[III. Das Kapitel vom Kapital (Fortsetzung)]
[Zweiter Abschnitt: Der Zirkulationsprozeß des Kapitals][Reproduktion und Akkumulation des Kapitals]
/15/ Wir haben nun gesehn, wie durch den Verwerthungsprocess das Capital 1) seinen Werth erhalten hat durch den Austausch selbst (nämlich den mit der lebendigen Arbeit); 2) vermehrt, Surpluswerth geschaffen. Als Resultat dieser Einheit von Productions- und Verwerthungsprocess erscheint nun das Product des Processes, d. h. das Capital selbst, wie es als Product aus dem Processe hervorgeht, dessen Voraussetzung es war – als Product, das Werth ist, oder der Werth selbst erscheint als Product dieses Processes und zwar ein höherer Werth, weil mehr vergegenständlichte Arbeit enthaltend als der, von dem ursprünglich ausgegangen worden. Dieser Werth als solcher ist Geld. Indeß ist dieß nur an sich der Fall; es ist nicht als solches gesezt; was zunächst gesezt ist, vorhanden ist, ist eine Waare von einem bestimmten (ideellen) Preisse, d. h. die nur ideell als eine bestimmte Geldsumme existirt, und die sich erst im Austausch als solche realisiren soll, also erst wieder in den Process der einfachen Circulation eingehn muß, um als Geld gesezt zu werden. Wir kommen daher jezt zur 3tenSeite des Processes, worin das Capital als solches gesezt wird.
3) Genau betrachtet erscheint nämlich der Verwerthungsprocess des Capitals – und das Geld wird nur zu Capital durch den Verwerthungsprocess – zugleich als sein Entwerthungsprocess, its demonetisation. Und zwar nach doppelter Seite hin. Erstens, soweit das Capital nicht die absolute Arbeitszeit vermehrt, sondern die relative nothwendige Arbeitszeit vermindert durch Vermehrung der Productivkraft, reducirt es die Productionskosten seiner selbst – soweit es als bestimmte Summe von Waaren vorausgesezt war, seinen Tauschwerth: Ein Theil des bestehnden Capitals wird beständig entwerthet, durch Verminderung der Productionskosten, zu denen es re- producirt werden kann; nicht Verminderung der Arbeit die in ihm vergegenständlicht ist, sondern der lebendigen Arbeit, die nun nöthig ist, um sich in diesem bestimmten Product zu vergegenständlichen. Diese beständige | |16| Entwerthung des bestehenden Capitals gehört nicht hierher; da sie schon das Capital fertig voraussezt. Sie ist hier nur zu notiren, um anzudeuten, wie das Spätere schon im allgemeinen Begriff des Capitals enthalten. Gehört in die Lehre von der Concentration und Concurrenz der Capitalien. – Die Ent- werthung, um die es sich hier handelt, ist die, daß das Capital aus der Form von Geld in die einer Waare übergegangen ist, eines Products, das einen bestimmten Preiß hat, der realisirt werden soll. Als Geld existirte es als Werth. Jezt existirt es als Product, und nur ideell als Preiß; aber nicht als Werth als solcher. Um sich zu verwerthen, i. e. als Werth zu erhalten und zu vervielfältigen, müßte es erst aus der Form von Geld übergehn in die von Gebrauchswerthen (Rohmaterial – Instrument – Arbeitslohn); dadurch aber verlöre es die Form als Werth; und muß nun von neuem in die Circulation treten, um diese Form des allgemeinen Reichthums von neuem zu setzen. Es ist jezt nicht mehr einfach als Austauschender, daß der Capitalist in den Circulationsprozeß tritt sondern als Producent gegenüber den andren Austauschenden als Consumenten. Sie sollen Geld austauschen, um seine Waare für ihre Consumtion zu erhalten, während er sein Product austauscht, um ihr Geld zu erhalten. Gesezt dieser Process scheitre – und durch die blose Trennung ist die Möglichkeit dieses Scheiterns im einzelnen Fall gegeben – so hat sich das Geld des Capitalisten in ein werthloses Product verwandelt und nicht nur keinen neuen Werth gewonnen, sondern seinen ursprünglichen verloren. Dieß mag aber der Fall sein oder nicht – jedenfalls bildet die Entwerthung ein Moment des Verwerthungsprocesses; was schon einfach darin liegt, daß das Product des Processes in seiner unmittelbaren Form nicht Werth ist, sondern erst von neuem in die Circulation eintreten muß, um als solcher realisirt zu werden. Wenn also durch den Productionsprocess das Capital als Werth und Neuwerth reproducirt ist, so zugleich als Nichtwerth gesezt, als erst zu verwerthend durch den Austausch. Die 3 Processe, deren Einheit das Capital bildet, sind äusserliche, Zeit und Raum nach ausser einander liegend. Als solcher ist der Uebergang aus dem einen in den andern, d. h. ihre Einheit in Bezug auf die einzelnen Capitalisten betrachtet zufällig. Sie existiren unabhängig neben einander trotz ihrer innern Einheit und jeder als Voraussetzung des andern. Im Grossen und Ganzen muß diese sich bewähren, soweit das Ganze der Production auf dem Capital beruht, also es die nothwendigen Momente seiner Selbstgestaltung alle realisiren muß und die Bedingungen für die Verwirklichung derselben enthalten. Auf dem Punkt, zu dem wir bis jezt noch gekommen, erscheint das Capital noch nicht als die Circulation (den Austausch) selbst bedingend, sondern blos als Moment derselben, und grade aufhörend Capital zu sein in dem Augenblick, worin es in sie eingeht. Als Waare überhaupt theilt das Capital jezt das Schicksal der Waare; es wird zufällig ob sie ausgetauscht wird oder nicht gegen Geld; ob ihr Preiß realisirt wird oder nicht realisirt wird.
Im Productionsprocess selbst – wo das Capital fortwährend als Werth vorausgesezt blieb – erschien seine Verwerthung gänzlich abhängig nur vom Verhältniß seiner als vergegenständlichter Arbeit zur lebendigen Arbeit; d. h. vom Verhältniß des Capitals zur Lohnarbeit. Aber jezt als Product, als Waare erscheint es abhängig von der Circulation, die ausserhalb dieses Processes liegt. (In der That, wie wir gesehn haben in ihn als ihren Grund zurückgeht, aber ebenso sehr aus ihm wieder hervorgeht.) Als Waare muß es 1) Gebrauchswerth und als solcher Gegenstand des Bedürfnisses, Object der Consumtion sein; 2) gegen sein Equivalent – in Geld – umgetauscht werden. Im Verkauf kann sich erst der Neuwerth realisiren.
Wenn es früher vergegenständlichte Arbeit zum Preiß von 100 Th. enthielt und jezt zum Preiß von 110 (der Preiß nur in Geld das Maaß der vergegenständlichten Arbeit ausdrückend), so muß sich dieß herausstellen dadurch, daß sich die nun in der producirten Waare enthaltne austauscht gegen 110 Th. Zunächst ist das Product so weit entwerthet, insofern es überhaupt ausgetauscht werden muß gegen Geld, um seine Form als Werth wieder zu erhalten.
Innerhalb des Productionsprocesses erschien die Verwerthung gänzlich identisch mit der Production von Surplusarbeit (der Vergegenständlichung von Surpluszeit), und daher ohne weitre Grenzen als die, die innerhalb dieses Processes selbst theils vorausgesezt, theils gesezt werden; die aber immer so als zu überwältigende Schranken in ihm gesezt sind. Jezt erscheinen Schranken desselben, die ausserhalb desselben liegen. Zunächst, ganz oberflächlich betrachtet, ist die Waare nur Tauschwerth, insofern sie zugleich Gebrauchswerth, d. h. Objekt der Consumtion ist (hier noch ganz gleichgültig, welcher Art von Consumtion); sie hört auf Tauschwerth zu sein, wenn sie aufhört Gebrauchswerth zu sein (da sie noch nicht wieder als Geld existirt, sondern in bestimmter mit ihrer natürlichen Qualität zusammenfallenden Daseinsweise). Ihre erste Schranke ist also die Consumtion selbst – das Bedürfniß für sie. (Von einem nicht zahlungsfähigen Bedürfniß, d. h. einem Bedürfniß nach einer Waare, das nicht selbst eine Waare oder Geld im Austausch zu geben ||17| hätte, kann nach den bisherigen Voraussetzungen noch in keiner Weise die Rede sein.) Zweitens aber muß ein Equivalent für sie vorhanden sein und da ursprünglich die Circulation als feste Grösse vorausgesezt war – als von einem bestimmten Umfang –, andrerseits aber das Capital im Productionsprocess einen Neuwerth geschaffen hat, scheint für diesen in der That kein Equivalent vorhanden sein zu können. Indem also das Capital aus dem Productionsprocess heraus- und wieder in die Circulation hereintritt erscheint es a) als Production eine Schranke an der vorhandnen Grösse der Consumtion zu finden – oder der Consumtions- fähigkeit. Als ein bestimmter Gebrauchswerth ist seine Quantität bis zu einem gewissen Punkt gleichgültig; allein auf einem bestimmten Grade – da es nur ein bestimmtes Bedürfniß befriedigt – hört es auf für die Consumtion erheischt zu sein. Als bestimmter, einseitiger, qualitativer Gebrauchswerth, z. B. Getreide, ist seine Quantität selbst nur bis zu einem gewissen Grade gleichgültig; ist es nur in bestimmter Quantität erheischt; d. h. in einem gewissen Maaß. Dieß Maaß aber ist gegeben theils durch die Qualität seiner als Gebrauchswerth – seine spezifische Nützlichkeit, Verwendbarkeit –, theils die Anzahl der Austauschenden, die ein Bedürfniß haben nach dieser bestimmten Consumtion. Zahl der Consumenten × mit der Grösse ihres Bedürfnisses für dieses spezifische Product. Der Gebrauchswerth an sich hat nicht die Maaßlosigkeit des Werths als solchen. Nur bis zu einem gewissen Grade können gewisse Gegenstände consumirt werden und sind sie Gegenstände des Bedürfnisses. Z. B. Es wird nur bestimmte Quantum Getreide verzehrt etc. Als Gebrauchswerth hat daher das Product in sich selbst eine Schranke – eben die Schranke des Bedürfnisses danach –, die aber nicht am Bedürfniß des Producenten, sondern dem Gesammtbedürfniß der Austauschenden nun gemessen wird. Wo der Bedarf von einem bestimmten Gebrauchswerth aufhört, hört es auf Gebrauchswerth zu sein. Als Gebrauchswerth ist es gemessen durch den Bedarf für ihn. Sobald es aber aufhört Gebrauchswerth zu sein, hört es auf Gegenstand der Circulation zu sein (sofern es nicht Geld ist). b) Als Neuwerth und Werth überhaupt aber scheint es Schranke zu haben an der Grösse vorhandner Equivalente, zunächst Geld, nicht als Circulationsmittel, sondern als Geld. Der Surpluswerth (versteht sich vom ursprünglichen von selbst) erheischt ein Surplusequivalent. Dieß erscheint jezt als zweite Schranke.
c) Ursprünglich erschien das Geld – d. h. der Reichthum als solcher, d. h. der in und durch den Austausch gegen fremde vergegenständlichte Arbeit existirende Reichthum – in sich zusammenzufallen, soweit es nicht fortging zum Austausch gegen fremde lebendige Arbeit, d. h. zum Productionsprocess. Die Circulation war unfähig sich aus sich selbst zu erneuern. Andrerseits erscheint jezt der Productionsprocess in a fix, soweit er nicht fähig in den Circulationsprocess überzugehen. Das Capital als auf der Lohnarbeit beruhende Production sezt die Circulation als nothwendige Bedingung und Moment der ganzen Bewegung voraus. Diese bestimmte Form der Production sezt voraus diese bestimmte Form des Austauschs, der in der Geldcirculation seinen Ausdruck findet. Um sich zu erneuern muß das ganze Product in Geld verwandelt werden; nicht wie auf frühren Stufen der Production, wo der Austausch nur die überflüssige Production und die überflüssigen Producte ergreift; sie aber keineswegs in ihrer Totalität.
Dieß sind nun die Widersprüche, wie sie sich einer einfachen objektiven, unpartheiischen Auffassung von selbst darbieten. Wie sie in der auf dem Capital beruhenden Production beständig aufgehoben, aber auch beständig wieder erzeugt – und nur gewaltsam aufgehoben werden (obgleich dieß Aufheben bis zu einem gewissen Punkt blos als ruhige Ausgleichung erscheint) ist eine andre Frage. Das Wichtige ist zunächst die Existenz dieser Widersprüche zu constatiren. Alle Widersprüche der Circulation leben wieder auf in neuer Form. Das Product als Gebrauchswerth steht im Widerspruch mit sich als Werth; d. h. soweit es in einer bestimmten Qualität, als eine spezifische Sache da ist, Product von bestimmten natürlichen Eigenschaften, als Substanz des Bedürfnisses im Widerspruch mit seiner Substanz, die es als Werth exclusiv in der vergegenständlichten Arbeit besizt. Dießmal aber ist dieser Widerspruch gesezt nicht mehr wie in der Circulation nur so, daß er ein blos formeller Unterschied ist, sondern das Gemessensein durch den Gebrauchswerth ist hier festbestimmt als das Gemessensein durch das Gesammtbedürfniß der Austauschenden für dieß Product – d. h. durch das Quantum der Gesammtconsumtion. Diese erscheint hier als Maaß für es als Gebrauchswerth und daher auch als Tauschwerth. In der einfachen Circulation war es einfach zu übersetzen aus der Form des besondren Gebrauchswerths in die des Tauschwerths. Seine Schranke erschien nur darin, daß es als erstrer durch seine natürliche Beschaffenheit in einer besondren Form, statt in der Werthform existirte, in der es gegen alle andren Waaren direkt austauschbar war. Jezt aber ist gesezt, daß in seiner natür- lichen Beschaffenheit selbst das Maaß seines Vorhandenseins gegeben ist. Um in die allgemeine Form übersezt zu werden, darf der Gebrauchswerth nur in einer bestimmten Quantität vorhanden sein; einer Quantität, deren Maaß nicht in der in ihm vergegenständlichten Arbeit liegt, sondern aus seiner Natur als Gebrauchswerth und zwar als Gebrauchswerth für andre hervorgeht. Andrerseits der Widerspruch früher, daß das für sich seiende ||18| Geld dazu fortgehn mußte, sich gegen die lebendige Arbeit auszutauschen, erscheint nun noch grösser, indem das Surplusgeld um als solches zu sein, oder der Surpluswerth sich gegen Surpluswerth austauschen muß. Hat als Werth seine Schranke also ebenso sehr an der fremden Production, wie als Gebrauchswerth an der fremden Consumtion; hier sein Maaß an dem Quantum des Bedarfs für das spezifische Product, dort an dem Quantum vergegenständlichter Arbeit, das in der Circulation existirt. Die Gleichgültigkeit des Werths als solchen gegen den Gebrauchswerth ist damit ebenso in falsche Position gebracht, wie andrerseits die Substanz und das Maaß des Werths als vergegenständlichte Arbeit überhaupt.
❲Es kann noch nicht auf das Verhältniß von Nachfrage, Zufuhr, Preissen übergegangen werden, die in ihrer eigentlichen Entwicklung das Capital voraussetzen. So weit Nachfrage und Zufuhr abstrakte Categorien sind, noch keine bestimmten ökonomischen Verhältnisse ausdrücken, sind sie vielleicht schon bei der einfachen Circulation oder Production zu betrachten?❳
Worauf es hier ankommt – wo der allgemeine Begriff des Capitals betrachtet wird, daß es diese Einheit von Production und Verwerthung nicht unmittelbar ist, sondern nur als ein Prozeß, der an Bedingungen geknüpft ist, und wie er erschien, äusserliche Bedingungen.
❲ Wir haben vorhin bei dem Verwerthungsprocess des Capitals gesehn, wie er den einfachen Productionsprocess als früher entwickelt unterstellt. So wird es sich mit Nachfrage und Zufuhr soweit verhalten, als im einfachen Austausch Bedürfniß für das Product vorausgesezt wird. Das eigne Bedürfniß des Producenten (des unmittelbaren) als Bedürfniß andrer Nachfrage. Es muß sich bei dieser Entwicklung selbst ergeben, was ihr vorausgesezt werden muß, und das ist dann alles später in die ersten Capitel zu werfen.❳
Die Schöpfung von absolutem Mehrwerth durch das Capital – mehr vergegenständlichte Arbeit – hat zur Bedingung, daß sich der Cirkel der Circulation erweitert und zwar beständig erweitert. Der an einem Punkt geschaffne Mehrwerth erheischt die Schöpfung des Mehrwerths an einem andren Punkt, gegen den er sich austausche; wenn auch nur zunächst Production von mehr Gold und Silber, mehr Geld, so daß, wenn der Mehrwerth nicht unmittelbar wieder zu Capital werden kann, er in der Form des Geldes als Möglichkeit von neuem Capital existirt. Eine Bedingung der auf dem Capital basirten Production ist daher die Production eines stets erweiterten Zirkels der Circulation, sei es daß der Kreis direkt erweitert wird oder daß mehr Punkte in demselben als Productionspunkte geschaffen werden. Erschien die Circulation zunächst als gegebne Grösse, so erscheint sie hier als bewegte und durch die Production selbst sich ausdehnende. Danach erscheint sie schon selbst als ein Moment der Production. Wie das Capital daher einerseits die Tendenz hat stets mehr Surplusarbeit zu schaffen, so die ergänzende mehr Austauschpunkte zu schaffen; d. h. hier vom Standpunkt des absoluten Mehrwerths oder Surplusarbeit aus, mehr Surplusarbeit als Ergänzung zu sich selbst hervorzurufen; au fond die auf dem Capital basirte Production oder die ihm entsprechende Productionsweise zu propagiren. Die Tendenz den Weltmarkt zu schaffen ist unmittelbar im Begriff des Capitals selbst gegeben. Jede Grenze erscheint als zu überwindende Schranke. Zunächst jedes Moment der Production selbst dem Austausch zu unterwerfen und das Produciren von unmittelbaren, nicht in den Austausch eingehenden Gebrauchswerthen aufzuheben, d. h. eben auf dem Capital basirte Production an die Stelle früherer, von seinem Standpunkt aus naturwüchsiger Productionsweisen zu setzen. Der Handel erscheint hier nicht mehr als zwischen den selbstständigen Productionen zum Austausch ihres Ueberflusses vorgehende Function, sondern als wesentlich allumfassende Voraussetzung und Moment der Production selbst.
Of course, alle auf den unmittelbaren Gebrauchswerth gerichtete Production vermindert eben so sehr die Zahl der Austauschenden, wie die Summe der Tauschwerthe überhaupt, die in Circulation geworfen werden, und vor allem die Production von Surpluswerthen. Hence the tendency of capital 1) to continually enlarge the periphery of circulation; 2) to transform it at all points into production carried on by capital.
Andrerseits die Production von relativem Surpluswerth, d. h. die auf Vermehrung und Entwicklung der Productivkräfte gegründete Production von Surpluswerth, erheischt Production neuer Consumtion; daß sich der consumtive Zirkel innerhalb der Circulation ebenso erweitert, wie vorhin der productive Zirkel. Erstens quantitative Erweiterung der bestehenden Consumtion; zweitens: Schaffen neuer Bedürfnisse dadurch daß vorhandne in einem größren Kreis propagirt werden; drittens: Production neuer Bedürfnisse und Entdeckung und Schöpfung neuer Gebrauchswerthe. Dieß in andren Worten, daß die gewonnene Surplusarbeit nicht blos quantitatives Surplus bleibt, sondern zugleich der Kreis der qualitativen Unterschiede der Arbeit (damit der Surplusarbeit) beständig vermehrt, mannigfaltiger gemacht, in sich selbst mehr differenzirt wird. Z. B. braucht durch Verdopplung der Productivkraft nur mehr ein Capital von 50 angewandt zu werden, wo früher eins von 100, so daß ein Capital von 50 und die ihm entsprechende nothwendige Arbeit frei wird; so ||19| muß für die freigewordnen Kapital und Arbeit ein neuer, qualitativ verschiedner Productionszweig geschaffen werden, der neues Bedürfniß befriedigt und hervorbringt. Der Werth der alten Industrie wird erhalten, [dadurch] daß fund für eine neue geschaffen wird, wo sich das Verhältniß des Capital und labour in einer neuen Form sezt. Also Exploriren der ganzen Natur, um neue nützliche Eigenschaften der Dinge zu entdecken; universeller Austausch der Producte aller fremden Climate und Länder; neue Zubereitungen (künstliche) der Naturgegenstände, wodurch ihnen neue Gebrauchswerthe gegeben werden. ❲Die Rolle, die der Luxus bei den Alten im Unterschied zu den Modernen spielt, später to allude to.❳ Die Exploration der Erde nach allen Seiten, sowohl um neue brauchbare Gegenstände zu entdecken, wie neue Gebrauchseigenschaften der alten; wie neue Eigenschaften derselben als Rohstoffe etc; die Entwicklung der Naturwissenschaft daher zu ihrem höchsten Punkt; ebenso die Entdeckung, Schöpfung und Befriedigung neuer aus der Gesellschaft selbst hervorgehenden Bedürfnisse; die Cultur aller Eigenschaften des gesellschaftlichen Menschen und Production desselben als möglichst Bedürfnißreichen, weil Eigenschafts- und Beziehungsreichen – seine Production als möglichst totales und universelles Gesellschaftsproduct – (denn um nach vielen Seiten hin zu geniessen, muß er genußfähig, also zu einem hohen Grad cultivirt sein) – ist ebenso eine Bedingung der auf das Capital gegründeten Production. Es ist dieß nicht nur Theilung der Arbeit, dieß Schaffen neuer Productionszweige, d. h. qualitativ neuer Surpluszeit; sondern das Abstossen der bestimmten Production von sich selbst als Arbeit von neuem Gebrauchswerth; Entwicklung von einem stets sich erweiternden und umfassenden System von Arbeitsarten, Productionsarten, denen ein stets erweitertes und reichres System von Bedürfnissen entspricht.
Wie also die auf das Capital gegründete Production einerseits die universelle Industrie schafft – d. h. Surplusarbeit, werthschaffende Arbeit – so anderseits ein System der allgemeinen Exploitation der natürlichen und menschlichen Eigenschaften, ein System der allgemeinen Nützlichkeit, als dessen Träger die Wissenschaft selbst so gut erscheint, wie alle physischen und geistigen Eigenschaften, während nichts als An-sich-Höheres, Für-sichselbst-Berechtigtes, ausser diesem Zirkel der gesellschaftlichen Production und Austauschs erscheint. So schafft das Capital erst die bürgerliche Gesellschaft und die universelle Aneignung der Natur wie des gesellschaftlichen Zusammenhangs selbst durch die Glieder der Gesellschaft. Hence the great civilising influence of capital; seine Production einer Gesellschaftsstufe, gegen die alle frühren nur als lokale Entwicklungen der Menschheit und als Naturidolatrie erscheinen. Die Natur wird erst rein Gegenstand für den Menschen, rein Sache der Nützlichkeit; hört auf als Macht für sich anerkannt zu werden; und die theoretische Erkenntniß ihrer selbstständigen Gesetze erscheint selbst nur als List um sie den menschlichen Bedürfnissen, sei es als Gegenstand des Consums, sei es als Mittel der Production zu unterwerfen. Das Capital treibt dieser seiner Tendenz nach ebenso sehr hinaus über nationale Schranken und Vorurtheile, wie über Naturvergötterung, und überlieferte, in bestimmten Grenzen selbstgenügsam eingepfählte Befriedigung vorhandner Bedürfnisse und Reproduction alter Lebensweise. Es ist destructiv gegen alles dieß und beständig revolutionirend, alle Schranken niederreissend, die die Entwicklung der Productivkräfte, die Erweiterung der Bedürfnisse, die Mannigfaltigkeit der Production, und die Exploitation und den Austausch der Natur- und Geisteskräfte hemmen.
Daraus aber daß das Capital jede solche Grenze als Schranke sezt und daher ideell darüber weg ist, folgt keineswegs, daß es sie real überwunden hat, und da jede solche Schranke seiner Bestimmung widerspricht, bewegt sich seine Production in Widersprüchen, die beständig überwunden, aber ebenso beständig gesezt werden. Noch mehr. Die Universalität, nach der es unaufhaltsam hintreibt, findet Schranken an seiner eignen Natur, die auf einer gewissen Stufe seiner Entwicklung es selbst als die größte Schranke dieser Tendenz werden erkennen lassen und daher zu seiner Aufhebung durch es selbst hintreiben.
Die Oekonomen, die wie Ricardo, die Production als unmittelbar identisch mit der Selbstverwerthung des Capitals auffassen – also unbekümmert, sei es um die Schranken der Consumtion, sei es um die existirenden Schranken der Circulation selbst, soweit sie auf allen Punkten Gegenwerthe darstellen muß, nur die Entwicklung der Productivkräfte und das Wachsthum der industriellen Bevölkerung im Auge halten – die Zufuhr ohne Rücksicht auf Nachfrage – haben daher das positive Wesen des Capitals richtiger gefaßt und tiefer, als die wie Sismondi die Schranken der Consumtion und des vorhandnen Kreises der Gegenwerthe betonen, obgleich der leztre tiefer die Bornirtheit der auf das Capital gegründeten Production, ihre negative Einseitigkeit begriffen hat. Der erstre mehr seine universelle Tendenz, der zweite seine besondre Beschränktheit. Der ganze Streit, ob Ueberproduction möglich und nothwendig auf dem Standpunkt des Capitals, dreht sich darum, ob der Verwerthungsprocess des Capitals in der Production unmittelbar seine Verwerthung in der Circulation sezt; ob seine ||20| im Productions- prozeß gesezte Verwerthung seine reale Verwerthung ist. Ricardo hat natürlich auch a suspicion, daß der Tauschwerth nicht Werth ausser dem Austausch ist und sich nur als Werth durch den Austausch bewährt; aber er betrachtet die Schranken, die die Production so antrifft, als zufällig, Schranken, die überwunden werden. Er faßt also das Ueberwundenwerden solcher Schranken selbst in dem Wesen des Capitals, obgleich er oft in der Ausführung absurd wird; während Sismondi umgekehrt nicht nur das Antreffen der Schranke betont, sondern das Schaffen derselben durch das Capital selbst, das so in Widersprüche geräth, von denen er ahnt, daß sie zu seinem downbreak führen müssen. Er möchte daher von aussen Schranken der Production setzen durch Sitte, Gesetz etc, die eben als nur äussere und künstliche Schranken nothwendig vom Capital über den Haufen geworfen werden. Andrerseits hat Ricardo und seine ganze Schule die wirklichen modernen Crisen, in denen dieser Widerspruch des Capitals [sich] in grossen Ungewittern entladet, die mehr und mehr es selbst als Grundlage der Gesellschaft und Production selbst bedrohn, niemals begriffen.
Die Versuche, die vom orthodox ökonomischen Standpunkt gemacht worden sind, um allgemeine Ueberproduction in einem gegebnen Moment zu leugnen, sind in der That kindisch. Entweder, sieh z. B. MacCulloch, um die auf das Capital gegründete Production zu retten, wird von all ihren spezifischen Eigenschaften abgesehn, ihren Begriffsbestimmungen, und sie umgekehrt, als einfache Production für den unmittelbaren Gebrauchswerth aufgefaßt. Von den wesentlichen Verhältnissen gänzlich abstrahirt. In fact, um sie von Widersprüchen zu reinigen, wird sie gradezu fallen gelassen und negirt. – Oder wie z. B. Mill, scharfsinniger (nachgemacht von dem faden Say): Zufuhr und Nachfrage seien identisch, müßten sich daher entsprechen. Die Zufuhr sei nämlich eine Nachfrage, gemessen durch ihr eignes Quantum. Hier grosse Confusion: 1) diese Identität von Zufuhr, so daß sie eine Nachfrage ist, gemessen durch ihr eigenes Quantum, nur wahr soweit sie Tauschwerth = einem bestimmten Quantum vergegenständlichter Arbeit. Insofern ist sie das Maaß ihrer eignen Nachfrage – was den Werth betrifft. Aber als solcher Werth wird sie erst realisirt durch den Austausch gegen Geld und als Austauschobject gegen Geld hängt sie 2) von ihrem Gebrauchswerth ab; als Gebrauchswerth aber von der Masse vorhandner Bedürfnisse für sie, Bedarfs derselben. Als Gebrauchswerth aber ist sie absolut nicht gemessen durch die in ihr vergegenständlichte Arbeitszeit, sondern wird ein Maaßstab an sie angelegt, der ausserhalb ihrer Natur als Tauschwerth liegt. Oder es wird weiter gesagt: Die Zufuhr selbst ist Nachfrage für ein bestimmtes Product von gewissem Werth (der in dem verlangten Quantum des Products sich ausdrückt). Wenn also das zugeführte Product unverkäuflich, so dieß der Beweis, daß zu viel von der zugeführten und zu wenig von der Waare producirt ist, die der Zuführer nachfragt. Also sei nicht allgemein Ueberproduction vorhanden, sondern Ueberproduction in einem oder einigen Artikeln, aber Unterproduction in andren. Dabei wird dann wieder vergessen, daß das, was das Producirende Capital verlangt nicht ein bestimmter Gebrauchswerth ist, sondern Werth für sich, also Geld – Geld nicht in der Bestimmung von Circulationsmittel, sondern als allgemeine Form des Reichthums, oder Form der Realisirung des Capitals nach der einen Seite, Rückgang in seinen ursprünglichen schlafenden Zustand nach der andren. Die Behauptung aber, daß zu wenig Geld producirt werde, heißt in der That nichts als was behauptet wird, daß die Production nicht mit der Verwerthung zusammenfalle, also Ueberproduction ist, oder was dasselbe ist nicht in Geld verwandelbare, nicht in Werth verwandelbare Production; nicht in der Circulation sich bewährende. Hence the illusion der Geldkünstler (auch Proudhon etc), daß Mangel an Circulationsmitteln – wegen der Kostbarkeit des Geldes – vorhanden sei, und mehr Geld künstlich geschaffen werden muß. (Sieh auch die Birminghamer, die Gemini z. B.) Oder es wird gesagt, daß vom gesellschaftlichen Standpunkt betrachtet Pro- duction und Consumtion dasselbe sei, also nie ein Ueberschuß oder Mißverhältniß zwischen beiden stattfinden könne. Unter gesellschaftlichem Standpunkt wird hier die Abstraction verstanden, die eben von der bestimmten gesellschaftlichen Gliederung und Verhältnissen absieht und daher auch von den Widersprüchen, die aus ihr hervorgehn. Sehr richtig hat z. B. schon Storch gegen Say bemerkt, daß ein grosser Theil der Consumtion nicht Consumtion für den unmittelbaren Gebrauch ist, sondern Consumtion im Productionsprozeß, z. B. Consumtion in Maschinen, Kohlen, Oel, nothwendigen Gebäuden etc. Diese Consumtion ||21| ist keineswegs identisch mit der Consumtion um die es sich hier handelt. Ebenso haben Malthus und Sismondi richtig bemerkt, daß z. B. die Consumtion der Arbeiter keineswegs eine an sich befriedigende Consumtion für den Capitalisten. Es wird hier das Moment der Verwerthung gänzlich herausgeworfen und Production und Consumtion sich einfach gegenübergestellt, d. h. direkt auf den Ge- brauchswerth, also nicht auf das Capital basirte Production vorausgesezt. Oder socialistisch ausgedrückt: Arbeit und Austausch der Arbeit, i. e. Production und Austausch derselben (Circulation) sei der ganze Process; wie könne da anders als aus Versehn, schiefer Berechnung Mißverhältniß hervorgehn? Die Arbeit wird hier nicht als Lohnarbeit, noch das Capital als Capital betrachtet. Einerseits die Resultate der auf das Capital gegründeten Production mitgenommen; anderseits die Voraussetzung und Bedingung dieser Resultate geleugnet – die nothwendige Arbeit als durch und für die Surplusarbeit gesezte Arbeit. Oder – Ricardo z. B. – da die Production selbst durch die Productionskosten geregelt, regulire sie sich selbst und wenn ein Productionszweig sich nicht verwerthe, entziehe sich ihm das Capital zu gewissem Grade und werfe sich auf andren Punkt, wo es nöthig. Aber abgesehn davon, daß diese Nothwendigkeit der Ausgleichung selbst die Ungleichheit, die Disharmonie und daher den Widerspruch voraussezt – in allgemeiner Crise der Ueberproduction ist der Widerspruch nicht zwischen den verschiednen Arten des productiven Capitals, sondern zwischen dem industriellen und loanable Capital – zwischen dem Capital, wie es als in den Productionsprocess direkt involvirt und wie es als Geld selbstständig (relativement) ausser demselben erscheint. Endlich: proportionate production (dieß liegt auch schon in Ricardo etc) blos wenn die Tendenz des Capitals sich in richtigen Proportionen zu vertheilen, so ebenso sehr seine nothwendige Tendenz – da es Surplusarbeit maaßlos anstrebt, Surplusproductivität, Surplusconsum etc – über die Proportion hinaus zu treiben. (In der Con- currenz erscheint diese innre Tendenz des Capitals als ein Zwang der ihm von fremdem Capital angethan wird und der es vorantreibt über die richtige Proportion mit beständigem Marche, marche! Die freie Concurrenz, wie Herr Wakefield in seinem Commentar zu Smith richtig herauswittert, ist noch nie entwickelt worden von den Oekonomen, so viel von ihr geschwazt wird und so sehr sie die Grundlage der ganzen bürgerlichen, auf dem Capital beruhenden Production. Sie ist nur negativ verstanden worden: d. h. als Negation von Monopolen, Corporation, gesezlichen Regulationen etc. Als Negation der feudalen Production. Sie muß aber doch auch etwas für sich sein, da blos 0 leere Negation ist, Abstrahiren von einer Schranke, die z. B. in der Form von Monopol, natürlichen Monopolen etc sofort wieder aufersteht. Begrifflich ist die Concurrenz nichts als die innre Natur des Capitals, seine wesentliche Bestimmung, erscheinend und realisirt als Wechselwirkung der vielen Capitalien auf einander, die innre Tendenz als äusserliche Nothwendigkeit.) (Capital existirt und kann nur existiren als viele Capitalien und seine Selbstbestimmung erscheint daher als Wechselwirkung derselben auf einander.) Das Capital ist ebenso so sehr das beständige Setzen als Aufheben der Proportionate Production. Die existirende Proportion muß immer aufgehoben werden durch das Schaffen von Surpluswerthen und Vermehrung der Productivkräfte. Diese Forderung aber daß die Production gleichzeitig und simultaneously erweitert werden soll in derselben Propor- tion legt äusserliche Forderungen an das Capital, die keineswegs aus ihm selbst hervorgehn; zugleich treibt das Herausgehn aus der gegebnen Proportion in einem Productionszweig alle aus derselben heraus und in ungleichen Proportionen. Bisher (denn wir sind noch nicht bei der Bestimmung des Capitals als capital circulant angelangt und haben noch auf der einen Seite die Circulation, auf der andren das Capital, oder die Production als Voraussetzung derselben oder Grund, woraus sie hervorgeht) hat die Circulation schon vom Standpunkt der Production aus das Verhältniß zur Consumtion und Production – in andren Worten Surplusarbeit als Gegenwerth, und Specificirung der Arbeit in immer reichrer Form.
In dem einfachen Begriff des Capitals müssen an sich seine civilisirenden Tendenzen etc enthalten sein; nicht, wie in den bisherigen Oekonomien, blos als äusserliche Consequenzen erscheinen. Ebenso die Widersprüche, die später frei werden, schon latent in ihm nachgewiesen werden.
Bisher haben wir bei dem Verwerthungsprocess blos die Gleichgültigkeit der einzelnen Momente gegen einander; daß sie sich innerlich bedingen und äusserlich suchen; aber finden können oder nicht, decken können oder nicht, entsprechen können oder nicht. Die innre Nothwendigkeit des Zusammengehörigen; und seine gleichgültige Selbstständige Existenz gegen einander schon Grund||22|lage von Widersprüchen.
Indeß sind wir noch keineswegs fertig. Der Widerspruch zwischen der Production und Verwerthung – deren Einheit das Capital seinem Begriff nach ist – muß noch immanenter gefaßt werden, als blos die gleichgültige, scheinbar unabhängige Erscheinung der einzelnen Momente des Processes, oder vielmehr der Totalität von Processen gegen einander.
Um der Sache näher zu kommen: D'abord there is a limit, not inherent to production generally, but to production founded on capital, und diese limit ist doppelt, oder vielmehr dieselbe, nach zwei Richtungen hin betrachtet. Es genügt hier nachzuweisen, daß das Capital eine besondre Beschränkung der Production enthält – die seiner allgemeinen Tendenz über jede Schranke derselben fortzutreiben widerspricht – um die Grundlage der Ueberpro- duction, den Grundwiderspruch des entwickelten Capitals aufgedeckt zu haben; um überhaupt aufgedeckt zu haben, daß es nicht, wie die Oekonomen meinen, die absolute Form für die Entwicklung der Productivkräfte ist – absolute Form dafür wie Form des Reichthums, die absolut mit der Entwicklung der Productivkräfte zusammenfiele. Die Stufen der Production, die dem Capital vorhergehn, erscheinen, vom Standpunkt desselben aus betrachtet, als ebensoviel Fesseln der Productivkräfte. Es selbst aber, richtig verstanden, erscheint als Bedingung für die Entwicklung der Productivkräfte, solange sie eines äussern Sporns bedürfen, der zugleich als ihr Zaum erscheint. Disciplin derselben, die überflüssig und lästig wird auf einer gewissen Höhe ihrer Entwicklung, ganz ebenso gut wie die Corporationen etc. Diese immanenten Grenzen müssen mit der Natur des Capitals, mit seinen wesentlichen Begriffsbestimmungen selbst zusammenfallen. Diese nothwendigen limits sind:
1) Die nothwendige Arbeit als Grenze des Tauschwerths des lebendigen Arbeitsvermögens oder des Salairs der industriellen Bevölkerung;
2) Der Surpluswerth als Grenze der Surplusarbeitszeit; und, in Bezug auf die relative Surplusarbeitszeit, als Schranke der Entwicklung der Productivkräfte;
3) Was dasselbe ist, die Verwandlung in Geld, der Tauschwerth überhaupt als Grenze der Production; oder der auf den Werth gegründete Austausch, oder der auf den Austausch gegründete Werth als Grenze der Production. Es ist dieß:
4) wieder dasselbe als Beschränkung der Production von Gebrauchs- werthen durch den Tauschwerth; oder daß der reale Reichthum eine be- stimmte, von ihm selbst verschiedne Form, also nicht absolut mit ihm identische Form annehmen muß, um überhaupt Object der Production zu werden.
