Entwicklung.
d) Das Geld als Münze. Das historische kurz über die Münzen. Herab- und Heraufsetzung etc.
[Der Umlauf des Geldes]
Die Circulation oder der Umlauf des Geldes entspricht einer entgegengesezten Circulation oder Umlauf der Waaren. Die Waare von A geht über in die Hand von B, während das Geld von B in die Hand von A übergeht etc. Die Circulation des Geldes, wie die der Waare, geht von unendlich verschiednen Punkten aus und kehrt an unendlich verschiednen Punkten zurück. Der Ausgang von Einem Centrum nach den verschiednen Punkten der Peripherie, und die Rückkehr von allen Punkten der Peripherie nach Einem Centrum findet nicht statt bei dem Geldumlauf auf der Stufe, wo wir ihn hier betrachten, seiner unmittelbaren, sondern erst in der durch das Bankwesen vermittelten Circulation. Wohl aber besteht diese erste naturwüchsige Circulation aus einer Masse von Umläufen. Der eigentliche Umlauf beginnt aber erst da, wo das Gold und Silber aufhört Waare zu sein; zwischen den Ländern, die edle Metalle ausführen, und solchen, die sie einführen, findet keine Circulation in diesem Sinn statt, sondern einfacher Austausch, da das Gold und Silber hier nicht als Geld, sondern als Waare figuriren. Insofern das Geld den Austausch der Waaren, d. h. hier, ihre Circulationvermittelt, also Tauschmittel ist, ist es Instrument der Circulation, Cir- culationsrad; aber insofern es in diesem Process selbst circulirt wird, umläuft, einer eignen Bewegung folgt, hat es selbst eine Circulation, Geld- circulation, Geldumlauf. Es gilt zu finden, wie weit diese Circulation durch besondre Gesetze bestimmt ist. Soviel ist von vorn herein klar, daß wenn das Geld Circulationsrad für die Waare, die Waare ebenso sehr Circulationsrad für das Geld ist. Wenn das Geld die Waaren circulirt, circuliren die Waaren das Geld. Die Circulation der Waaren und die Circulation des Geldes bedingen sich also wechselweis. Bei dem Geldumlauf ist dreierlei zu betrachten: 1) Die Form der Bewegung selbst; die Linie, die sie beschreibt (ihr Begriff); 2) die Quantität des circulirenden Geldes; 3) der Grad der Geschwindigkeit, womit es seine Bewegung vollbringt, circulirt. Dieß kann nur geschehn in Beziehung auf die Waarencirculation. So viel ist von vorn herein klar, daß die Waarencirculation Momente besizt, die durchaus unabhängig sind von der Geldcirculation und sie vielmehr entweder direkt bestimmen, oder so daß dieselben Umstände, die z.B. die Geschwindigkeit der Waarencirculation bestimmen, auch die der Geldcirculation bestimmen. Der Gesammtcharakter der Productionsweise wird beides bestimmen, und direkter die Waarencirculation. Die Masse der Austauschenden (Populationsmenge); ihre Vertheilung in Stadt und Land; die absolute Quantität der Waaren, der Producte und Productionsagenten; die relative Masse der in Circulation gesezten Waaren; die Entwicklung der Communications- und Transportmittel, in dem doppelten Sinn, daß sie sowohl den Kreis der unter einander Austauschenden, in Contact tretenden bestimmt, als die Geschwindigkeit womit der Rohstoff zum Producenten und das Product zum Consumenten gelangt; endlich die Entwicklung der Industrie, die verschiedne Productionszweige concentrirt, z. B. Spinnen, Weben, Färben etc, und so eine Reihe vermittelnder Tauschakte überflüssig macht. Die Waarencirculation ist die ursprüngliche Voraussetzung der Geldcirculation. Soweit diese wieder die Waarencirculation bestimmt ihrerseits, zu sehn.
Zunächst ist der allgemeine Begriff der Circulation oder des Umlaufs festzusetzen.
Noch zu bemerken, daß was das Geld circulirt, Tauschwerthe, und darum Preisse sind. Bei der Waarencirculation ist daher nicht nur ihre Masse, sondern sind eben so sehr ihre Preisse in Betracht zu ziehn. Eine grosse Menge Waaren zu geringem Tauschwerth, Preiß, erheischen zu ihrer Circulation offenbar weniger Geld, als eine geringe Masse zu dem doppelten Preiß. Also ist eigentlich der Begriff des Preisses vor dem der Circulation zu entwickeln. Die Circulation ist das Setzen der Preisse, die Bewegung in der die Waaren in Preisse verwandelt werden: ihr Realisiren als Preisse. Die doppelte Bestimmung des Geldes als 1) Maaß oder Element, worin die Waare als Tauschwerth realisirt wird, und seine Bestimmung als 2) Tauschmittel, Circulationsinstrument wirken in ganz verschiedner Richtung. Das Geld circulirt nur Waaren, die ideell, nicht nur im Kopf des Einzelnen, sondern in der Vorstellung der Gesellschaft (unmittelbar der Partheien im Process des Kaufs und Verkaufs) schon in Geld verwandelt sind. Diese ideelle Verwandlung in Geld und die reelle sind keineswegs durch dieselben Gesetze bestimmt. Ihr Verhältniß zu einander ist zu untersuchen.
a) [Das Geld als Maß der Werte]
Eine wesentliche Bestimmung der Circulation ist, daß sie Tauschwerthe, und zwar als Preisse bestimmte Tauschwerthe circulirt. Jede Art des Waarenaustauschs, z. B. barter, Naturallieferungen, feudale Dienstleistungen etc, constituirt daher noch nicht die Circulation. Zur Circulation ist vor allem zweierlei nöthig: Erstens: Die Voraussetzung der Waaren als Preisse; Zweitens: Nicht einzelne Austauschakte, sondern ein Umkreis von Austauschen, eine Totalität derselben, in beständigem Flusse, und mehr oder minder auf der ganzen Oberfläche der Gesellschaft vorgehend; ein System von Tauschakten. ||35| Die Waare ist bestimmt als Tauschwerth. Als Tauschwerth ist sie in bestimmtem Verhältniß (im Verhältniß zu der in ihr enthaltnen Arbeitszeit) Equivalent für alle andren Werthe (Waaren); sie entspricht aber nicht unmittelbar dieser ihrer Bestimmtheit. Als Tauschwerth ist sie verschieden von sich selbst in ihrem natürlichen Dasein. Es bedarf einer Vermittlung, um sie als solchen zu setzen. Im Geld tritt ihr daher der Tauschwerth als etwas andres gegenüber. Die als Geld gesezte Waare ist erst die Waare als reiner Tauschwerth, oder die Waare als reiner Tauschwerth ist Geld. Aber zugleich existirt jezt das Geld ausserhalb und neben der Waare; ihr Tauschwerth, der Tauschwerth aller Waaren, hat eine von ihr unabhängige, in einem eignen Material, in einer spezifischen Waare verselbstständigte Existenz gewonnen. Der Tauschwerth der Waare drückt die Gesammtheit der quantitativen Verhältnisse aus, in denen alle andren Waaren gegen sie ausgetauscht werden können, bestimmt durch die ungleichen Quantitäten derselben, die in derselben Arbeitszeit producirt werden können. Das Geld besteht nun als Tauschwerth aller Waaren neben und ausserhalb derselben. Es ist zunächst die allgemeine Materie, worin sie eingetaucht, vergoldet und versilbert, werden müssen, um ihre freie Existenz als Tauschwerthe zu gewinnen. Sie müssen ins Geld übersezt, in ihm ausgedrückt werden. Das Geld wird der allgemeine Nenner der Tauschwerthe, der Waaren als Tauschwerthe. Der Tauschwerth im Geld ausgedrückt, d. h. dem Geld gleichgesezt, ist der Preiß. Nachdem das Geld als gegen die Tauschwerthe Selbstständiges gesezt worden ist, werden die Tauschwerthe nun in der Bestimmtheit des ihnen als Subjekt gegenüberstehnden Geldes gesezt. Jeder Tauschwerth ist aber ein bestimmtes Quantum; quantitativ bestimmter Tauschwerth. Als solcher ist er = einem bestimmten Quantum Geld. Diese Bestimmtheit ist dem allgemeinen Gesetz nach gegeben durch die in dem Tauschwerth realisirte Arbeitszeit. Also ein Tauschwerth, der das Product say eines Tages ist, drückt sich aus in einem Quantum Gold oder Silber, das = einem Tag Arbeitszeit; das Product eines Arbeitstags ist. Das allgemeine Maaß der Tauschwerthe wird nun das Maaß zwischen jedem Tauschwerth und dem Geld, dem er gleichgesezt wird. (Gold und Silber sind zunächst durch ihre Productionskosten bestimmt in den Ländern ihrer Production. „In den mining countries hängen alle Preisse schließlich ab von den Productionskosten der edlen Metals; the remuneration paid to the minor, affords the scale, worauf die Remuneration aller andern producers berechnet… Der Gold- und Silberwerth aller keinem Monopol unterworfnen Waaren hängt in einem nicht Minen besitzenden Land ab von dem Gold und Silber which can be obtained by exporting the result of a given quantity of labour, the current rate of profit, and, in each individual case, the amount of the wages which have been paid, and the time for which they have been advanced.“ (Senior.) In andren Worten von der quantity of gold and silver which directly or indirectly erhalten werden von den Minen besitzenden Ländern für eine gewisse Quantität Arbeit (exportabler Producte).) Das Geld ist zunächst das, was die Beziehung der Gleichheit aller Tauschwerthe ausdrückt: in ihm sind sie gleichnamig.
Der in der Bestimmtheit des Geldes gesezte Tauschwerth ist der Preiß. Im Preiß ist der Tauschwerth ausgedrückt als ein bestimmtes Quantum Geld. Im Preiß erscheint das Geld erstens als die Einheit aller Tauschwerthe; zweitens als die Einheit, von der sie eine bestimmte Anzahl enthalten, so daß durch die Vergleichung mit ihm ihre quantitative Bestimmtheit, ihr quantitatives Verhältniß zu einander ausgedrückt ist. Das Geld ist hier also gesezt als das Maaß der Tauschwerthe; und die Preisse als die am Geld gemeßnen Tauschwerthe. Daß das Geld das Maaß der Preisse ist, also an ihm die Tauschwerthe mit einander verglichen werden, ist die Bestimmung, die sich von selbst ergiebt. Die Wichtigere aber für die Entwicklung: daß im Preisse der Tauschwerth mit dem Geld verglichen wird. Nachdem das Geld als der von den Waaren selbstständige getrennte Tauschwerth gesezt worden, wird nun die einzelne Waare, der besondre Tauschwerth dem Geld wieder gleich- gesezt, d. h. gleich einem bestimmten Quantum Geld gesezt, als Geld ausgedrückt, in Geld übersezt. Dadurch daß sie dem Geld gleichgesezt sind, sind sie wieder auf einander bezogen, wie sie es dem Begriff nach als Tauschwerthe waren: daß sie sich in bestimmten Verhältnissen decken und vergleichen. Der besondre Tauschwerth, die Waare, wird ausgedrückt, subsumirt, unter der Bestimmtheit gesezt des verselbstständigten Tauschwerths, des Geldes. Wie das geschieht (d. h. das quantitative Verhältniß zwischen dem quantitativ bestimmten Tauschwerth und einer bestimmten Quantität Geld gefunden wird), oben. Indem aber das Geld eine selbstständige Existenz ausser den Waaren hat, so erscheint der Preiß der Waare als äussere Beziehung der Tauschwerthe oder Waaren auf das Geld; die Waare ist nicht Preiß, wie sie ihrer socialen Substanz nach Tauschwerth war; diese Bestimmtheit fällt nicht mit ihr unmittelbar zusammen; sondern ist vermittelt durch ihre Vergleichung mit dem Geld; die Waare ist Tauschwerth, aber sie hat einen Preiß. Der erste war in unmittelbarer Einheit mit ihr, ihre unmittelbare Bestimmtheit, mit der sie ebenso unmittelbar auseinanderfiel, so daß sich auf der einen Seite die Waare, auf der andren (im Geld) ihr Tauschwerth befand; jezt aber im Preiß bezieht sich die Waare einerseits auf das Geld als ein ausser ihr seiendes und zweitens ist sie ideell selbst als Geld gesezt, da das Geld eine von ihr verschiedne Realität hat. Der Preiß ist eine Eigenschaft der Waare, eine Bestimmung, in der sie als Geld vorgestellt wird. Er ist nicht mehr eine unmittelbare, sondern reflectirte Bestimmtheit derselben.| |36| Neben dem reellen Geld existirt nun die Waare als ideell geseztes Geld.
Diese nächste Bestimmung, sowohl des Geldes als Maaß, als der Waare als Preiß wird am einfachsten veranschaulicht durch den Unterschied zwischen reellem Geld und Rechengeld. Als Maaß dient das Geld stets als Rechengeld, und als Preiß ist die Waare stets nur ideell in das Geld verwandelt.
„Die Schätzung der Waare durch den Verkäufer, das Angebot gemacht durch den Käufer, die Rechnungen, Obligationen, Renten, Inventarien etc, kurz alles, was herbeiführt und vorhergeht dem materiellen Akt der Zahlung, muß ausgedrückt werden im Rechengeld. Das reelle Geld intervenirt nur, um die Zahlungen zu realisiren und die Rechnungen zu saldiren (liquidiren). Habe ich 24 livres 12 sous zu zahlen, so präsentirt das Rechengeld 24 Einheiten von einer Art und 12 von einer andren, während ich wirklich zahlen werde in 2 materiellen Stücken: einem Goldstück werth 24 livres und einem Silberstück werth 12 sous. Die Totalmasse des reellen Geldes hat nothwendige Grenzen in den Bedürfnissen der Circulation. Das Rechengeld ist ein ideales Maaß, das keine Grenzen hat als die Vorstellung. Angewandt jede Art des Reichthums auszudrücken, wenn sie nur betrachtet wird unter dem Gesichtspunkt ihres Tauschwerths; so den Nationalreichthum, das Einkommen des Staats und der Einzelnen; die Rechenwerthe, unter welcher Form diese Werthe immer existiren, geregelt nach derselben Form; so daß es keinen einzigen Artikel giebt in der Masse des choses consommables, der nicht mehremal durch den Gedanken in Geld verwandelt würde, während, verglichen mit dieser Masse, die Totalsumme des Effektiven Geldes höchstens ist = 1 : 10.“ Garnier. (Das leztre Verhältniß schlecht. 1 : vielen Millionen richtiger. Doch dieß ganz unmeßbar.)
Wenn also ursprünglich das Geld den Tauschwerth, so drückt jezt die Waare als Preiß, als ideell gesezter, im Kopf realisirter Tauschwerth, eine Summe Geldes aus: Geld in einer bestimmten Proportion. Als Preisse sind alle Waaren unter verschiednen Formen Repräsentanten des Geldes, während früher das Geld, als der verselbstständigte Tauschwerth, der Repräsentant aller Waaren war. Nachdem das Geld reell als Waare, wird die Waare ideell als Geld gesezt.
Es ist nun zunächst klar, daß bei dieser ideellen Verwandlung der Waaren in Geld, oder in der Setzung der Waaren als Preisse die Quantität des reell vorhandnen Geldes durchaus gleichgültig ist in doppelter Beziehung: Er- stens: Die ideelle Verwandlung der Waaren in Geld ist prima facie unabhängig von und unbeschränkt durch die Masse des reellen Geldes. Kein einziges Geldstück ist zu diesem Process nöthig, so wenig wie ein Längenmaaß (sage Elle) reell angewandt zu werden braucht, um etwa den Erdaequator in Ellen auszudrücken. Wenn z. B. der ganze Nationalreichthum von England in Geld geschätzt wird, d. h. als Preiß ausgedrückt wird, so weiß jeder, daß nicht genug Geld auf der Welt ist, um diesen Preiß zu realisiren. Das Geld ist hierzu nur als Categorie nöthig, als gedachtes Verhältniß. Zwei- tens: Indem das Geld als Einheit gilt, also die Waare so ausgedrückt wird, daß sie eine bestimmte Summe aliquoter Theile des Geldes enthält, gemessen wird durch es, so das Maaß zwischen beiden das allgemeine Maaß von Tauschwerthen – die Productionskosten oder die Arbeitszeit. Also wenn Unze Gold das Product von 1 Arbeitstag, und die Waare x das Product von 3 Arbeitstagen, so die Waare x = 1 Unze oder 3 £ St. 17 sh. 7 d. Bei dem Messen von Geld und Waare, tritt wieder das ursprüngliche Maaß der Tauschwerthe ein. Statt in 3 Arbeitstagen wird die Waare ausgedrückt in dem Quantum Gold oder Silber, das das Product von 3 Arbeitstagen. Das Quantum des reell vorräthigen Geldes hat offenbar mit dieser Proportion nichts zu thun.
(Fehler von James Mill: übersieht, daß die Productionskosten, nicht die Quantität der edlen Metalle, ihren Werth bestimmt, und die Preisse der Waaren measured in metallic value.)
