[Kreislauf des Kapitals]
|16| Wir haben gesehn, wie erst am Ende des Kreislaufs die wahre Natur des Capitals hervortritt. Was wir jezt zu betrachten haben ist der Kreislauf selbst oder der Umlauf des Capitals. Ursprünglich schien die Production jenseits der Circulation und die Circulation jenseits der Production zu liegen. Der Kreislauf des Capitals – die Circulation als Circulation des Capitals gesezt – umfaßt beide Momente. In ihr erscheint die Production als End- und Anfangspunkt der Circulation und vice versa. Die Selbstständigkeit der Circulation ist jezt zu einem blosen Schein herabgesezt, ebenso wie die Jenseitigkeit der Production.
❲Zu dem obigen noch eins zu bemerken: Der Austausch von Equivalenten, der das Eigenthum an dem Product der eignen Arbeit zu unterstellen scheint – und daher identisch zu setzen: Aneignung durch die Arbeit, den wirklichen ökonomischen Process des Zueigen-Machen und Eigenthum an der objektivirten Arbeit; was vorhin als realer Process erschien hier als juristisches Verhältniß, d. h. als allgemeine Bedingung der Production anerkannt, und darum gesetzlich anerkannt, als Ausdruck des allgemeinen Willens gesezt – schlägt um, zeigt sich durch eine nothwendige Dialektik nach als absolute Scheidung von Arbeit und Eigenthum und Aneignung fremder Arbeit ohne Austausch, ohne Equivalent. Die auf den Tauschwerth basirte Production, auf deren Oberfläche jener freie und gleiche Austausch von Equivalenten vorgeht – ist in der Basis Austausch von vergegenständ- lichter Arbeit als Tauschwerth gegen die lebendige Arbeit als Gebrauchswerth oder wie das auch ausgedrückt werden kann, Verhalten der Arbeit zu ihren objektiven Bedingungen – und daher zu der von ihr selbst geschaffnen Objektivität als fremdem Eigenthum: Entäusserung der Arbeit. Andrerseits ist die Bedingung des Tauschwerths Messen desselben durch Arbeitszeit, und daher die lebendige Arbeit – nicht ihr Werth – als Maaß der Werthe. Es ist eine delusion als beruhte in allen Productionszuständen die Production und daher die Gesellschaft auf dem Austausch von bloser Arbeit gegen Arbeit. In den verschiednen Formen, worin die Arbeit sich zu ihren Productionsbedingungen als ihrem Eigenthum verhält, ist die Reproduction des Arbeiters keineswegs durch blose Arbeit gesezt, denn sein Eigenthumsverhältniß ist nicht das Resultat, sondern die Voraussetzung seiner Arbeit. Im Grundeigenthum ist es klar; im Zunftwesen muß es auch klar werden, daß die besondre Art Eigenthum, die die Arbeit constituirt, nicht auf bloser Arbeit oder Austausch der Arbeit beruht, sondern auf einem objektiven Zusammenhang des Arbeiters mit einem Gemeinwesen und Bedingungen, die er vorfindet, von denen er als seiner Basis ausgeht. Sie sind auch Producte einer Arbeit, der weltgeschichtlichen; der Arbeit des Gemeinwesens – seiner historischen Entwicklung, die nicht von der Arbeit der Einzelnen noch dem Austausch ihrer Arbeiten ausgeht. Es ist daher auch nicht die blose Arbeit Voraussetzung der Verwerthung. Ein Zustand in dem blos Arbeit gegen Arbeit ausgetauscht wird – sei es in der Form unmittelbarer Lebendigkeit, sei es in der Form des Products – unterstellt die Loslösung der Arbeit von ihrem ursprünglichen Zusammengewachsensein mit ihren objektiven Bedingungen, weßwegen sie auf der einen Seite als blose Arbeit erscheint, andrerseits ihr Product als vergegenständlichte Arbeit ihr gegenüber ein durchaus selbstständiges Dasein als Werth erhält. Der Austausch von Arbeit gegen Arbeit – scheinbar die Bedingung des Eigenthums des Arbeiters – beruht auf der Eigenthumslosigkeit des Arbeiters als ihrer Basis.❳
(Daß die äusserste Form der Entfremdung, worin im Verhältniß des Capitals zur Lohnarbeit, die Arbeit, die productive Thätigkeit zu ihren eignen Bedingungen und ihrem eignen Product erscheint, ein nothwendiger Durchgangspunkt ist – und daher an sich, nur noch in verkehrter, auf den Kopf gestellter Form schon enthält die Auflösung aller bornirten Voraussetzungen der Production, und vielmehr die unbedingten Voraussetzungen der Production schafft und herstellt, daher die vollen materiellen Bedingungen für die totale, universelle Entwicklung der Productivkräfte des Individuums, wird später betrachtet werden.)
Die Geldcirculation ging von unendlich vielen Punkten aus und kehrte an unendlich vielen Punkten zurück. Der Punkt der Rückkehr war keineswegs als Ausgangspunkt gesezt. In dem Umlauf des Capitals ist der Ausgangspunkt gesezt als Rückkehrpunkt und der Rückkehrpunkt als Ausgangspunkt. Der Capitalist selbst ist der Ausgangs- und Rückkehrpunkt. Er tauscht Geld gegen die Bedingungen der Production aus, producirt, verwerthet das Product, i. e. verwandelt es in Geld und beginnt dann den Process von neuem. Die Geldcirculation, für sich betrachtet, erlöscht nothwendig im Geld als einem unbewegten Ding. Die Circulation des Capitals entzündet sich an sich selbst stets von neuem, dirimirt sich in ihre verschiednen Momente, und ist ein Perpetuum mobile. Das Preißsetzen auf der Seite der Geldcirculation war rein formell, insofern der Werth vorausgesezt ist unabhängig von der Geldcirculation. Die Circulation des Capitals ist Preißsetzend, nicht nur formell, sondern reell, insofern sie den Werth sezt. Wo er selbst innerhalb ihrer als Voraussetzung erscheint, kann es nur sein als von einem andren Capital gesezter Werth. Die Geldcirculation findet die Weite ihrer Bahn gemessen, und die Umstände, die sie beschleunigen oder retardiren sind äusserliche Anstösse. Das Capital in seinem Umlauf erweitert sich selbst und ||17| seine Bahn, und die Geschwindigkeit oder Langsamkeit des Umlaufs bildet selbst ein immanentes Moment derselben. Es ändert sich qualitativ in dem Umlauf, und die Totalität der Momente seines Umlaufs sind selbst die Momente seiner Production – seiner Reproduction sowohl wie seiner Neuproduction.
❲Wir haben gesehn wie am Ende des 2ten Kreislaufs, d. h. des Surpluswerths, der als Surpluscapital verwerthet ist, die Illusion wegfällt, als ob der Capitalist irgend etwas austauschte mit dem Arbeiter als einen Theil von dessen eigner, vergegenständlichter Arbeit. Innerhalb der auf das Capital selbst schon gegründeten Productionsweise erscheint für das einzelne Capital allerdings der Theil desselben, der Rohstoffe und Instrument repräsentirt als ein ihm voraus gesezter Werth und ebenso voraus gesezt der lebendigen Arbeit, die es kauft. Diese 2 Posten lösen sich auf als von fremdem Capital gesezte, also wieder vom Capital, nur von einem andren. Was für den einen Capitalisten Rohstoff ist das Product des andren. Was für den einen Product ist für den andren Rohstoff. Das Instrument des einen ist das Product des andren, und kann sogar als Rohstoff zur Production eines andren Instruments dienen. Das was so im einzelnen Capital als Voraussetzung, was wir den constanten Werth nannten, erscheint, ist nichts als die Voraussetzung des Capitals durch das Capital, daß die Capitalien in den verschiednen Industriezweigen sich wechselseitig als Voraussetzung und Bedingung setzen. Jedes für sich betrachtet löst sich auf in als Werth gegen die lebendige Arbeit verselbstständigte todte Arbeit. In lezter Instanz enthält Keines irgend etwas ausser Arbeit – ausser der werthlosen Naturmaterie. Das Hereinkommen der vielen Capitalien muß hier die Betrachtung nicht stören. Das Verhältniß der vielen wird vielmehr sich erklären, nachdem das, was alle gemein haben, Capital zu sein, betrachtet ist.❳
Der Umlauf des Capitals ist zugleich sein Werden, sein Wachsthum, sein Lebensprocess. Wenn irgend etwas der Blutcirculation zu vergleichen war, so war es nicht die formelle des Geldes, sondern die inhaltsvolle des Capitals.
Wenn die Circulation an allen Punkten Production voraussezt – und die Circulation von Producten ist, sei es von Geld oder Waare, diese aber überall aus dem Productionsprocess hervorgehn, der selbst Process des Capitals ist, so erscheint jezt die Geldcirculation selbst als bestimmt durch die Circulation des Capitals, während sie früher neben dem Productionsprocess zu liegen schien. Auf diesen Punkt werden wir zurückkommen.
Betrachten wir nun die Circulation oder den Umlauf des Capitals als Ganzes, so erscheinen als die beiden grossen Unterscheidungen innerhalb derselben 2 Momente, der Productionsprocess, und die Circulation selbst, beide als Momente seiner Circulation. Wie lange das Capital sich innerhalb der Sphäre des Productionsprocesses aufhält, hängt von dessen technologischen Bedingungen ab und das Verweilen innerhalb dieser Phase fällt unmittelbar zusammen – so sehr die Dauer verschieden sein muß je nach der Art der Production, ihrem Gegenstand etc – mit der Entwicklung der Productivkräfte. Die Dauer ist hier nichts andres als die zur Herstellung des Products nöthige Arbeitszeit. (falsch!) Je geringer diese Arbeitszeit, desto grösser, wie wir gesehn haben, der relative Surpluswerth. Es ist dasselbe, daß für eine gegebne Quantität Producte weniger Arbeitszeit erfordert ist, oder daß in einer gegebnen Arbeitszeit mehr fertige Producte geliefert werden können. Die Abkürzung der Dauer für ein bestimmtes Quantum Capital, während der es in dem Productionsprocess verweilt, der eigentlichen Circulation sich entzieht, embarked ist, fällt mit der Abkürzung der für die Herstellung eines Products nöthigen Arbeitszeit zusammen – mit der Entwicklung der Productivkräfte, sowohl Anwendung von Naturkräften, Maschinerie, als der Naturkräfte der gesellschaftlichen Arbeit – Agglomeration der Arbeiter, Combination und Theilung der Arbeit. Nach dieser Seite scheint also kein neues Moment hinzuzukommen. Indeß wenn betrachtet wird, daß in Bezug auf das einzelne Capital der Theil desselben, der Rohstoff und Instrument (Arbeitsmittel) constituirt, das Product eines fremden Capitals ist, so zeigt sich, daß die Geschwindigkeit, mit der es den Productionsprocess erneuern kann, zugleich bestimmt ist durch die Entwicklung der Productivkräfte in allen andren Industriezweigen. Es wird dieß ganz klar, wenn man sich denkt dasselbe Capital producire seine Rohstoffe, seine Instrumente, und seine schließlichen Producte. Die Dauer des Verweilens des Capitals in der Phase des Productionsprocesses, wird selbst ein Moment der Circulation, wenn verschiedne Capitale unterstellt. Doch wir haben es hier noch nicht mit den vielen Capitalen zu thun. Dieß Moment gehört also nicht hierher.
Das zweite Moment ist der Zeitraum, der verläuft von dem Verwandeltsein des Capitals in Product [bis] zu seinem Verwandeltwerden in Geld. Von der Geschwindigkeit, in der dieser Zeitraum durchlaufen wird, oder von seiner Dauer, hängt offenbar ab, wie oft in einer gegebnen Zeit das Capital den Productionsprozeß, die Selbstverwerthung von neuem beginnen kann. Vollbringt das Capital – sage ursprünglich von 100 Th. – 4 Umläufe in Einem Jahr; der Gewinn sei jedesmal 5 P. C. seiner selbst, wenn der Neuwerth nicht wieder capitalisirt wird, dasselbe als wenn ein Capital von 4 × größrer Masse mit demselben Procentsatz, sage von 400, Einen Umlauf in Einem Jahr vollbrächte; jedesmal 20 Th. Die Geschwindigkeit des Umlaufs – die übrigen Productionsbedingungen gleichgesezt – ersezt also die Masse des Capitals. Oder, wenn sich ||18| ein 4mal geringrer Werth 4mal als Capital realisirt in derselben Periode, wo sich ein 4mal größrer nur Einmal als Capital realisirte, ist der Gewinn – die Production von Mehrwerth – auf Seiten des kleineren Capitals so groß – wenigstens so groß, wie auf Seiten des größren. Wir sagen wenigstens. Er kann grösser sein, weil der Surpluswerth selbst wieder als Surpluscapital angewandt sein kann. Z. B. nehme an, bei einem Capital von 100 sei der Profit (hier der Berechnung wegen diese Form des Mehrwerths anticipirt) jedesmal 10 P. C., wie oft es auch umschlage. So wäre es am Ende der ersten 3 Monate 110, der zweiten 121, der dritten 133 und des lezten Umschlags 146 , während bei einem Capital von 400 mit Einem Umlauf im Jahr es nur wäre 440. Im ersten Fall der Gewinn = 46 , im 2ten nur = 40. (Daß die Voraussetzung so weit falsch als das Capital bei jeder Vergrößrung nicht dieselbe Profitrate bringt, geht das Beispiel nichts an, denn es kommt nicht an hier auf das Wieviel des Mehr, wenn es nur überhaupt – und das ist es – im ersten Fall mehr ist als 40.) Dem Gesetz des Ersetzens der Geschwindigkeit durch Masse und der Masse durch Geschwindigkeit haben wir schon einmal begegnet im Geldumlauf. Es herrscht ebensosehr in der Production wie in der Mechanik. Es ist ein Umstand, auf den, bei Ausgleichung der Profitrate, der Preisse etc zurückzukommen. Die Frage, die uns hier interessirt ist die: Kommt nicht ein Moment der Werthbestimmung herein, das unabhängig ist von der Arbeit, nicht direct von ihr ausgeht, sondern von der Circulation selbst herrührt? ❲Daß der Credit ausgleicht die Unterschiede im Umlaufe des Capitals gehört noch nicht hierher. Die Frage selbst aber gehört hierher, weil sie aus dem einfachen Begriff des Capitals – allgemein betrachtet – hervorgeht. ❳ Der öftere Umlauf des Capitals in Einer gegebnen Zeitperiode gleicht der öfteren Wiederholung der Erndte während des natürlichen Jahres in südlicheren Ländern, wenn verglichen mit nördlichen. Wir abstrahiren hier, wie schon oben gesagt, ganz von der verschiednen Zeit, die das Capital in der Productionsphase – im productiven Verwerthungsprocess selbst verharren muß. Wie das Korn als Saamen in die Erde gelegt seinen unmittelbaren Gebrauchswerth verliert, als unmittelbarer Gebrauchswerth entwerthet wird, so ist das Capital entwerthet von Vollendung des Productionsprocesses bis zu seiner Wiederverwandlung in Geld und von da wieder in Capital. ❲Diese Geschwindigkeit, womit es sich von der Form als Geld wieder in die Productionsbedingungen umsetzen kann – unter diesen Productionsbedingungen erscheint nicht, wie in der Sklaverei der Arbeiter selbst, sondern der Austausch mit ihm, – hängt ab von der Productionsgeschwindigkeit und Stetigkeit der übrigen Capitale, die ihm Rohstoff und Instrument liefern, wie vom Vorhandensein der Arbeiter, und Surpluspopulation, relative, ist in der leztren Hinsicht die beste Bedingung für das Capital. ❳
❲Ganz abgesehn vom Productionsprocess von Capital a) erscheint die Geschwindigkeit und Continuität des Productionsprocesses b) als ein Moment, das die Rückverwandlung des Capitals a) aus der Form von Geld in die von industriellem Capital bedingt. Die Dauer des Productionsprocesses des Capitals b) erscheint so als ein Moment in der Geschwindigkeit des Circulationsprozesses des Capitals a). Die Dauer der Productionsphase des Einen bestimmt die Geschwindigkeit der Circulationsphase des andren. Ihre Gleichzeitigkeit ist Bedingung, damit die Circulation von a) nicht gehemmt wird – das gleichzeitig in Production und in Circulation geworfen werden seiner eignen Elemente, gegen die es sich auszutauschen hat. Z. B. In dem lezten Drittheil des 18t Jhh. war die Handspinnerei unfähig den Rohstoff für Gewebe in der verlangten Masse zu liefern – oder was dasselbe ist, die Spinnerei konnte nicht in der erheischten Gleichzeitigkeit – gleichzeitigen Geschwindigkeit den Flachs oder Baumwolle den Productionsprocess, ihre Verwandlung in Gespinst, durchmachen lassen. Die Folge war die Erfindung der Spinnmaschine, die in gleicher Arbeitszeit ungleich größres Product lieferte, oder was dasselbe, für dasselbe Product ungleich kleinre Arbeitszeit – ungleich geringres Verweilen in dem Process der Spinnerei brauchte. Alle Momente des Capitals, die involvirt in ihm erscheinen, wenn es seinem allgemeinen Begriff nach betrachtet wird, bekommen selbstständige Realität und zeigen sich auch erst, sobald es reell, als viele Capitale erscheint. Die innere lebendige Organisation, die so innerhalb und durch die Concurrenz stattfindet, entwickelt sich dann erst eines breitern. ❳
Wenn wir den ganzen Umlauf des Capitals betrachten, so erscheinen 4 Momente, oder die 2 grossen Momente des Productionsprocesses und des Circulationsprocesses als 2 Momente betrachtet, jedes derselben wieder in Zweiheit: Wir können dabei ausgehn von der Circulation oder von der Production. So viel ist jezt schon gesagt, daß die Circulation selbst ein Moment der Production ist, da erst durch diese das Capital als Capital wird; die Production nur Moment der Circulation ist, insofern diese selbst als Ganzes des Productionsprocesses betrachtet wird. Die Momente sind: I) Der wirkliche Productionsprocess und seine Dauer. II) ||19| Verwandlung des Products in Geld. Dauer dieser Operation. III) Verwandlung des Geldes in den gehörigen Proportionen in Rohmaterial, Arbeitsmittel und Arbeit, kurz in die Elemente des Capitals als productiven. IV) Kann der Austausch eines Theils des Capitals gegen lebendiges Arbeitsvermögen als ein besondres Moment betrachtet werden, und muß so betrachtet werden, da der Arbeitsmarkt durch andre Gesetze regiert wird, wie der Produce market etc. Hier die Population Hauptsache; nicht die absolute, sondern die relative. Moment I) kommt hier, wie gesagt, nicht in Betracht, da es mit den Bedingungen der Verwerthung überhaupt zusammenfällt. Moment III) kann erst in Betracht kommen, wenn nicht vom Capital überhaupt, sondern von vielen Capitalien die Rede ist. Moment IV) gehört in den Abschnitt vom Arbeitslohn etc.
Wir haben es hier nur mit Moment II zu thun. In der Geldcirculation war nur formelle Abwechslung des Tauschwerths als Geld und Waare. Hier ist Geld, Waare als Bedingung der Production, endlich der Productionsprocess. Die Momente hier sind anders inhaltsvoll. Der Unterschied im Umschlag des Capitals, wie er II) gesezt ist – da er weder abhängt von größrer Schwierigkeit im Austausch zur Arbeit, noch vom Aufenthalt durch nichtgleichzeitiges Dasein in der Circulation von Rohstoff und Arbeitsmittel, noch von der verschiednen Dauer des Productionsprocesses, könnte also nur herrühren von größren Schwierigkeiten in der Verwerthung. Dieß ist offenbar kein immanenter Casus, der aus dem Verhältniß selbst entspringt, sondern fällt hier, wo wir das Capital im Allgemeinen betrachten, zusammen mit dem, was wir von der als Verwerthung zugleich resultirenden Entwerthung gesagt haben. Kein Geschäft wird darauf angelegt sein, daß es schwieriger seine Producte absetzen kann, als ein andres. Rührte das von kleinerem Markt her, so würde nicht größres – wie voraus gesezt – sondern kleineres Capital angewandt, als in dem Geschäft mit dem größren Markt. Es könnte sich aber beziehn auf die größre Entfernung des Markts im Raum und daher den spätern Return. Die längere Zeit, die Capital a) brauchte, um sich zu verwerthen, rührte hier her von der größren räumlichen Entfernung, die es nach dem Productionsprocess durchlaufen muß, um sich als W gegen G auszutauschen. Aber z. B. Product, das für China producirt wird, kann es nicht so betrachtet werden, daß das Product erst vollendet ist, sein Productionsprocess, sobald es auf den chinesischen Markt gebracht ist? Seine Verwerthungskosten würden steigen durch die Transportkosten von England nach China. (Von dem Ersatz für das längre Brachliegen des Capitals kann hier noch nicht die Rede sein, da dazu die secundären und abgeleiteten Formen des Mehrwerths – Zins – schon voraus gesezt sein müßten.) Die Productionskosten würden sich auflösen in die im unmittelbaren Productionsprocess vergegenständlichte Arbeitszeit + die Arbeitszeit, die enthalten ist im Transport. Die Frage ist nun zunächst die: Kann auf die Transportkosten nach den von uns bisher aufgestellten Grundsätzen ein Mehrwerth herausgeschlagen werden? Ziehn wir den constanten Theil des Capitals, der im Transport aufgezehrt wird, Schiff, Wagen etc und alles, was zu ihrer Anwendung gehört ab, da dieses Element nichts zur Frage beiträgt und es gleichgültig ist, ob es = 0 oder = x gesezt wird. Ist es nun möglich, daß Surplusarbeit in den Transportkosten stecken kann und also das Capital Surpluswerth aus ihnen herausschlagen kann? Die Sache ist einfach zu beantworten durch die Frage, welches ist die nothwendige Arbeit oder der Werth, worin sie sich vergegenständlicht? Das Product muß zahlen 1) seinen eignen Tauschwerth, die in ihm selbst vergegenständlichte Arbeit; 2) die Surpluszeit, die der Schiffsmann, Fuhrmann etc auf seine Transportation verwendet. Ob oder ob nicht er diese herausschlagen kann, hängt von dem Reichthum des Landes ab, wohin er das Product bringt und seinem Bedürfniß etc, dem Gebrauchswerth des Products für dieses Land. In der unmittelbaren Production ist es klar, daß alle Surplusarbeit, die der Fabrikant den Arbeiter arbeiten läßt Surpluswerth für ihn, indem sie in neuen Gebrauchswerthen vergegenständlichte Arbeit, die ihm nichts kostet. Er kann ihn aber offenbar in der Transportzeit nicht längre Zeit anwenden, als der Transport erheischt. Er würde dadurch Arbeitszeit wegwerfen, nicht verwerthen, d. h. nicht in einem Gebrauchswerth objectiviren. Der Schiffer, Fuhrmann etc brauchen nur ein halbes Jahr Arbeitszeit (wenn dieß generally das Verhältniß der zur Subsistenz nothwendigen Arbeit) um ein Jahr zu leben, so wendet ihn der Capitalist ein ganzes Jahr an, und zahlt ihm ein halbes. Indem er auf den Werth der transportirten Producte ein ganzes Jahr Arbeitszeit schlägt, aber nur zahlt, gewinnt er einen Mehrwerth von 100 P. C. auf die nothwendige Arbeit. Der Fall ist ganz derselbe wie in der unmittelbaren Production und der ursprüngliche Mehrwerth des transportirten Products kann nur daher rühren, daß ein Theil der Transportzeit den Arbeitern nicht bezahlt wird, weil er über ihre nothwendige Arbeit, um zu leben, Surpluszeit ist. Daß ein einzelnes Product durch die Transportkosten so vertheuert würde, daß es nicht ausgetauscht werden könnte – wegen des Mißverhältnisses des Werths des Products zu seinem Mehrwerth als transportirtem Product, eine Eigenschaft, die an ihm erlischt, sobald es an Ort und Stelle angekommen – ändert nichts an der Sache. Sollte ein Fabrikant seine ganze Maschinerie in Bewegung setzen um 1 lb Twist zu spinnen, so stiege der Werth dieses lb ebenfalls so, daß es schwerlich Absatz fände. Die Theuerung ausländischer Producte, wie ihr schmaler Consum im Mittelalter etc rührt eben aus diesem Grund her. Es ist ebenso sehr örtliche ||20| Bewegung, ob ich Metalle aus den Minen schaffe oder Waaren in den Ort ihres Consums. Die Verbeßrung der Transport- und Communikationsmittel fällt ebenfalls in die Categorie der Entwicklung der Productivkräfte überhaupt. Daß es vom Werth der Producte abhängen kann, wie weit sie Transportkosten tragen können; daß ferner massenhafter Verkehr nöthig ist, um die Transportkosten zu verringern – ein Schiff von 100 Tonnengehalt kann mit denselben Productionskosten 2 und 100 Tonnen tragen etc – und um Communikationsmittel zu rentiren etc, alles dieß gehört nicht hierher. (Indeß wird es nöthig sein, einen besondren Abschnitt den Communikationsmitteln zu widmen, da sie eine Form des capital fixe bilden, die eigne Gesetze der Verwerthung hat.) Denkt man sich dasselbe Capital producirend und transportirend, so fallen beide Akte in die unmittelbare Production und die Circulation wie wir sie bisher betrachten, d. h. die Verwandlung in Geld, sobald das Product seine lezte Form für den Gebrauch erhalten, circulationsfähige Form, würde erst beginnen, sobald es an den Ort seiner Bestimmung gebracht wäre. Der spätre Return dieses Capitalisten im Unterschied zu einem andren, der an Ort und Stelle sein Product absezt würde sich auflösen in andre Form von größrem Gebrauch von Capital fixe, wovon wir hier noch nicht sprechen. Ob a) für 100 Thaler mehr Instrument braucht, wie b) oder ob er 100 Thaler mehr braucht, um sein Product an den Bestimmungsort zu bringen, auf den Markt ist dasselbe. In beiden Fällen größres Capital fixe gebraucht; mehr Productionsmittel, das in der unmittelbaren Production consumirt wird. Nach dieser Seite hin wäre also kein immanenter case hier gesezt; er fiele in die Betrachtung des Unterschieds von Capital fixe und capital circulant.
Indeß kommt hier ein Moment hinzu: die Circulationskosten, die nicht im einfachen Begriff der Circulation liegen und uns hier noch nichts angehn. Von den Circulationskosten die aus der Circulation als ökonomischem Akt – als Productionsverhältniß, nicht als unmittelbar Productionsmoment, wie bei den Transport- und Communikationsmitteln hervorgehn, kann erst beim Zins und namentlich beim Credit die Rede sein. Die Circulation, wie wir sie betrachten, ist Verwandlungsprocess, qualitativer Prozeß des Werths, wie er in der verschiednen Form von Geld, Productionsprocess, Product, Rückverwandlung in Geld und Surpluscapital erscheint. So weit innerhalb dieses Verwandlungsprocesses als solchen – in diesem Uebergehn aus einer Bestimmung in die andre neue Bestimmungen sich erzeugen. Die Kosten der Circulation sind nicht nothwendig eingeschlossen z. B. in dem Uebergang von Product zu Geld. Sie können = 0 sein.
Insofern indeß die Circulation selbst Kosten macht, selbst Surplusarbeit erheischt, erscheint sie selbst als in den Productionsprocess eingeschlossen. Nach dieser Seite erscheint die Circulation als Moment des unmittelbaren Productionsprocesses. In der unmittelbar auf den Gebrauch gerichteten und nur den Ueberfluß austauschenden Production erscheinen die Circulationskosten nur für den Ueberfluß, nicht für Hauptproduct. Je mehr die Production auf dem Tauschwerth, daher auf dem Austausch beruht, desto wichtiger werden für sie die physischen Bedingungen des Austauschs – Communications- und Transportmittel. Das Capital treibt seiner Natur nach über jede räumliche Schranke hinaus. Die Schöpfung der physischen Bedingungen des Austauschs – von Communications- und Transportmitteln wird also für es in ganz andrem Maasse zur Nothwendigkeit – die Vernichtung des Raums durch die Zeit. Insofern das unmittelbare Product nur massenhaft verwerthet werden kann auf fernen Märkten im Maasse als die Transportkosten abnehmen und insofern andrerseits Communikationsmittel und Transport selbst nur Sphären der Verwerthung, der vom Capital betriebnen Arbeit abgeben können, insofern massenhafter Verkehr stattfindet – wodurch mehr als die nothwendige Arbeit ersezt wird – ist die Production wohlfeiler Transport- und Communikationsmittel Bedingung für die auf das Capital gegründete Production und wird daher von ihm hergestellt. Alle Arbeit, die erheischt wird, um das fertige Product in Circulation zu werfen – in ökonomischer Circulation befindet es sich erst, sobald es auf dem Markt befindlich ist – ist vom Standpunkt des Capitals aus zu überwindende Schranke – wie alle Arbeit, die erheischt ist als Bedingung für den Productionsprozeß (so z. B. Kosten für Sicherheit des Austauschs etc). Wasserweg als selbstwandelnder, selbstbewegter Weg der der Handelsvölker ϰατ ̓ ἐξοχήν. Andrerseits Communicationsstrassen fallen ursprünglich dem Gemeinwesen, später lange Zeit den Regierungen anheim, als reine Abzüge an der Production, die vom gemeinschaftlichen Surplusproduct des Landes abgehn, aber keine Quelle seines Reichthums ausmachen – d. h. ihre Productionskosten nicht decken. In den ursprünglichen asiatischen, self-sustaining Gemeinwesen, einerseits kein Bedürfniß nach Wegen; andrerseits hält der Mangel derselben sie fest in ihrer Abgeschlossenheit und bildet daher ein wesentliches Moment ihrer unveränderten Fortdauer (wie in Indien). Strassenbauten durch Frohnarbeit oder was andre Form ist durch Steuer, ist zwangsweise Verwandlung eines Theils der Surplusarbeit oder des Surplusproducts des Landes in Strassen. Damit das einzelne Capital das übernimmt, d. h. die ausser dem unmittelbaren Productionsprozeß liegenden Bedingungen desselben herstellt – muß die Arbeit sich verwerthen.