Anderseits geht aus der allgemeinen Tendenz des Capitals hervor (dasselbe was in der einfachen Circulation so erschien, daß das Geld als Circulationsmittel als blos verschwindend, ohne selbstständige Nothwendigkeit und darum nicht als Grenze und Schranke erschien), daß es vergißt und abstrahirt von der:
1) nothwendigen Arbeit als Grenze des Tauschwerths des lebendigen Arbeitsvermögens; 2) dem Surpluswerth als Grenze der Surplusarbeit und Entwicklung der Productivkräfte; 3) dem Geld als Grenze der Production; 4) der Beschränkung der Production von Gebrauchswerthen durch den Tauschwerth.
Hinc die Ueberproduction: d. h. die plötzliche Erinnerung aller dieser nothwendigen Momente der auf das Capital gegründeten Production; daher allgemeine Entwerthung in Folge des Vergessens derselben. Zugleich damit Aufgabe dem Capital gestellt von einem höhern Grade der Entwicklung der Productivkräfte aus etc von neuem seinen Versuch zu beginnen mit immer größrem collapse als Capital. Klar daher, daß je höher die Entwicklung des Capitals, es um so mehr als Schranke der Production – und daher auch der Consumtion erscheint, abgesehn von den andren Widersprüchen, die es als lästige Schranke der Production und des Verkehrs erscheinen lassen.
❲Das ganze Creditwesen, und damit zusammenhängende overtrading, overspeculation etc beruht auf der Nothwendigkeit die Schranke der Circulation und der Austauschsphäre zu erweitern und überspringen. Colossaler, klassischer erscheint dieß im Verhältniß von Völkern, als im Verhältniß von Individuen. So z. B. die Engländer gezwungen, fremden Nationen zu lei- hen, um sie zu ihren customers zu haben. Au fond tauscht der englische Capitalist aus mit dem productiven englischen Capital doppelt, 1) als er selbst, 2) als Yankee etc oder unter welcher andren Form er sein Geld placirt hat.❳
❲Capital als Schranke der Production findet sich angedeutet: z. B. Hodgskin: “In the present state, every accumulation of capital adds to the amount of profit demanded from the labourer, and extinguishes all that labour which would only procure the labourer his comfortable existence … Profit the limitation of production.” (IX, p. 46.) Durch den foreign trade die Schranke der Austauschsphäre erweitert und den Capitalisten möglich gemacht mehr surplus Arbeit zu consumiren: “In a series of years the world can take no more from us, than we can take from the world. Even the profits made by our merchants in their foreign trade are paid by the consumer of the return goods here. Foreign trade mere barter, and as such exchange for the convenience and enjoyment of the capitalist. ||23| But he can consume commodities to a certain degree only. He exchanges cottons etc for the wines and silks of Foreign countries. But these represent only the surplus labour of our own population as much as the clothes and cottons, and in this way the destructive power of the capitalist is increased beyond all bounds. Thus nature is outwitted.” (Source and Remedy etc p. 27, 28.) Inwiefern der Glut zusammenhängt mit der Schranke der nothwendigen Arbeit: “The very meaning of an increased demand by the labourers is, a disposition to take less themselves, and leave a larger share for their employers; and if it be said that this, by diminishing consumption, increases glut, I can only say that glut then is synonymous with high profits.” (Enquiry etc Lond. 1821, p. 12.) Hierin die eine Seite des Widerspruchs vollständig ausgedrückt. “The practice of stopping labour at that point where it can produce, in addition to the subsistence of the labourer, a profit for the capitalist, opposed to the natural law which regulates production.” (H[odgskin] 41, IX.) “The more the capital accumulates, the whole amount of profit demanded does so; so there arises an artificial check to production and population.” (H[odgskin] 46.) Die Widersprüche zwischen dem Capital als Productionsinstrument überhaupt und Productionsinstrument von value, so entwickelt von Malthus: (IX, 40 sqq.): “Profits are invariably measured by value and never by quantity … The wealth of a country depends partly upon the quantity of produce obtained by its labour, and partly upon such an adaptation of this quantity to the wants and powers of the existing population as is calculated to give it value. Nothing can be more certain than that it is not determined by either of them alone. But where wealth and value are perhaps the most nearly connected, is in the necessity of the the latter to the production of the former. The value set upon commodities, that is the sacrifice of labour which people are willing to make in order to sustain them, in the actual state of things may be said to be almost the sole cause of the existence of wealth … The consumptive demand occasioned only by the workmen employed in productive labour can never alone furnish a motive to the accumulation and employment of capital … the powers of production alone do not secure the creation of a proportionate degree of wealth, as little as the increase of population. Was dazu gehört, is such a distribution of produce, and such an adaptation of this produce to the wants of those who are to consume it, as constantly to increase the exchangeable value of the whole mass, i. e. the powers of production are only called fully in motion by the unchecked demand for all that is produced” … Dieß wird zwar einerseits hervorgebracht durch beständig neue Industriezweige (und wechselseitige Erweiterung der alten), wodurch die alten neue markets erhalten etc. Die Production schafft in der That selbst demand, indem sie mehr Arbeiter employirt in demselben Geschäftszweig, und neue Geschäftszweige schafft, wo neue Capitalisten wieder neue Arbeiter employiren und zugleich Markt wechselseitig für die alten werden; aber “the demand created by the productive labourer himself can never be an adequate demand, because it does not go to the full extent of what he produces. If it did, there would be no profit, consequently no motive to employ him. The very existence of a profit upon any commodity presupposes a demand exterior to that of the labourer who has produced it.” “Both labourers and capital may be redundant compared with the means of employing them profitably.”❳
❲Zu bemerken für 3) wozu wir bald fortgehn werden, daß die vorläufige Accumulation, als die das Capital der Arbeit gegenüber erscheint, und wodurch es command über sie ist, zunächst nichts ist als surplus labour selbst in der Form von surplus produce, andrerseits Anweisung auf fremde co-existing labour.❳
Es handelt sich hier, of course, noch nicht darum die Ueberproduction in ihrer Bestimmtheit zu entwickeln, sondern nur die Anlage dazu, wie sie primitiv im Verhältniß des Capitals selbst gesezt ist. Wir haben daher auch noch hier wegzulassen die Rücksicht auf die andren besitzenden und consumirenden etc Klassen, die nicht produciren, sondern von ihrer Revenue leben, also mit dem Capital austauschen; Tauschcentren für es bilden. Wir können nur so weit theilweis Rücksicht auf sie nehmen (aber besser bei der Accumulation,) als sie für die historische Bildung des Kapitals most important.
Bei der auf Sklaverei basirten Production, so gut wie bei der patriarchalisch ländlich-industriellen, wo der größte Theil der Bevölkerung durch seine Arbeit unmittelbar den größten Theil seines Bedürfnisses befriedigt, ist der Kreis der Circulation und des Austauschs sehr verengert und bei der ersten namentlich kommt der Sklave als Austauschender gar nicht in Betracht. Aber bei der auf das Capital gegründeten Production ist auf allen Punkten die Consumtion durch den Austausch vermittelt und hat die Arbeit nie unmittelbaren Gebrauchswerth für den Arbeitenden. Ihre ||24| ganze Basis ist die Arbeit als Tauschwerth und Tauschwerth schaffend.
Well. D'abord
der Lohnarbeiter im Unterschied vom Sklaven ist selbst ein selbstständiges Centrum der Circulation, ein Austauschender, Tauschwerth setzender und durch den Austausch erhaltender. Erstens: durch den Austausch zwischen dem Theil des Capitals, der als Salair bestimmt ist, und dem lebendigen Arbeitsvermögen, ist der Tauschwerth dieses Theils des Capitals unmittelbar gesezt, bevor das Capital wieder aus dem Productionsprocess heraus in die Circulation eintritt, oder dieß kann selbst als Akt der Circulation noch begriffen werden. Zweitens: Mit Ausnahme seiner eignen Arbeiter, erscheint jedem Capitalisten gegenüber die Gesammtmasse aller andren Arbeiter nicht als Arbeiter, sondern als Consumenten; Besitzer von Tauschwerthen (Salair), Geld, das sie gegen seine Waare austauschen. Sie sind ebensoviel Centren der Circulation von denen der Akt des Austauschs ausgeht und der Tauschwerth des Capitals erhalten wird. Sie bilden einen proportionell sehr grossen Theil – obgleich not quite so great as is generally imagined, wenn man die eigentlich industriellen Arbeiter im Auge hält – der Consumenten. Je grösser ihre Anzahl – die Anzahl der industriellen Bevölkerung – und die Masse Geld, worüber sie zu verfügen haben, desto grösser die Austauschsphäre für das Capital. Wir haben gesehn, daß es die Tendenz des Capitals die Masse der industriellen Bevölkerung möglichst zu steigern.
January. (1858)
Eigentlich geht uns hier das Verhältniß des einen Capitalisten zu den Arbeitern der andren Capitalisten noch gar nichts [an]. Es zeigt nur die Illusion jedes Capitalisten, ändert aber nichts am Verhältniß von Capital überhaupt zu Arbeit. Jeder Capitalist weiß von seinem Arbeiter, daß er ihm gegenüber nicht als Producent dem Consumenten [gegenüber] steht und wünscht seinen Consum, i. e. seine Tauschfähigkeit, sein Salair möglichst zu beschränken. Er wünscht sich natürlich die Arbeiter der andren Capitalisten als möglichst grosse Consumenten seiner Waare. Aber das Verhältniß jedes Capitalisten zu seinen Arbeitern ist das Verhältniß überhaupt von Capital und Arbeit, das wesentliche Verhältniß. Die Illusion aber – wahr für den einzelnen Capitalisten im Unterschied von allen andren – daß ausser seinen Arbeitern die ganze übrige Arbeiterklasse ihm gegenübersteht als Consu- ment und Austauscher nicht als Arbeiter – Geldspendender – entsteht eben dadurch. Es wird vergessen daß, wie Malthus sagt, „the very existence of a profit upon any commodity pre-supposes a demand exterior to that of the labourer who has produced it“, und daher die „demand of the labourer himself can never be an adequate demand“. Da eine Production die andre in Bewegung sezt und sich daher Consumenten in den Arbeitern des fremden Capitals schafft, so erscheint für jedes einzelne Capital die Nachfrage der Arbeiterklasse, die durch die Production selbst gesezt ist, als „adequate demand“. Diese durch die Production selbst gesezte Nachfrage treibt sie voran über die Proportion, worin sie in Bezug auf die Arbeiter produciren müßte, einerseits; muß sie darüber hinaus treiben; andrerseits, verschwindet oder schrumpft zusammen die Nachfrage exterior to the demand of the labourer himself, so tritt der collapse ein. Das Capital selbst betrachtet dann die Nachfrage durch die Arbeiter – i. e. das Zahlen des Salairs, worauf diese Nachfrage beruht – nicht als Gewinn, sondern als Verlust. D. h. das im- manente Verhältniß zwischen Capital und Arbeit macht sich geltend. Es ist hier wieder die Concurrenz der Capitalien, ihre Gleichgültigkeit gegen einander und Selbstständigkeit von einander, die dazu führt daß das einzelne Capital sich zu den Arbeitern des totalen übrigen Capitals nicht als Arbeiter verhält: Hinc über die richtige Proportion hinaus getrieben wird. Es unterscheidet eben das Capital von dem Herrschaftsverhältniß, daß der Arbeiter ihm als Consument und Tauschwerthsetzender gegenübertritt, in der Form des Geldbesitzenden, des Geldes, einfaches Centrum der Circulation – eins der unendlich vielen Centren derselben wird, worin seine Bestimmtheit als Arbeiter ausgelöscht ist.
❲Es ist ganz dasselbe mit der durch die Production selbst erzeugten Nachfrage für Rohmaterial, Halbfabrikat, Maschinerie, Communicationsmittel und die in der Production verbrauchten Hülfsmaterialien von Farbstoffen, Kohle, Talg, Seife etc. Diese Nachfrage als zahlende, Tauschwerth setzende ist adaequat und genügend, solange die Producenten unter sich selbst austauschen. Ihre Inadaequatheit zeigt sich, sobald das schließliche Product an dem unmittelbaren und schließlichen Consum seine Grenze findet. Auch dieser Schein, der über die richtige Proportion hinaus treibt, im Wesen des Capitals begründet, das, wie bei der Concurrenz näher zu entwickeln sich von sich repellirendes, viele gänzlich gegen einander gleichgültige Capitalien ist. Insofern der eine Capitalist vom andren kauft, Waare kauft, oder verkauft, stehn sie im einfachen Tauschverhältniß; verhalten sich nicht als Capital zu einander. Die richtige (eingebildete) Proportion worin sie gegen einander austauschen müssen, um schließlich als Capital sich verwerthen zu können, liegt ausserhalb ihrer Beziehung auf einander.❳
Zunächst: Das Capital zwingt die Arbeiter hinaus über die nothwendige Arbeit zur Surplusarbeit. Nur so verwerthet es sich und schafft Surpluswerth. Aber andrerseits sezt es die nothwendige Arbeit nur, soweit und insofern sie Surplusarbeit ist und diese realisirbar ist als Surpluswerth. Es sezt also die Surplusarbeit als Bedingung für die nothwendige, und den Surpluswerth als Grenze für vergegenständlichte Arbeit, Werth überhaupt. Sobald es die erstre nicht setzen kann, sezt es die leztre nicht und auf seiner Grundlage kann nur es sie setzen. Es beschränkt also – wie die Engländer sich ausdrücken durch artificial check – Arbeit und Werthschöpfung und zwar aus demselben Grunde, warum und insofern es Surplusarbeit und Surpluswerth sezt. Es sezt also seiner Natur nach ||25| eine Schranke für Arbeit und Werthschöpfung, die im Widerspruch mit seiner Tendenz steht sie ins Maaßlose zu erweitern. Und indem es ebensowohl eine ihm spezi- fische Schranke sezt, wie anderseits über jede Schranke hinaus treibt, ist es der lebendige Widerspruch.
❲Da der Werth die Grundlage des Capitals bildet, es also nothwendig nur durch Austausch gegen Gegenwerth existirt, stößt es sich nothwendig von sich selbst ab. Ein Universalcapital, ohne fremde Capitalien sich gegenüber, mit denen es austauscht – und von dem jetzigen Standpunkt aus hat es nichts sich gegenüber als Lohnarbeit oder sich selbst – ist daher ein Unding. Die Repulsion der Capitalien von einander liegt schon in ihm als realisirtem Tauschwerth.❳
Wenn das Capital so einerseits die Surplusarbeit und ihren Austausch gegen Surplusarbeit zur Bedingung der nothwendigen Arbeit und daher des Setzens des Arbeitsvermögens als Tauschcentrums macht – nach dieser Seite also schon die Sphäre des Austauschs verengert und bedingt – so anderseits ebenso wesentlich für es, den Consum des Arbeiters auf das zur Reproduction seines Arbeitsvermögens Nothwendige einzuschränken – den die nothwendige Arbeit ausdrückenden Werth zur Schranke der Verwerthung des Arbeitsvermögens und daher der Tauschfähigkeit des Arbeiters zu machen und das Verhältniß dieser nothwendigen zur surplus Arbeit auf ein Minimum zu reduciren zu suchen. Neue Schranke der Tauschsphäre, die aber ganz ebenso wie die erste identisch mit der Tendenz des Capitals ist zu jeder Grenze seiner Selbstverwerthung sich als Schranke zu verhalten. Die maaßlose Vergrößrung seines Werths – das maaßlose Werthsetzen – also absolut hier identisch mit dem Schrankensetzen der Austauschsphäre, d. h. der Möglichkeit der Verwerthung – der Realisirung des im Productionsprocess gesezten Werthes.
Mit der Productivkraft ebenso. Einerseits die Tendenz des Capitals nothwendig sie zum Aeussersten zu steigern, um die relative Surpluszeit zu vermehren. Anderseits damit die nothwendige Arbeitszeit, also die Tauschfähigkeit der Arbeiter vermindert. Ferner, wie wir gesehn, wächst der relative Surpluswerth in viel geringerem Verhältniß wie die Productivkraft, und zwar nimmt dieß Verhältniß immer um so mehr ab, je höher die Productivkraft schon gesteigert. Aber die Masse der Producte wächst in ähnlichem Verhältniß – wenn nicht, so würde neues Capital freigesezt – ebenso wie Arbeit – die nicht in die Circulation eingingen. In demselben Maasse aber wie die Masse der Producte wächst, wächst die Schwierigkeit die in ihnen enthaltne Arbeitszeit zu verwerthen – weil die Anfordrung an den Consum steigt. (Wir haben es hier nur noch damit zu thun, wie der Verwerthungs- process des Capitals zugleich sein Entwerthungsprocess. Wie weit es auch, während es die Tendenz hat, die Productivkräfte ins Maaßlose zu steigern, ebenso die Hauptproductivkraft, den Menschen selbst, vereinseitigt, limitirt, etc gehört nicht an diesen Platz; überhaupt die Tendenz hat, die Productivkräfte zu beschränken.)
Das Capital sezt also die nothwendige Arbeitszeit als Schranke für den Tauschwerth des lebendigen Arbeitsvermögens; die Surplusarbeitszeit als Schranke für die nothwendige Arbeitszeit, und den Surpluswerth als Schranke für die Surplusarbeitszeit; während es zugleich über alle diese Schranken wegtreibt, soweit es sich das Arbeitsvermögen als einfach Austauschendes gegenübersezt, als Geld, und die Surplusarbeitszeit als die einzige Schranke, weil Schöpferin des Surpluswerths. (Oder, nach der ersten Seite hin, es sezt den Austausch der Surpluswerthe als Schranke für den der nothwendigen.)
Es sezt im selben Moment vorhandne Werthe in der Circulation – oder was dasselbe ist Proportion des von ihm gesezten Werthes zu dem in ihm selbst und in der Circulation voraus gesezten Werthe – als Schranke, nothwendige Schranke seiner Werthschöpfung; anderseits seine Productivität als die einzige Schranke und Schöpferin der Werthe. Es treibt also fortwährend einerseits zu seiner eigenen Entwerthung, anderseits zur Hemmung der Productivkräfte und der sich in Werthen vergegenständlichenden Arbeit.
(Die Dummheit von der Unmöglichkeit der Ueberproduction (in andren Worten, die Behauptung der unmittelbaren Identität des Productionsprocesses und Verwerthungsprocesses des Capitals) ist sophistisch wenigstens, d. h. geistreich, wie oben erwähnt, so von James Mill ausgedrückt worden, daß die Zufuhr = ihrer eignen Nachfrage, also Nachfrage und Zufuhr sich decken, was in andren Worten nur dasselbe heißt als daß der Werth durch die Arbeitszeit bestimmt ist, also der Austausch nichts zu ihm hinzufügt, wobei nur vergessen ist, daß der Austausch stattfinden muß und dieses vom Gebrauchswerth abhängt (in lezter Instanz). Also wie Mill sagt, wenn Nachfrage und Zufuhr sich nicht decken, dieß daher rührt, daß von einem bestimmten Product (dem zugeführten) zu viel, und vom andren (dem nachgefragten) zu wenig producirt ist. Dieß zu viel und zu wenig betrifft nicht den Tauschwerth, sondern den Gebrauchswerth. Es ist mehr von dem zugeführten Product als davon „gebraucht“ wird; darauf kömmt der Witz heraus. Also daß die Ueberproduction vom Gebrauchswerth und daher vom Austausch selbst herrührt. Bei Say dieß stultificirt, Producte tauschen sich nur um gegen Producte; es ist also höchstens von einen zu viel, von andren zu wenig producirt. Dabei vergessen 1) daß Werthe sich gegen Werthe austauschen und ein Product sich nur gegen das andre austauscht, soweit es Werth ist; d. h. soweit es Geld ist oder wird; 2) sich gegen Arbeit austauscht. Der brave Mann tritt auf den Standpunkt des einfachen Austauschs, auf dem in der That keine Ueberproduction möglich ist, weil es sich in der That nicht um den Tauschwerth, sondern um den Gebrauchswerth handelt. Die Ueberproduction findet statt in Bezug auf die Verwerthung, not else.)|
|26| Proudhon, der wohl die Glocken läuten hört, aber nie weiß wo, leitet die Ueberproduction daher ab „daß der Arbeiter sein Product nicht rückkaufen kann“. Er versteht darunter, daß Zins und Profit darauf chargirt wird; oder daß der Preiß des Products überchargirt ist über seinen wirklichen Werth. Es beweist dieß d'abord, daß er nichts von der Werthbestimmung versteht, die, generally spoken, durchaus nichts von overcharge einschliessen kann. Im praktischen Handel kann Capitalist a den Capitalist b bescheissen. Was der eine zu viel, steckt der andere zu wenig in die Tasche. Addiren wir beide zusammen so die Summe ihres Austauschs = der Summe der in ihr vergegenständlichten Arbeitszeit, wovon nur Capitalist a mehr als ihm zukam im Verhältniß zu B in die Tasche gesteckt. Von allen Profiten, die das Capital, i. e. die Gesammtmasse der Capitalisten macht geht ab 1) der constante Theil des Capitals; 2) der Arbeitslohn, oder die vergegenständlichte Arbeitszeit nothwendig um das lebendige Arbeitsvermögen zu reproduciren. Sie können also nichts unter sich theilen als den Surpluswerth. Die Proportionen – gerechte oder ungerechte – worin sie diesen Surpluswerth unter sich vertheilen, ändern absolut nichts an dem Austausch und dem Verhältniß des Austauschs zwischen Capital und Arbeit.
Es könnte gesagt werden, die nothwendige Arbeitszeit (d. h. der Arbeitslohn), die also nicht Profit einschließt, sondern rather von ihm abzuziehn ist, sei selbst wieder bestimmt durch die Preisse von Producten, die schon den Profit einschliessen. Woher anders könnte der Profit kommen, den der nicht direct diesen Arbeiter anwendende Capitalist im Austausch mit ihm macht? Z. B. der Arbeiter des spinner's tauscht sein Salair aus gegen soviel Bushels Getreide. In dem Preiß jedes Bushels ist aber schon der Profit des Pächters, i. e. des Capitals eingeschlossen. So daß der Preiß der Lebensmittel, die die nothwendige Arbeitszeit selbst kauft, schon Surplusarbeitszeit einschließt. D'abord ist es klar, daß das Salair gezahlt durch den spinner seinen workingmen groß genug sein muß, um den nöthigen Bushel Weizen zu kaufen, welcher Profit für den Pächter immer eingehe in den Preiß des Bushels Weizens; daß aber ebenso sehr anderseits der Arbeitslohn, den der Pächter seinen Arbeitern zahlt groß genug sein muß um ihnen die nöthige Quantität Kleidungsstücke zu verschaffen, welcher Profit des Spinners und weavers auch immer in den Preiß dieser Kleidungsstücke eingehe. //27/ Der Witz kömmt einfach daher 1) daß Preiß und Werth verwechselt werden; 2) daß Verhältnisse hineinkommen, die die Werthbestimmung als solche nicht angehn. Unterstelle zunächst – was das begriffliche Verhältniß ist –, daß der Capitalist A selbst alle die Lebensmittel producirt, deren der Arbeiter bedarf, oder die die Summe der Gebrauchswerthe darstellen, in denen seine nothwendige Arbeit sich vergegenständlicht. Der Arbeiter hätte also mit dem Geld, das er von dem Capitalisten erhält – das Geld erscheint hier in dieser Transaction nur als Circulationsmittel – einen aliquoten – den seine nothwendige Arbeit repräsentirenden – Theil des Products dem Capitalisten mit dem von ihm erhaltnen Geld zurückzukaufen. Der Preiß eines aliquoten Theils des Products des Capitalisten A ist of course derselbe für den Arbeiter, wie für jeden andren Austauschenden. Von dem Moment, wo er von dem Capitalisten kauft, ist seine specifische Qualität als Arbeiter erloschen; in seinem Geld ist jede Spur des Verhältnisses und der Operation verschwunden, wodurch es erhalten worden ist; er steht dem Capitalisten in der Circulation einfach als G gegenüber, der ihm als W gegenübersteht; als Realisirer des Preisses von W, der für ihn daher ebenso vorausgesezt ist, wie für jeden andren Repräsentanten von G, d. h. Käufer. Well. In dem Preisse der aliquoten Theile der Waare, die er kauft, ist aber eingeschlossen der Profit, worin der dem Capital zufallende Surpluswerth erscheint. Repräsentirt seine nothwendige Arbeitszeit daher 20 Th. = einem bestimmten aliquoten Theil des Products, so verkauft ihm der Capitalist, wenn der Profit 10 P. C., die Waare zu 22 Th.
So meint Proudhon und schließt daher, daß der Arbeiter sein Product, d. h. den seine nothwendige Arbeit vergegenständlichenden aliquoten Theil des Gesammtproducts nicht zurückkaufen kann. (Auf seine andre Conclusion, daß daher das Capital nicht adequat austauschen kann, und daher Ueberproduction, werden wir gleich zurückkommen.) Sage, um die Sache handgreiflich zu machen, die 20 Th. des Arbeiters = 4 Scheffel Getreide. Der Arbeiter könnte danach – wenn 20 Th. der in Geld ausgedrückte Werth der 4 Scheffel – und der Capitalist sie für 22 verkauft, seine 4 Scheffel nicht zurückkaufen, oder er könnte nur kaufen 3 Scheffel. In andren Worten es wird sich eingebildet, daß die Geldtransaction das Verhältniß verfälscht. 20 Th. ist der Preiß der nothwendigen Arbeit = 4 Scheffel; und diesen giebt der Capitalist dem Arbeiter; sobald dieser aber nun für seine 20 Th. die 4 Scheffel haben will erhält er nur 3 . Da er hiermit nicht den nothwendigen Lohn erhielte, könnte er überhaupt nicht leben und so beweist Herr Proudhon zu viel.
❲Daß in der Praxis sowohl als allgemeine Tendenz, wie direkt über den Preiß, wie z. B. im Trucksystem das Capital die nothwendige Arbeit zu betrügen sucht, und sie unter ihren Maaßstab, sowohl natürlichen, als in einem bestimmten Gesellschaftszustand gegebnen herabzusetzen, gehört nicht hierher. Wir haben hier überall zu unterstellen daß der ökonomisch gerechte, d. h. durch die allgemeinen Gesetze der Oekonomie bestimmte Arbeitslohn bezahlt wird. Die Widersprüche müssen hier aus den allgemeinen Verhältnissen selbst folgen; nicht aus Prellereien der einzelnen Capitalisten. Wie in der Realität sich das weiter gestaltet, gehört in die Lehre vom Salair.❳
Aber die Voraussetzung ist gefälligst falsch. Wenn 5 Th. den Werth eines Scheffels ausdrücken, d. h. die in ihm vergegenständlichte Arbeitszeit, und 4 Scheffel den nothwendigen Arbeitslohn, so verkauft der Capitalist A diese 4 Scheffel nicht, wie Proudhon meint, zu 22, sondern zu 20 Th. Aber die Sache ist die: das Gesammtproduct (nothwendige und surplus Arbeitszeit eingeschlossen) sei 110 Th. = 22 Scheffeln; davon repräsentiren 16 Scheffel = 80 Th. das ausgelegte Capital in Saat, Maschinerie etc; 4 Scheffel = 20 Th. die nothwendige Arbeitszeit; 2 Scheffel = 10 Th. die Surplusarbeitszeit. Der Capitalist verkauft jeden Scheffel zu 5 Thalern, dem nothwendigen Werth des Scheffels und dennoch gewinnt er an jedem Scheffel 10 P. C. oder Th., Th. = 15 Sgr. Woher dieß? Weil er verkauft 22 × 5 statt 20 × 5. Wir können hier = 0 setzen das Capital das er mehr auslegen muß, um 2 Scheffel mehr zu produciren, da sie sich in reine Surplusarbeit, gründlicheres Pflügen, Ausreuten des Unkrauts, Hinschleppenlassen von animalischem Dünger, der ihm etwa nichts kostet etc auflösen können. ||28| Der in den 2 Surplusscheffeln enthaltne Werth hat ihm nichts gekostet, bildet daher ein Surplus über seine Auslagen. Daß er von den 22 Scheffeln 20 verkauft zu dem, was sie ihm gekostet haben, zu 100 Th., und 2, die ihm nichts gekostet haben – deren Werth aber = der in ihnen enthaltnen Arbeit – zu 10 Th., ist für ihn dasselbe als daß er jeden Scheffel zu 15 Sgr. mehr verkauft als sie ihm gekostet haben. (Zu Th. oder 10 P. C. auf 5 Th. = .) Obgleich er also an den dem Arbeiter verkauften 4 Scheffeln 2 Thaler verdient, erhält der Arbeiter den Scheffel zu seinem nothwendigen Werth. Er verdient nur 2 Th. an ihnen, weil er neben diesen 4 Scheffeln, noch 18 zu demselben Preiß verkauft. Verkaufte er nur 16, so verdiente er nichts; denn er verkaufte dann im Ganzen: 5 × 20 = 100, sein Auslagecapital.
Bei der Manufactur ist es in der That auch möglich, daß die Auslagen des Capitals nicht wachsen, damit der [Capitalist] einen Surpluswerth verkauft; d. h. es ist nicht nöthig, daß die Auslage in Rohmaterial und Maschinerie wächst. Nimm an, daß dasselbe Product durch blose Handarbeit – die Masse von nöthigem Rohmaterial und Instrument als constant gesezt – höhern finish erhält, höhern Gebrauchswerth und also der Gebrauchswerth des Products wächst, nicht indem seine Quantität, sondern seine Qualität vermehrt wird durch mehr darauf verwandte Handarbeit. Sein Tauschwerth – die in ihm vergegenständlichte Arbeit – einfach wächst im Verhältniß zu dieser Arbeit. Verkauft dann der Capitalist zu 10 P. C. theurer, so wird der aliquote Theil des Products in Geld ausgedrückt, der die nothwendige Arbeit repräsentirt, dem Arbeiter gezahlt und liesse sich das Product theilen, so könnte der Arbeiter diesen aliquoten Theil kaufen. Der Profit des Capitalisten käme nicht daher, daß er ihm diesen aliquoten Theil überchargirte, sondern daß er in dem Ganzen einen aliquoten Theil verkauft, den er nicht bezahlt hat, und der eben Surplusarbeitszeit repräsentirt. Das Product als Werth ist immer theilbar; in seiner natürlichen Form braucht es nicht so zu sein. Der Profit kommt hier immer daher daß der ganze Werth einen aliquoten Theil enthält, der nicht bezahlt ist, und daher in jedem aliquoten Theil des Ganzen ein aliquoter Theil Surplusarbeit gezahlt wird. So im obigen Beispiel. Indem der Capitalist 22 Scheffel verkauft, d. h. 2 die Surplusarbeit repräsentiren, ist es dasselbe als wenn er auf jeden Scheffel Scheffel zu viel verkaufte, d. h. Surpluswerth. Ist nur 1 Uhr z. B. producirt worden, wo dasselbe Verhältniß von Arbeit, Capital, und Surpluswerth, so ist die Qualität der Uhr durch Arbeitszeit erhöht worden um Werth, das dem Capitalisten nichts kostet.
Dritter Fall, daß der Capitalist, wie meist in der Manufactur (doch nicht in der extractiven Industrie), mehr Rohmaterial (das Instrument bleibe constant; indeß ändert sich nichts, wenn es auch variabel gesezt wird) braucht, worin sich die Surplusarbeitszeit vergegenständlicht. (Dieß gehört eigentlich noch nicht her, da das Capital hier ebensogut unterstellt werden kann oder muß ebenso das Rohmaterial z. B. die Baumwolle zu produciren, und die Mehrproduction an irgend einem Punkte sich in blose Surplusarbeit auflösen muß oder, was vielmehr das Wirkliche, die gleichzeitige Surplusarbeit an allen Punkten der Circulation voraussezt.) Er verspinne 25 Pf. Baumwolle, die ihm kosten 50 Th. und wozu er Maschinerie braucht (die wir ganz consumirt annehmen wollen im Productionsprozeß) 30 Th. und Arbeitslohn 20 Th. zu 25 Pf. Twist, die er verkauft 110. Das Pfund Twist verkauft er dann zu 4 Th. oder 4 Th. 12 Sgr. Der Arbeiter erhält also 4 Pf. Twist, wenn er wieder kaufen will. Wenn der Arbeiter für sich arbeitete, würde er ebenfalls das Pfund verkaufen zu 4 Th. 12 Sgr. und keinen Profit machen – vorausgesezt daß er blos die nothwendige Arbeit verrichte; aber er wird weniger Baumwolle verspinnen.
/29/ Wie wir wissen besteht der Werth eines Pfundes Twist ausschließlich in dem Quantum der in ihm vergegenständlichten Arbeitszeit. Unterstelle nun, der Werth des Pfundes Twist = 5 Th. Gesezt i. e. 4 Th. repräsentiren Baumwolle, Instrument etc; so repräsentirt 1 Th. die vermittelst des Instrumentes in der Baumwolle realisirte Arbeit. Bedarf der Arbeiter um vom Spinnen zu leben, sag einen Monat 20 Th., so müßte er – da er für das Spinnen [von] einem Pfund Twist 1 Th. verdient, aber 20 verdienen muß, 20 Pf. Twist spinnen. Wenn er selbst Baumwolle, Instrument etc besässe und für sich selbst arbeitete, also sein eigner Meister wäre, müßte er 20 Pf. Twist verkaufen; da er von jedem nur verdiente, einen Thaler und 1 × 20 = 20. Läßt ihn der Capitalist arbeiten, so repräsentirt die Arbeit, die 20 Pf. Baumwolle spinnt, nur die nothwendige Arbeit; denn nach der Voraussetzung repräsentiren von den 20 Pf. Twist oder 20 × 5 = 100 Th. 80 Th. nur die eingekaufte Baumwolle und Instrument und der neu reproducirte Werth nichts als die nothwendige Arbeit. Von den 20 Pf. Twist würden 4 Pf. = 20 Th. die nothwendige Arbeit repräsentiren und 16 nichts als den constanten Theil des Capitals. 16 × 5 = 80 Th. In jedem weitren Pfund, was der Capitalist über die 20 hinaus arbeiten läßt, ist Surplusarbeit, für ihn Surpluswerth. (Vergegenständlichte Arbeit, die er verkauft, ohne für sie bezahlt zu haben.) Läßt er 1 Pfund mehr spinnen, so gewinnt er 1 Th., 10 Pf. mehr 10. Auf 10 Pf. oder 50 Th. würde der Capitalist haben im Ersatz für seine Auslagen 40 Th. und Surplusarbeit 10 Th.; oder 8 Pf. Twist um das Material für 10 zu kaufen (Maschinerie und Baumwolle) und 2 Pf. Twist oder ihren Werth, die ihm nichts kosteten. Nehmen wir nun die Rechnung des Capitalisten zusammen, so finden wir, er hat ausgelegt
| Th. | Th. | Th. | Th. | ||
| Arbeits- | Mehr- | ||||
| lohn | werth | ||||
| 80 + 40 = | 120 | (Rohmaterial Instrument etc) | 20 | 10 | |
| 120 | 20 | 10 = | 150. |
Er hat im Ganzen producirt 30 Pfund Twist (30 × 5 = 150); das Pfund zu 5 Th. dem exacten Werth des Pfundes, d. h. rein bestimmt durch die in ihm vergegenständlichte Arbeit und nur von ihr den Werth herleitend. Von diesen 30 Pf. repräsentiren 24 constantes Capital, 4 Pf. gehn auf Arbeitslohn, und 2 bilden den Mehrwerth. Dieser Mehrwerth, wie es vom Capitalisten geschieht, auf seine Gesammtauslage gerechnet, die 140 Th. beträgt (oder 28 Pf.), bildet = 7 P. C. (obgleich im gegebnen Beispiel der Mehrwerth 50 P. C. in Bezug auf die Arbeit beträgt).|
|30| Gesezt die Productivität der Arbeit wachse so daß er fähig sei mit derselben Auslage an Arbeit 40 Pfund zu spinnen. Nach unsrer Voraussetzung würde er verkaufen diese 40 Pfund zu ihrem wirklichen Werth nämlich das Pfund zu 5 Th., wovon 4 Th. in Baumwolle etc vergegenständlichte Arbeit, 1 Th. neu hinzugefügte Arbeit repräsentirt. Er würde also verkaufen
| Th. | Th. | ||
| 40 Pf. - das Pf. zu 5 = 40 × 5 | = | 200; | von diesen 40 Pf. gingen ab- |
| 20 Pf. für nothwendige Arbeit etc | = | 100 | |
| –––– | |||
| 100. | An den ersten 20 Pfund hätte er nicht 1 Farthing | ||
| verdient; von den restirenden Hundert gingen ab | |||
| = 4 × 20 = 80. | |||
| 80 | für Material etc. Blieben: | ||
| –––– | |||
| 20 | Th. |
An einer Auslage von 200 Th. hätte der Capitalist verdient 20, oder 10 P. C. 10 P. C. auf die Gesammtauslage; in der That aber 20 auf die 2ten hundert Thaler, oder 2ten 20 Pf., in denen er die vergegenständlichte Arbeit nicht bezahlt hat. Nimm nun an, er sei fähig das Doppelte zu machen, sage
| Pf. | Th. | |
| 80....................................... | 400. | Von diesen gehn ab 20 pf. für |
| 20 für nothwendige Arbeit etc = | 100. | Bleiben |
| –––– | ||
| 300. | Von diesen gehn ab für | |
| Material etc . | ||
| 240. | Bleiben | |
| –––– | ||
| 60; | Ein Profit von 60 auf 400 | |
| ist = 6 auf 40 = 15 P.C. |
In fact in obigem Beispiel die Auslage des Capitalisten nur 180, auf diese gewinnt er 20, oder 11 P. C.