(„Waaren im Austausch sich wechselseitig Maaß. Aber dieß Verfahren würde so viel Vergleichungspunkte erheischen als es Waaren in Circulation giebt. Würde eine Waare nur ausgetauscht gegen 1, nicht gegen 2 Waaren, so könnte sie nicht dienen als Vergleichungsterm. Daher die Nothwendigkeit eines terme commun de comparaison. Dieser Term kann rein ideal sein. Die Bestimmung des Maasses die ursprüngliche, wichtiger als die des gage. Im Handel zwischen Rußland und China dient das Silber alle Waaren zu evaluiren; dennoch macht sich dieser commerce durch trocs.“ (Storch.) „ Die Operation des Messens durch Geld ähnlich mit der Anwendung von Gewichten bei Vergleichung materieller Quanta. Derselbe Name der beiden Einheiten, die zum Zählen bestimmt waren des Gewichts wie des Werths jeder Sache. Gewichtmaasse und Werthmaasse dieselben Namen. Ein éta- lon, das immer identisches Gewicht hatte, war leicht gefunden. Bei dem Geld handelte es sich wieder um den Werth des Pfundes Silber = seinen Productionskosten.“ (Sismondi. Nicht nur dieselben Namen. Gold und Silber ursprünglich gewogen. So as = 1 Pfund Kupfer bei den Römern.)|
|37| „Schaafe und Ochsen, nicht Gold und Silber Geld bei Homer und Hesiod, als Maaß des Werthes. Im Feld von Troja Tauschhandel.“ (Jacob.) (Ebenso Sklaven im Mittelalter. ibid.)
Das Geld kann in der Bestimmung des Maasses gesezt sein und des allgemeinen Elements der Tauschwerthe, ohne in seinen weitern Bestimmungen realisirt zu sein; also auch bevor es die Form des Metallgelds angenommen hat. Beim einfachen Tauschhandel. Indessen dann vorausgesezt, daß überhaupt nur wenig Austausch stattfindet; daß die Waaren nicht als Tauschwerthe, und darum auch nicht als Preisse entwickelt sind. („A common standard im Preiß von anything sezt its frequent und familiar alienation voraus. Dieß nicht in einfachen Gesellschaftszuständen der Fall. In nicht industriellen Ländern viele Dinge ohne bestimmten Preiß. Sale alone can determine prices, and frequent sale alone can fix a standard. Der frequent sale von Artikeln 1ster necessity hängt vom Verhältniß von Stadt und Land ab“ etc.)
Entwickelte Preißbestimmung sezt voraus daß der Einzelne nicht direkt seinen Lebensunterhalt producirt, sondern daß sein unmittelbares Product Tauschwerth ist, also erst durch einen gesellschaftlichen Process vermittelt werden muß, um Lebensmittel für ihn zu werden. Zwischen der völligen Entwicklung dieser Grundlage der industriellen Gesellschaft und dem patriarchalen Zustand viele Zwischenstufen, unendliche Schattirungen.
So viel ergiebt sich aus a): Steigen die Productionskosten der edlen Metalle, so fallen alle Waarenpreisse; fallen die Productionskosten der edlen Metalle, so steigen alle Waarenpreisse. Dieß ist das allgemeine Gesetz, das, wie wir sehn werden im Einzelnen modificirt wird.
b) [Das Geld als Zirkulationsmittel]
Wenn die Tauschwerthe in den Preissen ideell in Geld verwandelt werden, werden sie im Tausch, im Kauf und Verkauf, reell in Geld verwandelt, gegen Geld umgetauscht, um sich als Geld dann wieder gegen Waare umzutauschen. Der besondre Tauschwerth muß erst gegen den allgemeinen ausgetauscht werden, um sich dann wieder gegen besondre auszutauschen. Die Waare wird als Tauschwerth nur verwirklicht durch diese vermittelnde Bewegung, in der das Geld den Mittler spielt. Das Geld läuft also in einer entgegengesezten Richtung um, wie die Waaren. Es erscheint als der Mittler des Waarenaustauschs, als das Tauschmittel. Es ist Circulationsrad, Circulationsinstrument für den Waarenumlauf; aber als solches hat es zugleich seine eigne Circulation – Geldumlauf, Geldcirculation. Verwirklicht wird der Preiß der Waare erst in ihrem Austausch gegen wirkliches Geld, oder in ihrem wirklichen Austausch gegen Geld.
So viel ergiebt sich nun aus dem vorigen. Die Waaren werden erst gegen Geld reell ausgetauscht, in wirkliches Geld verwandelt, nachdem sie vorher ideell in Geld verwandelt worden – d. h. Preißbestimmung erhalten haben, als Preisse. Die Preisse sind also die Voraussetzung der Geldcirculation, so sehr ihre Realisirung als Resultat derselben erscheint. Die Umstände, die die Preisse der Waaren, weil ihren Tauschwerth, über oder unter ihren Durchschnittswerth heben oder fallen machen, sind in dem Abschnitt vom Tauschwerth zu entwickeln und gehn dem Process ihrer wirklichen Realisi- rung im Geld voraus; erscheinen also zunächst völlig unabhängig davon. Die Verhältnisse von Zahlen unter einander, dadurch daß ich sie in Decimalbrüchen darstelle, bleiben natürlich dieselben. Es ist blos andre Na- mengebung. Um die Waaren wirklich zu circuliren, dazu gehören Trans- portinstrumente, und kann das nicht vom Geld bewerkstelligt werden. Wenn ich 1000 lb. Eisen gekauft habe für den Betrag von x £, so ist das Eigenthum des Eisens in meine Hand übergegangen. Meine x £ haben ihren Dienst als Tauschmittel gethan und haben circulirt, ebenso wie der Eigenthumstitel. Der Verkäufer hat umgekehrt den Preiß des Eisens, das Eisen als Tauschwerth realisirt. Um aber nun das Eisen von ihm zu mir zu bringen, dazu thut das Geld nichts; dazu bedarf es eines Wagens, Pferde, Wege etc. Die wirkliche Circulation der Waaren in Ort und Zeit wird nicht vom Geld bewerkstelligt. Es realisirt nur ihren Preiß und überträgt damit den Titel an der Waare auf den Käufer, auf den der die Tauschmittel dargeboten hat. Was vom Geld circulirt wird, sind nicht die Waaren, sondern die Eigenthumstitel an denselben; und was gegen es in dieser Circulation realisirt wird, sei es im Kauf oder Verkauf, sind wieder nicht die Waaren, sondern ihre Preisse. Die Quantität Geld, die also für die Circulation erheischt wird, ist zunächst bestimmt durch die Höhe oder Niedrigkeit der Preisse der Waaren, die in Circulation geworfen sind. Die Gesammtsumme dieser Preisse ist aber bestimmt erstens: durch die Preisse der einzelnen Waaren; zweitens: durch die Masse die von Waaren zu bestimmten Preissen in Circulation kömmt. Z. B. um ein Quarter Weizen zu 60 sh. zu circuliren, sind noch einmal so viel sh. nöthig, als es zu 30 sh. Preiß zu circuliren. Und wenn 500 dieser Quarters zu 60 sh. circulirt werden sollen, sind 30000 sh. nöthig, während zur Circulation von 200 solcher Quarters nur 12000 sh. nöthig sind. Also abhängend von der Höhe oder Niedrigkeit der Waarenpreisse und den Quanta der Waaren von fixirtem Preiß.
Zweitens aber hängt die Quantität des zur Circulation erheischten Geldes nicht nur von der Gesammtsumme der zu realisirenden Preisse ab, sondern von der Geschwindigkeit, mit der das Geld umläuft, das Geschäft dieser Realisation vollbringt. Wenn 1 Thaler in einer Stunde 10 Einkäufe von jedesmal dem Preiß eines Thalers macht, sich 10mal austauscht, so vollführt er quite dasselbe Geschäft, als 10 Thaler thun würden, die nur 1 Einkauf in einer Stunde bewerkstelligten. Die Geschwindigkeit ist das negative Moment; sie ersezt Quantität; durch sie vervielfacht sich Ein Geldstück.
Die Umstände, die einerseits die Masse der zu realisirenden Waarenpreisse, andrerseits die Geschwindigkeit des Umlaufs des Geldes bestimmen, sind später zu untersuchen. So viel ist klar, daß die Preisse nicht hoch oder niedrig sind, weil viel oder wenig Geld circulirt, sondern daß viel oder wenig Geld circulirt, weil die Preisse hoch oder niedrig sind; und ferner, daß die Geschwindigkeit des circulirenden Gelds nicht von seiner Quantität, wohl aber ||38| die Quantität des circulirenden Mediums von seiner Geschwindigkeit abhängt (heavy payments werden nicht gezählt, sondern gewogen; dadurch die Zeit abgekürzt).
Indeß, wie schon erwähnt, der Geldumlauf geht nicht von Einem Centrum aus, noch kehrt er zu Einem Centrum von allen Punkten der Peripherie zurück (wie bei den banks of issue und zum Theil beim Staatsgeld); sondern von unendlich vielen Punkten, und kehrt an unendlich viele zurück (diese Rückkehr selbst, und die Zeit, in der sie zurückgelegt wird zufällig). Die Geschwindigkeit des Circulationsmittels kann also nur bis zu einem gewissen Punkt die Quantität des circulirenden Mediums ersetzen. (Fabrikanten und Pächter zahlen z. B. dem Arbeiter; dieser dem Krämer etc; von diesem kehrt das Geld zurück zu den Fabrikanten und Pächtern.) Dasselbe Quantum Geld kann nur successive, mit welcher Geschwindigkeit auch immer, eine Reihe von Zahlungen effectuiren. Es sind aber eine bestimmte Masse Zahlungen gleichzeitig zu machen. Die Circulation nimmt ihren Ausgangspunkt gleichzeitig an einer Masse von vielen Punkten. Es ist also ein bestimmtes Quantum Geld für die Circulation nöthig, das sich immer in Circulation befinden wird, und das bestimmt ist durch die Gesammtsumme, die von den gleichzeitigen Ausgangspunkten der Circulation ausgeht, und die Geschwindigkeit, womit sie ihre Bahn durchmißt (zurückkehrt). So sehr diese Quantität des circulirenden Mediums nun auch Ebbungen und Fluthungen ausgesezt ist, findet ein Durchschnittsniveau statt; indem die permanenten Veränderungen nur sehr allmählig sind, nur in langen Perioden vor sich gehen, und durch eine Masse Nebenumstände, wie wir sehn werden, stets paralysirt werden.
(Zu a.) („Measure gebraucht als Attribut des money meint indicator of value.“ Lächerlich, daß „prices must fall, weil commodities geschäzt sind as being worth so many ounces of gold, und der amount of gold is diminished in this country“. The efficiency of gold as an indicator of value is unaffected by its quantity being greater or smaller in any particular country. Gelänge es durch Anwendung von banking expedients die ganze Papier- und Metallcirculation in diesem Lande auf zu reduciren, würde der relative Werth von Gold und Waaren derselbe bleiben. Beispiel von Peru im 16t Jhh. und Transmission von Frankreich nach England. Hubbard, VIII, 45.) (“An der afrikanischen Küste weder Gold noch Silber Maaß des Werthes; statt dessen idealer standard, imaginäres bar.„ Jacob V, 15.)
In seiner Bestimmung als Maaß ist das Geld gleichgültig gegen seine Quantität, oder ist die existirende Quantität des Geldes gleichgültig. In seiner Bestimmtheit als Tauschmittel, als Circulationsinstrument, ist seine Quantität gemessen. Ob diese beiden Bestimmungen des Geldes in Widerspruch mit einander gerathen können – später zuzusehn.
(Der Begriff der gezwungnen, unfreiwilligen Circulation (sieh Steuart) gehört noch nicht hierhin.)
Zur Circulation gehört wesentlich daß der Austausch als ein Process, ein flüssiges Ganze von Käufen und Verkäufen erscheint. Ihre erste Voraussetzung ist die Circulation der Waaren selbst, die beständig von vielen Seiten ausgehnde Circulation derselben. Die Bedingung der Waarencirculation ist, daß sie als Tauschwerthe producirt werden, nicht als un- mittelbare Gebrauchswerthe, sondern als durch den Tauschwerth vermittelte. Die Aneignung durch und vermittelst der Ent- und Veräusserung ist Grundvoraussetzung. In der Circulation als der Realisirung der Tauschwerthe ist enthalten: 1) daß mein Product nur Product ist, sofern es für andre ist; also aufgehobnes Einzelnes, Allgemeines; 2) daß es nur für mich Product ist, so weit es entäussert worden, für andre geworden ist; 3) daß es nur für den andren ist, so weit er selbst sein Product entäussert; worin schon 4) liegt, daß die Production nicht als Selbstzweck für mich erscheint, sondern als Mittel. Die Circulation ist die Bewegung worin die allgemeine Entäusserung als allgemeine Aneignung, und die allgemeine Aneignung als allgemeine Entäusserung erscheint. So sehr nun das Ganze dieser Bewegung als gesellschaftlicher Process erscheint, und so sehr die einzelnen Momente dieser Bewegung vom bewußten Willen und besondern Zwecken der Individuen ausgehn, so sehr erscheint die Totalität des Processes als ein objectiver Zusammenhang, der naturwüchsig entsteht; zwar aus dem Aufeinanderwirken der bewußten Individuen hervorgeht, aber weder in ihrem Bewußtsein liegt, noch als Ganzes unter sie subsumirt wird. Ihr eignes Aufeinanderstossen producirt ihnen eine über ihnen stehende, fremde gesellschaftliche Macht; ihre Wechselwirkung als von ihnen unabhängigen Process und Gewalt. Die Circulation, weil eine Totalität des gesellschaftlichen Processes, ist auch die erste Form, worin nicht nur wie etwa in einem Geldstück, oder im Tauschwerth das gesellschaftliche Verhältniß als etwas von den Individuen Unabhängiges erscheint, sondern das Ganze der gesellschaftlichen Bewegung selbst. Die gesellschaftliche Beziehung der Individuen auf einander als verselbstständigte Macht über die Individuen, werde sie nun vorgestellt als Naturmacht, Zufall oder in sonst beliebiger Form, ist nothwendiges Resultat dessen daß der Ausgangspunkt nicht das freie gesellschaftliche Individuum ist. Die Circulation als erste Totalität unter den ökonomischen Categorieen gut, um dieß zur Anschauung zu bringen.|
/39/ Auf den ersten Blick betrachtet erscheint die Circulation als ein schlecht unendlicher Process. Die Waare wird gegen Geld ausgetauscht; das Geld wird gegen die Waare ausgetauscht und dieß wiederholt sich ins Unendliche. Diese beständige Erneurung desselben Processes bildet in der That ein wesentliches Moment der Circulation. Aber genauer betrachtet bietet sie noch andre Phänomene dar; die Phänomene des Zusammenschliessens oder der Rückkehr des Ausgangspunkts in sich. Die Waare wird gegen Geld ausgetauscht; das Geld wird gegen die Waare ausgetauscht. So wird Waare gegen Waare ausgetauscht, nur daß dieser Austausch ein vermittelter ist. Der Käufer wird wieder Verkäufer und der Verkäufer wird wieder Käufer. So ist jeder in der doppelten und entgegengesezten Bestimmung gesezt, und so die lebendige Einheit beider Bestimmungen. Indeß ist es nun ganz falsch, wenn wie die Oekonomen thun, plötzlich, sobald die Widersprüche des Geldwesens hervortreten, plötzlich blos die Endresultate, ohne den Process der sie vermittelt, festgehalten werden, blos die Einheit, ohne den Unterschied, die Bejahung ohne die Verneinung. Die Waare wird in der Circulation gegen Waare ausgetauscht; sie wird ebensosehr nicht gegen Waare ausgetauscht, insofern sie gegen Geld ausgetauscht wird. Die Akte des Kaufens und Verkaufens, in andern Worten, erscheinen als zwei gegen einander gleichgültige, in Ort und Zeit auseinanderliegende Akte. Wenn gesagt wird, daß der, der verkäuft doch auch kauft, insofern er Geld kauft, und daß der der käuft doch auch verkauft, insofern er Geld verkäuft, so wird grade vom Unterschied abgesehn, von dem spezifischen Unterschied von Waare und Geld. Nachdem die Oekonomen uns aufs schönste gezeigt haben, daß der Tauschhandel, in dem beide Akte zusammenfallen, einer entwickeltern Gesellschaftsform und Productionsweise nicht genügt, betrachten sie plötzlich den durch das Geld vermittelten Tauschhandel als unmittelbaren, sehn vom spezifischen Character dieser Transaction weg. Nachdem sie uns gezeigt haben, daß im Unterschied von der Waare Geld nöthig ist, behaupten sie all at once, daß kein Unterschied zwischen dem Geld und der Waare existirt. Zu dieser Abstraction wird Zuflucht genommen, weil in der wirklichen Entwicklung des Geldes Widersprüche vorkommen, die der Apologetik des bürgerlichen common sense unangenehm sind, und daher vertuscht werden müssen. Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Circulation, gleichgültig gegen einander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbstständigkeit des einen gegen das andre fortgehn. Insofern sie aber beide wesentlich Momente Eines Ganzen bilden, muß ein Moment eintreten, wo die selbstständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innre Einheit äusserlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in 2 Akte, der Keim der Crisen, wenigstens ihre Möglichkeit, die nicht realisirt werden kann, als da wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Circulation vorhanden sind.