Einen bestimmten Weg zwischen a–b vorausgesezt (Grund und Boden soll nichts kosten), so enthält ||21| dieser nur ein bestimmtes Quantum Arbeit, also Werth. Ob der Capitalist oder der Staat ihn bauen läßt dasselbe. Gewinnt also der Capitalist hier, indem er Surplusarbeit und darum Surpluswerth schafft? Zunächst streife vom Weg, was puzzling ist ab, und was von seiner Natur als capital fixe herkömmt. Denke, der Weg könne at once verkauft werden, wie ein Rock oder eine Tonne Eisen. Wenn die Production des Wegs sage 12 Monate kostet, so sein Werth = 12 Monate. Wenn der general standard of labour so, daß der Arbeiter leben kann sage von 6 Monaten objectivirter Arbeit, so würde er also, wenn er den ganzen Weg baute 6 Monate Arbeit Surpluswerth für sich schaffen; oder es müßte, wenn die Gemeinde den Weg baute, und der Arbeiter nur die nothwendige Zeit arbeiten wollte, ein andrer Arbeiter, der 6 Monate arbeitete zugezogen werden. Der Capitalist dagegen zwingt den Einen Arbeiter 12 Monate zu arbeiten, und zahlt ihm 6. Der Theil des Werths des Wegs, der seine Surplusarbeit enthält, bildet den Profit des Capitalisten. Die reale Form, worin das Product erscheint, muß absolut nicht stören in der Grundlegung der Werththeorie durch objectivisirte Arbeitszeit. Aber die Frage ist grade, ob der Capitalist den Weg verwerthen, ob er seinen Werth durch den Austausch realisiren könnte? Diese Frage existirt natürlich bei jedem Product, aber sie nimmt bei den allgemeinen Productionsbedingungen eine besondre Form an. Gesezt der Werth des Weges verwerthe sich nicht. Er wird aber gebaut, weil er ein nothwendiger Gebrauchswerth. Wie steht die Sache dann? Hergestellt muß er werden und bezahlt muß er werden – insofern seine Productionskosten gegen ihn ausgetauscht werden müssen. Er tritt nur in Existenz durch gewisse Consumtion von Arbeit, Arbeitsmitteln, Rohstoffen etc. Ob die Herstellung durch Frohnarbeit oder durch Steuern geschieht, ist dasselbe. Hergestellt wird er aber nur, weil er ein nothwendiger Gebrauchswerth für die Gemeinde ist, weil sie seiner à tout prix bedarf. Es ist dieß allerdings eine Surplusarbeit, die der Einzelne, sei es in der Form der Frohnde, sei es in der vermittelten der Steuer über die unmittelbare Arbeit, die nothwendig zu seiner Subsistenz ist, thun muß. Aber so weit sie nöthig ist, für die Gemeinde, und für jeden Einzelnen als Glied derselben, ist sie keine Surplusarbeit die er verrichtet, sondern ein Theil seiner nothwendigen Arbeit, der Arbeit die nothwendig ist damit er sich als Gemeindeglied und damit das Gemeinwesen reproducirt, was selbst eine allgemeine Bedingung seiner productiven Thätigkeit ist. Wäre die Arbeitszeit in der unmittelbaren Production ganz consumirt, (oder vermittelt ausgedrückt unmöglich Surplussteuern für diesen bestimmten Zweck zu erheben), so müßte der Weg ungebaut bleiben. Wird die ganze Gesellschaft als Ein Individuum betrachtet, so bestünde die nothwendige Arbeit in der Summe aller der besondren Arbeitsfunctionen, die durch die Theilung der Arbeit verselbstständigt sind. Das Eine Individuum müßte z. B. so viel Zeit für Ackerbau verwenden, so viel für Industrie, so viel für Handel, so viel zur Herstellung von Instrumenten, so viel, um auf unsren Hammel zurückzukommen, für Wegbau und Communikationsmittel. Alle diese Nothwendigkeiten lösen sich auf in so viel Arbeitszeit, die auf verschiedne Zwecke gerichtet und in besonderten Thätigkeiten verausgabt werden muß. Wieviel solche Arbeitszeit verwandt werden kann, hinge vom Quantum des Arbeitsvermögens ab (= der Masse der arbeitsfähigen Individuen, die die Gesellschaft constituiren) und von der Entwicklung der Productivkraft der Arbeit (der Productenmasse, die sie in gegebner Zeit schaffen kann).
Der Tauschwerth, der Theilung der Arbeit voraussezt, mehr oder minder entwickelt, nach dem Grad der Austausche selbst, sezt voraus, daß, statt daß das Eine Individuum (die Gesellschaft) verschiedne Arbeiten verrichtet, seine Arbeitszeit in verschiednen Formen anwendet, die Arbeitszeit jedes Individuums nur den nothwendigen besondren Funktionen gewidmet ist. Wenn wir von der nothwendigen Arbeitszeit sprechen, so erscheinen die besondren getrennten Arbeitszweige als nothwendig. Diese wechselseitige Nothwendigkeit ist auf der Grundlage des Tauschwerths durch den Austausch vermittelt und zeigt sich eben darin, daß jede besondre objektivirte Arbeit, jede besonders spezificirte und materialisirte Arbeitszeit sich gegen das Product und Symbol der allgemeinen Arbeitszeit, der objektivirten Arbeitszeit schlechthin, gegen Geld austauscht und so sich gegen jede besondre Arbeit wieder austauschen kann. Diese Nothwendigkeit ist eine selbst wechselnde, indem die Bedürfnisse ebensosehr producirt werden, wie die Producte und die verschiednen Arbeitsgeschicklichkeiten. Innerhalb dieser Bedürfnisse und nothwendigen Arbeiten findet ein Mehr oder Minder statt. Je mehr die selbst geschichtlich – durch die Production selbst erzeugten Bedürfnisse, die gesellschaftlichen Bedürfnisse – Bedürfnisse die selbst der offspring der social production und intercourse sind, als nothwendig gesezt sind, um so höher ist der wirkliche Reichthum entwickelt. Der Reichthum besteht stofflich betrachtet nur in der Mannigfaltigkeit der Bedürfnisse. Das Handwerk selbst erscheint nicht nothwendigneben der self-sustaining agriculture, die das Spinnen, Weben etc als häusliches Nebengeschäft betreibt. Beruht aber z. B. die Agricultur selbst ||22| auf wissenschaftlichem Betrieb – braucht sie Maschinen, chemische durch den Handel hergebrachte Düngungsmittel, Saamen aus fernen Ländern etc und ist dabei – was schon in der Voraussetzung liegt – die ländlich patriarchalische Manufactur verschwunden, so erscheint Maschinenfabrik, auswärtiger Handel, Handwerk etc als Bedürfniß für die Agricultur. Der Guano ist ihr vielleicht nur zu beschaffen durch die Ausfuhr von Seidenzeugen. So erscheint die Seidenmanufactur nicht mehr als Luxusindustrie, sondern als nothwendige Industrie für die Agricultur. Es ist also hauptsächlich und wesentlich dadurch, in diesem Falle dadurch, daß die Agricultur die Bedingungen ihrer eigenen Production nicht mehr in sich, naturwüchsig vorfindet, sondern daß diese als selbstständige Industrie ausser ihr existirt – und mit ihrem ausser ihr Bestehn ist auch der ganze verwickelte Zusammenhang, worin diese fremde Industrie existirt hereingezogen in den Kreis der Productionsbedingungen des Ackerbaus – daß was früher als Luxus erschien, nun nothwendig ist und sogenannte Luxusbedürfnisse z. B. als Nothwendigkeit für die naturwüchsigste und in der reinsten Naturnothwendigkeit entstandne Industrie erscheinen. Dieses Wegziehn des naturwüchsigen Bodens unter dem Boden jeder Industrie und Verlegen ihrer Productionsbedingungen ausserhalb derselben in einen allgemeinen Zusammenhang – darum die Verwandlung dessen was überflüssig erschien in Nothwendiges, geschichtlich erzeugte Nothwendigkeit – ist die Tendenz des Capitals. Die allgemeine Grundlage aller Industrien wird der allgemeine Austausch selbst, der Weltmarkt und daher das Ganze der Thätigkeiten, Verkehrs, Bedürfnisse etc, woraus er besteht. Luxus ist Gegensatz zum Naturnothwendigen. Nothwendige Bedürfnisse sind die des Individuums reducirt selbst auf ein Natursubjekt. Die Entwicklung der Industrie hebt diese Naturnothwendigkeit, wie jenen Luxus auf – in der bürgerlichen Gesellschaft allerdings nur gegensätzlich, indem sie selbst wieder nur bestimmten gesellschaftlichen Maaßstab als den nothwendigen gegenüber dem Luxus sezt. Diese Fragen über das System der Bedürfnisse und System der Arbeiten, an welcher Stelle ist es zu behandeln? Wird sich im Verlauf ergeben.
Kehren wir nun zurück zu unsrem Weg. Wenn er überhaupt gebaut werden kann, beweist dieß, daß die Gesellschaft die Arbeitszeit (lebendige Arbeit und objektivirte) zu seinem Bau besizt. ❲Natürlich es ist hier unterstellt, daß sie einem richtigen Instinkt folgt. Sie könnte den Saamen aufessen und den Acker brachliegen lassen und Wege bauen. Damit hätte sie nicht die nothwendige Arbeit verrichtet, weil sie sich nicht reproduciren würde, nicht erhalten als lebendiges Arbeitsvermögen durch diese Arbeit. Oder die lebendigen Arbeitsvermögen können auch direkt gemordet werden, z. B. wie von Peter I um Petersburg zu bauen. Derartiges gehört nicht hierher.❳ Warum denn, sobald die auf den Tauschwerth gegründete Production und Theilung der Arbeit eintritt, wird Wegebauen nicht Privatgeschäft von Einzelnen? Und wo es durch Steuern vom Staat betrieben wird, ist es das nicht. D'abord: Die Gesellschaft, die vereinigten Einzelnen mögen die Surpluszeit besitzen, um den Weg zu bauen, aber nur vereinigt. Die Vereinigung ist stets Addition des Theils des Arbeitsvermögens, das jeder Einzelne neben seiner besondren Arbeit auf Wegebau verwenden kann; aber es ist nicht nur die Addition. So weit die Vereinigung ihrer Kräfte ihre Productivkraft vermehrt, ist es keineswegs gesagt, daß sie numerisch das Arbeitsvermögen alle zusammengenommen besässen – wenn sie nicht zusammen arbeiteten, wenn also nicht zu der Summe ihrer Arbeitsvermögen das Surplus hinzukäme, das nur durch und in ihrer vereinigten, combinirten Arbeit existirt. Daher das gewaltsame Zusammentreiben des Volks in Aegypten, Etrurien, Indien etc zu Zwangsbauten und öffentlichen Zwangswerken. Das Capital bewirkt dieselbe Vereinigung in andrer Weise, durch seine Manier des Austauschs mit der freien Arbeit. ❲Daß das Capital es nicht mit der vereinzelten, sondern mit der combinirten Arbeit zu thun hat, wie es an und für sich schon eine sociale, combinirte Kraft ist ein Punkt, der vielleicht schon hier in der allgemeinen Entstehungsgeschichte des Capitals zu behandeln.❳ Zweitens: Die Bevölkerung einerseits mag weit genug entwickelt sein, und die Unterstützung, die sie in Anwendung von Maschinerie etc findet, andrerseits so weit, daß die blos aus der materiellen, massenhaften Vereinigung – und im Alterthum ist es immer dieses massenhafte Wirken der zusammengezwungnen Arbeit – hervorgehende Kraft überflüssig ist, und geringere lebendige Arbeitsmasse nöthig ist verhältnißmässig. ❲Je mehr die Production noch auf bloser Handarbeit beruht, Anwendung der Muskelkraft etc, kurz der körperlichen Anstrengung und Arbeit der Einzelnen, desto mehr besteht die Erhöhung der Productivkraft in ihrem massenhaften Zusammenarbeiten. Bei dem halbkünstlerischen Handwerk tritt der Gegensatz der Besonderung und Vereinzelung hervor; die Geschicklichkeit der einzelnen, aber uncombinirten Arbeit. Das Capital in seiner wahren Entwicklung combinirt die | |23| Massenarbeit mit dem Geschick, aber so daß die erste ihre physische Macht verliert und das Geschick nicht im Arbeiter, sondern in der Maschine existirt und der durch wissenschaftliche Combination mit der Maschine als Ganzes wirkenden factory. Der gesellschaftliche Geist der Arbeit erhält eine objektive Existenz ausser den einzelnen Arbeitern.❳ Es kann eine besondre Klasse Wegebauer sich bilden, die vom Staat angewandt wird, ❲Bei den Römern war in der Armee eine Masse – aber schon vom ganzen Volk geschieden, vorhanden, disciplinirt zur Arbeit, und deren Surpluszeit zugleich dem Staat gehörte; die ihre ganze Arbeitszeit gegen ein Salair ganz ebenso dem Staate verkauften, ihr ganzes Arbeitsvermögen ganz so austauschten, gegen ein zur Erhaltung ihres Lebens nothwendiges Salair, wie es der Arbeiter mit dem Capitalisten thut. Dieß gilt von der Zeit, wo das römische Heer nicht mehr Bürgerheer, sondern Söldnerheer war. Es ist hier ebenfalls freier Verkauf der Arbeit auf Seiten des Soldaten. Aber der Staat kauft ihn nicht zum Behuf der Production von Werthen. Und so, obgleich die Form des Salairs ursprünglich in den Armeen vorzukommen scheinen kann – ist dieß Soldwesen dennoch wesentlich unterschieden von der Lohnarbeit. Einige Aehnlichkeit dadurch, daß der Staat die Armee verbraucht, um Zuwachs an Macht und Reichthum zu gewinnen.❳ oder ein Theil der gelegentlich unbeschäftigten Bevölkerung wird dazu verbraucht, mit einer Anzahl Baumeister etc, die aber nicht als Capitalisten arbeiten, sondern als höher gebildete menials. (Über das Verhältniß dieser geschickten Arbeit etc später.) Die Arbeiter sind Lohnarbeiter dann, aber der Staat verwendet sie nicht als solche, sondern als menial servants.
Damit der Capitalist nun den Wegbau als Geschäft unternehme, auf seine Kosten, ❲wenn der Staat derartige Sachen durch Staatspächter betreiben läßt, so geschieht es vermittelt doch immer durch Frohnarbeit oder Steuern.❳, sind verschiedne Bedingungen nöthig, die alle damit zusammenfallen, daß die auf das Capital begründete Productionsweise schon zu höchster Stufe entwickelt ist. Erstens: Grösse des Capitals selbst vorausgesezt, des in seiner Hand concentrirten Capitals, um Arbeiten von solcher Dimension und solchem langsamen Umschlag, Verwerthung übernehmen zu können. Daher meist Actiencapital, in welcher Form das Capital sich durchgearbeitet hat zu seiner lezten Form, worin es nicht nur an sich ist, seiner Substanz nach, sondern gesezt ist in seiner Form als gesellschaftliche Kraft und Product. Zweitens: Ist von ihm erheischt, daß es Zinsen, nicht daß es Profit bringt. (es kann mehr als Zinsen bringen, das aber nicht nöthig.) Dieser Punkt hier noch nicht weiter zu untersuchen. Drittens: als Voraussetzung solcher Verkehr – geschäftsmässiger vor allem – daß der Weg sich rentirt, d. h. daß der Preiß, der verlangt wird für Benutzung des Wegs so viel Tauschwerth für die Producenten werth ist oder eine Productivkraft liefert, die sie so theuer bezahlen können. Viertens: Einen Theil [des] seine Revenue in diesen Artikel der Locomotion auslegenden geniessenden Reichthums. Die Hauptsache bleiben aber die 2 Voraussetzungen: 1) Capital verwendbar für diesen Gegenstand in der erheischten Masse, das mit Zins vorliebnimmt; 2) Es muß sich für die productiven Capitalien, für das industrielle Capital verwerthen, den Preiß für einen Weg zu zahlen. So z. B. die erste Eisenbahn zwischen Liverpool und Manchester; war zu einer Productionsnothwendigkeit für die Liverpooler cottonbrokers und mehr noch für die Manchester manufacturers geworden. ❲Die Concurrenz kann mehr die Nothwendigkeit z. B. der Eisenbahnen in einem Lande erzeugen, wo die bisherige Entwicklung seiner Productivkräfte noch nicht darauf hindrängen würde. Die Wirkung der Concurrenz unter Nationen gehört in den Abschnitt vom inter- nationalen Verkehr. Es zeigen sich hier besonders die civilisirenden Wirkungen des Capitals.❳ Das Capital als solches – sein Dasein gesezt zu dem nöthigen Umfang – wird erst Wege produciren, sobald die Production von Wegen zu einer Nothwendigkeit für die Producenten, speziell für das productive Capital selbst geworden ist; eine Bedingung für das Profitmachen des Capitalisten. Dann rentirt sich auch der Weg. In diesen Fällen ist aber schon grosser Verkehr vorausgesezt. Es ist dieselbe Voraussetzung doppelt: Auf der einen Seite der Reichthum des Landes hinreichend concentrirt und verwandelt in die Form des Capitals um solche Arbeiten als Verwerthungsprocesse des Capitals zu unternehmen; auf der andren Seite die Masse des Verkehrs hinreichend, und die Schranke, die der Mangel an Communicationsmitteln bildet, hinreichend gefühlt als solche, damit der Capitalist den Werth des Wegs (portionsweise und stückweis in der Zeit) als Weg (d. h. seine Benutzung) realisiren kann. Alle allgemeinen Bedingungen der Production, wie Wege, Kanäle etc, sei es daß sie die Circulation erleichtern oder gar erst möglich machen, oder auch – die Productivkraft vermehren (wie Irrigationen etc in Asien und übrigens auch in Europa von den Regierungen gebaut), unterstellen, um vom Capital unternommen zu werden, statt von der Regierung, die das Gemeinwesen als solches repräsentirt, höchste Entwicklung der auf das Capital gegründeten Production. Die Ablösung der travaux publics vom Staat und ihr Uebergehn in die Domäne der vom Capital selbst unternommnen Arbeiten, zeigt den Grad an, wozu sich das reelle Gemeinwesen in der Form des Capitals constituirt hat. Ein Land, z. B. die United States, kann selbst in productiver Beziehung die Nothwendigkeit von Eisenbahnen fühlen; dennoch kann der unmittelbare Vortheil, ||24| der für die Production daraus hervorgeht, zu gering sein, als daß die Auslage anders als à fonds perdu erschiene. Dann wälzt das Capital sie auf die Schultern des Staats, oder, wo der Staat traditionell ihm gegenüber noch eine supérieure Stellung einnimmt, besizt er noch das Privilegium und den Willen die Gesammtheit zu zwingen einen Theil ihrer Revenu, nicht ihres Capitals, in solche allgemein nützliche Arbeiten [zu stecken], die zugleich als allgemeine Bedingungen der Production erscheinen, und daher nicht als besondre Bedingung für irgendeinen Capitalisten – und so lange das Capital nicht die Form der Actiengesellschaft annimmt, sucht es immer nur die besondren Bedingungen seiner Verwerthung, die gemeinschaftlichen schiebt es als Landesbedürfnisse dem ganzen Land auf. Das Capital unternimmt nur vortheilhafte, in seinem Sinn vortheilhafte Unternehmungen. Allerdings speculirt es auch falsch, und muß, wie wir so sehn werden, so speculiren. Es unternimmt dann Anlagen, die sich nicht rentiren und erst rentiren, sobald sie entwerthet sind zu einem gewissen Grade. Daher die vielen Unternehmungen, wo der erste mise de capital à fonds perdu ist, die ersten Unternehmer caput gehn – und erst in zweiter oder 3t Hand, wo das Anlagecapital durch die Entwerthung geringer geworden, sich verwerthen. Uebrigens der Staat selbst und was drum und dran hängt, gehört zu diesen Abzügen von der Revenu, so zu sagen den Consumtionskosten für den Einzelnen, den Productionskosten für die Gesellschaft. Ein Weg selbst kann die Productivkräfte so vermehren, daß er einen Verkehr schafft, durch den er sich nun rentirt. Es können Arbeiten nothwendig sein und Auslagen, ohne productiv im Sinn des Capitals zu sein, d. h. ohne daß die in ihnen enthaltne Surplus- arbeit durch die Circulation, durch den Austausch als Surpluswerth realisirt wird. Wenn ein Arbeiter z. B. 12 Stunden während des Jahrs täglich an einem Weg arbeitet und die allgemein nothwendige Arbeitszeit im Durchschnitt = 6 Stunden, so hat er eine Surplusarbeit von 6 Stunden gearbeitet. Kann aber der Weg nicht verkauft werden zu 12 Stunden, vielleicht nur zu 6, so ist der Wegbau kein Unternehmen für das Capital, und das Wegbauen keine productive Arbeit für dasselbe. Das Capital muß den Weg verkaufen können (Zeitraum und Art des Verkaufens geht uns hier nichts an), so daß die nothwendige Arbeit, sowohl wie die Surplusarbeit verwerthet wird, oder daß aus dem allgemeinen Fonds der Profite – der Surpluswerthe ein solcher Theil ihm zufällt, als ob es Surpluswerth geschaffen. Dieß Verhältniß später beim Profit und der nothwendigen Arbeit zu untersuchen. Die höchste Entwicklung des Capitals ist, wenn die allgemeinen Bedingungen des gesellschaftlichen Productionsprozeß nicht aus dem Abzug der gesellschaft- lichen Revenu hergestellt werden, den Staatssteuern – wo Revenu nicht Capital als labour fonds erscheint und der Arbeiter, obgleich er freier Lohnarbeiter ist, wie jeder andre, doch ökonomisch in einem andren Verhältniß steht – sondern aus dem Capital als Capital. Es zeigt dieß den Grad einerseits, worin das Capital sich alle Bedingungen der gesellschaftlichen Production unterworfen, und daher andrerseits, wie weit der gesellschaftliche reproductive Reichthum capitalisirt ist und alle Bedürfnisse in der Form des Austauschs befriedigt werden; auch die als gesellschaftlich gesezten Bedürfnisse des Individuums, d. h. die, die es nicht als einzelnes Individuum in der Gesellschaft, sondern gemeinschaftlich mit andren consumirt und bedarf – deren Weise der Consumtion der Natur der Sache nach eine gesellschaftliche ist – auch diese durch den Austausch, den individuellen Austausch nicht nur consumirt werden, sondern auch producirt. Bei dem oben angegebnen Weg muß der Wegbau so vortheilhaft sein, daß eine bestimmte Arbeitszeit in Weg verwandelt dem Arbeiter sein Arbeitsvermögen grade so reproducirt, als wenn er es in den Ackerbau verwandelte. Der Werth ist bestimmt durch die objectivirte Arbeitszeit, in welcher Form auch immer. Es hängt nun aber von dem Gebrauchswerth ab, worin er realisirt ist, ob dieser Werth realisirbar ist. Hier ist vorausgesezt, daß der Weg Bedürfniß für die Gemeinde, daher der Gebrauchswerth vorausgesezt. Andrerseits für das Capital, damit es den Wegbau unternehme, vorausgesezt, daß nicht nur die nothwendige Arbeitszeit, sondern die Surplusarbeitszeit, die der Arbeiter arbeitet, bezahlt werde – daher sein Profit. (Durch Schutzzölle, Monopole, Staatszwang erzwingt der Capitalist oft diese Bezahlung, wo die einzelnen Austauschenden, bei freiem Austausch, höchstens die nothwendige Arbeit bezahlen würden.) Es ist sehr möglich, daß Surplusarbeitszeit vorhanden ist und nicht bezahlt wird (was ja auch jedem einzelnen Capitalisten vorkommen kann). Wo das Capital herrscht (ganz wie da, wo Sklaverei und Leibeigenschaft oder Frohndienst irgend welcher Art) ist die absolute Arbeitszeit des Arbeiters als Bedingung für ihn gesezt, um die nothwendige arbeiten zu dürfen, d. h. um die zur Erhaltung seines Arbeitsvermögens nothwendige in Gebrauchswerthen für sich realisiren zu können. In jeder Art Arbeit bringt es dann die Concurrenz mit sich, daß er die volle Zeit arbeiten muß – also Surplusarbeitszeit. Es kann aber der Fall sein, daß diese Surplusarbeitszeit, obgleich im Product enthalten, nicht austauschbar. Für den Arbeiter selbst – mit den andren Lohnarbeitern verglichen – ist es Surplusarbeit. Für den Verwender ist es Arbeit, die zwar einen Gebrauchswerth für ihn hat, wie z. B. sein Koch, aber keinen Tauschwerth, also die ganze Distinktion ||25| von nothwendiger und Surplusarbeitszeit nicht existirt. Die Arbeit kann nothwendig sein, ohne productiv zu sein. Alle allgemeinen, gemeinschaft- lichen Bedingungen der Production – so lange ihre Herstellung durch das Capital als solches, unter seinen Bedingungen noch nicht geschehn kann – werden daher bestritten aus einem Theil der Revenu des Landes – der Regierungskasse und die Arbeiter erscheinen nicht als productive Arbeiter obgleich sie die Productivkraft des Capitals vermehren.
Das Resultat unsrer Abschweifung ist übrigens, daß Production von Communikationsmitteln, d[ie] physischen Bedingungen der Circulation, unter der Categorie von Production des Capitals fixe rangiren, also keinen besondren case constituiren. Nur hat sich uns nebenbei die Aussicht eröffnet, die an diesem Punkt noch nicht scharf gezeichnet werden kann, von einem spezifischen Verhältniß des Capitals zu den gemeinschaftlichen, all- gemeinen Bedingungen der gesellschaftlichen Production, im Unterschied zu denen des besondren Capitals und seines besondren Productionsprozes- ses.
Die Circulation geht vor im Raum und in der Zeit. Die räumliche Bedingung, die Bringung des Products auf den Markt, gehört, ökonomisch betrachtet, in den Productionsprocess selbst. Das Product ist erst wirklich fertig, sobald es auf dem Markt ist. Die Bewegung, wodurch es dahin kommt, gehört noch mit zu seinen Herstellungskosten. Sie bildet nicht ein nothwendiges Moment der Circulation als besondren Processes des Werthes betrachtet, da ein Product an Ort und Stelle seiner Production gekauft und selbst consumirt werden kann. Dieß räumliche Moment ist aber wichtig, insofern die Ausdehnung des Markts, die Austauschmöglichkeit des Products damit zusammenhängt. Die Abkürzung der Kosten dieser realen Circulation (im Raum) gehört in die Entwicklung der Productivkräfte durch das Capital, Verminderung der Kosten seiner Verwerthung. Nach gewissen Seiten hin, als äussre Existenzbedingung für den ökonomischen Process der Circulation, kann dieß Moment aber auch in die Productionskosten der Circulation gerechnet werden, so daß die Circulation diesem Moment nach selbst als Moment nicht nur des Productionsprozesses im Allgemeinen, sondern des unmittelbaren Productionsprozesses erscheint. Jedenfalls erscheint hier die Bestimmung dieses Moments durch den allgemeinen Grad der Entwicklung der Productivkräfte, und der auf das Capital gegründeten Production überhaupt. Es könnte genauer dieses örtliche Moment – das Bringen des Products auf den Markt –, was eine nothwendige Bedingung für seine Circulation ausser im Fall Productionsplatz selbst Markt ist – als Verwandlung des Products in Waare betrachtet werden. Waare ist es erst auf dem Markt. (Whether or not dieß ein besondres Moment bildet ist zufällig. Arbeitet das Capital auf Bestellung, so existirt weder dieß Moment für es, noch die Verwandlung in Geld als besondres Moment. Das Arbeiten auf Bestellung, d. h. Zufuhr die vorhergehnder Nachfrage entspricht, als allgemeiner oder vorherrschender Zustand entspricht nicht der grossen Industrie und geht keineswegs als Bedingung aus der Natur des Capitals hervor.)
Zweitens das Zeitmoment. Dieß gehört wesentlich in den Begriff der Circulation. Gesezt der Akt des Uebergehens aus Waare in Geld contractlich festgesezt, so kostet dieß Zeit, – Rechnen, Wägen, Messen. Die Abkürzung dieses Moments ist ebenfalls Entwicklung der Productivkraft. Dieß ist die Zeit auch nur aufgefaßt als äußre Bedingung für das Uebergehn aus dem Zustand von Waare in Geld; das Uebergehn ist vorausgesezt; es handelt sich um die Zeit, die während dieses vorausgesezten Akts vergeht. Dieß gehört in die Circulationskosten. Ein andres ist die Zeit, die überhaupt verfließt bevor die Waare in Geld übergeht; oder die Zeit, während welcher sie Waare bleibt, nur potentieller Werth, nicht wirklicher. Diese ist reiner Verlust.