Je kleiner der Theil der Auslage wird, der die nothwendige Arbeit repräsentirt, desto grösser der Gewinn, obgleich er in keinem augenfälligen Verhältniß zum wirklichen Mehrwerth, i. e. Surplusarbeit steht. Z. B. damit der Capitalist gewinne 10 P. C. muß er 40 Pf. Twist spinnen; der Arbeiter braucht nur 20 zu spinnen = nothwendige Arbeit. Die Surplusarbeit = der nothwendigen, 100 P. C. Mehrwerth. Dieß ist unser altes Gesetz. Das ist aber nicht die Sache, um die es sich hier handelt.
In dem obigen Beispiel von den 40 Pf. ist der wirkliche Werth des Pfundes 5 Thaler, und der Arbeiter würde wie der Capitalist, wenn er sein eignes Geschäft führte als Arbeiter, der sich selbst die Avancen vorschiessen könnte, um das Rohmaterial etc so weit verwerthen zu können, daß er als Arbeiter leben könnte, das Pfund zu 5 Thalern verkaufen. Er würde aber nur 20 Pfund produciren und von dem Verkauf derselben zur Erhaltung von neuem Rohmaterial anwenden, und zum Leben. Von den 100 Th. würde er nur seinen Arbeitslohn herausschlagen. Der Gewinn des Capitalisten kömmt nicht daher, daß er das Pfund zu theuer verkauft – er verkauft es zu seinem exacten Werth – sondern daß er es über den Productionskosten verkauft, die es ihm kostet (nicht, die es kostet; denn das kostet dem Arbeiter die Surplusarbeit). Wenn er unter 5 Th. verkaufte, würde er unter dem Werth verkaufen und der Käufer hätte das Arbeit, das in jedem Pfund Twist steckt, über die Auslagen etc umsonst. Der Capitalist rechnet aber so:
| Werth von | 1 Pfund = | 5 | Th. |
| von | 40 Pfund = | 200 | Th.; davon gehn ab Kosten: |
| 180 | |||
| –––– | |||
| 20. | Bleiben 20. Er rechnet nicht, |
daß er auf die ||31| 2ten 100 Th. 20 gewinnt, sondern daß er auf seine ganze Auslage von 180…20 gewinnt. Dieses giebt ihm Profit von 11 P. C., statt von 20. Ferner rechnet er, daß um diesen Profit zu machen, er verkaufen muß: 40 Pfund. 40 Pf. zu 5 Thalern giebt ihm nicht , oder 20 P. C., sondern 20 Th. vertheilt auf 40 Pf. oder Th. per Pfund. Auf den Preiß wozu er das Pfund verkauft, gewinnt er an 5 Th. Th.; oder auf 10 Th. 1; 10 P. C. auf den Verkaufspreiß. Der Preiß ist bestimmt durch den Preiß der aliquoten Einheit (1 Pfund) × mit der Anzahl, zu der es verkauft wird; hier 1 Pf. zu 5 Th. × 40. So richtig diese Preißbestimmung für den Beutel des Capitalisten ist, so sehr ist sie geeignet theoretisch irre zu führen, indem es nun aussieht, als ob eine Ueberchargirung über den wirklichen Werth in jedem einzelnen Pfund stattfände und die Entstehung des Mehrwerths des einzelnen Pfundes unsichtbar geworden ist. Diese Preißbestimmung durch die Multiplication des Werthes der Einheit (Maasses) des Gebrauchswerths (Pfund, Elle, Centner etc) mit der Anzahl dieser Einheit, die producirt ist, ist wichtig später in der Theorie von den Preissen. Es folgt daraus u. a., daß das Sinken des Preisses der Einheit und Wachsen der Anzahl derselben – das mit dem Wachsen der Productivkräfte eintritt – zeigt, daß der Profit im Verhältniß zur Arbeit steigt, oder das Verhältniß der nothwendigen Arbeit im Verhältniß zur Surplusarbeit sinkt – nicht das Umgekehrte, wie Herr Bastiat etc meint. Wüchse zum Beispiel durch die Productivität die Arbeit so, daß der Arbeiter doppelt so viel Pfunde in derselben Zeit producirte wie früher – wobei vorausgesezt wird, daß 1 Pf. Twist z. B. ihm ganz denselben Dienst thut was es auch kosten mag und daß er blos Twist, Kleidung zum Leben brauchte – so würde in 20 Pfund Twist der durch die Arbeit hinzugefügte Werth nicht mehr , sondern nur noch betragen, weil er mit Zeit die 20 Pfund Baumwolle in Twist verwandeln würde. Zu den 80 Thalern, die das Rohmaterial kostet, kämen also nur noch hinzu nicht mehr 20 Th. sondern nur noch 10. Die 20 Pf. würden kosten 90 Th. und das Pfund oder 4 Th. Würde die Totalarbeitszeit aber dieselbe bleiben, so würde die Arbeit jezt statt 40 80 Pfund Baumwolle in Twist verwandeln. 80 Pf. Twist, das Pfund zu 4 Th. = 356 Th. Die Rechnung für den Capitalisten wäre – Gesammteinnahme 356 Th.; ab für Arbeit etc:
| 90 | |||
| –––– | |||
| 266. | Davon ginge ab für Auslagen etc | ||
| 239 | |||
| ––– | –– | ||
| 26 | . | Der Gewinn des Capitalisten also 26 statt 20. | |
| Sage 27, was etwas zu viel ( zu viel). Seine | |||
| Gesammtauslage 330; über 12 P.C., obgleich er | |||
| am einzelnen Pfund weniger Gewinn hätte. | |||
Der Gewinn des Capitalisten an dem Werth des Maasses (Einheit) des Gebrauchswerths – Pfund, Elle, Quarter etc – nimmt ab im Verhältniß, wie das Verhältniß der lebendigen Arbeit zum Rohstoff etc – der neu hinzukommenden Arbeit – abnimmt; d. h. je weniger Arbeitszeit nöthig ist, um dem Rohstoff die Form zu geben, die die Einheit ausdrückt. Elle Tuch etc. Aber anderseits – da dieß identisch mit der größren Productivität der Arbeit – oder dem Wachsen der Surplusarbeitszeit – wächst die Anzahl dieser Einheiten, in denen Surplusarbeitszeit enthalten ist, d. h. Arbeitszeit, für die er nicht zahlt.
Es geht ferner aus dem Obigen hervor, daß der Preiß unter den Werth fallen kann, und das Capital immer noch Gewinn haben kann; nur muß er eine Anzahl x mit der Einheit verkaufen, die ein Surplus bildet über die Anzahl × [mit] der Einheit, die den nothwendigen Preiß der Arbeit bildet. Wenn das Verhältniß der Arbeit zum Rohstoff etc , so kann er z. B. blos zu | |32| über dem constanten Werth verkaufen, da ihm die Surplusarbeit nichts kostet. Er schenkt dann dem Consumenten der Surplusarbeit und verwerthet nur für sich. Dieß sehr wichtig bei der Concurrenz; namentlich von Ricardo übersehn. Der Preißbestimmung liegt die Werthbestimmung zu Grunde; aber es kommen neue Elemente hinzu. Der Preiß, der ursprünglich nur als der Werth in Geld ausgedrückt erscheint, wird weiter fortbestimmt, als selbst spezifische Grösse. Wenn 5 Th. der Werth eines Pfundes Twist, d. h. dieselbe Arbeitszeit, die in 5 Th. in einem Pfund Twist enthalten ist, so wird nichts an dieser Werthbestimmung geändert, ob 4 × oder 4 Millionenmal Pfunde Twist abgeschäzt werden. Das Moment der Anzahl der Pfunde, weil es in andrer Form das Verhältniß der Surplusarbeit zur nothwendigen ausdrückt, wird bei der Preißbestimmung decisiv wichtig. In der Zehnstundenbill-etc-frage diese Sache populär anschaulich gemacht.
Aus dem obigen ergiebt sich ferner:
Der Arbeiter würde nur 20 Pf. Twist spinnen, nur Rohmaterial, Maschinerie etc zum Werth von 80 Th. monatlich verwerthen – als auf die nothwen- dige Arbeit sich einschränkender. Der Capitalist muß ausser dem Rohmaterial, Maschinerie etc, die nöthig sind zur Reproduction, Selbsterhaltung des Arbeiters, nothwendig Capital auslegen in Rohmaterial (und Maschinerie, wenn auch nicht in demselben Verhältniß) zur Vergegenständlichung der Surplusarbeit. (In der Agricultur, Fischfang, kurz den extractiven Industrien ist das nicht absolut nöthig; doch immer sobald sie ins Grosse, also industriell betrieben werden; erscheint dann als Mehrauslage nicht des Rohstoffs selbst, sondern der Instrumente, um ihn zu gewinnen.) Diese Surplusauslagen – d.h. die Darbietung des Materials für die Surplusarbeit – der gegenständlichen Elemente ihrer Verwirklichung – sind es eigentlich die die specifische sog. vorläufige Accumulation des Capitals bilden; das Accumuliren des Vorraths (sagen wir einstweilen noch), spezifisch dem Capital. Denn es ist abgeschmackt, wie wir noch näher sehn werden, es als dem Capital spezifisch anzusehn – daß die gegenständlichen Bedingungen der lebendigen Arbeit überhaupt vorhanden sein müssen – sei es von der Natur geliefert, oder geschichtlich erzeugt. Diese spezifischen Advances, die das Capital macht, heißt nichts, als daß es die vergegenständlichte Surplusarbeit – Surplusproduct – in neuer lebendiger Surplusarbeit verwerthet, statt sie, wie etwa ägyptische Könige oder etruskische Adelspfaffen in Pyramiden etc anzulegen (zu verausgaben).
Bei der Preißbestimmung (wie wir das auch vom Profit sehn werden) kömmt dann noch hinzu – der Betrug, die wechselseitige Prellerei. Der eine kann im Austausch gewinnen, was der andre verliert; sie können nur den Surpluswerth unter sich vertheilen – das Capital als Klasse. Die Proportionen aber eröffnen ein Feld der individuellen Ueberlistung, etc (abgesehn von Nachfrage und Zufuhr), die mit der Werthbestimmung als solcher nichts zu thun hat.
Also Nichts mit Herrn Proudhon's Entdeckung, daß der Arbeiter sein Product nicht zurückkaufen kann. Es beruht dieß darauf, daß er (P[roudhon]) nichts versteht, weder von der Werth-, noch von der Preißbestimmung. Aber wieder davon abgesehn, so seine Conclusion, daß daher Ueberproduction in dieser Abstraction falsch. Im Sklavenverhältniß tritt dadurch keine gêne für die Herren ein, daß die Arbeiter nicht als Consumenten mit ihnen concurriren. (Die Luxusproduction, wie sie bei den Alten auftritt, indeß nothwendiges Resultat des Sklavenverhältnisses. Nicht Ueberproduction, aber Ueberconsumtion und verrückte Consumtion, die ins Ungeheuerliche und Bizarre ausschlagend den Untergang des alten Staatenwesens bezeichnet.)
Das Capital, nachdem es aus dem Productionsprozeß heraustritt als Product, muß wieder in Geld verwandelt werden. Das Geld, das vorhin nur als realisirte Waare etc erschien, erscheint jezt als realisirtes Capital, oder das realisirte Capital als Geld. Dieß neue Bestimmung des Geldes (wie des Capitals). Daß die Masse des Geldes als Circulationsmittel mit der Schwierigkeit Capital zu realisiren, d. h. zu verwerthen nichts zu thun hat, geht schon aus der vorigen Entwicklung hervor. |
|33| Nimm in dem obigen Beispiel an, wo der Capitalist, wenn er das Pfund Twist zu 5 Th. verkauft, – nämlich 40 Pf. zu [je] 5 Th. –, also das Pfund Twist zu seinem wirklichen Werth verkauft und dadurch gewinnt Th. auf 5 (den Verkaufspreiß), 10 P. C. auf den Verkaufspreiß, oder auf 4 , d. h. 11 P. C. auf seine Auslage, er verkaufe nur zu 10 P. C. – nehme auf 4 Th. nur Th. Profit (dieß ist Unterschied von auf 4 Th.; gerade Unterschied von 1 P. C.). Er verkaufe also das Pfund zu 4 Th. + Th.; d. h. zu 4 Th. oder die 40 Pf. zu 198 Th. Es sind nun verschiedne Fälle möglich. Der Capitalist mit dem er austauscht – an den er seine 40 Pfund verkauft – nimm an, dieser sei Silberminenbesitzer, also Silberproducent – zahlt ihm nur 198 Thaler – giebt ihm also 2 Thaler zu wenig vergegenständlichte Arbeit in Silber für die in 40 Pf. Twist vergegenständlichte Arbeit. Gesezt bei diesem Capitalisten B seien die Verhältnisse der Auslagen ganz dieselben etc. Wenn Capitalist B auch nur 10 statt 11 nimmt, so dürfte er für 200 Th. nur verlangen nicht 40 Pf. Twist, sondern nur 39 . Es ist also unmöglich, daß beide Capitalisten zu gleicher Zeit sich zu 1 P. C. zu wenig verkaufen oder der eine böte 40 Pfund zu 198 Th. und der andre böte 200 Th. für 39 Pfund, ein Casus der nicht vorkommen kann. Capitalist B hätte im vorausgesezten Fall bei dem Einkauf von 40 Pf. Twist 1 P. C. zu wenig gezahlt; d. h. er hätte ausser dem Profit, den er nicht im Austausch erhält, sondern der im Austausch nur bestätigt wird, einem Profit von 11 P. C. noch durch den Verlust des andren Capitalisten 1 P. C. mehr gewonnen oder 12 P. C. An seinen eignen Arbeitern – der mit seinem eignen Capital in Bewegung gesezten Arbeit – hätte er 11 P. C. gewonnen; die 1 P. C. mehr sind Surplusarbeit der Arbeiter des Capitalisten A, die er sich aneignet. Die allgemeine Rate des Profits kann also in dem einen oder andren Geschäftszweig fallen dadurch, daß Concurrenz etc den Capitalisten zwingt unter dem Werth zu verkaufen, d. h. einen Theil der Surplusarbeit nicht für sich, sondern seine Käufer zu verwerthen. Aber die allgemeine Rate kann nicht so fallen; sie kann nur dadurch fallen, daß das Verhältniß der Surplusarbeit zur nothwendigen relativ fällt, und dieß, wie wir früher gesehn tritt ein wenn das Verhältniß schon sehr groß oder anders ausgedrückt das Verhältniß der von dem Capital in Bewegung gesezten lebendigen Arbeit sehr klein ist – der Theil des Capitals, der sich gegen lebendige Arbeit austauscht – sehr klein ist gegen den, der sich gegen Maschinerie und Rohmaterial austauscht. Die allgemeine Rate des Profits kann dann fallen, obgleich die absolute Surplusarbeit steigt.
Wir kommen damit auch auf einen andren Punkt. Eine allgemeine Rate des Profits ist überhaupt nur dadurch möglich, daß die Rate des Profits in dem einen Geschäftszweig zu groß und in dem andren zu klein ist; d. h. daß ein Theil des Surpluswerths – der der Surplusarbeit entspricht – übertragen wird von dem einen Capitalisten auf den andren. Wenn in 5 Geschäftszweigen zum Beispiel die Rate des Profits respektive a b c d e 15, 12, 10, 8, 5 P. C., so ist die Durchschnittsrate 10 P. C.; damit diese aber in der Realität existire müssen Capitalist A und B 7 P. C. abgeben an D und E, nämlich 2 an D und 5 an E, während bei C die Sache beim alten bleibt. Die Gleichheit der Rate des Profits auf dasselbe Capital von 100 ist unmöglich, da die Verhältnisse der Surplusarbeit durchaus verschieden sind, je nach der Productivität der Arbeit und dem Verhältniß zwischen Rohstoff, Maschinerie und Arbeitslohn und dem Umfang, worin überhaupt producirt werden muß. Gesezt aber Geschäftszweig e sei nothwendig, z. B. der der bakers, so müssen ihm die durchschnittlichen 10 P. C. gezahlt werden. Das kann aber nur geschehn indem a und b einen Theil ihrer Surplusarbeit dem e zu gut kommen lassen. Die Capitalistenklasse vertheilt so zu einem gewissen Grade den Gesammtsurpluswerth, daß, to a certain degree, sie gleichmässig nach dem Verhältniß der Grösse ihres Capitals, anstatt nach den wirklich von den Capitalien in den einzelnen Geschäftszweigen geschaffnen Surpluswerthen [an ihm theilnimmt]. Der größre Profit – der aus der wirklichen Surplusarbeit innerhalb eines Productionszweiges, dem wirklich geschaffnen Surpluswerth hervorgeht – wird herabgedrückt auf das Niveau durch die Concurrenz und das Minus von Surpluswerth in dem andren Geschäftszweig durch Entziehung von Capitalien aus demselben, also sich günstig stellendes Verhältniß von Nachfrage und Zufuhr heraufgehoben auf das Niveau. Die Concurrenz kann dieß Niveau selbst nicht herabsetzen, sondern hat nur die Tendenz ein solches Niveau zu schaffen. Das Weitre gehört in den Abschnitt von der Concurrenz. Es realisirt sich dieß durch das Verhältniß der Preisse in den verschiednen Geschäftszweigen, die in den einen unter ihren Werth fallen, in den andren über ihn steigen. Dadurch kömmt der Schein hervor als wenn die gleiche Summe Capital in ungleichen Geschäftszweigen gleiche Surplusarbeit oder Surpluswerth schaffe. – |
|34| Gesezt im obigen Beispiel, wo Capitalist A, sage durch die Concurrenz gezwungen, zu 10 P. C. Profit verkauft, statt zu 11 , und daher das Pfund Twist für Th. zu wohlfeil verkauft, so würde unter der Voraussetzung der Arbeiter nach wie vor 20 Th. erhalten, in Geld seinen nothwendigen Arbeitslohn; in Twist aber erhielte er statt 4 Pfund, 4 Pf. Er würde mit dem Twist verglichen über seinen nothwendigen Arbeitslohn hinaus erhalten Th. = Th. oder 6 Sgr., i. e. 1 P. C. auf seinen Arbeitslohn. Arbeitet der Arbeiter in einem Geschäftszweig, dessen Product ganz ausserhalb der Sphäre seines Consums liegt, so gewinnt er keinen farthing durch diese Operation, sondern die Sache ist für ihn die, daß er einen Theil seiner Surplusarbeit statt für den Capitalisten A direkt, für den Capitalisten B indirekt, d. h. durch Vermittlung des Capitalisten A verrichtet. Er kann nur gewinnen davon, daß der Capitalist A einen Theil der in seinem Product vergegenständlichten Arbeit umsonst abläßt, dadurch daß er selbst Consument dieses Products und nur in dem Grade wie er solcher Consument ist. Also wenn sein Twistconsum seiner Ausgabe beträgt, so gewinnt er exactly Th. durch die Operation ( Th. auf 2 Th., auf 1 exact 1 P.C. auf die 2 Th.), d. h. P. C. auf seinen Gesammtarbeitslohn von 20 Th., oder 7 Pfennige. Dieß wäre die Proportion – 7 Pfennige –, in der er an seiner eignen Surplusarbeit von 20 Th. theilnähme. Und auf solche Proportionen reducirt sich der Surpluslohn, den der Arbeiter im besten Fall macht durch das Sinken des Preisses in dem Geschäftszweige, worin er selbst beschäftigt ist, unter den nothwendigen Werth. Im besten Fall – und der ist unmöglich – ist die limit (im angegebnen Casus) 6 Sgr. oder 1 P. C., d. h. wenn er von Twist exclusiv leben könnte; d. h. im besten Fall ist sein Surpluslohn bestimmt durch das Verhältniß der nothwendigen Arbeitszeit zur Surplusarbeitszeit. In eigentlichen Luxusindustrien, von deren Consum er selbst ausgeschlossen ist, ist er immer = 0.
Nehmen wir nun an die Capitalisten A, B, C tauschten unter einander aus; bei allen das Gesammtproduct = 200 Th. A producire Twist, B Getreide und C Silber; die Verhältnisse von Surplusarbeit und nothwendiger, und von Auslagen und Profit seien ganz dieselben. A verkauft 40 Pf. Twist statt zu 200 Th. zu 198 und verliert 1 P. C. Gewinn; ditto B seine sage 40 Scheffel Getreide zu 198, statt zu 200; C aber tauscht seine in den 200 Thalern vergegenständlichte Arbeit ganz aus. Zwischen A und B ist das Verhältniß so, daß wenn jeder ganz austauschte mit dem andren keiner verliert. A erhielte 40 Scheffel Getreide, B 40 Pf. Twist; aber jeder nur einen Werth von 198. C erhält für 198 Th. 40 Pf. Twist oder 40 Bushel Getreide und zahlt in beiden Fällen 2 Th. zu wenig, oder erhält zu viel Pfund Twist oder Bushel Getreide. Nimm aber an das Verhältniß gestalte sich so, daß A verkauft zu 200 Th. seine 40 Pfund an den Silbermann C, dieser aber zahlen muß 202 an den Getreidemann B oder B 2 Th. über seinen Werth erhält. Zwischen dem Twist A und dem Silber C ist alles all right; beide tauschen den Werth gegen einander aus; aber dadurch daß [bei] B gestiegen ist der Preiß über seinen Werth sind in Getreide ausgedrückt die 40 Pf. Twist und die 200 Th. Silber gefallen um 1 P. C., oder beide könnten in der That mit den 200 Th. nicht mehr 40 Bushel Getreide kaufen, sondern nur noch 39 . 39 Bushel Weizen kosteten 200 Th., oder der Bushel Weizen statt 5 Th., 5 Th.; 5 Th. 1 Sgr. Nimm nun im leztren Verhältniß an, daß der Consum des Arbeiters zu aus Weizen besteht; sein Twistconsum war seiner Einnahme; sein Weizenconsum . An dem gewann er P. C. auf seinen Gesammtarbeitslohn; am Weizen verliert er ; er verliert also im Ganzen P. C. statt zu gewinnen. Obgleich der Capitalist ihm seine nothwendige Arbeit gezahlt hätte, fiele sein Lohn unter das nothwendige Salair in Folge der Ueberchargirung des Getreidemannes B. Dauerte dieß fort, so würde sein nothwendiger Arbeitslohn steigen müssen. Rührt also das Verkaufen des Twistes durch den Capitalisten A her von einem Steigen der Preisse des Getreides oder andrer Gebrauchswerthe, die den wesentlichsten Theil der Consumtion des Arbeiters bilden, über ihren Werth – so verliert der Arbeiter des Capitalisten A in demselben Verhältniß, wie sein Consum des theurer gewordnen Products grösser ist als des von ihm selbst producirten wohlfeilern. Hätte aber Twist A 1 P. C. über seinem Werth verkauft, und Getreide B 1 P. C. darunter, so könnte im besten Fall der Arbeiter, wenn er nur Getreide consumirte, nicht mehr als 6 Sgr. gewinnen, oder da wir vorausgesezt, daß er die Hälfte in Getreide [consumirt] nur 3 Sgr. oder P. C. ||35| auf seinen Arbeitslohn von 20 Th. Es können also alle 3 Fälle für den Arbeiter eintreten: sein Gewinn oder Verlust bei der Operation = 0; sie kann seinen nothwendigen Arbeitslohn depreciiren, so daß er nicht mehr hinreicht, also ihn herabfallen machen unter das nothwendige Minimum; sie kann 3tens ihm einen Surplusarbeitslohn verschaffen, der sich in einen extremely small Antheil an seiner eignen Surplusarbeit auflöst.
Wir haben oben gesehn, daß wenn das Verhältniß der nothwendigen Arbeit zu den andren Productionsbedingungen = (20 von 100 Gesammtauslage) oder = 20 P. C. des Gesammtwerths (in 20 Pf. Twist = 4 Pf. Twist) (oder von 100 Th. 80 Rohstoff und Instrument, 20 Arbeit) und das Verhältniß der Surplusarbeit zur nothwendigen wie 100 P. C. (nämlich dieselbe Quantität), der Capitalist 11 P. C. auf seine Auslage macht.
Wenn er nur 10 P. C. nähme und den Consumenten die 1 oder 2 Th. schenkte (Surpluswerth übermachte) würde der Arbeiter soweit er Consument ist ebenfalls gewinnen und im besten (unmöglichen) Fall, daß er nur von den Producten seines masters lebte, würde wie wir gesehn haben [folgendes stattfinden:]
| 1 P.C. | 1 P.C. = 6 Sgr. | |
| (= 2 Th.) Verlust | auf 20 Th. | |
| auf Seite des | Gewinn auf den | |
| Capitalisten | Arbeitslohn für | |
| den arbeiter | ||
| Gesetzt der Capitalist verkaufte das | ||
| Pfund Twist statt zu 5 Th. zu 4 | ||
| (4 ), so würde der Arbeiter am | ||
| Pfund gewinnen und an den | ||
| 44 Pf. = 1; 1 auf 20 aber | ||
| = = 5 P.C.; (1 th. auf 20); der | = 1 th. | |
| Capitalist würde die 40 Pf. ver- | ||
| kaufen zu 4 Th. = Th. | ||
| × 40 = 190 Th.; seine Auslagen | ||
| 180, sein Gewinn = 10 = 5 [P.C.], | 5 | |
|36| Hätte dagegen der Capitalist den Arbeitslohn um 10 P. C. erhöht, von 20 auf 22 Th., etwa weil in seinem Geschäftszweig die Nachfrage nach Arbeit über die Zufuhr gestiegen – während er nach wie vor das Pfund Twist zu seinem Werthe, i. e. zu 5 Th. verkauft, so wäre sein Profit nur gefallen um 2 Th.; von 20 auf 18; i. e. um 1 P. C. und wäre immer noch 10 P. C. geblieben.
Es folgt hieraus daß, wenn der Capitalist, etwa aus Rücksicht auf Herrn Proudhon, seine Waaren zu den Productionskosten verkaufte, die sie ihm machten, und sein Gesammtprofit = 0, dieß nur ein Transfer des Surpluswerths oder Surplusarbeitszeit vom Capitalisten A auf B, C, D etc wäre und in Bezug auf seinen Arbeiter im besten Fall der Gewinn – d. h. sein Antheil an seiner eignen Surplusarbeit – sich beschränken würde auf den Theil des Salairs, den er consumirt in der depreciirten Waare; und wenn er seinen ganzen Arbeitslohn in ihr spendete, nicht grösser sein könnte als im Verhältniß, worin die nothwendige Arbeit zum Gesammtproduct steht (im obigen Beispiel , , auf 20 = 2 Th.). In Bezug auf die fremden Arbeiter ist der Fall ganz derselbe; sie gewinnen an der depreciirten Waare nur in dem Verhältniß 1) worin sie dieselbe consumiren; 2) im Verhältniß zur Grösse ihres Salairs, das bestimmt ist durch die nothwendige Arbeit. Wäre die depreciirte Waare z. B. Getreide – one of the staffs of life – so würde zuerst der Producent desselben, der Pächter, und dann alle andren Capitalisten die Entdeckung machen, daß der nothwendige Lohn des Arbeiters nicht mehr der nothwendige Lohn ist; sondern über seinem Niveau steht; also herabgesezt; also schließlich nur der Surpluswerth der Capitalien a, b, c etc und die Surplusarbeit der in ihnen Beschäftigten vermehrt.
Gesezt 5 Capitalisten A, B, C, D und E. E producire eine Waare, die nur von Arbeitern consumirt wird. E würde dann seinen Profit rein realisiren durch Austausch seiner Waare mit Arbeitslohn; er rührte aber, wie sonst, nicht her vom Austausch seiner Waare gegen das Geld der Arbeiter, sondern vom Austausch seines Capitals mit lebendiger Arbeit. Gesezt die nothwendige Arbeit verhalte sich in allen 5 Geschäftszweigen wie ; sei in allen die Surplusarbeit; das constante Capital in allen = . Capitalist E tauscht aus sein Product gegen des Capitals a, des Capitals b, des Capitals c, des Capitals d und constituirt seinen eignen Arbeitslohn. An diesem lezten würde er nichts profitiren, wie wir gesehn, oder rather sein Profit würde nicht herrühren daher daß er den Arbeitern seines Capitals in Geld giebt, und sie dasselbe als Product von ihm wiederkaufen – würde nicht vom Austausch mit ihnen als Consumenten, oder Centren der Circulation herrühren. Als [mit] Consumenten seines Products beruht seine ganze Transaction mit ihnen darauf, daß er ihnen sein Product in der Form des Geldes giebt, und sie ihm dasselbe Geld wiedergeben für exact denselben aliquoten Theil des Products. Mit den Arbeitern von A, B, C, D steht er nicht im Verhältniß von Capitalist zu Arbeiter, sondern von W zu G, von Verkäufer zu Käufer. Nach der Voraussetzung verzehren die Arbeiter von A, B, C, D nichts von deren eignen Producten; E allerdings tauscht ein von dem Product von A, B, C und D, also ihres Products; aber dieser Austausch ist auf einem Umweg nur der Arbeitslohn, den A, B, C und D ihren eignen Arbeitern zahlen. Sie geben den Arbeitern Geld jeder zum Werth von ihres Products, oder ihres Products als Zahlung für die nothwendige Arbeit und diese kaufen damit, mit des Werths ihres Products oder Capitals die Waare von E. Dieser Austausch mit E ist also nur eine indirekte Form, worin sie den Theil des Capitals, der nothwendige Arbeit repräsentirt – also Abzug von ihrem Capital, vorschiessen. Sie können also nicht gewinnen dadurch. Der Gewinn rührt her von der Verwerthung der übrigen Capitals a, b, c, d und diese Verwerthung besteht eben darin, daß jeder die in seinem Product vergegenständlichte Arbeit in andrer Form zurückerhält durch den Austausch. ersezt jedem, da Theilung der Arbeit unter ihnen existirt, sein constantes Capital, Rohstoff und Arbeitsinstrument. In der wechselseitigen Verwerthung des lezten besteht ihr Gewinn – die Verwerthung der Surplusarbeitszeit; ihr Setzen als Surpluswerth. Es ist nicht nöthig, daß Capital a, b, c, d die ganz gegen einander austauschen. Da sie als Capitalisten zugleich starke Consumenten sind, und keineswegs von der Luft leben, können, da sie aber ebenfalls als Capitalisten nicht von ihrer Arbeit leben, haben sie nichts auszutauschen oder zu consumiren als das Product der fremden. D. h. für ihren Consum tauschen sie eben das , das die Surplusarbeitszeit, die durch das Capital geschaffne Arbeit, repräsentirt. Gesezt jeder consumire dieses , d. h. , in der Form seines ||37| eignen Products. Bleiben dann noch durch den Austausch, sei es zu verwerthen, sei es in Gebrauchswerth für eigne Consumtion zu verwandeln. A tausche gegen B, gegen C, gegen E aus und ähnlich auf Seite von B, C, E.
Der Fall wie wir ihn gesezt haben, wo Capital E seinen Profit ganz realisirt im Austausch gegen Salair ist der günstigste – oder drückt vielmehr das einzig richtige Verhältniß aus, worin es möglich ist, daß das Capital seinen in der Production geschaffne Mehrwerth im Austausch realisirt durch den Consum der Arbeiter. Aber in diesem Fall können Capitalien a, b, c, d ihren Werth nur realisiren durch Austausch unter einander, also durch den Austausch der Capitalisten unter sich selbst. Capitalist E consumirt nicht von seiner eignen Waare, da er davon an seine eignen Arbeiter gezahlt hat, ausgetauscht gegen des Capitals a, gegen des Capitals b, gegen des Capitals c, gegen des Capitals d. Von diesem Austausch machen A, B, C, D keinen Profit, da es das respective , womit sie ihre eignen Arbeiter gezahlt haben.
Nach dem Verhältniß, das wir angenommen haben von Rohstoff, Maschinerie, Arbeiternecessaries, Surplusproduce, wovon zugleich die Herren Capitalisten leben und ihren Surpluswerth realisiren, brauchen wir, wenn das Gesammtproduct jedes A, B, C, D, E = 100, einen Producenten E für necessaries von Arbeitern, 2 Capitalisten A und B, die Rohstoffe produciren für alle andren, 1 C, der die Maschinerie produciert, einen D, der das Surplusproduce bereitet. Die Rechnung wäre so (der Maschinist etc muß jeder Theil seiner Waare für sich selbst produciren):
| für | Roh- | Maschi- | Surplus- | |||||||||||
| Arbeit | stoff | nerie | produce | |||||||||||
| A) | Rostoff- | |||||||||||||
| fabrikanten | 20 | – | 40 | – | 20 | – | 20 | = | 100 | 2 | ||||
| B) | ditto | 20 | – | 40 | – | 20 | – | 20 | = | 100 | 2 | |||
| C) | Maschinist | 20 | – | 40 | – | 20 | – | 20 | = | 100 | 2 | |||
| E) | Arbeiter- | |||||||||||||
| necessaries | 20 | – | 40 | – | 20 | – | 20 | = | 100 | 2 | ||||
| D) | Surplus- | |||||||||||||
| producent | 20 | – | 40 | – | 20 | – | 20 | = | 100 | |||||
| 10 | 20 | 10 | 10 | = | 50 |
E also tauscht sein ganzes Product von 100 aus gegen den Arbeitslohn 20 für seine eignen Arbeiter, 20 für die Arbeiter von Rohstoff A, 20 für die Arbeiter von Rohstoff B, 20 für die Arbeiter von Maschinist C, 20 für die Arbeiter von Surplusproducent D; dafür tauscht er ein 40 für Rohstoff, 20 für Maschinerie, 20 erhält er wieder für Arbeiternecessaries und 20 bleiben ihm für Ankauf von Surplusproduce, wovon er selbst lebt. Ebenso die andren im Verhältniß. Was ihren Mehrwerth constituirt ist das oder 20, das sie alle gegen Surplusproduce austauschen können. Wenn sie das ganze Surplus consumirten wären sie am Ende so weit wie am Anfang und der Mehrwerth ihres Capitals würde nicht wachsen. Gesezt sie verzehren nur 10; oder , die Hälfte des Surpluswerths; so würde Surplusproducent D selbst weniger verzehren 10; und jeder der andren 10 weniger: im Ganzen würde er also nur seine halbe Waare = 50 verkaufen und könnte sein Geschäft nicht von vorn anfangen. Setze also an Consumtibilien producire er nur 50. Auf die 400 Th. die in Rohstoffen, Maschinen, Arbeiternecessaries existiren kommen also nur 50 für Consumtibilien für die Capitalisten. Aber jeder der Capitalisten besizt jezt ein Surplus von 10, wovon 4 in Rohstoff, 2 in Maschinen, 2 in Arbeiternecessaries, woran er gewinnen soll 2 (wie vorhin mit 80 … 100); D hat an seinen 40 gewonnen 10 und kann also im selben Verhältniß seine Production vermehren, nämlich um 5. Er producirt das nächste Jahr 7 mehr = 57 .|
/38/ Dieß Beispiel kann oder kann nicht später ausgeführt werden. Gehört eigentlich nicht hierher. So viel ist klar, daß die Verwerthung stattfindet hier in dem Austausch der Capitalisten unter einander, denn obgleich E nur producirt für den Arbeiterconsum, so tauscht er in der Form des Arbeitslohns ein von A, von B, von C, von D etc. Ebenso tauschen A, B, C, D mit E aus: nicht direkt; aber indirekt, indem jeder als necessaries für seine Arbeiter von ihm braucht. Die Verwerthung besteht darin, daß jeder sein eignes Product gegen aliquote Theile der Producte der 4 andren austauscht, und zwar so, daß von dem Surplusproduct ein Theil für den Consum des Capitalisten bestimmt ist, ein Theil sich in Surpluscapital verwandelt, womit neue Arbeit in Bewegung zu setzen. Die Verwerthung besteht in der realen Möglichkeit größrer Verwerthung – Production neuer und größrer Werthe. Es ist hier klar, daß wenn D und E, wovon E alle von dem Arbeiter consumirten und D alle von dem Capitalisten consumirten Waaren darstellt, zu viel producirt hätten – nämlich zu viel im Verhältniß zu der Proportion des für die Arbeiter bestimmten Theils des Capitals, oder zu viel im Verhältniß des von den Capitalisten consumirbaren Theils des Capitals ❲zu viel im Verhältniß worin sie das Capital vermehren müssen; und dieses Verhältniß erhält später eine Minimumgrenze im Zins❳ allgemeine Ueberpro- duction stattfände nicht weil relativ zu wenig von den von den Arbeitern oder zu wenig von den von den Capitalisten zu consumirenden Waaren [consumirt], sondern weil von beiden zu viel producirt wäre – zu viel nicht für den Consum, sondern um das richtige Verhältniß zwischen Consum und Verwerthung festzuhalten; zu viel für die Verwerthung.
In andren Worten: Auf einem gegebnen Standpunkt der Entwicklung der Productivkräfte – (denn diese wird bestimmen das Verhältniß der nothwendigen Arbeit zur Surplusarbeit) – findet ein fixes Verhältniß statt, worin sich theilt das Product in einen Theil entsprechend – Rohmaterial, Maschinerie, nothwendiger Arbeit, Surplusarbeit und schließlich, die Surplusarbeit selbst in einen Theil, der der Consumtion anheimfällt, und einen andren, der wieder zu Capital wird. Diese innre Begriffliche Theilung des Capitals erscheint beim Austausch so, daß bestimmte und beschränkte – wenn auch im Verlauf der Production stets wechselnde – Proportionen stattfinden für den Austausch der Capitalien unter einander. Ob die Verhältnisse z. B. von Rohstoff, Maschinerie, Arbeitslohn, Surplusproduct, wovon wieder für Consum, für neue Production bestimmt ist – diese Theilung innerhalb des Capitals – erscheint im Austausch als Vertheilung say zwischen 5 Capitalien. Jedenfalls ist damit gegeben sowohl die Summe des Austauschs der stattfinden kann als auch die Proportionen, worin jedes dieser Capitalien sowohl austauschen wie produciren muß. Ist das Verhältniß von der nothwendigen Arbeit zum constanten Theil des Capitals z. B. wie im obigen Beispiel = , so haben wir gesehn, daß das Capital, das für den Consum der Capitalisten und Arbeiter zusammen arbeitet nicht grösser sein darf wie + der 5 Capitalien, von denen jedes 1 vorstellt, = 1 Capitalien. Ebenso ist das Verhältniß gegeben, worin jedes Capital mit dem andern, das ein bestimmtes Moment seiner selbst darstellt, austauschen muß. Endlich worin jedes überhaupt austauschen muß. Ist das Verhältniß z. B. des Rohstoffs = , so können die Capitalien, die den Rohstoff produciren, an irgend einem lezten Punkt immer nur austauschen, während als fix zu betrachten sind. (Z. B. als Saamen etc in der Agricultur.) Der Austausch an und für sich giebt diesen begrifflich gegen einander bestimmten Momenten ein gleichgültiges Dasein; sie existiren unabhängig von einander; ihre innere Nothwendigkeit erscheint in der Crise, die ihrem gleichgültigen Schein gegen einander gewaltsam ein Ende macht.