Es hat sich ferner gezeigt, daß in der Circulation das Geld nur die Preisse realisirt. Der Preiß erscheint zunächst als ideelle Bestimmung der Waare; aber das gegen die Waare ausgetauschte Geld ist ihr realisirter Preiß, ihr wirklicher Preiß. Der Preiß erscheint daher ebensosehr ausser und unabhängig neben der Waare, wie ideell an ihr existirend. Wenn sie nicht in Geld realisirt werden kann, hört sie auf circulationsfähig zu sein, und ihr Preiß wird nur imaginär; wie ursprünglich das in Tauschwerth verwandelte Product, wenn es nicht wirklich ausgetauscht wird, aufhört Product zu sein. (Vom Steigen und Fallen der Preisse hier nicht die Rede.) Unter a) betrachtet erschien der Preiß als Bestimmung an den Waaren; aber unter b) betrachtet erscheint das Geld als der Preiß ausser der Waare. Es ist nicht nur Nachfrage, die nach der Waare nöthig ist; sondern gemünzte Nachfrage. Die Waare erscheint also, wenn ihr Preiß nicht realisirt werden kann, wenn sie nicht in Geld verwandelt werden kann, als entwerthet, entpreißt. Der in ihrem Preiß ausgedrückte Tauschwerth muß geopfert werden, sobald diese Specifische Verwandlung in Geld nöthig ist. Daher die Klagen bei Boisguillebert z. B. daß das Geld der Henker aller Dinge ist, der Moloch, dem alles geopfert werden muß, der Despot der Waaren. In den Zeiten der aufkommenden absoluten Monarchie mit ihrer Verwandlung aller Steuern in Geldsteuern erscheint das Geld in der That als der Moloch, dem der reale Reichthum geopfert wird. So erscheint es auch in jedem monetary panic. Aus einem Knecht des Handels, sagt Boisguillebert, wird das Geld zu seinem Despoten. In der That ist aber schon in der Bestimmung der Preisse an sich vorhanden, was in dem Austausch gegen das Geld gesezt wird: daß das Geld nicht mehr die Waare, sondern die Waare das Geld repräsentirt. Die Klagen über den Handel durch Geld als nicht legitimen Handel bei manchen Schriftstellern, die den Uebergang aus der Feudalzeit in die moderne Zeit bilden; wie später bei Socialisten.
α) Je weiter sich die Theilung der Arbeit entwickelt, um so mehr hört das Product auf, ein Tauschmittel zu sein. Es tritt die Nothwendigkeit eines allgemeinen Tauschmittels ein unabhängig von der spezifischen Production eines Jeden. Bei der auf die unmittelbare Subsistenz gerichteten Production kann nicht jeder Artikel gegen jeden und kann eine bestimmte Thätigkeit nur| |40| gegen bestimmte Producte ausgetauscht werden. Je besonderter, mannigfaltiger, unselbstständiger die Producte werden, desto nothwendiger wird ein allgemeines Tauschmittel. Im Anfang ist das Product der Arbeit oder die Arbeit selbst das allgemeine Tauschmittel. Aber es hört immer mehr auf ein allgemeines Tauschmittel zu sein, je mehr es sich besondert. Eine einigermassen entwickelte Theilung der Arbeit sezt voraus, daß die Bedürfnisse eines jeden sehr vielseitig und sein Product sehr einseitig geworden ist. Das Bedürfniß des Austauschs und das unmittelbare Tauschmittel entwickeln sich in umgekehrtem Verhältniß. Also die Nothwendigkeit eines allgemeinen Tauschmittels, wo sich das bestimmte Product und die bestimmte Arbeit gegen die Tauschfähigkeit austauschen muß. Der Tauschwerth einer Sache ist nichts anders als der quantitativ spezificirte Ausdruck ihrer Fähigkeit zum Tauschmittel zu dienen. Im Geld wird das Tauschmittel selbst zur Sache oder der Tauschwerth der Sache gewinnt eine selbstständige Existenz ausserhalb der Sache. Indem die Waare gegenüber dem Geld ein Tauschmittel von nur beschränkter Kraft ist, kann sie aufhören dem Geld gegenüber Tauschmittel zu sein.
β) Die Trennung des Tauschs in Kauf und Verkauf macht es möglich, daß ich blos kaufe ohne zu verkaufen (accaparement von Waaren), oder blos verkaufe ohne zu kaufen (Accumulation von Geld). Sie macht die Speculation möglich. Sie macht das Austauschen zu einem besondren Geschäft; d.h. sie begründet den Kaufmannsstand. Diese Trennung hat eine Masse Transactionen möglich gemacht zwischen dem definitiven Austausch der Waaren, und sie befähigt eine Masse Personen, diese Scheidung auszubeuten. Sie hat eine Masse Scheintransactionen möglich gemacht. Bald zeigt es sich, daß was als ein wesentlich getrennter Akt erschien, ein wesentlich zusammengehöriges ist; bald daß was als ein wesentlich zusammengehöriger Akt gedacht wurde, in der Wirklichkeit wesentlich getrennt ist. In Momenten, wo das Kaufen und Verkaufen sich als wesentlich verschiedne Akte behaupten, findet die allgemeine Depreciation aller Waaren statt. In Momenten, wo es hervortritt, daß das Geld nur Mittel des Austauschs, findet die Depreciation des Geldes statt. Allgemeines Fallen oder Steigen der Preisse.
Mit dem Geld Möglichkeit einer absoluten Theilung der Arbeit gegeben, weil Unabhängigkeit der Arbeit von ihrem spezifischen Product, von dem unmittelbaren Gebrauchswerth ihres Products für sie.
Das allgemeine Steigen der Preisse in Zeiten der Speculation kann nicht einer allgemeinen Erhöhung ihres Tauschwerths oder ihrer Productions- kosten zugeschrieben werden; denn wenn der Tauschwerth oder die Pro- ductionskosten des Goldes gleichmässig stiegen mit denen aller andren Waaren, so blieben ihre Tauschwerthe in Geld ausgedrückt, d.h. ihre Preisse dieselben. Es kann ebenso wenig einem Fallen im Productionspreiß des Goldes zugeschrieben werden. (Vom Credit hier noch nicht die Rede.) Aber da das Geld nicht nur allgemeine Waare, sondern auch besondre ist, und als besondre den Gesetzen der Nachfrage und Zufuhr unterfällt, so muß die allgemeine Nachfrage nach besondren Waaren im Gegensatz zum Geld es fallen machen.
Wir sehen, daß es in der Natur des Geldes liegt, daß es die Widersprüche sowohl des unmittelbaren Tauschhandels, als des Tauschwerths nur löst, indem es sie allgemein sezt. Es war zufällig ob sich das besondre Tausch- mittel gegen ein besondres umtauschte oder nicht; jezt aber muß sich die Waare gegen das allgemeine Tauschmittel austauschen, gegen das ihre Besonderheit in noch größrem Widerspruch steht. Um die Tauschfähigkeit der Waare zu sichern, wird ihr die Tauschfähigkeit selbst als eine selbstständige Waare gegenübergestellt. (Vom Mittel wird es Zweck.) Es war die Frage ob die besondre Waare die besondre trifft. Aber das Geld hebt den Akt des Austauschs selbst in 2 von einander gleichgültige Akte auf.
(Ehe die Fragen über Circulation, starke, schwache etc und namentlich der streitige Punkt über die Quantität des circulirenden Geldes und Preisse weiter entwickelt wird, ist das Geld in seiner 3t Bestimmung zu betrachten.)
Ein Moment der Circulation ist, daß die Waare durch das Geld sich gegen die Waare austauscht. Aber eben so sehr findet das andre Moment statt, nicht nur daß Waare gegen Geld und Geld gegen Waare sich austauscht, sondern ebenso sehr, daß Geld gegen Waare und Waare gegen Geld sich austauscht; also daß das Geld durch die Waare mit sich selbst vermittelt wird und als die sich mit sich selbst in seinem Umlauf zusammengehnde Einheit erscheint. So erscheint es nicht mehr als Mittel, sondern als Zweck der Circulation (wie z.B. im Kaufmannsstand) (im Handel überhaupt). Wenn die Circulation nicht nur als ein beständiges Abwechseln betrachtet wird, sondern in den Kreisläufen, die sie in sich selbst beschreibt, so erscheint dieser Kreislauf doppelt: Waare – Geld – Geld – Waare; andrerseits Geld – Waare – Waare – Geld; d. h. wenn ich verkaufe, um zu kaufen; so kann ich eben so kaufen, um zu verkaufen. Im erstren Fall das Geld nur Mittel, um die Waare zu erhalten, und die Waare der Zweck; im zweiten Fall die Waare nur Mittel um Geld zu erhalten, und das Geld der Zweck. Dieß ergiebt sich einfach, indem die Momente der Circulation zusammengefaßt werden. Also blose Circulation betrachtet, muß es gleichgültig sein, an welchem Punkt ich hereingreife, um ihn als Ausgangspunkt zu fixiren.
Nun findet zwar ein spezifischer Unterschied statt zwischen der in Circulation befindlichen Waare und dem in Circulation befindlichen Geld. Die Waare wird aus der Circulation herausgeworfen an einem gewissen Punkt und erfüllt ihre definitive Bestimmung erst, sobald sie ihr definitiv entzogen wird, consumirt wird, sei es im Akt der Production, sei es ||41| in der eigentlichen Consumtion. Die Bestimmung des Geldes dagegen ist es in der Circulation zu bleiben, als ihr Rad; als perpetuum mobile seinen Umlauf stets von neuem zu beginnen.
Nichts desto weniger findet sich jene zweite Bestimmung ebensosehr in der Circulation, als die erste. Nun kann man sagen: Waare gegen Waare umzutauschen hat einen Sinn, da die Waaren, obgleich als Preisse Equivalente, qualitativ verschieden sind, und ihr Austausch so schließlich qualitativ verschiedne Bedürfnisse befriedigt. Dagegen Geld gegen Geld umzutauschen hat keinen Sinn, es sei denn daß quantitativer Unterschied stattfindet, weniger Geld gegen mehr umgetauscht wird, theurer verkauft als gekauft wird, und mit der Categorie des Profits haben wir noch nichts zu thun. Der Schluß Geld – Waare – Waare – Geld, den wir aus der Analyse der Circulation ziehn, erschiene so nur als eine willkührliche und sinnlose Abstraktion, etwa als wollte man den Kreislauf des Lebens beschreiben: Tod – Leben – Tod; obgleich noch im leztren Fall nicht zu läugnen wäre, daß die beständige Auflösung des Individualisirten in das Elementarische eben so sehr ein Moment des Naturprocesses ist, wie die beständige Individualisirung des Elementarischen. Ebenso im Akt der Circulation die beständige Vergeldung der Waaren, ebenso sehr wie die beständige Verwandlung des Geldes in Waaren. Bei dem realen Process des Kaufens um wieder zu verkaufen, ist allerdings das Motiv der Profit, der dabei gemacht wird, und der Endzweck weniger Geld vermittelst der Waare gegen mehr Geld auszutauschen, da kein qualitativer Unterschied zwischen Geld (es ist hier weder von besondrem Metallgeld, noch von besondren Münzsorten die Rede) und Geld. Indeß bleibt nicht zu läugnen, daß die Operation fehlschlagen kann und so Austausch von Geld gegen Geld ohne quantitativen Unterschied selbst in der Realität häufig vorkommt und deßwegen vorkommen kann. Aber damit überhaupt dieser Process, auf dem der Handel beruht, und der deßwegen auch der Breite nach ein Hauptphänomen der Circulation bildet, überhaupt möglich ist, muß der Kreislauf Geld – Waare – Waare – Geld als besondre Form der Circulation anerkannt werden. Diese Form unterscheidet sich spezifisch von der, worin das Geld als bloses Tauschmittel der Waaren erscheint; als die Mitte; als Untersatz des Schlusses. Neben der quantitativen Bestimmtheit, die er im Handel hat, ist er in seiner rein qualitativen Form, seiner spezifischen Bewegung herauszuscheiden. Zweitens: Er enthält schon, daß das Geld weder nur als Maaß, noch als Tauschmittel, noch als beides allein gilt; sondern eine 3te Bestimmung hat. Es erscheint hier erstens als Selbstzweck, zu dessen bloser Realisation der Waarenhandel und Austausch dient. Zweitens da mit ihm hier der Kreislauf abschließt, so tritt es ausserhalb desselben, wie die durch das Geld gegen ihr Equivalent ausgetauschte Waare aus der Circulation herausgeworfen wird. Es ist sehr richtig, daß das Geld, soweit es nur als Agent der Circulation bestimmt ist, beständig in ihrem Kreislauf eingeschlossen bleibt. Aber es zeigt sich hier, daß es noch etwas andres ist ausser diesem Circulationsinstrument, daß [es] auch eine selbstständige Existenz ausser der Circulation besizt und in dieser neuen Bestimmung ihr ebensowohl entzogen werden kann, wie die Waare ihr stets definitiv entzogen werden muß. Wir haben so zu betrachten das Geld in seiner 3t Bestimmung, worin es die beiden ersten als Bestimmungen in sich einschließt, also sowohl die als Maaß zu dienen, wie das allgemeine Tauschmittel und so die Realisation der Waarenpreisse zu sein.
c) Das Geld als materieller Repräsentant des Reichthums. (Aufhäufen des Geldes; vorher noch das Geld als die allgemeine Materie der Contracte etc.)
Es liegt in der Natur des Kreislaufs, daß jeder Punkt zugleich als Anfangsund Endpunkt erscheint und zwar daß er als das Eine erscheint, insofern er als das andre erscheint. Die Formbestimmung G – W – W – G also ebenso richtig, wie die andre, die als die ursprüngliche erscheint, W – G – G – W. Die Schwierigkeit ist daß die andre Waare qualitativ verschieden ist; nicht so das andre Geld. Es kann nur quantitativ verschieden sein. – Als Maaß betrachtet, ist die materielle Substanz des Geldes wesentlich, obgleich sein Vorhandensein und näher seine Quantität, die Anzahl, worin die Portion Gold oder Silber, die als Einheit dient, durchaus gleichgültig für es in dieser Bestimmung ist, und es überhaupt nur als vorgestellte, nicht existirende Einheit gebraucht wird. Als was es vorhanden sein muß in dieser Bestimmung, ist als Einheit und nicht als Anzahl. Wenn ich sage, ein 1b. Baumwolle ist 8 d. werth, so sage ich, daß 1 1b. Baumwolle = Unze Gold (die Unze zu 31. 17 sh. 7 d.) (931 d.). Dieß drückt dann zugleich seine Bestimmtheit als Tauschwerth, als Equivalent aller andren Waaren aus, die die Unze Gold so oder so oft enthalten, da sie ebenfalls alle mit der Unze Gold ||42| verglichen werden. Dieß ursprüngliche Verhältniß des 1b. Baumwolle zum Gold, wodurch die Quantität Gold bestimmt, die in einem Pfund Baumwolle enthalten ist, ist gesezt durch die Quantität der in beiden realisirten Arbeitszeit, der wirklichen Gemeinsamen Substanz der Tauschwerthe. Dieß vorauszusetzen aus dem Chapter das über den Tauschwerth als solchen handelt. Die Schwierigkeit diese Gleichung zu finden, ist nicht so groß, als sie scheint. Z.B. in der Arbeit, die direkt Gold producirt, erscheint direkt ein bestimmtes Quantum Gold als das Product eines Arbeitstags z. B. Die Concurrenz sezt die andren Arbeitstage diesem gleich, modificandis modificatis. Direkt oder indirekt. Mit einem Wort, in der unmittelbaren Production des Goldes erscheint unmittelbar ein bestimmtes Quantum Gold als Product und darum als der Werth, das Equivalent einer bestimmten Arbeitszeit. Es gilt also nur die Arbeitszeit, die in den verschiednen Waaren realisirt ist, zu bestimmen, und sie der Arbeitszeit, die direkt das Gold producirt gleichzusetzen, um zu sagen wie viel Gold in einer bestimmten Waare enthalten ist. Die Bestimmung aller Waaren als Preisse – als gemeßner Tauschwerthe – ist ein Process der nur allmählig vor sich geht, häufigen Austausch voraussezt und darum häufiges Vergleichen der Waaren als Tauschwerthe; sobald aber einmal die Existenz der Waaren als Preisse zur Voraussetzung geworden ist – eine Voraussetzung, die selbst ein Product des gesellschaftlichen Processes, ein Resultat des gesellschaftlichen Productionsprocesses – erscheint die Bestimmung neuer Preisse einfach, da die Elemente der Productionskosten dann selbst schon in der Form von Preissen vorhanden, also einfach zusammenzuaddiren sind. (Frequente Alienation, sale, frequent sale, Steuart. Vielmehr alles dieß muß damit die Preisse eine gewisse Regularität erhalten Continuität haben.) Indeß der Punkt, auf den wir hier kommen wollten, der: Gold mit Bezug auf die Waaren, soweit es als Maaßeinheit festgesezt werden soll, wird durch barter bestimmt, unmittelbaren Tauschhandel; wie das Verhältniß aller andren Waaren zu einander. In dem barter ist indeß der Tauschwerth das Product nur an sich; es ist die erste Erscheinungsform desselben; aber das Product ist noch nicht als Tauschwerth gesezt. Erstens greift diese Bestimmung nicht über die ganze Production über, sondern betrifft nur ihren Ueberfluß und ist daher mehr oder minder selbst über- flüssig (wie der Austausch selbst); eine zufällige Erweiterung des Kreises der Befriedigungen, Genüsse (Beziehung zu neuen Objekten). Er geht daher nur an wenigen Punkten vor (ursprünglich da, wo die naturwüchsigen Gemeinheiten aufhörten, in ihrem Contact mit Fremden), ist auf kleinen Umkreis beschränkt, und bildet ein an der Production Vorübergehndes, Beiläufiges; erlischt ebenso zufällig, wie er entsteht. Der Tauschhandel worin der Ueberfluß der eignen Production zufällig gegen den der fremden ausgetauscht wird, ist nur das erste Vorkommen des Products als Tauschwerth im Allgemeinen und wird bestimmt durch zufällige Bedürfnisse, Gelüste etc. Sollte er aber fortgesezt werden, ein continuirlicher Akt werden, der in sich selbst die Mittel zu seiner steten Erneurung enthält, so kömmt ebenso äusserlich zufällig nach und nach die Regulation des wechselseitigen Austauschs durch die Regulation der wechselseitigen Production herein und die Productionskosten, die sich schließlich alle in Arbeitszeit auflösen, würden so das Maaß des Austauschs werden. Dieß zeigt uns wie der Austausch wird und der Tauschwerth der Waare. Die Umstände unter denen ein Verhältniß zuerst vorkommt, zeigen uns dasselbe aber keineswegs, weder in seiner Reinheit, noch in seiner Totalität. Ein Product als Tauschwerth gesezt ist wesentlich nicht mehr als einfaches bestimmt; es ist in einer von seiner natürlichen Qualität verschiednen gesezt; es ist als Verhältniß gesezt und zwar dieß Verhältniß allgemein, nicht zu einer Waare, sondern zu jeder Waare, zu jedem möglichen Product. Es drückt also ein allgemeines Verhältniß aus; das Product das sich zu sich als der Realisation eines bestimmten Quantums der allgemeinen Arbeit, der gesellschaftlichen Arbeitszeit verhält und insofern das Equivalent für jedes andre Product in dem in seinem Tauschwerth ausgedrückten Verhältniß ist. Der Tauschwerth unterstellt die gesellschaftliche Arbeit als die Substanz aller Producte, ganz abgesehn von ihrer Natürlichkeit. Es kann nichts ein Verhältniß ausdrücken ohne sich zu Einem zu verhalten; und kein allgemeines Verhältniß ohne sich zu einem Allgemeinen zu verhalten. Da die Arbeit Bewegung ist, ist die Zeit ihr natürliches Maaß. Der barter in seiner rohsten Form unterstellt die Arbeit als Substanz und die Arbeitszeit als Maaß der Waaren; was dann auch heraustritt, sobald er regularisirt, continuirlich wird, er in sich selbst die wechselseitigen Bedingungen seiner Erneurung enthalten soll. – Tausch- werth ist die Waare nur, insofern sie in einem andren ausgedrückt wird, also als Verhältniß. Ein Scheffel Weizen ist soviel Scheffel Roggen werth; in diesem Fall ist der Weizen Tauschwerth, soweit er im Roggen, und der Roggen Tauschwerth, soweit er im Weizen ausgedrückt ist. Soweit jeder der beiden nur auf sich bezogen ist, ist er nicht Tauschwerth. Nun in dem Verhältniß worin das Geld als Maaß erscheint, ist es selbst nicht als Verhältniß, nicht als Tauschwerth, sondern als natürliche Quantität einer gewissen Materie, ein natürliches Gewichttheil Gold oder Silber ausgedrückt. Ueberhaupt ist die Waare, worin der Tauschwerth einer andren ausgedrückt ist nie als Tauschwerth, nie als Verhältniß, sondern als bestimmtes Quantum in ihrer natürlichen Beschaffenheit ausgedrückt. Wenn 1 Scheffel Weizen 3 Scheffel Roggen werth ist, so ist nur der Scheffel Weizen als Werth ausgedrückt, nicht der Scheffel Roggen. An sich ist der andre zwar auch gesezt; der 1 Scheffel Roggen ist dann = Scheffel Weizen; aber dieß ist nicht ||43|gesezt, sondern nur ein 2tes Verhältniß, was allerdings unmittelbar in dem ersten vorhanden ist. Wenn eine Waare in einer andren ausgedrückt ist, so ist sie als Verhältniß, die andre als einfaches Quantum einer bestimmten Materie gesezt. 