Aus allem Gesagten geht hervor, daß die Circulation als wesentlicher Process des Capitals erscheint. Der Productionsprozeß kann nicht von neuem begonnen werden vor der Verwandlung von Waare in Geld. Die beständige Continuität des Processes, das ungehinderte und flüssige Uebergehn des Werths aus einer Form in die andre, oder einer Phase des Processes in die andre, erscheint als Grundbedingung für die auf das Capital gegründete Production in einem ganz andren Grade als bei allen frühren Formen der Production. Andrerseits, während die Nothwendigkeit dieser Continuität gesezt ist, fallen die Phasen der Zeit und dem Raum nach aus einander als besondre gegen einander gleichgültige Processe. Es erscheint so zufällig für die auf das Capital gegründete Production, ob oder ob nicht ihre wesentliche Bedingung, die Continuität der verschiednen Processe, die ihren Gesammtprocess constituiren, hergestellt wird. Die Aufhebung dieser Zufälligkeit durch das Capital selbst ist der Credit. (Er hat noch andre Seiten; aber diese Seite geht aus der unmittelbaren Natur des Productionsprocesses hervor und ist daher die Grundlage der Nothwendigkeit des Credits.) Daher der Credit in irgend wie entwickelter Form in keiner frühren Weise der Production erscheint. Geborgt und geliehen ward auch in frühren Zuständen, und der Wucher ist sogar die älteste der antediluvianischen Formen des Capitals. Aber Borgen und Leihen constituirt ebenso wenig den Credit, wie Arbeiten industrielle Arbeit oder freie Lohnarbeit constituirt. Als wesentliches, entwickeltes Productionsverhältniß erscheint der Credit historisch auch nur in der auf das Capital oder die Lohnarbeit gegründeten Circulation. (Das Geld selbst ist eine Form, um die Ungleichheit der in den verschiednen Productionszweigen erforderten Zeit aufzuheben, so weit sie dem ||26| Austausch entgegensteht.) Der Wucher, obgleich in seiner verbürgerlichten, dem Capital angepaßten Form, selbst eine Form des Credits, ist in seiner vorbürgerlichen Form vielmehr Ausdruck des Mangels an Credit.
(Die Rückverwandlung des Geldes in objective Productionsmomente oder -bedingungen sezt voraus ihr Vorfinden. Sie constituirt die verschiednen Märkte, worin der Producent sie vorfindet als Waare – in der Hand des Kaufmanns – Märkte (neben dem labour market), die wesentlich unterschieden sind von den Märkten für die unmittelbare individuelle, finale Consumtion.)
Das Geld verwandelte sich in seiner Circulation in Waare und in dem Austausch von G-W endigte die Consumtion den Process; oder die Waare tauschte sich aus gegen Geld – und in dem Austausch W-G war G entweder verschwindend um selbst wieder gegen W ausgetauscht zu werden, wo der Process wieder in der Consumtion endete oder das Geld zog sich aus der Circulation zurück und verwandelte sich in todten Schatz und nur gemeinten Reichthum. Nirgends entzündete sich der Process an sich selbst, sondern die Voraussetzungen der Geldcirculation lagen ausser ihr und sie bedurfte beständig neuen Anstoß von Aussen. So weit sich beide Momente austauschten, war, innerhalb der Circulation, die Formveränderung nur formell. So weit sie aber inhaltlich wurde fiel sie aus dem ökonomischen Process heraus; der Inhalt gehörte nicht in ihn hinein. Weder erhielt sich die Waare als Geld, noch das Geld als Waare; jedes war das eine oder das andre. Der Werth als solcher erhielt sich nicht in und durch die Circulation als übergreifend über seinen Verwandlungsprocess, seine Formveränderung; noch wurde der Gebrauchswerth selbst (was im Productionsprocess des Capitals der Fall) von dem Tauschwerth producirt.
Beim Capital ist die Consumtion der Waare selbst nicht final; fällt in den Productionsprocess; erscheint selbst als Moment der Production, i. e. des Werthsetzens. Das Capital aber ist jezt gesezt, aber in jedem der Momente, worin es bald als Geld, bald als Waare, bald als Tauschwerth, bald als Gebrauchswerth erscheint, gesezt als sich in dieser Formveränderung nicht nur formell erhaltender, sondern verwerthender Werth, sich auf sich selbst als Werth beziehender Werth. Das Uebergehn aus einem Moment in das andre erscheint als besondrer Process, aber jeder dieser Processe ist das Uebergehn in den andren. Das Capital ist so gesezt als processirender Werth, der in jedem Moment Capital ist. Es ist so gesezt als Capital Circulant; in jedem Moment Capital und kreislaufend aus der einen Bestimmung in die andre. Der Punkt der Rückkehr ist zugleich der Ausgangspunkt und vice versa – nämlich der Capitalist. Alles Capital ist ursprünglich Capital circulant, Product der Circulation, wie die Circulation producirend, sie als seine eigne Bahn beschreibend. Die Geldcirculation – von ihrem jetzigen Standpunkt aus – erscheint jezt selbst nur als ein Moment der Circulation des Capitals und ihre Selbstständigkeit ist als bloser Schein gesezt. Sie erscheint nach allen Seiten hin bestimmt durch die Circulation des Capitals, worauf wir zurückkommen werden. Insofern sie eine selbstständige Bewegung neben der des Capitals bildet, ist diese Selbstständigkeit nur gesezt durch die Continuität der Circulation des Capitals, so daß dieß eine Moment fixirt und für sich betrachtet werden kann.
❲„Capital permanenter sich vervielfältigender Werth, der nicht mehr untergeht. Dieser Werth reißt sich los von der Waare, die ihn geschaffen hat; bleibt gleich einer methaphysischen, unsubstantiellen Qualität immer im Besitz desselben cultivateurs (f. i.), für den er verschiedne Formen bekleidet.“ (Sism. VI) „Im Austausch der Arbeit gegen Capital verlangt der Arbeiter die Subsistenz pour vivre; der Capitalist du travail pour gagner.“ (Sism. l.c.) «Der Chef d'atelier gewinnt, profitirt de tout l'accroissement des pouvoirs productifs qu'avait opéré la division du travail.» (l. c.) „Verkaufen der Arbeit = Renunciation auf alle Früchte der Arbeit.“ (Cherbuliez ch. XXVIII) „Die 3 Bestandtheile des Capitals wachsen nicht verhältnißmässig (nämlich matière première, instrument, approvisionnement), noch stehn sie in demselben Verhältniß in verschiednen Gesellschaftsstufen. Das Approvisionnement bleibt dasselbe auf bestimmte Zeit, wie rasch auch die rapidité de la production und folglich die Quantität der Producte wachse. Also Vermehrung des productiven Capitals zieht nicht nothwendig Vermehrung des Approvisionnement nach sich, bestimmt den Arbeitspreiß zu bilden; kann von einer Verminderung desselben begleitet sein.“ (l. c.)❳
❲Insofern die Wiedererneurung der Production vom Verkauf der fertigen Producte abhängt; Verwandlung der Waare in Geld und Rückverwandlung des Geldes in die Productionsbedingungen – Rohstoff, Instrument, Salair –; insofern die Bahn, die das Capital durchläuft, um von einer dieser Bestimmungen in die andre überzugehn Abschnitte der Circulation bildet, und diese Abschnitte in bestimmten Zeiträumen durchlaufen werden; (selbst die örtliche Entfernung löst sich in Zeit auf; es kommt z. B. nicht auf die räumliche Ferne des Markts an, sondern die Geschwindigkeit – das Zeitquantum, worin er erreicht wird) hängt es also von der Geschwindigkeit der Circulation ab, der Zeit, worin sie zurückgelegt wird, wie viel Producte in einem gegebnen Zeitraum producirt werden können; wie oft sich das Capital in einem gegebnen Zeitraum verwerthen kann, seinen Werth reproduciren und verviel- fältigen. Es kommt hier also in der That ein Moment der Werthbestimmung herein, das ||27| nicht vom directen Verhältniß der Arbeit zum Capital herrührt. Das Verhältniß, worin dasselbe Capital, in einem gegebnen Zeitraum, den Productionsprocess (Schöpfung von Neuwerth) wiederholen kann, ist offenbar eine Bedingung, die nicht direct durch den Productionsprocess selbst gesezt ist. Wenn die Circulation daher kein Moment der Werthbestimmung selbst hervorbringt, die ausschließlich in der Arbeit liegt, so hängt von ihrer Geschwindigkeit ab die Geschwindigkeit, worin der Productionsprozeß sich wiederholt, Werthe geschaffen werden – also, wenn nicht die Werthe,[so] die Masse der Werthe zu einem gewissen Grade. Nämlich die durch den Productionsprocess gesezten Werthe und Surpluswerthe × mit der Zahl, worin der Productionsprocess in einem gegebnen Zeitraum wiederholt werden kann. Wenn wir von der Geschwindigkeit des Umlaufs des Capitals sprechen, unterstellen wir, daß nur äusserliche Schranken das Uebergehn aus der einen Phase in die andre aufhalten, nicht aus dem Productionsprocess und der Circulation selbst hervorgehnde (wie in Krisen, Ueberproduction etc). Ausser der im Product realisirten Arbeitszeit kommt also als Moment der Werthschöpfung – productiver Arbeitszeit selbst – hinein die Circulationszeit des Capitals. Wenn die Arbeitszeit als die werthsetzende Thätigkeit erscheint, so diese Circulationszeit des Capitals als die Zeit der Entwerthung. Der Unterschied zeigt sich einfach darin: Wenn die Gesammtheit der vom Capital commandirten Arbeitszeit auf ein Maximum gesezt wird, sage das Unendliche ∞, so daß die nothwendige Arbeitszeit einen unendlich kleinen und die Surplusarbeitszeit einen unendlich grossen Theil dieses ∞ bildete, so wäre dieß das Maximum der Verwerthung des Capital und dieß ist die Tendenz der es zustrebt. Andrerseits, wenn die Circulationszeit des Capitals = 0 gesezt wäre, ebenso rasch in der Realität die verschiednen Stufen seiner Verwandlung vor sich gingen, wie im Gedanken, so wäre das ebenfalls das Maximum des Factors worin der Productionsprocess wiederholt werden könnte, also der Anzahl von Verwerthungsprocessen des Capitals in einem bestimmten Zeitraum. Die Wiederholung des Productionsprocesses wäre nur durch die Zeit beschränkt, die er selbst dauert, die verfließt, um den Rohstoff in Product zu verwandeln. Die Circulationszeit ist daher kein positives werthschaffendes Element; stünde sie gleich 0, so wäre die Werthschöpfung am höchsten. Stünde entweder die Surplusarbeitszeit oder die nothwendige Arbeitszeit = 0, d. h. absorbirte die nothwendige Arbeitszeit alle Zeit, oder könnte die Production ohne alle Arbeit vor sich gehn, so existirte weder Werth, noch Capital, noch Werthschöpfung. Die Circulationszeit bestimmt daher nur den Werth, insofern sie als natürliche Schranke für die Verwerthung der Arbeitszeit erscheint. Sie ist also in fact ein Abzug von der Surplusarbeitszeit, d. h. eine Vermehrung der nothwendigen Arbeitszeit. Es ist klar, daß die nothwendige Arbeitszeit bezahlt werden muß, der Circulationsprocess mag langsam oder rasch vor sich gehn. Z. B. in Gewerben, wo spezifische Arbeiter erheischt sind, diese aber nur während eines Theils des Jahrs beschäftigt werden können, weil die Producte etwa nur für eine season verkäuflich, müßten die Arbeiter für das ganze Jahr bezahlt werden; d. h. die Surplusarbeitszeit ist vermindert in demselben Verhältniß, worin sie weniger während eines gegebnen Zeitraums beschäftigt werden können, aber doch, d'une manière ou d'une autre, bezahlt werden müssen. (Z. B. in der Form, daß ihr Arbeitslohn während 4 Monaten hinreicht, sie während des Jahres zu erhalten.) Könnte das Capital sie während 12 Monaten anwenden, so würde es nicht mehr Salair zahlen, hätte so viel Surplusarbeit gewonnen. Die Circulationszeit erscheint also als Schranke der Productivität der Arbeit = Vermehrung der nothwendigen Arbeitszeit = Verminderung der Surplusarbeitszeit = Verminderung des Surpluswerths = Hemmung, Schranke des Selbstverwerthungsprocesses des Capitals. Während das Capital also einerseits dahin streben muß, jede örtliche Schranke des Verkehrs, i. e. des Austauschs niederzureissen, die ganze Erde als seinen Markt zu erobern, strebt es andrerseits danach den Raum zu vernichten durch die Zeit; d. h. die Zeit, die die Bewegung von einem Ort zum andren kostet, auf ein Minimum zu reduciren. Je entwickelter das Capital, je ausgedehnter daher der Markt, auf dem es circulirt, der die räumliche Bahn seiner Circulation bildet, desto mehr strebt es zugleich nach größrer räumlicher Ausdehnung des Markts und nach größrer Vernichtung des Raums durch die Zeit. (Wenn die Arbeitszeit nicht als Arbeitstag des einzelnen Arbeiters, sondern als unbestimmter Arbeitstag einer unbestimmten Arbeiterzahl betrachtet wird, kommen hier alle Populationsverhältnisse herein; die Grundlehren der Population sind daher ebenso in diesem ersten Capitel des Capitals enthalten, wie die von Profit, Preiß, Credit etc.) Die universelle Tendenz des Capitals erscheint hier, die es von allen früheren Productionsstufen unterscheidet. Obgleich seiner Natur nach selbst bornirt, strebt es nach universeller Entwicklung der Productivkräfte und wird so die Voraussetzung neuer Productionsweise, die gegründet ist nicht auf die Entwicklung der Productivkräfte, um einen bestimmten Zustand zu reproduciren und höchstens auszuweiten, sondern wo die – freie, ungehemmte, progressive, und universelle Entwicklung der Productivkräfte selbst die Voraussetzung der Gesellschaft und daher ihrer Reproduction bildet; wo die einzige Voraussetzung das Hinausgehn über den Ausgangspunkt. Diese Tendenz – die das Capital hat, aber die zugleich ihm selbst als einer bornirten Productionsform widerspricht und es daher zu seiner Auflösung treibt – unterscheidet das Capital von allen frühren Productionsweisen und enthält zugleich das in sich, daß es als bloser Uebergangspunkt gesezt ist. Alle bisherigen Gesellschaftsformen ||28| gingen unter an der Entwicklung des Reichthums – oder was dasselbe ist der gesellschaftlichen Productivkräfte. Bei den Alten, die das Bewußtsein hatten, wird der Reichthum daher direct als Auflösung des Gemeinwesens denuncirt. Die Feudalverfassung ihrerseits ging unter an städtischer Industrie, Handel, moderner Agricultur. (Sogar an einzelnen Erfindungen, wie Pulver und Druckerpresse.) Mit der Entwicklung des Reichthums – und daher auch neuer Kräfte und erweiterten Verkehrs der Individuen – lösten sich die ökonomischen Bedingungen auf, worauf das Gemeinwesen beruhte, die politischen Verhältnisse der verschiednen Bestandtheile des Gemeinwesens die dem entsprachen: die Religion, worin es idealisirt angeschaut wurde (und beides beruhte wieder auf einem gegebnen Verhältniß zur Natur, in die sich alle Productivkraft auflöst); der Charakter, Anschauung etc der Individuen. Die Entwicklung der Wissenschaft allein – i. e. der solidesten Form des Reichthums, sowohl Product wie Producent desselben – war hinreichend diese Gemeinwesen aufzulösen. Die Entwicklung der Wissenschaft, dieses ideellen und zugleich praktischen Reichthums, ist aber nur eine Seite, eine Form, worin die Entwicklung der menschlichen Productivkräfte, i. e. des Reichthums erscheint. Ideell betrachtet reichte die Auflösung einer bestimmten Bewußtseinsform hin, um eine ganze Epoche zu tödten. Reell entspricht diese Schranke des Bewußtseins einem bestimmten Grad der Entwicklung der materiellen Productivkräfte und daher des Reichthums. Allerdings fand Entwicklung statt nicht nur auf der alten Basis, sondern Entwicklung dieser Basis selbst. Die höchste Entwicklung dieser Basis selbst (die Blüthe, worin sie sich verwandelt; es ist aber doch immer diese Basis, diese Pflanze als Blüthe; daher Verwelken nach der Blüthe und als Folge der Blüthe) ist der Punkt, worin sie selbst zu der Form ausgearbeitet ist, worin sie mit der höchsten Entwicklung der Productivkräfte vereinbar daher auch der reichsten Entwicklung der Individuen. Sobald dieser Punkt erreicht ist, erscheint die weitre Entwicklung als Verfall und die neue Entwicklung beginnt von einer neuen Basis. Wir haben vorhin gesehn, daß das Eigenthum an den Productionsbedingungen gesezt war als identisch mit einer bornirten, bestimmten Form des Gemeinwesens; des Individuums also in solchen Eigenschaften – bornirten Eigenschaften und bornirter Entwicklung seiner Productivkräfte – um solches Gemeinwesen zu bilden. Diese Voraussetzung selbst war wieder ihrerseits das Resultat einer bornirten historischen Stufe der Entwicklung der Productivkräfte; des Reichthums sowohl, wie der Weise ihn zu schaffen. Der Zweck des Gemeinwesens, des Individuums – wie Bedingung der Production – die Reproduction dieser bestimmten Pro- ductionsbedingungen und der Individuen, sowohl einzeln, wie in ihren gesellschaftlichen Sonderungen und Beziehungen – als lebendige Träger dieser Bedingungen. Das Capital sezt die Production des Reichthums selbst und daher die universelle Entwicklung der Productivkräfte, die beständige Umwälzung seiner vorhandnen Voraussetzungen, als Voraussetzung seiner Reproduction. Der Werth schließt keinen Gebrauchswerth aus; also keine besondre Art der Consumtion etc des Verkehrs etc als absolute Bedingung ein; und ebenso erscheint ihm jeder Grad der Entwicklung der gesellschaftlichen Productivkräfte, des Verkehrs, des Wissens etc nur als Schranke, die es zu überwältigen strebt. Seine Voraussetzung selbst – der Werth – ist gesezt als Product, nicht als über der Production schwebende, höhre Voraussetzung. Die Schranke des Capitals ist, daß diese ganze Entwicklung gegensätzlich vor sich geht und das Herausarbeiten der Productivkräfte, des allgemeinen Reichthums etc Wissens etc so erscheint, daß das arbeitende Individuum selbst sich entäussert; zu den aus ihm herausgearbeiteten nicht als den Bedingungen seines eignen, sondern fremden Reichthums und seiner eignen Armuth sich verhält. Diese gegensätzliche Form selbst aber ist verschwindend und producirt die realen Bedingungen ihrer eignen Aufhebung. Resultat ist: die ihrer Tendenz und δυνάμει nach allgemeine Entwicklung der Productivkräfte – des Reichthums überhaupt – als Basis, ebenso die Universalität des Verkehrs, daher der Weltmarkt als Basis. Die Basis als Möglichkeit der universellen Entwicklung des Individuums, und die wirkliche Entwicklung der Individuen von dieser Basis aus als beständige Aufhebung ihrer Schranke, die als Schranke gewußt ist, nicht als heilige Grenze gilt. Die Universalität des Individuums nicht als gedachte oder eingebildete, sondern als Universalität seiner realen und ideellen Beziehungen. Daher auch Begreifen seiner eignen Geschichte als eines Processes und Wissen der Natur (ebenso als praktische Macht über sie vorhanden) als seines realen Leibes. Der Process der Entwicklung selbst als Voraussetzung desselben gesezt und gewußt. Dazu aber nöthig vor allem, daß die volle Entwicklung der Productivkräfte Productionsbedingung geworden; nicht bestimmte Pro- ductionsbedingungen als Grenze für die Entwicklung der Productivkräfte gesezt sind. –
Kommen wir nun zu der Circulationszeit des Capitals zurück, so die Abkürzung derselben (soweit sie nicht Entwicklung der Communicationsund Transportmittel, die nöthig um das Product auf den Markt zu bringen) theils Schöpfung eines continuirlichen Markts und daher eines stets ausgedehntren Markts; theils Entwicklung von ökonomischen Verhältnissen, Entwicklungen von Formen des Capitals, ||29| wodurch es die Circulationszeit künstlich abkürzt. (Alle Formen des Credits.)❲ ❲Es kann an dieser Stelle noch bemerkt werden, daß, da blos das Capital die Productionsbedingungen des Capitals hat, also befriedigt, und zu realisiren strebt, allgemeine Tendenz des Capitals an allen Punkten, die Voraussetzungen der Circulation, productive Centren derselben bilden, diese Punkte sich zu assimiliren, d. h. in capitalisirende Production oder Production von Capital zu verwandeln. Diese propagandistische (civilisirende) Tendenz blos dem Capital – im Unterschied von den frühren Productionsbedingungen – eigen.❳ Die Productionsweisen, wo die Circulation nicht immanente, herrschende Bedingung der Production bildet, [haben] natürlich nicht die spezifischen Circulationsbedürfnisse des Capitals und daher auch nicht Herausarbeitung der ökonomischen Formen sowohl, wie der realen Productivkräfte, die ihnen entsprechen.
Ursprünglich ging die auf das Capital gegründete Production von der Circulation aus; wir sehn jezt, wie sie die Circulation als ihre eigne Bedingung sezt und ebenso sehr den Productionsprocess in seiner Unmittelbarkeit als Moment des Circulationsprocesses, wie den Circulationsprocess als eine Phase des Productionsprozesses in seiner Totalität.
Insofern verschiedne Capitalien verschiedne Circulationszeiten haben (z. B. das eine einen ferneren Markt, das andre einen nahen; das eine gesicherte Verwandlung in Geld, das andre hasardöse; das eine mehr Capital fixe, das andre mehr capital circulant) bildet das für sie Unterschiede in der Verwerthung. Dieß kommt aber erst im secundären Verwerthungsprocess vor. Die Circulationszeit an sich ist Schranke der Verwerthung; (die nothwendige Arbeitszeit ist allerdings auch Schranke; aber zugleich Element, da ohne sie Werth und Capital fortfielen). Abzug von der Surplusarbeitszeit oder Vermehrung der nothwendigen Arbeitszeit im Verhältniß zur Surplusarbeitszeit. Die Circulation des Capitals ist werthrealisirend, wie die lebendige Arbeit werthschaffend. Die Circulationszeit ist nur eine Schranke dieser Werthrealisirung und insofern der Werthschöpfung; eine nicht aus der Production überhaupt hervorgehende, sondern der Production des Capitals spezifische Schranke, die aufzuheben – oder der Kampf mit welcher – daher auch in die spezifisch ökonomische Entwicklung des Capitals gehört und den Anstoß zur Entwicklung seiner Formen im Credit etc giebt.❳ ❲Das Capital ist selbst der Widerspruch, daß es die nothwendige Arbeitszeit (und dieß ist zugleich die Reduction des Arbeiters auf ein Minimum, i. e. seine Existenz als bloses lebendiges Arbeitsvermögen) beständig aufzuheben sucht, aber die Surplusarbeitszeit nur gegensätzlich, nur im Gegensatz zur nothwendigen Arbeitszeit existirt, also das Capital nothwendige Arbeitszeit als nothwendig sezt für die Bedingung seiner Reproduction und Verwerthung. Eine Entwicklung der materiellen Productivkräfte – die zugleich Entwicklung der Kräfte der Arbeiterklasse – auf einem gewissen Punkt hebt das Capital selbst auf.❳
❲„Der entrepreneur kann die Production nur wiederbeginnen, nachdem er das vollendete Product verkauft hat, und den Preiß zum Ankauf neuer matières und neuer salaires verwandt hat: je prompter also die Circulation ist, diese beiden Effecte zu operiren, um so eher ist er imstande seine Production von neuem zu beginnen, und um so mehr liefert das Capital Producte in einem gegebnen Zeitraum.“ (Storch 34)❳ ❲“The specific advances of the capitalist do not consist of cloth etc, but of labour.” (Malthus. IX, 26.)❳
❲“The accumulation of the general capital of the community in other hands as those of the operative labourers, necessarily retards the progress of all industry save that of the usual remuneration of capital, which the time and circumstances afford to the holders of the capital … In den bisherigen Systemen die Productivkraft betrachtet in reference und subordinate to actual accumulations, and to the perpetuating of the existing modes of dis- tribution. Actual accumulation and distribution are to subordinate to the power of producing.” Thompson, 3.❳
Aus dem Verhältniß der Circulationszeit zum Productionsprocess folgt, daß die Summe der Werthe, die Producirt wird, oder die totale Verwerthung des Capitals in einer gegebnen Epoche bestimmt ist, nicht einfach durch den Neuwerth, den es im Productionsprocess schafft, oder durch die Surpluszeit, die im Productionsprocess realisirt wird, sondern durch diese Surpluszeit (Surpluswerth) multiplicirt mit der Zahl, die ausdrückt, wie oft der Productionsprocess des Capitals in einem bestimmten Zeitraum wiederholt werden kann. Die Zahl, die diese Wiederholung ausdrückt, kann als der Coefficient des Productionsprocesses oder des durch ihn geschaffnen Mehrwerths betrachtet werden. Dieser Coefficient ist indeß nicht positiv, sondern negativ bestimmt durch die Geschwindigkeit der Circulation. D. h. wäre die Geschwindigkeit der Circulation absolut, d. h. findet gar keine Unterbrechung des Productionsprocesses durch die Circulation statt, so wäre dieser Coefficient am größten. Erlauben z. B. die realen Bedingungen der Weizenproduction in einem gegebnen Land nur eine Erndte, so kann keine Geschwindigkeit der Circulation zwei Erndten daraus machen. Fände aber Hemmung in der Circulation statt, könnte der Pächter seinen Weizen nicht früh genug verkaufen z. B. um von neuem Arbeiter zu dingen, so wäre die Production aufgehalten. Das Maximum des Coefficienten des Productionsoder Verwerthungsprocess in einem gegebnen Zeitraum ist bestimmt durch die absolute Zeit, die die ||30| Productionsphase selbst währt. Die Circulation vollendet, ist das Capital fähig seinen Productionsprocess von neuem zu beginnen. Verursachte also die Circulation gar keinen Aufenthalt, wäre ihre Geschwindigkeit absolut und ihre Dauer gleich 0, d. h. wäre sie in no time zurückgelegt, so wäre das nur dasselbe als hätte das Capital seinen Productionsprocess unmittelbar von neuem beginnen können, sobald er vollendet war; d. h. die Circulation hätte nicht als bedingende Schranke für die Production existirt und die Wiederholung des Productionsprocesses in einem bestimmten Zeitraum wäre absolut abhängig, fiele zusammen mit der Dauer des Productionsprocesses. Erlaubte also die Entwicklung der Industrie mit einem Capital von 100 l. x Pfund Twist in 4 Monaten zu produciren, so könnte der Productionsprocess mit demselben Capital nur 3mal im Jahr wiederholt werden nur 3x Pfund Twist producirt werden. Keine Geschwindigkeit der Circulation könnte die Reproduction des Capitals oder vielmehr die Wiederholung seines Verwerthungsprocesses über diesen Punkt hinaus steigern. Dieß könnte nur geschehn in Folge einer Erhöhung der Productivkräfte. Die Circulationszeit an sich ist keine Productivkraft des Capitals, sondern eine Schranke seiner Productivkraft, die aus seiner Natur als Tauschwerth hervorgeht. Das Durchlaufen der verschiednen Phasen der Circulation erscheint hier als Schranke der Production, durch die spezifische Natur des Capitals selbst gesezte Schranke. Alles was durch Beschleunigung und Abkürzung der Circulationszeit geschehn kann – des Circulationsprocesses – ist die durch die Natur des Capitals gesezte Schranke zu reduciren. Die natürlichen Schranken für die Wiederholung des Productionsprocesses z. B. in der Agricultur fallen zusammen mit der Dauer Eines Cyclus der Productionsphase. Die vom Capital gesezte Schranke ist die Dauer die verstreicht nicht zwischen Saat und Erndte, sondern zwischen Erndte und Verwandlung der Erndte in Geld, und Rückverwandlung des Geldes sage z. B. in Ankauf von Arbeit. Die Circulationskünstler, die sich einbilden durch Geschwindigkeit der Circulation etwas andres thun zu können, als die vom Capital selbst gesezten Hindernisse seiner Reproduction abzukürzen, sind auf dem Holzweg (noch toller sind natürlich die Circulationskünstler die sich einbilden durch Creditanstalten und -erfindungen, die die Dauer der Circulationszeit aufheben, nicht nur den Aufenthalt, die Unterbrechung in der Production, die die Verwandlung des fertigen Products in Capital erheischt, zu beseitigen, sondern das Capital selbst überflüssig zu machen, wogegen das producirende Capital austauscht; d. h. zugleich auf der Grundlage des Tauschwerths produciren und die nothwendigen Bedingungen der Production auf dieser Grundlage zugleich beseitigen wollen, weghexen). Das Höchste, was der Credit thun kann, nach dieser Seite hin – die die blose Circulation betrifft – die Continuität des Productionsprocesses aufrechtzuerhalten, wenn alle andren Bedingungen vorhanden sind für diese Continuität, d. h. wirklich das Capital existirt, wogegen ausgetauscht werden soll etc.
Im Circulationsprocess ist gesezt daß für die Verwerthung des Capitals durch die Production, für die Exploitation der Arbeit durch das Capital als Bedingung gesezt ist die Verwandlung des Capitals in Geld, oder der Austausch von Capital gegen Capital ❲denn vom jetzigen Standpunkt aus haben wir nur noch an allen Punkten der Circulation Arbeit oder Capital❳ als Schranke für den Austausch von Capital gegen Arbeit und vice versa.