Eine Revolution in den Productivkräften ferner ändert diese Verhältnisse, verändert diese Verhältnisse selbst, deren Grundlage – auf dem Standpunkt des Capitals und daher auch der Verwerthung durch den Austausch – immer bleibt das Verhältniß der nothwendigen zur Surplusarbeit, oder, if you please, der verschiednen Momente der vergegenständlichten zur lebendigen Arbeit. Es ist möglich, wie wir schon früher angedeutet, daß das durch die Vermehrung der Productivkräfte frei gewordne Capital sowohl wie frei gewordne lebendige Arbeitsvermögen beide brachliegen bleiben müssen, weil sie nicht in den Proportionen vorhanden sind, unter denen die Production auf der Grundlage der neu entwickelten Productivkräfte stattfinden muß. Geht sie gleichgültig dagegen voran, so muß sich schließlich beim Austausch auf einer oder der andren Seite ein Minus herausstellen, eine negative Grösse.
Die Schranke bleibt immer daß der Austausch so stattfindet – also auch die Production – daß das Verhältniß der Surplusarbeit gegen die nothwendige dasselbe bleibt – denn dieß ist = dem Gleichbleiben der Verwerthung des Capitals. Das zweite Verhältniß – die Proportion zwischen dem von dem Capital consumirten Theil des Surplusproducts zu dem von neuem in Capital verwandelten – ist bestimmt durch das erste Verhältniß. Erstens hängt die Grösse der in diese 2 Theile zu theilenden Summe von diesem ursprünglichen Verhältniß ab; zweitens, wenn die Schöpfung des Mehrwerths des Capitals beruht auf der Schöpfung von Surplusarbeit, so die Vermehrung des Capitals als Capitals (die Accumulation und ohne diese kann das Capital nicht die Grundlage der Production bilden, da es ||39| stagnant bliebe und kein Element des Fortschritts, nöthig schon durch das blose Wachsen der Bevölkerung etc) abhängig von der Verwandlung eines Theils dieses Surplusproducts in neues Capital. Würde der Mehrwerth einfach consumirt, so hätte sich das Capital nicht verwerthet und nicht producirt als Capital; d. h. als Werth, der den Werth producirt.
Wir haben gesehn, wenn 40 Pf. Twist zum Werth von 200 Th. – weil sie in 200 Th. vergegenständlichte Arbeitszeit enthalten – ausgetauscht würden zu 198, verliert nicht nur der Twistfabricant 1 P. C. Gewinn, sondern sein Product ist entwerthet, ist unter seinem realen Werth verkauft, obgleich es zu einem Preiß verkauft ist, der ihm still leaves a profit of 10 P. C. Anderseits gewinnt der Silberproducent 2 Th. Behält 2 Th. als freigewordnes Capital. Dennoch hat eine Entwerthung stattgefunden, wenn die Gesammtsumme betrachtet wird. Denn die Summe ist 398 Th. statt 400. Denn in der Hand des Silberproducenten sind die 200 Th. Twist nun auch nur werth 198; es ist für ihn dasselbe, als hätte sich die Productivkraft seiner Arbeit so vermehrt, daß nach wie vor dieselbe vergegenständlichte Arbeit in 200 Th. enthalten, aber 2 Th. davon von dem Conto der nothwendigen Auslagen auf das des Surpluswerths übergetreten wären, er 2 Th. weniger gezahlt hätte für nothwendige Arbeit. Das Umgekehrte könnte nur der Fall sein, wenn der Silberproducent fähig wäre die 40 Pf. Twist, die er für 198 Th. gekauft hat, wieder zu verkaufen zu 200 Th. Dann würde er 202 Thaler haben und sage er habe sie verkauft gegen einen Seidenfabrikanten, der ihm in Seide den Werth von 200 Th. für die 40 Pf. Twist gegeben. Die 40 Pf. Twist wären dann zu ihrem wahren Werth verkauft, wenn nicht in erster Hand von ihrem Producenten, so doch in zweiter, von ihrem Käufer und die Gesammtrechnung würde sich so stellen: Ausgetauscht 3 Producte, jedes enthaltend vergegenständlichte Arbeit zum Werth von 200; also Summe der Werthe der Capitalien: 600. A der Twistfabrikant, B der Silberfabrikant, C Seidefabrikant: A 198, B 202 (nämlich 2 Ueberschuß vom ersten Austausch und 200 in Seide), C 200. Summa 600. In diesem Fall der Gesammtwerth der Capitalien derselbe geblieben, und es hat nur ein Deplacement stattgefunden, indem B einen Theil des Werths zu viel eincassirt hätte, der auf A zu wenig gefallen ist.
Wenn A, der Twistfabrikant, nur 180 verkaufen könnte, (was ihm die Sache kostet) und 20 [in] Twist absolut nicht absetzen könnte, so wäre vergegenständlichte Arbeit von 20 Thaler werthlos geworden. Dasselbe wäre der Fall wenn er Werth von 200 für 180 Thaler gebe; für B – den Silberfabricanten –: insofern diese Nothwendigkeit für A durch Ueberproduction in Twist entstanden wäre, B also auch den in den 40 Pfund Twist enthaltnen Werth für nicht mehr als 180 loswerden könnte – hätte [B] 20 Th. von seinem Capital frei gemacht. Er hätte einen relativen Surpluswerth von 20 Th. in der Hand, aber an Summe von absolutem Werth – vergegenständlichter Arbeitszeit soweit sie austauschbar ist – nach wie vor nur 200 – nämlich 40 Pf. Twist für 180 und 20 Th. freigewordnes Capital. Für ihn wäre es dasselbe als ob sich die Productionskosten des Twists vermindert hätten, d. h. daß durch Steigerung der Productivkraft der Arbeit, in 40 Pf. Twist für 20 Th. weniger Arbeitszeit enthalten wäre, oder wenn der Arbeitstag = 4 Th., 5 Arbeitstage weniger nöthig wären um x Pf. Baumwolle in 40 Pf. Twist zu verwandeln; er also weniger in Silber vergegenständlichte Arbeitszeit gegen die in Twist vergegenständlichte Arbeitszeit auszutauschen hätte. Die Gesammtsumme der vorhandnen Werthe wäre aber 380 statt 400. Es hätte also eine allgemeine Entwerthung von 20 Th. stattgefunden oder eine Vernichtung von Capital zu dem Belauf von 20 Th. Eine allgemeine Entwerthung findet also statt, obgleich die Depreciation, daß der Twistfabricant 40 Pf. zu 180 statt zu 200 verkauft, nothwendig als eine Appreciation auf der Seite des Silbers, eine Depreciation des Twistes gegen Silber erscheint und allgemeine Depreciation der Preisse überhaupt immer einschließt Appreciation des Geldes, nämlich der Waare, worin alle übrigen geschäzt werden. In einer Crise – einer allgemeinen Depreciation der Preisse – findet also zugleich statt bis zu einem gewissen Moment eine allgemeine Entwerthung oder Vernichtung von Capital. Die Entwerthung kann allgemein sein, absolut, nicht nur relativ, wie die Depreciation, weil der Werth nicht blos, wie der Preiß ein Verhältniß einer Waare zu einer andren ausdrückt, sondern das Verhältniß des Preisses der Waare zu der in ihr vergegenständlichten Arbeit oder von einem Quantum vergegenständlichter Arbeit von derselben Qualität zum andren. Sind diese Quanta nicht gleich, so findet Entwerthung statt, die nicht aufgewogen wird durch Appreciation auf der andren Seite, da die andre Seite ein fixes, durch den Austausch nicht veränderliches Quantum vergegenständlichter Arbeit ausdrückt. Diese Entwerthung erstreckt sich in allgemeinen Crisen bis auf das lebendige Arbeitsvermögen selbst. Nach dem oben Ange ||40| deuteten ist die Vernichtung von Werth und Capital, die in einer Crise stattfindet, zusammenfallend – oder gleichbedeutend – mit einem allgemeinen Wachsthum der Productivkräfte, das indeß stattfindet nicht durch wirkliche Vermehrung der Productivkraft der Arbeit (soweit diese in Folge von Crisen stattfindet, gehört nicht hierher), sondern durch Verminderung des vorhandnen Werths der Rohstoffe, Maschinen, Arbeitsvermögens. Z. B. Der Baumwollfabrikant verliert Capital an seinen Producten (Twist f. i.), aber er kauft zu niedrigrem Preiß denselben Werth in Baumwolle, Arbeit, etc. Es ist für ihn dasselbe als wenn der wirkliche Werth der Arbeit, der Baumwolle etc sich vermindert hätte, d. h. als ob sie durch gesteigerte Productivkraft der Arbeit wohlfeiler producirt worden wären. Ebenso würde andrerseits ein plötzliches allgemeines Wachsthum der Productivkräfte alle vorhandnen Werthe, die Arbeit auf einer niedrigren Stufe der Productivkräfte vergegenständlichen, relativ entwerthen und vorhandnes Capital daher vernichten, ebenso wie vorhandnes Arbeitsvermögen. Die andre Seite der Crise löst sich auf in wirkliche Verminderung der Production, der lebendigen Arbeit – um das richtige Verhältniß zwischen nothwendiger und Surplusarbeit, worauf alles in lezter Instanz beruht, wieder herzustellen. (Also keineswegs, wie Lord Overstone meint – als echter Geldwuchrer – das Crisen sich einfach auflösen in enormous profits for the one, and tremendous losses for the other.)
Der Austausch ändert nicht die innren Bedingungen der Verwerthung; aber er wirft sie nach aussen; giebt ihnen selbstständige Form gegen einander, und läßt so die innere Einheit nur als innre Nothwendigkeit existiren, die sich daher äusserlich gewaltsam in den Crisen äussert. Beides ist daher im Wesen des Capitals gesezt: sowohl die Entwerthung des Capitals durch den Productionsprocess, als die Aufhebung derselben und das Herstellen der Bedingungen für die Verwerthung des Capitals. Die Bewegung, worin dieß wirklich vor sich geht – kann erst betrachtet werden, sobald das reale Capital, d. h. die Concurrenz etc – die wirklichen realen Bedingungen betrachtet sind. Gehört noch nicht hierher. Andrerseits, ohne den Austausch, existirte die Production des Capitals als solchen nicht; da die Verwerthung als solche nicht existirt ohne Austausch. Ohne Austausch würde es sich nur handeln um das Messen etc des producirten Gebrauchswerths, überhaupt nur um den Gebrauchswerth.
Nachdem das Capital sich: durch den Productionsprocess 1) verwerthet hat, d. h. einen Neuwerth geschaffen; 2) entwerthet, d. h. aus der Form von Geld in die einer bestimmten Waare übergegangen, 3) verwerthet es sich sammt seinem Neuwerth, indem das Product wieder in die Circulation geworfen und als W gegen G ausgetauscht wird. Die wirklichen Schwierigkeiten dieses 3t Processes sind auf dem Punkt, wo wir jezt stehn, wo das Capital nur im Allgemeinen betrachtet wird – nur als Möglichkeiten vorhanden und daher ebenso als Möglichkeiten aufgehoben. Product also jezt gesezt als wieder in Geld verwandelt.
Das Capital ist jezt also wieder als Geld gesezt und das Geld daher in der neuen Bestimmung von realisirtem Capital, nicht blos als realisirter Preiß der Waare. Oder die im Preiß realisirte Waare ist jezt realisirtes Capital. Diese neue Bestimmung des Geldes oder vielmehr des Capitals als Geld werden wir später betrachten. Zunächst der Natur des Geldes nach, erscheint am Capital – indem es in Geld verwandelt ist – nur gemessen der Neuwerth den es geschaffen; d. h. es wiederholt sich die erste Bestimmung des Geldes als des allgemeinen Maasses der Waaren; jezt als Maaß des Mehrwerths – der Verwerthung des Capitals. In der Form von Geld erscheint diese Verwerthung als an sich selbst gemessen; ihr Maaß an sich selbst habend. Das Capital war ursprünglich 100 Th.; indem es jezt 110 ist, ist das Maaß seiner Verwerthung in seiner eignen Form gesezt – als Proportion des aus dem Productionsprocess und dem Austausch retournirten Capitals (zu seiner Geldform retournirten) zum ursprünglichen Capital; nicht mehr als Beziehung zweier qualitativ ungleicher – vergegenständlichter und lebendiger Arbeit – oder der nothwendigen Arbeit und der geschaffenen Surplusarbeit. Indem das Capital als Geld gesezt ist, ist es so in der ersten Bestimmung des Geldes gesezt, als Maaß des Werths. Dieser Werth ist aber hier sein eigner Werth, oder das Maaß seiner Selbstverw[erthung]. Wir werden hierauf zurückkommen (im Profit).
Die zweite Form des Geldes war die des Circulationsmittels und nach dieser Seite erscheint die Geldform des Capitals als nur verschwindendes Moment, um es wieder auszutauschen, aber nicht wie bei dem Geld als Circulationsmittel überhaupt, gegen Waaren – Gebrauchswerthe – zum Consum auszutauschen, sondern um es auszutauschen gegen die besondren Gebrauchswerthe, einerseits Rohmaterial und Instrument, andrerseits lebendiges Arbeitsvermögen, in denen es von neuem seinen Umlauf als Capital beginnen kann. ||41| In dieser Bestimmung ist es capital circulant, worüber später. Das Resultat seiner als Geldes in der Bestimmung des Circulationsmittels ist aber der Beginn des Productionsakts vom gesezten Capital aus, und das ist der Punkt, den wir hier zunächst betrachten werden, ehe wir weiter gehn. (In der ersten Bestimmung, dem Maaß, erscheint der Neuwerth zwar gemessen; aber der Unterschied nur formell; statt Surplusarbeit Geld – in einer bestimmten Waare vergegenständlichte Surplusarbeit. Die qua- litative Natur dieses Neuwerths untergeht aber auch eine Aenderung – d. h. der Maaßgrösse selbst, die erst später zu betrachten. Zweitens als Circulationsmittel ist das Verschwinden der Geldform auch nur noch formell. Sie bekommt erst wesentlich, nachdem nicht nur der erste Kreislauf vollendet, sondern auch der 2te. Resultirt also zunächst nur darin, daß wir wieder beim Anfang des Verwerthungsprocesses stehn. An diesem Punkt nehmen wir daher zunächst den Fortgang auf.)
Die dritte Form des Geldes als selbstständiger, negativ gegen die Circulation sich verhaltender Werth, ist das Capital, das nicht als Waare aus dem Productionsprocess heraus wieder in den Austausch tritt, um Geld zu werden. Sondern das Capital, das in der Form des sich auf sich selbst beziehenden Werthes Waare wird, in die Circulation tritt. (Capital und Zins.) Diese 3te Form unterstellt das Capital in den frühern und bildet zugleich den Uebergang aus dem Capital in die besondren Capitalien, die realen Capitalien; da jezt, in dieser lezten Form das Capital seinem Begriff nach sich schon in zwei Capitalien von selbstständigem Bestehn scheidet. Mit der Zweiheit ist dann die Mehrheit überhaupt gegeben. Such is the march of this development.
❲Ehe wir nun weiter gehn, noch diese Bemerkung. Das Capital im All- gemeinen, im Unterschied von den besondren Capitalien erscheint zwar 1) nur als eine Abstraction; nicht eine willkührliche Abstraction, sondern eine Abstraction, die die differentia specifica des Capitals im Unterschied zu allen andren Formen des Reichthums auffaßt – oder Weisen, worin die Production (gesellschaftliche) sich entwickelt. Es sind dieß Bestimmungen, die jedem Capital als solchem gemein, oder jede bestimmte Summe von Werthen zum Capital machen. Und die Unterschiede innerhalb dieser Abstraction sind ebenso abstracte Besonderheiten, die jede Art Capital characterisiren, indem es ihre Position oder Negation ist (z. B. capital fixe oder capital circulant); 2) aber ist das Capital im Allgemeinen im Unter- schied von den besondren reellen Capitalien selbst eine reelle Existenz. Es ist dieß von der gewöhnlichen Oekonomie anerkannt, wenn auch nicht ver- standen; und bildet ein sehr wichtiges Moment für ihre Lehre von den Ausgleichungen etc. Z. B. das Capital in dieser allgemeinen Form, obgleich einzelnen Capitalisten gehörig, in seiner elementarischen Form als Capital, bildet das Capital das sich in den banks accumulirt oder durch sie distribuirt wird, und wie Ricardo sagt, sich so bewundernswürdig vertheilt im Verhältniß zu den Bedürfnissen der Production. Es bildet ebenso durch loans etc einen level zwischen den verschiednen Ländern. Ist es daher z. B. ein Gesetz des Capitals im Allgemeinen, daß, um sich zu verwerthen, es sich doppelt setzen muß, und sich in dieser doppelten Form doppelt verwerthen muß, so wird z. B. das Capital einer besondren Nation, die im Gegensatz zu einer andren par excellence Capital repräsentirt, sich ausleihn müssen an eine 3te Nation, um sich verwerthen zu können. Das Doppeltsetzen, sich auf sich selbst als fremdes beziehn, wird in diesem case verdammt real. Während das Allgemeine daher einerseits nur gedachte differentia specifica, ist sie zugleich eine besondre reelle Form neben der Form des Besondern und Einzelnen. (Nous reviendrons plus tard sur ce point qui, quoique d'un caractère plus logique qu'économiste, prouvera néanmoins d'une grande importance dans le progrès de notre recherche. So auch in der Algebra. Z. B. a, b, c sind Zahlen überhaupt; im Allgemeinen; dann aber sind sie ganze Zahlen gegen , , , , etc die sie indeß als die allgemeinen Elemente voraussetzen.)❳|
|42| Der Neuwerth also selbst wieder als Capital gesezt, als vergegenständlichte Arbeit eingehend in den Austauschprocess mit der lebendigen, und daher sich theilend in einen constanten Theil – die objektiven Bedingungen der Arbeit, Material und Instrument – und die Bedingungen für die subjektive Bedingung der Arbeit, die Existenz des lebendigen Arbeitsvermögens, die necessaries, Lebensmittel für den Arbeiter. Bei diesem 2ten Auftreten des Capitals in dieser Form erscheinen Punkte aufgeklärt, die in seinem ersten Vorkommen – dem Gelde, das aus seiner Bestimmung als Werth in die des Capitals übergeht – durchaus unklar waren. Jezt sind sie durch den Prozeß der Verwerthung und Production selbst ausgelegt. Beim ersten Vorkommen erschienen die Voraussetzungen selbst äusserlich aus der Circulation herkommend; als äussere Voraussetzungen für die Entstehung des Capitals; daher nicht aus seinem inneren Wesen hervorgehend, und nicht aus demselben erklärt. Diese äusserlichen Voraussetzungen werden jezt als Momente der Bewegung des Capitals selbst erscheinen, so daß es selbst sie – wie sie immer historisch entstehen mögen – als seine eignen Momente vorausgesezt hat.
Innerhalb des Productionsprocesses selbst erschien der Surpluswerth, der durch den Zwang des Capitals sollicitirte Surpluswerth, als Surplusarbeit; selbst in der Form der lebendigen Arbeit, die aber, da sie nicht aus nichts schaffen kann, ihre objektiven Bedingungen vorfindet. Jezt erscheint diese Surplusarbeit vergegenständlicht als Surplusproduct, und dieses Surplusproduct, um sich als Capital zu verwerthen, theilt sich in doppelter Form: als objektive Arbeitsbedingung – Material und Instrument –; als subjektive – Lebensmittel für die nun ins Werk zu setzende lebendige Arbeit. Die allgemeine Form als Werth – vergegenständlichte Arbeit – und aus der Circulation herkommende vergegenständlichte Arbeit – ist natürlich die allgemeine sich von selbst verstehende Voraussetzung. Ferner: Das Surplusproduct in seiner Totalität – objectivirend die Surplusarbeit in ihrer Totalität – erscheint jezt als Surpluscapital (verglichen mit dem ursprünglichen Capital, bevor es diesen Umlauf vorgenommen hatte), d. h. als verselbstständigter Tauschwerth, der dem lebendigen Arbeitsvermögen als seinem spezifischen Gebrauchswerth gegenübertritt. Alle Momente, die dem lebendigen Arbeitsvermögen als fremde, äusserliche und es unter gewissen, von ihm selbst unabhängigen Bedingungen consumirende, verwendende Mächte gegenübertraten, sind jezt gesezt als sein eignes Product und Re- sultat.
Erstens: Der Surpluswerth oder Surplusproduct ist nichts als eine bestimmte Summe vergegenständlichter lebendiger Arbeit – die Summe der Surplusarbeit. Dieser neue Werth, der der lebendigen Arbeit als selbstständiger, mit ihr sich austauschender, als Capital gegenübertritt, ist das Product der Arbeit. Er ist selbst nichts als der Ueberschuß der Arbeit über- haupt über die nothwendige Arbeit – in objectiver Form und darum als Werth.
Zweitens: Die besondren Gestalten, die dieser Werth annehmen muß, um sich von neuem zu verwerthen, d. h. als Capital zu setzen, – einerseits als Rohmaterial und Instrument – andrerseits als Lebensmittel für die Arbeit während des Productionsaktes, sind ebenso daher nur besondre Formen der Surplusarbeit selbst. Rohmaterial und Instrument sind von ihr selbst in solchen Verhältnissen producirt – oder sie selbst ist objektiv in der Proportion als Rohmaterial und Instrument gesezt, die erlaubt, daß sich nicht nur eine bestimmte Summe nothwendiger – d. h. die Lebensmittel (ihren Werth) reproducirender lebendiger Arbeit sich in ihr vergegenständlichen kann und zwar fortwährend vergegenständlichen, also stets von neuem die Diremtion in die objektiven und subjektiven Bedingungen ihrer Selbsterhaltung und Selbstreproduction von neuem wieder anfangen kann, sondern daß, indem die lebendige Arbeit diesen Reproductionsprocess ihrer gegenständlichen Bedingungen vollzieht, sie zugleich Rohmaterial und Instrument in solchen Proportionen gesezt hat, daß sie als Surplusarbeit, als Arbeit über die nothwendige hinaus, sich in ihnen verwirklichen und sie daher zum Material neuer Werthschöpfung machen kann. Die objektiven Bedingungen der Surplusarbeit – die sich auf die Proportion von Rohmaterial und Instrument über die Erheischnisse der nothwendigen Arbeit hinaus beschränken, während die objektiven Bedingungen der nothwendigen Arbeit zerfallen innerhalb ihrer Objektivität in objektive und subjektive, in sachliche Momente der Arbeit und subjektive (Lebensmittel der lebendigen Arbeit), erscheinen daher jezt, sind daher jezt gesezt als Product, Resultat, objektive Form, äusserliche Existenz der Surplusarbeit selbst. Ursprünglich dagegen erschien es der lebendigen Arbeit selbst fremd – als That auf Seiten des Capitals – daß Instrument und Lebensmittel vorhanden waren zu einem Umfang der der lebendigen Arbeit möglich machte sich nicht nur als nothwendige, sondern als Surplusarbeit zu verwirklichen.
Drittens: Das selbstständige Fürsichsein des Werths gegenüber dem lebendigen Arbeitsvermögen – daher sein Dasein als Capital – die objektive an sich haltende Gleichgültigkeit, die Fremdheit der objektiven Arbeitsbedingungen gegen das lebendige ||43| Arbeitsvermögen, die bis zu dem Punkt fortgeht, daß diese Bedingungen der Person des Arbeiters in der Person des Capitalisten – als Personificationen mit eignem Willen und Interesse gegenübertreten – diese absolute Scheidung, Trennung des Eigenthums, d. h. der sachlichen Arbeitsbedingungen vom lebendigen Arbeitsvermögen – daß sie ihm als fremdes Eigenthum, als die Realität einer andren juristischen Person, das absolute Gebiet ihres Willens gegenübertreten – und daß daher andrerseits die Arbeit als fremde Arbeit gegenüber dem im Capitalisten personificirten Werth, oder den Arbeitsbedingungen erscheint – diese absolute Trennung zwischen Eigenthum und Arbeit, zwischen dem lebendigen Arbeitsvermögen und den Bedingungen seiner Realisirung, zwischen vergegenständlichter und lebendiger Arbeit, zwischen dem Werth und der Werthschaffenden Thätigkeit – daher auch die Fremdheit des Inhalts der Arbeit gegen den Arbeiter selbst – diese Scheidung erscheint jezt ebenfalls als Product der Arbeit selbst, als Vergegenständlichung, Objectivirung ihrer eignen Momente. Denn durch den neuen Productionsakt selbst – der nur bestätigte den ihm vorhergehenden Austausch zwischen Capital und lebendiger Arbeit – ist die Surplusarbeit und daher der Surpluswerth, das Surplusproduct, überhaupt das Gesammtresultat der Arbeit (das der Surplusarbeit sowohl wie der nothwendigen) gesezt worden als Capital, als dem lebendigen Arbeitsvermögen selbstständig und gleichgültig oder als seinem blosen Gebrauchswerth gegenübertretender Tauschwerth. Das Arbeitsvermögen hat sich nur angeeignet die subjektiven Bedingungen der nothwendigen Arbeit – die Lebensmittel für das producirende Arbeitsvermögen, d. h. seine Reproduction als bloses von den Bedingungen seiner Verwirklichung getrenntes Arbeitsvermögen und es hat diese Bedingungen selbst gesezt als Sachen, Werthe, die in fremder gebietender Personification ihm gegenübertreten. Es tritt nicht nur nicht reicher, sondern es tritt ärmer aus dem Process heraus, als es hereintrat. Denn nicht nur hat es hergestellt die Bedingungen der nothwendigen Arbeit als dem Capital gehörig; sondern die in ihm als Möglichkeit liegende Verwerthung, werthschaffende Möglichkeit, existirt nun ebenfalls als Surpluswerth, Surplusproduct, mit einem Wort als Capital, als Herrschaft über das lebendige Arbeitsvermögen, als mit eigner Macht und Willen begabter Werth ihm in seiner abstrakten, objektivlosen rein subjektiven Armuth gegenüber. Es hat nicht nur den fremden Reichthum und die eigne Armuth producirt, sondern auch das Verhältniß dieses Reichthums als sich auf sich selbst beziehenden Reichthums zu ihm als der Armuth, durch deren Consum er neue Lebensgeister in sich zieht und sich von neuem verwerthet. Alles dieß ging aus dem Austausch hervor, worin es gegen ein Quanthum vergegenständlichter Arbeit sein lebendiges Arbeitsvermögen austauschte, blos daß jezt diese vergegenständlichte Arbeit – diese ausser ihm existirenden Bedingungen seines Daseins, und das selbstständige Ausserihmsein dieser sachlichen Bedingungen – als sein eignes Product, als von ihm selbst gesezt erscheinen, sowohl als seine eigne Objektivirung, wie die Objektivirung seiner als einer von ihm selbst unabhängigen und es vielmehr beherrschenden, durch seine eigne That beherrschenden Macht.
In dem Surpluscapital sind alle Momente Product der fremden Arbeit – in Capital verwandelte fremde Surplusarbeit; Lebensmittel für die nothwendige Arbeit; die objektiven Bedingungen – Material und Instrument – damit die nothwendige Arbeit den gegen sie in Lebensmitteln ausgetauschten Werth reproduciren kann; endlich das nöthige Quantum von Material und Instrument, damit sich neue Surplusarbeit in ihm verwirklichen oder neuer Mehrwerth geschaffen werden kann.
Es ist hier der Schein fortgefallen, der noch bei der ersten Betrachtung des Productionsprocesses existirte, als ob das Capital irgend einen Werth von seiner Seite, aus der Circulation herbeibrächte. Die objektiven Bedingungen der Arbeit erscheinen jezt vielmehr als ihr Product – sowohl soweit sie Werth überhaupt als Gebrauchswerthe für die Production sind. Wenn aber so das Capital als Product der Arbeit erscheint, so erscheint ebenso das Product der Arbeit als Capital – nicht mehr als einfaches Product, noch als austauschbare Waare, sondern als Capital; vergegenständlichte Arbeit als Herrschaft, Commando über lebendige. Es erscheint ebenso als Product der Arbeit, daß ihr Product als fremdes Eigenthum, selbstständig der lebendigen Arbeit gegenübertretende Existenzweise, ebenso als für sich seiender Werth erscheint; daß das Product der Arbeit, die vergegenständlichte Arbeit mit einer eignen Seele von der lebendigen Arbeit selbst begabt ist und sich ihr gegenüber als fremde Macht festsezt. Vom Standpunkt der Arbeit aus betrachtet erscheint sie als so in dem Productionsprozeß thätig, daß sie ihre Verwirklichung in objektiven Bedingungen zugleich als fremde Realität von sich abstößt und daher sich selbst als substanzloses blos bedürftiges Arbeitsvermögen gegenüber dieser ihr entfremdeten, nicht ihr, sondern andern gehörigen Realität sezt; daß sie ihre eigne Wirklichkeit nicht als Sein für sich, sondern als bloses Sein für andres, und daher auch als bloses Anderssein, oder Sein des Andren gegen sie selbst sezt. Dieser Verwirklichungsprocess ist ebenso der Entwicklungsprocess der Arbeit. Sie sezt sich objektiv, aber sie sezt diese ihre Objektivität als ihr eignes Nichtsein oder als das Sein ihres Nichtseins – des Capitals. Sie kehrt in sich zurück als blose Möglichkeit der Werthsetzung oder Verwerthung; weil der ganze wirkliche Reichthum, die Welt des wirklichen Werths, und ebenso die realen Bedingungen ihrer eignen ||44| Verwirklichung als selbstständige Existenzen ihr gegenüber gesezt sind. Es sind die in dem eignen Schoß der lebendigen Arbeit ruhenden Möglichkeiten, die in Folge des Productionsprocesses als Wirklichkeiten ausser ihr existiren – aber als ihr fremde Wirklichkeiten, die den Reichthum im Gegensatz zu ihr bilden.
Insofern das Surplusproduct als Surpluscapital von neuem verwerthet wird, von neuem in den Productionsprozeß und Selbstverwerthungsprocess tritt, theilt es sich 1) in Lebensmittel für die Arbeiter zum Austausch gegen das lebendige Arbeitsvermögen; dieser Theil des Capitals sei als Arbeits- fonds bezeichnet; dieser Arbeitsfonds, der zur Erhaltung des Arbeitsvermögens bestimmte Theil – und zur progressiven Erhaltung desselben, da das Surpluscapital beständig wächst – erscheint jezt ebenso sehr als das Product der fremden Arbeit, dem Capital fremden Arbeit, wie 2) die andren Bestandtheile desselben – die sachlichen Bedingungen zur Reproduction eines Werths = diesen Lebensmittel + einem Surpluswerth.
Ferner, wenn dieß Surpluscapital betrachtet wird, erscheint die Theilung des Capitals in einen constanten – vor der Arbeit antediluvianisch existirenden Theil, Rohstoff und Arbeitsinstrumente – und einen variablen Theil, nämlich die gegen lebendiges Arbeitsvermögen austauschbaren Lebensmittel rein formell, insofern beide gleichmässig von der Arbeit gesezt und gleichmässig von ihr als ihre eignen Voraussetzungen gesezt sind. Diese Theilung des Capitals in sich selbst erscheint jezt vielmehr so, daß das eigne Product der Arbeit – die objektivirte Surplusarbeit – sich scheidet in zwei Bestandtheile, – die objektiven Bedingungen für neue Verwerthung der Arbeit (1) und einen Arbeitsfonds zur Erhaltung der Möglichkeit dieser lebendigen Arbeit, d. h. des lebendigen Arbeitsvermögens als eines lebendigen (2), aber so daß das Arbeitsvermögen sich den als Arbeitsfonds bestimmten Theil seines eignen Resultats – seines eignen Daseins in objektiver Form – nur wieder aneignen kann, nur herausbringen kann aus der Form des ihm gegenüberstehenden fremden Reichthums, indem es nicht nur seinen Werth reproducirt, sondern auch den Theil des neuen Capitals verwerthet, der die objektiven Bedingungen für die Verwirklichung neuer Surplusarbeit und Surplusproduction oder Production von Surpluswerthen darstellt. Die Arbeit selbst hat einen neuen fonds für Anwendung neuer nothwendiger Arbeit geschaffen, oder was dasselbe ist einen fonds für die Erhaltung neuer lebendiger Arbeitsvermögen, Arbeiter, aber zugleich die Bedingung, daß dieser fonds nur angeeignet werden kann, indem neue Surplusarbeit auf den überschüssigen Theil des Surpluscapitals verwandt wird. In dem von der Arbeit producirten Surpluscapital – Surpluswerth – ist also zugleich die reale Nothwendigkeit neuer Surplusarbeit geschaffen und so ist das Surpluscapital selbst die reale Möglichkeit zugleich neuer Surplusarbeit und neuen Surpluscapitals. Es zeigt sich hier, wie progressiv die objektive Welt des Reichthums durch die Arbeit selbst als ihr fremde Macht sich ihr gegenüber ausweitet und immer breitere und vollere Existenz gewinnt, so daß relativ, im Verhältniß zu den geschaffnen Werthen oder den realen Bedingungen der Werthschöpfung die bedürftige Subjectivität des lebendigen Arbeitsvermögens einen immer grelleren Contrast bildet. Je mehr sie sich – die Arbeit sich objektivirt – desto grösser wird die objektive Welt der Werthe, die ihr als fremde – als fremdes Eigenthum – gegenübersteht. Durch die Schöpfung des Surpluscapitals nöthigt sich die Arbeit selbst den Zwang der Schöpfung abermals neuen Surpluscapitals auf etc etc.
In Bezug auf das ursprüngliche – Nicht-Surpluscapital – hat sich das Verhältniß insofern für das Arbeitsvermögen verändert, daß 1) der Theil desselben, der gegen nothwendige Arbeit ausgetauscht wird, von dieser Arbeit selbst reproducirt ist, also nicht mehr aus der Circulation an sie herankömmt, sondern ihr eignes Product ist; und 2) der Theil des Werths, der in Rohmaterial und Instrument die realen Bedingungen für die Verwerthung der lebendigen Arbeit darstellt, von ihr selbst im Productionsprocess erhalten worden ist; und da jeder Gebrauchswerth seiner Natur nach in vergänglichem Material besteht, der Tauschwerth aber nur im Gebrauchswerth da ist, existirt, ist dieß Erhalten = Beschützen vor dem Untergang, oder Negation der vergänglichen Natur der von den Capitalisten beseßnen Werthe, daher ihr Setzen als für sich seiender Werth, als unvergänglicher Reichthum. Als Capital ist diese ursprüngliche Summe von Werthen daher auch erst im Productionsprocess durch die lebendige Arbeit gesezt worden.
Nun vom Standpunkt des Capitals aus: Soweit das Surpluscapital betrachtet wird, repräsentirt der Capitalist für sich seienden Werth, Geld im 3ten Moment, Reichthum, durch einfache Aneignung fremder Arbeit, indem jedes Moment des Surpluscapitals, Material, Instrument, Lebensmittel sich auflöst in fremde Arbeit, die der Capitalist nicht durch Austausch gegen vorhandne Werthe sich angeeignet, sondern die er sich ohne Austausch angeeignet hat. Allerdings erscheint als ursprüngliche Bedingung für dieses Surpluscapital der Austausch eines Theils ihm angehöriger Werthe oder von ihm beseßner vergegenständlichter Arbeit gegen fremdes lebendiges Arbeitsvermögen. Für Bildung von Surpluscapital I, wenn wir so das Surpluscapital nennen, wie es aus dem ursprünglichen Productionsprocess herauskommt, d. h. für die Aneignung fremder Arbeit, vergegenständlichter fremder Arbeit erscheint als Bedingung der Besitz von Werthen auf Seiten des Capitalisten, von denen er formell austauscht einen Theil gegen das lebendige Arbeitsvermögen. Wir sagen formell, weil die lebendige Arbeit ihm auch die ausgetauschten Werthe wiederzugeben, wieder zu ersetzen hat. Aber sei dem, wie ihm wolle. Jedenfalls erscheint als Bedingung für Formirung von Surpluscapital I., d. h. für Aneignung fremder Arbeit oder der Werthe, worin sie sich vergegenständlicht hat, der Austausch dem Capitalisten gehöriger, von ihm in die Circulation geworfner und von ihm dem lebendigen Arbeitsvermögen zugeführter Werthe – von Werthen, die nicht aus seinem ||45|Austausch mit der lebendigen Arbeit, oder nicht von seinem Verhalten als Capital zur Arbeit herrühren.