3 Scheffel Roggen sind an sich kein Werth, sondern der Roggen als bestimmtes Raumquantum füllend, als an einem Raummaaß gemessen. Ebenso verhält es sich mit dem Geld als Maaß, als der Einheit, worin die Tauschwerthe der andren Waaren gemessen werden. Es ist ein bestimmtes Gewicht der natürlichen Substanz, worin es dargestellt ist, Gold, Silber etc. Wenn 1 Scheffel wheat d. Preiß von 77 sh. 7 d., so ist er ausgedrückt als ein andres, dem er gleich ist, als 1 Unze Gold, als Verhältniß, als Tauschwerth. Aber 1 Unze Gold an sich ist kein Tauschwerth; nicht ausgedrückt als Tauschwerth; sondern als bestimmtes Quantum seiner selbst, seiner natürlichen Substanz, des Goldes. Wenn 1 Scheffel Weizen den Preiß von 77 sh. 7 d. hat oder von 1 Unze Gold, so kann dieß ein größrer oder kleinrer Werth sein, da 1 Unze Gold im Werth steigen oder fallen wird im Verhältniß zu der zu ihrer Production erheischten Quantität Arbeit. Dieß aber ist für seine Preißbestimmung als solche gleichgültig, da sein Preiß von 77 sh. 7 d. exakt das Verhältniß ausdrückt, in welchem er Equivalent für alle andren Waaren ist, sie kaufen kann. Die Bestimmtheit der Preißbestimmung, ob der Quarter 77 oder 1780 sh., fällt ausserhalb der Preißbestimmung überhaupt, d. h. des Setzen des Weizens als Preiß. Einen Preiß hat er, ob er 100 oder 1 sh. kostet. Der Preiß drückt seinen Tauschwerth nur in einer allen Waaren gemeinsamen Einheit aus; unterstellt also, daß dieser Tauschwerth schon durch andre Verhältnisse regulirt ist. Daß 1 Quarter Weizen den Preiß von 1 Unze Gold hat – da Gold und Weizen durchaus als Naturgegenstände keine Beziehung zu einander haben, als solche keine Maasse für einander sind, gleichgültig gegen einander sind – ist allerdings dadurch gefunden daß die Unze Gold selbst wieder im Verhältniß zu der zu ihrer Production nöthigen Arbeitszeit und so beide, Weizen und Gold, im Verhältniß zu einem 3ten, der Arbeit, gesezt und in diesem Verhältniß gleichgesezt sind; daß beide daher als Tauschwerthe mit einander verglichen sind. Aber dieß zeigt uns nur wie der Preiß des Weizens gefunden wird, die Quantität Gold, der er gleichgesezt wird. In diesem Verhältniß selbst, wo das Geld als Preiß des Weizens erscheint, ist es selbst nicht wieder als Verhältniß, als Tauschwerth, sondern als bestimmtes Quantum einer natürlichen Materie gesezt. In dem Tauschwerth sind die Waaren (Producte) gesezt als Verhältnisse zu ihrer gesellschaftlichen Substanz, der Arbeit; aber als Preisse sind sie ausgedrückt in Quantis andrer Producte nach ihrer natürlichen Beschaffenheit. Es kann nun allerdings gesagt werden, daß auch der Preiß des Geldes gesezt ist als 1 Quarter Weizen, 3 Quarter Roggen und alle die andren Quanta verschiedner Waaren, deren Preiß 1 Unze Gold ist. Um aber dann den Preiß des Geldes auszudrücken müßte der ganze Umkreis der Waaren aufgezählt werden, jede in der Quantität in der sie gleich 1 Unze Gold ist. Das Geld hätte also so viele Preisse als es Waaren giebt, deren Preiß es selbst ausdrückte. Die Hauptbestimmung des Preisses, die Einheit fiele fort. Keine Waare drückte den Preiß des Geldes aus, weil keine sein Verhältniß zu allen andren Waaren, seinen allgemeinen Tauschwerth ausdrückte. Es ist aber das Spezifische des Preisses, daß der Tauschwerth selbst in seiner Allgemeinheit und doch in einer bestimmten Waare ausgedrückt werden soll. Aber selbst das ist gleichgültig. Soweit das Geld als Materie erscheint, worin der Preiß aller Waaren ausgedrückt, gemessen wird, ist das Geld selbst als ein bestimmtes Quantum Gold, Silber etc, kurz seiner natürlichen Materie gesezt; einfaches Quantum einer bestimmten Materie, nicht selbst als Tauschwerth, als Verhältniß. So ist jede Waare, in der eine andre als Preiß ausgedrückt wird, selbst nicht als Tauschwerth gesezt, sondern als einfaches Quantum ihrer selbst. In der Bestimmung des Geldes als Einheit der Tauschwerthe, als ihr Maaß, ihr allgemeiner Vergleichungspunkt, erscheint seine natürliche Materie, Gold, Silber wesentlich, indem es als Preiß der Waare nicht Tauschwerth, nicht Verhältniß, sondern ein bestimmtes Gewicht Gold, Silber ist; z. B. ein Pfund, mit seinen Unterabtheilungen und so erscheint das Geld auch ursprünglich als Pfund, aes grave. Dieß unterscheidet eben den Preiß vom Tauschwerth und wir haben gesehn, daß der Tauschwerth nothwendig zur Preißbestimmung treibt. Daher der Unsinn jener, die die Arbeitszeit als solche zum Geld machen, d.h. den Unterschied zwischen Preiß und Tauschwerth setzen und nicht setzen wollen. Das Geld als Maaß, als Element der Preißbestimmung, als messende Einheit der Tauschwerthe bietet also das Phänomen dar, daß es 1) nur als vorgestellte Einheit nöthig ist, wenn einmal der Tauschwerth einer Unze Gold gegen eine beliebige Waare bestimmt ist; daß sein wirkliches Vorhandensein überflüssig ist und darum noch mehr die Quantität, in der es gegenwärtig ist; als Anzeiger (indicator des Werths) ist sein amount, in dem es in einem Lande existirt, gleichgültig; blos als Recheneinheit nöthig; 2) daß während es so nur ideell gesezt zu sein braucht, und in der That als Preiß der Waare, nur ideell an ihr gesezt ist, es gleichzeitig als einfaches Quantum der natürlichen Substanz, in der es sich darstellt, als ein bestimmtes als Einheit angenommnes Gewicht Gold, Silber etc den Vergleichungspunkt, die Einheit, das Maaß abgiebt. Die Tauschwerthe (Waaren) sind in der Vorstellung verwandelt in gewisse Gewichttheile von Gold, oder Silber, und ideell als = diesem vorgestellten Quantum Gold etc gesezt; als es ausdrückend.|
|44| Gehn wir aber nun zur zweiten Bestimmung des Geldes über, als Tauschmittel und Verwirklicher der Preisse, so haben wir gefunden, daß es hier in einer bestimmten Quantität vorhanden sein muß; daß das als Einheit gesezte Gewicht Gold oder Silber in einer bestimmten Anzahl nöthig ist, um dieser Bestimmung adaequat zu sein. Wenn die Summe der zu realisirenden Preisse auf der einen Seite gegeben ist, die abhängt von dem Preiß einer bestimmten Waare x mit ihrer Quantität, und die Geschwindigkeit der Geldcirculation auf der andren Seite, ist eine gewisse Quantität des Circulationsmittel erheischt. Betrachten wir nun aber näher die ursprüngliche Form, die unmittelbare Form, in der sich die Circulation darstellt, W – G – G – W, so erscheint in dieser das Geld als reines Tauschmittel. Die Waare wird gegen Waare ausgetauscht, und das Geld erscheint blos als das Mittel des Austauschs. Der Preiß der ersten Waare wird im Geld realisirt, um mit dem Geld den Preiß der 2ten Waare zu realisiren und sie so für die erste zu erhalten. Nachdem der Preiß der ersten Waare realisirt ist, ist es nicht der Zweck dessen, der nun seinen Preiß im Geld erhalten hat, den Preiß der 2ten Waare zu erhalten, sondern er zahlt ihren Preiß, um die Waare zu erhalten. Im Grunde hat ihm das Geld daher nur dazu gedient die erste Waare gegen die 2te auszutauschen. Als bloses Circulationsmittel hat das Geld keinen andren Zweck. Der Mann der seine Waare gegen Geld verkauft hat, will wieder die Waare kaufen, und der von dem er sie kauft, braucht das Geld wieder, um die Waare zu kaufen etc. In dieser Bestimmung nun als reines Circulationsmittel, besteht die Bestimmung des Geldes selbst nur in diesem Umlauf, den es dadurch bewerkstelligt, daß seine Quantität vorher bestimmt ist; seine Anzahl. Wie oft es selbst als Einheit in den Waaren vorhanden ist, ist vorher in ihren Preissen bestimmt und als Circulationsinstrument erscheint es blos als Anzahl dieser vorausgesezten Einheit. Insofern es den Preiß der Waaren realisirt, wird die Waare gegen ihr reales Equivalent in Gold und Silber ausgetauscht; wird ihr Tauschwerth wirklich in dem Geld als einer andern Waare ausgedrückt; aber insofern dieser Prozeß nur stattfindet, um das Geld wieder in Waare zu verwandeln, um also die erste Waare gegen die 2te auszutauschen, erscheint das Geld nur verschwindend, und seine Substanz besteht nur darin, daß es fortwährend als dieß Verschwinden erscheint, als dieser Träger der Vermittlung. Das Geld als Umlaufsmittel ist nur Umlaufsmittel. Die einzige ihm wesentliche Bestimmtheit, um in diesem Character dienen zu können, ist die der Quantität, oder Anzahl, in der es umläuft. (Da die Anzahl mit durch die Geschwindigkeit bestimmt ist, braucht diese hier nicht besonders erwähnt zu werden.) Sofern es den Preiß realisirt, ist seine materielle Existenz als Gold und Silber wesentlich; aber soweit diese Realisirung nur verschwindend ist und sich selbst aufheben soll, ist sie gleichgültig. Es ist nur ein Schein, als handle es sich darum die Waare gegen Gold oder Silber als eine besondre Waare auszutauschen: ein Schein der verschwindet, indem der Proceß beendigt ist, sobald das Gold und Silber wieder gegen Waare und somit die Waare gegen die Waare ausgetauscht ist. Das Gold und Silber als bloses Circulationsmittel, oder das Circulationsmittel als Gold und Silber ist daher gleichgültig gegen seine Beschaffenheit als eine besondre natürliche Waare. Setze der Totalpreiß der circulirenden Waaren = 10000 Thaler. Ihr Maaß ist dann 1 Thaler, = x Gewicht Silber. Es seien nun 100 Thaler nöthig, um diese Waaren zu circuliren in 6 Stunden; d. h. jeder Thaler zahle den Preiß von 100 Thaler in 6 Stunden. Was nun wesentlich ist, daß 100 Thaler, die Anzahl 100 vorhanden ist der metallischen Einheit, die die Totalsumme der Waarenpreisse mißt; 100 solcher Einheiten. Daß diese Einheiten aus Silber bestehn, ist für den Process selbst gleichgültig. Dieß erscheint schon darin, daß der eine Thaler im Kreislauf der Circulation eine 100 x größre Silbermasse repräsentirt, als reell in ihm enthalten ist, obgleich er in jedem bestimmten Austausch nur das Gewicht Silber von 1 Th. repräsentirt. Im Ganzen der Circulation genommen repräsentirt der 1 Th. also 100 Thaler, ein 100 x größres Silbergewicht als er wirklich enthält. Er ist in der That nur ein Zeichen für das Silbergewicht, das in 100 Thalern enthalten ist. Er realisirt einen 100 x größren Preiß als er wirklich, als Quantum Silber betrachtet, realisirt. Gesezt das £ St. z. B. sei = Unze Gold (es ist nicht so viel). Soweit der Preiß einer Waare von 1 £ St. bezahlt wird, d. h. ihr Preiß von 1 £ St. realisirt, sie gegen 1 £ St. ausgetauscht wird, ist es entscheidend, daß das £ St. wirklich Unze Gold enthält. Wäre es ein falsches £ St., aus unedlem Metall componirt, ein £ St. nur zum Schein, so wäre in der That nicht der Preiß der Waare realisirt; um ihn zu realisiren müßte sie in so viel von unedlem Metall bezahlt sein als = Unze Gold. Nach diesem abgesonderten Moment der Circulation betrachtet, ist es also wesentlich, daß die Geldeinheit wirklich ein bestimmtes Quantum von Gold und Silber darstellt. Wenn wir aber das Ganze der Circulation nehmen, sie als mit sich zusammenschliessenden Process: W – G – G – W verhält sich die Sache anders. Im ersten Fall wäre die Realisirung des Preisses nur scheinbar: nur Theil ihres Preisses wäre realisirt. Der ideell an ihr gesezte Preiß wäre nicht reell gesezt. Die Waare, die ideell = so viel Gewichttheile Gold gesezt ist, würde im wirklichen Austausch nicht so viel Gewichttheile Gold gegen sich auslösen. Wenn aber ein falsches £ St. für ein echtes circulirte, thäte es absolut im Ganzen der Circulation denselben Dienst als ob es ächt wäre. Wenn eine Waare A zum Preiß von 1 £ gegen 1 falsches Pfund ausgetauscht und dieß falsche Pfund wieder ausgetauscht wird gegen Waare B von 1 £ St., so hat das falsche Pfund absolut denselben Dienst gethan, als ob es ein ||45| echtes wäre. Das wirkliche Pfund ist daher in diesem Process in der That nur ein Zeichen, soweit nicht das Moment betrachtet wird, wonach es die Preisse realisirt, sondern das Ganze des Prozesses, worin es nur als Circulationsmittel dient und worin die Realisirung der Preisse nur ein Schein, verschwindende Vermittlung ist. Hier dient das Pfund Gold nur dazu, damit die Waare A gegen die Waare B von gleichem Preisse ausgetauscht wird. Die wirkliche Realisation des Preisses der Waare A ist hier die Waare B und die wirkliche Realisation des Preisses B ist die Waare A oder C oder D was dasselbe für die Form des Verhältnisses ist, für das der besondre Inhalt der Waare ganz gleichgültig. Waaren von gleichen Preissen werden ausgetauscht. Statt die Waare A) direkt mit der Waare B) auszutauschen wird der Preiß der Waare A) mit der Waare B und der Preiß der Waare B) mit der Waare A) ausgetauscht. Das Geld stellt so der Waare gegenüber nur ihren Preiß dar. Die Waaren werden zu ihrem Preiß gegen einander ausgetauscht. Der Preiß der Waare selbst drückt an ihr ideell aus, daß sie die Anzahl einer gewissen natürlichen Einheit (Gewichtstheils) von Gold oder Silber, der Materie ist, worin das Geld verkörpert ist. Im Geld, oder ihrem realisirten Preiß tritt ihr nun eine wirkliche Anzahl dieser Einheit gegenüber. Soweit aber die Realisirung des Preisses nicht das lezte ist, und es sich nicht darum handelt den Preiß der Waare als Preiß zu haben, sondern als Preiß einer andren Waare, ist die Materie des Geldes gleichgültig, z. B. das Gold und Silber. Das Geld wird Subjekt als Circulationsinstrument, als Tauschmittel, und die natürliche Materie, worin es sich darstellt, erscheint als ein Accident, dessen Bedeutung im Akt des Tausches selbst verschwindet; weil es nicht in dieser Materie ist, daß die gegen das Geld ausgetauschte Waare schließlich realisirt werden soll, sondern der Materie der andren Waare. Wir haben nämlich jezt ausser den Momenten, daß in der Circulation 1) das Geld die Preisse realisirt; 2) die Eigenthumstitel circulirt; 3) noch das, daß vermittelst ihrer geschieht, was direkt nicht geschehn konnte, daß der Tauschwerth der Waare in jeder andren Waare ausgedrückt wird. Wenn 1 Elle Leinwand 2 sh. kostet und 1 Pf. Zucker 1 sh., so wird die Elle Leinwand vermittelst der 2 sh. in 2 Pf. Zucker realisirt, der Zucker daher in die Materie ihres Tauschwerths verwandelt, in die Materie worin ihr Tauschwerth realisirt wird. Als bloses Circulationsmittel, in seiner Rolle im Prozeß der Circulation als beständigem Fluß, ist das Geld weder Maaß der Preisse, denn als solches ist es schon in den Preissen selbst gesezt; noch Mittel der Realisation der Preisse, denn als solches existirt dieß in dem einen Moment der Circulation, verschwindet es aber in der Totalität ihrer Momente; sondern ist bloser Repräsentant des Preisses gegen alle Waaren, und dient nur als Mittel, daß Waaren zu gleichen Preissen ausgetauscht werden. Es wird gegen die eine Waare ausgetauscht, weil es der allgemeine Repräsentant ihres Tauschwerthes und als solcher der Repräsentant jeder andren Waare von gleichem Tauschwerth ist, allgemeiner Repräsentant ist und als solcher ist es in der Circulation selbst. Es stellt vor den Preiß der einen Waare gegenüber allen andren Waaren, oder den Preiß aller Waaren gegenüber einer Waare. Es ist in dieser Beziehung nicht nur Repräsentant der Waarenpreisse, sondern Zeichen seiner selbst; d. h. in dem Akt der Circulation selbst ist seine Materie, Gold und Silber, gleichgültig. Es ist der Preiß; es ist ein bestimmtes Quantum Gold oder Silber; aber insofern diese Realität des Preisses hier nur eine verschwindende ist, eine die bestimmt ist beständig zu verschwinden, aufgehoben zu werden, nicht als definitive Realisation zu gelten, sondern fortwährend nur als intermediäre, vermittelnde; insofern es sich hier überhaupt nicht um die Realisation des Preisses, sondern um die Realisation des Tauschwerths einer besondren Waare in dem Material einer andren Waare handelt, ist sein eignes Material gleichgültig, ist es verschwindend als Realisation des Preisses, da diese selbst verschwindet; ist daher, soweit es in dieser beständigen Bewegung ist nur als Repräsentant des Tauschwerths, der erst wirklich wird, indem der wirkliche Tauschwerth beständig an die Stelle seines Repräsentanten tritt, beständig den Platz mit ihm wechselt, sich beständig mit ihm austauscht. In diesem Prozeß ist also seine Realität nicht daß es der Preiß ist, sondern daß es ihn vorstellt, sein Repräsentant ist; gegenständlich vorhandner Repräsentant des Preisses, also seiner selbst, und als solcher des Tauschwerths der Waaren. Als Tauschmittel realisirt es die Preisse der Waaren nur, um den Tauschwerth der einen Waare in der andren als ihrer Einheit zu setzen, um ihren Tauschwerth in der andren Waare zu realisiren, d. h. die andre Waare als das Material ihres Tauschwerths zu setzen.