Das Capital existirt nur als Capital, sofern es die Circulationsphasen durchläuft, die verschiednen Momente seiner Verwandlung, um den Productionsprocess von neuem beginnen zu können und diese Phasen sind selbst Phasen seiner Verwerthung – aber zugleich wie wir gesehn haben seiner Entwerthung. Solang das Capital fixirt bleibt in der Gestalt des fertigen Products kann es nicht als Capital thätig sein, ist es negirtes Capital. Sein Verwerthungsprocess ist in demselben Grade aufgehalten und sein processirender Werth negirt. Es erscheint dieß also als Verlust für das Capital, als relativer Verlust seines Werthes, denn sein Werth besteht eben in dem Verwerthungsprocess. Dieser Verlust des Capitals heißt in andren Worten nichts als daß ihm Zeit unbenuzt verstreicht, worin es durch Austausch mit der lebendigen Arbeit sich Surplusarbeitszeit, fremde Arbeit aneignen könnte, wenn der dead lock nicht eingetreten wäre. Denken wir uns nun viele Capitalien in besondren Geschäftszweigen, die alle nothwendig sind (was sich darin zeigen würde, daß wenn das Capital aus dem einen Geschäftszweig in Massen auswanderte die Zufuhr der Producte in diesem Zweige unter die Nachfrage fallen, daher der Marktpreiß über den natürlichen steigen würde), und Ein Geschäftszweig erheische z. B. daß das Capital a) länger in der Form der Entwerthung verharre, d. h. daß die Zeit, worin es die verschiednen Phasen der Circulation zurücklegt, länger sei als in allen andren Geschäftszweigen, so würde dieß Capital a) den weniger Neuwerth, den es schaffen könnte, betrachten als positiven Verlust, als wenn es so viel mehr Auslagen hätte, um denselben Werth zu produciren. Es würde daher im Verhältniß einen höhren Tauschwerth für seine Producte chargiren als die andren Capitalien, um dieselbe Rate des Gewinns zu theilen. In fact, könnte das aber nur geschehn, indem der Verlust vertheilt würde auf die andren Capitale. Wenn a) mehr Tauschwerth für das Product verlangt als Arbeit in ihm objectivirt ist, so ||31| kann es dieß Mehr nur erhalten, indem die andren weniger erhalten als den realen Werth ihrer Producte. D. h. die ungünstigeren Bedingungen, unter denen a) producirt hat, würden zu aliquoten Theilen von allen den Capitalisten getragen, die mit ihm austauschen und so käme ein gleicher Durchschnittsgewinn heraus. Aber die Summe der von den Capitalien zusammen geschaffnen Mehrwerthe betrachtet wäre diese vermindert, exact um die Minderverwerthung des Capitals a) im Verhältniß zu den andren Capitalien; nur daß diese Verminderung, statt ausschließlich auf Capital a) zu fallen, als allgemeiner Verlust, als Verlust zu aliquoten Theilen von den sämmtlichen Capitalien getragen wird. Nichts kann daher lächerlicher sein als die Einbildung (sieh z. B. Ramsay), daß ausser der Exploitation der Arbeit das Capital eine originelle, von der Arbeit getrennte Quelle der Werthschöpfung bilde, weil die Vertheilung der Surplusarbeit innerhalb der Capitalien vor sich geht nicht im Verhältniß zu der Surplusarbeitszeit, die das einzelne Capital geschaffen, sondern der Gesammtsurplusarbeit, die die Gesammtheit der Capitalien geschaffen und daher auf das Einzelne Capital eine höhere Werthschöpfung kommen kann, als direct aus seiner besondren Exploitation der Arbeitskraft erklärlich. Aber dieß Mehr auf der einen Seite muß compensirt sein durch ein Weniger auf der andren. Anders heißt Durch- schnitt überhaupt nichts. Die Frage, wie die Beziehung des Capitals auf fremdes Capital, d. h. die Concurrenz der Capitalien unter ihnen den Surpluswerth vertheilt, hat offenbar nichts zu thun mit dem absoluten Quantum dieses Surpluswerths. Nichts absurder daher als zu schliessen, daß weil das Capital seine exceptionelle Circulationszeit sich vergüten läßt, d. h. seine relative Minderverwerthung als positive Mehrverwerthung in Berechnung bringt, nun die Capitalien zusammengenommen, das Capital fähig ist, aus Nichts etwas, aus einem Minus ein Plus zu machen, aus Minus Surplusarbeitszeit oder Minus Surpluswerth Plus Surpluswerth, und daher eine mystische, von Aneignung fremder Arbeit unabhängige Quelle der Werthschöpfung besizt. Die Weise, wie die Capitalien u. a. ihren aliquoten Antheil am Mehrwerth berechnen – nicht nur durch die Surplusarbeitszeit, die sie ins Werk gesezt, sondern auch nach der Zeit die ihr Capital als solches gearbeitet hat, d. h. brach gelegen hat, in der Phase der Entwerthung sich befunden, ändert natürlich nicht das Mindeste an der Summe des Mehrwerths, die sie unter sich zu vertheilen haben. Diese Summe selbst kann dadurch nicht wachsen, daß sie kleiner ist als sie wäre, wenn Capital a) statt brach zu liegen, Surpluswerth geschaffen hätte, d. h. dadurch, daß es weniger Surpluswerth in derselben Zeit geschaffen hat wie die andren Capitalien. Dieß Brachliegen wird dem Capital a) auch nur vergütet, insofern es aus den Bedingungen des besondren Productionszweiges nothwendig hervorgeht, daher in Bezug auf das Capital überhaupt als Erschwerung der Verwerthung, als nothwendige Schranke seiner Verwerthung überhaupt erscheint. Die Theilung der Arbeit läßt diese Schranke nur als Schranke des Productionsprocesses dieses besondren Capitals betrachten. Den Productionsprocess betrachtet als vom Capital überhaupt geführt, ist es eine allgemeine Schranke seiner Verwerthung. Denkt man sich nur die Arbeit selbst producirend, so erscheinen alle größren Avancen, deren sie während ihrer Verwerthung bedarf, als das was sie sind – Abzüge vom Mehrwerth.
Werth schaffen kann die Circulation nur, sofern sie frische Anwendung – fremder Arbeit – ausser der im Productionsprocess unmittelbar consumirten – erheischt. Es ist dieß dasselbe dann als wenn in dem Productionsprocess unmittelbar mehr nothwendige Arbeit gebraucht würde. Nur die wirklichen Circulationskosten erhöhen den Werth des Products, vermindern aber den Surpluswerth.
So weit die Circulation des Capitals (das Product etc) nicht ausdrückt blos die nothwendigen Phasen um den Productionsprocess von neuem zu beginnen, bildet diese Circulation (sieh Storchs Beispiel) kein Moment der Production in ihrer Totalität – ist daher nicht durch die Production gesezte Circulation und insofern sie Kosten macht, sind es faux frais de production. Die Circulationskosten überhaupt, d. h. die Productionskosten der Circulation, so weit sie die blos ökonomischen Momente, die eigentliche Circulation betreffen (das Bringen des Products auf den Markt giebt ihm neuen Gebrauchswerth), sind als Abzüge von dem Mehrwerth zu betrachten, d. h. als Vergrößrung der nothwendigen Arbeit im Verhältniß zur Surplusarbeit.
Die Continuität der Production unterstellt, daß die Circulationszeit aufgehoben ist. Ist sie nicht aufgehoben, so muß Zeit verlaufen zwischen den verschiednen Metamorphosen, die das Capital durchlaufen muß; seine Circulationszeit muß als Abzug an seiner Productionszeit erscheinen. Andrerseits unterstellt die Natur des Capitals, daß es die verschiednen Phasen der Circulation durchläuft, und zwar nicht in der Vorstellung, wo der eine Begriff in den andren mit Gedankenschnelle, in no time, umschlägt, sondern als Zustände, die der Zeit nach aus einanderliegen. Es muß eine Zeitlang verpuppt sein, eh es als Schmetterling fliegen kann. Die aus der Natur des Capitals selbst hervorgehnden Bedingungen seiner Production widersprechen sich also. Aufgehoben und überwunden werden, kann der Widerspruch nur ❲es sei denn, daß sich vorgestellt wird, daß alle Capitalien auf gegenseitige Bestellung arbeiten, und daher das Product immer unmittelbar Geld ist, eine Vorstellung, die der Natur des Capitals widerspricht und daher auch der Praxis der grossen Industrie❳ ||32| auf zweierlei Weise:
Erstens Credit: Ein Scheinkäufer B) – d. h. der wirklich zahlt aber nicht wirklich kauft, vermittelt dem Capitalisten A) die Verwandlung seines Products in Geld. B) selbst wird aber erst gezahlt, sobald der Capitalist C) das Product des A) gekauft hat. Ob dieser credit-man B) dem A) Geld giebt, um Arbeit zu kaufen, oder Rohmaterial und Arbeitsinstrument, bevor A) beides aus dem Verkauf seines Products ersetzen kann, ändert an der Sache nichts. Au fond muß er ihm unter unsrer Voraussetzung beides geben – d. h. alle Productionsbedingungen (diese stellen aber grösseren Werth dar als den ursprünglichen, mit dem A) den Productionsprocess anfing). In diesem Fall ersezt Capital B) Capital A); aber beide sind nicht gleichzeitig verwerthet. B) tritt nun an die Stelle von A; d. h. sein Capital liegt brach, bis es mit Capital C) ausgetauscht ist. Es ist fixirt in dem Product von A), der sein Product flüssig gemacht hat in Capital B).
[Theorien über Mehrwert und Profit]
❲Die absolute Confusion der Oekonomen in Bezug auf die Ricardosche Bestimmung des Werths durch die Arbeitszeit – in einem Grundmangel seiner eignen Entwicklung begründet – tritt sehr klar hervor bei Herrn Ramsay. Er sagt (nachdem er zuvor aus dem Einfluß den die Circulationszeit der Capitalien auf ihre relative Verwerthung, d. h. ihre relative Theilnahme an dem allgemeinen Surpluswerth den abgeschmackten Schluß gezogen: „Dieß zeigt how capital may regulate value independently of labour“ (IX, 84. R, 43) oder “capital a source of value independent of labour” (55 l. c.)) wörtlich: “A circulating capital (approvisionnement) will always maintain more labour than that formerly bestowed upon itself. Because, could it employ no more than had been previously bestowed upon itself, which advantage could arise to the owner from the use of it as such?”
(l. c. 49.) „Gesezt, 2 Capitale von gleichem Werth, each produced durch die Arbeit von 100 men operating for a given time, wovon das eine ganz circulirend ist, das andre ganz fixed, and may perhaps consist of wine kept to improve. Nun, dieß circulirende Capital, raised by the labour of 100 men, wird 150 men in Bewegung setzen. Therefore the product at the end of the coming year wird in diesem Falle sein das result der Arbeit von 150 men. But still it will be of no more value than the wine at the termination of the same period, obgleich nur 100 men employed upon the latter.“ (50.) „Oder will man versichern, daß die quantity of labour which every circulating capital will employ is no more than equal to the previously bestowed upon it? Das hiesse, that the value of the capital expended = der des Products.“ (52.) Grosse Confusion zwischen der labour bestowed upon Capital und der which it will employ. Das Capital, das gegen das Arbeitsvermögen ausgetauscht wird, das approvisionnement – und dieß nennt er hier Capital circulant – kann nie mehr Arbeit employ than has been bestowed upon it. (Die Rückwirkung der Entwicklung der Productivkräfte auf vorhandnes Capital geht uns hier nichts an.) Aber there has been more labour bestowed upon it than it has paid for – surplus labour, which is converted into surplus value and surplus produce, enabling the capital to renew this profitable bargain, where the mutuality is all on one side, on a more enlarged scale. It is enabled to employ more new living labour, because during the process of production a portion of fresh labour has been bestowed upon it beyond the accumulated labour of which it consisted before entering that process.
Herr Ramsay scheint sich einzubilden, daß wenn das Capital das Product von 20 Arbeitstagen (nothwendige und Surpluszeit zusammen), dieß Product von 20 Arbeitstagen 30 Arbeitstage anwenden kann. Dieß ist aber keineswegs der Fall. Auf das Product seien, sage 10 nothwendige Arbeitstage, 10 Surplustage verwandt. So der Surpluswerth = 10 Surplustagen. Indem der Capitalist diese wieder gegen Rohstoff, Instrument und Arbeit austauscht, kann er mit dem Surplusproduct wieder neue nothwendige Arbeit in Bewegung setzen. Der Witz ist nicht daß er mehr Arbeitszeit employed als in dem Product vorhanden ist, sondern daß er die Surplusarbeitszeit, die ihm nichts kostet, von neuem gegen nothwendige austauscht – also grade, daß er employs die ganze Arbeitszeit bestowed upon the produce, while he has paid only part of that labour. Der Schluß des Herrn Ramsay, that wenn the quantity of labour which every circulating capital will employ was no more than equal to that previously bestowed upon it, the value of the capital expended would be equal to that of the produce, i. e. no surplus value would be left, wäre nur richtig, wenn die quantity of labour bestowed upon the capital ganz bezahlt worden wäre, d. h. wenn sich das Capital einen Theil der Arbeit nicht ohne Equivalent aneignete. Diese Mißverständnisse Ricardos gehn offenbar daraus hervor, daß er selbst nicht klar über den Process war, noch sein konnte als Bourgeois. Einsicht in diesen Process ist = dem statement, daß das Capital nicht nur, wie A. Smith meint Commando über fremde Arbeit ist, in dem Sinne wie jeder Tauschwerth es ist, weil er seinem Besitzer Kaufmacht giebt, sondern daß es die Macht ist sich fremde Arbeit ohne Austausch, ohne Equivalent, aber mit dem Schein des Austauschs, anzueignen. Ricardo weiß A. Smith und andren gegenüber, die in denselben Irrthum verfallen über Werth as determined by labour, und über Werth as determined by the price of labour (wages) nie anders zu refütiren als so: daß er sagt mit dem Product derselben Quantität Arbeit kann man bald mehr, bald weniger lebendige Arbeit in Bewegung setzen, d. h. er betrachtet das Product der Arbeit in Bezug auf den Arbeiter nur als Gebrauchswerth – den Theil des Products den er braucht um leben zu können als Arbeiter. Woher es aber kömmt, daß auf einmal der Arbeiter in dem Austausch nur Gebrauchswerth repräsentirt oder nur Gebrauchswerth aus dem Austausch zieht, ist ihm by no means klar, wie schon seine ||33| nie allgemein, sondern stets an einzelnen Beispielen demonstrirende Argumentation gegen A. Smith beweist. Woher kömmt es denn, daß der Antheil des Arbeiters am Werth des Products nicht bestimmt ist durch den Werth, sondern durch den Gebrauchswerth des Products, also nicht durch die darauf verwandte Arbeitszeit, sondern durch seine Qualität, das lebendige Arbeitsvermögen zu erhalten? Wenn er dieß etwa erklärt durch Concurrenz der Arbeiter unter sich, so wäre hierauf zu antworten idem was er dem A. Smith über die Concurrenz der Capitalisten antwortet, daß diese Concurrenz zwar das Niveau des Profits ebnen, gleich machen kann aber keineswegs das Maaß dieses Niveaus schafft. So könnte die Concurrenz der Arbeiter den höhren Arbeitslohn herabdrücken etc, aber der allgemeine Standard des Arbeitslohns, oder wie Ricardo sagt, der natürliche Preiß des Arbeitslohns, könnte nicht erklärt werden aus der Concurrenz zwischen Arbeiter und Arbeiter, sondern nur aus dem ursprünglichen Verhältniß zwischen Capital und Arbeit. Die Concurrenz überhaupt, dieser wesentliche Locomotor der bürgerlichen Oekonomie, etablirt nicht ihre Gesetze, sondern ist deren Executor. Illimited competition ist darum nicht die Voraussetzung für die Wahrheit der ökonomischen Gesetze, sondern die Folge – die Erscheinungsform, worin sich ihre Nothwendigkeit realisirt. Für die Oekonomen, wie Ricardo thut, voraussetzen, daß illimited competition existirt, ist die volle Realität und Realisirung der bürgerlichen Productionsverhältnisse in ihrer differentia specifica voraussetzen. Die Concurrenz erklärt daher nicht diese Gesetze; sondern sie läßt sie sehn, producirt sie aber nicht. Oder Ricardo sagt auch: Die Productionskosten der lebendigen Arbeit hingen von den Productionskosten ab, um die Werthe herzustellen, die nöthig sind sie zu reproduciren. Betrachtete er vorhin das Product in Bezug auf den Arbeiter nur als Gebrauchswerth, so betrachtet er hier den Arbeiter in Bezug auf das Product nur als Tauschwerth. Der historische Process wodurch Product und lebendige Arbeit in dieß Verhältniß zu einander kommen, geht ihn nichts an. Aber ebenso wenig ist er völlig klar, über die Art, wie dieß Verhältniß perpetuirt wird. Bei ihm ist das Capital Resultat der Ersparung; dieß zeigt schon, daß er seinen Entstehungs- und Reproductionsprocess mißversteht. Er denkt sich daher auch die Production unmöglich ohne Capital, während er sich sehr wohl das Capital möglich ohne Grundrente denkt. Der Unterschied des Profits vom Mehrwerth existirt für ihn nicht. Beweis daß er weder über die Natur des einen noch des andren klar ist. Schon sein Verfahren gleich im Beginn zeigt dieß. Ursprünglich läßt er Arbeiter gegen Arbeiter austauschen – und ihr Austausch ist dann bestimmt durch das Equivalent, durch die in der Production wechselseitig ausgegebne Arbeitszeit. Dann kommt das eigentliche Problem seiner Oekonomie, nachzuweisen, daß diese Werthbestimmung nicht durch die Accumulation der Capitalien – i. e. durch das Dasein des Capitals verändert wird. Erstens fällt ihm nicht ein, daß sein erstes naturwüchsiges Verhältniß selbst nur ein von der auf dem Capital ruhenden Production abstrahirtes Verhältniß ist. Zweitens ist bei ihm bestimmtes Quantum objectiver Arbeitszeit, das zwar wachsen kann, vorhanden und er fragt sich wie es getheilt wird? Die Frage ist rather, wie es geschaffen wird, und dieß ist grade die spezifische Natur des Verhältnisses von Capital und Arbeit, oder die differentia specifica des Capitals, die dieß erklärt. Es handelt sich in der That, wie Quincey das ausdrückt (X, 5), in der modernen (Ricardoschen) Oekonomie nur um die Dividenden, während das Gesammtproduct als fix, bestimmt durch die Quantität darauf verwandter Arbeit betrachtet wird – sein Werth danach abgeschäzt wird. Daher ist Ricardo mit Recht vorgeworfen worden, daß er die surplus value nicht versteht, obgleich seine Gegner sie noch weniger verstehn. Das Capital wird dargestellt als von vorhandnem Werth der Arbeit (des Products) bestimmten Theil sich aneignend; die Schöpfung dieses Werths, den es sich aneignet über das Reproducirte Capital hinaus, ist nicht als die Quelle des Mehrwerths dargestellt. Diese Schöpfung fällt zusammen mit Aneignung fremder Arbeit ohne Austausch und darf daher nie klar von den bürgerlichen Oekonomen verstanden werden. Ramsay wirft Ricardo vor, er vergesse daß das Capital fixe (woraus das Capital ausser dem approvisionnement besteht, bei Ramsay raw material zugleich neben instrument) abgehe von der Summe, die Capitalist und Arbeiter zu vertheilen haben. „Ricardo vergißt, daß das ganze Product nicht nur zwischen wages und profits sich theilt, sondern auch ein Theil necessary ist for replacing fixed capital.“ (IX, p. 88. R. 174 Note.) In der That, da das Verhältniß der vergegenständlichten Arbeit zur lebendigen – nicht zu deduciren aus Dividenden eines gegebnen Quantums Arbeit, sondern aus Setzen von Surplusarbeit – nicht in seiner Lebendigen Bewegung von Ricardo gefaßt ist, also auch nicht das Verhältniß der verschiednen Bestandtheile des Capitals zu einander, bekömmt es bei ihm den Schein, als theile sich das ganze Product in wages und profits, so daß die Reproduction des Capitals selbst zum Profit gezählt wird. Quincey (1.c. Heft X, 5) sezt so die Ricardosche Theorie aus einander: „Wenn der Preiß 10 sh., dann wages und profit as a whole cannot exceed 10 sh. But do not the wages and profits as a whole, themselves, on the contrary, predetermine the price? No, that is the old superannuated doctrine. (p. 204.) Die neue Oekonomie hat gezeigt that all price is governed by propor- tional quantity of the producing labour, and by that only. Being itself once settled, then, ipso facto, price settles the fund out of which both wages and profits must derive their separate dividends“ (1.c.204). Das Capital erscheint hier nicht als Setzen von Surpluswerth, i. e. Surplusarbeit, sondern nur als Abzüge machend von einem gegebnen Quantum Arbeit. Daß Instrument und Rohmaterial sich diese Dividende zueignen, muß dann aus ihrem Gebrauchs- werth in der Production erklärt werden, wo dann die Albernheit vorausgesezt ist, als wenn Rohmaterial und Instrument durch ihre Separation von der Arbeit Gebrauchswerth schaffen. Denn die Separation macht sie zum Capital. Für sich betrachtet sind sie selbst Arbeit, vergangne. Ausserdem stößt dieß dann mit Recht den common sense vor den Kopf, da der Capitalist sehr wohl weiß, daß er Arbeitslohn und Profit zu den Productionskosten rechnet und danach den nothwendigen Preiß regulirt. Dieser Widerspruch in der Bestimmung des Products durch die relative Arbeitszeit und die Begrenzung der Summe von Profit und wages durch die Summe dieser Arbeitszeit und die reale Preißsetzung in der Praxis rührt blos davon her, daß der Profit nicht als selbst derivative, secundäre Form des Mehrwerths begriffen ist; ebenso das, was der Capitalist mit Recht als seine Productionskosten betrachtet. Sein Profit rührt einfach daher, daß ihm ein Theil der Productionskosten nichts kostet, also nicht in seine Auslagen, seine Productionskosten eingeht. |
|VI–1| “Any change that can disturb the existing relations between wages and profits must originate in wages.” (Quincey 1.c. (X, 5) p. 205.) Dieß nur sofern wahr, daß any variations in the mass of surplus labour must be derived from a variation in the relation between necessary and surplus labour. Diese kann aber ebenso sehr erfolgen, wenn necessary labour unproductiver wird, und daher größrer Theil der Gesammtarbeit auf sie geht, oder wenn die Gesammtarbeit productiver wird, also die nothwendige Arbeitszeit verringert wird. Es ist nonsense zu sagen, daß diese Productivkraft der Arbeit von den wages ausgeht. Die Verminderung der relativen wages ist vielmehr ihr Resultat. Aus aber geht sie 1) von der Aneignung des Wachsthums der Productivkräfte in Folge von Theilung von Arbeit, Handel, der wohlfeilere Seite 1 des Heftes VI Rohstoffe schafft, Wissenschaft etc durch das Capital; 2) aber muß diese Vermehrung der Productivkräfte, sofern sie realisirt wird durch Anwendung größres Capitals etc als vom Capital ausgehend betrachtet werden. Ferner: profit und wages, obgleich bestimmt durch das Verhältniß von nothwendiger und Surplusarbeit fallen nicht mit ihnen zusammen, sind nur secundäre Formen derselben. Der Witz ist aber der: Bestimmtes Quantum Arbeit bei den Ricardians vorausgesezt; es bestimmt den Preiß des Products, woraus nun Arbeit in wages und Capital in profits seine Dividenden zieht; die Dividende des Arbeiters = dem Preiß der nöthigen Lebensmittel. In den „existing relations between wages und profits“ daher die Rate des Profits auf ihrem Maximum und die der wages auf ihrem Minimum. Concurrenz zwischen den Capitalisten kann nur austauschen das Verhältniß, worin sie an dem Total Profit theilnehmen, aber nicht alteriren das Verhältniß zwischen dem Totalprofit und den Totalwages. Der general standard of Profit ist dieß Verhältniß des Totalprofits zu den Totalwages, und dieses nicht alterirt durch die Concurrenz. Woher also alteration? Sicher nicht dadurch daß die Profitrate abnimmt freiwillig, und sie müßte es freiwillig thun, da die Concurrenz dieß Resultat nicht hat. Also durch alteration in den Wages; deren nothwendige Kosten steigen (Theorie von der progressiven Verschlechterung des Bodens, der der Agricultur unterworfen wird, Renttheorie) mögen in Folge einer aus Naturursachen herrührenden Abnahme der Productivkraft der Arbeit. Dem sezt nun Carey etc mit Recht entgegen (aber, wie er es erklärt, wieder mit Unrecht) daß die Rate des Profits fällt nicht in Folge der Abnahme, sondern der Zunahme der Productivkraft. Das Ganze löst sich einfach dadurch daß die Profitrate nicht den absoluten Surpluswerth im Auge hat, sondern den Surpluswerth im Verhältniß zum angewandten Capital, und daß das Wachsen der Productivkraft begleitet ist von der Abnahme des Theils des Capitals, der Approvisionnement repräsentirt im Verhältniß zu dem Theil der invariables Capital repräsentirt; daher nothwendig, indem das Verhältniß der angewandten Gesammtarbeit zum Capital fällt, die es in Bewegung sezt, auch der Theil der Arbeit der als Surplusarbeit oder Surpluswerth erscheint. Aus dieser Unfähigkeit, eins der schlagendsten Phänomene der modernen Production zu erklären, geht hervor, daß Ricardo sein eignes Prinzip nicht verstanden hat. In welche Schwierigkeiten er aber seine Schüler verwickelt, folgt aus dieser Stelle Quinceys u. a.: “It is the common paralogism, that if upon the same farm you have always kept 5 men, and 1800 their produce was 25 qrs but in 1840 50 qrs, you are apt to view the produce only as variable, and the labour as constant: whereas virtually both have varied. In 1800 each qr must have cost part of a man; in 1840 each has cost no more than part of a man.” (1.c.214.) In beiden Fällen war die absolute Arbeitszeit dieselbe, 5 Tage; aber in 1840 hatte sich die Productivkraft der Arbeit verdoppelt gegen 1800 und daher war die cost of producing necessary labour geringer. Die Arbeit bestowed upon 1 quarter war geringer, aber die Gesammtarbeit war dieselbe. Daß aber nicht die Productivkraft der Arbeit den Werth des Products bestimmt – obgleich sie den Surpluswerth bestimmt, obgleich nicht im Verhältniß zur Vermehrung der Productivkraft – sollte Herr Quincey aus Ricardo wissen. Die Widersprüche gegen Ricardo sowohl, wie die verzweifelten Sophistereien seiner Schüler (z. B. Herr MacCulloch, der durch Mehrarbeit den Mehrwerth erklärt, den alter Wein vor jungem hat). Der Werth ist auch nicht zu bestimmen durch die Arbeit die das unit gekostet hat, i. e. den Preiß des single quarter. Sondern der Preiß multiplicirt mit der Anzahl constituirt den Werth. Die 50 Quarter in 1840 hatten denselben Werth wie die 25 in 1800, weil sie dasselbe Quantum Arbeit objectivirten. Der Preiß für das einzelne Quarter, das unit, muß verschieden gewesen sein und der Gesammtpreiß (in Geld ausgedrückt) kann verschieden gewesen sein aus sehr verschiednen Gründen. (Was Quincey von der Maschine sagt gilt vom Arbeiter: „Eine Maschine, sobald ihr Geheimniß gekannt, will not sell for the labour produced, but for the labour producing … it will no longer be viewed as a cause equal to certain effects, but as an effect certainly reproducible by a known cause at a known cost.“ (84, 85.)) De Quincey sagt von Malthus: “Malthus in his Political Economy refuses to see, nay he positively denies, that if 2 men produce a variable result of 10 and 5, then in one case each unit of the result has cost double the labour which it has cost in the other. On the contrary, because there are always 2 men, Mr. Malthus obstinately insists that the cost in labour is constant.” (1.c.215, Note.) In fact: the cost in labour is constant, weil ebenso viel Arbeit in 10 als in 5 nach der Voraussetzung enthalten ist. Aber die cost of labour ist nicht constant, weil im ersten Fall, da die Productivkraft der Arbeit doppelt, die Zeit, die der nothwendigen Arbeit gehört, in bestimmtem Verhältniß geringer. Wir wollen gleich nachher auf die Ansicht von Malthus eingehn. Hier, bevor wir weitergehn in der Entwicklung der Circulationszeit des Capitals und ihrem Verhältniß zur Arbeitszeit, ist es am Platz die ganze Lehre von Ricardo über diesen Gegenstand vorher zu betrachten, um schärfer den Unterschied unsrer eignen Auffassung von der seinigen zu fixiren. (Die Citate aus Ricardo in Heft VIII.)