Denken wir uns nun aber Surpluscapital wieder in den Productionsprocess geworfen, wieder im Austausch seinen Surpluswerth realisirend, und als neues Surpluscapital von neuem am Beginn eines dritten Productionsprozesses erscheinend. Dieses Surpluscapital II hat andre Voraussetzungen wie Surpluscapital I. Die Voraussetzung des Surpluscapital I waren dem Capitalisten angehörige und von ihm in die Circulation, exacter in den Austausch mit lebendigem Arbeitsvermögen geworfne Werthe. Die Voraussetzung von Surpluscapital II ist nichts andres als die Existenz des Surpluscapital I; d. h. in andren Worten die Voraussetzung, daß der Capitalist bereits fremde Arbeit sich ohne Austausch angeeignet hat. Dieß sezt ihn in den Stand den Process immer wieder von neuem zu beginnen. Allerdings, um das Surpluscapital II zu schaffen, mußte er einen Theil des Werthes des Surpluscapitals I in der Form von Lebensmitteln gegen lebendiges Arbeitsvermögen austauschen, aber was er so austauschte waren ursprünglich Werthe, die er nicht aus eignem fonds in die Circulation gebracht; sondern fremde vergegenständlichte Arbeit, die er sich ohne jedes Equivalent angeeignet, und die er nun wieder austauscht gegen fremde lebendige Arbeit, wie auch das Material etc, worin diese neue Arbeit sich verwirklicht und Surpluswerth schafft, ohne Austausch, durch blose Aneignung, in seine Hand gekommen sind. Vergangne Aneignung fremder Arbeit erscheint jezt als die einfache Be- dingung für neue Aneignung fremder Arbeit; oder daß fremde Arbeit in objektiver Form, in der Form von existirenden Werthen in seinem Eigenthum sich befindet, erscheint als Bedingung dafür daß er fremde lebendige Arbeitsvermögen – daher Surplusarbeit – Arbeit ohne Equivalent, sich von neuem aneignen kann. Daß er bereits als Capital der lebendigen Arbeit gegenüberstand, erscheint als einzige Bedingung dafür, daß er sich nicht nur als Capital erhält, sondern als wachsendes Capital wachsend fremde Arbeit ohne Equivalent aneignet, oder seine Macht, seine Existenz als Capital gegenüber dem lebendigen Arbeitsvermögen ausweitet und anderseits das lebendige Arbeitsvermögen in seiner subjektiven, substanzlosen Dürftigkeit als lebendiges Arbeitsvermögen stets von neuem sezt. Eigenthum an vergangner oder objektivirter fremder Arbeit erscheint als einzige Bedingung für fernere Aneignung gegenwärtiger oder lebendiger fremder Arbeit. Insofern ein Surpluscapital I geschaffen wurde durch einfachen Austausch zwischen vergegenständlichter Arbeit und dem lebendigen Arbeitsvermögen – ein Austausch ganz gegründet auf die Gesetze des Austauschs von Equivalenten als geschäzt durch die in ihnen enthaltne Quantität Arbeit oder Arbeitszeit – und sofern dieser Austausch juristisch ausgedrückt nichts voraussezte als das Eigenthumsrecht eines Jeden an seinen eignen Producten und die freie Disposition über sie – insofern aber Verhältniß von SurplusCapital II zu I Consequenz daher dieses ersten Verhältnisses – sehn wir, daß dialektisch umschlägt, durch eine sonderbare Consequenz, das Eigenthumsrecht auf Seiten des Capitals in das Recht auf fremdes Product oder in das Eigenthumsrecht auf fremde Arbeit, das Recht sich fremde Arbeit ohne Equivalent anzueignen, und auf Seiten des Arbeitsvermögens in die Pflicht sich zu seiner eignen Arbeit oder seinem eignen Product als fremdem Eigenthum zu verhalten. Das Eigenthumsrecht schlägt um in das Recht auf der einen Seite sich fremde Arbeit anzueignen und die Pflicht auf der andren das Product der eignen Arbeit und die eigne Arbeit selbst als Andern gehörige Werthe zu respectiren. Der Austausch von Equivalenten aber, der als die ursprüngliche Operation erschien, die das Eigenthumsrecht juristisch ausdrückte, hat sich so gedreht, daß auf der einen Seite nur zum Schein ausgetauscht wird, indem der gegen lebendiges Arbeitsvermögen ausgetauschte Theil des Capitals, erstens selbst fremde Arbeit ist, angeeignet ohne Equivalent, und 2tensmit einem Surplus vom Arbeitsvermögen ersezt werden muß, also in fact nicht fortgegeben wird, sondern nur aus einer Form in die andre verwandelt wird. Das Verhältniß des Austauschs ist also gänzlich weggefallen, oder ist bloser Schein. Ferner erschien ursprünglich das Eigenthumsrecht gegründet auf die eigne Arbeit. Eigenthum erscheint jezt als Recht auf fremde Arbeit und als Unmöglichkeit der Arbeit sich ihr eignes Product anzueignen. Die völlige Trennung zwischen Eigenthum und noch mehr Reichthum und Arbeit erscheint jezt als Consequenz des Gesetzes, das von ihrer Identität ausging.
Endlich als Resultat des Productions- und Verwerthungsprocesses erscheint vor allem die Reproduction und Neuproduction des Verhältnisses von Capital und Arbeit selbst, von Capitalist und Arbeiter. Dieß sociale Verhältniß, Productionsverhältniß, erscheint in fact als ein noch wichtigeres Resultat des Processes als seine materiellen Resultate. Und zwar producirt innerhalb dieses Processes der Arbeiter sich selbst als Arbeitsvermögen und das ihm gegenüberstehende Capital, wie andrerseits der Capitalist sich producirt als Capital und das ihm gegenüberstehende lebendige Arbeitsvermögen. Jedes reproducirt sich selbst, indem es sein Andres, seine Negation reproducirt. Der Capitalist producirt die Arbeit als fremde; die Arbeit producirt das Product als fremdes. Der Capitalist producirt den Arbeiter und der Arbeiter den Capitalisten etc.
Die auf das Capital gegründete Production einmal vorausgesezt – das Geld hat sich eigentlich erst in Capital verwandelt am Ende des ersten Pro- ductionsprocesses, der in seiner Reproduction und Neuproduction des Surpluscapital I resultirte; das Surpluscapital I ist aber selbst erst als Surpluscapital gesezt, realisirt, sobald es Surpluscapital II producirt hat, sobald also die noch ausserhalb der Bewegung des wirklichen Capitals liegenden Voraussetzungen des in Capital übergehenden Geldes verschwunden sind, und das Capital daher in fact die Bedingungen selbst, seinem immanenten Wesen gemäß gesezt hat, von denen es in der Production ausgeht – gehört die Bedingung, daß der Capitalist durch eigne Arbeit oder sonst wie – nur nicht durch schon vorhandne, vergangne Lohnarbeit – geschaffne ||46| Werthe in die Circulation hereinbringen muß, um sich als Capital zu setzen – zu den antediluvianischen Bedingungen des Capitals; zu seinen histo- rischen Voraussetzungen, die eben als solche historische Voraussetzungen vergangne sind und daher der Geschichte seiner Bildung angehören, keineswegs aber zu seiner contemporären Geschichte, d. h. nicht in das wirkliche System der von ihm beherrschten Productionsweise gehören. Wenn z. B. das Weglaufen der Leibeignen in die Städte eine der historischen Bedingungen und Voraussetzungen des Städtewesens ist, so ist es keine Bedingung, kein Moment der Wirklichkeit des ausgebildeten Städtewesens, sondern gehört zu seinen vergangnen Voraussetzungen, den Voraussetzungen seines Werdens, die in seinem Dasein aufgehoben sind. Die Bedingungen und Voraussetzungen des Werdens, des Entstehns des Capitals unterstellen eben, daß es noch nicht ist, sondern erst wird; sie verschwinden also mit dem wirklichen Capital, mit dem Capital das selbst, von seiner Wirklichkeit ausgehend, die Bedingungen seiner Verwirklichung sezt. So z. B. wenn bei dem ursprünglichen Werden des Geldes oder des für sich seienden Werths zu Capital eine Accumulation – sei es durch Ersparung an den durch eigne Arbeit geschaffnen Producten und Werthen etc – auf Seiten des Capitalisten vorausgesezt ist, die er als Nichtcapitalist vollbracht hat – wenn also die Voraussetzungen des Werdens des Geldes zu Capital als gegebne äussere Voraussetzungen für die Entstehung des Capitals erscheinen – so, sobald das Capital als solches geworden ist, schafft es seine eignen Voraussetzungen, nämlich den Besitz der realen Bedingungen für Schöpfung von Neuwerthen ohne Austausch – durch seinen eignen Productionsprocess. Diese Voraussetzungen, die ursprünglich als Bedingungen seines Werdens erschienen – und daher noch nicht von seiner Action als Capital entspringen konnten – erscheinen jezt als Resultate seiner eignen Verwirklichung, Wirklichkeit, als gesezt von ihm – nicht als Bedingungen seines Entstehens, sondern als Resultate seines Daseins. Es geht nicht mehr von Voraussetzungen aus, um zu werden, sondern ist selbst vorausgesezt, und von sich ausgehend, schafft die Voraussetzungen seiner Erhaltung und Wachsthums selbst. Die Bedingungen daher, die der Schöpfung des Surpluscapital I vorausgingen, oder die das Werden des Capitals ausdrücken, fallen nicht in die Sphäre der Productionsweise, der das Capital als Voraussetzung dient; liegen als historische Vorstufen seines Werdens hinter ihm, ebenso wie die Processe, wodurch die Erde aus einem flüssigen Feuer- und Dunstmeer in ihre jetzige Form überging, jenseits ihres Lebens als fertige Erde liegen. D. h. die Einzelnen Capitalien können immer noch entstehen z. B. durch hoarding. Das hoard wird aber erst in Capital verwandelt durch Exploitation der Arbeit. Die bürgerlichen Oekonomen, die das Capital als eine ewige und na- turgemässe (nicht geschichtsgemässe) Form der Production betrachten, suchen es dann wieder zu rechtfertigen, indem sie die Bedingungen seines Werdens als die Bedingungen seiner gegenwärtigen Verwirklichung aussprechen, d. h. die Momente, in denen der Capitalist als Nicht-Capitalist sich noch aneignet – weil er erst wird – für die very conditions ausgeben, in denen er als Capitalist sich aneignet. Diese Versuche der Apologetik beweisen böses Gewissen und die Ohnmacht, die Aneignungsweise des Capitals als Capitals mit den von der Gesellschaft des Capitals selbst proclamirten all- gemeinen Eigenthumsgesetzen in Harmonie zu bringen. Andrerseits, was viel wichtiger für uns ist, zeigt unsre Methode die Punkte, wo die historische Betrachtung hineintreten muß, oder wo die bürgerliche Oekonomie als blos historische Gestalt des Productionsprocesses über sich hinausweist auf frühre historische Weisen der Production. Es ist daher nicht nöthig, um die Gesetze der bürgerlichen Oekonomie zu entwickeln, die wirkliche Ge- schichte der Productionsverhältnisse zu schreiben. Aber die richtige Anschauung und Deduction derselben als selbst historisch gewordner Verhältnisse führt immer auf erste Gleichungen – wie die empirischen Zahlen z. B. in der Naturwissenschaft –, die auf eine hinter diesem System liegende Vergangenheit hinweisen. Diese Andeutungen, zugleich mit der richtigen Fassung des Gegenwärtigen, bieten dann auch den Schlüssel für das Verständniß der Vergangenheit – eine Arbeit für sich, an die wir hoffentlich auch noch kommen werden. Ebenso führt diese richtige Betrachtung andrerseits zu Punkten, an denen die Aufhebung der gegenwärtigen Gestalt der Productionsverhältnisse – und so foreshadowing der Zukunft, werdende Bewegung sich andeutet. Erscheinen einerseits die vorbürgerlichen Phasen als nur historische, i. e. aufgehobne Voraussetzungen, so die jetzigen Bedingungen der Production als sich selbst aufhebende und daher als historische Voraussetzungen für einen neuen Gesellschaftszustand setzende.
Betrachten wir nun zunächst das Gewordne Verhältniß, das Gewordensein des Werths zu Capital und die lebendige Arbeit als ihm blos gegenüberstehenden Gebrauchswerth, so daß die lebendige Arbeit als bloses Mittel erscheint, um die vergegenständlichte, todte Arbeit zu verwerthen, mit belebender Seele zu durchdringen, und ihre eigne Seele an sie zu verlieren – und als Resultat einerseits den geschaffnen Reichthum als fremd, als eigen aber nur die Bedürftigkeit des lebendigen Arbeitsvermögens producirt zu haben – so erscheint die Sache einfach die, daß im und durch den Process selbst gesezt sind die sachlichen Bedingungen der lebendigen Arbeit – (nämlich Material, worin sich zu verwerthen, Instrument, womit sich zu verwerthen, ||47| und Lebensmittel, womit die Flamme des lebendigen Arbeitsvermögens zur Arbeit zu schüren und vom Erlöschen zu schützen seinem Lebensprocess die nöthigen Stoffe zuzuführen) –, gesezt sind als fremde, selbstständige Existenzen – oder als Existenzweise einer fremden Person, als an sich [gegenüber] dem lebendigen Arbeitsvermögen, das ebenfalls von ihnen isolirt, subjektiv dasteht, an sich festhaltende, für sich seiende Werthe und daher Werthe, die dem Arbeitsvermögen fremden Reichthum, den Reichthum des Capitalisten bilden. Die objectiven Bedingungen der lebendigen Arbeit erscheinen als getrennte, verselbstständigte Werthe gegen das lebendige Arbeitsvermögen als subjektives Dasein, das ihnen gegenüber daher auch nur als Werth von einer andren Art (nicht als Werth, sondern als Gebrauchswerth von ihnen verschieden) erscheint. Diese Trennung einmal vorausgesezt, kann der Productionsprocess sie nur neuproduciren, reproduciren und auf größrer Stufenleiter reproduciren. Wie er das thut, haben wir gesehn. Die objektiven Bedingungen des lebendigen Arbeitsvermögens sind vorausgesezt als ihm gegenüber selbstständige Existenz, als die Objektivität eines von dem lebendigen Arbeitsvermögen unterschiednen und ihm selbstständig gegenüberstehenden Subjects; die Reproduction und Verwerthung, d. h. die Erweiterung dieser objektiven Bedingungen ist daher zugleich die Reproduction und Neuproduction ihrer als des Reichthums eines fremden Subjects, dem Arbeitsvermögen gleichgültig und selbstständig gegenüberstehend. Was reproducirt und neu producirt wird ist nicht nur das Dasein dieser objektiven Bedingungen der lebendigen Arbeit, sondern ihr Dasein als selbstständiger, d. h. einem fremden Subject angehöriger Werthe, gegenüber diesem lebendigen Arbeitsvermögen. Die objektiven Bedingungen der Arbeit erhalten subjektive Existenz gegenüber dem lebendigen Arbeitsvermögen – aus dem Capital wird der Capitalist; andrerseits das blos subjektive Dasein des Arbeitsvermögens gegenüber seinen eignen Bedingungen, giebt ihm eine nur gleichgültige objektive Form gegen dieselben – es ist nur ein Werth von besondrem Gebrauchswerth neben den eignen Bedingungen seiner Verwerthung als Werthen von andrem Gebrauchswerth. Statt daß sie als Bedingungen seiner Verwirklichung realisirt werden im Productionsprocess, kommt es daher im Gegentheil aus demselben heraus als blose Bedingung für ihre Verwerthung und Erhaltung als für sich seiender Werth ihm gegenüber. Das Material, das es bearbeitet, ist fremdes Material; ebenso das Instrument fremdes Instrument; seine Arbeit erscheint nur als Accessorium an ihnen als der Substanz und vergegenständlicht sich daher in nicht ihm Gehörigem. Ja die lebendige Arbeit selbst erscheint als fremd gegenüber dem lebendigen Arbeitsvermögen, dessen Arbeit sie ist, dessen eigne Lebensäusserung sie ist, denn sie ist abgetreten an das Capital gegen vergegenständlichte Arbeit, gegen das Product der Arbeit selbst. Das Arbeitsvermögen verhält sich zu ihr als einer fremden, und wenn das Capital es zahlen wollte ohne es arbeiten zu lassen, würde es mit Vergnügen den Handel eingehn. Seine eigne Arbeit ist ihm also ebenso fremd – und sie ist es auch ihrer Direction etc nach – wie das Material und Instrument. Daher ihm denn auch das Product als eine Combination fremden Materials, fremden Instruments und fremder Arbeit – als fremdes Eigenthum erscheint, und es nach der Production nur ärmer geworden ist um die ausgegebne Lebenskraft, sonst aber von neuem die drudgery beginnt von sich als getrennt von seinen Lebensbedingungen existirendes blos subjektives Arbeitsvermögen. Die Erkennung des Products als seines eignen und die Beurtheilung der Trennung von den Bedingungen seiner Verwirklichung als einer ungehörigen, zwangsweisen – ist ein enormes Bewußtsein, selbst das Product der auf dem Capital ruhenden Productionsweise, und so sehr das knell to its doom, wie mit dem Bewußtsein des Sklaven, daß er nicht das Eigenthum eines 3ten sein kann, seinem Bewußtsein als Person die Sklaverei nur noch ein künstliches Dasein fortvegetirt und aufgehört hat als Basis der Production fortdauern zu können.
Betrachten wir dagegen das ursprüngliche Verhältniß, vor dem Eingehn des Geldes in den Selbstverwerthungsprocess, so erscheinen verschiedne Bedingungen, die historisch entstanden sein müssen oder gegeben sein müssen, damit das Geld zu Capital und die Arbeit zu Capitalsetzender, Capitalschaffender Arbeit, Lohnarbeit wird. (Lohnarbeit, hier, in dem strikten ökonomischen Sinn, worin wir sie allein brauchen – und wir werden sie später von andren Formen der Arbeit für Tagelohn etc zu unterscheiden haben, ist Capitalsetzende, Capitalproducirende Arbeit, d. h. lebendige Arbeit, die sowohl die gegenständlichen Bedingungen ihrer Verwirklichung als Thätigkeit, wie die objektiven Momente ihres Daseins als Arbeitsver- mögens, als fremde Mächte sich selbst gegenüber producirt, als für sich seiende, von ihr unabhängige Werthe.) Die wesentlichen Bedingungen sind in dem Verhältniß, wie es ursprünglich erscheint, selbst gesezt: 1) auf der einen Seite das Vorhandensein des lebendigen Arbeitsvermögens als blos subjektiver Existenz, getrennt von den Momenten seiner objektiven Wirklichkeit; getrennt daher ebenso sehr von den Bedingungen der lebendigen Arbeit wie von den Existenzmitteln, Lebensmitteln, Selbsterhaltungsmitteln des lebendigen Arbeitsvermögens; die lebendige Möglichkeit der Arbeit auf der einen Seite in dieser völligen Abstraktion; 2) der auf der andren Seite befindliche Werth oder vergegenständlichte Arbeit muß eine Accumulation von Gebrauchswerthen sein, hinreichend groß um die gegenständlichen Bedingungen zu liefern nicht blos zur Production der Producte oder Werthe, nöthig um das lebendige Arbeitsvermögen zu reproduciren, oder zu erhalten, sondern um Surplusarbeit zu absorbiren – das ||48| objektive Material für sie herzugeben; 3) freies Austauschverhältniß – Geldcirculation – zwischen beiden Seiten; auf den Tauschwerthen begründete – nicht auf Herrschaftsund Knechtschaftsverhältniß gegründete Beziehung zwischen den Extremen; d. h. also Production, die nicht unmittelbar dem Producenten die Lebensmittel liefert, sondern durch den Austausch vermittelt ist, und sich ebenso wenig unmittelbar der fremden Arbeit bemächtigen kann, sondern sie vom Arbeiter selbst kaufen muß, eintauschen muß; endlich 4) muß die eine Seite – die die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit in Form von selbstständigen, für sich seienden Werthen darstellt – als Werth auftreten und Werthsetzung, Selbstverwerthung, Geldschaffen als lezten Zweck betrachten – nicht unmittelbaren Genuß oder Schaffen von Gebrauchswerth.
So lang beide Seiten ihre Arbeit gegen einander nur austauschen in der Form vergegenständlichter Arbeit, ist das Verhältniß unmöglich; ebenso unmöglich ist es, wenn das lebendige Arbeitsvermögen selbst als Eigenthum der andren Seite erscheint, also nicht als Austauschendes. (Es widerspricht dem nicht, daß innerhalb des bürgerlichen Productionssystems Sklaverei an einzelnen Punkten möglich ist. Diese ist dann aber nur möglich, weil sie an andren Punkten nicht existirt und erscheint als Anomalie gegen das bürgerliche System selbst.)
Die Bedingungen, unter denen das Verhältniß ursprünglich erscheint, oder die als historische Voraussetzungen seines Werdens erscheinen, zeigen auf den ersten Blick einen doppelseitigen Charakter – Auflösung auf der einen Seite niedrigerer Formen der lebendigen Arbeit – auf der andren Auflösung glücklicherer Verhältnisse derselben.
Zunächst ist die erste Voraussetzung, daß das Verhältniß von Sklaverei oder Leibeigenschaft aufgehoben ist. Das lebendige Arbeitsvermögen gehört sich selbst an und disponirt durch den Austausch über seine eigne Kraftäusserung. Beide Seiten stehn sich als Personen gegenüber. Formell ist ihr Verhältniß das gleiche und freie von Austauschenden überhaupt. Daß diese Form Schein ist und täuschender Schein erscheint, soweit das juristische Verhältniß betrachtet wird, als ausserhalb desselben fallend. Was der freie Arbeiter verkauft ist immer nur ein bestimmtes, besondres Maaß Kraftäusserung; über jeder besondren Aeusserung steht das Arbeitsvermögen als Totalität. Er verkauft die besondre Kraftäusserung an einen besondren Capitalisten, dem er als einzelnem unabhängig gegenübersteht. Daß dieß nicht sein Verhältniß zur Existenz des Capitals als Capitals, d. h. zur Capitalistenklasse, ist klar. Allein so ist, was die einzelne, wirkliche Person betrifft, ihm weites Feld der Wahl, Willkühr, und daher der formellen Freiheit gelassen. Im Sklavenverhältniß gehört er dem einzelnen, besondren Eigenthümer, dessen Arbeitsmaschine er ist. Als Totalität von Kraftäusserung, als Arbeitsvermögen, ist er einem andern gehörige Sache und verhält sich daher nicht als Subjekt zu seiner besondren Kraftäusserung, oder der lebendigen Arbeitsthat. Im Leibeigenschaftsverhältniß erscheint er als Moment des Grundeigenthums selbst, ist Zubehör der Erde, ganz wie das Arbeitsvieh. Im Sklavenverhältniß ist der Arbeiter nichts als lebendige Arbeitsmaschine, die daher einen Werth hat für andre oder vielmehr ein Werth ist. Das Arbeitsvermögen erscheint dem freien Arbeiter gegenüber in seiner Totalität selbst als sein Eigenthum, eins seiner Momente, über das er als Subjekt übergreift, und das er erhält indem er es veräussert. Dieß später bei der Lohnarbeit weiter zu entwickeln.
Austausch vergegenständlichter Arbeit gegen lebendige Arbeit constituirt noch nicht, weder auf der einen Seite das Capital, noch auf der andren Seite die Lohnarbeit. Die ganze Klasse der s. g. Dienste vom Schuhputzer bis zum König fällt in diese Categorie. Ebenso der freie Taglöhner, den wir sporadisch finden überall, wo entweder das orientalische Gemeinwesen oder die westliche aus freien Grundeigenthümern bestehende Gemeinde sich auflöst in einzelne Elemente – in Folge der Vermehrung der Population, Entlassung von Kriegsgefangnen, Zufällen, wodurch der Einzelne verarmt und der objektiven Bedingungen seiner selfsustaining labour verloren geht, Folge der Theilung der Arbeit etc –. Wenn A austauscht einen Werth oder Geld, vergegenständlichte Arbeit also, um einen Dienst von B zu erhalten, also lebendige Arbeit, so kann das gehören:
1) in das Verhältniß der einfachen Circulation. Beide tauschen in der That nur Gebrauchswerthe gegen einander aus: der eine Lebensmittel, der andre eine Arbeit, einen Dienst, den der andre consumiren will, entweder direkt – persönliche Dienstleistung – oder er liefert dem andren das Material etc, worin er ihm durch seine Arbeit, durch Vergegenständlichung seiner Arbeit einen Gebrauchswerth, einen zu seiner Consumtion bestimmten Gebrauchswerth schafft. Z. B. wenn der Bauer einen vagabundirenden Schneider, wie sie früher auftraten, zu sich ins Haus nimmt und ihm den Stoff giebt, um ihm Kleider zu machen. Oder wenn ich einem Arzt Geld gebe, um mir meine Gesundheit zurecht zu flicken. Was in diesen Fällen wichtig ist, ist der Dienst den sich beide leisten. Do ut facias, erscheint hier ganz auf derselben Stufe wie facio ut des, oder do ut des. Der Mann, der mir aus Tuch ein Kleid macht, wozu ich ihm das Material geliefert habe, giebt mir einen Gebrauchswerth. Statt ihn aber gleich in gegenständlicher Form zu geben, giebt er ihn in der Form der Thätigkeit. Ich gebe ihm einen fertigen Gebrauchswerth; er verfertigt mir einen andren. Der Unterschied der vergangnen, vergegenständlichten, und der lebendigen, gegenwärtigen Arbeit, erscheint hier nur als formeller Unterschied der verschiednen tempora der Arbeit, die einmal im Perfectum steht und das andremal im Präsens. Es erscheint in der That nur als durch Theilung der Arbeit und den Austausch vermittelter formeller Unterschied, ob B selbst die Lebensmittel producirt, von denen er subsistiren muß, oder ob er sie von A erhält und statt die Lebensmittel direkt zu produciren statt dessen ein Kleid producirt, wofür er sie im Austausch von A erhält. In beiden Fällen kann er sich des von A beseßnen Gebrauchswerths nur bemächtigen, indem er ihm ein Equivalent dafür giebt, das in lezter Instanz sich immer auflöst in seine eigne lebendige Arbeit, welche gegenständliche Form sie annehmen mag, sei es nun bevor der Austausch abgeschlossen ward, oder in Folge desselben. Nun enthält das Kleid nicht nur eine bestimmte Formgebende Arbeit – eine bestimmte durch die Bewegung der Arbeit dem Tuch mitgetheilte Form der Nutzbarkeit – sondern es enthält eine gewisse Quantität Arbeit – daher nicht nur Gebrauchswerth, sondern Werth überhaupt, Werth als solchen. Aber dieser Werth existirt nicht für A, da er das Kleid consumirt, und nicht Kleiderhändler ist. Er hat die Arbeit also eingetauscht, nicht als werthsetzende Arbeit, sondern als Nutzen, Gebrauchswerth schaffende Thätigkeit. ||49| Bei persönlichen Dienstleistungen wird dieser Gebrauchswerth als solcher consumirt ohne aus der Form der Bewegung in die der Sache überzugehn. Wenn, wie dieß bei einfachen Verhältnissen häufig, der Dienstleistende nicht Geld erhält, sondern selbst unmittelbare Gebrauchswerthe, so fällt auch der Schein fort, als ob es sich hier auf der einen oder der andren Seite um Werthe im Unterschied von Gebrauchswerthen handele. Aber selbst gesezt A zahle Geld für den Dienst, so ist dieß keine Verwandlung seines Geldes in Capital, sondern vielmehr Setzen desselben als blosen Circulationsmittels, um einen Gegenstand des Consums, einen bestimmten Gebrauchswerth zu erhalten. Dieser Akt ist daher auch kein Reichthum producirender, sondern umgekehrt ein Reichthum consumirender Akt. Es handelt sich für A durchaus nicht darum, daß sich Arbeit als solche, eine gewisse Arbeitszeit, also Werth in dem Tuch objectivirt, sondern daß ein gewisses Bedürfniß befriedigt wird. A ist nicht verwerthend, sondern entwerthend sein Geld, indem er [es] aus der Form des Werths in die des Gebrauchswerths übersezt. Die Arbeit wird hier eingetauscht nicht als Gebrauchswerth für den Werth, sondern als selbst besondrer Gebrauchswerth als Werth für den Gebrauch. Je öfter A den Austausch wiederholt, desto mehr verarmt er. Dieser Austausch ist kein Be- reicherungsakt für ihn, kein Akt der Werthschöpfung, sondern der Ent- werthung vorhandner in seinem Besitze befindlicher Werthe. Das Geld was A hier gegen die lebendige Arbeit – Naturaldienst oder Dienst, der sich in einer Sache objektivirt, – austauscht, ist nicht Capital, sondern Revenu, Geld als Circulationsmittel um Gebrauchswerth zu erhalten, an dem die Form des Werths als blos verschwindend gesezt ist, nicht Geld das sich durch den Ankauf der Arbeit als solches erhalten und verwerthen will. Austausch des Geldes als Revenu, als bloses Circulationsmittel gegen lebendige Arbeit, kann nie das Geld als Capital, daher nie die Arbeit als Lohnarbeit im ökonomischen Sinn setzen. Es bedarf keiner weitläufigen Auseinandersetzung daß Geld consumiren nicht Geld produciren ist. In Zuständen, worin der größte Theil der Surplusarbeit als Landarbeit erscheint und der Landeigenthümer daher sowohl als der Eigenthümer der Surplusarbeit, wie des Surplusproducts, ist es die Revenu des Grundeigenthümers, die den Arbeitsfonds für die freien Arbeiter bildet, für die Manufactur (Handwerkhier)arbeiter im Gegensatz zu den Agriculturarbeitern. Der Austausch mit ihnen ist eine Form des Consums des Grundeigenthümers – der einen andren Theil seiner Revenu direkt theilt – gegen persönliche Dienstleistungen, oft nur den Schein von Dienstleistungen, mit einem Haufen Retainers. In asiatischen Gesellschaften, wo der Monarch als der exclusive Besitzer des Landsurplusproducts erscheint, entstehn ganze Städte, die au fond nichts als wandelnde Lager sind, durch den Austausch seiner Revenu mit den free hands, wie Steuart sie nennt. In diesem Verhältniß ist nichts von Lohnarbeit, obgleich es im Gegensatz zur Sklaverei und Leibeigenschaft stehen kann, nicht muß, denn unter verschiednen Formen der Gesammtorganisation der Arbeit wiederholt es sich immer. Sofern Geld diesen Austausch vermittelt, wird die Preißbestimmung auf beiden Seiten wichtig werden, aber für A nur insofern als er den Gebrauchswerth der Arbeit nicht zu theuer bezahlen will, nicht insofern es ihm um ihren Werth zu thun ist. Daß dieser Preiß, ursprünglich mehr conventionell und traditionell, nach und nach ökonomisch bestimmt wird, erst durch Verhältniß von Nachfrage und Zufuhr, schließlich durch die Productionskosten, wodurch solche lebendige Dienste Verkaufende selbst hergestellt werden können, ändert am Wesen des Verhältnisses nichts, da nach wie vor die Preißbestimmung nur ein formelles Moment für den Austausch bloser Gebrauchswerthe bleibt. Diese Bestimmung selbst wird aber durch andre Verhältnisse, die allgemeinen, gleichsam hinter dem Rücken dieses besondren Austauschsakts, vor sich gehenden Gesetze und Selbstbestimmung der herrschenden Productionsweise hervorgebracht. Eine der Formen, in denen zuerst in den alten Gemeinwesen diese Art der Besoldung erscheint ist das Heerwesen. Der Sold des gemeinen Soldaten wird auch auf ein Minimum herabgesezt – ist rein durch die Productionskosten bestimmt, zu denen er verschafft werden kann. Wogegen er aber seine Dienstleistung austauscht, ist die Revenu des Staats, nicht Capital.
In der bürgerlichen Gesellschaft selbst gehört in diese Rubrik aller Austausch persönlicher Dienstleistungen – auch Arbeit für persönlichen Consum, Kochen, Nähen etc, Gartenarbeit etc bis herauf zu den sämmtlichen improductiven Klassen, Staatsdiener, Aerzte, Advocaten, Gelehrte etc – gegen Revenu in diese Categorie. Alle menial servants etc. Alle diese Arbeiter, vom geringsten bis zum höchsten vermitteln sich durch ihre Dienstleistungen – oft aufgezwungne – einen Antheil am Surplusproduct, an der Revenu des Capitalisten. Es fällt aber niemand ein zu denken, daß durch Austausch seiner Revenu gegen solche Dienstleistungen, d. h. durch seinen Privatconsum der Capitalist sich als Capital sezt. Er verausgabt vielmehr dadurch die Früchte seines Capitals. Daß die Proportionen, in denen die Revenu sich austauscht gegen solche lebendige Arbeit, selbst durch die allgemeinen Productionsgesetze bestimmt sind, ändert nichts an der Natur des Verhältnisses.
Es ist, wie wir im Abschnitt Geld schon erwähnten, vielmehr der Dienstleistende, der hier eigentlich Werth sezt; einen Gebrauchswerth – eine gewisse Art der Arbeit, Dienstes etc – gegen Werth, Geld umsezt. Im Mittelalter daher gehn zum Theil im Gegensatz zum consumirenden Landadel von dieser Seite die auf Production und Accumulation von Geld Gerichteten von der Seite der lebendigen Arbeit aus; accumuliren und werden so δυνάμει nach zu Capitalisten für eine spätre Periode. Aus dem emancipirten Leibeignen wird der Capitalist zum Theil.
Es hängt daher auch nicht von dem Verhältniß überhaupt, sondern von der natürlichen, besondren Qualität der Dienstleistung ab, ob der Soldempfangende Taglohn erhält, oder Honorar, oder eine Civilliste – und ob er vornehmer oder geringer erscheint, als der den Dienst Zahlende. Unter der Voraussetzung des Capitals als herrschender Macht werden allerdings alle diese Verhältnisse mehr oder minder entehrt werden. Doch das gehört noch nicht hierher – diese Entgötterung der persönlichen Dienstleistungen, welchen erhabnen Charakter Tradition etc ihnen immer angedichtet haben mag.
Es ist also nicht einfach Austausch vergegenständlichter Arbeit gegen lebendige – die von diesem Standpunkt aus als zwei verschiedne Bestimmungen, Gebrauchswerthe von verschiedner Form erscheinen, die eine als Bestimmung in objektiver, die andre in subjektiver Form – welcher Capital und daher Lohnarbeit constituirt, sondern Austausch vergegenständlichter Arbeit als Werthes, an sich haltenden Werths, gegen lebendige als ihren Gebrauchswerth, als Gebrauchswerth nicht zu einem bestimmten, besondren Gebrauch oder Consum, sondern als Gebrauchswerth für den Werth. |
|50| Bei dem Austausch von Geld gegen Arbeit oder Dienst zu unmittelbarem Consum findet immer wirklicher Austausch statt; daß auf beiden Seiten Arbeitsquanta sich austauschen hat nur formelles Interesse, um die besondern Nützlichkeitsformen der Arbeit aneinander zu messen. Es betrifft nur die Form des Austauschs; bildet aber nicht seinen Inhalt. Bei dem Austausch von Capital gegen Arbeit ist der Werth nicht Messer für den Austausch zweier Gebrauchswerthe, sondern der Inhalt des Austauschs selbst.
2) In Zeiten der Auflösung vorbürgerlicher Verhältnisse kommen sporadisch freie Arbeiter vor, deren Dienstleistung gekauft wird, nicht zum Zweck der Consumtion, sondern der Production; aber erstens auf großer Stufenleiter selbst nur zur Production von unmittelbaren Gebrauchswerthen; nicht von Werthen; und zweitens, wenn der Adlige, z. B., den freien Arbeiter zuzieht zu seinen Leibeignen, auch Theil seines Products wieder verkauft, und der freie Arbeiter ihm so Werth schaffte, so findet dieser Austausch nur für den Ueberfluß statt und geschieht nur im Interesse des Ueberflusses, der Luxusconsumtion; ist also au fond nur ein verkleideter Ankauf fremder Arbeit für unmittelbaren Consum oder als Gebrauchswerth. Uebrigens, wo diese freien Arbeiter sich vermehren, und dieß Verhältniß zunimmt, ist die alte Productionsweise – Gemeinde – patriarchalische – feudale etc – in der Auflösung begriffen und bereiten sich die Elemente für die wirkliche Lohnarbeit vor. Diese freien Knechte können aber auch auftauchen, wie z. B. in Polen etc, und wieder verschwinden, ohne daß sich die Productionsweise änderte.
❲Um die Verhältnisse, worin Capital und Lohnarbeit treten, als Eigen- thumsverhältnisse oder Gesetze auszudrücken, haben wir nichts zu thun als das Verhalten beider Seiten in dem Verwerthungsprocess als Aneignungs- process auszudrücken. Z. B. daß die Surplusarbeit als Surpluswerth des Capitals gesezt wird, heißt daß der Arbeiter sich nicht das Product seiner eignen Arbeit aneignet; daß es ihm als fremdes Eigenthum erscheint; umgekehrt, daß die fremde Arbeit als Eigenthum des Capitals erscheint. Dieses zweite Gesetz des bürgerlichen Eigenthums, worein das erste umschlägt – und das durch Erbrecht etc eine vom Zufall der Vergänglichkeit der einzelnen Capitalisten unabhängige Existenz erhält – wird ebensowohl als Gesetz aufgestellt wie das erste. Das erste ist die Identität der Arbeit mit dem Eigenthum; das zweite die Arbeit als negirtes Eigenthum oder das Eigenthum als Negation der Fremdheit der fremden Arbeit. In fact, in dem Productionsprocess des Capitals, wie sich noch mehr bei weitrer Entwicklung desselben zeigen wird ist die Arbeit eine Totalität – eine Combination von Arbeiten – wovon die einzelnen Bestandtheile sich fremd sind, so daß die Gesammtarbeit als Totalität nicht das Werk des einzelnen Arbeiters und auch das Werk der verschiednen Arbeiter zusammen nur ist, soweit sie combinirt sind, nicht sich als Combinirende zu einander verhalten. In ihrer Combination erscheint diese Arbeit ebenso sehr einem fremden Willen und einer fremden Intelligenz dienend, und von ihr geleitet – ihre seelenhafte Einheit ausser sich habend, wie in ihrer materiellen Einheit untergeordnet unter dieGegenständliche Einheit der Maschinerie, des capital fixe, das als beseeltes Ungeheuer den wissenschaftlichen Gedanken objektivirt und faktisch das Zusammenfassende ist, keineswegs als Instrument zum einzelnen Arbeiter sich verhält, vielmehr er als beseelte einzelne Punktualität, lebendiges isolirtes Zubehör an ihm existirt. Die combinirte Arbeit ist so nach doppelter Seite hin an sich Combination; nicht Combination als Beziehung der zusammenarbeitenden Individuen auf einander, noch als ihr Uebergreifen sei es über ihre besondre oder vereinzelte Funktion, sei es über das Instrument der Arbeit. Wenn der Arbeiter sich daher zu dem Product seiner Arbeit als einem fremden verhält, so ist ebensosehr sein Verhalten zu der combinirten Arbeit als einer fremden, wie zu seiner eignen Arbeit als einer zwar ihm angehörigen, aber ihm fremden, erzwungnen Lebensäusserung, die als Beschwerde, Opfer etc daher von A. Smith etc gefaßt wird. Die Arbeit selbst, wie ihr Product, ist negirt als die des besondren, vereinzelten Arbeiters. Die negirte vereinzelte Arbeit ist nun in der That die ponirte gemeinschaftliche oder combinirte Arbeit. Die so gesezte gemeinschaftliche oder combinirte Arbeit – sowohl als Thätigkeit, wie in die ruhende Form des Objekts übergegangne – ist aber zugleich unmittelbar als ein Andres der wirklich existirenden einzelnen Arbeit gesezt – als fremde Objektivität sowohl (fremdes Eigenthum), wie fremde Sub- jectivität (die des Capitals). Das Capital repräsentirt also sowohl die Arbeit wie ihr Product als negirte vereinzelte Arbeit und daher Eigenthum des vereinzelten Arbeiters. Es ist daher die Existenz der gesellschaftlichen Arbeit – ihre Combination als Subject wie als Objekt – aber diese Existenz als selbst selbstständig ihren wirklichen Momenten gegenüber existirend – also selbst als besondre Existenz daneben. Das Capital seinerseits erscheint daher als das übergreifende Subject und Eigenthümer fremder Arbeit und sein Verhältniß selbst ist das eines ebenso vollkommnen Widerspruches wie das der Lohnarbeit.❳
[Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen]
Wenn freie Arbeit und Austausch dieser freien Arbeit gegen Geld um das Geld zu reproduciren und verwerthen, um von dem Geld als Gebrauchswerth nicht für den Genuß, sondern als Gebrauchswerth für Geld verzehrt zu werden, Voraussetzung der Lohnarbeit und eine der historischen Bedingungen des Capitals ist, so ist die Trennung der freien Arbeit von den objektiven Bedingungen ihrer Verwirklichung – von dem Arbeitsmittel und dem Arbeitsmaterial – eine andre Voraussetzung. Also vor allem Loslösung des Arbeiters von der Erde als seinem natürlichen Laboratorium – daher Auflösung des kleinen freien Grundeigenthums sowohl wie des gemeinschaftlichen auf der orientalischen Commune beruhenden Grundeigenthums. In beiden Formen verhält sich der Arbeiter zu den objektiven Bedingungen seiner Arbeit als seinem Eigenthum; es ist dieß die natürliche Einheit der Arbeit mit ihren sachlichen Voraussetzungen. Der Arbeiter hat daher unabhängig von der Arbeit eine gegenständliche Existenz. Das Individuum verhält sich zu sich selbst als Eigenthümer, als Herr ||51| der Bedingungen seiner Wirklichkeit. Es verhält sich ebenso zu den andren – und je nachdem diese Voraussetzung gesezt ist als von dem Gemeinwesen ausgehend, oder als von den Einzelnen Familien, die die Gemeinde constituiren – verhält es sich zu den andren als Miteigenthümern, ebensoviel Incarnationen des Gemeineigenthums, oder als selbstständigen Eigenthümern neben ihm, selbstständigen Privateigenthümern – neben denen das früher alles absorbirende und über alle übergreifende Gemeineigenthum selbst als besondrer ager publicus neben den vielen Privatgrundeigenthümern gesezt ist.