Als solches gegenständliches Zeichen also ist es nur in der Circulation; aus ihr herausgenommen ist es wieder realisirter Preiß; innerhalb des Prozesses aber ist wie wir gesehn haben die Quantität, die Anzahl dieser gegenständlichen Zeichen der monetären Einheit wesentlich bestimmt. Während also in der Circulation, worin das Geld als existirendes den Waaren gegenüber erscheint, seine materielle Substanz, sein Substrat als bestimmtes Quantum Gold und Silber gleichgültig ist, dagegen seine Anzahl wesentlich bestimmt ist, da es so nur ein Zeichen für bestimmte Anzahl dieser Einheit ist, war in seiner Bestimmung als Maaß, worin es nur ideell eingesezt war, sein materielles Substrat wesentlich, aber seine Quantität und seine Existenz überhaupt gleichgültig. Es folgt daraus daß das Geld als Gold und Silber, soweit es nur als Circulations-Tauschmittel ist, durch jedes andre Zeichen| |46| das ein bestimmtes Quantum seiner Einheit ausdrückt, ersezt werden kann und so symbolisches Geld das reelle ersetzen kann, weil das materielle Geld als bloses Tauschmittel selbst symbolisch ist.
Aus diesen widersprechenden Bestimmungen des Geldes als Maaß, als Verwirklichung der Preisse, und als bloses Tauschmittel, erklärt sich das sonst unerklärliche Phänomen, daß wenn das metallne Geld, Gold, Silber, verfälscht wird durch Beimischung von niederem Metall, das Geld depreciirt wird und die Preisse steigen; weil in diesem Fall das Maaß der Preisse nicht mehr die Productionskosten sage der Unze Goldes, sondern der zu mit Kupfer etc vermischten Unze (die Münzverfälschungen, so weit sie blos darin bestehn, daß die Namen der aliquoten Gewichtstheile des edlen Metalls verfälscht oder verändert werden, also z. B. der 8te Theil einer Unze 1 sovereign genannt würde, läßt das Maaß absolut dasselbe und ändert nur seinen Namen. War früher der Unze 1 sovereign genannt, und ist es jezt , so drückt der Preiß von 1 sovereign nur mehr Unze Gold aus; also 2 sovereigns (about) nöthig um denselben Preiß auszudrücken, den früher 1 sovereign ausdrückte); oder bei bloser Namensverfälschung der aliquoten Theile des edlen Metalls das Maaß dasselbe geblieben ist, aber der aliquote Theil in doppelt so viel francs etc als früher ausgedrückt ist; andrerseits, wenn das Substrat des Geldes, Gold, Silber, ganz aufgehoben und durch Papier mit dem Zeichen bestimmter Quanta reellen Geldes ersezt wird, in der durch die Circulation erheischten Quantität, das Papier zum Vollwerth des Goldes und Silbers cursirt. Im ersten Fall, weil das Circulationsmittel zugleich das Material des Geldes als Maasses ist und das Material, worin sich der Preiß als definitiver realisirt; im 2ten Fall, weil das Geld nur in seiner Bestimmung als Circulationsmittel.
Beispiel der plumpen Verwechslung der widersprechenden Bestimmungen des Geldes: “Price is exactly determined by the quantity of money there is to buy it with. All the commodities in the world can fetch no more than all the money in the world.” Erstens hat die Preißbestimmung mit dem wirklichen Verkauf nichts zu thun; in ihr das Geld nur als Maaß. Zweitens alle Waaren (in Circulation befindlichen) können 1000[mal] mehr money fetchen als in der world ist, wenn jedes piece Geld tausendmal circulirte. (Die Stelle aus dem London Weekly Dispatch, Nov. 8.)
Da die Totalsumme der Preisse, die in der Circulation zu realisiren sind, wechselt mit den Preissen der Waaren und der Masse die davon in Umlauf geworfen ist; da andrerseits die Geschwindigkeit des im Umlauf befindlichen Circulationsmittels ebenfalls bestimmt ist durch Umstände, die von ihm selbst unabhängig sind, muß die Quantität der Circulationsmittel wechseln können, sich erweitern und zusammenziehn – Contraction und Expansion der Circulation.
Als bloses Circulationsmittel kann vom Geld gesagt werden, daß es aufhört Waare zu sein (besondre Waare), indem sein Material gleichgültig ist und es nur noch das Bedürfniß des Austauschs selbst befriedigt, kein andres unmittelbares Bedürfniß mehr: Gold und Silber hören auf Waare zu sein, sobald sie als Geld circuliren. Auf der andren Seite kann von ihm gesagt werden, daß es nur mehr Waare ist (allgemeine Waare), die Waare in ihrer reinen Form, gleichgültig gegen ihre natürliche Besonderheit und daher gleichgültig gegen alle unmittelbaren Bedürfnisse, ohne natürliche Beziehung auf ein bestimmtes Bedürfniß als solches. Die Anhänger des Monetärsystems, selbst zum Theil des Protectionssystems (sieh z. B. Ferrier p. 2) haben sich an die 1te Seite, die modernen Oekonomen an die zweite Seite gehalten; z. B. Say, der sagt, daß das Geld als eine „besondre“ Waare, eine Waare, wie jede andre behandelt … Als Tauschmittel erscheint das Geld als nothwendiger Vermittler zwischen Production und Consumtion. In dem System des entwickelten Geldes producirt man nur um auszutauschen oder man producirt nur, indem man austauscht. Das Geld weggestrichen, würde man also entweder auf eine niedrigre Stufe der Production zurückgeworfen (der der nebenbeispielende Tauschhandel entspricht), oder man würde zu einer höhren fortgehn, worin der Tauschwerth nicht mehr die erste Bestimmung der Waare, weil die allgemeine Arbeit, deren Repräsentant [er] ist, nicht mehr als nur zur Gemeinschaftlichkeit vermittelte Privatarbeit erschiene.
Die Frage ob das Geld als Circulationsmittel productiv oder nicht productiv ist, löst sich ebenso einfach. Nach Adam Smith das Geld unproductiv. Nun sagt Ferrier z. B.: „Es schafft die valeurs weil sie ohne es nicht existiren würden.“ Man muß nicht nur „seinen Werth als Metall betrachten, sondern ebenso sehr seine Eigenschaft als Geld“. A. Smith hat Recht, insofern es nicht das Instrument irgendeines besondren Productionszweiges ist; Ferrier hat Recht, ||47| weil ein Moment der allgemeinen auf dem Tauschwerth beruhenden Production ist, Product und Productionsagent in der Bestimmung des Geldes zu setzen und diese Bestimmung ein vom Product unterschiednes Geld unterstellt; weil das Geldverhältniß selbst ein Productionsverhältniß ist, wenn die Production in ihrer Totalität betrachtet wird.
So weit W – G – G – W in seine beiden Momente zerlegt wird, obgleich die Preisse der Waaren unterstellt sind (und dieß macht Hauptunterschied) zerfällt die Circulation in 2 Akte des unmittelbaren Tauschhandels. W – G: der Tauschwerth der Waare wird in einer andren besondren Waare, dem Material des Geldes ausgedrückt, wie der des Geldes in der Waare; ebenso in G – W. Insofern hat A. Smith Recht, wenn er sagt, daß das Geld als Tauschmittel nur complicirtere Art von barter (Tauschhandel). Insofern aber das Ganze des Prozesses betrachtet wird, nicht beide als gleichgültige Akte, daß die Waare in Geld realisirt wird und das Geld in Waare, haben die Gegner A. Smiths Recht, die sagen, daß er die Natur des Geldes verkannt hat und daß die Geldcirculation den barter verdrängt; indem das Geld nur dient die „arithmetical division“, die aus der Theilung der Arbeit entsteht, zu saldiren. Diese „arithmetical figures“ brauchen so wenig von Gold und Silber zu sein, wie die Längenmaasse. (Sieh Solly, p. 20.)
Die Waaren werden aus marchandises denrées, gehn in die Consumtion ein; das Geld als Circulationsmittel nicht; es hört an keinem Punkt auf, Waare zu sein, so lange es in der Bestimmung des Circulationsmittels bleibt.
Wir gehn jezt zur 3ten Bestimmung des Geldes über, die zunächst resultirt aus der 2ten Form der Circulation:
G – W – W – G; worin das Geld nicht nur als Mittel erscheint, auch nicht als Maaß, sondern als Selbstzweck und daher ebenso aus der Circulation heraustritt, wie die bestimmte Waare, die ihren Kreislauf zunächst vollendet, und aus marchandise denrée geworden ist.
Vorher noch zu bemerken daß die Bestimmung des Geldes als eines immanenten Verhältnisses der allgemeinen, auf den Tauschwerth begründeten Production vorausgesezt, nun auch nach einzelnen Seiten hin sein Dienst als Productionsinstrument nachgewiesen werden kann. „Der Nutzen des Goldes und Silbers beruht darauf, daß sie Arbeit ersetzen.“ (Lauderdale, S. 11.) Ohne Geld eine Masse trocs nöthig, eh man im Austausch den gewünschten Gegenstand erhält. Man müßte ferner bei jedem besondren Austausch die Untersuchung über den relativen Werth der Waaren anstellen. Ersteres erspart das Geld als Austauschinstrument (Handelsinstrument); lezteres als Werthmesser und Repräsentant aller Waaren. (idem, 1.c.) Die umgekehrte Behauptung, daß das Geld nicht productiv sei, sagt nur, daß es ausser der Bestimmtheit, worin es productiv ist, als Maaß, Circulationsinstrument, und Repräsentant der Werthe, unproductiv ist, daß seine Quantität nur productiv ist, so weit sie erheischt, um diese Bestimmungen zu erfüllen. Daß [es] nicht nur unproductiv, sondern faux frais de production wird, sobald mehr von ihm angewandt, als zu dieser seiner productiven Bestimmung nöthig, ist eine Wahrheit, die von jedem andren Productionsoder Austauschinstrument gilt; von der Maschine sowohl wie von dem Transportmittel. Wird aber damit gemeint, daß das Geld nur vorhandnen reellen Reichthum austauscht, so ist das falsch, da ebenso Arbeit gegen es ausgetauscht und mit ihm gekauft wird, die productive Thätigkeit selbst, potentieller Reichthum.
Die 3te Bestimmung des Geldes in ihrer vollständigen Entwicklung unterstellt die beiden ersten und ist ihre Einheit. Das Geld hat also selbstständige Existenz ausser der Circulation; es ist aus ihr herausgetreten. Als besondre Waare kann es aus seiner Form von Geld in die von Luxusgegenständen, Gold- und Silberschmuck verwandelt werden (so lange die Kunstarbeit sehr einfach, wie z. B. in der ältern englischen Periode, die Verwandlung aus Silbergeld in plate und vice versa beständig. Sieh Taylor); oder es kann als Geld aufgehäuft werden und so einen Schatz bilden. Sofern das Geld in seiner selbstständigen Existenz aus der Circulation herkommt, erscheint es in ihr selbst als Resultat der Circulation; es schließt sich mit sich selbst durch die Circulation zusammen. In dieser Bestimmtheit ist seine Bestimmung als Capital schon latent enthalten. Es ist negirt als nur Tauschmittel. Indeß, da es historisch als Maaß gesezt sein kann, bevor es als Tauschmittel erscheint, und als Tauschmittel erscheinen kann, bevor es als Maaß gesezt ist – im leztren Fall würde es nur als bevorzugte Waare da sein – so kann es auch in der 3ten Bestimmung historisch erscheinen, bevor es in den beiden frühren gesezt ist. Aber als Geld können Gold und Silber nur aufgehäuft werden, wenn sie in einer der beiden Bestimmungen schon vorhanden sind und in der 3ten Bestimmung kann es entwickelt nur erscheinen, wenn es in den beiden frühren entwickelt ist. Seine Aufhäufung ist sonst nur Aufhäufung von Gold und Silber, nicht von Geld.|
|48| (Als besonders interessantes Beispiel auf die Aufhäufung des Kup- fergeldes in den älteren Zeiten der römischen Republik einzugehen.)
Insofern das Geld als universeller materieller Repräsentant des Reich- thums aus der Circulation herkommt, und als solcher selbst Product der Circulation ist, die zugleich als Austausch in einer höhern Potenz und eine besondre Form des Austauschs, steht es auch in dieser 3ten Bestimmung in Bezug auf die Circulation; es steht ihr selbstständig gegenüber, aber diese seine Selbstständigkeit ist nur ihr eigner Process. Es kömmt eben so aus ihr her, wie es wieder in sie eingeht. Ausser aller Beziehung auf sie, wäre es nicht Geld, sondern ein einfacher Naturgegenstand, Gold und Silber. Es ist in dieser Bestimmung eben so sehr ihre Voraussetzung, wie ihr Resultat. Seine Selbstständigkeit selbst ist nicht Aufhören der Beziehung zur Circulation, sondern negative Beziehung zu ihr. Dieß liegt in dieser Selbstständigkeit als dem Resultat von G – W – W – G. Im Geld als Capital ist an ihm selbst gesezt, 1) daß es ebenso Voraussetzung der Circulation wie ihr Resultat ist; 2) daß seine Selbstständigkeit daher selbst nur negative Beziehung, aber stets Beziehung auf die Circulation ist; 3) ist es selbst als Productionsinstrument gesezt, indem die Circulation nicht mehr in ihrer ersten Einfachheit erscheint, als quantitativer Umtausch, sondern als Process der Production, der reale Stoffwechsel. Und so ist denn das Geld selbst bestimmt als besondres Moment dieses Productionsprocesses. In der Production handelt es sich nicht nur um einfache Preißbestimmung, d. h. um Uebersetzen der Tauschwerthe der Waaren in eine gemeinschaftliche Einheit, sondern um Schaffen der Tauschwerthe, also auch um Schaffen der Bestimmtheit der Preisse. Nicht nur um bloses Setzen der Form, sondern des Inhalts. Wenn daher in der einfachen Circulation das Geld insofern im Allgemeinen als productiv erscheint, insofern Circulation im Allgemeinen selbst ein Moment des Systems der Production, so ist diese Bestimmung nur noch für uns, noch nicht gesezt am Geld. 4) Als Capital erscheint das Geld daher auch gesezt als Verhältniß zu sich selbst vermittelst der Circulation – im Verhältniß von Zins und Capital. Aber hier haben wir es noch nicht mit diesen Bestimmungen zu thun, sondern wir haben das Geld einfach zu betrachten, wie es in seiner 3t Beziehung als selbstständiges aus der Circulation, eigentlich aus seinen beiden frühern Bestimmungen hervorgegangen ist.