Erste Voraussetzung bei ihm „Concurrenz ohne Einschränkung“ und beliebige Vermehrung der Producte durch die Industrie. (19. R. 3.) Dieß heißt nun in andren Worten nichts, als daß die Gesetze des Capitals sich vollständig blos realisiren innerhalb illimited competition und industrial production. Auf dieser productiven Basis und jenem Productionsverhältniß entwickelt sich das Capital adaequat; treten also seine immanenten Gesetze vollständig in Realität. Da dem so ist, so wäre zu zeigen wie die illimited competition und industrial production Verwirklichungsbedingungen des Capitals sind, die es selbst mehr und mehr produciren muß (statt daß hier die Hypothese als die des blosen Theoretikers erscheint, der im Verhältniß des Capitals zu sich als Capital – die free competition und die productive Existenzweise des Capitals äußerlich und willkürlich, nicht als selbst Entwicklungen des Capitals, sondern als gedachte Voraussetzungen des Capitals, um rein zu erscheinen, sezt). Uebrigens dieß die einzige Stelle bei Ricardo, wo Ahnung von der historischen Natur der bürgerlichen ökonomischen Gesetze. Unter dieser Voraussetzung der relative Werth der Waaren (dieß Wort unsinnig, da absoluter Werth nonsense) bestimmt durch die verschiedne Quantität, die in derselben Arbeitszeit producirt werden kann, oder durch die verhältnißmässig in den Waaren realisirte Quantität von Arbeit. (p. 4.) (Heft, 19.) (Künftighin die erste Ziffer für die Seite im Heft; die 2te für die Seite in Ricardo.) Wie man nun vom Werth als Equivalent, bestimmt durch die Arbeit, zum Nichtequivalent, oder zum Werth, der im Austausch Surpluswerth sezt, d. h. wie vom Werth zum Capital, von der einen Bestimmung zu der scheinbar entgegengesezten gekommen wird, interessirt R. nicht. Die Frage für ihn nur: wie das Werthverhältniß der Waaren dasselbe bleiben und durch das relative Arbeitsquantum bestimmt werden kann und muß, obgleich die Eigner von accumulirter Arbeit und die von lebendiger Arbeit nicht Equivalente in Arbeit austauschen, d. h. trotz des Verhältnisses von Capital und Arbeit. Es ist dann ein sehr einfaches Rechenexempel, daß die Waare A) und die Waare B) sich im Verhältniß zu der in ihnen realisirten Arbeit austauschen können, obgleich die Producenten von A) oder von B) verschieden unter sich Product A) oder das dagegen ausgetauschte Product B) theilen. Da aber alle Theilung hier auf der Grundlage des Austauschs vor sich geht, so erscheint es in der That durchaus unerklärlich warum der eine Tauschwerth – die lebendige Arbeit – nach der in ihr realisirten ||2| Arbeitszeit, der andre Tauschwerth aber – die aufgehäufte Arbeit das Capital – nicht nach dem Maaßstab der in ihr realisirten Arbeitszeit austauscht. In diesem Falle könnte der Besitzer der aufgehäuften Arbeit nicht als Capitalist austauschen. Bray z. B. glaubt daher mit seinem equal exchange zwischen lebendiger und todter Arbeit erst die wahre Consequenz aus Ricardo zu ziehn. Daß von dem Standpunkt der blosen Exchanges aus Salair des Arbei- ters = dem Werth des Products sein müßte, d. h. das Quantum Arbeit in objektiver Form, das der Arbeiter im Salair erhält, = dem Quantum Arbeit in subjektiver Form, das er in der Arbeit ausgiebt, ist so sehr nothwendige Consequenz daß A. Smith in sie verfällt. Ricardo hält dagegen am Richtigen fest, aber wie? „Der Werth der Arbeit und die Quantität Waaren, die eine bestimmte Quantität Arbeit kaufen kann, sind nicht identisch.“ Why not? „Denn das Product des Arbeiters oder ein Equivalent dieses Products ist nicht = der Belohnung des Arbeiters.“ D. h. die Identität existirt nicht, weil der Unterschied existirt. „Also (weil dem nicht so ist) ist der Werth der Arbeit nicht das Maaß des Werths, wie die auf die Quantität der Waaren verwandte Arbeit.“ (19, 5.) Werth der Arbeit ist nicht identisch mit Belohnung der Arbeit. Denn sie sind verschieden. Also sind sie nicht identisch. Dieß ist ein curioser Schluß. Au fond liegt dem nichts zu Grunde, als daß es in der Praxis nicht so ist. Der Theorie aber nach müßte es so sein. Denn der Austausch von Werthen bestimmt durch die in ihnen realisirte Arbeitszeit. Equivalente tauschen sich daher aus. Also müßte ein bestimmtes Quantum Arbeitszeit in lebendiger Form sich gegen dasselbe Quantum Arbeitszeit in vergangner Form austauschen. Daß das Gesetz des Austauschs grade in sein Gegentheil umschlägt, wäre grade nachzuweisen. Es ist hier nicht einmal die Ahnung ausgesprochen, daß es dieß thut. Oder die Ahnung müßte liegen in der oft wiederkehrenden Abwehr der Verwechslung. Daß es auch nicht der Unterschied von vergangner und lebendiger Arbeit thun kann, gleich zugestanden: „Die comparative Quantität von Waaren, die ein gegebnes Quantum Arbeit verschaffen kann, bestimmt ihren vergangnen und gegenwärtigen Werth“ (19,9), wo also die lebendige Arbeit sogar rückschlagend den Werth der vergangnen bestimmt. Warum also nicht auch das Capital ausgetauscht gegen die lebendige Arbeit im Verhältniß zu der im Capital realisirten Arbeit? Warum ist nur ein Quantum lebendige Arbeit selbst nicht = dem Quantum Arbeit, worin es sich objektivirt hat? „Die Arbeit ist natürlich von verschiedner Qualität und schwer die Vergleichung verschiedner Arbeitsstunden in verschiednen Geschäftszweigen. Aber diese Stufenleiter sehr bald in der Praxis befestigt (19, 13). Für kurze Perioden, wenigstens von Jahr zu Jahr, ist die Variation in dieser Ungleichheit unbedeutend, kommt daher nicht in Berechnung.“ (19,15.) Dieß ist nichts. Hätte Ricardo sein eignes Princip angewandt, die Arbeitsquanta (einfachen) wozu die verschiednen Arbeitsvermögen reducirbar, so war die Sache einfach. Ueberhaupt hat er es gleich mit den Arbeitsstunden zu thun. Was der Capitalist eintauscht ist das Arbeitsvermögen: dieß ist der Tauschwerth, den er bezahlt. Die lebendige Arbeit ist der Gebrauchswerth, den für ihn dieser Tauschwerth hat, und aus diesem Gebrauchswerth entspringt der Surpluswerth und die Aufhebung des Austauschs überhaupt. Dadurch daß Ricardo mit lebendiger Arbeit austauschen läßt – also gleich in den Productionsprocess hereinfällt – bleibt es unlösbare Antinomie in seinem System, daß ein bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit nicht = der Waare, die sie schafft, worin sie sich objectivirt, obgleich der Werth der Waare = dem Quantum in ihr enthaltner Arbeit. In den Werth der Waare „eingerechnet auch die Arbeit, die Waare auf den Markt zu bringen“. (19, 18.) Wir werden sehn, daß die Circulationszeit, so weit sie als werthbestimmend bei Ricardo erscheint, nur die Arbeit ist, nöthig die Waaren auf den Markt zu bringen. „Das Princip der Werthbestimmung durch die relativen Arbeitsquanta, die Waaren enthalten, wird bedeutend modificirt durch die Anwendung von Maschinerie und andrem fixen und dauernden Capital. Steigen oder Fallen des Arbeitslohns afficirt verschieden 2 Capitale, von denen das eine fast ganz circulirend, das andre fast ganz fix; ebenso die ungleiche Dauer des angewandten fixen Capitals. Nämlich der Profit auf das fixe Capital kommt hinzu (der Zins) als auch die Compensation für die größre Länge der Zeit, die verfliessen muß, bis die mehr werthvolle der beiden Waaren zu Markt gebracht werden kann.“ (19, 25, 27, 29, 30.) Leztres Moment betrifft blos die Dauer des Productionsprocesses, also die unmittelbar angewandte Arbeitszeit, wenigstens in Ricardos Beispiel vom Pächter und Bäcker. (Wird der Weizen des einen später fähig zum Markt gebracht zu werden, als der des andren, so diese s. g. Compensation, wie beim capital fixe schon den Zins unterstellend; also schon etwas Derivatives; keine ursprüngliche Bestimmung.)
„Profit und Arbeitslohn sind nur Portionen, worin die beiden Klassen der Capitalisten und Arbeiter an der ursprünglichen Waare, also auch an der gegen sie eingetauschten, theilnehmen.“ (p. 21, 20.) Wie sehr die Herstellung der ursprünglichen Waare, ihr Ursprung selbst bestimmt ist von diesen Portionen, wie sie also als Bestimmungsgrund den Portionen vorhergeht, beweist, daß die ursprüngliche Waare gar nicht producirt werden [würde], wenn sie keine Surplusarbeit für den Capitalisten enthielte. „Waaren, worauf dieselbe Quantität von Arbeit verwandt, wechseln im relativen Werth, wenn sie nicht zur selben Zeit zu Markt gebracht werden können … Auch bei größrem fixen Capital der höhere Werth einer Waare geschuldet der größren Länge der Zeit, die verfliessen muß, bis sie zu Markt gebracht werden kann … Die Differenz in beiden Fällen rührt davon, daß die Profite als Capital accumulirt sind und dieß nur eine Compensation für die Zeit, worin Profite zurückgehalten worden.“ (20, 34, 30–31, 35.) Dieß heißt absolut nichts, als daß brachliegendes Capital be- und verrechnet wird, als ob es nicht brachläge, sondern sich gegen Surplusarbeitszeit austauschte. Es hat dieß mit der Werthbestimmung nichts zu thun. Gehört in den Preiß. (Beim fixen Capital nur sofern in die Werthbestimmung als andre Methode der Zahlung der vergegenständlichten Arbeit, abstracted vom Profit.)
❲There is another principle of labour which nothing points out to the economical inquirer in old countries, but of which every colonial Capitalist has been made conscious in his own person. By far the greater part of the operations of industry, and especially those of which the produce is great in proportion to the capital and labour employed, require a considerable time for completion. As to most of them, it is not worth while to make a commencement without the certainty of being able to carry them on for several years. A large portion of the capital employed in them is fixed, inconvertible, durable. If anything happens to stop the operation, all this capital is lost. If the harvest cannot be gathered, the whole outlay in making it grow has been thrown away … Dieß zeigt daß constancy is a no less important principle as combination of labour. The importance of the principle of constancy is not seen here, because rarely indeed does it happen, that the labour which carries on a business, is stopped against the will of the capitalist. Aber in den colonies grade umgekehrt. Hier capitalists are so much afraid of it, that they avoid its occurence as much as they can, by avoiding as much as possible, operations which require much time for their completion.“ (Wake- field, 169–170, XIV, 71.) “There are numerous operations of so simple a kind as not to admit a division into parts, which cannot be performed without the co-operation of many pairs of hands. Z. B. the lifting of a large tree on to a wain, keeping down weeds in a large field of growing crop, shearing a large flock of sheep at the same time, gathering a harvest of corn at the time when it is ripe enough and not too ripe, moving any great weight; everything, in short, which cannot be done unless a good many pairs of hands help together in the same undivided employment, and at the same time.” (168 1.c.) “Combi- nation and constancy of labour are provided for in old countries, without an effort or [a] thougt on the part of the capitalist, merely by the abundance of labourers for hire. The scarcity of labourers for hire is the universal complaint of colonies.” (170 1.c.) “Nur das cheapest land in a colony is that whose price affects the labour market. The price of this land, as of all bare land, and of everything else which it costs nothing to produce, depends of course on the relation between the demand and the supply.” [332 1.c.] “In order that the price of waste land should accomplish its objects (nämlich den Arbeiter zum Nicht-Landeigenthümer zu machen), it must be sufficient for the purpose. Hitherto the price has been everywhere insufficient.” (338 1.c.) Dieser „sufficient“ price: “In founding a colony the price might be so low as to render the quantity of land appropriated by settlers practically unlimited: it might be high enough to occasion a proportion between land and people similar to that of old countries, in which case, if this very high price did not prevent emigration, the cheapest land in the colony might be as dear, and the superabundance of labourers as deplorable as in England: or it might be a just medium between the two, occasioning neither superabundance of people nor superabundance of land, but so limiting the quantity of land, as to give the cheapest land a market value, that would have the effect of compelling labourers to work some considerable time for wages before they could become landowners.” (339.1.c.) (H. XIV, 71.) (Diese hier citirte Stelle aus Wakefield's „Art of Colonisation“ gehört zu den Oben angeführten über die nothwendige Trennung des Arbeiters von den Eigenthumsbedingungen.)❳ |
|3| (Die Berechnung des Profits im Unterschied von der Berechnung des wirklichen Mehrwerths, den das Capital im Austausch mit der lebendigen Arbeit sezt, klar z. B. an folgendem Beispiel. Es ist a statement in dem first Report of the Factory Commissioners. (Malthus' Princip. of Polit. Economy. 1836. 2 ed. (Heft X, p. 42).)
| Capital sunk in building and machinery | ............... | £ 10000 | |
| Floating capital | ............... | 7000 |
| £ | 500 | interest on £ 10000 fixed capital | ||
| 350 | ........... on floating capital | |||
| 150 | ........... Rents, taxes, rates | |||
| 650 | ........... Sinking fund of 6 for wear | |||
| and tear of the fixed capital | ||||
| ––––– | ||||
| £ | 1650 | |||
| £ | 1100 | Contingencies, carriage, coal, oil | ||
| –––––– | ||||
| 2750 | ||||
| 2600 | Wages and salaries | |||
| ––––– | ||||
| 5350 | ||||
| 10000 | for about 400 000 lbs Raw cotton at 6 d. | |||
| ––––– | ||||
| 15350 | ||||
| 16000 | for 363 000 lbs twist spun. Value.............. | £ 16000. |
Das in Arbeit ausgelegte Capital ist 2600; der Mehrwerth ist = 1650 (850 interest + 150 rents etc macht 1000 + 650 Profit).
Aber 2600 : 1650 = 100 : 63 . Also ist die Rate des Mehrwerths 63 P. C. Nach der Profitrechnung selbst müßte sie sein 850 interest, 150 rents, und 650 Profit, oder 1650 : 15350; über 10,7 P. C.
In dem obigen Beispiel schlägt das Capital flottant im Jahr um 1 mal; das Capital fixe schlägt um in 15 Jahren einmal; einmal in Jahren.
Profit: 650 or about 4,2. Die wages der operatives . Der Profit ist hier angegeben auf 4,2, sage er wäre nur 4 . Diese 4 P. C. berechnet auf Auslage von 15350. Dann haben wir aber noch 5 P. C. interest auf £ 10000 und 5 P. C. auf 7000; 850 l. = 5 P. C. auf 17000. Von den wirklichen jährlichen advances made müssen wir abrechnen 1) den Theil des Capital fixe der nicht im sinking fund figurirt; 2) das was als interest berechnet ist. (Es ist möglich daß der Capitalist A) nicht die Zinsen einsteckt sondern Capitalist B). Jedenfalls sind sie Revenue, nicht Capital; Mehrwerth.) Von den 15350 Auslagen abzuziehen also 850; läßt: 14500. Unter den 2600 für wages und salaries befanden sich 41 l. unter der Form salary, da von 15350 nicht 2600, sondern 2558 . Dividirt durch 14500 ist 5 sage 6. Die 14500 verkauft er also zu 16000 oder Profit von 1500; macht P. C. 10 ; doch vernachlässigen wir diese , und sagen 10 P. C.; von 100 ist 16 . Also gäbe auf für advances, 16 für Arbeitslohn und Profit 10. Nämlich:
| Advances | Arbeitslohn | Summe | Reproducirt | Profit | |
| £ St. | 83 | 16 | 100 | 110 | 10. |
10 auf 16 oder auf ist exactly 60 P. C. Also damit nach der Berechnung des Capitalisten ein jährlicher Profit von 10 P. C. (es war etwas mehr) herauskäme auf ein Capital von 17000 l., wobei die Arbeit nur der jährlichen advances von 14500 macht, muß der Arbeiter einen Mehrwerth (oder das Capital wie man will) von 60 P. C. schaffen. Oder von der ganzen Arbeitszeit sind 62 P. C. für die nöthige, 37 für die Surplusarbeit; sie verhalten sich = 625 : 375 oder = 5 : 3 oder 1 : . Wären dagegen die advances des Capitals 50 gewesen, die advances auf Arbeitslohn auch 50, so brauchten nur 20 P. C. Mehrwerth geschaffen zu werden, damit der Capitalist 10 P. C. habe; 50 50 10 = 110. 10 aber zu 50 =20 : 100 oder 20 P. C.. Wenn die nothwendige Arbeit im 2ten case so viel Surplusarbeit sezte, wie im ersten, so betrüge der Profit des Capitalisten 30 l.; andrerseits wenn die Rate der wirklichen Werthschöpfung, der Setzung von Surplusarbeit im ersten case nur so groß wäre, wie im 2ten, so betrüge der Profit nur 3 l. und wenn der Capitalist 5% Zinsen an einen andren Capitalisten zu zahlen hätte, so hätte er activen loss zu tragen. So viel geht einfach aus der Formel hervor, 1) daß um zu bestimmen, wie viel der wirkliche Mehrwerth zu berechnen ist der Profit auf die in Arbeitslohn gemachte advance; der P. C. in welchem sich der s. g. Profit zum Arbeitslohn verhält; 2) der relativ kleinere Procentsatz, den die Auslage in lebendiger Arbeit auf die Gesammtauslage beträgt, sezt voraus größre Auslage in Capital fixe, Maschinerie etc; größre Theilung der Arbeit. Obgleich daher der Procentsatz der Arbeit kleiner als in dem mit mehr Arbeit arbeitenden Capital, muß die wirklich in Bewegung gesezte Arbeitsmasse bedeutend grösser sein; d. h. es muß überhaupt mit größrem Capital gearbeitet werden. Der aliquote Theil Arbeit, der auf Gesammtadvance kommt ist kleiner; aber die absolute Summe in Bewegung gesezter Arbeit ist grösser für das einzelne Capital; d. h. es selbst muß grösser sein. 3) Handelt es sich nicht von größrer Maschinerie etc, sondern von einem Instrument, das nicht mehr Arbeit in Bewegung sezt, und selbst kein grosses Capital fixe repräsentirt (z. B. Handlithographie), sondern blos Arbeit ersezt, so ist der Profit des mit der Maschine arbeitenden absolut kleiner, als des mit lebendiger Arbeit arbeitenden. (Aber der leztere kann einen Profit machen zu einem Procentsatz, wozu es der andre nicht kann, ihn daher aus dem Markt werfen.) (etc.) Die Betrachtung, wie weit die Rate des Profits abnehmen kann bei wachsendem Capital, so daß aber doch der gross profit zunimmt, gehört in die Lehre vom Profit (Concurrenz)..
Malthus in seinen „Principles of political econ.“ 2 ed. 1836 hat eine Ahnung davon daß der Profit, d. h. nicht der Profit, sondern der wirkliche Mehrwerth berechnet werden muß nicht in Bezug auf das vorgestreckte Capital, sondern die advancirte lebendige Arbeit, deren Werth im Arbeitslohn objectiv ausgedrückt ist; aber er geräth dabei auf eine reine Spielerei die absurd wird, wenn sie als Basis irgend der Werthbestimmung oder des Räsonnements über das Verhältniß der Arbeit zur Werthbestimmung dienen soll.
Nämlich nehme ich den Totalwerth des fertigen Products, so kann ich jeden Theil des avancirten Products vergleichen mit dem ihm entsprechenden Theil der Auslage; und der Procentsatz den der Profit einnimmt zum ganzen Product, ist natürlich ebenso der Procentsatz für den aliquoten Theil des Products. Sage z. B. 100 Th. brächten 110; also 10 P. C. das ganze Product; 75 Th. sei für den invariablen Theil des Capitals 25 für Arbeit, also | |4| für das erste, für lebendige Arbeit. Nehme ich nun von dem Totalproduct, i. e. von 110, so erhalte ich 27 oder 27 . Auf 25 Auslage in der Arbeit hat der Capitalist 2 Gewinn, i. e. 10 P. C. Ebenso gut hätte Malthus sagen können, nehme ich vom Totalproduct, nämlich 75, so sind diese im Totalproduct repräsentirt durch 82 ; also 7 auf 75 sind exactly 10 P. C. Es heißt dieß offenbar nichts als daß wenn ich auf 100 gewinne 10 P. C., der Gewinst auf jeden Theil von 100 so viel beträgt daß auf die Gesammtsumme 10 P. C. herauskommt. Habe ich auf 100, 10 gewonnen, so habe ich auf 2 × 50 jedesmal 5 gewonnen etc. Daß, wenn ich 10 auf 100 gewinne ich 2 auf von 100 gewinne und 7 auf bringt uns keinen Schritt weiter. Wenn ich auf 100 10 gewonnen habe, wie viel habe ich dann auf vom 100 gewonnen oder auf ? Auf diese Kinderei reducirt sich der Malthus'sche Einfall. Die Advance auf die Arbeit betrug von 100, also betrug der Gewinn auf sie 10 P. C. 10 P. C. auf 25 giebt 2 . Oder der Capitalist, wenn er auf 100 10 gewonnen hat, hat auf jeden Theil seines Capitals gewonnen, i. e. 10 P. C. Dieß giebt den Theilen des Capitals gegen einander durchaus keinen qualitativen Character und darum gilt es von dem Capital fixe etc so gut wie von dem in Arbeit avancirten. Es ist hierin vielmehr nur die Illusion ausgedrückt, daß an dem neugeschaffnen Werth jeder Theil des Capitals gleichmässig betheiligt ist. Auch das auf das Arbeit vorgeschoßne Salair hat nicht den Mehrwerth geschaffen, sondern die nicht bezahlte lebendige Arbeit. Aus dem Verhältniß des Gesammtwerths – hier der 10 Th. – zu dem Salair, können wir aber sehn, wie viel P. C. der Arbeit nicht bezahlt worden ist, oder wie viel Surplusarbeit war. Im obigen Verhältniß ist die nothwendige Arbeit objectivirt in 25 Th., die Surplusarbeit in 10; also verhalten sie sich, wie 25 : 10 = 100 : 40; 40 P. C. der Arbeit waren Surplusarbeit oder was dasselbe ist, des von ihr producirten Werths Surpluswerth. Es ist sehr richtig, daß der Capitalist rechnen kann, wenn ich auf 100 10 gewinne, so habe ich auf das Salair = 25 gewonnen 2 . Welchen Nutzen diese Rechnung bringen soll ist nicht einzusehn. Was Malthus aber damit will, werden wir gleich sehn, indem wir auf seine Werthbestimmung eingehn. Daß er aber glaubt, sein einfaches Rechenexempel enthalte eine wirkliche Bestimmung geht aus folgendem hervor:
„Gesezt, das Capital werde nur in Arbeitslohn verausgabt; 100 l. expended in immediate labour. Die returns am Ende des Jahres 110, 120, oder 130; it is evident that in each case the profits will be determinated by the proportion of the value of the whole produce which is required to pay the labour employed. If the value of the produce in the market = 110, the proportion required to pay the labourers = der value des produce oder die profits = 10%. (Hier thut Herr Malthus nichts als die ursprüngliche Advance, 100 l., ausdrücken als Verhältniß zum Totalproduct. 100 ist von 110. Ob ich sage ich gewinne 10 auf 100, d. h. vom 100 oder ob ich sage von den 110 ist Gewinn ist dasselbe.) Ist der Werth des Products 120, die Proportion für labour = und der Gewinn 20 P. C.; wenn 130, die proportion required to pay the labour = und der Gewinn = 30 P. C. (Statt zu sagen ich gewinne 10 vom 100 kann ich auch sagen von den 110 betragen die Advancen ; oder 20 vom 100 die Advancen betragen nur von 120 etc. Der Character dieser advancen, ob in labour oder otherwise, hat mit dieser andren arithmetischen Form die Sache auszudrücken, absolut nichts zu thun. Wenn ein Capital von 100 nur 110 eingetragen hat, so kann ich entweder von dem Capital ausgehn und sagen ich habe 10 darauf gewonnen, oder ich kann von dem Product ausgehn, von 110, und sagen ich habe nur davon vorher avancirt. Das Verhältniß ist natürlich dasselbe.) Nun gesezt die advances des capitalist bestehn nicht allein aus labour. Der Capitalist erwartet gleichen Vortheil auf alle Theile des Capitals, die er vorstreckt. (d. h. nichts, als er vertheilt den Vortheil, den er gemacht hat, und über dessen Ursprung er sehr im Dunkeln sein mag, auf alle Theile seiner Auslagen gleichmässig, von ihrem qualitativen Unterschied ganz abstrahirend.) Gesezt der advances für labour (unmittelbare), bestehend aus accumulated labour und profits, mit any additions which may arise von rents, taxes, und andren outgoings. Dann strictly true that the profits of the capitalist will vary with the varying value dieses des produce compared with the quantity of labour employed. (nicht quantity [wie] bei Herrn Malthus, sondern compared with the salary paid) (also strictly true that his profits will vary with the varying value of the of his produce compared with the advances in accumulated labour, d. h. der Gewinn verhält sich zum Gesammtcapital das avancirt ist wie (10 : 100) jeder Theil des Gesammtproducts (110) zu dem ihm entsprechenden Theil der advance.) Z. B., fährt Malthus fort, farmer wende in der cultivation an £ 2000, 1500 davon in seed, keep of horses, wear und tear of his fixed capital, etc und £ 500 auf immediate labour und die returns am Ende seien 2400. Seine Profits 400 auf 2000 = 20 P. C. Und gleich obvious that if we took der value des produce, nämlich 600 l. und compared it with the amount paid in the wages of the immediate labour, the result would show exactly the same rate of profits.“ (l. c. 267, 8. Heft X, 41, 42.) (Es ist ebenso obvious daß if we took der value des produce, nämlich 1800 und compared it with the amount paid in the advances of accumulated labour, nämlich mit 1500, the result would show exactly the same rate of profits. 18 : 15 = 6 : 5. 6 auf 5 ist aber , also 20%.) (Malthus hat hier zweierlei verschiedne arithmetische Formen im Kopf, die er durcheinanderwirft: erstens wenn ich auf 100 10 mache, habe ich auf jeden Theil der 100 nicht 10 gewonnen, sondern 10%: also auf 50 5, auf 25 2 etc; auf 100 10 gewinnen, heißt auf jeden Theil von 100 gewinnen und so muß der Profit sich als Profit auf das Salair herausbeissen und wenn der Profit auf alle Theile des Capitals gleichmässig vertheilt ist, kann ich sagen, daß die Rate des Profits auf das Gesammtcapital wechselt mit der Rate des Profits auf jeden Theil desselben, also z. B. auch den in wages vorgestreckten; 2) Habe ich 10 P. C. auf 100 gewonnen, so das Gesammtproduct 110. Bildete der Arbeitslohn nun der advancen = 25, so bildet er nur noch 4 Theil auf 110; d. h. er bildet einen um kleinern aliquoten Theil, und in demselben Verhältniß wird er kleineren Theil des Gesammtproducts zu bilden [haben,] als dieß gewachsen ist gegen das ursprüngliche. Dieß ist wieder blos andre Rechnungsart. 10 bildet von 100, aber nur von 110. Ich kann also sagen, daß im selben Verhältniß wie das Gesammtproduct grösser wird, jeder der aliquoten Theile des ursprünglichen Capitals einen kleinren Theil von ihm bildet. Tautologie.)