In beiden Formen verhalten sich die Individuen nicht als Arbeiter, sondern als Eigenthümer – und Mitglieder eines Gemeinwesens, die zugleich arbeiten. Der Zweck dieser Arbeit ist nicht Werthschöpfung – obgleich sie Surplusarbeit thun mögen, um sich fremde, i. e. Surplusproducte auszutauschen –; sondern ihr Zweck ist Erhaltung des Einzelnen Eigenthümers und seiner Familie, wie des Gesammtgemeindewesens. Die Setzung des Individuums als eines Arbeiters, in dieser Nacktheit, ist selbst historisches Product.
In der ersten Form dieses Grundeigenthums – erscheint zunächst ein naturwüchsiges Gemeinwesen als erste Voraussetzung. Familie und die im Stamm erweiterte Familie, oder durch intermarriage zwischen Familien, oder Combination von Stämmen. Da wir annehmen können, daß das Hirtenwesen, überhaupt Wanderung die erste Form der Existenzweise, nicht daß der Stamm sich niederläßt auf einem bestimmten Sitz, sondern daß er abweidet, was er vorfindet – die Menschen sind nicht von Natur seßhaft (es müßte denn sein in so besonders fruchtbarer Naturumgebung, daß sie wie Affen auf einem Baum sitzen; sonst roaming, wie die wilden Thiere), so erscheint die Stammgemeinschaft, das natürliche Gemeinwesen nicht als Resultat, sondern als Voraussetzung der gemeinschaftlichen Aneignung (temporären) und Benutzung des Bodens. Lassen sie sich endlich nieder, so wird es von verschiednen äusserlichen, klimatischen, geographischen, physischen etc Bedingungen sowohl, wie von ihrer besondren Naturanlage etc abhängen – ihrem Stammcharacter –, wie mehr oder minder diese ursprüngliche Gemeinschaft modificirt wird. Die naturwüchsige Stammgemeinschaft, oder wenn man will, das Heerdenwesen, ist die erste Voraussetzung – die Gemeinschaftlichkeit in Blut, Sprache, Sitten etc – der Aneignung der objek- tiven Bedingungen ihres Lebens, und der sich reproducirenden und vergegenständlichenden Thätigkeit desselben (Thätigkeit als Hirten, Jäger, Ackerbauer etc). Die Erde ist das grosse Laboratorium, das Arsenal, das sowohl das Arbeitsmittel, wie das Arbeitsmaterial liefert, wie den Sitz, die Basis des Gemeinwesens. Sie verhalten sich naiv zu derselben als dem Eigenthum des Gemeinwesens und des in der lebendigen Arbeit sich producirenden und reproducirenden Gemeinwesens. Jeder Einzelne verhält sich nur als Glied, als member dieses Gemeinwesens als Eigenthümer oder Besitzer. Die wirkliche Aneignung durch den Proceß der Arbeit geschieht unter diesen Voraussetzungen, die selbst nicht Product der Arbeit sind, sondern als ihre natürlichen oder göttlichen Voraussetzungen erscheinen. Diese Form, wo dasselbe Grundverhältniß zu Grunde liegt, kann sich selbst sehr verschieden realisiren. Z. B. es widerspricht ihr durchaus nicht, daß wie in den meisten asiatischen Grundformen, die zusammenfassende Einheit, die über allen diesen kleinen Gemeinwesen steht, als der höhere Eigenthümer oder als der einzige Eigenthümer erscheint, die wirklichen Gemeinden daher nur als erbliche Besitzer. Da die Einheit der wirkliche Eigenthümer ist und die wirkliche Voraussetzung des gemeinschaftlichen Eigenthums – so kann diese selbst als ein Besondres über den vielen wirklichen besondren Gemeinwesen erscheinen, wo der Einzelne dann in fact Eigenthumslos ist, oder das Eigenthum, – i. e. das Verhalten des Einzelnen zu den natürlichen Bedingungen der Arbeit und Reproduction als ihm gehörigen, als den objektiven, als unorganische Natur vorgefundner Leib seiner Subjectivität – für ihn vermittelt erscheint durch das Ablassen der Gesammteinheit, die im Despoten realisirt ist als dem Vater der vielen Gemeinwesen – an den Einzelnen durch die Vermittlung der besondren Gemeinde. Das Surplusproduct – das übrigens legal bestimmt wird in Folge der wirklichen Aneignung durch Arbeit – gehört damit von selbst dieser höchsten Einheit. Mitten im orientalischen Despotismus und der Eigenthumslosigkeit, die juristisch in ihm zu existiren scheint, existirt daher in der That als Grundlage dieses Stamm- oder Gemeindeeigenthum, erzeugt meist durch eine Combination von Manufactur und Agricultur innerhalb der kleinen Gemeinde, die so durchaus self-sustaining wird und alle Bedingungen der Reproduction und Mehrproduction in sich selbst enthält. Ein Theil ihrer Surplusarbeit gehört der höhern Gemeinschaft, die zulezt als Person existirt, und diese Surplusarbeit macht sich geltend sowohl im Tribut etc, wie in gemeinsamen Arbeiten zur Verherrlichung der Einheit, theils des wirklichen Despoten, theils des gedachten Stammwesens, des Gottes. Diese Art Gemeindeeigenthum kann nun, so weit es nun wirklich in der Arbeit sich realisirt, entweder so erscheinen, daß die kleinen Gemeinden unabhängig neben einander vegetiren und in sich selbst der Einzelne auf dem ihm angewiesnen Loos unabhängig mit seiner Familie arbeitet; (eine bestimmte Arbeit für gemeinschaftlichen Vorrath, Insurance so zu sagen einerseits und für Bestrei- tung der Kosten des Gemeinwesens als solchen, also für Krieg, Gottesdienst etc, das herrschaftliche dominium im ursprünglichsten Sinn findet sich erst hier, z. B. in den slawischen Gemeinden, in den roumänischen etc. Hierin liegt der Uebergang in Frohndienst etc) oder die Einheit kann auf die Gemeinschaftlichkeit in der Arbeit selbst sich erstrecken, die ein förmliches System sein kann, wie in Mexico, Peru besonders, bei den alten Celten, einigen indischen Stämmen. Es kann ferner die Gemeinschaftlichkeit innerhalb des Stammwesens mehr so erscheinen, daß die Einheit in einem Haupt der Stammfamilie repräsentirt ist, oder als die Beziehung der Familienväter auf einander. Danach dann entweder mehr despotische oder democratische Form dieses Gemeinwesens. Die gemeinschaftlichen Bedingungen der wirklichen Aneignung durch die Arbeit, Wasserleitungen, sehr wichtig bei den asiatischen Völkern, Communicationsmittel etc erscheinen dann als Werk der höhren Einheit – der über den kleinen Gemeinden schwebenden despotischen Regierung. Die eigentlichen Städte bilden sich hier neben diesen Dörfern blos da, wo besonders günstiger Punkt für auswärtigen Handel; oder wo das Staatsoberhaupt und seine Satrapen ihre Revenu (Surplusproduct) austauschen gegen Arbeit, sie als labour-fonds verausgaben.|
|52| Die 2te Form – und sie wie die erste hat wesentliche Modificationen, lokal, historisch etc hervorgebracht – das Product mehr bewegten, historischen Lebens [,der] Schicksale und Modification der ursprünglichen Stämme – unterstellt auch das Gemeinwesen als erste Voraussetzung, aber nicht wie im ersten Fall als Substanz, von der die Individuen blos Accidenzen sind, oder von der sie rein naturwüchsig Bestandtheile bilden –, sie unterstellt nicht das Land als die Basis, sondern die Stadt als schon geschaffnen Sitz der Landleute. (Grundeigenthümer.) Der Acker erscheint als Territorium der Stadt; nicht das Dorf als bloser Zubehör zum Land. Die Erde an sich – so sehr sie Hindernisse darbieten mag, um sie zu bearbeiten, sich wirklich anzueignen – bietet kein Hinderniß dar sich zu ihr als der unorganischen Natur des lebendigen Individuums, seiner Werkstätte, dem Arbeitsmittel, Arbeitsobjekt, und Lebensmittel des Subjekts zu verhalten. Die Schwierigkeiten, die das Gemeindewesen trifft, können nur von andren Gemeindewesen herrühren, die entweder den Grund und Boden schon occupirt haben, oder die Gemeinde in ihrer Occupation beunruhigen. Der Krieg ist daher die grosse Gesammtaufgabe, die grosse gemeinschaftliche Arbeit, die erheischt ist, sei es um die objektiven Bedingungen des lebendigen Daseins zu occupiren, sei es um die Occupation derselben zu beschützen und zu verewigen. Die aus Familien bestehende Gemeinde daher zunächst kriegerisch organisirt – als Kriegs- und Heerwesen, und dieß eine der Bedingungen ihres Daseins als Eigenthümerin. Die Concentration der Wohnsitze in der Stadt Grundlage dieser kriegerischen Organisation. Das Stammwesen an sich führt zu höhren und niedren Geschlechtern, ein Unterschied, der noch mehr entwickelt durch Mischung mit unterjochten Stämmen etc. Das Gemeindeeigenthum – als Staatseigenthum – ager publicus hier getrennt von dem Privateigenthum. Das Eigenthum des Einzelnen hier nicht, wie im ersten case, selbst unmittelbar Gemeindeeigenthum, wonach also nicht Eigenthum des Einzelnen als von der Gemeinde getrennt, der vielmehr nur ihr Besitzer ist. Je weniger faktisch, das Eigenthum des Einzelnen nur verwerthet werden kann durch gemeinsame Arbeit – also z. B. wie die Wasserleitungen im Orient –, je mehr der rein naturwüchsige Charakter des Stammes durch historische Bewegung, Wandrung gebrochen; je mehr ferner der Stamm sich entfernt von seinem ursprünglichen Sitz und fremden Boden occupirt, also in wesentlich neue Arbeitsbedingungen tritt und die Energie des Einzelnen mehr entwickelt ist – sein gemeinsamer Charakter mehr als negative Einheit nach aussen erscheint – und so erscheinen muß – um so mehr die Bedingungen gegeben, daß der Einzelne Privateigenthümer von Grund und Boden – besondrer Parcelle wird, deren besondre Bearbeitung ihm und seiner Familie anheimfällt. Die Gemeinde – als Staat – ist einerseits die Beziehung dieser freien und gleichen Privateigenthümer auf einander, ihre Verbindung gegen aussen, und ist zugleich ihre Garantie. Das Gemeindewesen beruht hier ebenso sehr darauf daß seine Mitglieder aus arbeitenden Grundeigenthümern, Parcellenbauern bestehn, wie die Selbstständigkeit der leztren durch ihre Beziehung als Gemeindeglieder auf einander, Sicherung des ager publicus für die gemeinschaftlichen Bedürfnisse und den gemeinschaftlichen Ruhm etc besteht. Voraussetzung bleibt hier für die Aneignung des Grund und Bodens Mitglied der Gemeinde zu sein, aber als Gemeindemitglied ist der Einzelne Privateigenthümer. Er bezieht sich zu seinem Privateigenthum als Grund und Boden aber zugleich als seinem Sein als Gemeindemitglied und die Erhaltung seiner als solchen ist ebenso die Erhaltung der Gemeinde, wie umgekehrt etc. Da die Gemeinde, obgleich hier schon historisches Pro- duct, nicht nur dem fact nach, sondern als solches gewußt, daher entstanden, hier Voraussetzung des Eigenthums am Grund und Boden – d. h. der Beziehung des arbeitenden Subjekts zu den natürlichen Voraussetzungen der Arbeit als ihm gehörigen – diese Gehörigkeit aber vermittelt durch sein Sein als Staatsmitglied, durch das Sein des Staats – daher durch eine Voraus- setzung, die als göttlich etc betrachtet wird. Concentration in der Stadt mit Land als Territorium; für den unmittelbaren Consum arbeitende kleine Landwirthschaft; Manufactur als häusliches Nebengewerb der Frauen und Töchter (Spinnen und Weben) oder nur verselbstständigt in einzelnen Branchen (fabri etc). Die Voraussetzung der Fortdauer dieses Gemeinwesens ist die Erhaltung der Gleichheit unter seinen freien self-sustaining peasants und die eigne Arbeit als die Bedingung der Fortdauer ihres Eigenthums. Sie verhalten sich als Eigenthümer zu den natürlichen Bedingungen der Arbeit; aber diese Bedingungen müssen noch fortwährend durch persönliche Arbeit wirklich als Bedingungen und objektive Elemente der Persönlichkeit des Individuums, seiner persönlichen Arbeit, gesezt werden. Andrerseits treibt die Richtung dieses kleinen kriegerischen Gemeinwesens hinaus über diese Schranken etc (Rom, Griechenland, Juden etc).
„Als die Augurien“, sagt Niebuhr „Numa der göttlichen Billigung seiner Wahl versichert hatten, war die erste Sorge des frommen Königs nicht Tempeldienst, sondern menschlich. Er theilte die Ländereien, welche Romulus im Krieg gewonnen und der Occupation überlassen hatte: er stiftete den Dienst des Terminus. Alle alten Gesetzgeber, und vor allen Moses, gründeten den Erfolg ihrer Anordnungen für Tugend, Rechtlichkeit und gute Sitte, auf Landeigenthum, oder wenigstens gesicherten erblichen Landbesitz, für die möglich größte Zahl der Bürger.“ (Bd I, 245, 2te Ausgabe. Röm. Gesch.) Das Individuum ist placed in such conditions of gaining his life as to make not the acquiring of wealth his object, but self-sustainance, its own reproduction as a member of the community; the reproduction of himself as proprietor of the parcel of ground and, in that quality, as a member of the commune. Die Fortdauer der commune ist die Reproduction aller der members derselben als self-sustaining peasants, deren Surpluszeit eben der Commune, der Arbeit des Kriegs etc gehört. Das Eigenthum an der eignen Arbeit ist vermittelt durch das Eigenthum an der Bedingung der Arbeit – der Hufe Land, seinerseits garantirt durch das Dasein der Gemeinde, und diese wieder durch die Surplusarbeit in Form von Kriegsdienst etc der Gemeindeglieder. Es ist nicht Cooperation in der wealth producing Arbeit, wodurch sich das Gemeindemitglied reproducirt; sondern Cooperation in der Arbeit für die gemeinschaftlichen Interessen (imaginären und wirklichen) zur Aufrechterhaltung des Verbandes nach aussen und innen. Das Eigenthum ist quiritarium, römisches, der Privatgrundeigenthümer ist solcher nur als Römer, aber als Römer ist er Privatgrundeigenthümer.|
|53| Eine 3te Form des Eigenthums der arbeitenden Individuen, selfsustaining members of the community an den Naturbedingungen ihrer Arbeit ist das germanische. Hier ist weder, wie in der spezifisch orientalischen Form, das Gemeindemitglied als solches Mitbesitzer des gemeinschaftlichen Eigenthums; (wo das Eigenthum nur als Gemeindeeigenthum existirt, ist das Einzelne Glied als solches nur Besitzer eines besondren Theils, erblicher oder nicht, da jede Fraktion des Eigenthums keinem Glied gehört für sich, sondern als unmittelbarem Glied der Gemeinde; also als direkt in der Einheit mit ihr, nicht im Unterschied von ihr. Dieser Einzelne ist also nur Besitzer. Es existirt nur Gemeinschaftliches Eigenthum, und nur Privatbesitz. Die Weise dieses Besitzes im Verhältniß zum gemeinschaftlichen Eigenthum kann historisch, lokal etc ganz verschieden modificirt sein, je nachdem die Arbeit selbst von dem Privatbesitzer isolirt geschieht oder selbst wieder von der Gemeinde bestimmt ist oder der über der besondren Gemeinde schwebenden Einheit.); noch ist, wie in der römischen, griechischen Form (kurz der klassisch antiken) – hier ist der Boden occupirt von der Gemeinde, römischer Boden; ein Theil bleibt der Gemeinde als solcher im Unterschied von den Gemeindegliedern, ager publicus in seinen verschiednen Formen; der andre Theil wird vertheilt und jede Parcelle des Bodens ist dadurch römisch, daß sie das Privateigenthum, die Domäne eines Römers, sein ihm gehöriger Antheil an dem Laboratorium ist; er ist aber auch nur Römer insofern er dieß souveräne Recht über einen Theil der römischen Erde besizt. ❲„Im Alterthum städtisches Gewerb und Handel gering, Ackerbau aber hoch geachtet; im Mittelalter die entgegengesezte Beurtheilung.“❳ ❲„Das Recht der Benuzung des Gemeindelandes durch Besiz, kam ursprünglich den Patriciern [zu], die dann ihre Clienten belehnten, die Ueber- weisung von Eigenthum von dem ager publicus kam ausschließlich den Plebejern zu; alle Assignationen zu Gunsten der Plebejer und Abfindung für einen Antheil am Gemeindeland. Eigentliches Landeigenthum, die Gegend unter den Mauern der Stadt ausgenommen, ursprünglich nur in den Händen der Plebejer“ (später aufgenommne Landgemeinden).❳ ❲„Grundwesen der römischen Plebs als einer Gesammtheit von Landleuten, wie es in ihrem quiritarischen Eigenthum bezeichnet ist. Den Landbau achteten die Alten einstimmig für das eigentliche Geschäft des freien Mannes, Schule des Soldaten. In ihm erhält sich der alte Stamm der Nation; sie ändert sich in den Städten, wo fremde Kaufleute und Gewerbtreibende sich niederlassen, wie die einheimischen dorthin ziehn wo der Erwerb sie lockt. Allenthalben wo Sklaverei ist, sucht der Freigelaßne seinen Unterhalt durch solche Geschäfte, bei denen er dann oft Reichthümer sammelt: so waren diese Gewerbe auch im Alterthum meistens in ihren Händen, und dadurch für den Bürger nicht geziemend: daher die Meinung daß Zulassung der Handwerker zum vollen Bürgerrecht bedenklich sei (in der Regel waren sie bei den ältern Griechen ausgeschlossen). οὐδενὶ ἐξη̃ν ̓Ρωμαίων οὔτε χειροτέχνην βίον ἔχειν. Die Alten hatten keine Ahnung von einem würdigen Zunftwesen, wie in der mittelalterlichen Städtegeschichte; und selbst hier sank der kriegerische Geist wie die Zünfte gegen die Geschlechter obsiegten, und erlosch zulezt ganz; also auch der Städte äußre Achtung und Freiheit.“❳ ❲„Die Stämme der alten Staaten waren auf zweierlei Art begründet, entweder nach Geschlechtern oder nach Orten. Die Geschlechterstämme gehn dem Seite 1 des Heftes V Alter nach vor den Ortsstämmen, und werden fast allenthalben von ihnen verdrängt. Ihre äusserste strengste Form ist die Kasteneinrichtung, wo eine von der andren getrennt ist, ohne wechselseitiges Eherecht, der Würde nach ganz verschieden; jede mit einem ausschließlichen, unabänderlichen Beruf. Die Ortsstämme entsprechen ursprünglich einer Eintheilung der Landschaft in Gauen und Dörfer; so daß, wer zu der Zeit als diese angelegt ward, in Attika unter Klisthenes, in einem Dorf angesessen war, als dessen Demotes, in der Phyle, zu deren Region jenes gehörte, eingeschrieben ward. Nun blieben der Regel nach seine Nachkommen, ohne Rücksicht auf ihren Wohnort, in derselben Phyle und demselben Demos; womit auch diese Eintheilung einen Schein von Ahnenwesen annahm.“ Daß römische Geschlechter nicht Blutsverwandte: Cicero fügt als Merkmal zu gemeinschaftlichem Namen Abstammung von Freien hinzu. Den römischen Gentilen gemeinschaftliche Sacra, hörte später auf (schon zu Ciceros Zeit). Am längsten erhielt sich die Beerbung der ohne Angehörige und Verfügung verstorbenen Mitgeschlechter. Verpflichtung, in der ältesten Zeit, der Genneten, dem Hülfsbedürftigen unter den Ihrigen ungewöhnliche Lasten tragen zu helfen. (Bei den Deutschen überall ursprünglich, am längsten unter den Ditmarsen.) Die Gentes Innungen. „Eine allgemeinre Anordnung als die Geschlechter gab es in der alten Welt nicht. So bei den Galen die adlichen Campbells und ihre Vasallen einen Clan bildend.“ ❳ Da der Patricier im höhern Grad das Gemeinwesen repräsentirt, ist er der possessor des ager publicus und benuzt ihn durch seine Clienten etc (eignet ihn sich auch nach und nach an). Die germanische Gemeinde concentrirt sich nicht in der Stadt; durch welche blose Concentration – der Stadt als Centrum des Landlebens, dem Wohnsitz der Landarbeiter, wie ebenso dem Centrum der Kriegsführung – die Gemeinde als solche nun eine äusserliche Existenz besizt, unterschieden von der des Einzelnen. Die klassische alte Geschichte ist Stadtgeschichte, aber von Städten gegründet auf Grundeigenthum und Agricultur; die asiatische Geschichte ist eine Art indifferenter Einheit von Stadt und Land; (die eigentlich grossen Städte sind blos als fürstliche Lager hier zu betrachten, als Superfötation über die eigentlich ökonomische Construction); das Mittelalter (germanische Zeit) geht vom Land als Sitz der Geschichte aus, deren Fortentwicklung dann im Gegensatz von Stadt und Land vor sich geht; die moderne [Geschichte] ist Verstädtischung des Landes, nicht wie bei den Antiken Verländlichung der Stadt.|
|V–1| Bei der Vereinigung in der Stadt besizt die Gemeinde als solche eine ökonomische Existenz; das blose Dasein der Stadt als solcher ist verschieden von bloser Vielheit von unabhängigen Häusern. Das Ganze ist nicht hier aus seinen Theilen bestehend. Es ist eine Art selbstständiger Organismus. Bei den Germanen, wo die einzelnen Familienhäupter sich in Wäldern festsetzen, getrennt durch lange Strecken, existirt, schon äusserlich betrachtet, die Gemeinde nur durch die jedesmalige Vereinigung der Gemeindeglieder, obgleich ihre an sich seiende Einheit gesezt ist in Abstammung, Sprache, gemeinsamer Vergangenheit und Geschichte etc. Die Gemeinde erscheint also als Vereinigung, nicht als Verein, als Einigung, deren selbstständige Subjecte die Landeigenthümer bilden, nicht als Einheit. Die Gemeinde existirt daher in fact nicht als Staat, Staatswesen, wie bei den Antiken, weil sie nicht als Stadt existirt. Damit die Gemeinde in wirkliche Existenz trete, müssen die freien Landeigenthümer Versammlung halten, während sie in Rom z. B. existirt, ausser diesen Versammlungen, in dem Dasein der Stadt selbst und der Beamten, die ihr vorgesezt sind etc. Zwar kommt auch bei den Germanen der ager publicus, das Gemeindeland vor oder Volksland, im Unterschied von dem Eigenthum des Einzelnen. Er ist Jagdgrund, Weidegrund, Holzungsgrund etc, der Theil des Landes, der nicht getheilt werden kann, wenn er in dieser bestimmten Form als Productionsmittel dienen soll. Indeß erscheint nicht, wie bei den Römern z. B. dieser ager publicus als das besondre ökonomische Dasein des Staats neben den Privateigenthümern, so daß diese eigentlich Privateigenthümer als solche sind, so weit sie aus- geschlossen waren, privirt waren, wie die Plebejer [von] der Benutzung des ager publicus. Der ager publicus erscheint vielmehr nur als Ergänzung des individuellen Eigenthums bei den Germanen und figurirt als Eigenthum nur, so weit er gegen feindliche Stämme als Gemeinbesitz des einen Stammes verfochten wird. Das Eigenthum des Einzelnen erscheint nicht vermittelt durch die Gemeinde, sondern das Dasein der Gemeinde und des Gemeindeeigenthums als vermittelt d. h. als Beziehung der selbstständigen Subjecte auf einander. Das ökonomische Ganze ist au fond in jedem Einzelnen Hause enthalten, das für sich ein selbstständiges Centrum der Production bildet (Manufactur rein als häusliche Nebenarbeit der Weiber etc). In der antiken Welt ist die Stadt mit ihrer Landmark das ökonomische Ganze; in der germanischen der einzelne Wohnsitz, der selbst nur als Punkt in dem zu ihm gehörigen Land erscheint, keine Concentration vieler Eigenthümer ist, sondern Familie als selbstständige Einheit. In der asiatischen (wenigstens vorherrschenden) Form, kein Eigenthum, sondern nur Besitz des Einzelnen; die Gemeinde der eigentliche wirkliche Eigenthümer – also Eigenthum nur als gemeinschaftliches Eigenthum an dem Boden. Bei den Antiken (Römer als das klassischste Beispiel, die Sache in der reinsten, ausgeprägtsten Form) gegensätzliche Form von Staatsgrundeigenthum und Privatgrundeigenthum, so daß das leztre durch das erstre vermittelt oder das erstre selbst in dieser doppelten Form existirt. Der Privatgrundeigenthümer daher zugleich städtischer Bürger. Oekonomisch löst sich das Staatsbürgerthum in die einfache Form auf, daß der Landmann Bewohner einer Stadt. In der germanischen Form der Landmann nicht Staatsbürger, d. h. nicht Städtebewohner, sondern Grundlage die isolirte, selbstständige Familienwohnung, garantirt durch den Verband mit andren solchen Familienwohnungen vom selben Stamm und ihr gelegentliches, für Krieg, Religion, Rechtsschlichtung etc Zusammenkommen für solche wechselseitige Bürgschaft. Das individuelle Grundeigenthum erscheint hier nicht als gegensätzliche Form des Grundeigenthums der Gemeinde, noch als durch sie vermittelt, sondern umgekehrt. Die Gemeinde existirt nur in der Beziehung dieser individuellen Grundeigenthümer als solcher auf einander. Das Gemeindeeigenthum als solches erscheint nur als gemeinschaftliches Zubehör zu den individuellen Stammsitzen und Bodenaneignungen. Weder ist die Gemeinde die Substanz an der der Einzelne nur als Accident erscheint; noch das Allgemeine, das als solches, sowohl in seiner Vorstellung, wie in der Existenz der Stadt und ihrer städtischen Bedürfnisse im Unterschied von denen des Einzelnen, oder in ihrem städtischen Grund und Boden als ihrem besondren Dasein im Unterschied von dem besondren ökonomischen Dasein des Gemeindeglieds, eine seiende Einheit ist; sondern einerseits ist die Gemeinde an sich als das Gemeinschaftliche in Sprache, Blut etc dem individuellen Eigenthümer vorausgesezt; als Dasein existirt sie aber nur andrerseits in ihrer wirklichen Versammlung für gemeinschaftliche Zwecke, und so weit sie besondre ökonomische Existenz hat, in dem gemeinsam benuzten Jagd-, Weideland etc, wird sie so benuzt von Jedem Individuellen Eigenthümer als solchem, nicht als Repräsentanten (wie in Rom) des Staats; wirklich gemeinsames Eigenthum der individuellen Eigenthümer, nicht des Vereins dieser Eigenthümer als in der Stadt selbst von sich als einzelnen eine gesonderte Existenz besitzend.
Worauf es hier eigentlich ankommt, ist dieß: In allen diesen Formen, worin Grundeigenthum und Agricultur die Basis der ökonomischen Ordnung bilden, und daher die Production von Gebrauchswerthen ökonomischer Zweck ist, die Reproduction des Individuums in den bestimmten Verhältnissen zu seiner Gemeinde, in denen es deren Basis bildet – ist vorhanden: 1) Aneignung, nicht durch Arbeit, sondern als der Arbeit vorausgesezt, der natürlichen Bedingung der Arbeit, der Erde als des ursprünglichen Arbeitsinstruments sowohl, Laboratoriums, wie Behälters der Rohstoffe. Das Individuum verhält sich einfach zu den objektiven Bedingungen der Arbeit als den seinen; zu ihnen als der unorganischen Natur seiner Subjektivität, worin diese sich selbst realisirt; die Hauptobjektive Bedingung der Arbeit erscheint nicht selbst als Product der Arbeit, sondern findet sich vor als Natur;| |2| auf der einen Seite das lebendige Individuum, auf der andren die Erde, als die objektive Bedingung seiner Reproduction; 2) aber dieses Verhalten zu dem Grund und Boden, zur Erde, als dem Eigenthum des arbeitenden Individuums – welches daher von vorn herein nicht als blos arbeitendes Individuum erscheint, in dieser Abstraction, sondern im Eigenthum an der Erde eine objektive Existenzweise hat, die seiner Thätigkeit vorausgesezt ist, und nicht als deren bloses Resultat erscheint, und ebenso eine Voraussetzung seiner Thätigkeit ist, wie seine Haut oder seine Sinnesorgane, die er zwar auch im Lebensprocess reproducirt, und entwickelt etc, die aber diesem Reproductionsprozeß seinerseits vorausgesezt sind – ist sofort vermittelt durch das naturwüchsige, mehr oder minder historisch entwickelte, und modificirte Dasein des Individuums als Mitglieds einer Gemeinde – sein naturwüchsiges Dasein als Glied eines Stammes etc. Ein isolirtes Individuum könnte so wenig Eigenthum haben am Grund und Boden, wie sprechen. Es könnte allerdings an ihm als der Substanz zehren, wie die Thiere thun. Das Verhalten zur Erde als Eigenthum ist immer vermittelt durch die Occupation, friedliche oder gewaltsame, von Grund und Boden durch den Stamm, die Gemeinde in irgendeiner mehr oder minder naturwüchsigen, oder schon historisch entwickeltern Form. Das Individuum kann hier nie in der Punktualität auftreten, in der es als bloser freier Arbeiter erscheint. Wenn die objektiven Bedingungen seiner Arbeit vorausgesezt sind als ihm gehörig, so ist es selbst subjektiv vorausgesezt als Glied einer Gemeinde, durch welche sein Verhältniß zum Grund und Boden vermittelt ist. Seine Beziehung zu den objektiven Bedingungen der Arbeit ist vermittelt durch sein Dasein als Gemeindeglied; andrerseits ist das wirkliche Dasein der Gemeinde bestimmt durch die bestimmte Form seines Eigenthums an den objektiven Bedingungen der Arbeit. Ob dieß durch das Dasein in der Gemeinde vermittelte Eigenthum als gemeinschaftliches Eigenthum erscheint, wo der Einzelne nur Besitzer ist und es kein Privateigenthum an Grund und Boden giebt – oder ob das Eigenthum in der doppelten Form von Staats- und Privateigenthum neben einander erscheint, so daß das leztre aber als durch das erstre gesezt erscheint, daher nur der Staatsbürger Privateigenthümer ist und sein muß, andrerseits aber sein Eigenthum als Staatsbürger zugleich eine besondre Existenz hat – oder ob endlich das Gemeindeeigenthum nur als Ergänzung des individuellen Eigenthums, dieses aber als die Basis und die Gemeinde überhaupt nicht Existenz für sich hat ausser in der Ver- sammlung der Gemeindeglieder und ihrer Vereinigung zu gemeinsamen Zwecken – diese verschiednen Formen des Verhaltens der Gemeinde- oder Stammglieder zum Grund und Boden des Stammes – der Erde, worauf er sich niedergelassen hat – hängen ab theils von den Naturanlagen des Stammes, theils von den ökonomischen Bedingungen, unter denen er nun wirklich sich als Eigenthümer zum Grund und Boden verhält, d. h. sich seine Früchte durch Arbeit aneignet, und dieß wird selbst abhängen von Klima, physischer Beschaffenheit des Grund und Bodens, der physisch bedingten Weise seiner Exploitation, dem Verhalten zu feindlichen Stämmen oder Nachbarstämmen, und den Veränderungen, die Wanderungen, historische Erlebnisse etc hineinbringen. Damit die Gemeinde fortexistire in der alten Weise, als solche, ist die Reproduction ihrer Glieder unter den vorausgesezten objektiven Bedingungen nöthig. Die Production selbst, Fortschritt der Bevölkerung (auch dieser gehört zur Production) hebt nothwendig nach und nach diese Bedingungen auf; zerstört sie statt sie zu reproduciren etc und damit geht das Gemeinwesen unter mit den Eigenthumsverhältnissen, auf denen es gegründet war. Am zähsten und längsten hält sich nothwendig die asiatische Form. Es liegt dieß in ihrer Voraussetzung; daß der Einzelne nicht der Gemeinde gegenüber selbstständig wird; daß self-sustaining Kreis der Production, Einheit von Agricultur und Handmanufactur etc. Verändert der Einzelne sein Verhältniß zur Gemeinde, so verändert er damit und wirkt zerstörend auf die Gemeinde; wie auf ihre ökonomische Voraussetzung; andrerseits die Aenderung dieser ökonomischen Voraussetzung – durch ihre eigne Dialektik hervorgebracht, Verarmung etc. Namentlich der Einfluß des Kriegswesens und der Eroberung, der in Rom z. B. wesentlich zu den ökonomischen Bedingungen der Gemeinde selbst gehört – hebt auf das reale Band, worauf sie beruht. In allen diesen Formen ist die Reproduction vor- ausgesezter – mehr oder minder naturwüchsiger oder auch historisch gewordner, aber traditionell gewordner – Verhältnisse des Einzelnen zu seiner Gemeinde, und ein bestimmtes, ihm vorherbestimmtes objektives Dasein, sowohl im Verhalten zu den Bedingungen der Arbeit, wie zu seinen Mitarbeitern, Stammesgenossen etc – Grundlage der Entwicklung, die von vorn herein daher eine beschränkte ist, aber mit Aufhebung der Schranke Verfall und Untergang darstellt. Die Entwicklung der Sklaverei, die Concentration des Grundbesitzes, Austausch, Geldwesen, Eroberung etc so bei den Römern, obgleich alle diese Elemente bis zu einem gewissen Punkt verträglich scheinen mit der Grundlage und sie theils nur unschuldig zu erweitern scheinen, theils als blose Mißbräuche aus ihr hervorzuwachsen. Es können hier grosse Entwicklungen stattfinden innerhalb eines bestimmten Kreises. Die Individuen können groß erscheinen. Aber an freie und volle Entwicklung, weder des Individuums, noch der Gesellschaft nicht hier zu denken, da solche Entwicklung mit dem ursprünglichen Verhältniß im Widerspruch steht.|
|3| Wir finden bei den Alten nie eine Untersuchung, welche Form des Grundeigenthums etc die productivste, den größten Reichthum schafft? Der Reichthum erscheint nicht als Zweck der Production, obgleich sehr wohl Cato untersuchen kann, welche Bestellung des Feldes die einträglichste, oder gar Brutus sein Geld zu den besten Zinsen ausborgen kann. Die Untersuchung ist immer, welche Weise des Eigenthums die besten Staatsbürger schafft. Als Selbstzweck erscheint der Reichthum nur bei den wenigen Handelsvölkern – Monopolisten des carrying trade –, die in den Poren der alten Welt leben, wie die Juden in der mittelaltrigen Gesellschaft. Nun ist der Reichthum einerseits Sache, verwirklicht in Sachen, materiellen Producten, denen der Mensch als Subject gegenübersteht; andrerseits als Werth ist er bloses Commando über fremde Arbeit nicht zum Zweck der Herrschaft, sondern des Privatgenusses etc. In allen Formen erscheint er in dinglicher Gestalt, sei es Sache, sei es Verhältniß vermittelst der Sache, die ausser und zufällig neben dem Individuum liegt. So erscheint die alte Anschauung, wo der Mensch, in welcher bornirten nationalen, religiösen, politischen Bestimmung auch immer als Zweck der Production erscheint, sehr erhaben zu sein gegen die moderne Welt, wo die Production als Zweck des Menschen und der Reichthum als Zweck der Production erscheint. In fact aber, wenn die bornirte bürgerliche Form abgestreift wird, was ist der Reichthum anders, als die im universellen Austausch erzeugte Universalität der Bedürfnisse, Fähigkeiten, Genüsse, Productivkräfte etc der Individuen? Die volle Entwicklung der menschlichen Herrschaft über die Naturkräfte, die der s. g. Natur sowohl, wie seiner eignen Natur? Das absolute Herausarbeiten seiner schöpferischen Anlagen, ohne andre Voraussetzung als die vorhergegangne historische Entwicklung, die diese Totalität der Entwicklung, d. h. der Entwicklung aller menschlichen Kräfte als solcher, nicht gemessen an einem vorhergegebnen Maaßstab, zum Selbstzweck macht? wo er sich nicht reproducirt in einer Bestimmtheit, sondern seine Totalität producirt? Nicht irgend etwas Gewordnes zu bleiben sucht, sondern in der absoluten Bewegung des Werdens ist? In der bürgerlichen Oekonomie – und der Productionsepoche der sie entspricht – erscheint diese völlige Herausarbeitung des menschlichen Innern als völlige Entleerung; diese universelle Vergegenständlichung als totale Entfremdung, und die Niederreissung aller bestimmten einseitigen Zwecke als Aufopferung des Selbstzwecks unter einen ganz äusseren Zweck. Daher erscheint einerseits die kindische alte Welt als das Höhere. Andrerseits ist sie es in alle dem, wo geschloßne Gestalt, Form, und gegebne Begrenzung gesucht wird. Sie ist Befriedigung auf einem bornirten Standpunkt; während das Moderne unbefriedigt läßt, oder wo es in sich befriedigt erscheint, gemein ist.