(„Vermehrung des Geldes nur Vermehrung der Zählungsmittel.“ Sis- mondi. Dieß nur richtig, soweit es als bloses Tauschmittel bestimmt ist. In der andren Eigenschaft ist es auch Vermehrung der Zahlungsmittel.)
„Der Handel hat den Schatten vom Körper getrennt und die Möglichkeit eingeführt sie getrennt zu besitzen.“ (Sismondi.) Das Geld ist also jezt der verselbstständigte Tauschwerth (als solcher erscheint es als Tauschmittel immer nur verschwindend) in seiner allgemeinen Form. Es besizt zwar eine besondre Körperlichkeit oder Substanz, Gold und Silber, und dieß giebt ihm eben seine Selbstständigkeit, denn was nur an einem andren, als Bestimmung oder Beziehung von andern existirt, ist nicht selbstständig. Andrerseits in dieser körperlichen Selbstständigkeit als Gold und Silber repräsentirt es nicht nur den Tauschwerth der einen Waare gegenüber der andren, sondern den Tauschwerth gegenüber allen Waaren, und während es selbst eine Substanz besizt, erscheint es zugleich in seiner besondren Existenz als Gold und Silber als der allgemeine Tauschwerth der andren Waaren. Es ist auf der einen Seite besessen als ihr Tauschwerth; sie stehn auf der andern Seite als ebensoviel besondre Substanzen desselben, so daß er sich ebensosehr in jede dieser Substanzen durch den Austausch verwandeln kann, als gleichgültig gegen und erhaben über ihre Bestimmtheit und Besonderheit ist. Sie sind daher nur zufällige Existenzen. Es ist der „précis de toutes les choses“, worin ihr besondrer Character verwischt; der allgemeine Reichthum als kurzgefaßtes Compendium gegenüber seiner Ausbreitung und Zersplitterung in der Welt der Waaren. Während in der besondren Waare der Reichthum als ein Moment derselben erscheint, oder sie als ein besondres Moment des Reichthums, erscheint im Gold und Silber der allgemeine Reichthum selbst concentrirt in einer besondren Materie. Jede besondre Waare, so weit sie Tauschwerth ist, Preiß hat, drückt selbst nur ein bestimmtes Quantum Geld in einer unvollkommnen Form aus, da sie erst in die Circulation geworfen werden muß, um realisirt zu werden, und es ihrer Besonderheit wegen zufällig bleibt, ob sie realisirt wird oder nicht. Sofern sie aber nicht als Preiß, sondern in ihrer natürlichen Bestimmtheit, ist sie nur Moment des Reichthums durch ihre Beziehung auf ein besondres Bedürfniß, das sie befriedigt, und drückt in dieser Beziehung 1) nur den Gebrauchsreichthum aus, 2) nur eine ganz besondre Seite dieses Reichthums. Geld dagegen, abgesehn von seiner besondren Brauchbarkeit als werthvolle Waare, ist 1) der realisirte Preiß; 2) befriedigt es jedes Bedürfniß, insofern es gegen das Objekt jedes Bedürfnisses ausgetauscht werden kann, ganz gleichgültig gegen jede Besonderheit. Die Waare besizt diese Eigenschaft nur vermittelst des Geldes. Das Geld besizt sie direct gegenüber allen Waaren, daher gegenüber der ganzen Welt des Reichthums, dem Reichthum als solchem. Im Geld ist der allgemeine Reichthum nicht nur eine Form, sondern zugleich der Inhalt selbst. Der Begriff des Reichthums ist so zu sagen in einem besondren Gegenstand realisirt, individualisirt. In der besondren Waare, ||II-1| so weit sie Preiß ist, ist der Reichthum nur als ideelle Form gesezt, die noch nicht realisirt ist; so weit sie einen bestimmten Gebrauchswerth hat, stellt sie nur eine ganz vereinzelte Seite desselben dar. Im Geld dagegen ist der Preiß realisirt, und die Substanz desselben ist der Reichthum selbst, sowohl in seiner Abstraction von seinen besondren Existenzweisen, als in seiner Totalität. Der Tauschwerth bildet die Substanz des Geldes, und der Tauschwerth ist der Reichthum. Das Geld ist daher andrerseits auch die verkörperlichte Form des Reichthums gegenüber all den besondren Substanzen, aus denen er besteht. Wenn daher einerseits in ihm, so weit das Geld für sich betrachtet wird, Form und Inhalt des Reichthums identisch sind, ist es andrerseits im Gegensatz zu allen andren Waaren ihnen gegenüber die allgemeine Form des Reichthums, während die Totalität dieser Besonderheiten seine Substanz bildet. Wenn das Geld nach der ersten Bestimmung der Reichthum selbst ist, so ist es nach der andren der allgemeine materielle Repräsentant desselben. Im Geld selbst existirt diese Totalität als vorgestellter Inbegriff der Waaren. Der Reichthum (Tauschwerth als Totalität sowohl wie Abstraction) existirt also erst, mit Ausschluß aller andren Waaren, als solcher individualisirt im Gold und Silber, als ein einzelner handgreiflicher Gegenstand. Das Geld ist daher der Gott unter den Waaren.
Als vereinzelter handgreiflicher Gegenstand kann das Geld daher zufällig gesucht, gefunden, gestohlen, entdeckt werden, und der allgemeine Reichthum handgreiflich in den Besitz des einzelnen Individuums gebracht werden. Aus seiner Knechtsgestalt, in der es als bloses Circulationsmittel erscheint, wird es plötzlich der Herrscher und Gott in der Welt der Waaren. Es stellt die himmlische Existenz der Waaren dar, während sie seine irdische darstellen. Jede Form des natürlichen Reichthums, eh er durch den Tauschwerth ersezt ist, unterstellt eine wesentliche Beziehung des Individuums zum Gegenstand, so daß es sich nach einer seiner Seiten hin selbst in der Sache vergegenständlicht und sein Besitzen der Sache zugleich als eine bestimmte Entwicklung seiner Individualität erscheint; der Reichthum an Schaafen die Entwicklung des Individuums als Hirten, der Reichthum an Korn seine Entwicklung als Landmann etc. Das Geld dagegen, als das Individuum des allgemeinen Reichthums, als selbst aus der Circulation herkommend, und nur das Allgemeine repräsentirend, als nur gesellschaftliches Resultat, unterstellt durchaus keine individuelle Beziehung zu seinem Besitzer; sein Besitzen ist nicht die Entwicklung irgendeiner der wesentlichen Seiten seiner Individualität, sondern vielmehr Besitz des Individualitätslosen, da dieß gesellschaftliche [Verhältniß] zugleich als ein sinnlicher, äusserlicher Gegenstand existirt, dessen sich mechanisch bemächtigt werden kann, und der eben so sehr verloren werden kann. Seine Beziehung zum Individuum erscheint also als eine rein zufällige; während diese Beziehung zu einer gar nicht mit seiner Individualität zusammenhängenden Sache ihm zugleich, durch den Charakter dieser Sache, die allgemeine Herrschaft über die Gesellschaft, über die ganze Welt der Genüsse, Arbeiten etc giebt. Es wäre dasselbe als wenn z. B. das Finden eines Steins mir, ganz unabhängig von meiner Individualität, den Besitz aller Wissenschaften verschaffte. Der Besitz des Geldes stellt mich im Verhältniß zu dem Reichthum (dem gesellschaftlichen) ganz in dasselbe Verhältniß, worein mich der Stein der Weisen in Bezug auf die Wissenschaften stellen würde.
Das Geld ist daher nicht nur ein Gegenstand der Bereicherungssucht, sondern es ist der Gegenstand derselben. Sie ist wesentlich auri sacra fames. Die Bereicherungssucht, als solche, als eine besondre Form des Triebs, d. h. als unterschieden von der Sucht nach besondrem Reichthum, also z. B. Sucht für Kleider, Waffen, Schmuck, Weiber, Wein etc, ist nur möglich, sobald der allgemeine Reichthum, der Reichthum als solcher in einem besondren Ding individualisirt ist, d. h. sobald das Geld in seiner 3t Bestimmung gesezt ist. Das Geld ist also nicht nur der Gegenstand, sondern zugleich die Quelle der Bereicherungssucht. Habsucht ist auch ohne Geld möglich; Bereicherungssucht ist selbst das Product einer bestimmten gesellschaftlichen Entwicklung, nicht natürlich im Gegensatz zum Geschichtlichen. Daher der Jammer der Alten über das Geld als die Quelle alles Bösen. Die Genußsucht in ihrer allgemeinen Form und der Geiz sind die zwei besondren Formen der Geldgier. Abstrakte Genußsucht unterstellt einen Gegenstand, der [die] Möglichkeit aller Genüsse enthielte. Die abstrakte Genußsucht verwirklicht das Geld in der Bestimmung, worin es der materielle Repräsentant des Reichthums ist; den Geiz, in sofern es nur die allgemeine Form des Reichthums gegenüber den Waaren als seinen besondren Substanzen ist. Um es als solches zu halten, muß er alle Beziehung auf die Gegenstände der besondren Bedürfnisse opfern, entsagen, um das Bedürfniß der Geldgier als solcher zu befriedigen. Die Geldgier oder Bereicherungssucht ist nothwendig der Untergang der alten Gemeinwesen. Daher der Gegensatz dagegen. Es selbst ist das Gemeinwesen und kann kein andres über ihm stehendes dulden. Das unterstellt aber die völlige Entwicklung der Tauschwerthe, also einer ihr entsprechenden Organisation der Gesellschaft. Bei den Alten war nicht der Tauschwerth der nexus rerum; erscheint so nur bei den Handelsvölkern, die aber nur carrying trade hatten und nicht selbst producirten. Wenigstens war das bei den Phöniziern, Carthaginiensern etc Nebensache. Sie konnten ebensogut in den Zwischenräumen der alten Welt leben, wie die Juden in Polen oder im Mittelalter. Vielmehr war diese Welt selbst die Voraussetzung solcher Handelsvölker. Sie gehn auch jedesmal caput, sobald sie in ernsthaften Conflict mit antiken Gemeinwesen gerathen. Bei den Römern, Griechen etc erscheint das Geld erst unbefangen in seinen beiden ersten Bestimmungen als Maaß und Circulationsmittel, in beiden nicht sehr entwickelt. Sobald sich aber entweder ihr Handel etc entwickelt, oder wie bei den Römern die Eroberung ihnen Geld massenhaft ||2| zuführt – kurz, plötzlich auf einer gewissen Stufe ihrer ökonomischen Entwicklung erscheint das Geld nothwendig in seiner 3ten Bestimmung, und je mehr es sich in derselben ausbildet, als Untergang ihres Gemeinwesens. Um productiv zu wirken, muß das Geld in der 3ten Bestimmung wie wir gesehn haben, nicht nur Voraussetzung sondern ebenso sehr Resultat der Circulation sein, und als ihre Voraussetzung selbst ein Moment derselben, ein von ihr geseztes sein. Bei den Römern, z. B., wo es aus der ganzen Welt zusammengestohlen war, war dieß nicht der Fall. Es liegt in der einfachen Bestimmung des Geldes selbst, daß es als entwickeltes Moment der Production nur da existiren kann, wo die Lohnarbeit existirt; daß es also da auch, so weit entfernt die Gesellschaftsform aufzulösen, vielmehr eine Bedingung ihrer Entwicklung und ein Triebrad zur Entwicklung aller Productivkräfte, materieller und geistiger ist. Ein einzelnes Individuum kann heute noch zufällig zu Geld kommen und sein Besitz kann daher ebenso auflösend auf es wirken, als es auf die Gemeinwesen der alten wirkte. Aber die Auflösung dieses Individuums in der modernen Gesellschaft ist selbst nur die Bereicherung des productiven Theils derselben. Der Geldbesitzer im antiken Sinn wird aufgelöst von dem industriellen Process, dem er wider Wissen und Wollen dient. Die Auflösung betrifft nur seine Person. Als materieller Repräsentant des allgemeinen Reichthums, als der individualisirte Tauschwerth, muß das Geld unmittelbar Gegenstand, Zweck und Product der allgemeinen Arbeit, der Arbeit aller Einzelnen sein. Die Arbeit muß unmittelbar den Tauschwerth, d. h. Geld produciren. Sie muß daher Lohnarbeit sein. Die Bereicherungssucht, so als der Trieb aller, indem jeder Geld produciren will, schafft er den allgemeinen Reichthum. Die allgemeine Bereicherungssucht kann nur so die Quelle des allgemeinen, sich stets von neuem erzeugenden Reichthums werden. Indem die Arbeit Lohnarbeit, ihr Zweck unmittelbar Geld ist, ist der allgemeine Reichthum gesezt als ihr Zweck und Gegenstand. (Ueber den Zusammen- hang des antiken Heerwesens, sobald es Söldnerwesen wird, in dieser Beziehung zu sprechen.) Das Geld als Zweck wird hier Mittel der allgemeinen Arbeitsamkeit. Der allgemeine Reichthum wird producirt, um sich seines Repräsentanten zu bemächtigen. So werden die wirklichen Quellen des Reichthums eröffnet. Indem der Zweck der Arbeit nicht ein besondres Product ist, das in einem besondren Verhältnisse zu den besondren Bedürfnissen des Individuums steht, sondern Geld, der Reichthum in seiner allgemeinen Form, hat erstens die Arbeitsamkeit des Individuums keine Grenze; sie ist gleichgültig gegen ihre Besonderheit und nimmt jede Form an, die zum Zweck dient; sie ist erfinderisch im Schaffen neuer Gegenstände für das gesellschaftliche Bedürfniß etc. Es ist also klar, daß mit der Lohnarbeit als Grundlage das Geld nicht auflösend, sondern producirend wirkt; während das antike Gemeinwesen schon an sich mit der Lohnarbeit als allgemeiner Grundlage im Widerspruch steht. Allgemeine Industrie ist nur möglich, wo jede Arbeit den allgemeinen Reichthum, nicht eine bestimmte Form desselben producirt; wo also auch der Lohn des Individuums Geld ist. Sonst sind nur besondre Formen des Kunstfleisses möglich. Der Tauschwerth als unmittelbares Product der Arbeit ist Geld als ihr unmittelbares Product. Die unmittelbare Arbeit, die den Tauschwerth als solchen producirt, ist daher Lohnarbeit. Wo das Geld nicht selbst das Gemeinwesen, muß es das Gemeinwesen auflösen. Der Antike konnte unmittelbar Arbeit kaufen, einen Sklaven; aber der Sklave konnte mit seiner Arbeit nicht Geld kaufen. Die Vermehrung des Geldes konnte die Sklaven theurer, aber nicht ihre Arbeit productiver machen. Die Negersklaverei – eine rein industrielle Sklaverei – die ohnehin mit der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft verschwindet und unverträglich ist, unterstellt sie und wenn nicht andre freie Staaten mit Lohnarbeit neben ihr existirten, sondern sie isolirt, würden sich sofort alle Gesellschaftszustände in den Negerstaaten in vor-civilisirte Formen umwandeln.
Das Geld als individualisirter Tauschwerth und damit incarnirter Reichthum ist gesucht worden in der Alchymie; es figurirt in dieser Bestimmung im Monetarsystem. Die Vorepoche der Entwicklung der modernen industriellen Gesellschaft wird eröffnet mit der allgemeinen Geldgier, sowohl der Individuen, als der Staaten. Die wirkliche Entwicklung der Reichthumsquellen geht gleichsam hinter ihrem Rücken vor, als Mittel um des Repräsentanten des Reichthums habhaft zu werden. Wo es nicht aus der Circulation hervorgeht, wie in Spanien, sondern leibhaft gefunden wird, verarmt die Nation, während die Nationen, die arbeiten müssen, um es den Spaniern abzunehmen, die Quellen des Reichthums entwickeln, und sich wirklich bereichern. Das Auffinden, Entdecken von Gold in neuen Welttheilen, Ländern, spielt daher so grosse Rolle in der Geschichte der Revolution, weil hier Colonisation improvisirt wird, Treibhausmässig vor sich geht. Das Jagen nach Gold in allen Ländern, führt zu ihrer Entdeckung; zu neuer Staatenbildung; zunächst zur Erweiterung der in die Circulation kommenden und zu neuen Bedürfnissen [führenden] und entfernte Welttheile in den Process des Austauschs und Stoffwechsels ziehenden Waaren. Nach dieser Seite hin war es daher auch als allgemeiner Repräsentant des Reichthums, als individualisirter Tauschwerth, ein doppeltes Mittel den Reichthum zur Universalität zu erweitern, und die Dimensionen des Austauschs über die ganze Erde zu ziehn; die wirkliche Allgemeinheit des Tauschwerths dem Stoff, und dem Raum nach erst zu schaffen. Es liegt aber in der Bestimmung, in der es hier entwickelt ist, daß die Illusion über seine Natur, d. h. das Festhalten einer seiner Bestimmungen in ihrer Abstraction, und mit Hinwegsehn der in derselben enthaltnen Widersprüche, ihm diese wirklich magische Bedeutung giebt, hinter dem Rücken der Individuen. Es wird in der That durch diese sich selbst widersprechende und daher illusorische Bestimmung, durch diese seine Abstraction, ein so enormes ||3| Instrument in der wirklichen Entwicklung der gesellschaftlichen Productivkräfte.