In seiner Schrift: „The Measure of Value stated and illustrated, London 1823“ (Heft IX) behauptet Malthus die „value of labour“ sei„constant“ und daher die true Measure of Value generally. “Any given quantity of labourmust be of the same value as the wages which command it, or for which it actually exchanges.” (p. 5 l. c.) (IX, 29.) Es ist hier natürlich von Lohnarbeit die Rede. Das Wahre ist vielmehr any given quantity of labour is = derselben quantity of labour in einem Product ausgedrückt; oder jedes Product ist nur ein bestimmtes Quantum Arbeit, vergegenständlicht in dem Werth des Products, der mit Bezug auf andre Producte gemessen durch dieß Quantum. Der Arbeitslohn drückt allerdings den Werth des lebendigen Arbeitsvermögens aus, keineswegs den Werth der ||5| lebendigen Arbeit, der sich vielmehr ausdrückt im Salair + dem Profit. Der Arbeitslohn ist der Preiß der nothwendigen Arbeit. Wenn der Arbeiter 6 Stunden arbeiten müßte, um zu leben, und er producirte für sich, als bloser Arbeiter, so würde er Waare von 6 Stunden Arbeit, sage 6 d. täglich erhalten. Nun, läßt ihn der Capitalist 12 Stunden arbeiten und zahlt ihm 6 d. Er zahlt ihm für die Stunde d. D. h. a given quantity of 12 hours of labour has the value of 12 d., and 12 d. is indeed the value for which the produce exchanges, when it gets sold. On the other hand the capitalist commands with this value, if he could reinvest it in mere labour, 24 hours. The wages command, therefore, a much greater quantity of labour than they consist of, and a given quantity of living labour actually exchanges for a much smaller one of accumulated labour. The only thing that is sure is that the price of labour, wages, must always express the quantity of labour which the labourers want in order to keep soul und body together. The wages of any quantity of labour must be equal to the quantity of labour which the labourer must expend upon his own reproduction. In the above instance a man would set to work two men for 12 hours each– together 24 hours – with the quantity of labour afforded by one man. Im obigen Fall würde das Product sich austauschen gegen ein andres Product zu dem Werth von 12 d., oder gegen 12 Arbeitsstunden und daher käme sein Profit von 6 d. (its surplus value für den Capitalisten). Der Werth der Producte ist bestimmt durch die in ihnen enthaltne Arbeit, nicht durch den Theil der Arbeit in ihnen, der vom Arbeitsgeber bezahlt ist. Gethane, nicht bezahlte Arbeit constituirt den Werth des Products; wages drücken aber nur bezahlte Arbeit, nie die gethane[aus]. Das Maaß dieser Bezahlung selbst hängt von der Productivität der Arbeit ab, denn diese bestimmt das Quantum nothwendiger Arbeitszeit. Und da diese wages die value of labour constituiren (labour selbst als Waare gesezt), ist diese value beständig variable, und nichts weniger als constant. Das Quantum Arbeit, das der Arbeiter arbeitet, ist sehr verschieden von dem Quantum Arbeit, das in seinem Arbeitsvermögen aufgearbeitet ist, oder das nöthig ist um sein Arbeitsvermögen zu reproduciren. Als Waare aber verkauft er nicht den Gebrauch, der von ihm gemacht wird, verkauft er sich nicht als cause, sondern als effect. Hören wir, wie Herr Malthus sich abmüht, um die Sache klein zu bekommen:
“The conditions of the supply of commodities do not require that they should retain always the same relative values; but that each should retain its proper natural value, or the means of obtaining those objects which will continue to the producer the same power of productionand accumulation … profits are calculated upon the advances necessary to production …the specific advances of capitalists do not consist of cloth, but of labour;andas no other object whatever can represent a given quantity of labour, klar, daß es ist die quantity of labour which a commodity will com- mand, and not the quantity of any other commodity, which can represent the condition of its supply, or its natural value.” (17, 18.) (IX, 29.) Schon daraus daß die advances des capitalist of labour bestehn, konnte Malthus sehn, daß die Sache nicht sauber ist. Gesezt 6 Stunden sei die nothwendige Arbeitszeit: A) B) 2 Kerls, die jeder für sich arbeiten, aber austauschen gegen einander. A) arbeite 6 St. B arbeite 12 St. Wenn nun der A) die 6 Stunden, die B) mehr gearbeitet hat, ihm abessen will, das Product der 6 Surplusstunden des B) verzehren, so kann er ihm nichts geben als 6 Stunden lebendiger Arbeit, sage den nächsten Tag. B besizt nun über den A) ein Product von 6 Arbeitsstunden. Gesezt nun er bilde sich unter diesen Umständen ein Capitalist zu sein und hörte ganz auf zu arbeiten. So hätte er den 3t Tag für A's 6 Stunden nur seine accumulated Produce of 6 Stunden zu geben und sobald er den Austausch vollzogen, müßte er wieder anfangen selbst zu arbeiten oder verhungern. Wenn er aber fortfährt 12 Stunden für A) zu arbeiten und A) fortfährt 6 Stunden für sich zu arbeiten, und 6 für B), so tauschen sie exact jeder 12 Stunden gegen einander aus. Die natural value der commodity, sagt Malthus, besteht darin, daß sie ihrem Besitzer durch den Austausch wiedergiebt the same power of productionandaccumulation. Seine Waare besteht aus 2 Quantis Arbeit, einem Quantum accumulirter Arbeit + einem Quantum immediater Arbeit. Wenn er also seine Waare austauscht gegen eine andre, die exact dasselbe Gesammtquantum von Arbeit enthält, so ist seine Power of Production und Accumulation mindestens dieselbe, gleich geblieben. Sie ist aber gewachsen, weil ein Theil der immediaten Arbeit ihm nichts gekostet hat, er sie aber doch verkauft. Malthus aber kommt zu dem Schluß daß das Quantum Arbeit, woraus die Waare besteht nur bezahlte Arbeit ist, also = der Summe der wages, oder daß die wages den Werthmesser der Waare abgeben. Wenn jedes in der Waare enthaltne Quantum Arbeit bezahlt wäre, so wäre die Doctrin des Herrn Malthus richtig, aber ebenso richtig, daß sein Capitalist keine „advances of labour“ zu machen hätte und seiner „powers of accumulation“ vollständig verlustig ginge. Wo soll der Profit herkommen, wenn keine Gratisarbeit gethan wird? Ja denkt Herr Malthus die wages für die accumulated Arbeit. Da aber die gethane Arbeit aufgehört hat zu arbeiten, so hört sie auch auf wages zu beziehn. Das Product worin sie existirt könnte nun allerdings wieder gegen lebendige Arbeit ausgetauscht werden, aber gesezt dieß Product sei = 6 Arbeitsstunden; so gäbe der Arbeiter 6 lebendige Arbeitsstunden und erhielte nun im Ersatz die advances, die gethanen 6 Arbeitsstunden des Capitalisten, der damit keinen Schritt vom Fleck käme. Die lebendige Arbeit würde sehr bald im Besitz seiner todten Arbeit sein. Der Grund aber, den Malthus angiebt: daß weil „no other object whatever can represent a given quantity of labour“ die natural value einer Waare besteht aus der „quantity of labour which a commodity will command, and not the quantity of any other commodity“. D. h. a given quantity of labour kann nur repräsentirt werden durch a quantity of living (immediate) labour. Nicht nur no other, sondern every object whatever can represent a given quantity of labour, nämlich jedes Objekt, worin dieselbe quantity labour enthalten. Malthus aber will, daß die in der Waare enthaltne quantity of labour gemessen sein soll; gleich sein soll nicht dem Quantum lebendiger Arbeit die sie in Bewegung setzen kann, sondern dem Quantum bezahlter Arbeit, das sie in Bewegung sezt. Gesezt die Waare enthalte 24 Arbeitsstunden; so denkt er, der Capitalist kann 2 Arbeitstage damit kaufen; und, wenn der Capitalist die Arbeit ganz zahlte, oder wenn das Quantum gethaner Arbeit = dem Quantum bezahlter lebendiger Arbeit, so könnte er nur 24 Arbeitsstunden von lebendiger Arbeit mit 24 Arbeitsstunden in gethaner Arbeit kaufen und seine „powers of accumulation“ would have gone to the wall. Aber der Capitalist zahlt dem Arbeiter nicht die Arbeitszeit, das Arbeitsquantum, sondern zahlt ihm nur die nothwendige Arbeitszeit, während er ihn für den rest zwingt umsonst zu arbeiten. Mit den 24 Stunden gethaner Arbeitszeit wird er daher vielleicht 48 lebendiger in Bewegung setzen. Er zahlt daher in fact mit 1 Stunde gethaner Arbeit 2 Stunden lebendiger Arbeit, und gewinnt daher bei dem Austausch 100 %. Der Werth seiner Waare nun = 48 Stunden, aber keineswegs gleich den wages, wogegen sie ausgetauscht worden ist, noch gleich den wages, wogegen sie sich wieder austauscht. Fährt er in demselben Verhältniß fort, so wird er mit 48 Stunden gethaner Arbeit 96 lebendiger kaufen.
Gesezt es existire gar kein Capitalist, aber die unmittelbaren und miteinander austauschenden Arbeiter arbeiteten mehr als nöthig, um zu leben, weil sie auch accumuliren wollten etc. Nenne wages den Theil der Arbeit, den der Arbeiter verrichtet um zu leben, Profit die Surpluszeit, die er arbeitet um zu accumuliren. Dann wäre der Werth seiner Waare = dem Gesammtquantum in ihr enthaltner Arbeit, = der Totalsumme lebendiger Arbeitszeit; aber keineswegs = den wages, die er sich selbst gezahlt oder gleich dem Theil Waare, den er reproduciren müßte um zu leben. Weil der Werth einer Waare = einem bestimmten Quantum Arbeit, sagt Malthus, ist sie = dem Quantum in ihr enthaltner nothwendiger Arbeit (i. e. den wages) und nicht = der Totalsumme der Arbeit, die in ihr enthalten ist; ist ihr Ganzes = einer Fraction derselben. ||6| Die „powers of accumulation“ auf Seiten des Arbeiters kämen aber offenbar nur daher, daß er mehr gearbeitet hat als nöthig um sich seine wages zu zahlen. Wenn ein bestimmtes Quantum lebendiger Arbeitszeit = der Zeit wäre, die erheischt ist für den Arbeiter um zu leben, so wäre ein bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit = den wages, die er producirt oder die wages wären exact gleich der lebendigen Arbeit, die sie in Bewegung setzen. Wenn solches der Fall wäre natürlich Capital unmöglich. Wenn ein Arbeiter in seiner ganzen Arbeitszeit nicht mehr produciren kann als seine wages, kann er beim besten Willen keinen farthing für den Capitalisten herausschlagen. Property ist the offspring of the productivity of labour. „Wenn Einer nur für Einen produciren kann, jeder Arbeiter; there can be no property. When one man's labour can maintain 4, there will be 4 idle men for 1 employed in production. “ (Ravenstone.) Oben sahn wir, wie der spintisirende Tiefsinn des Malthus sich in rein kindischer Rechenart ausdrückte. Es lag übrigens die Doctrin dahinter, daß the value of labour constant und daß wages Preiß constituiren. Weil die Rate des Profits auf ein ganzes Capital ausgedrückt werden kann als dieselbe Rate auf den aliquoten Theil des Capitals, der wages darstellt, so behauptet er, daß dieser aliquote Theil den Preiß constituirt und bestimmt. Grade wie hier ähnlicher Tiefsinn. Wenn Waare A) = Quantum von x Waare, meint er, so kann das doch nichts heissen als daß sie = x lebendiger Arbeit, denn nur Arbeit kann Arbeit repräsentiren. Daraus schließt er daß Waare A) = dem Quantum Lohnarbeit, die sie commandiren kann und daß daher der Werth der Arbeit constant sei, weil immer = der Waare, von der sie in Bewegung gesezt wird. Der Witz ist einfach daß Quantum lebendiger Arbeit und Quantum Lohnarbeit ihm zusammenfallen, und daß er glaubt jeder aliquote Theil der Lohnarbeit sei wirklich belohnt. Aber x lebendige Arbeit kann sein (und als Lohnarbeit ist nur) = x – y nothwendige Arbeit (wages) + y Surplusarbeit. x todte Arbeit kann daher in Bewegung setzen x – y nothwendige Arbeit (wages) + y Surplusarbeitszeit; d. h. es sezt immer so viel mehr lebendige Arbeitszeit in Bewegung, als in x Arbeitsstunden Surplusarbeitsstunden enthalten sind über nothwendige.
Lohnarbeit besteht immer aus bezahlter und unbezahlter Arbeit.
Die value der Arbeit ist also constant heißt weiter nichts als alle Arbeitszeit ist nothwendige, d. h. wages producirende Arbeitszeit. Es giebt keine Surplusarbeitszeit und – dennoch „powers of accumulation“ und Capital. Da wages immer gleich einer gegebnen Quantität Arbeit, nämlich dem Quantum lebendiger Arbeit die sie in Bewegung setzen, und dieß dieselbe Quantität Arbeit ist, die in den wages enthalten ist, so ist der Werth der Arbeit constant, denn er ist immer = dem Quantum der Arbeit vergegenständlicht. Das Fallen und Steigen der Löhne, rührt daher vom Fallen und Steigen im Preiß der Waaren, nicht des Werths der Arbeit her. Bekommt ein Arbeiter 8 sh. in Silber für die Woche oder 16, so rührt das nur davon her, daß der Preiß der Schillinge gestiegen ist oder gefallen, aber der Werth der Arbeit ist derselbe geblieben. In beiden Fällen erhält er eine Woche gethaner Arbeit für eine Woche lebendiger. Herr M. beweist dieß, wie folgt:
“Wenn Arbeit allein, ohne Capital, were employed in procuring the fruits of the earth, the greater facility of procuring one sort of them compared with another, would not, it is acknowledged, alter the value of labour, or the exchangeable value of the whole produce obtained by a given quantity of exertion.”
Dieß heißt nichts als jede der Waaren, abgesehn von ihrer Quantität, wäre bestimmt durch die in ihr enthaltne Arbeit, obgleich diese, nach dem Grad ihrer Productivität, im einen case in mehr, in andren in weniger Gebrauchswerthen sich ausdrücken würde. “We should, without hesitation, allow that the difference was in the cheapness or dearness of the produce, not of the labour.” Wir würden sagen die Arbeit ist productiver in dem einen als in dem andern Zweig, oder auch das Product kostet mehr oder weniger Arbeit. Von cheapness or dearness of labour könnten wir nicht sprechen, insofern keine Lohnarbeit existirte, daher eine Stunde unmittelbare Arbeit immer commandiren würde eine Stunde vergegenständlichte Arbeit, was natürlich nicht hindern würde, daß die eine Stunde productiver wäre wie die andre. Aber dennoch, so weit wir unterschieden den Theil der Arbeit, der nothwendig zur Subsistenz von der Surplusarbeit – und wenn überhaupt bestimmte Stunden des Tags Surpluszeit gearbeitet wird, ist es dasselbe als ob jeder aliquote Theil der Arbeitszeit aus einem Theil nothwendiger und Surplusarbeit bestünde – der immediate labourers, so könnte nicht gesagt werden daß der Werth der Arbeit, i. e. wages, der Theil des Products der sich gegen nothwendige Arbeit austauscht oder der Theil der Gesammtarbeit, der auf das nothwendige Product verwandt wird, constant seien. Mit der Productivität der Arbeit würde wechseln der aliquote Theil der Arbeitszeit, der die wages reproducirt; also würde beständig der Werth der Arbeit, i. e. wages wechseln mit der Productivität der Arbeit. Die wages wären nach wie vor gemessen durch einen bestimmten Gebrauchswerth, und da dieser beständig in seinem Tauschwerth wechselt mit der verschiednen Productivität der Arbeit, würden wages wechseln oder der Werth der Arbeit. Werth der Arbeit unterstellt überhaupt, daß die lebendige Arbeit nicht gleich ihrem Product, oder was dasselbe ist, daß sie verkauft wird nicht als wirkende Ursache, sondern selbst producirter Effect. Der Werth der Arbeit ist constant heißt weiter nichts als er ist beständig gemessen durch das Arbeitsquantum das in ihm steckt. In einem Product mag mehr oder weniger Arbeit stecken. Es kann sich daher bald eine größre bald eine mindre Portion des Products A) gegen das Product B) austauschen. Aber das Quantum lebendige Arbeit, das das Product kauft, kann nie grösser oder kleiner sein als die gethane Arbeit die es repräsentirt, denn eine bestimmte Quantität Arbeit ist immer eine bestimmte Quantität Arbeit, ob sie in der Form vergegenständlichter oder lebendiger Arbeit existire. Wenn daher mehr oder weniger Product für ein bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit gegeben wird, d. h. wenn die Salaire steigen oder fallen, so rührt das nicht daher daß der Werth der Arbeit gestiegen oder gefallen, denn der Werth einer bestimmten Quantität Arbeit ist immer gleich derselben bestimmten Quantität Arbeit, sondern daher daß die Producte mehr oder weniger Arbeit gekostet, ein größres oder geringres Quantum derselben daher dieselbe Quantität Arbeit darstellen. Der Werth der Arbeit bleibt also constant. Nur der Werth der Producte wechselt, d. h. die Productivkraft der Arbeit wechselt, nicht ihr Werth. Dieß ist the pith of the theory of Malthus, if you can call such a shallow fallacy a theory. D'abord mag ein Product, das nur einen halben Tag Arbeitszeit kostet, hinreichen, damit ich einen ganzen lebe und also auch arbeite. Ob oder ob nicht das Product diese Eigenschaft besizt, hängt nicht ab von seinem Werth, d. h. von der Arbeitszeit die auf es verwandt ist, sondern von seinem Gebrauchswerth und der Austausch, der nach dieser Seite hin zwischen lebendiger Arbeit und Product der Arbeit stattfindet, ist nicht ein Austausch beider als Tauschwerthe, sondern ihre Beziehung liegt einerseits in dem Gebrauchswerth des Products, anderseits in den Existenzbedingungen des lebendigen Arbeitsvermögens. Tauschte sich nun vergegenständlichte Arbeit gegen lebendige Arbeit aus, so könnte nach den Gesetzen des Tauschwerths das Product, welches = einem halben Arbeitstag auch nur einen halben Tag lebendiger Arbeit kaufen, obgleich der Arbeiter einen ganzen Arbeitstag von ihm leben könnte; und sollte sein ganzer Arbeitstag gekauft werden, so müßte er einen ganzen Arbeitstag in Product erhalten, womit er nach der Voraussetzung zwei Arbeitstage leben könnte. Aber auf der Grundlage des Capitals tauschen sich nicht lebendige Arbeit und gethane Arbeit als Tauschwerthe gegen einander aus, so daß beide identisch wären, und dasselbe Quantum Arbeit in vergegenständlichter Form der Werth, das Equivalent für dasselbe Quantum ||7| Arbeit in lebendiger Form. Sondern was sich austauscht ist Product und Arbeitsvermögen, das selbst ein Product ist. Das Arbeitsvermögen ist nicht = der lebendigen Arbeit, die es thun kann, = dem Quantum Arbeit, die es verrichten kann – dieß ist sein Gebrauchswerth. Es ist gleich dem Quantum Arbeit, wodurch es selbst producirt werden muß und reproducirt werden kann. Das Product wird also in fact nicht gegen lebendige Arbeit, sondern gegen vergegenständlichte Arbeit, im Arbeitsvermögen vergegenständlichte, ausgetauscht. Die lebendige Arbeit selbst ist ein Gebrauchswerth, den der vom Besitzer des Products eingehandelte Tauschwerth besizt und wie wenig oder viel er von dieser lebendigen Arbeit mehr eingehandelt hat als er in der Form des Products für das Arbeitsvermögen ausgegeben hat, hängt vom Quantum der lebendigen Arbeit ab – dem in dem Product dem Arbeiter gezahlten. Wenn sich Arbeitsquantum gegen Arbeitsquantum austauschte, sei es in der Form vergegenständlichter oder lebendiger [Arbeit], so wäre natürlich jedes Arbeitsquantum sich selbst gleich und sein Werth gleich seinem Quantum. Ein Product von einem halben Arbeitstag könnte daher nur einen halben Arbeitstag kaufen. Dann existirten aber in fact keine wages, und kein Werth der Arbeit. Die Arbeit hätte keinen von ihrem Product oder dem Equivalent ihres Products unterschiednen Werth, keinen spezifischen Werth und dieser constituirt gerade den Werth der Arbeit, wages.
Daraus also daß ein bestimmtes Arbeitsquantum = einem bestimmten Arbeitsquantum, oder auch daß ein bestimmtes Quantum = sich selbst, aus der grossen Entdeckung daß ein bestimmtes Quantum ein bestimmtes Quantum ist, schließt Herr Malthus daß der Arbeitslohn constant, der Werth der Arbeit constant ist, nämlich = demselben Quantum Arbeit vergegenständlicht. Dieß wäre richtig wenn lebendige Arbeit und aufgehäufte sich als Tauschwerthe gegen einander austauschten. Aber dann existirte weder Werth der Arbeit, noch wages, noch Capital, noch Lohnarbeit, noch Malthus' Untersuchungen. Diese alle beruhn darauf daß lebendige Arbeit als Ge- brauchswerth und lebendiges Arbeitsvermögen als Tauschwerth gegenüber der im Capital aufgehäuften Arbeit erscheinen. Malthus fährt ruhig fort: „Dasselbe gilt wenn Capital und profits enter into the computation of value und die demand for labour varies. “ Hier liegt der ganze Tiefsinn. Sobald Capital und Profits hereinkommen, kommt herein, daß das lebendige Arbeitsvermögen gekauft wird und sich daher eine kleinre Portion aufgehäufter Arbeit gegen eine größre Portion lebendiger austauscht. Es ist überhaupt charakteristisch für den Tiefsinn, daß das Capital, welches Lohnarbeit sezt, Arbeit erst in Lohnarbeit und das Arbeitsvermögen in eine Waare verwandelt, durchaus durch sein Hereinkommen keinen change in die Verwerthung der Arbeit hereinbringt, ebenso wenig wie in die Verwerthung der aufgehäuften Arbeit. Das Capital, das eine spezifische Form der Arbeit sich zu ihrem Product zu verhalten und zum Werth desselben, ist nach Malthus „entering“ without changing anything. Ganz als wenn er an der Verfassung der römischen Republik nichts ändern liesse durch das Hereinkommen „entering of Emperors“. Er fährt fort: “Findet an increased reward der labourers statt ohne ein increase in dem produce, dieß nur möglich bei einem fall of profits. To obtain any given portion of the produce the same quantity of labour is necessary as before, but profit being diminished, the value of the produce is decreased, while this diminution of profits in reference to the value of wages is just counterbalanced by the increased quantity of labour necessary to procure the increased produce awarded to the labourer, leaving the value of labour the same as before.” (p. 33, 34 l. c. Heft IX, 29.) Das Product enthält nach der Voraussetzung dieselbe quantity of labour. Sein Werth soll aber vermindert sein, weil die Profite gefallen sind. Wenn aber die im Product enthaltne Arbeitszeit dieselbe geblieben ist, wie sollen die Profite fallen? Steigt der Arbeitslohn, während die Gesammtarbeitszeit dieselbe bleibt – nicht aus temporären Ursachen, wie z. B. daß die Concurrenz günstig für die Arbeiter steht – so heißt das nichts, als daß die Productivität der Arbeit gefallen, daß größres Quantum Zeit nöthig um das Arbeitsvermögen zu reproduciren; daß also von der vom Capital in Bewegung gesezten lebendigen Arbeit ein größrer Theil auf die nothwendige und ein kleinrer auf die Surpluszeit fällt. Lassen wir die Tüftelei bis später. Nur noch der Vollständigkeit wegen folgende Schlußstelle: “Umgekehrt im umgekehrten Falle. A smaller quantity of produce would be awarded to the labourer and profits would rise. A given quantity of produce, which had been obtained by the same quantity of labour as before, would rise in value on account of the rise of profits; while this rise of profits, in reference to the wages of the labourer, would be balanced by the smaller quantity of labour necessary to obtain the diminished produce awarded to the labourer.” (Malthus p. 35) (l. c.) (IX, 29.) Was er bei dieser Gelegenheit über Geldpreisse in verschiednen Ländern sagt, als aus seinem principle resultirend, später zu betrachten. ❲Waare A) kann z. B. einen Arbeitstag kaufen; sie bezahlt nur einen halben (den nothwendigen), aber sie tauscht aus den ganzen. Das Quantum der ganzen von der Waare gekauften Arbeit ist dann gleich der nothwendigen + der Surpluszeit. Kenne ich also den Preiß der nothwendigen Arbeit = x, so wäre der Preiß der ganzen Arbeit = 2x und ich könnte so die neugeschaffne Waare schätzen in den wages und so die Preisse aller Waare in Arbeitslohn anschlagen. Dieß wäre aber nichts weniger als ein constanter Werth. Durch die Verwechslung, daß in der That, welches auch immer der Lohn sei, in civilisirten Ländern an average time für ihn gearbeitet werden muß, sage 12 Stunden, wie viel von diesen 12 Stunden nothwendige oder Surplusarbeit sei, wird auch Herr Carey, der das Quantum Arbeit in Arbeitstage auflöst (und allerdings lösen sie sich in lebendige Arbeitstage auf) darauf gebracht, daß weil dasselbe Capital immer weniger Arbeitszeit kostet zu seiner Reproduction, z. B.: Maschine von 100 l. wird durch den Fortschritt der Productivkräfte in einer gegebnen Zeit nur mehr 50 £ St. kosten, also das Resultat von halb so vieler Arbeitszeit, Arbeitstage oder Arbeitsstunden, as you like, sein. Daraus schließt Herr Carey, daß der Arbeiter mit halb so viel Arbeitstagen als früher diese Maschine kaufen, sich erwerben kann. Er begeht die kleine Verwechslung das Wachsthum der Surplusarbeitszeit zu betrachten als sei es für den Arbeiter gewonnen, während die ganze Sache umgekehrt darauf hinausläuft, daß der Arbeiter von dem ganzen Arbeitstag weniger für sich selbst arbeitet, mehr für das Capital, also die objective Macht des Capitals ihm gegenüber rasch anwächst, in bestimmten Verhältniß zur Vermehrung der Productivkräfte. Herr Carey läßt den Arbeiter die Maschine kaufen oder sich leihn; kurz er verwandelt ihn in einen Capitalisten. Und zwar soll er zu dieser größren Macht über das Capital kommen, weil die Reproduction eines bestimmten Quantums Capital weniger nothwendige Arbeit fordert, d. h. weniger bezahlte Arbeit, also der Arbeitslohn fällt im Verhältniß zum Profit. In America, so lange dort der Arbeiter noch selbst einen Theil seiner Surplusarbeit sich aneignet, mag er sich so viel accumuliren, um z. B. Pächter etc zu werden. (obgleich das auch aufhört schon jezt.) Wo die Lohnarbeit in America es noch rasch zu was bringen kann, geschieht es durch Reproduction frührer Productions- und Eigenthumsweisen auf Grundlage des Capitals (z. B. der independent peasantry). Kurz er betrachtet die Arbeitstage als dem Arbeiter gehörige Arbeitstage und statt zu schliessen, daß er mehr Capital produciren muß, um dieselbe Ar- beitszeit beschäftigt zu sein, schließt er, daß er weniger arbeiten muß, um das Capital zu erwerben (die Productionsbedingungen sich anzueignen). Producirte er 20 Maschinen und kann er in Folge der wachsenden Productivkraft nun 40 produciren, so wird in der That die einzelne Maschine wohlfeiler, aber weil ein kleinrer Theil des Arbeitstags nöthig ist um ein bestimmtes Quantum von ihr zu produciren, folgt nicht daß das Product des Arbeitstags für den Arbeiter gestiegen ist, sondern umgekehrt, daß weniger lebendige Arbeit verwandt wird zur Production eines bestimmten Quantums Maschine. Uebrigens Herr Carey, dem es um die Harmonie zu thun, findet selbst daß wenn die Rate des Profits sinkt, der gross profit steigt, weil ein immer größres Capital im Verhältniß zu der angewandten lebendigen Arbeit erheischt wird, also es immer unmöglicher für den Arbeiter wird sich die nöthige Summe Capital anzueignen, das Minimum des Capitals, das zur productiven Anwendung der Arbeit auf der neuen Productionsstufe erheischt ist. Ein aliquoter Theil des Capitals braucht weniger Arbeitszeit zur Reproduction, aber eine größre Masse Capital ist nöthig, um die geringre Arbeitszeit zu verwerthen. Das Wachsen der Productivkraft drückt sich aus darin daß der aus lebendiger Arbeit bestehnde Theil des Capitals ||8| beständig fällt gegen den in advances, Maschinerie etc ausgelegten. Der ganze schlechte Witz von Carey, der natürlich ein gefundnes Essen für Bastiat, beruht darauf, daß er die zur Production nöthige Arbeitszeit oder Arbeitstage in dem Arbeiter angehörige Arbeitstage verwandelt, während diese Zeit vielmehr dem Capital gehört und im Verhältniß zur wachsenden Productivkraft der Arbeit eine immer schmalere Portion seiner Arbeitszeit dem Arbeiter bleibt. Je weniger lebendige Arbeitszeit ein gegebnes Capital zu kaufen hat – oder je mehr die Totalsumme des Capitals wächst und die von ihm angewandte lebendige Arbeit abnimmt im Verhältniß zu seiner Grösse, – um so grösser nach Herrn Carey die Chance für den Arbeiter Besitzer des Capitals zu werden, weil das Capital durch weniger lebendige Arbeit re- producirt wird. Je grösser das Capital und je kleiner die Zahl Arbeiter, die es verhältnißmässig anwendet, desto grösser für diese Arbeiter die Chance Capitalisten zu werden, denn ist das Capital nicht nun mit weniger Arbeitstagen reproducirt? Kann es daher nicht auch mit weniger Arbeitstagen gekauft, gewonnen werden? Nimm ein Capital von 100 l., das 50 in Advancen verwendet, 50 in Arbeit und 50 P. C. Profit nimmt, denn die Abnahme der Profitrate Hauptsteckenpferd Careys und gehört mit zur Theorie. Laß jedes £ Arbeitslohn gleich einem Arbeitstag sein = 1 Arbeiter. Nimm nun ein andres Capital von 16000 l., das 14500 in Advancen verwendet, 1500 in Arbeitslohn (sei auch = 1500 Arbeitern) und nur 20 P. C. Profit nimmt. Im ersten Fall das Product = 150; im zweiten (laß der Bequemlichkeit der Rechnung wegen das Capital fixe in einem Jahr umschlagen) = 19200. (3200 Profit.) Hier haben wir den günstigsten case für Herrn Carey. Die Profitrate hat abgenommen von 50 P. C. auf 20, also um oder um 60 P. C. Dort ist ein Product von 50 das Resultat von 50 lebendigen Arbeitstagen; in dem andren case ein Product von 3200 von 1500 Arbeitern. Im ersten Fall ein Product von 1 das Resultat von 1 Arbeitstag; im 2ten ein Product von 2 das Product von 1 Arbeitstag. Im zweiten Fall ist weniger als die Hälfte Arbeitszeit nöthig um einen Werth von 1 zu produciren, wie im ersten. Heißt das nun, daß im 2t Fall der Arbeiter mit einem halben Arbeitstag 1 producirt für sich, wo der andre in der doppelten Zeit nur 1 producirt, also auf dem besten Weg ist Capitalist zu werden? Er müßte erst 16000 l. Capital erwerben und statt selbst zu arbeiten, fremde Arbeit kaufen, damit diese Verringerung der nothwendigen Arbeitszeit ihm das geringste hülfe. So hat sie nur eine unendliche Kluft zwischen seiner Arbeit und den Bedingungen ihrer Anwendung geschaffen, und die Rate der nothwendigen Arbeit vermindert, also im Verhältniß zum ersten Verhältniß mehr als 6× so viel Arbeiter an die Luft gesezt. Diese an die Luft gesezten Arbeiter sollen sich nun damit beruhigen, daß wenn sie die Bedingungen hätten, selbstständig zu arbeiten oder vielmehr als Capitalisten zu arbeiten, sie selbst weniger Arbeiter brauchen würden. In dem ersten case ist das ganze nothwendige Capital 100 l. und es ist mehr chance für den einzelnen Arbeiter da ausnahmsweise so viel zusammenzusparen und durch besonders glückliche Combination nun selbst Capitalist in der Weise des Capitalisten A) zu werden. Die Arbeitszeit, die der Arbeiter arbeitet ist dieselbe bei A) und B), obgleich die Totalsumme der von den Capitalisten gebrauchten Arbeitstage wesentlich verschieden. Auf 6 Arbeiter die der erste Capitalist braucht, braucht der 2t noch nicht Einen. Die übrigbleibenden müssen deshalb ebenso viel und mehr Surpluszeit arbeiten. Daß das Capital auf der einen Productionsstufe, wo es selbst ebenso gewachsen ist, wie die Productivkräfte, weniger lebendige Arbeitstage braucht, ist nach Carey damit gleichbedeutend daß der Arbeiter weniger Arbeitstage braucht um sich Capital anzueignen; wahrscheinlich mit den Arbeitstagen der nicht „beschäftigten“ Arbeiter. Weil der Capitalist weniger Arbeiter braucht, um sein immenses Capital zu verwerthen, kann der von ihm beschäftigte Arbeiter mit weniger Arbeit das größre Capital sich aneignen. Such is the logic of Mr. Carey, the harmoniser.❳
In Bezug auf Ricardos Theorie sagt Wakefield (Heft VII, p. 74) l. c. S. 231 Note:
“Treating labour as a commodity, and capital, the produce of labour, as another, then, if the value of these 2 commodities were regulated by equal quantities of labour, a given amount of labour would, under all circumstances, exchange for that quantity of capital which had been produced by the same amount of labour; antecedent labour would always exchange for the same amount as present labour. Aber the value of labour, in relation to other commodities, in so far, at least, as wages depend upon share, is determined, not by equal quantities of labour, but by the proportion between supply and demand.”