Was Herr Proudhon die ausserökonomische Entstehung des Eigenthums nennt, worunter er eben das Grundeigenthum versteht, ist das vorbürgerliche Verhältniß des Individuums zu den objektiven Bedingungen der Arbeit, und zunächst den natürlichen objectiven Bedingungen der Arbeit – denn, wie das arbeitende Subject natürliches Individuum, natürliches Dasein [war, so] erschien die erste objektive Bedingung seiner Arbeit als Natur, Erde, sein unorganischer Leib; es selbst ist nicht nur der organische Leib, sondern diese unorganische Natur als Subjekt. Diese Bedingung ist nicht sein Product, sondern vorgefunden; als natürliches Dasein ausser ihm ihm vorausgesezt. Eh wir dieß weiter analysiren noch dieß: der brave Proudhon könnte nicht nur, sondern müßte, eben so gut das Capital und die Lohnarbeit – als Eigenthumsformen – ausserökonomischer Entstehung bezüchtigen. Denn das Vorfinden der objektiven Bedingungen der Arbeit als von ihm getrennter, als Capital von Seiten des Arbeiters und das Vorfinden des Arbeiters als Eigenthumslosen, als abstrakten Arbeiters von Seiten des Capitalisten – der Austausch, wie er zwischen Werth und lebendiger Arbeit vorgeht unterstellt einen historischen Process, – so sehr Capital und Lohnarbeit selbst dieß Verhältniß reproduciren und in seinem objektiven Umfang ausarbeiten, wie ebenso in die Tiefe hinein – einen historischen Process, wie wir gesehn haben, der die Entstehungsgeschichte des Capitals und der Lohnarbeit bildet. In andren Worten: die ausserökonomische Entstehung des Eigenthums heißt nichts als die historische Entstehung der bürgerlichen Oekonomie, der Productionsformen, die durch die Categorien der politischen Oekonomie theoretisch oder ideal ausgedrückt werden. Daß die vorbürgerliche Geschichte, und jede Phase derselben, aber auch ihre Oekonomie hat und eine ökono- mische Grundlage der Bewegung ist au fond die blose Tautologie, daß das Leben der Menschen von jeher auf Production, d'une manière ou d'une autre gesellschaftliche Production beruhte, deren Verhältnisse wir eben ökonomische Verhältnisse nennen.
Die ursprünglichen Bedingungen der Production – (oder was dasselbe ist, der Reproduction einer durch den natürlichen Process der beiden Geschlechter fortschreitenden Menschenzahl; denn diese Reproduction, wenn sie auf der einen Seite als Aneignen der Objekte durch die Subjekte erscheint, erscheint auf der andren ebenso als Formung, Unterwerfung der Objekte unter einen subjektiven Zweck; Verwandlung derselben in Resultate und Behälter der subjektiven Thätigkeit –) können ursprünglich nicht selbst produ- cirt sein – Resultate der Production sein. Nicht die Einheit der lebenden und thätigen Menschen mit den natürlichen, unorganischen Bedingungen ihres Stoffwechsels mit der Natur, und daher ihre Aneignung der Natur – bedarf der Erklärung oder ist Resultat eines ||4| historischen Processes, sondern die Trennung zwischen diesen unorganischen Bedingungen des menschlichen Daseins und diesem thätigen Dasein, eine Trennung, wie sie vollständig erst gesezt ist im Verhältniß von Lohnarbeit und Capital. In dem Sklaven- und Leibeigenschaftsverhältniß findet diese Trennung nicht statt; sondern ein Theil der Gesellschaft wird von dem andren selbst als blos unorganische und natürliche Bedingung seiner eignen Reproduction behandelt. Der Sklave steht in gar keinem Verhältniß zu den objektiven Bedingungen seiner Arbeit; sondern die Arbeit selbst, sowohl in der Form des Sklaven, wie der des Leibeignen, wird als unorganische Bedingung der Production in die Reihe der andren Naturwesen gestellt, neben das Vieh oder als Anhängsel der Erde. In andren Worten: die ursprünglichen Bedingungen der Production erscheinen als Naturvoraussetzungen, natürliche Existenzbedingungen des Producenten, ganz so wie sein lebendiger Leib, so sehr er ihn reproducirt und entwickelt ursprünglich nicht gesezt ist von ihm selbst, als die Vor- aussetzung seiner selbst erscheint; sein eignes Dasein (leibliches) ist eine natürliche Voraussetzung, die er nicht gesezt hat. Diese natürlichen Exi- stenzbedingungen, zu denen er sich als zu ihm selbst gehörigem, unorganischem Leib verhält, sind selbst doppelt: 1) subjektiver und 2) objektiver Natur. Er findet sich vor als Glied einer Familie, Stammes, Tribus etc – die dann durch Mischung und Gegensatz mit andren historisch verschiedne Gestalt annehmen; und als solches Glied bezieht er sich auf eine bestimmte Natur (sag hier noch Erde, Grund und Boden) als unorganisches Dasein seiner selbst, als Bedingung seiner Production und Reproduction. Als natürliches Glied des Gemeinwesens hat er Theil am gemeinschaftlichen Eigenthum und besondren Theil desselben zum Besitz; ebenso wie er als geborner römischer Bürger idealen Anspruch (at least) auf den ager publicus und realen auf so und so viel juggera Land hat etc. Sein Eigenthum, d. h. die Beziehung auf die natürlichen Voraussetzungen seiner Production als ihm zugehörige, als die seinigen, ist dadurch vermittelt daß er selbst natürliches Mitglied eines Gemeinwesens. (Die Abstraction eines Gemeinwesens, worin die Mitglieder nichts gemein haben, als etwa Sprache etc und kaum diese, ist offenbar das Product viel späterer historischer Zustände.) In Bezug auf den Einzelnen ist zum Beispiel klar, daß er selbst zur Sprache als seiner eignen sich nur verhält als natürliches Mitglied eines menschlichen Gemeinwesens. Sprache als das Product eines Einzelnen ist ein Unding. Aber eben so sehr ist es Eigenthum.
Die Sprache selbst ist ebenso das Product eines Gemeinwesens, wie sie in andrer Hinsicht selbst das Dasein des Gemeinwesens, und das selbstredende Dasein desselben. ❲Die gemeinschaftliche Production und das Gemeineigenthum, wie es z. B. in Peru vorkommt, ist offenbar eine sekun- däre Form; eingeführt und übertragen von erobernden Stämmen, die bei sich selbst das Gemeineigenthum und Gemeinschaftliche Production in der alten einfachern Form kannten, wie sie in Indien und bei den Slawen vorkommt. Eben so scheint die Form die wir bei den Celten in Wales z. B. finden eine übertragne in dieselben, sekundäre, von Eroberern bei den niedriger stehenden eroberten Stämmen eingeführt. Die Vollendung und systematische Ausarbeitung dieser Systeme von einem obersten Centrum aus, zeigt ihre spätere Entstehung. Ganz wie der in England eingeführte Feudalismus vollendeter war in der Form, wie der in Frankreich naturwüchsig entstandne.❳ ❲Bei wandernden Hirtenstämmen – und alle Hirtenvölker sind ursprünglich wandernd – erscheint die Erde gleich den andren Naturbedingungen in elementarischer Unbegrenztheit, z. B. in den asiatischen Steppen und der asiatischen Hochebne. Sie wird abgeweidet etc consumirt durch die Heerden, an denen wieder die Heerdenvölker existiren. Sie verhalten sich zu ihr als ihrem Eigenthum, obgleich sie dieß Eigenthum nie fixiren. Der Jagdgrund so bei den wilden Indianerstämmen in America; der Stamm betrachtet eine gewisse Region als sein Jagdgebiet und behauptet es gewaltsam gegen andre Stämme, oder sucht andre Stämme aus dem von ihnen behaupteten zu vertreiben. Bei den wandernden Hirtenstämmen ist die Gemeinde in der That stets vereinigt, Reisegesellschaft, Carawane, Horde, und die Formen der Ueber- und Unterordnung entwickeln sich aus den Bedingungen dieser Lebensweise. Angeeignet und reproducirt wird in der That hier nur die Heerde, nicht die Erde; die aber stets temporär gemeinschaftlich benuzt wird an dem jedes maligen Aufenthaltsplatz.❳ Die einzige Schranke, die das Gemeinwesen finden kann in seinem Verhalten zu den natürlichen Productionsbedingungen – der Erde – (wenn wir gleich zu den ansässigen Völkern überspringen) als den seinen ist ein andres Gemeinwesen, das sie schon als seinen anorganischen Leib in Anspruch nimmt. Der Krieg ist daher eine der ursprünglichsten Arbeiten jedes dieser naturwüchsigen Gemeinwesen, sowohl zur Behauptung des Eigenthums, als zum Neuerwerb desselben. (Wir können uns hier in der That damit begnügen, vom ursprünglichen Eigenthum am Grund und Boden zu sprechen, denn bei Hirtenvölkern ist das Eigenthum an natürlich vorgefundnen Erdproducten – den Schaafen f. i. – zugleich das an den Weiden, die sie durchziehn. Überhaupt ist bei dem Eigenthum an dem Grund und Boden das an seinen organischen Producten mit einbegriffen.) ❲Wird der ||5| Mensch selbst als organisches Zubehör des Grund und Bodens mit ihm erobert, so wird er miterobert als eine der Productionsbedingungen, und so entsteht Sklaverei und Leibeigenschaft, die die ursprünglichen Formen aller Gemeinwesen bald verfälscht und modificirt, und selbst zu ihrer Basis wird. Die einfache Construction wird dadurch negativ bestimmt.❳
Eigenthum meint also ursprünglich nichts als Verhalten des Menschen zu seinen natürlichen Productionsbedingungen als ihm gehörigen, als den seinen, als mit seinem eignen Dasein vorausgesezten; Verhalten zu denselben als natürlichen Voraussetzungen seiner selbst, die so zu sagen nur seinen verlängerten Leib bilden. Er verhält sich eigentlich nicht zu seinen Productionsbedingungen; sondern ist doppelt da, sowohl subjektiv als er selbst, wie objektiv in diesen natürlichen anorganischen Bedingungen seiner Existenz. Die Formen dieser natürlichen Productionsbedingungen sind doppelt: 1) sein Dasein als Glied eines Gemeinwesens; also das Dasein dieses Gemeinwesens, das in seiner ursprünglichen Form Stammwesen, mehr oder minder modificirtes Stammwesen ist; 2) das Verhalten zum Grund und Boden vermittelst des Gemeinwesens, als dem seinigen, gemeinschaftliches Bodeneigenthum, zugleich Einzelbesitz für den einzelnen, oder so daß nur die Früchte getheilt werden; der Boden selbst und die Bearbeitung aber gemeinsam bleibt. (Indeß Wohnsitze etc, seien es auch die Wagen der Scythen, erscheinen dann doch immer im Besitze des einzelnen.) Eine natürliche Productionsbedingung für das lebendige Individuum ist sein Zubehören zu einer naturwüchsigen Gesellschaft Stamm etc. Dieses ist z. B. schon Bedingung für seine Sprache etc. Sein eignes productives Dasein ist nur unter dieser Bedingung. Sein subjektives Dasein ist dadurch als solches bedingt, ebensosehr wie es bedingt ist durch das Verhalten zur Erde als seinem Laboratorium. (Eigenthum ist zwar ursprünglich mobil, denn der Mensch bemächtigt sich d'abord der fertigen Früchte der Erde, wozu unter andrem auch die Thiere gehören und für ihn speziell die zähmbaren. Indeß selbst dieser Zustand – Jagd, Fischerei, Hirtenwesen, Leben von Baumfrüchten etc unterstellt immer Aneignung der Erde, sei es zu festem Wohnplatz, sei es zum roaming, sei es zum Weiden für die Thiere etc.)
Das Eigenthum meint also Gehören zu einem Stamm (Gemeinwesen) (in ihm subjektiv-objektive Existenz haben) und vermittelst des Verhaltens dieses Gemeinwesens zum Grund und Boden, zur Erde als seinem unorganischen Leib, Verhalten des Individuums zum Grund und Boden, zur äusseren Urbedingung der Production – da die Erde in einem Rohmaterial, Instrument, Frucht ist – als zu seiner Individualität gehörigen Voraussetzungen; Daseinsweisen derselben. Wir reduciren dieß Eigenthum auf das Verhalten zu den Bedingungen der Production. Warum nicht der Consumtion, da ursprünglich das Produciren des Individuums sich auf das Reproduciren seines eignen Leibs durch Aneignen fertiger, von der Natur selbst für den Consum zubereiteter Gegenstände beschränkt? Selbst wo nur noch zu finden ist, und zu entdecken, erfordert dieß bald Anstrengung, Arbeit – wie in Jagd, Fischfang, Hirtenwesen – und Production (i. e. Entwicklung) gewisser Fähigkeiten auf Seiten des Subjekts. Dann aber sind Zustände, wo zu dem Vorhandnen zugegriffen werden kann, ohne alle Instrumente (also selbst schon zur Production bestimmte Producte der Arbeit), ohne Aenderung der Form (die selbst schon beim Hirtenwesen stattfindet) etc sehr bald vorübergehende und nirgends wo als Normalzustände zu betrachten; auch nicht als Normalurzustände. Uebrigens schliessen die ursprünglichen Bedingungen der Production direkt, ohne Arbeit consumirbare Stoffe, wie Früchte, Thiere etc von selbst ein; also der Consumtionsfonds erscheint selbst als ein Bestandtheil des ursprünglichen Productionsfonds.
Die Grundbedingung des auf dem Stammwesen (worin sich das Gemeinwesen ursprünglich auflöst) ruhenden Eigenthums – Mitglied des Stammes sein – macht den vom Stamm eroberten fremden Stamm, den unterworfnen, Eigenthumslos und wirft ihn selbst unter die unorganischen Bedingungen seiner Reproduction, wozu sich das Gemeinwesen als den seinen verhält. Sklaverei und Leibeigenschaft sind daher nur weitre Entwicklungen des auf dem Stammwesen beruhnden Eigenthums. Sie modificiren nothwendig alle Formen desselben. Am wenigsten können sie dieß in der asiatischen Form. In der self-sustaining Einheit von Manufactur und Agricultur, worauf diese Form beruht, die Eroberung nicht so nothwendige Bedingung als da wo das Grundeigenthum, Agricultur ausschließlich vorherrschend. Andrerseits, da der Einzelne nie zum Eigenthümer, sondern nur zum Besitzer in dieser Form wird, ist er au fond selbst das Eigenthum, der Sklave dessen [in] dem die Einheit der Gemeinde existirt und Sklaverei hebt hier weder die Bedingungen der Arbeit auf, noch modificirt sie das wesentliche Verhältniß. |
|6| Es ist nun ferner klar:
Das Eigenthum, soweit es nur das bewußte Verhalten – und in Bezug auf den Einzelnen vom Gemeinwesen gesezte und als Gesetz proclamirte und garantirte – zu den Productionsbedingungen als den seinen ist, das Dasein des Producenten also als ein Dasein in den ihm gehörigen objektiven Bedingungen erscheint – wird erst verwirklicht durch die Production selbst. Die wirkliche Aneignung geschieht erst nicht in der gedachten, sondern in der thätigen, realen Beziehung auf diese Bedingungen – das wirkliche Setzen derselben als der Bedingungen seiner subjektiven Thätigkeit.
Damit ist aber zugleich klar, daß diese Bedingungen sich ändern. Durch das Jagen der Stämme wird eine Erdregion erst zum Jagdrevier; durch den Ackerbau die Erde, der Grund und Boden erst als der verlängerte Leib des Individuums gesezt. Nachdem die Stadt Rom erbaut war und die umliegende Feldmark bestellt von ihren Bürgern – waren die Bedingungen des Gemeinwesens andre geworden als vorher. Der Zweck aller dieser Gemeinwesen ist Erhaltung; d. h. Reproduction der Individuen, die es bilden, als Eigenthümer, d. h. in derselben objektiven Existenzweise, die zugleich das Verhalten der Glieder zu einander und daher die Gemeinde selbst bildet. Diese Reproduction ist aber zugleich nothwendig Neuproduction und De- struction der alten Form. Z. B. wo der Individuen jedes so viel Acker Land besitzen soll, schon der Fortschritt der Bevölkerung im Wege. Soll dem gesteuert werden, so Colonisation und diese macht Eroberungskrieg nöthig. Damit Sklaven etc. Vergrösserung des ager publicus z. B. auch und damit der Patricier, die das Gemeinwesen repräsentiren etc. So die Erhaltung des alten Gemeinwesens schließt ein die Destruction der Bedingungen, auf denen es beruht, schlägt ins Gegentheil um. Sollte z. B. gedacht werden, die Productivität auf demselben Raum könne vermehrt werden durch Entwicklung der Productivkräfte etc (diese beim altherkömmlichen Ackerbau gerade das aller langsamste), so würde das neue Weisen, Combinationen der Arbeit, grossen Theil des Tags auf Agricultur verwandt etc einschliessen, und damit wieder die alten ökonomischen Bedingungen des Gemeinwesens aufheben. In dem Akt der Reproduction selbst ändern sich nicht nur die objektiven Bedingungen, z. B. aus dem Dorf wird Stadt, aus der Wildniß gelichteter Acker etc, sondern die Producenten ändern sich, indem sie neue Qualitäten aus sich heraus setzen, sich selbst durch die Production entwickeln, umgestalten, neue Kräfte und neue Vorstellungen bilden, neue Verkehrsweisen, neue Bedürfnisse und neue Sprache. Je altherkömmlicher die Productionsweise selbst – und diese dauert lang in der Agricultur; noch länger in der orientalischen Ergänzung von Agricultur und Manufactur – d. h. je mehr sich gleichbleibend der wirkliche Proceß der Aneignung, um so constanter die alten Eigenthumsformen und damit das Gemeinwesen überhaupt. Wo Trennung schon der Gemeindeglieder als Privateigenthümer von sich als Stadtgemeinde und Stadtterritoriumeignern, da treten auch schon Bedingungen ein, wodurch der Einzelne verlieren kann sein Eigenthum, d. h. das doppelte Verhältniß, das ihn zum ebenbürtigen Bürger, Mitglied des Gemeinwesens, und das ihn zum Eigenthümer macht. In der orientalischen Form ist dieß Verlieren kaum möglich, ausser durch ganz äussere Einflüsse, da das Einzelne Mitglied der Gemeinde nie in die freie Beziehung zu ihr tritt, wodurch es sein Band (objektives, ökonomisches zu ihr) verlieren könnte. Es ist festgewachsen. Es liegt dies auch an der Vereinigung von Manufactur und Agricultur, von Stadt (dem Dorf) und Land. Bei den Alten erscheint die Manufactur schon als Verderb (Geschäft der Libertini, Klienten, Fremden) etc. Diese Entwicklung der productiven Arbeit (losgelöst von der reinen Unterordnung unter die Agricultur als häusliche, Freienarbeit, die nur für Agricultur und Krieg bestimmte, oder auf Gottesdienst, und Gemeinwesen – wie Häuserbau, Strassenbau, Tempelbau – gewandte Manufactur), die sich nothwendig entwickelt durch Verkehr mit Fremden, Sklaven, Lust das Surplusproduct auszutauschen etc, löst die Productionsweise auf, auf der das Gemeinwesen beruht und daher der objektiv Einzelne, i. e. als Römer, Grieche etc bestimmte Einzelne. Der Austausch wirkt ebenso: die Verschuldung etc.
Die ursprüngliche Einheit zwischen einer besondren Form des Gemein(Stammwesens) und damit zusammenhängenden Eigenthums an der Natur oder Verhalten zu den objektiven Bedingungen der Production als Naturdasein, als durch die Gemeinde vermitteltem objektiven Dasein des Einzelnen – diese Einheit, die einerseits als die besondre Eigenthumsform erscheint – hat ihre lebendige Wirklichkeit in einer bestimmten Weise der Production selbst, einer Weise, die ebensosehr als Verhalten der Individuen zu einander erscheint, wie ihr bestimmtes thätiges Verhalten ||7| zur unorganischen Natur, bestimmte Arbeitsweise (die immer Familienarbeit, oft Gemeindearbeit). Als die erste grosse Productivkraft erscheint das Gemeinwesen selbst; für die besondre Art der Productionsbedingungen (z. B. Viehzucht, Landbau) entwickeln sich besondre Productionsweise und besondre Productivkräfte, sowohl subjektive, als Eigenschaften der Individuen erscheinend, wie objektive.
Eine bestimmte Stufe der Entwicklung der Productivkräfte der arbeitenden Subjecte, der bestimmte Verhältnisse derselben zu einander und zur Natur entsprechen – darin löst sich in lezter Instanz sowohl ihr Gemeinwesen auf, wie das auf demselben begründete Eigenthum. Bis zu einem gewissen Punkt Reproduction. Schlägt dann in Auflösung um.
Eigenthum meint also ursprünglich – und so in seiner asiatischen, slawischen, antiken, germanischen Form – Verhalten des arbeitenden (producirenden) Subjekts (oder sich reproducirenden) zu den Bedingungen seiner Production oder Reproduction als den seinen. Es wird daher auch verschiedne Formen haben nach den Bedingungen dieser Production. Die Production selbst bezweckt die Reproduction des Producenten in und mit diesen seinen objektiven Daseinsbedingungen. Dieses Verhalten als Eigenthümer – nicht als Resultat, sondern Voraussetzung der Arbeit, i. e. der Production – sezt voraus ein bestimmtes Dasein des Individuums als Glied eines Stamm- oder Gemeinwesens (dessen Eigenthum es selbst ist bis zu einem gewissen Punkt). Sklaverei, Leibeigenschaft etc, wo der Arbeiter selbst unter den Naturbedingungen der Production für ein 3tes Individuum oder Gemeinwesen erscheint (dieß ist z. B. bei der allgemeinen Sklaverei des Orients nicht der Fall, nur vom europäischen point of view aus) – also Eigenthum nicht mehr das Verhalten des selbstarbeitenden Individuums zu den objektiven Bedingungen der Arbeit – ist immer secundär, nie ursprünglich, obgleich nothwendiges und consequentes Resultat des auf dem Gemeinwesen und Arbeit im Gemeinwesen gegründeten Eigenthums. Es ist zwar sehr einfach sich vorzustellen, daß Ein Gewaltiger, physisch Ueberlegner, nachdem er erst das Thier gefangen, dann Menschen fängt, um durch ihn Thiere fangen zu lassen; mit einem Worte sich ebenso des Menschen als einer natürlich vorgefundnen Bedingung für seine Reproduction bedient (wobei seine eigne Arbeit in Herrschen sich auflöst etc) wie irgend eines andren Naturwesens. Aber solche Ansicht ist abgeschmackt, – so sehr richtig vom Standpunkt gegebner Stamm- oder Gemeinwesen – da sie von der Entwicklung vereinzelter Menschen ausgeht. Der Mensch vereinzelt sich erst durch den historischen Process. Er erscheint ursprünglich als ein Gattungswesen, Stammwesen, Heerdenthier – wenn auch keineswegs als ein ζω̃ον πολιτιϰόν im politischen Sinn. Der Austausch selbst ist ein Hauptmittel dieser Vereinzelung. Er macht das Heerdenwesen überflüssig und löst es auf. Sobald die Sache sich so gedreht, daß er als Vereinzelter nur mehr sich auf sich bezieht, die Mittel aber, um sich als Vereinzelter zu setzen, sein sich Allgemein- und Gemeinmachen geworden sind. In diesem Gemeinwesen ist das objektive Dasein des Einzelnen als Eigenthümer, sage z. B. Grundeigenthümer vorausgesezt und zwar unter gewissen Bedingungen, die ihn an das Gemeinwesen ketten, oder vielmehr einen Ring in seiner Kette machen. In der bürgerlichen Gesellschaft steht der Arbeiter z. B. rein objektivlos, subjektiv da; aber die Sache, die ihm gegenübersteht, ist das wahre Gemein- wesen nun geworden, das er zu verspeisen sucht, und von dem er verspeist wird.
Alle Formen (mehr oder minder naturwüchsig, alle zugleich aber auch Resultate historischen Processes), worin das Gemeinwesen die Subjekte in bestimmter objektiver Einheit mit ihren Productionsbedingungen, oder ein bestimmtes subjektives Dasein die Gemeinwesen selbst als Productionsbedingungen unterstellt, entsprechen nothwendig nur limitirter, und principiell limitirter Entwicklung der Productivkräfte. Die Entwicklung der Productivkräfte löst sie auf und ihre Auflösung selbst ist eine Entwicklung der menschlichen Productivkräfte. Es wird erst gearbeitet von gewisser Grundlage aus – erst naturwüchsig – dann historische Voraussetzung. Dann aber wird diese Grundlage oder Voraussetzung selbst aufgehoben oder gesezt als eine verschwindende Voraussetzung, die zu eng geworden für die Entfaltung des progressiven Menschenpacks.
Soweit antikes Grundeigenthum im modernen Parcelleneigenthum wieder erscheint, gehört es selbst in die politische Oekonomie und kommen wir darauf im Abschnitt vom Grundeigenthum.|
|8| (Auf alles dieß tiefer und ausführlicher zurückzukommen.)
Das, um das es sich uns hier zunächst handelt: Das Verhalten der Arbeit zum Capital oder zu den objektiven Bedingungen der Arbeit als Capital sezt voraus historischen Process, der die verschiednen Formen auflöst in denen der Arbeiter Eigenthümer ist, oder der Eigenthümer arbeitet. Also vor allem 1) Auflösen des Verhaltens zur Erde – Grund und Boden – als natürlicher Productionsbedingung, – zu der er sich als seinem eignen unorganischen Dasein verhält; dem Laboratorium seiner Kräfte, und der Domäne seines Willens. Alle Formen, worin dies Eigenthum vorkommt, unterstellen ein Gemeinwesen, dessen Mitglieder, obgleich formelle Unterschiede zwischen ihnen sein mögen, als Mitglieder desselben Eigenthümer sind. Die ursprüngliche Form dieses Eigenthums ist daher selbst unmittelbares Ge- meineigenthum (orientalische Form, modificirt im slawischen; bis zum Gegensatz entwickelt aber doch noch als die geheime, wenn auch gegensätzliche, Grundlage im antiken und germanischen Eigenthum). 2) Auflösen der Verhältnisse, worin er als Eigenthümer des Instruments erscheint. Wie die obige Form des Grundeigenthums reales Gemeinwesen unterstellt, so dieses Eigenthum des Arbeiters an Instruments eine besondre Form der Entwicklung der Manufacturarbeit als Handwerksarbeit; damit verknüpft das Zunft-Corporationswesen etc. (Das altorientalische Manufacturwesen kann schon unter 1) betrachtet werden.) Hier die Arbeit selbst noch halb künstlerisch, halb Selbstzweck etc. Meisterschaft. Capitalist selbst noch Meister. Mit dem besondren Arbeitsgeschick auch der Besitz am Instrument gesichert etc etc. Erblichkeit dann gewissermassen der Arbeitsweise mit der Arbeitsorganisation und dem Arbeitsinstrument. Mittelaltriges Städtewesen. Die Arbeit noch als seine eigne; bestimmte selbstgenügende Entwicklung einseitiger Fähigkeiten etc. 3) Einbegriffen in beidem, daß er die Consumtionsmittel vor der Production im Besitz hat, nöthig um als Producent – also während seiner Production, vor der Vollendung derselben – zu leben. Als Grundeigenthümer erscheint er direct mit dem nöthigen Consumtionsfonds versehn. Als Handwerksmeister hat er denselben ererbt, verdient, aufgespart und als Handwerksbursch ist er erst Lehrling, wo er noch gar nicht als eigentlicher, selbstständiger Arbeiter erscheint, sondern patriarchalisch theilt die Kost mit dem Meister. Als Gesell (wirklicher) ist eine gewisse Gemeinschaftlichkeit des vom Meister besessenen Consumtionsfonds. Ist er auch nicht das Eigenthum des Gesellen, so doch durch die Gesetze der Zunft, ihr Herkommen etc sein Mitbesitz wenigstens etc. (Weiter hierauf einzugehn.) 4) Auflösung andrerseits ebensosehr der Verhältnisse, worin die Arbeiter selbst, die lebendigen Arbeitsvermögen selbst noch unmittelbar unter die objectiven Productionsbedingungen gehören, und als solche angeeignet werden – also Sklaven oder Leibeigne sind. Für das Capital ist der Arbeiter keine Productionsbedingung, sondern nur die Arbeit. Kann es sie durch Maschinen verrichten lassen, oder gar durch Wasser, Luft, tant mieux. Und es eignet sich nicht den Arbeiter an, sondern seine Arbeit – nicht unmittelbar, sondern vermittelt durch Austausch.
Dieß sind nun auf der einen Seite historische Voraussetzungen, damit der Arbeiter als freier Arbeiter, als objektivloses, rein subjektives Arbeitsvermögen den objektiven Bedingungen der Production als seinem Nicht- eigenthum, als fremdem Eigenthum, als für sich seiendem Werth, als Capital gegenüber gefunden wird. Andrerseits fragt es sich aber, welche Bedingungen sind nöthig, damit er ein Capital sich gegenüber findet?
❲In der Formel des Capitals, wo die lebendige Arbeit sich sowohl zum Rohmaterial, wie zum Instrument, wie zu den während der Arbeit erforderlichen Lebensmitteln als negativ, Nicht-Eigenthum verhält ist d'abord Nicht-Grundeigenthum eingeschlossen oder der Zustand negirt, wo das arbeitende Individuum sich zum Grund und Boden, der Erde als seinem eignen verhält, i. e. als Eigenthümer des Grund und Bodens arbeitet, producirt. Es verhält sich im besten Fall nicht nur als Arbeiter zum Grund und Boden, sondern als Eigenthümer des Grund und Bodens zu sich selbst als arbeitendem Subjekt. Das Grund- und Bodeneigenthum schließt der Potenz nach ein sowohl das Eigenthum am Rohmaterial, wie am Urinstrument, der Erde selbst, wie an den spontanen Früchten derselben. In der ursprünglichsten Form gesezt heißt es sich zur Erde als Eigner verhalten in ihr Rohmaterial vorfinden, Instrument und nicht durch die Arbeit, sondern durch die Erde selbst geschaffne Lebensmittel. Dieß Verhältniß schon reproducirt, erscheinen sekundäre Instrumente und durch die Arbeit selbst geschaffne Erdfrüchte als eingeschlossen in das Grundeigenthum in seinen primitiven Formen. Dieser historische Zustand also d'abord negirt als das vollere Eigenthumsverhalten in dem Verhältniß des Arbeiters zu den Arbeitsbedingungen als Capital. Dieß ist historischer Zustand No. I, der in diesem Verhältniß negirt oder als historisch aufgelöst vorausgesezt ist. Zweitens | |9| aber, wo das Eigenthum an dem Instrument, oder das Verhalten des Arbeiters zum Instrument als eignem, wo er als Eigenthümer des Instruments arbeitet (was zugleich die Subsumption des Instruments unter seine individuelle Arbeit voraussezt, d. h. besondre bornirte Entwicklungsstufe der Productivkraft der Arbeit voraussezt), wo diese Form des Arbeiters als Eigenthümers oder des arbeitenden Eigenthümers schon als selbstständige Form gesezt ist, neben und ausser dem Grundeigenthum – die handwerksmässige und städtische Entwicklung der Arbeit – nicht wie im ersten Fall als Accident des Grundeigenthums und subsumirt unter dasselbe – also auch das Rohmaterial und die Lebensmittel erst vermittelt sind als Eigenthum des Handwerkers, durch sein Handwerk vermittelt, durch sein Eigenthum am Instrument – ist schon eine zweite historische Stufe voraus gesezt neben und ausser der ersten, die selbst schon bedeutend modificirt erscheinen muß, durch die Verselbstständigung dieser 2ten Sorte von Eigenthum oder von arbeitendem Eigenthümer. Da das Instrument selbst schon Product der Arbeit, also das Element, welches das Eigenthum constituirt, schon als durch die Arbeit gesezt ist, kann das Gemeinwesen hier nicht mehr in der naturwüchsigen Form erscheinen, wie im ersten Fall – das Gemeinwesen, worauf diese Art des Eigenthums begründet – sondern als selbst schon producirtes, entstandnes, sekundäres, durch den Arbeiter selbst producirtes Gemeinwesen. Es ist klar, daß wo das Eigenthum am Instrument das Verhalten zu den Productionsbedingungen der Arbeit als Eigenthum ist in der wirklichen Arbeit das Instrument nur als Mittel der individuellen Arbeit erscheint; die Kunst sich das Instrument wirklich anzueignen, es als Arbeitsmittel zu handhaben, als eine besondre Fertigkeit des Arbeiters erscheint, die ihn als Eigenthümer des Instruments sezt. Kurz der wesentliche Charakter des Zunft-Corporationswesens, der handwerksmässigen Arbeit als ihr Subjekt als Eigenthümer constituirend – ist aufzulösen in das Verhalten zum Productionsinstrument – Arbeitsinstrument als Eigenthum – im Unterschied zum Verhalten zur Erde, zum Grund und Boden (zum Rohstoff als solchen) als eignem. Daß das Verhalten zu diesem einen Moment der Productionsbedingungen das arbeitende Subjekt als Eigenthümer constituirt, ihn zum arbeitenden Eigenthümer macht, dieser historische Zustand No. II, der seiner Natur nach nur als Gegensatz oder, wenn man will zugleich als Ergänzung des modificirten ersten existiren kann – ebenfalls negirt in der ersten Formel des Capitals. Die 3te mögliche Form, sich als Eigenthümer zu verhalten nur zu den Lebensmitteln, sie vorfinden als natürliche Bedingung des arbeitenden Subjekts, ohne weder zum Grund und Boden, noch zum Instrument, also auch nicht der Arbeit selbst sich als eignen zu verhalten, ist au fond die Formel der Sklaverei und Leibeigenschaft, die ebenfalls negirt ist, als historisch aufgelöster Zustand gesezt ist im Verhältniß des Arbeiters zu den Productionsbedingungen als Capital. Die Urformen des Eigenthums lösen sich nothwendig auf in das Verhältniß zu den verschiednen objektiven Momenten die die Production bedingen, als eignen; sie bilden ebensowohl die ökonomische Grundlage verschiedner Formen des Gemeinwesens, wie sie ihrerseits bestimmte Formen des Gemeinwesens zur Voraussetzung haben. Diese Formen wesentlich modificirt durch das Versetzen der Arbeit selbst unter die objektiven Productionsbedingungen (Leibeigenschaft und Sklaverei) wodurch der einfach affirmative Charakter aller unter No. I rangirenden Eigenthumsformen verloren geht und modificirt wird. Sie enthalten alle die Sklaverei als Möglichkeit und daher als ihre eigne Aufhebung in sich. Was No. II angeht, wo die besondre Art der Arbeit – die Meisterschaft in derselben, und dem entsprechend das Eigenthum am Arbeitsinstrument = Eigenthum an den Productionsbedingungen – so schließt es zwar Sklaverei und Leibeigenschaft aus; kann aber in der Form des Kastenwesens eine analoge negative Entwicklung erhalten.❳ ❲Die 3te Form des Eigenthums an den Lebensmitteln – wenn sie nicht sich in Sklaverei und Leibeigenschaft auflöst – kann nicht enthalten Verhältniß des arbeitenden Individuums zu den Productions- und daher Daseinsbedingungen; sie kann daher nur das Verhältniß des seines Grundeigenthums verlustig gegangnen und noch nicht zu No. II Sorte des Eigenthums fortgegangenen Mitglieds der ursprünglichen auf Grundeigenthum gegründeten Gemeinwesen sein, wie die römische Plebs zur Zeit der panes et circenses.❳ ❲Das Verhältniß der retainer zu ihrem Grundherrn, oder der persönlichen Dienstleistung ist wesentlich verschieden. Denn sie bildet au fond nur Existenzweise des Grundeigenthümers selbst, der nicht mehr arbeitet, sondern dessen Eigenthum einschließt unter den Productionsbedingungen die Arbeiter selbst als Leibeigne etc. Hier Herrschaftsverhältniß als wesentliches Verhältniß der Aneignung. Zum Thier, Boden etc kann au fond kein Herrschaftsverhältniß stattfinden durch die Aneignung, obgleich das Thier dient. Die Aneignung fremden Willens ist Voraussetzung des Herrschaftsverhältnisses. Das Willenlose also, wie Thier z. B., kann zwar dienen, aber es macht den Eigner nicht zum Herren. So viel sehn wir aber hier, wie Herrschafts- und Knechtschaftsverhältniß ebenfalls in diese Formel der Aneignung der Productionsinstrumente gehören; und sie bilden nothwendiges Ferment der Entwicklung und des Untergangs aller ursprünglichen Eigenthumsverhältnisse und Productionsverhältnisse, wie sie auch ihre Bornirtheit ausdrücken. Allerdings werden sie im Capital – in vermittelter Form – reproducirt, und bilden so ebenfalls Ferment seiner Auflösung und sind Wappen seiner Bornirtheit.❳ |
|10| ❲„Die Befugniß sich und die seinigen in der Noth zu verkaufen war ein leidiges allgemeines Recht; es galt im Norden wie bei den Griechen und in Asien: die des Gläubigers den Schuldner, welcher mit der Zahlung ausblieb, zu seinem Knecht zu nehmen, und sich durch seine Arbeit oder durch Verkauf seiner Person, so weit es reichte, bezahlt zu machen, war fast eben so ausgebreitet.“ Niebuhr. I, p. 600.❳ ❲Niebuhr sagt an einer Stelle, daß für die griechischen Schriftsteller, die in der augustäischen Zeit schrieben, die Schwierigkeit und das falsche Verständniß des Verhältnisses zwischen Patriciern und Plebejern, und ihre Verwechslung dieses Verhältnisses mit dem zwischen Patronen und Clienten daher, daß sie „schrieben in einer Zeit, wo Reiche und Arme die einzig wahren Klassen der Bürger waren; wo der Dürftige, wie edel seine Herkunft sein mochte, einen Gönner bedurfte, und der Millionär, war er auch ein Freigelaßner, als Gönner gesucht ward. Von erblichen Verhältnissen der Anhänglichkeit kannten sie kaum noch eine Spur“. I, 620.❳ ❲„In beiden Klassen“ – Metöken und Freigelaßnen und ihren Nachkommen, „fanden sich die Handwerker, und zu dem Bürgerrecht worauf diese beschränkt waren, ging der Plebejer über welcher den Ackerbau aufgab. Auch sie entbehrten die Ehre gesezlicher Innungen nicht; und ihre Zünfte waren so hochgeachtet daß man Numa als ihren Stifter nannte: sie waren 9: Pfeifer, Goldschmiede, Zimmerleute, Färber, Riemer, Gerber, Kupferschmiede, Töpfer, und die 9te Zunft der übrigen [Ge]werke insgemein. Welche von ihnen selbstständige Pfahlbürger waren; Isopoliten, die sich keinem Patron aufgetragen, – wenn es ein solches Recht gab; und Nachkommen von Hörigen, deren Band durch Aussterben des Geschlechts ihrer Patrone gelöst war; die sind ohne Zweifel dem Hader der Altbürger und der Gemeinde eben so fremd gewesen wie die florentinischen Zünfte den Fehden der Geschlechter als Guelfen und Ghibellinen: die Hörigen standen den Patriciern vielleicht noch sämmtlich zu Gebot.“ I, 623.❳
Auf der einen Seite werden historische Processe vorausgesezt, die eine Masse Individuen einer Nation etc in die Lage, wenn zunächst nicht von wirklichen freien Arbeitern versezt haben, doch von solchen, die es δυνάμει sind, deren einziges Eigenthum ihr Arbeitsvermögen und die Möglichkeit es auszutauschen gegen vorhandne Werthe; Individuen, denen alle objektiven Bedingungen der Production als fremdes Eigenthum, als ihr Nicht-Eigen- thum gegenüberstehn, aber zugleich als Werthe austauschbar, daher aneigenbar zu einem certain degree durch lebendige Arbeit. Solche historische Auflösungsprocesse sind sowohl Auflösung der Hörigkeitsverhältnisse, die den Arbeiter an Grund und Boden und den Herrn des Grund und Bodens fesseln, aber sein Eigenthum an Lebensmitteln faktisch voraussetzen – dieses ist in Wahrheit sein Ablösungsprozeß von der Erde; Auflösung der Grundeigenthumsverhältnisse, die ihn als yeoman constituirten, freien arbeitenden kleinen Grundeigenthümer oder Pächter (colonus), freien Bauern; ❲Die Auflösung der noch ältern Formen von Gemeinschaftlichem Eigenthum und realem Gemeinwesen versteht sich von selbst❳; Auflösung der Zunftverhältnisse, die sein Eigenthum an dem Arbeitsinstrument voraussetzen und die Arbeit selbst, als handwerksmässige bestimmte Geschicklichkeit, als Eigenthum (nicht nur Quelle desselben); ebenso Auflösung der Clientelverhältnisse in den verschiednen Formen, worin Nicht-Eigenthümer als Mitconsumenten des Surplusproduce im Gefolge ihrer Herren erscheinen und als Aequivalente die Livree ihres Herren tragen, an seinen Fehden theilnehmen, persönliche Dienstleistungen thun, eingebildete oder reale etc. In allen diesen Auflösungsprocessen wird sich bei genauerer Prüfung zeigen, daß Verhältnisse der Production aufgelöst werden, worin vorherrscht: Gebrauchswerth, Production für den unmittelbaren Gebrauch; der Tauschwerth und die Production desselben das Vorherrschen der andren Form zur Voraussetzung hat, daher auch in allen diesen Verhältnissen Naturallieferungen und Naturaldienste über Geldzahlung und Geldleistung vorherrscht. Doch dieß nur neben bei. Es wird sich bei näherer Betrachtung ebenso finden, daß alle die aufgelösten Verhältnisse nur mit einem bestimmten Grad der Entwicklung der materiellen (und daher auch der geistigen) Productivkräfte möglich waren.