Die elementare Voraussetzung der bürgerlichen Gesellschaft ist, daß die Arbeit unmittelbar den Tauschwerth producirt, also Geld; und daß dann ebenso Geld unmittelbar die Arbeit kauft, den Arbeiter daher nur, sofern er selbst seine Thätigkeit im Austausch veräussert. Lohnarbeit nach der ersten Seite, Capital nach der 2ten sind also nur andre Formen des entwickelten Tauschwerths und des Geldes als seiner Incarnation. Das Geld ist damit unmittelbar zugleich das reale Gemeinwesen, insofern es die allgemeine Substanz des Bestehns für alle ist, und zugleich das gemeinschaftliche Product aller. Im Geld ist aber, wie wir gesehn haben, das Gemeinwesen zugleich blose Abstraction, blose äusserliche, zufällige Sache für den Einzelnen, und zugleich blos Mittel seiner Befriedigung als eines isolirten Einzelnen. Das antike Gemeinwesen unterstellt eine ganz andre Beziehung des Individuums für sich. Die Entwicklung des Geldes in seiner 3t Bestimmung bricht es also. Jede Production ist eine Vergegenständlichung des Individuums. Aber im Geld (Tauschwerth) ist die Vergegenständlichung des Individuums nicht die seiner in seiner Natürlichen Bestimmtheit, sondern seiner als in einer gesellschaftlichen Bestimmung (Verhältniß) gesezt, die ihm zugleich äusserlich ist.
Das Geld gesezt in der Form des Circulationsmittels ist Münze. Als Münze hat es seinen Gebrauchswerth selbst verloren; sein Gebrauchswerth fällt zusammen mit seiner Bestimmung als Circulationsmittel. Es muß z. B. erst umgeschmolzen werden um als Geld als solches dienen zu können. Es muß demonetisirt werden. Darum ist es in der Münze auch nur Zeichen und gleichgültig gegen sein Material. Aber als Münze verliert es auch seinen universellen Charakter, nimmt einen nationalen, localen an. Es zerfällt in Münze von verschiednen Sorten, je nach dem Material, woraus es besteht, Gold, Kupfer, Silber etc. Es erhält einen politischen Titel, und spricht so zu sagen eine verschiedne Sprache in den verschiednen Ländern. Endlich in demselben Land erhält es verschiedne Denominationen etc. Das Geld in der 3ten Bestimmung als selbstständig aus der Circulation heraus- und ihr gegenübertretend, negirt daher auch seinen Character als Münze. Es erscheint wieder als Gold und Silber, ob es in sie umgeschmolzen wird, oder nur nach seinem Gewichttheil von Gold und Silber geschäzt wird. Es verliert auch wieder seinen nationalen Charakter, und dient als Tauschmittel zwischen den Nationen, als universelles Tauschmittel, aber nicht mehr als Zeichen, sondern als ein bestimmtes Quantum von Gold und Silber. In dem entwickeltsten internationalen Austauschsystem daher erscheint das Gold und Silber ganz wieder in der Form, wie es im ursprünglichen Tauschhandel schon eine Rolle spielt. Das Gold und Silber, wie der Austausch selbst, erscheinen, wie schon bemerkt, ursprünglich nicht innerhalb des Kreises eines gesellschaftlichen Gemeinwesens, sondern da, wo es aufhört, an seiner Grenze; an den wenig zahlreichen Punkten seines Contacts mit fremden Gemeinwesen. Es erscheint jezt so gesezt als die Waare als solche, die universelle Waare, die an allen Orten ihren Charakter als Waare erhält. Es gilt dieser Formbestimmung nach gleichmässig an allen Orten. Nur so ist es der materielle Repräsentant des allgemeinen Reichthums. Im Mercantilsystem gilt das Gold und Silber daher als Maaß der Macht der verschiednen Gemeinwesen. „Sobald die precious metals objects of commerce werden, an universal equivalent for everything, werden sie auch measure of power between nations. Daher das Mercantilsystem.“ (Steuart.) So sehr nun die Modernen Oekonomen sich über das Mercantilsystem hinaus dünken, so tritt in Perioden allgemeiner Crisen Gold und Silber ganz in dieser Bestimmung auf im Jahre 1857 so gut, wie 1600. In diesem Charakter [spielen] Gold und Silber wichtige Rolle in der Schöpfung des Weltmarkts. So die Circulation des americanischen Silbers vom Westen nach Osten; das metallne Band zwischen America und Europa auf der einen, mit Asien auf der andren Seite seit Beginn der modernen Epoche. Bei den ursprünglichen Gemeinwesen dieser Handel mit Gold und Silber nur nebenherspielend, auf den Ueberfluß sich beziehend, wie der ganze Austausch. Aber im entwickelten Handel als ein Moment gesezt, das wesentlich mit der ganzen Production etc zusammenhängt. Es erscheint nicht mehr für den Austausch des Ueberflusses, sondern als Saldirung des Ueberschusses im Gesammtprocess des internationalen Waarenaustauschs. Es ist jezt Münze nur noch als Weltmünze. Als solche aber ist es wesentlich gegen seine Formbestimmung als Circulationsmittel gleichgültig, während sein Material alles ist. Als Form bleibt in dieser Bestimmung das Gold und Silber als die aller Orten zugängliche Waare, die Waare als solche.
(In diesem ersten Abschnitt, wo Tauschwerthe, Geld, Preisse betrachtet werden, erscheinen die Waaren immer als vorhanden. Die Formbestimmung einfach. Wir wissen, daß sie Bestimmungen der gesellschaftlichen Production ausdrücken, aber diese selbst ist Voraussetzung. Aber sie sind nicht gesezt in dieser Bestimmung. Und so in der That erscheint der erste Austausch als Austausch des Ueberflusses nur, der nicht das Ganze der Production ergreift und bestimmt. Es ist der vorhandne Ueberschuß einer Gesammtproduction, die ausserhalb der Welt der Tauschwerthe liegt. So auch noch in der entwickelten Gesellschaft tritt dieß an der Oberfläche als unmittelbar vorhandne Waarenwelt hervor. Durch sich selbst weist sie aber über sich hinaus, auf die ökonomischen Verhältnisse, die als Pro- ductionsverhältnisse gesezt sind. Die innere Gliedrung der Production bildet daher den 2ten Abschnitt, die Zusammenfassung im Staat den 3ten, das internationale Verhältniß den 4ten, der Weltmarkt den Abschluß, worin die Production als Totalität gesezt ist und ebenso jedes ihrer Momente; worin aber zugleich alle Widersprüche zum Process kommen. Der Weltmarkt bildet dann wieder ebenso die Voraussetzung des Ganzen und seinen Träger. Die Crisen sind dann das allgemeine Hinausweisen über die Voraussetzung, und das Drängen zur Annahme einer neuen geschichtlichen Gestalt.)
„The quantity of goods and the quantity of money may remain the same, and prices may rise or fall notwithstanding“ (nämlich durch größre expenditure z. B. der monied capitalists, Grundrentner, Staatsbeamten etc. Malthus. X, 43).|
|4| Das Geld, wie wir gesehn haben, als selbstständig aus der Circulation heraus- und ihr gegenübertretend, ist die Negation (negative Einheit) seiner Bestimmung als Circulationsmittel und Maaß. Wir haben bereits entwickelt:
❲So weit das Geld Circulationsmittel ist, kann „die Quantität desselben, die circulirt nie individuell angewandt werden; sie muß immer circuliren“. (Storch.) Das Individuum kann das Geld nur brauchen, indem es sich seiner entäussert, es als Sein für andres sezt, in seiner gesellschaftlichen Bestimmung. Dieß, wie Storch, richtig bemerkt, ist ein Grund, warum die Materie des Geldes „nicht unentbehrlich zur Existenz des Menschen sein darf“, wie z. B. Häute, Salz etc, die bei manchen Völkern als Geld dienen. Denn die in Circulation befindliche Quantität desselben ist der Consumtion verloren. Daher [haben] erstens Metalle überhaupt den Vorzug vor andren Waaren als Geld, und 2tens wieder die edlen Metalle vor denen, die als Productionsinstrumente nützlich. Es ist charakteristisch für die Oekonomen, daß Storch dieß so ausdrückt: die Materie des Geldes müsse „direkten Werth haben, aber gegründet auf ein besoin factice“. Besoin factice nennt der Oekonom erstens die besoins, die aus dem gesellschaftlichen Dasein des Individuums hervorgehn; zweitens die, die nicht aus seiner nackten Existenz als Naturgegenstand fliessen. Dieß zeigt die innerliche verzweifelte Armuth, die die Grundlage des bürgerlichen Reichthums und seiner Wissenschaft bildet.❳
Erstens. Das Geld ist die Negation des Circulationsmittels als solches, der Münze. Aber es enthält sie zugleich als seine Bestimmung, negativ, indem es beständig in Münze umgewandelt werden kann; positiv als Weltmünze; aber als solche ist es gleichgültig gegen die Formbestimmung, und wesentlich Waare als solche, allgegenwärtige Waare, nicht durch den Ort bestimmte. Diese Gleichgültigkeit drückt sich doppelt aus: Einmal darin, daß es jezt nur als Gold und Silber Geld ist, nicht als Zeichen, nicht mit der Form der Münze. Daher hat die façon, die der Staat dem Geld in der Münze giebt, keinen Werth, sondern nur sein Metallgehalt. Selbst im innren Handel hat es nur temporären Werth, localen, „weil es nicht nützlicher dem der es besizt, als dem der die zu kaufenden Waaren besizt“. Je mehr der innre Handel vom äussern allseitig bedingt wird, desto mehr verschwindet auch der Werth dieser façon: existirt nicht im Privataustausch, sondern erscheint nur als Steuer. Dann: Als solche allgemeine Waare, als Weltmünze, ist die Rückkehr des Goldes und Silbers zum Ausgangspunkt, überhaupt die Circulation als solche nicht nöthig. Beispiel: Asien und Europa. Daher der Jammer der Anhänger des Monetarsystems, daß das Geld bei den Heiden verschwindet, nicht zurück fließt. (Sieh Misselden a[bout] 1600.) Je mehr die auswärtige Circulation von der innren bedingt und umfaßt wird, geräth die Weltmünze als solche in Circulation (Rotation). Diese höhre Stufe geht uns hier noch nichts an und liegt noch nicht in dem einfachen Verhältniß, das wir hier betrachten.
Zweitens: Das Geld ist die Negation seiner als bloser Realisirung der Preisse der Waaren, wo die besondre Waare immer das Wesentliche bleibt. Es wird vielmehr der in sich selbst realisirte Preiß und als solcher der ma- terielle Repräsentant des Reichthums sowohl als die allgemeine Form des Reichthums gegenüber allen Waaren als nur besondren Substanzen desselben; aber
Drittens: Ist das Geld auch negirt in der Bestimmung, wo es nur das Maaß der Tauschwerthe ist. Als allgemeine Form des Reichthums und als sein materieller Repräsentant ist es nicht mehr das ideelle Maaß von andrem, von Tauschwerthen. Denn es ist selbst die adaequate Wirklichkeit des Tauschwerths und es ist diese in seinem metallischen Dasein. Die Maaßbestimmung muß hier an ihm selbst gesezt werden. Es ist seine eigne Einheit und das Maaß seines Werths, das Maaß seiner als Reichthum, als Tauschwerth, ist die Quantität die es von sich selbst darstellt. Die Anzahl eines Quantums seiner selbst, das als Einheit dient. Als Maaß war seine Anzahl gleichgültig; als Circulationsmittel war seine Materialität, die Materie der Einheit gleichgültig; als Geld in dieser 3t Bestimmung ist die Anzahl seiner selbst als eines bestimmten materiellen Quantums wesentlich. Seine Qualität als allgemeiner Reichthum vorausgesezt, ist kein Unterschied mehr an ihm, als der quantitative. Es stellt mehr oder weniger des allgemeinen Reichthums dar, je nachdem es nun als bestimmtes Quantum desselben in größrer oder geringrer Anzahl besessen wird. Wenn es der allgemeine Reichthum ist, so ist einer um so reicher, je mehr er davon besizt, und der einzige wichtige Process ist das Anhäufen desselben, sowohl für das einzelne Individuum, als für Nationen. Seiner Bestimmung nach trat es hier als aus der Circulation heraustretend auf. Jezt erscheint dieß Herausziehn desselben aus der Circulation und Aufspeichern desselben als der wesentliche Gegenstand des Bereicherungstriebs und als der wesentliche Prozeß des Bereicherns. Im Gold und Silber besitze ich den allgemeinen Reichthum in seiner gediegnen Form und je mehr ich davon anhäufe, um so mehr eigne ich mir von dem allgemeinen Reichthum an. Wenn Gold und Silber den allgemeinen Reichthum repräsentiren, so, als bestimmte Quantitäten, repräsentiren sie ihn nur im bestimmten Grade, der der Erweiterung ins Unbestimmte fähig ist. Diese Accumulation des Goldes und Silbers, die sich als wiederholtes Entziehn desselben aus der Circulation darstellt, ist zugleich das In-Sicherheit-Bringen des allgemeinen Reichthums gegen die Circulation, worin er stets verloren geht im Austausch zu einem besondren, schließlich in der Consumtion verschwindenden Reichthum.
Bei allen alten Völkern erscheint das Aufhäufen von Gold und Silber ursprünglich als priesterliches und königliches Privilegium, da der Gott und König der Waaren nur den Göttern und Königen zukommt. Nur sie verdienen den Reichthum als solchen zu besitzen. Dieß Aufhäufen dann einerseits nur als zur Schaustellung des Ueberflusses, d. h. des Reichthums als einer extraordinären, sonntäglichen Sache; zum Geschenk für Tempel und ihre Götter; zu öffentlichen Kunstgegenständen; endlich als gesichertes Mittel für den Fall ausserordentlicher Noth, zum Waffenankauf etc. Das Aufhäufen wird später bei den Alten Politik. Der Staatsschatz als Reservefonds, und der Tempel sind die ursprünglichen Banken, worin dieß Allerheiligste conservirt wird. Das Aufhäufen und Aufspeichern [erreicht] seine lezte Entwicklung in den modernen Banken; hier aber ||5| mit weiter entwikkelter Bestimmung. Andrerseits bei den Privaten das Aufspeichern als In-Sicherheit-Bringen des Reichthums in seiner gediegnen Form vor den Wechselfällen der äußren Welt, in welcher er vergraben werden kann, etc, kurz in ein ganz geheimes Verhältniß zum Individuum tritt. Dieß noch auf grosser historischer Stufenleiter in Asien. Wiederholt sich bei allen panics, Kriegen etc in der bürgerlichen Gesellschaft, die dann in den barbarischen Zustand zurückfällt. Ebenso das Aufhäufen des Goldes etc als Schmuck und Prunk bei Halbbarbaren. Aber sehr grosser und stets wachsender Theil desselben als Luxusgegenstand der Circulation entzogen in der entwickeltsten bürgerlichen Gesellschaft. (Sieh Jacob etc.) Als Repräsentant des allgemeinen Reichthums ist eben das Behalten desselben, ohne es der Circulation preißzugeben, und es für besondre Bedürfnisse zu verwenden, Beweis des Reichthums der Individuen und im selben Maaß, wie das Geld in seinen verschiednen Bestimmungen sich entwickelt, d. h. der Reichthum als solcher der allgemeine Maaßstab des Werths des Individuums wird, Trieb nach Schaustellung desselben, also display von Gold und Silber als Repräsentanten des Reichthums, ganz wie Herr v. Rothschild als seiner würdiges Wappen, ich glaube zwei Banknoten von 100000 1. jede im Rahmen eingefaßt aushängen hat. Die barbarische Schaustellung von Gold etc nur naivere Form dieser modernen, da sie weniger mit Bezug auf das Gold als Geld geschieht. Hier noch einfacher Glanz desselben. Dort reflectirte Pointe. Die Pointe liegt darauf, daß es nicht als Geld benuzt ist; die gegensätzliche Form zur Circulation ist hier das Wichtige.