❲Bailey: „Money and its Vicissitudes in Value etc. London. 1837“ (Heft V, p. 26 sqq.) hat Bemerkungen über dormant capital, das durch beschleunigte Circulation in Umlauf gesezt werden kann (nach ihm durch größre Masse currency; er hätte sagen sollen Geld) und sucht auseinanderzusetzen, daß wenn überhaupt in einem Lande das Capital stets voll beschäftigt wäre, kein increase of demand an increase of production hervorbringen könnte. Der Begriff des dormant capital gehört in die Circulation, da das nicht in Circulation befindliche Capital schläft. Die betreffenden Stellen lauten: „Viel capital und productive skill may exist in an inert state. Falsch, wenn die Oekonomen glauben, that the numbers of labourers und die quantity of capital sind certain definitive powers, die müßten inevitably produce a determinate result in any country where they exist. (p. 54.) Weit entfernt from the amount of commodities, die die existing producers und das existing capital bring to market being fixed and determined, it is subject to a wide range of variation. (p. 55.) Also not essential to an increase of production that new capital or new labourers should arise … (Z. B. in einem Lande, wo want of precious metals) mögen einige Waaren oder was dasselbe ist, power to produce them, an einem Platz im Ueberfluß sein, other commodities at another place desgleichen und die holders of each wishing to exchange their articles for those held by the other, but kept in a state of non-intercourse for want of a common medium of exchange, and in a state of inaction because they have no motive for production.“ (55, 6.) ❲In der Circulation des Capitals erscheint das Geld doppelt, als Verwandlung des Capitals in Geld sowohl als Realisation des Preisses der Waare; aber hier ist dieß Preissetzen nicht formell. Die Umwandlung des Products in Geld ist hier die Rückverwandlung des Capitals in Werth als solchen, selbstständig existirenden Werth; Capital als Geld oder Geld als realisirtes Capital. Zweitens in der Bestimmung als bloses Circulationsmittel; dieß ist, wo es nur dient, das Capital rückzuverwandeln in Productionsbedingungen. In diesem 2ten Moment, in der Form des Salairs, muß eine bestimmte Masse Geld gleichzeitig vorhanden sein als Circulationsmittel, Zahlungsmittel. Daß das Geld nun in der Circulation des Capitals diese doppelte Rolle spielt, bringt in allen Crisen den Schein hervor, das Geld fehle als Circulationsmittel; während der Werth dem Capital fehlt und es sich daher nicht monétiser kann. Die Masse des circulirenden Geldes mag dabei selbst zunehmen. Auf die neuen Bestimmungen des Geldes, wie es gesezt ist als Moment der Circulation des Capitals, theils als sein Circulationsmittel, theils als realisirter Werth des Capitals, als selbst Capital eigner Abschnitt zu machen, wenn wir vom Zins etc sprechen.❳ Bailey fährt fort: „Es hängt keineswegs vom available capital eines Landes allein die in Thätigkeit gesezte Arbeit ab. Es kommt darauf an, ob food, tools und raw materials langsam oder rasch ||9| vertheilt ist to those parts where it is wanted: ob es mit Schwierigkeit circulirt oder nicht, ob es exists for long intervals in inert masses, und so im Resultat does not furnish sufficient employment to the population.“ (56, 7.) (Beispiel von Gallatin, l. c. 68 von den western counties of Pennsylvania.) „Politische Oekonomen sind zu geneigt, eine bestimmte Quantität Capital und eine bestimmte Zahl Arbeiter als Productionsinstrumente von uniformer power oder operating with a certain uniform intensity zu betrachten … Der Producent, der ein bestimmtes Capital anwendet, kann seine Producte lange oder kurze Zeit on hand haben, und während er auf Gelegenheit wartet, sie auszutauschen, his power of producing is stopped or retarded, so daß in einer gegebnen Periode, wie einem Jahr z. B., he may produce nur halb von dem, wie wenn prompt demand dagewesen wäre. Diese remark paßt equally auf den labourer der sein Instrument ist. Das adjustment of the various occupations of men in society to each other muß wenigstens imperfectly effected werden. Aber a wide distance zwischen den Stufen, worin verwirklicht – jeder expedient der facilitates traffic ist ein step zu diesem adjustment. The more unimpeded und easy der interchange of commodities becomes, desto shorter will be those unproductive intervals, worin men, eager for work, seem separated by an impassable barrier from the capital … das obgleich close at hand, in barren inertness gebannt.“ (p. 58–60.) „Allgemeines principle, that a new demand will be met by fresh exertions; by the active employment of capital and labour before dormant, and not by the diversion of productive power from other objects. Leztres nur möglich, wenn die Beschäftigung von Capital und Arbeit in einem Land keines Wachsthums mehr fähig wäre. Die Exportation of the goods sezt vielleicht nicht direkt neue Arbeit in Bewegung, aber dann absorbirt sie, wenn vorhandne Waaren dead stock, und sets at liberty capital tied up in an unproductive state.“ (p. 65.) „Die behaupten, daß ein Influx von Geld nicht promoviren kann die Production andrer Waaren, da diese Waaren are the sole agents of production, beweisen daß die Production überhaupt nicht enlarged werden kann, denn erfordert zu einem solchen enlargement, that food, raw materials, and tools should be previously augmented, which in fact is maintaining that no increase of production can take place without a previous increase (ist das aber nicht die ökonomische Lehre von der Accumulation?) oder in andren Worten, daß an increase is impossible. (p. 70.) Es wird nun zwar gesagt: Geht der Käufer mit vermehrter quantity of money auf den market und hebt nicht die Preisse der Waare, die er hier findet, so giebt er kein additional encouragement to production: hebt er die Preisse, nun, wenn prices are proportionally enhanced, the purchasers have no greater power of demand than before.“ (73.) “Zu leugnen as a general principle, daß a purchaser cannot give additional encouragement to production, unless his demand raise prices. Ausser dem Umstand daß die Preparation of a larger quantity admits of a more effective division of labour and the employment of superior machinery, there is in this matter that sort of latitude, arising from a quantity of labour and capital lying unemployed, and ready to furnish additional commodities at the same rate. So ereignet es sich daß a considerable increase of demand oft takes place ohne raising prices.” (73–74.)❳
❲John Wade: History of the Middle and Working Classes etc. 3 ed. London 1835 (Heft p. 20) sagt: “Labour is the agency by which capital is made productive of wages, profit, or revenue.” (p. 161.) “Capital is stored up industry, provided to develop itself in new and equivalent forms; it is collec- tive force.” (p. 162.) „Capital ist nur ein andrer Name für Civilisation.“ (164.) Die Association der Arbeiter – Kooperation und Division of Labour als Grundbedingungen der Productivität der Arbeit, – erscheinen wie alle Productivkräfte der Arbeit, d. h. die den Grad ihrer Intensivität und daher ihrer extensiven Realisation bestimmen, als Productivkraft des Capitals. Die Collectivkraft der Arbeit, ihr Charakter als gesellschaftliche Arbeit, ist daher die Collectivkraft des Capitals. Ebenso die Wissenschaft. Ebenso die Theilung der Arbeit, wie sie erscheint als Theilung der employments und ihnen entsprechender Austausch. Alle gesellschaftlichen Potenzen der Production sind Productivkräfte des Capitals und es selbst erscheint daher als das Subject derselben. Die Association der Arbeiter, wie sie in der Fabrik erscheint, ist daher auch nicht von ihnen, sondern vom Capital gesezt. Ihre Vereinigung ist nicht ihr Dasein, sondern das Dasein des Capitals. Dem einzelnen Arbeiter gegenüber erscheint sie zufällig. Er bezieht sich auf seine eigne Vereinigung mit andren Arbeitern und Cooperation mit ihnen als fremde, als Wirkungsweisen des Capitals. Das Capital, wo es nicht in inadaequater Form erscheint – also etwa der des kleinen, selbstarbeitenden Capitals – unterstellt schon auf gewisser, größrer oder kleinrer Stufenleiter, Concentration sowohl in objektiver Form, d. h. als Concentration in einer Hand, was hier mit der Accumulation noch zusammenfällt, von Lebensmitteln, Rohmaterial, und Instrumenten, oder in einem Wort von Geld als der allgemeinen Form des Reichthums; und auf der andren Seite in subjektiver Form, Accumulation von Arbeitskräften und Concentration derselben auf einem Punkt, unter dem Commando des Capitals. Es kann nicht auf je einen Arbeiter ein Capitalist kommen, sondern eine gewisse Quantität Arbeiter muß auf Einen Capitalisten kommen, nicht wie 1 oder 2 Gesellen auf 1 Meister. Das productive Capital, oder die dem Capital entsprechende Productionsweise kann nur eine doppelte sein: Manufactur oder grosse Industrie. In der ersten herrscht die Theilung der Arbeit vor; in der 2ten Combination von Arbeitskräften (mit gleichmässiger Arbeitsweise) und Anwendung von wissenschaftlicher Power, wo die Combination und so zu sagen der gemeinschaftliche Geist der Arbeit in die Maschine etc verlegt ist. In dem ersten Zustand muß die Masse der Arbeiter (accumulirten) groß sein im Verhältniß zum amount of capital; im 2ten das Capital fixe groß zur Zahl der vielen zusammenwirkenden Arbeiter. Die Concentration vieler, und ihre Vertheilung unter die Maschinerie als so viele Räder (warum es im Ackerbau anders, gehört nicht hierher) ist aber hier schon vorausgesezt. Case II braucht also nicht besonders betrachtet zu werden, sondern nur case I. Die eigenthümliche Entwicklung der Manufactur ist die Theilung der Arbeit. Diese aber sezt voraus Versammlung (vorläufige) vieler Arbeiter unter ein Commando, ganz wie das Werden des Geldes zu Capital das Freigewor- densein eines gewissen amounts von Lebensmitteln, Rohmaterialien, Ar- beitsinstrumenten voraussezt. Von der Theilung der Arbeit ist hier auch zu abstrahiren daher als späterm Moment. Gewisse Industriezweige, z. B. Minenarbeit sezt von vorn herein Cooperation voraus. So lange das Capital daher nicht existirt, findet sie als Zwangsarbeit (Frohn- oder Sklavenarbeit) unter einem Aufseher statt. Ebenso Wegebau etc. Um diese Arbeiten zu übernehmen, schafft das Capital nicht die Accumulation und Concentration der Arbeiter, sondern übernimmt sie. Dieß also auch nicht in question. Die einfachste und von der Theilung der Arbeit unabhängigste Form ist daß das Capital verschiedne selbstständig und zerstreut wohnende Handweber, Spinner etc beschäftigt. (Diese Form existirt noch immer neben der Industrie.) Hier ist also die Productionsweise selbst noch nicht von ihm bestimmt, sondern von ihm vorgefunden. Der Einheitspunkt dieser zerstreuten Arbeiter liegt nur in ihrer wechselseitigen Beziehung zum Capital, daß das Product ihrer Production in seiner Hand accumulirt wird und so die Surpluswerthe, die sie über ihre eigne Revenu hinaus geschaffen. Als zusammenwirkende Arbeit existiren sie nur an sich, insofern jeder derselben für das Capital arbeitet – daher in ihm ein Centrum besizt – ohne daß sie zusammenarbeiten. Ihre Vereinigung durch das Capital ist daher nur for- mell,||10| und betrifft nur das Product der Arbeit, nicht die Arbeit selbst. Statt mit vielen auszutauschen, tauschen sie mit dem Einen Capitalisten aus. Es ist daher eine Concentration der Exchanges durch das Capital. Das Capital tauscht aus nicht als Einzelnes, sondern als den Consum und Bedarf vieler repräsentirend. Es tauscht nicht mehr aus als einzeln Austauschendes, sondern repräsentirt im Austauschakt die Gesellschaft. Collectiver Aus- tausch und Concentrirender Austausch auf Seite des Capitals mit den zerstreut arbeitenden Webern etc, deren Arbeitsproducte durch diesen Austausch collectirt, vereinigt werden und so ihre Arbeiten selbst, obgleich sie unabhängig von einander vorgehn. Das Vereinigen ihrer Arbeiten erscheint als ein besondrer Akt, neben dem die selbstständige Zersplitterung ihrer Arbeiten fortdauert. Dieß ist die erste Bedingung, damit sich das Geld als Capital gegen die freie Arbeit austauscht. Die zweite ist die Aufhebung der selbstständigen Zersplitterung dieser vielen Arbeiter, wo das Eine Capital ihnen gegenüber nicht mehr nur als gesellschaftliche Collectivkraft im Akt des Austauschs erscheint, so daß in ihm viele Austausche vereinigt sind, sondern sie an einem Ort unter sein Commando, in Eine Manufactur, versammelt, nicht mehr sie in der vorgefundnen Productionsweise läßt, und auf dieser Basis seine Macht etablirt, sondern eine ihm entsprechende Productionsweise als Basis sich schafft. Es sezt die Vereinigung der Arbeiter in der Production, eine Vereinigung, die zunächst nur im gemeinschaftlichen Ort, unter Aufsehern, Einregimentirung, größre Disciplin, Stetigkeit und gesezteAbhängigkeit in der Production selbst vom Capital sein wird. Gewisse faux frais de production werden dabei von vorn gespart. (Ueber diesen ganzen Process vergl. Gaskell, wo spezielle Beziehung auf Entwicklung der grossen Industrie in England.) Jezt erscheint das Capital sowohl als die Collectivkraft der Arbeiter, ihre gesellschaftliche Kraft, wie als die sie zusammenbindende, und diese Kraft daher schaffende Einheit. Dieß alles bleibt nach, wie vor, und auf jeder Entwicklungsstufe des Capitals, vermittelt dadurch, daß die vielen mit ihm als dem Einen austauschen, so daß der Austausch selbst in ihm concentrirt ist; der gesellschaftliche Charakter des Austauschs; es tauscht gesellschaftlich mit den Arbeitern aus, diese aber einzeln mit ihm. Bei dem Handwerksbetrieb handelt es sich um die Qualität des Products; um das besondre Geschick des einzelnen Arbeiters und der Meister ist als Meister supposed es zur Meisterschaft in diesem Geschick gebracht zu haben. Seine Stellung als Meister beruht nicht nur auf seinem Besitz der Productionsbedingungen, sondern auf seinem eignen Geschick in der besondren Arbeit. Bei der Production des Capitals handelt es sich von vornherein nicht um dieß halbkünstlerische Verhältniß – das überhaupt der Entwicklung des Gebrauchswerths der Arbeit, der Entwicklung der besondren Fähigkeit der unmittelbaren Handarbeit entspricht; der Ausbildung der menschlichen Hand etc zur Arbeit. Es handelt sich von vorn herein um Masse, weil um Tauschwerth und Surpluswerth. Das entwickelte Princip des Capitals ist grade das besondre Geschick überflüssig zu machen und die Handarbeit, die unmittelbar körperliche Arbeit überhaupt als geschickte Arbeit sowohl, wie als Muskelanstrengung überflüssig zu machen; das Geschick vielmehr in die todten Naturkräfte zu legen. Bei der Voraussetzung der Entstehung der Manufactur nun als Entstehung der Productionsweise des Capitals (Sklaven sind an sich combinirt, weil unter Einem Meister) ist vorausgesezt, daß die vom Capital selbst erst hervorzurufende Productivkraft der Arbeit noch nicht existirt. Es ist also Voraussetzung, daß die nothwendige Arbeit in der Manufactur noch grosse Portion der ganzen disponiblen Arbeitszeit wegnimmt, also die Surplusarbeit noch relativ klein auf den einzelnen Arbeiter ist. Dieß wird nun einerseits dadurch ersezt, und der Fortschritt der Manufactur so beschleunigt, daß die Profitrate grösser ist, also das Capital sich schneller accumulirt im Verhältniß zu seinem schon bestehnden amount als in der grossen Industrie. Wenn von 100 Th. 50 auf Arbeit kommen und die Surpluszeit = , so der geschaffne Werth = 110, oder 10 P. C. Wenn von 100 nur 20 auf Arbeit käme und die Surpluszeit = , so der geschaffne Werth = 105 oder 5 P. C. Andrerseits kömmt diese größre Profitrate bei der Manufactur nur heraus durch die Anwendung vieler Arbeiter auf einmal. Die größre Surpluszeit kann nur gewonnen werden, indem die Surpluszeit von vielen Arbeitern im Verhältniß zum Capital collectirt wird. Die absolute Surpluszeit, nicht die relative herrscht in der Manufactur vor. Noch mehr ist dieß ursprünglich der Fall, wo die zersplitterten, unabhängigen Arbeiter selbst noch einen Theil ihrer Surpluszeit für sich verwerthen. Damit das Capital als Capital existire, sowohl vom Profit leben, wie accumuliren kann, muß sein Gewinn = der Summe der Surpluszeit vieler gleichzeitiger lebendiger Arbeitstage sein. In der Agricultur ist die Erde in ihrem chemischen etc Wirken selbst schon eine Maschine, die die unmittelbare Arbeit productiver macht, und daher eher ein Surplus giebt, weil hier eher mit Maschine, nämlich einer natürlichen gearbeitet wird. Dieß die einzig richtige Basis der Lehre der Physiokraten, die nach dieser Seite nur die Agricultur gegenüber der noch ganz unentwickelten Manufactur betrachtet. Wenn der Capitalist Einen Arbeiter anwendete, um von dessen Surpluszeit zu leben, so würde er offenbar doppelt gewinnen, wenn er selbst arbeitete, mit eignem Fonds arbeitete, denn er würde ausser der Surpluszeit das dem Arbeiter gezahlte Salair gewinnen. Er würde verlieren bei dem Process. D. h. er wäre noch nicht in den conditions als Capitalist zu arbeiten, oder der Arbeiter wäre nur sein Gehilfe, und so stünde er noch nicht zu ihm im Verhältniß als Capital.
Damit das Geld sich in Capital verwandle, daher nicht nur nöthig, daß es Surplusarbeit in Bewegung setzen kann, sondern ein gewisses Quantum Surplusarbeit, die Surplusarbeit einer gewissen Masse nothwendiger Arbeit, d. h. vieler Arbeiter auf einmal, so daß ihre vereinigte Summe hinreicht, daß es sowohl als Capital leben kann, d. h. den Reichthum gegenüber dem Arbeiterleben in der Consumtion repräsentirt, wie Surplusarbeit für die Accumulation zurücklegen. Das Capital von vorn herein producirt nicht für den Gebrauchswerth, für die unmittelbare Subsistenz. Die Surplusarbeit muß also von vornherein groß genug sein, um einen Theil von ihr wieder als Capital anzuwenden. Also immer auf der Stufe, wo eine gewisse Masse gesellschaftlichen Reichthums in einer Hand schon concentrirt ist, objektiv, die also als Capital sofort als Austausch mit vielen Arbeitern, später als Production durch viele Arbeiter erscheint, Combination von Arbeitern, fähig ist ein gewisses Quantum lebendiger Arbeitsvermögen simultaneously at work zu setzen, beginnt die Production durch das Capital das so von vorn herein als Collectivkraft, gesellschaftliche Kraft und Aufhebung der Vereinzelung, zuerst des Austauschs mit den Arbeitern, dann der Arbeiter selbst erscheint. Die Vereinzelung der Arbeiter unterstellt noch relative Unabhängigkeit derselben. Volle Abhängigkeit vom Capital, volle Loslösung der Arbeiter von den Productionsbedingungen unterstellt daher ihre Gruppirung um das einzelne Capital, als den ausschließlichen Boden ihrer Subsistenz herum. Es wird sich dasselbe ergeben – oder es ist dasselbe in andrer Form – wenn ausgegangen wird von der besondren Form des Austauschs, die unterstellt ist, damit das Capital als Capital austauscht, wo das Geld schon als viele Austauschende repräsentirend oder eine über den Einzelnen und seinen einzelnen Ueberfluß hinausgehende Tauschkraft besitzen muß, schon eine nicht mehr einzelne, sondern dem Einzelnen gehörige, aber ihm als Gesellschaftliche Function, Repräsentant des gesellschaftlichen Reichthums Austauschendem – andrerseits geht es aus den Bedingungen der freien Arbeit hervor. Die Loslösung des Einzelnen von den Productionsbedingungen der Arbeit = Gruppirung Vieler um Ein Capital.❳
❲Das Kaufmannscapital auch von vorn herein die Concentration vieler Austausche in Einer Hand. Es vertritt schon Masse Austauschender sowohl als G wie W.❳ |
|11| «Cette progression continuelle de savoir et d'expérience» sagt Babbage «est notre grande force.» Diese Progression, dieser sociale Fortschritt gehört [zum] und wird exploitirt vom Capital. Alle früheren Eigenthumsformen verdammen den größren Theil Menschheit, die Sklaven, reine Arbeitsinstrumente zu sein. Die geschichtliche Entwicklung, politische Entwicklung, Kunst, Wissenschaft etc spielen in den höheren Kreisen über ihnen. Das Capital aber erst hat den geschichtlichen Progress gefangen genommen in den Dienst des Reichthums.