Was uns zunächst hier angeht, ist dieß: der Auflösungsprocess, der eine Masse Individuen einer Nation etc in δυνάμει freie Lohnarbeiter, – nur durch ihre Eigenthumslosigkeit zur Arbeit und zum Verkauf ihrer Arbeit gezwungne Individuen – verwandelt, unterstellt auf der andren Seite, nicht daß die bisherigen Einkommenquellen und zum Theil Eigenthumsbedingungen dieser Individuen verschwunden sind, sondern umgekehrt daß nur ihre Verwendung eine andre geworden, die Art ihres Daseins sich verwandelt hat, als freier fonds in andre Hände übergegangen oder auch zum Theil in denselben geblieben ist. Aber so viel ist klar: derselbe Process der eine Menge Individuen von ihren bisherigen – d'une manière or d'une autre – affirmativen Beziehungen zu den objectiven Bedingungen der Arbeit geschieden, diese Beziehungen negirt, und diese Individuen dadurch in freie Arbeiter verwandelt hat, derselbe Process hat diese objectiven Bedingungen der Arbeit – Grund und Boden, Rohmaterial, Lebensmittel, Arbeitsinstrumente, Geld oder alles dieß – δυνάμει frei gemacht von ihrem bisherigen Gebundensein an die nun von ihnen losgelösten Individuen. Sie sind noch vorhanden, aber in andrer Form vorhanden: als freier fonds, an dem alle alten politischen etc relations ausgelöscht, und die nur noch in der Form von Werthen, an sich festhaltenden Werthen, jenen losgelösten Eigenthumslosen Individuen gegenüberstehn. Derselbe Process der die Masse als freie Arbeiter den objektiven Arbeitsbedingungen gegenübergestellt, hat auch diese Bedingungen als ||11|Capital den freien Arbeitern gegenübergestellt. Der historische Process war die Scheidung bisher verbundner Elemente – sein Resultat ist daher nicht, daß eins der Elemente verschwindet, sondern daß jedes derselben in negativer Beziehung auf das andre erscheint – der freie Arbeiter (der Möglichkeit nach) auf der einen Seite, das Capital (der Möglichkeit nach) auf der andren. Die Scheidung der objektiven Bedingungen von Seiten der Klassen, die in freie Arbeiter verwandelt worden, muß ebenso sehr als eine Verselbstständigung dieser selben Bedingungen am entgegengesezten Pol erscheinen.
Wenn das Verhältniß von Capital und Lohnarbeit nicht als selbst schon Maaßgebend und übergreifend über das Ganze der Production betrachtet wird, ❲denn in diesem Fall ist das als Bedingung der Lohnarbeit voraus gesezte Capital ihr eignes Product und als Bedingung von ihr sich selbst voraus gesezt, als Voraussetzung für sie selbst von ihr selbst geschaffen ❳ sondern als historisch entstehend – d. h. wenn die ursprüngliche Verwandlung von Geld in Capital betrachtet wird, der Austauschprocess zwischen dem nur nach der δυνάμει existirenden Capital auf der einen Seite mit den der δυνάμει[nach] existirenden freien Arbeitern auf der andren – so drängt sich natürlich die einfache Bemerkung auf, aus der die Oekonomen grosses Wesen machen, daß die Seite, die als Capital auftritt: im Besitz sein muß von Rohstoffen, Arbeitsinstrumenten und Lebensmitteln, damit der Arbeiter während der Production leben kann, bevor die Production vollendet ist. Es erscheint dieß ferner so, daß eine Accumulation – eine der Arbeit vorher gegangne und nicht aus ihr entsproßne Accumulation – auf Seiten des Capitalisten vorgegangen sein muß, die ihn befähigt den Arbeiter ans Werk zu setzen und wirksam zu erhalten, als lebendiges Arbeitsvermögen zu erhalten. ❲❲Sobald einmal das Capital und Lohnarbeit als ihre eigne Voraussetzung gesezt sind, als der Production selbst voraus gesezte Basis erscheint die Sache zunächst so, daß der Capitalist ausser dem Fonds von Rohmaterial und Arbeitsmitteln, nöthig damit der Arbeiter sich selbst reproducirt, die nöthigen Lebensmittel schafft, i. e. die nothwendige Arbeit realisirt, einen Fonds von Rohmaterial und Arbeitsmitteln besizt, in dem der Arbeiter seine Surplusarbeit, d. h. den Profit des Capitalisten verwirklicht. Bei fernerer Analyse gestaltet es sich so, daß der Arbeiter beständig einen doppelten Fonds für den Capitalisten schafft, oder in der Form des Capitals schafft, wovon ein Theil die Bedingungen seiner eignen Existenz und der andre die Bedingungen der Existenz des Capitals fortwährend erfüllt. Wie wir gesehn haben, ist im Surpluscapital – und Surpluscapital im Verhältniß zu seinem antediluvianischen Verhältniß zur Arbeit – ist alles reale, gegen- wärtige Capital, jedes Element desselben gleichmässig als vergegenständlichte und vom Capital angeeignete fremde Arbeit, ohne Austausch, ohne dafür gereichtes Equivalent angeeignet.❳❳ Diese von der Arbeit unabhängige, nicht gesezte That des Capitals wird dann ferner aus dieser Geschichte seiner Entstehung verlegt in die Gegenwart, in ein Moment seiner Wirklichkeit und seines Wirksamseins, seiner Selbstformation verwandelt. Es wird daraus dann endlich abgeleitet das ewige Recht des Capitals auf die Früchte fremder Arbeit, oder vielmehr seine Erwerbsweise wird aus den einfachen und „gerechten“ Gesetzen des Austauschs von Equivalenten entwickelt.
Der in der Form von Geld vorhandne Reichthum kann sich nur umsetzen gegen die objektiven Bedingungen der Arbeit, weil und wenn diese losgelöst sind von der Arbeit selbst. Daß zum Theil Geld aufgehäuft werden kann auf dem reinen Weg des Austauschs von Equivalenten haben wir gesehn; indeß dieß bildet eine so unbedeutende Quelle, daß es historisch nicht erwähnenswerth – wenn voraus gesezt wird, daß das Geld durch Austausch eigner Arbeit gewonnen. Es ist vielmehr durch Wucher – besonders auch gegen das Grundeigenthum ausgeübten – und durch Kaufmannsgewinne aufgehäuftes mobiles Vermögen – Geldvermögen, das in Capital im eigentlichen Sinn, industrielles Capital verwandelt wird. Von beiden Formen werden wir weiter unten Gelegenheit haben, weiter zu sprechen – so weit sie – nicht als selbst Formen des Capitals, sondern als frühere Vermögensformen erscheinen, als Voraussetzungen für das Capital.
Es liegt in dem Begriff des Capitals, wie wir gesehn haben – in seiner Entstehung, daß es vom Geld ausgeht und daher vom Vermögen, das in der Form des Geldes existirt. Es liegt ebenso sehr darin, daß es als aus der Circulation herkommend, als Product der Circulation erscheint. Die Capitalbildung geht daher nicht aus vom Grundeigenthum (hier höchstens vom Pächter, so weit er Handelsmann mit Agriculturproducten ist); auch nicht von der Zunft; (obgleich an leztrem Punkt eine Möglichkeit), sondern vom Kaufmanns- und Wuchervermögen. Dieß findet aber erst die Bedingungen vor, freie Arbeit zu kaufen, sobald diese durch historischen Process losgelöst von ihren objektiven Existenzbedingungen. Es findet dann auch erst die Möglichkeit, diese Bedingungen selbst zu kaufen. Unter den Zunftbedingungen z. B. kann bloses Geld, das nicht selbst zünftig ist, meisterschaftlich ist nicht die Webstühle kaufen, um auf ihnen arbeiten zu lassen; vorgeschrieben, wie viele Einer bearbeiten darf etc. Kurz das Instrument selbst ist noch so verwachsen mit der lebendigen Arbeit selbst, als deren Domäne es erscheint, daß es nicht wahrhaft circulirt. Was das Geldvermögen befähigt Capital zu werden ist das Vorfinden einerseits der freien Arbeiter; zweitens das Vorfinden der Lebensmittel und Materialien etc, die sonst d'une manière ou d'une autre Eigenthum der nun objektivlos gewordnen Massen waren als ebenfalls frei und verkäuflich. Die andre Bedingung der Arbeit aber – gewisse Kunstfertigkeit, Instrument als Mittel der Arbeit etc – ist in dieser Vorperiode oder ersten Periode des Capitals von ihm vorgefunden, theils als Resultat des städtischen Zunftwesens, theils der häuslichen oder als Accessorium am Landbau haftenden Industrie. Der historische Prozeß ist nicht das Resultat des Capitals, sondern Voraussetzung für dasselbe. Durch ihn schiebt sich dann auch der Capitalist als Zwischenperson (historisch) zwischen Grundeigenthum oder zwischen Eigenthum überhaupt und Arbeit. Von den gemütlichen Einbildungen, wonach der Capitalist und der Arbeiter Association schließen etc ||12| weiß weder die Geschichte etwas, noch findet sich davon eine Spur in der Begriffsentwicklung des Capitals. Sporadisch kann sich die Manifactur entwickeln lokal inmitten eines Rahmens der noch ganz andrer Periode angehört, wie z. B. in den italienischen Städten neben den Zünften. Aber als allgemein beherrschende Form einer Epoche müssen die Bedingungen für das Capital nicht nur local, sondern auf einer grossen Stufenleiter entwickelt sein. (Es steht dem nicht im Weg, daß bei der Auflösung der Zünfte einzelne Zunftmeister sich in industrielle Capitalisten verwandeln; indeß ist der Casus rar und so der Natur der Sache nach. Im Ganzen geht das Zunftwesen unter, der Meister und der Gesell, wo der Capitalist und der Arbeiter aufkommt.)
Es ist selbstverständlich – und zeigt sich bei näherem Eingehn in die geschichtliche Epoche, von der hier die Rede – daß allerdings die Zeit der Auflösung der frühren Productionsweisen und Weisen des Verhaltens des Arbeiters zu den objektiven Bedingungen der Arbeit – zugleich eine Zeit ist, wo einerseits das Geldvermögen schon zu einer gewissen Breite sich entwickelt hat, anderseits rasch wächst und sich ausdehnt durch dieselben Umstände, die jene Auflösung beschleunigen. Es selbst ist zugleich einer der Agenten jener Auflösung, wie jene Auflösung die Bedingung seiner Verwandlung in Capital ist. Aber das blose Dasein des Geldvermögens und selbst Gewinnung einer Art supremacy seiner Seits reicht keineswegs dazu hin, daß jene Auflösung in Capital geschehe. Sonst hätte das alte Rom, Byzanz etc mit freier Arbeit und Capital seine Geschichte geendet oder vielmehr eine neue Geschichte begonnen. Auch dort war die Auflösung der alten Eigenthumsverhältnisse verknüpft mit Entwicklung des Geldvermögens – des Handels etc. Aber statt zur Industrie führte diese Auflösung in fact zur Herrschaft des Landes über die Stadt. – Die Urbildung des Capitals geht nicht so vor sich, daß das Capital aufhäufte, wie sich das vorgestellt wird, Lebensmittel und Arbeitsinstrumente und Rohstoffe, kurz die vom Boden losgelösten und selbst schon mit menschlicher Arbeit verquickten objektiven Bedingungen der Arbeit.
❲Es ist auf den ersten Blick klar, welch abgeschmackter Cirkel es wäre, wenn einerseits die Arbeiter, die das Capital ins Werk setzen muß, um als Capital sich zu setzen, erst geschaffen werden müßten, ins Leben gerufen werden müßten durch seine Aufhäufung, auf sein Werde! warteten, während andrerseits es selbst unfähig wäre aufzuhäufen ohne fremde Arbeit, höchstens seine eigne Arbeit aufhäufen könnte, d. h. also selbst existiren in der Form von Nicht-Capital und Nicht-Geld, da die Arbeit, vor der Existenz des Capitals, sich nur selbst verwerthen kann in Formen, wie die der handwerksmässigen Arbeit, der kleinen Agricultur etc, kurz lauter Formen, die nicht oder nur spärlich aufhäufen können; in Formen, die nur ein kleines surplus produce zulassen und dieß zum grossen Theil aufzehren. Ueberhaupt werden wir diese Vorstellung des Aufhäufens noch näher zu untersuchen haben.❳
Nicht so, daß das Capital die objektiven Bedingungen der Arbeit schafft. Sondern seine Urbildung geschieht einfach dadurch, daß der als Geldver- mögen existirende Werth durch den historischen Prozeß der Auflösung der alten Productionsweise befähigt wird einerseits zu kaufen die objektiven Bedingungen der Arbeit, anderseits die lebendige Arbeit selbst gegen Geld von den freigewordnen Arbeitern einzutauschen. Alle diese Momente sind vorhanden; ihre Scheidung selbst ist ein historischer Prozeß, ein Auflösungsprocess und es ist dieser, der das Geld befähigt sich in Capital zu verwandeln. Das Geld selbst, so weit es mit bei der Geschichte thätig ist, ist es nur insofern es selbst als ein höchst energisches Scheidungsmittel in diesen Process eingreift und insofern zur Herstellung der gerupften, objektivlosen freien Arbeiter mitwirkt; sicher aber nicht dadurch, daß es für sie die objektiven Bedingungen ihrer Existenz schafft; sondern indem es ihre Trennung von denselben – ihre Eigenthumslosigkeit – beschleunigen hilft. Wenn z. B. die grossen englischen Grundeigenthümer ihre retainers entliessen, die mit ihnen das surplus produce des Landes aufzehrten; ferner ihre Pächter die kleinen Häusler verjagten etc, so war damit erstens eine Masse lebendiger Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt geworfen, eine Masse, die in doppeltem Sinn frei war, frei von den alten Clientel- oder Hörigkeitsverhältnissen und Dienstverhältnissen, und zweitens frei von allem Hab und Gut und jeder objektiven, sachlichen Daseinsform, frei von allem Eigenthum; auf den Verkauf ihres Arbeitsvermögens oder auf Bettel, Vagabundage und Raub als die einzige Erwerbsquelle angewiesen. Daß sie das leztere zuerst versuchten, von diesem Wege aber durch Galgen, Pranger, Peitsche auf den schmalen Weg zum Arbeitsmarkt getrieben wurden – wo also die Regie- rungen f. i. Henry VII, VIII etc als Bedingungen des historischen Auflösungsprozesses und als Hersteller der Bedingungen für die Existenz des Capitals erscheinen – ist geschichtlich constatirt. Andrerseits die Lebensmittel etc, die die Grundeigenthümer früher mit den Retainers aufassen standen nun zur Disposition des Geldes, das sie kaufen wollte, um through their instrumentality Arbeit zu kaufen. Das Geld hatte diese Lebensmittel weder geschaffen, noch aufgehäuft; sie waren da, wurden consumirt und reproducirt, eh sie durch seine Vermittlung consumirt und reproducirt wurden. Was sich geändert hatte war nichts als [daß] diese Lebensmittel jezt auf den Austauschmarkt geworfen waren – getrennt waren von ihrem unmittelbaren Zusammenhang mit den Mäulern der retainers etc und aus Gebrauchswerthen in Tauschwerthe verwandelt waren, so in die Domäne und die ||13| Oberherrlichkeit des Geldvermögens fielen. Ebenso mit den Arbeitsinstrumenten. Weder erfand noch fabricirte das Geldvermögen Spinnrad und Webstuhl. Aber losgelöst von ihrem Grund und Boden gerieten Spinner und Weber mit ihren Stühlen und Rädern in die Botmässigkeit des Geldvermögens etc. Eigen ist dem Capital nichts als die Vereinigung der Massen von Händen und Instrumenten, die es vorfindet. Es agglomerirt sie unter seiner Botmässigkeit. Das ist sein wirkliches Anhäufen; das Anhäufen von Arbeitern auf Punkten nebst ihren Instrumenten. Hiervon wird bei der sogenannten Anhäufung des Capitals näher zu handeln sein. Das Geldvermögen – als Kaufmannsvermögen – hatte allerdings beschleunigen und auflösen helfen die alten Productionsverhältnisse und es dem Grundeigenthümer z. B., wie A. Smith schon hübsch entwickelt, möglich gemacht, sein Getreide, Vieh etc auszutauschen gegen aus der Fremde gebrachte Gebrauchswerthe, statt die von ihm selbst producirten mit seinen retainers zu verprassen und seinen Reichthum zum grossen Theil in der Masse seiner mitconsumirenden retainers zu finden. Es hatte für ihn dem Tauschwerth seiner Revenu eine höhere Bedeutung gegeben. Ebenso fand dieß in Bezug auf seine Pächter statt, die schon halb Capitalisten waren, aber doch noch sehr verbrämte. Die Entwicklung des Tauschwerths – begünstigt durch das in der Form des Kaufmannsstandes existirende Geld – löst die mehr auf den unmittelbaren Gebrauchswerth gerichtete Production und die ihr entsprechenden Eigenthumsformen – Verhältnisse der Arbeit zu ihren objektiven Bedingungen – auf und drängt so zur Herstellung des Arbeitsmarkts. (wohl zu unterscheiden vom Sklavenmarkt.) Indeß auch diese Wirkung des Geldes nur möglich unter der Voraussetzung des städtischen Gewerbfleisses, der nicht auf Capital und Lohnarbeit, sondern auf Organisation der Arbeit in Zünfte etc beruht. Die städtische Arbeit selbst hatte Productionsmittel geschaffen, für die die Zünfte ebenso gênant wurden, wie die alten Grundeigenthumsverhältnisse einer verbesserten Agricultur, die zum Theil selbst wieder Folge des grösseren Absatzes der Agriculturproducte an die Städte etc. Die andren Umstände, die z. B. im 16t Jhh. die Masse der umlaufenden Waaren ebensosehr wie die des Geldes vermehrten, neue Bedürfnisse schufen und daher den Tauschwerth der einheimischen Producte erhöhten etc, Preisse steigerten etc, alles dieß beförderte einerseits die Auflösung der alten Productionsverhältnisse, beschleunigte die Loslösung des Arbeiters oder Nichtarbeiters, aber Arbeitsfähigen von den objektiven Bedingungen seiner Reproduction, und beförderte so die Verwandlung des Geldes in Capital. Es kann daher nichts alberner sein als diese Urbildung des Capitals so aufzufassen, als habe es aufgehäuft und geschaffen die objektiven Be- dingungen der Production – Lebensmittel, Rohmaterial, Instrumente – und sie dem davon entblösten Arbeiter angeboten. Vielmehr half das Geldvermögen zum Theil die Arbeitskräfte der arbeitsfähigen Individuen entblösen von diesen Bedingungen; zum Theil ging dieser Scheidungsprocess ohne es voran. Als sie eine gewisse Höhe erreicht hatte, konnte das Geldvermögen sich als Mittler zwischen die so frei gewordnen objektiven Bedingungen des Lebens und die frei gewordnen, aber auch los und ledig gewordnen lebendigen Arbeitskräfte stellen und mit den einen die andren kaufen. Was aber nun die Bildung des Geldvermögens selbst angeht, vor seiner Verwandlung in Capital, so gehört sie in die Vorgeschichte der bürgerlichen Oekonomie. Wucher, Handel, Städtewesen, und mit ihnen aufkommender Fiscus spielen dabei Hauptrolle. Auch das Hoarden der Pächter, Bauern etc; obgleich in minderem Grad. – Es zeigt sich hier zugleich, wie die Entwicklung des Austauschs und des Tauschwerths, der überall durch Handel vermittelt ist, oder dessen Vermittlung Handel genannt werden kann – das Geld erhält im Kaufmannsstand, ebenso wie die Circulation im Handel selbstständige Existenz – mit sich führt sowohl die Auflösung der Eigenthumsverhältnisse der Arbeit an ihren Existenzbedingungen auf der einen Seite, als der selbst unter die objektiven Bedingungen der Production rangirte[n] Arbeit; lauter Verhältnisse die ebensosehr ein Vorherrschen des Gebrauchswerths und der auf den unmittelbaren Gebrauch gerichteten Production, wie eines unmittelbar selbst noch als Voraussetzung der Production vorhandnen realen Gemeinwesens ausdrücken. Die auf dem Tauschwerthe basirte Production und das auf dem Austausch dieser Tauschwerthe basirte Gemeinwesen – so sehr sie, wie wir im vorigen Capitel vom Geld sahen – das Ansehn haben das Eigenthum als Ausfluß blos der Arbeit zu setzen, das Privateigenthum am Product der eignen Arbeit als Bedingung zu setzen – und die Arbeit als allgemeine Bedingung des Reichthums – unterstellt und producirt die Trennung der Arbeit von ihren objektiven Bedingungen. Dieser Austausch von Equivalenten geht vor, ist nur die Oberflächliche Schichte einer Production, die beruht auf der Aneignung fremder Arbeit ohne Austausch, aber unter dem Schein des Austauschs. Dieses System des Austauschs beruht auf dem Capital als seiner Grundlage, und, wenn es getrennt von ihm betrachtet wird, wie es sich an der Oberfläche selbst zeigt, als selbstständiges System, so ist dieß bloser Schein, aber ein nothwendiger Schein. Es ist daher jezt nicht länger zu verwundern, daß das System der Tauschwerthe – Austausch von durch die Arbeit gemeßnen Equivalenten – umschlägt oder vielmehr als seinen versteckten Hintergrund zeigt Aneignung fremder Arbeit ohne Aus- tausch, völlige Trennung von Arbeit und Eigenthum. Das Herrschen nämlich des Tauschwerths selbst und der Tauschwerthe producirenden Production unterstellt ||14| fremdes Arbeitsvermögen selbst als Tauschwerth – d. h. Trennung des lebendigen Arbeitsvermögens von seinen objektiven Bedingungen; Verhalten zu denselben – oder zu seiner eignen Objektivität – als fremdem Eigenthum; Verhalten zu denselben in einem Wort als Capital. Nur in den Zeiten des Untergangs des Feudalwesens, wo es aber noch kämpft unter sich – so in England im 14t und ersten Hälfte des 15t Jhh. ist das goldne Zeitalter für die sich emancipirende Arbeit. Damit die Arbeit sich wieder zu ihren objektiven Bedingungen als ihrem Eigenthum verhalte, muß ein andres System an die Stelle des Systems des Privataustauschs treten, der, wie wir gesehn Austausch von vergegenständlichter Arbeit gegen Arbeitsvermögen, und darum Aneignung der lebendigen Arbeit ohne Austausch sezt.
Die Art wie sich das Geld in Capital verwandelt, zeigt sich oft historisch ganz einfach handgreiflich so, daß z. B. der Kaufmann mehre Weber und Spinner, die bisher Weben und Spinnen als ländliches Nebengewerb trieben, für sich arbeiten läßt, und ihr Nebengewerb zum Haupterwerb für sie macht; dann aber ihrer sicher ist und sie in seine Botmässigkeit als Lohnarbeiter gebracht hat. Sie dann von ihren Heimathstätten fort zu ziehn und zu vereinen in ein Arbeitshaus ist ein weitrer Schritt. Bei diesem einfachen Process ist klar, daß er weder Rohmaterial, noch Instrument, noch Lebensmittel für den Weber und Spinner vorbereitet hat. Alles was er gethan hat ist sie nach und nach auf eine Art Arbeit zu beschränken, wo sie abhängig vom Verkauf, vom Käufer werden, dem Kaufmann und schließlich nur noch für und durch ihn produciren. Er hat ursprünglich nur durch den Kauf ihres Products ihre Arbeit gekauft; sobald sie sich auf die Production dieses Tauschwerths beschränken und also unmittelbar Tauschwerthe produciren müssen, ihre Arbeit ganz gegen Geld austauschen müssen, um fortexistiren zu können, gerathen sie in seine Botmässigkeit und zulezt verschwindet auch der Schein als ob sie ihm Producte verkauften. Er kauft ihre Arbeit und nimmt ihnen das Eigenthum erst am Product, bald auch am Instrument, oder läßt es ihnen als Scheineigenthum, um seine eignen Productionskosten zu vermindern.
Die ursprünglichen historischen Formen, in denen das Capital zuerst sporadisch oder lokal erscheint, neben den alten Productionsweisen, aber sie nach und nach überall sprengend, ist die eigentliche Manufactur (noch nicht Fabrik) einerseits; diese entspringt da, wo in Massen für die Ausfuhr producirt wird, für den auswärtigen Markt – also auf der Basis von grossem See- und Landhandel, in ihren Emporien, wie in den italienischen Städten, Constantinopel, den flandrischen, holländischen Städten, einigen spanischen, wie Barcelona etc. Die Manufactur ergreift zunächst nicht das s. g. städtische Gewerb – sondern das ländliche Nebengewerb, Spinnen und Weben, die Arbeit, die am wenigsten zünftiges Geschick, künstlerische Ausbildung verlangt. Ausser jenen grossen Emporien, wo sie die Basis eines auswärtigen Markts vorfindet, die Production also so zu sagen naturwüchsig auf den Tauschwerth gerichtet ist – also Manufacturen, die direkt mit der Schiffahrt zusammenhängen, Schiffsbau selbst etc – schlägt sie ihre ersten Wohnsitze nicht in den Städten auf, sondern auf dem Land, in nichtzünftigen Dörfern etc. Das ländliche Nebengewerb enthält die breite Basis der Manufactur, während das städtische Gewerb hohen Fortschritt der Production verlangt, um fabrikmässig betrieben werden zu können. Ebenso solche Productionszweige – wie Glasfabriken, Metallfabriken, Holzsägereien etc, die von vornherein mehr Concentration von Arbeitskräften verlangen; von vorn herein mehr Naturkräfte verwerthen, massenweise Production verlangen, ebenso Concentration der Arbeitsmittel etc. Ebenso Papierfabriken etc. Anderseits das Aufkommen des Pächters und die Verwandlung der ackerbauenden Bevölkerung in freie Taglöhner. Obgleich diese Umwandlung auf dem Lande zu lezt sich in ihren lezten Consequenzen und der reinsten Form durchsezt, so beginnt sie auf ihm mit am frühsten. Die Alten, die nie über eigentlich städtischen Kunstfleiß hinaus kamen, konnten daher nie zur grossen Industrie kommen. Ihre erste Voraussetzung ist die Hereinziehung des Landes in seiner ganzen Breite in die Production nicht von Gebrauchswerthen, sondern von Tauschwerthen. Glasfabriken, Papiermühlen, Eisenwerke etc können nicht zünftig betrieben werden. Sie verlangen Production in Masse; Absatz an einem allgemeinen Markt; Geldvermögen auf Seiten des Unternehmers – nicht als ob er die Bedingungen schaffe, weder die subjektiven, noch die objektiven; aber unter den alten Eigenthumsverhältnissen und Productionsverhältnissen können diese Bedingungen nicht zusammengebracht werden. – Die Auflösung der Leibeigenthumsverhältnisse, wie das Aufkommen der Manufactur verwandeln dann nach und nach alle Arbeitszweige in vom Capital betriebne. – Die Städte selbst enthalten allerdings auch in dem unzünftigen Taglöhnerthum, Handlangern etc ein Element für die Bildung der eigentlichen Lohnarbeit. – |
|15| Wenn wir so gesehn haben, daß die Verwandlung des Geldes in Capital einen historischen Process voraussezt, der die objektiven Bedingungen der Arbeit losgeschieden hat, verselbstständigt hat gegen den Arbeiter – so ist es anderseits der Effect des einmal entstandnen Capitals und seines Processes sich alle Production zu unterwerfen und überall die Scheidung zwischen Arbeit und Eigenthum, zwischen der Arbeit und den objektiven Bedingungen der Arbeit zu entwickeln und durchzuführen. Es wird sich bei der weitern Entwicklung zeigen, wie das Capital handwerksmässige Arbeit, arbeitendes kleines Grundeigenthum etc und sich selbst vernichtet in den Formen, wo es nicht im Gegensatz zur Arbeit erscheint – im kleinen Capital und den Mittelgattungen, Zwittergattungen zwischen den alten Productionsweisen (oder wie sie sich auf Grundlage des Capitals erneuert haben) und der klassischen, adaequaten Productionsweise des Capitals selbst.
Die einzige Aufhäufung, die bei der Entstehung des Capitals vorausgesezt ist, ist die von Geldvermögen, das an und für sich betrachtet durchaus unproductiv ist, wie es nur aus der Circulation entspringt und nur ihr angehört. Einen innern Markt bildet sich das Capital rasch dadurch, daß es alle ländlichen Nebengewerbe vernichtet, also für alle spinnt, webt, alle kleidet etc, kurz die früher als unmittelbare Gebrauchswerthe geschaffnen Waaren in die Form von Tauschwerthen bringt, ein Process, der durch die Loslösung der Arbeiter vom Grund und Boden und dem Eigenthum (sei es auch in höriger Form) an den Productionsbedingungen sich von selbst ergiebt. –
Bei dem städtischen Handwerk, obgleich es wesentlich auf Austausch beruht und Schöpfung von Tauschwerthen, ist der unmittelbare, der Hauptzweck dieser Production Subsistenz als Handwerker, als Handwerksmeister, also Gebrauchswerth; nicht Bereicherung, nicht Tauschwerth als Tauschwerth. Die Production ist daher überall einer vorausgesezten Consumtion, die Zufuhr der Nachfrage untergeordnet und erweitert sich nur langsam.
Die Production von Capitalisten und Lohnarbeitern ist also ein Haupt- product des Verwerthungsprocesses des Capitals. Die gewöhnliche Oekonomie, die nur die producirten Sachen im Auge hält, vergißt dieß vollständig. Indem in diesem Process die vergegenständlichte Arbeit zugleich als Nicht- gegenständlichkeit des Arbeiters, als Gegenständlichkeit einer dem Arbeiter entgegengesezten Subjectivität gesezt ist, als Eigenthum eines ihm fremden Willens, ist das Capital nothwendig zugleich Capitalist und der Gedanke von einigen Socialisten, wir brauchten das Capital, aber nicht die Capitalisten, ist durchaus falsch. Im Begriff des Capitals ist gesezt daß die objektiven Bedingungen der Arbeit – und diese sind ihr eignes Product – ihr gegenüber Persönlichkeit annehmen, oder was dasselbe ist, daß sie als Eigenthum einer dem Arbeiter fremden Persönlichkeit gesezt sind. Im Begriff des Capitals ist der Capitalist enthalten. Indeß ist dieser Irrthum keineswegs grösser als der z. B. aller Philologen, die von Capital im Alterthum sprechen, römischen, griechischen Capitalisten. Es ist dieß nur ein andrer Ausdruck dafür, daß die Arbeit in Rom und Griechenland frei war, was die Herrn schwerlich behaupten möchten. Daß wir jezt die Plantagenbesitzer in America nicht nur Capitalisten nennen, sondern daß sie es sind, beruht darauf, daß sie als Anomalien innerhalb eines auf der freien Arbeit beruhenden Weltmarkts existiren. Wenn es sich vom Wort Capital handelt, das bei den Alten nicht vorkommt, (obgleich entsprechend für die principalis summa rei creditae ἀρχαι̃α bei den Griechen) so sind die noch wandernden Horden mit ihren Heerden in den Steppen Hochasiens die größten Capitalisten, da Capital ursprünglich Vieh meint, weßwegen noch der aus Mangel an Capital in Südfrankreich häufig geschloßne Metairievertrag grad ausnahmsweis: Bail de bestes à Chaptel. Will man sich auf schlechtes Latein einlassen so wären unsere Capitalisten oder Capitales Homines solche „qui debent censum de capite“.
Bei der Begriffsbestimmung des Capitals finden sich Schwierigkeiten, die beim Geld nicht vorkommen; das Capital ist wesentlich Capitalist; gleichzeitig aber auch wieder als vom Capitalist unterschiednes Element seines Bestehns oder d[ie] Production überhaupt Capital. So werden wir weiter finden, daß sich unter Capital vieles subsumirt, was seinem Begriff nach nicht hineinzugehören scheint. Capital wird ausgeliehn z. B. Es wird aufgehäuft etc. In allen diesen Bezeichnungen scheint es blose Sache zu sein und ganz mit der Materie, in der es besteht, zusammenzufallen. Doch dieß und andres wird sich aufklären im Verlauf der Entwicklung. (Nebenbei noch als Spaß bemerkt: Der brave Adam Müller, der alle figürlichen Redensarten sehr mystisch nimmt hat auch von lebendigem Capital im gemeinen Leben gehört im Gegensatz zu todtem und macht sich dieß nun theosophisch zurecht. König Aethelstan konnte ihn darüber belehren: „Reddam de meo proprio decimas Deo tam in Vivente Capitali, (lebendem Vieh), quam in mortuis fructibus terrae (todten Erdfrüchten.).“) Geld bleibt immer dieselbe Form in demselben Substrat; und kann so leichter als blose Sache aufgefaßt werden. Aber dasselbe, Waare, Geld etc können Capital vorstellen oder Revenu etc. Es ist so, selbst den Oekonomen klar, daß Geld nichts Handgreifliches ist; sondern daß dieselbe Sache bald unter der Bestimmung Capital, bald unter einer andren und entgegengesezten Bestimmung subsumirt sein kann und danach Capital ist oder nicht ist. Es ist offenbar so ein Verhältniß und kann nur ein Productionsverhältniß sein.|