Die Accumulation aller andren Waaren weniger ursprünglich als die des Goldes und Silbers: 1) wegen ihrer Vergänglichkeit. Die Metalle stellen an sich das Dauerhafte gegenüber den andren Waaren dar; auch schon [wegen] ihrer größren Seltenheit und exceptionellen Characters als die Productionsinstrumente par excellence mit Vorliebe aufgehäuft. Die edlen Metalle als nicht der Oxydation an der Luft etc ausgesezt, wieder weniger vergänglich als die unedlen Metalle. Was an den andren Waaren vergeht, ist eben ihre Form; aber diese Form giebt ihnen ebenso den Tauschwerth, während ihr Gebrauchswerth im Aufheben dieser Form, der Consumtion besteht. Beim Geld dagegen ist seine Substanz, seine Materialität die Form selbst, in der es den Reichthum repräsentirt. Wenn das Geld als an allen Orten, der Raumbestimmung nach allgemeine Waare erscheint, so jezt auch der Zeitbestimmung nach. Es erhält sich als Reichthum in allen Zeiten. Spezifische Dauer desselben. Es ist der Schatz, den weder die Motten noch der Rost fressen. Alle Waaren sind nur vergängliches Geld; das Geld ist die unvergängliche Waare. Das Geld ist die allgegenwärtige Waare; die Waare nur lokales Geld. Die Accumulation ist aber wesentlich ein in der Zeit vor sich gehender Process. Nach dieser Seite hin sagt Petty:
„Der grosse und schließliche Effekt des Handels ist nicht Reichthum überhaupt, sondern vorzugsweise Ueberfluß von Silber, Gold, und Juwelen, die nicht vergänglich sind, noch so wandelbar wie andre Waaren, sondern Reichthum zu allen Zeiten und an allen Orten. Ueberfluß von Wein, Korn, Gevögel, Fleisch u. s. w. sind Reichthümer aber hic et nunc … So ist das Erzeugen solcher Waaren und das Folgen eines solchen Handels, der ein Land mit Gold und Silber versieht, vor andren vortheilhaft.“ (p.3.) „Ist das Geld durch die Steuer von einem genommen, der es verißt oder vertrinkt, und einem gegeben, der es in Verbeßrung des Landes, in Fischfang, in Bearbeiten von Minen, in Manufacturen oder selbst in Kleidern verwendet, so ist immer für das Gemeinwesen Vortheil vorhanden; denn selbst Kleider sind nicht so vergänglich als Mahlzeiten; wenn in Ausstattung von Häusern, ist der Vortheil ein wenig grösser; im Bauen von Häusern noch mehr; in Verbeßrung von Ländereien, Bearbeiten von Minen, Fischfang mehr noch; am größten von allen, wenn angelegt um Gold und Silber ins Land zu bringen, weil diese Dinge allein nicht vergänglich sind, sondern zu allen Zeiten und allen Orten als Reichthum geschäzt werden.“ (p.5.) So ein Schriftsteller des 17t Jhh. Man sieht wie das Aufhäufen des Goldes und Silbers den wahren stimulus erhielt mit seiner Auffassung als materieller Repräsentant und allgemeine Form des Reichthums. Der Geldcultus hat seinen Ascetismus, seine Entsagung, seine Selbstaufopferung – die Sparsamkeit und Frugalität, das Verachten der weltlichen, zeitlichen und vergänglichen Genüsse; das Nachjagen nach dem ewigen Schatz. Daher der Zusammenhang des englischen Puritanismus oder auch des holländischen Protestantismus mit dem Geldmachen. Ein Schriftsteller am Beginn des 17t Jhh. (Misselden) drückt die Sache ganz unbefangen so aus:
„Die natürliche Materie des Handels ist die Waare, die künstliche ist das Geld. Obgleich das Geld in Natur und Zeit nach der Waare kömmt, ist es, wie es jezt im Gebrauch ist, die Hauptsache geworden. “ Er vergleicht dieß den beiden Söhnen des alten Jacob, der seine rechte Hand auf den Jüngern und die Linke auf den ältern Sohn legte. (p.24.) „Wir consumiren unter uns einen zu grossen Ueberfluß an Weinen aus Spanien, Frankreich, Rhein, Levante, den Inseln: die Rosinen von Spanien, die Corinthen der Levante, die Cambricks von Henault und den Niederlanden, die Seidenzeuge von Italien, den Zucker und Tabak von Westindien, die Gewürze von Ostindien; alles dieß ist nicht nothwendig für uns und doch erkauft mit hartem Gelde … Würde weniger von fremdem und mehr von einheimischem Product verkauft, so müßte der Ueberschuß in der Form von Gold und Silber, als Schatz, zu uns kommen.“ (1.c.) Die modernen Oekonomen machen sich natürlich lustig über dergleichen im allgemeinen Theil der Oekonomie. Wenn aber die Aengstlichkeit in der Lehre vom Geld im Besondren, und die fieberhafte Angst, mit der in der Praxis der Ein- und Abfluß von Gold und Silber in den Zeiten der Crisen bewacht wird, betrachtet wird, so zeigt sich, daß das Geld, in der Bestimmung, worin die Anhänger des Monetär- und Mercantilsystems es mit naiver Einseitigkeit auffaßten, durchaus noch ihr Recht hat, nicht nur in der Vorstellung, sondern als reale ökonomische Categorie.|
|6| Der Gegensatz, der die wirklichen Bedürfnisse der Production, gegen diese Suprematie des Geldes vertritt, am schlagendsten in Boisguillebert. (Sieh die frappanten Stellen in meinem Heft.)
2) Das Aufhäufen andrer Waaren nach einer doppelten Seite, abgesehn von ihrer Vergänglichkeit, wesentlich unterschieden vom Aufhäufen von Gold und Silber, die hier identisch mit Geld sind. Einmal das Aufhäufen andrer Waaren hat nicht den Charakter des Aufhäufens von Reichthum überhaupt, sondern von besondrem Reichthum, und ist daher selbst ein besondrer Productionsakt, wo es mit dem einfachen Aufhäufen nicht gethan ist. Getreide aufzuspeichern erfordert besondre Vorrichtungen etc. Schaafe aufzuhäufen macht nicht zum Hirten; Sklaven oder Land aufhäufen macht Herrschafts- und Knechtschaftsverhältnisse etc nöthig. Alles das erfordert also von dem einfachen Accumuliren, Vermehren als solchem des Reichthums unterschiedne Akte und bestimmte Verhältnisse. Andrerseits, um die aufgehäufte Waare nun als allgemeinen Reichthum zu realisiren, mir den Reichthum in allen seinen besondren Formen anzueignen, muß ich Handel treiben mit der besondren Waare, die ich angehäuft habe, Kornhändler, Viehhändler etc. Dessen überhebt mich das Geld als allgemeiner Repräsentant des Reichthums.
Die Accumulation von Gold und Silber, von Geld, ist die erste historische Erscheinung des Ansammelns von Capital und das erste grosse Mittel desselben; aber als solches ist sie noch nicht Accumulation von Capital. Dazu müßte das Wiedereingehn des Accumulirten in die Circulation selbst als Moment und Mittel des Aufhäufens gesezt sein.
Das Geld in seiner lezten, vollendeten Bestimmung erscheint nun nach allen Seiten als ein Widerspruch, der sich selbst auflöst; zu seiner eignenAuflösung treibt. Als allgemeine Form des Reichthums steht ihm die ganze Welt der wirklichen Reichthümer gegenüber. Es ist die reine Abstraction derselben, – daher so festgehalten blose Einbildung. Wo der Reichthum in ganz materieller, handgreiflicher Form als solcher zu existiren scheint, hat er seine Existenz blos in meinem Kopf, ist ein reines Hirngespinst. Midas. Andrerseits als materieller Repräsentant des allgemeinen Reichthums wird es blos verwirklicht, indem es wieder in Circulation geworfen, gegen die einzelnen besondren Weisen des Reichthums verschwindet. In der Circulation bleibt es als Circulationsmittel; aber für das aufhäufende Individuum geht es verloren und dieß Verschwinden ist die einzig mögliche Weise es als Reichthum zu versichern. Die Auflösung des Aufgespeicherten in einzelnen Genüssen ist seine Verwirklichung. Es kann nun wieder von andren Einzelnen aufgespeichert werden, aber dann fängt derselbe Prozeß von neuem an. Ich kann sein Sein für mich nur wirklich setzen, indem ich es als bloses Sein für andre hingebe. Will ich es festhalten, so verdunstet es unter der Hand in ein bloses Gespenst des wirklichen Reichthums. Ferner: Das Vermehren desselben durch seine Aufhäufung, daß seine eigne Quantität das Maaß seines Werths ist, zeigt sich wieder als falsch. Wenn die andren Reichthümer sich nicht aufhäufen, so verliert es selbst seinen Werth in dem Maaß in dem es aufgehäuft wird. Was als seine Vermehrung erscheint, ist in der That seine Abnahme. Seine Selbstständigkeit ist nur Schein; seine Unabhängigkeit von der Circulation besteht nur in Rücksicht auf sie, als Abhängigkeit von ihr. Es giebt vor allgemeine Waare zu sein, aber ihrer Natürlichen Besonderheit wegen, ist es wieder eine besondre Waare, deren Werth sowohl von Nachfrage und Zufuhr abhängt, als er wechselt mit seinen spezifischen Productionskosten. Und da es selbst in Gold und Silber sich incarnirt, wird es in jeder wirklichen Form einseitig; so daß wenn das eine als Geld das andre als besondre Waare und vice versa erscheint und so jedes in beiden Bestimmungen erscheint. Als der absolut Sichre, ganz von meiner Individualität unabhängige Reichthum, ist es zugleich als das mir ganz äusserliche, das Absolut Unsichre, das durch jeden Zufall von mir getrennt werden kann. Ebenso die ganz widersprechenden Bestimmungen desselben als Maaß, Circulationsmittel, und Geld als solches. Endlich in der lezten Bestimmung widerspricht es sich noch, weil es den Werth als solchen repräsentiren soll; in der That aber nur ein identisches Quantum von veränderlichem Werth repräsentirt. Es hebt sich daher auf als vollendeter Tauschwerth.
Als bloses Maaß ist es schon negirt in sich als Circulationsmittel; als Circulationsmittel und Maaß in sich als Geld. Die Negation seiner in der lezten Bestimmung ist also zugleich die in den beiden frühern. Als blos all- gemeine Form des Reichthums negirt muß es also sich verwirklichen in den besondren Substanzen des wirklichen Reichthums; aber indem es so sich wirklich bewährt als materieller Repräsentant der Totalität des Reichthums, muß es zugleich sich erhalten als die allgemeine Form. Sein Eingehn in die Circulation muß selbst ein Moment seines Beisichbleibens, und sein Beisichbleiben ein Eingehn in die Circulation sein. D. h. als realisirter Tauschwerth muß es zugleich als Process gesezt sein, worin sich der Tauschwerth realisirt. Es ist zugleich die Negation seiner als einer rein dinglichen Form, den Individuen gegenüber äusserlichen und zufälligen Form des Reichthums. Es muß vielmehr als die Production des Reichthums erscheinen, und dieser als Resultat der Beziehungen der Individuen auf einander in der Production. Der Tauschwerth ist jezt also bestimmt als Process, nicht mehr als einfaches Ding, für das die Circulation nur eine äusserliche Bewegung ist, oder das als Individuum in einer besondren Materie existirt; als Verhalten zu sich selbst durch den Process der Circulation. Andrerseits ist die Circulation selbst nicht mehr blos als der einfache Process des Austauschs von Waaren gegen Geld und von Geld gegen Waaren, nicht mehr blos als die vermittelnde Bewegung, um die Preisse der verschiednen Waaren zu realisiren, als Tauschwerthe gegen einander gleichzusetzen, wo beides ausserhalb der Circulation erscheint: der vorausgesezte Tauschwerth, die schließliche Entziehung der Waare in die Consumtion, also das Vernichten des Tauschwerths einerseits, und das Entziehn des Geldes, seine Verselbstständigung gegen seine Substanz, was wieder eine andre Form seiner Vernichtung ist. Der Tauschwerth selbst, und jezt nicht mehr der ||7| Tauschwerth im Allgemeinen, sondern der gemeßne, muß als Voraussetzung selbst als von der Circulation gesezt, und als von ihr gesezt ihr vorausgesezt erscheinen. Der Process der Circulation muß ebenso als Prozeß der Production der Tauschwerthe erscheinen. Es ist also einerseits das Rückgehn des Tauschwerths in die Arbeit, andrerseits des Gelds in den Tauschwerth; der aber jezt in einer vertieften Bestimmung gesezt ist. Bei der Circulation ist der bestimmte Preiß vorausgesezt und sie als Geld sezt ihn nur formell. Die Bestimmtheit des Tauschwerths selbst, oder das Maaß des Preisses muß jezt selbst als Akt der Circulation erscheinen. So gesezt ist der Tauschwerth das Capital und die Circulation zugleich als Akt der Production gesezt.
Nachzuholen: In der Circulation, wie sie als Geldcirculation erschien, ist die Gleichzeitigkeit beider Pole des Austauschs stets vorausgesezt. Aber es kann Zeitdifferenz zwischen dem Dasein der auszutauschenden Waaren eintreten. Es kann in der Natur der wechselseitigen Leistungen liegen, daß die Leistung heute geschieht, aber die Gegenleistung erst über ein Jahr geschehn kann etc. „Bei der Mehrzahl der Contracte“, sagt Senior „hat nur eine der contrahirenden Partheien die Sache disponibel und leiht sie; und wenn der Austausch stattfinden soll muß man sie sogleich cediren unter der Bedingung das Equivalent erst in einer spätren Epoche zu erhalten. Da nun der Werth aller Dinge in einem bestimmten Zeitraum wechselt, so nimmt man als Zahlungsmittel die Sache, deren Werth am wenigsten wechselt, die am längsten eine gegebne Durchschnittsfähigkeit Sachen zu kaufen erhält. So wird das Geld Ausdruck oder Repräsentant des Werths.“ Danach hinge die leztre Bestimmung des Geldes gar nicht mit seiner frühern zusammen. Sie ist aber falsch. Erst wenn das Geld als selbstständiger Repräsentant des Werths gesezt ist, werden die Contracte z.B. nicht mehr in Getreidequantis oder in zu leistenden Diensten abgeschäzt. (Leztres z.B. im Lehnswesen durchgängig.) Es ist eine Reflection des Herrn Senior, daß das Geld eine „längre Durchschnittsfähigkeit“ seinen Werth zu behaupten besizt. The fact ist daß es als allgemeines Material der Contracte (allgemeine Waare der Contracte sagt Bailey) genommen ist als (allgemeine Waare, Repräsentant des allgemeinen Reichthums (sagt Storch), verselbstständigter Tauschwerth. Das Geld muß in seinen 2 ersten Bestimmungen schon sehr entwickelt sein, um in der 3ten in dieser Rolle allgemein aufzutreten. Nun zeigt es sich in der That, daß obgleich die Quantität des Geldes uniform dieselbe bleibt, sein Werth wechselt; daß es überhaupt als bestimmtes Quantum der Veränderlichkeit aller Werthe unterworfen ist. Hier macht sich seine Natur als besondre Waare gegen seine allgemeine Bestimmung geltend. Als Maaß ist [dem Geld] der Wechsel gleichgültig, denn „ in einem wechselnden Medium können immer 2 verschiedne Beziehungen zu demselben ausgedrückt werden, so gut wie in einem constanten“. Als Circulationsmittel ist er auch gleichgültig, da seine Quantität als solches durch das Maaß gesezt ist. Aber als Geld, wie es in den Contracten erscheint, ist er wesentlich, wie überhaupt in dieser Bestimmung seine Widersprüche hervortreten.
Es ist nun in besondren Abschnitten nachzuholen:
1) Geld als Münze. Dieß sehr summarisch über das Münzwesen. 2) Historisch die Bezugsquellen des Goldes und Silbers. Ihre Entdeckungen etc. Die Geschichte ihrer Production. 3) Ursachen der variations im Werth der edlen Metalle und daher des Metallgeldes; Wirkungen dieses Wechsels auf Industrie und die verschiednen Klassen. 4) Vor allem: Quantity der Circulation mit Bezug auf Steigen und Fallen der Preisse. (16t Jhh. 19t Jhh.) Dabei aber auch zu sehn wie es als Maaß afficirt wird durch steigende Quantity etc. 5) Ueber die Circulation: Geschwindigkeit, nöthiges Quantum, Wirkung der Circulation; mehr, minder entwickelte etc. 6) Auflösende Wirkung des Geldes.
(Dieß nachzuholen.) (Hierin die spezifisch ökonomischen Untersuchungen.)
(Die spezifische Schwere des Goldes und Silbers, viel Gewicht in einem relativ schmalen Volumen zu enthalten, as compared with other metals, wiederholt sich in der Welt der Werthe so, daß es grossen Werth (Arbeitszeit) in verhältnißmässig schmalem Volumen enthält. Die in ihm realisirte Arbeitszeit, Tauschwerth, ist das spezifische Gewicht der Waare. Dieß macht die edlen Metalle besonders geeignet zum Dienst der Circulation (da man bedeutende Portion Werth in der Tasche mit sich tragen kann) und zur Accumulation, da man grossen Werth in schmalem Raum in Sicherheit bringen und aufhäufen kann. Das Gold verwandelt sich dabei [nicht] während der Aufhäufung, wie Eisen, Blei etc. Bleibt, was es ist.)
„Hätte Spanien nie die Minen von Mexiko und Peru besessen, so hätte es nie bedurft des Korns von Polen.“ (Ravenstone.)
„Illi unum consilium habent et virtutem et potestatem suam bestiae tradunt. Et ne quis possit emere aut vendere, nisi qui habet characterem aut nomen bestiae, aut numerum nominis ejus.“ (Apocalypse. Vulgata.) „Die correlativen Quantitäten der Waaren, die man für einander abläßt, constituiren den Preiß der Waare.“ (Storch.) „ Der Preiß ist der degré de la valeur échangeable.“ (1.c.)
Wie wir gesehn haben, ist in der einfachen Circulation als solcher (dem Tauschwerth in seiner Bewegung) die Aktion der Individuen auf einander dem Inhalt nach nur wechselseitige interessirte Befriedigung ihrer Bedürfnisse, der Form nach Austauschen, Setzen als Gleiche (Equivalente), so hier auch das Eigenthum nur noch gesezt als Appropriation des Products der Arbeit durch die Arbeit und des Products fremder Arbeit durch eigne Arbeit, insofern das Product der eignen Arbeit durch fremde Arbeit gekauft wird. Das Eigenthum an fremder Arbeit vermittelt durch das Equivalent der eignen Arbeit. Diese Form des Eigenthums – ganz wie Freiheit und Gleichheit – in diesem einfachen Verhältniß gesezt. In der weitren Entwicklung des Tauschwerths wird sich dieß verwandeln und schließlich zeigen, daß das Privateigenthum an dem Product der eignen Arbeit identisch ist mit der Trennung von Arbeit und Eigenthum; so daß Arbeit = wird fremdes Eigenthum schaffen und Eigenthum fremde Arbeit commandiren.|