❲Vor der Accumulation durch das Capital ist eine Accumulation vorausgesezt, die das Capital constituirt, die zu seiner Begriffsbestimmung gehört; Concentration können wir sie kaum noch nennen, weil diese im Unterschied gegen viele Capitalien stattfindet; wenn man nur noch von dem Capital spricht, so fällt die Concentration noch mit der Accumulation oder dem Begriff des Capitals zusammen. D. h. sie bildet noch keine besondre Bestimmung. Wohl aber steht das Capital von vorn herein als Eins oder Einheit den Arbeitern als Vielen gegenüber. Und so erscheint es als die Concentration der Arbeiter, gegenüber die Arbeit, als ausser ihnen fallende Einheit. Nach dieser Seite ist die Concentration im Begriff des Capitals enthalten – die Concentration vieler lebendigen Arbeitsvermögen zu einem Zweck; eine Concentration, die sich ursprünglich keineswegs schon in der Productionsweise selbst durchgeführt, sie durchdrungen zu haben braucht. Centralisirende Wirkung des Capitals auf die Arbeitsvermögen oder Setzen seiner als der selbstständig ausser diesen vielen existirenden Einheit derselben.❳
❲Rossi in seinen Leçons d'économie politique sagt: (Heft, p. 26): «Le progrès social ne peut consister à dissoudre toute association, mais à substituer aux associations forcées oppressives des temps passés, des associations volontaires et équitables … L'isolement à son plus haut degré, c'est l'état sauvage; l'association forcée, oppressive, à son plus haut degré, c'est la barbarie. En deça de ces extrêmes, l'histoire nous fait apercevoir des variétés, des nuances très diverses. La perfection se trouve dans les associations volontaires, qui multiplient les forces par l'union, sans ôter à la puissance individuelle ni son énergie, ni sa moralité et sa responsabilité.» (p. 354.) Im Capital ist die association der ouvriers nicht erzwungen durch direkte physische Gewalt, Zwangs- Frohn- Sklavenarbeit; sie ist erzwungen dadurch, daß die Bedingungen der Production fremdes Eigenthum sind und selbst vorhanden sind als objective Association, die dasselbe wie Accumulation und Concentration der Productionsbedingungen.❳
❲Die Auffassung des Capitals blos nach seiner stofflichen Seite, als Productionsinstrument, ganz abgesehn von der ökonomischen Form, die das Productionsinstrument zu Capital macht, verwickelt die Oekonomen in allerlei difficulties. So fragt Rossi l. c. (Heft, 27) „Ist die matière première vraiment un instrument de production? n'est-ce pas plutôt l'objet sur lequel les instruments producteurs doivent agir?“ (p. 367.) Hier fällt ihm also Capital ganz zusammen mit Productionsinstrument im technologischen Sinn, wonach jeder Wilde ein Capitalist ist. (Was Herr Torrens in der That von einem Wilden behauptet, der mit einem Stein nach einem Vogel wirft.) Uebrigens selbst auf dem Standpunkt der rein stofflichen Abstraction – d. h. der Abstraction von der ökonomischen Categorie selbst – ist die Bemerkung Rossis flach und zeigt nur, daß er seinen englischen Lehrer nicht verstanden hat. Accumulated labour used as instrument for new production; oder produce schlechthin applied to production; der Rohstoff wird so gut zur Production verwandt, d. h. einer Formveränderung unterworfen, als das Instrument, das auch produit ist. Das fertige Resultat der Production wird wieder zu einem Moment des Productionsprocesses. Weiter heißt der Satz nichts. Innerhalb des Productionsprocesses kann es als Rohstoff oder als Instrument figuriren. Aber Productionsinstrument ist es, nicht insofern es in dem unmittelbaren Productionsprocess als Instrument dient, sondern sofern es ein Mittel der Erneuerung des Productionsprocesses selbst – eine seiner Voraussetzungen ist. Wichtiger und mehr to the point ist das Bedenken, ob das Approvisionnement Theil des Capitals bildet, i. e. das Salair und hier zeigt sich die ganze Confusion der Oekonomisten. „Man sagt, daß die Retribution des Arbeiters Capital ist, weil der Capitalist sie ihm vorstreckt. Gäbe es nur Arbeiterfamilien, die genug hätten, ein Jahr zu leben, es gäbe kein Salär. Der Arbeiter könnte zum Capitalisten sagen: Du streckst zum gemeinschaftlichen Werk das Capital vor, ich bringe die Arbeit hinzu: das Product wird unter uns nach diesen und diesen Verhältnissen vertheilt werden. Sobald es realisirt sein wird, wird jeder sein Theil nehmen.“ (p. 369.) „Es gäbe dann keine advances für die Arbeiter. Sie würden unterdeß consumiren, selbst wenn die Arbeit still stünde. Was sie verzehren würden gehört dem Consumtionsfonds an, durchaus nicht dem Capital. Also: die Avancen für die Arbeiter sind nicht nothwendig. Also ist das Salair kein constitutives Element der Production. Es ist ein Accidenz, eine Form unsres socialen Zustandes. Des Capitals, der Arbeit, der Erde bedarf es dagegen nothwendig um zu produciren. Zweitens: man wendet das Salair doppelt an: man sagt, das Salair sei ein Capital, aber was repräsentirt es? Die Arbeit. Qui dit salaire dit travail und vice versa. Macht also das vorgestreckte Salair Theil des Capitals aus, so hätte man blos von 2 Productionsinstrumenten zu reden: von Capital und Erde.“ (p. 370.) Und ferner: „Im Grund verzehrt der Arbeiter nicht das Gut des Capitalisten, sondern sein eignes; was man ihm als Retribution der Arbeit giebt, ist sein aliquoter Theil des Products.“ (p. 370.) „Der Contract des Capitalisten mit dem ouvrier ist keins der Phänomene der Production … Der Unternehmer giebt sich her zu diesem arrangement, das die Production erleichtern kann. Aber dieß arrangement ist nichts andres als eine 2te Ope- ration, eine Operation von einer ganz andren Natur, gepfropft auf eine productive Operation. Es kann in einer andren Arbeitsorganisation ver- schwinden. Es giebt selbst heute Productionen, wo es nicht statthat. Das Salair ist also eine Form der Distribution des Reichthums, kein Element der Production. Der Theil des Fonds, welchen der Unternehmer der Zahlung der Salaire widmet, macht keinen Theil des Capitals aus … Es ist eine Operation à part, die zweifelsohne den Gang der Production fördern kann, aber die man kein direktes Productionsinstrument nennen kann.“ (370.) „Die Macht der Arbeit concevoir, en faisant abstraction des moyens de subsistance des travailleurs, pendant l'œuvre de la production, c'est concevoir un être de raison. Qui dit travail, qui dit puissance du travail, dit à la fois travailleur et moyens de subsistance, ouvrier et salaire … le même élément reparaît sous le nom de capital; comme si la même chose pouvait faire à la fois partie de deux instruments distincts de production.“ (370, 71.) Hier ist nun viele Confusion, berechtigt dadurch daß Rossi die Oekonomen beim Wort nimmt und Productionsinstrument als solches mit Capital gleichsezt. D'abord hat er ganz Recht, daß Lohnarbeit keine absolute Form der Arbeit, vergißt aber nur dabei, daß Capital ebenso wenig eine absolute Form der Arbeitsmittel und -materien ist und daß diese 2 Formen dieselbe Form in verschiednen Momenten sind, daher mit einander stehn und fallen; es daher abgeschmackt von ihm ist von Capitalisten ohne Lohnarbeit zu sprechen. Sein Beispiel von den Arbeiterfamilien, die ein Jahr leben können ohne den Capitalisten, also Eigenthümer ihrer Productionsbedingungen sind, die ihre nothwendige Arbeit ohne Erlaubniß des Herrn Capitalisten verrichten. Der Capitalist den er zu ihnen kommen läßt mit seinem Proposal meint daher nichts als einen Producent von Productionsinstrumenten – das Zu-ihnen-kommen meint nichts als eine durch Austausch mit Aussen vermittelte Theilung der Arbeit. Auch ohne alles Arrangement – durch die einfachen exchanges – theilen sich die beiden dann in das gemeinschaftliche Product. Der Exchange ist die Theilung. Arrangement ist weiter nicht dazu nöthig. Was diese Arbeiterfamilien dann austauschten wäre Surplusarbeit, absolute oder relative wozu sie das Instrument befähigt hätte – entweder neue Nebenarbeit über ihre alte Arbeit hinaus, von der sie Jahr um Jahr leben konnten vor dem Erscheinen des C[apitalisten], oder durch Anwendung des Instruments in ihrem alten Arbeitszweig. Hier macht Herr Rossi den Arbeiter zum Besitzer und Austauscher seiner ||12| Surplusarbeit, und hat so glücklich die lezte Spur an ihm ausgelöscht, die ihn zum Lohnarbeiter stempeln würde, damit aber auch an dem Productionsinstrument die lezte Spur, die es zum Capital macht. Es ist wahr, daß der Arbeiter „im Grund nicht das Gut des Capitalisten verzehrt, sondern sein eignes“, aber nicht exact wie Herr Rossi meint, weil es nur ein aliquoter Theil des Products, sondern weil es ein aliquoter Theil seines Products ist und die Zahlung darin besteht, wenn der Schein des Tauschs abgestreift wird, daß er einen Theil des Tages für sich arbeitet und einen andren für den Capitalisten, aber nur so lange überhaupt die Erlaubniß erhält zu arbeiten, als seine Arbeit diese Theilung zuläßt. Der Austauschakt selbst ist wie wir gesehn haben kein Moment des unmittelbaren Productionsprocesses, sondern eine Bedingung desselben. Innerhalb des Gesammtproductionsprocesses des Capitals, der die verschiednen Momente seiner exchanges, die Circulation, in sich einschließt, ist dieser Austausch aber gesezt als ein Moment des gesammten Processes. Aber sagt Rossi: Das Salair erscheint zweimal in der Rechnung: das einemal als Capital, das andremal als Arbeit; es repräsentirt so zwei unterschiedne Productionsinstrumente. Wenn das Salair das Productionsinstrument Arbeit repräsentirt, kann es nicht das Productionsinstrument Capital repräsentiren. Hier eine Verwirrung, die auch daher kommt, daß Rossi die orthodoxen ökonomischen Distinctionen ernsthaft nimmt. In der Production figurirt das Salair nur einmal, als fonds bestimmt in Salaire verwandelt zu werden, als virtuelles Salair. Sobald es wirkliches Salair ist, ist es weggezahlt und figurirt nur noch in der Consumtion als Revenu des Arbeiters. Was aber gegen das Salair eingetauscht ist, ist das Arbeitsvermögen und dieß figurirt gar nicht in der Production, sondern nur der Gebrauch der davon gemacht wird – die Arbeit. Die Arbeit erscheint als Productionsinstrument von Werth, weil sie nicht gezahlt, also nicht durch das Salair repräsentirt ist. Als Gebrauchswerth schaffende Thätigkeit hat sie ebenfalls nichts mit sich als salarirter Arbeit zu thun. Das Salair in der Hand des Arbeiters ist nicht mehr Salair, sondern Consumtionsfonds. Nur in der Hand des Capitalisten ist es Salair, d. h. der Theil des Capitals bestimmt gegen Arbeitsvermögen ausgetauscht zu werden. Für den Capitalisten hat es reproducirt ein verkäufliches Arbeitsvermögen, so daß nach dieser Seite hin selbst die Consumtion des Arbeiters als im Dienst des Capitalisten geschieht. Die Arbeit selbst zahlt er gar nicht, sondern nur das Arbeitsvermögen. Dieß allerdings kann er nur durch die Wirksamkeit dieses Vermögens selbst thun. Wenn das Salair doppelt erscheint, so nicht weil es 2mal 2 verschiedne Productionsinstrumente repräsentirt, sondern weil es das einemal unter dem Gesichtspunkt der Production, das andremal unter dem Gesichtspunkt der Distribution erscheint. Diese bestimmte Form der Distribution ist aber kein beliebiges Arrangement, so daß es anders sein könnte; sondern es ist durch die Form der Production selbst gesezt; nur eines ihrer eignen Momente in einer andren Bestimmung betrachtet. Der Werth der Maschine bildet sicher einen Theil des Capitals, das in ihr angelegt ist; aber als Werth producirt die Maschine nicht, obgleich sie dem Fabrikanten einbringt. Das Salair repräsentirt nicht die Arbeit als Productionsinstrument, so wenig wie der Werth die Maschine als Productionsinstrument repräsentirt. Es repräsentirt nur das Arbeitsvermögen und da dessen Werth getrennt von ihm als Capital existirt, Theil des Capitals. Sofern der Capitalist sich fremde Arbeit aneignet und mit dieser angeeigneten Arbeit sie wieder kauft, erscheint das Salair – d. h. der Repräsentant der Arbeit – wenn Herr Rossi will, doppelt, 1) als Eigenthum des Capitals, 2) als Repräsentant der Arbeit. Was Rossi eigentlich beunruhigt, ist, daß das Salair als Repräsentant zweier Productionsinstrumente erscheint, des Capitals und der Arbeit; vergißt, daß die Arbeit als Productivkraft dem Capital einverleibt ist und als Arbeit in esse, nicht in posse keineswegs ein vom Capital unterschiednes Productionsinstrument ist, sondern das Capital erst zum Productionsinstrument macht. Was den Unterschied zwischen dem Salair als Theil des Capitals bildend und zugleich Revenu des Arbeiters, so kommen wir darauf unter dem Abschnitt Profit, Zins, womit wir dieß erste Capitel vom Capital schliessen.❳
❲Malthus mit Bezug auf seine oben erwähnten: „The Measure of Value“ etc kommt zurück noch in seinen „Definitions in Political Economy etc. London. 1827“. Er bemerkt daselbst: “No writer that I have met with, anterior to Mr Ricardo, ever used the term wages, or real wages, as implying proportions. Profits, indeed, imply proportions; and the rate of profits had always justly been estimated by a per centage upon the value of the advances. But wages had uniformly been considered as rising or falling, not according to any proportion which they might bear to the whole produce obtained by a certain quantity of labour, but by the greater or smaller quantity of any particular produce received by the labourer, or by the greater or smaller power which such produce would carry of commanding the necessaries and conveniences of life.” (M. 29, 30.) (Heft X, p. 49.) Der einzige Werth, der in einer gegebnen Production vom Capital producirt wird, ist der durch das neue Quantum Arbeit hinzugefügte Werth. Dieser Werth aber besteht aus der nothwendigen Arbeit, die das Salair reproducirt – dem in der Form des Salairs gemachten Vorschuß des Capitals – und aus der Surplusarbeit, daher Surpluswerth über diese nothwendige hinaus. Die in Material und Maschine gemachten Advancen werden nur aus einer Form in die andre übersezt. Das Instrument geht ebenso gut über in das Product, wie das Rohmaterial und sein Abnutzen ist zugleich Formsetzen an dem Product. Wenn Rohmaterial und Instrument nichts kosten, wie bei manchen extractiven Industrien sie noch beinahe = 0 anzuschlagen sind (das Rohmaterial immer bei jeder extractiven Industrie, Metallgewinnung, Kohlengewinnung, Fischfang, Jagd, Holzfällen in Urwäldern etc), fügen sie auch absolut nichts zum Werth der Production hinzu. Ihr Werth ist das Resultat früherer Production, nicht der unmittelbaren, worin sie als Instrument und Material dienen. Der Mehrwerth kann also nur geschäzt werden im Verhältniß zur nothwendigen Arbeit. Der Profit ist nur eine secundäre, abgeleitete, und transformirte Form des Mehrwerths, die bürgerliche Form, worin die Spuren seiner Entstehung ausgelöscht sind. Ricardo selbst hat dieß nie begriffen, weil er 1) immer nur von Theilung eines fertigen Quantums spricht, nicht vom ursprünglichen Setzen dieses Unterschiedes; 2) weil das Verständniß ihn gezwungen haben würde, zu sehen daß zwischen Capital und Arbeit ein ganz andres Verhältniß als das des Tauschs eintritt; und er nicht einsehn durfte, daß das bürgerliche System der Equivalente in Aneignung ohne Equivalent umschlägt und auf ihr basirt; 3) sein Satz von proportionate profits und wages nur darauf sich bezieht, daß [wenn] ein bestimmter Gesammtwerth in 2 Portionen getheilt wird, ein Quantum überhaupt in 2 getheilt wird, die Größe der beiden Theile nothwendig in umgekehrtem Verhältniß steht. Auf diese Fadaise hat seine Schule dann auch richtig die Sache reducirt. Bei ihm war das Interesse, das ihn zur Aufstellung der Proportionate Wages und Profits trieb, nicht das der Schöpfung des Surpluswerths auf den Grund zu kommen – denn er geht aus von der Voraussetzung daß ein gegebner Werth zu theilen zwischen Salair und Profit, zwischen Arbeit und Capital, er unterstellt also diese Theilung als sich von selbst verstehend – sondern erstens der gewöhnlichen Preißbestimmung gegenüber die richtige, die er vom Werth aufgestellt hat, geltend zu machen, indem er zeigte, daß die Grenze des Werths selbst nicht durch seine Vertheilung, verschiedne Vertheilung in Profits und wages afficirt wird; zweitens: das nicht nur transitorische, sondern fortwährende Fallen der Profitrate zu erklären, das ihm bei der Voraussetzung des Fallens einer festen Portion des Werths auf die Arbeit unerklärlich war; drittens: indem er dieß Fallen des Profits durch das Steigen des Arbeitslohns erklärte, dieß Steigen selbst aber durch Steigen des Werths der Agriculturproducte, d. h. die steigende Schwierigkeit ihrer Production, zugleich die Grundrente zu erklären als nicht mit seinem Werthprincip streitend. Zugleich gab dieß eine polemische Waffe ab für das industrielle Capital gegen das die Fortschritte der Industrie exploitirende Grundeigenthum. Zugleich aber, durch die einfache Logik getrieben, hatte er so die gegensätzliche Natur des Profits, der Arbeit und des Capitals, proclamirt, ||13| so sehr er sich auch bemüht dem Arbeiter nachher nachzuweisen, daß dieser gegensätzliche Charakter von Profit und Salair sein reelles Einkommen nicht interessirt, vielmehr ein proportionelles (nicht absolutes) Steigen des Arbeitslohns schädlich ist, weil es die Accumulation hindert, und die Entwicklung der Industrie nur dem faulen Grundeigenthümer nütze. Still war die gegensätzliche Form proclamirt und Carey, der Ricardo nicht versteht, konnte ihn daher als Vater der Communisten etc schelten, wo er wieder in einem Sinn recht hat, den er selbst nicht versteht. Die andren Oekonomen aber, die wie Malthus, absolut nichts mit der proportionellen Natur (und darum gegensätzlichen) des Arbeitslohns zu thun haben wollen, wünschen einerseits den Gegensatz zu vertuschen; andrerseits halten sie fest daran, daß der Arbeiter einfach einen bestimmten Gebrauchswerth, sein Arbeitsvermögen, gegen Capital austauscht, daher verzichtet auf die Productivkraft, die Neuwerth schaffende Kraft der Arbeit, nichts mit dem Product zu thun hat, und es sich daher bei dem Austausch zwischen Capitalisten und Arbeitern, dem Salair, wie bei jedem einfachen exchange, wo Equivalente ökonomisch vorausgesezt sind, es sich nur um Quantität handelt, um das Quantum des Gebrauchswerths. So richtig dieß einerseits ist, so bringt es die scheinbare Form des barter, der exchange mit sich, daß der Arbeiter, wenn die Concurrenz ihm grade erlaubt zu markten und streiten mit dem Capitalisten, seine Ansprüche mißt am Profit des Capitalisten und einen bestimmten Antheil verlangt an dem von ihm geschaffnen Mehrwerth; so daß die Proportion ein reales Moment des ökonomischen Lebens selbst wird. Ferner im Kampf der beiden Klassen – der sich bei Entwicklung der Arbeiterklasse nothwendig einstellt – wird das Messen der wechselseitigen Distance, die eben durch den Arbeitslohn selbst als Proportion ausgedrückt ist, entscheidend wichtig. Der Schein des Austauschs verschwindet im Process der auf das Capital gegründeten Productionsweise. Durch den Process selbst und seine Wiederholung wird gesezt, was an sich ist, daß der Arbeiter als Salair vom Capitalisten nur einen Theil seiner eignen Arbeit erhält. Dieß tritt dann auch in das Bewußtsein sowohl der Arbeiter wie der Capitalisten. Bei Ricardo ist eigentlich nur die Frage, welche Proportion das nothwendige Salair im Lauf der Entwicklung bildet zum Gesammtwerth? Es bleibt immer nur das nothwendige Salair; seine Proportionelle Natur interessirt also nicht den Arbeiter, der nach wie vor dasselbe Minimum erhält, sondern nur den Capitalisten, dessen Abzüge von der Reineinnahme wechseln, ohne daß die Arbeiter in Gebrauchswerth ausgedrückt mehr erhielten. Daß aber Ricardo, wenn auch zum Zweck ganz andrer Probleme, die gegensätzliche Natur von Profit und Salair formulirte, zeigt selbst schon, daß zu seiner Zeit die auf das Capital gegründete Productionsweise eine mehr und mehr ihrer Natur adaequate Form angenommen hatte. Malthus bemerkt in Bezug auf Ricardos Werththeorie, in den angeführten „Definitions“ (Heft IX, S. 49, 50): „Ricardos Behauptung, daß wie die value of wages rises profits proportionally fall und vice versa, nur wahr unter der Voraussetzung, daß Waaren, worin dasselbe Arbeitsquantum aufgearbeitet, stets von demselben Werth sind und dieß wahr in 1 Fall von 500 und zwar nothwendig so, weil im Fortschritt der Civilisation und improvement stets wächst die quantity of fixed capital employed und macht mehr various and unequal die times of the returns of the circulating capital.“ (l. c. 31, 32.) (Dieß bezieht sich auf Preisse, nicht Werth.) Malthus bemerkt in Bezug auf seine, his own discovery of the true standard of value: “Erstens: I had nowhere seen it stated, that the ordinary quantity of labour which a commodity will command must represent and measure the quantity of labour worked up in it, with the addition of profits … By representing the labour worked up in a commodity, with the addition of profits, repräsentirt labour the natural and necessary conditions of its supply, or the elementary costs of its production. Zweitens: I had nowhere seen it stated that, however the fertility of the soil might vary, the elementary costs of producing the wages of a given quantity of labour must always necessarily be the same.” (196, 7.) Heißt nur die wages stets gleich der zu ihrer Production nöthigen Arbeitszeit, die wechselt mit der Productivität der Arbeit. Die quantity of commodities bleibt dieselbe. „Betrachtet man die value als die general power of purchase einer Waare, so bezieht sich dieß auf den Kauf aller Waaren, die general mass of commodities. Diese aber ist ganz unmanageable. Now, if any one object, it cannot for a moment be denied that labour best represents an average of the general mass of productions. (205.) A large class of commodities, wie raw produce, steigen im progress of society, verglichen mit der Arbeit, während die manufactured articles fall. So nicht far from truth to say, daß die average mass von Waaren, die a given quantity of labour will command in the same country, during the course of some century, may not very essentially vary.“ (206.) „Value muß immer sein value in exchange for labour.“ (224 Note l. c.) In andren Worten, die Doctrin ist: der Werth einer Waare, die in ihr aufgearbeitete Arbeit ist repräsentirt durch die lebendigen Arbeitstage, die sie commandiren, wogegen sie sich austauschen kann und daher durch wages. Die lebendigen Arbeitstage enthalten sowohl Zeit wie Surpluszeit. Thun wir Malthus den besten Gefallen, den wir ihm thun können. Nehmen wir nämlich an, das Verhältniß von Surplusarbeit zu nothwendiger, also das Verhältniß von wages zu profit bliebe immer constant. Zunächst daß Herr Malthus von der in der Waare aufgearbeiteten Arbeit with the addition of profits spricht, beweist schon seine Confusion, da die Profits eben nur einen Theil der aufgearbeiteten Arbeit bilden können. Er hat dabei im Kopf die Profits über die aufgearbeitete Arbeit hinaus, die aus dem Capital fixe etc resultiren soll. Dieß kann nur die Vertheilung des Gesammtprofits unter den verschiednen shareholders an demselben angehn, nicht sein Gesammtquantum, denn wenn alle erhielten für ihre Waare die in ihr aufgearbeitete Arbeit + profits, wo sollen diese herkommen Herr Malthus? Wenn der eine in seiner Waare aufgearbeitete Arbeit + Profit, muß der andre aufgearbeitete Arbeit – Profit erhalten, Profit hier als mehr des reellen Mehrwerths betrachtet. Dieß fällt also fort. Setze nun, die aufgearbeitete Arbeit sei = 3 Arbeitstagen, so, wenn das Verhältniß der Surplusarbeitszeit wie , sind diese erhalten worden in Zahlung für 1 Arbeitstage. Die Arbeiter arbeiteten, indeed 3 Tage, bekamen aber jeder nur bezahlt einen halben Tag Arbeit. Oder die Waare die sie erhalten für ihre 3 Tage Arbeit hatte in sich aufgearbeitet nur 1 Tage. Für die 3 Arbeits[tage], die in seiner Waare aufgearbeitet, würde also, alle Verhältnisse gleichgesezt, der Kapitalist 6 Arbeitstage erhalten. (Die Sache ist nur richtig weil die Surplusarbeitszeit = der nothwendigen gesezt, also im 2ten case nur der erste wiederholt wird.) (Der Surplus- werth, der relative, offenbar beschränkt nicht nur durch das früher an- gegebne Verhältniß, sondern durch das Verhältniß, worin das Product in die Consumtion des Arbeiters eingeht.. Könnte der Capitalist durch Wachsthum der Productivkräfte die doppelte Anzahl Cashemirshawls erhalten und würden sie zu ihrem Werth verkauft, so hätte er keinen relativen Surpluswerth geschaffen, weil die Arbeiter solche Shawls nicht consumiren, also stets die zur Reproduction ihres Arbeitsvermögens nothwendige Zeit dieselbe bliebe. Dieß in der Praxis nicht, weil der Preiß in solchen Fällen über den Werth steigt. Hier in der Theorie geht es uns noch nicht an, weil das Capital an sich betrachtet wird, nicht in einer besondren Branche.) D. h. er wird den Arbeitslohn für 3 Tage zahlen und 6 arbeiten lassen. Er kauft mit je Tag einen Tag; also mit Tagen = 3 Tagen 6 Tage. Zu behaupten also, daß die Arbeitstage, die eine Waare commandirt, oder die wages die sie zahlt, ihren Werth ausdrücken, ist absolut nichts von der Natur des Capitals und der Lohnarbeit verstehn. Daß die vergegenständlichten Arbeitstage mehr lebendige commandiren ist the pith aller Werthschöpfung und der Capitalschöpfung. Richtig aber wäre es, wenn Herr Malthus gesagt hätte, daß die lebendige Arbeitszeit, die eine Waare commandirt das Maaß ihrer Ver- werthung ausdrückt, das Maaß der Mehrarbeit, das sie sezt. Dieß wäre aber nur Tautologie, daß in dem Maaß, wie sie mehr Arbeit sezt sie mehr sezt oder es wäre Ausdruck für das Gegentheil dessen was Malthus will, daß Mehrwerth daraus entspringt, daß die lebendige Arbeitszeit die eine Waare commandirt nie repräsentirt die in ihr aufgearbeitete.❳ (Now we have finally done with Malthus.)|
|14| ❲Wir haben oben, bei der Entwicklung des Begriffs des Capitals auseinandergesezt, wie es Werth als solcher, Geld ist, das sich sowohl in der Circulation erhält als durch den Austausch mit lebendiger Arbeit vermehrt. Daß daher der Zweck des producirenden Capitals nie der Gebrauchswerth, sondern die allgemeine Form des Reichthums als Reichthums. Der Pfaff Th. Chalmers, in seiner sonst nach vielen Seiten albernen und widerlichen Schrift: „On Political Economy in Connection with the Moral State and Moral Prospects of Society. 2ed. London 1832“, hat diesen Punkt richtig getroffen, ohne andrerseits in die Eselei solcher Kerls wie Ferrier etc zu fallen, die Geld als Werth des Capitals verwechseln mit dem reell vorhandnen Metallgeld. In den Crisen ist das Capital (als Waare) unaustauschbar, nicht weil zu wenig Circulationsmittel vorhanden; sondern es circulirt nicht, weil es nicht austauschbar. Die Bedeutung, die in Crisen das bare Geld bekommt, rührt nur daher, daß während Capital nicht austauschbar gegen seinen Werth – und nur darum erscheint ihm dieser gegenüber in der Form des Geldes fixirt – Verpflichtungen zu zahlen sind; neben der unterbrochnen Circulation eine Zwangscirculation stattfindet. Chalmers sagt (Heft IX, p. 57): “When a consumer refuses certain commodities, ist es nicht immer, wie assumed ist von den neuen Oekonomen, because he wants to purchase others in preference, sondern weil er wants to reserve entire the general power of purchasing. Und when a merchant brings commodities to market, it is generally not in quest of other commodities to be given in return for them … he will extend his general power of purchase of all commodities. Es nüzt nichts zu sagen, daß Geld auch eine Waare. Das real metallic money for which a merchant has any use, does not amount to more than a small fraction of his capital, even of his monied capital; all of which, though estimated in money, can be made, on the strength of written contracts, to describe its orbit, and be effective for all its purposes, with the aid of coin amounting to an in- significant proportion of the whole. The great object of the monied capitalist, in fact, is to add to the nominal amount of his fortune. It is that, if expressed pecuniarily this year by 20 000 l. z. B., it should be expressed pecuniarily next year by 24 000 l.To advance his capital, as estimated in money, is the only way in which he can advance his interest as a merchant. Die importance dieser objects für ihn nicht afficirt durch fluctuations in the currency or by a change in the real value of money. Z. B. in einem Jahr komme er von 20 auf 24 000 l.; durch einen Fall im Werth des Geldes mag er nicht have increased his command über die comforts etc. Dennoch eben so sehr sein Interesse als wenn das Geld nicht gefallen wäre; denn sonst his monied fortune would have remained stationary und sein real wealth would have declined in the proportion of 24 to 20 … commodities (i. e. Gebrauchswerth, realer Reichthum) also nicht das terminating object des trading capitalist (Die Illusion des Monetarsystems nur, daß es im real metallic money (oder auch Papier, würde nichts ändern), kurz in der Form des Werths als reales Geld die allgemeine Form des Reichthums und sich Bereicherns erblickte, während grade wie das Geld als Accumulation von general power of purchase sich vermehrt, es in seiner bestimmten Form als Circulationsmittel oder auch als realisirter Schatz verhältnißmässig abnimmt. Als As- signation in real wealth oder productive power gewinnt es 1000 Formen) ausser im Verausgaben seiner Revenue in Ankäufen für die sake of con- sumption. In the outlay of his capital, and when he purchases for the sake of production, money is his terminating object” (nicht coin notabene). (164–66.)
“Profit” sagt derselbe Chalmers “has the effect of attaching the services of the disposable population to other masters besides the mere landed proprietors, while ihre expenditure reaches higher than the necessaries of life.” (78) (Heft IX, p. 53.)❳
Den ganzen Circulationsprocess nennt Chalmers in dem eben angeführten Buch the economic cycle: “The world of trade may be conceived to revolve in what we shall call an economic cycle, which accomplishes one revolution by business coming round again, through its successive transactions, to the point from which it set out. Its commencement may be dated from the point at which the capitalist has obtained those returns by which his capital is replaced to him: whence he proceeds anew to engage his workmen; to distribute among them, in wages, their maintainance, or rather the power of lifting it; to obtain from them in finished work, the articles in which he specially deals; to bring these articles to market, and there terminate the orbit of one set of movements, by effecting a sale, and receiving in its proceeds, a return for the whole outlays of the capital. Die Intervention des Geldes ändert nichts am real Character dieser Operation …” (48, 49 1.c.) (Heft p. 54, 55.)
Der Unterschied im return, so weit er abhängt von der Phase des Circulationsprocesses, die zusammenfällt mit dem unmittelbaren Productionsprocess, hängt nicht nur ab von der längern oder kürzren Arbeitszeit, die nöthig, um den Gegenstand zu vollenden (so z. B. Canalbau etc), sondern in gewissen Zweigen der Industrie – Ackerbau – von den Unterbrechungen der Arbeit, die durch die Natur der Arbeit selbst gegeben sind, indem einerseits das Capital brach liegt, andrerseits die Arbeit still steht. So das Beispiel von A. Smith, daß Weizen ein Crop ist, das ein Jahr dauert, Ochs eins das 5 Jahre dauert. Es werden deßwegen auf das eine 5 Jahre Arbeit verwandt, auf das andre nur 1. Die Arbeit ist gering, die z. B. auf Vieh verwandt, das auf der Weide aufwächst. Andrerseits in der Agricultur selbst ist die Arbeit, die z. B. während des Winters verwandt wird, gering. Es finden bei der Agricultur statt (und in größrem oder geringrem Grad bei manchen andren Productionszweigen) durch die Bedingungen des Productionsprocesses selbst gegebne Unterbrechungen, Pausen in der Arbeitszeit, die an einem gegebnen Punkt wieder neubegonnen werden muß, um den Process weiterzuführen oder zu vollenden; die Stetigkeit des Productionsprocesses fällt hier nicht zusammen mit der Continuität des Arbeitsprocesses. Dieß ist ein Moment des Unterschieds. Zweitens: Das Product braucht überhaupt längre Zeit, um vollendet zu werden, in seinen finished state gesezt zu sein; dieß ist die Gesammtdauer des Productionsprocesses, abgesehn davon, ob oder ob nicht Unterbrechungen in den Operationen der Arbeit stattfinden; die verschiedne Dauer der Productionsphase überhaupt; Drittens: nachdem das Product ist finished, mag es nöthig sein, daß es längre Zeit brach liegen muß, wo es verhältnißmässig wenig Arbeit braucht, um Naturprocessen überlassen zu werden, z. B. Wein. (Dieß wird begrifflich ungefähr derselbe case sein, wie I.) Viertens: längre Zeit, um auf den Markt gebracht zu werden, weil es für entferntren Markt bestimmt ist. (Dieß fällt begrifflich mit case II zusammen.) Fünftens: Die kürzere oder längre Zeit in dem Gesammtreturn des Capitals (seiner Gesammtreproduction), soweit sie bestimmt ist durch Verhältniß von capital fixe und capital circulant, bezieht sich offenbar nicht auf den un- mittelbaren Productionsprocess, auf seine Dauer, sondern nimmt seine Bestimmung aus der Circulation. Die Zeit der Reproduction des Gesammtcapitals ist bestimmt durch den Gesammtprocess, Circulation eingeschlossen.
“Inequality in the periods necessary for production.”
“The difference of time, required to complete the products of agriculture, and of other species of labour, ist die main cause der great dependence der agriculturists. They cannot bring their commodities to market in less time than a year. For that whole period sind sie verpflichtet to borrow vom Schuhmacher, tailor, Schmiedt, wheelwright und den various other labourers, deren Producte sie brauchen und die completed in a few days or weeks. Owing to this natural circumstance, and owing to the more rapid increase of the wealth produced by other labour than that of agriculture, the monopolizers of all the land, ||15| obgleich sie monopolized haben auch die legislation, sind unfähig to save themselves and their servants, the farmers, from being the most dependent class in the community.” (Thomas Hodgskin, Popular Polit. Econ. Four lectures etc. London 1827 p. 147 Note.) (Heft IX, p. 44.) “The natural circumstance of all commodities being produced in unequal periods, while the wants of the labourer must be supplied daily … This inequality in the time necessary to complete different commodities, would im wilden Zustand cause the hunter etc to have a surplus of game etc, before the maker of bows and arrows etc had any commodity completed to give for the surplus game. No exchange could be made; the bow maker must be also a hunter und division of labour unmöglich. Diese difficulty trug bei zur Erfindung des money.” (179, 80.) (l. c.)
❲In dem Begriff des freien Arbeiters liegt schon, daß er Pauper ist: virtueller Pauper. Er ist seinen ökonomischen Bedingungen nach bloses le- bendiges Arbeitsvermögen, also auch mit den Bedürfnissen des Lebens ausgestattet. Bedürftigkeit nach allen Seiten hin, ohne objektives Dasein als Arbeitsvermögen zur Realisirung desselben. Kann der Capitalist seine Surplusarbeit nicht brauchen, so kann er seine nothwendige nicht verrichten; seine Lebensmittel nicht produciren. Kann sie dann nicht durch den Austausch erhalten, sondern, wenn er sie erhält, nur dadurch daß Almosen von der Revenu für ihn abfallen. Als Arbeiter kann er nur leben so weit er sein Arbeitsvermögen gegen den Theil des Capitals austauscht, der den Arbeitsfonds bildet. Dieser Austausch selbst ist an für ihn zufällige, gegen sein organisches Sein gleichgültige Bedingungen geknüpft. Er ist also virtualiter Pauper. Da ferner die Bedingung der auf das Capital gegründeten Production ist, daß er immer mehr Surplusarbeit producirt, so wird immer mehr nothwendige Arbeit frei. Die Chancen seines Pauperismus vermehren sich also. Der Entwicklung der Surplusarbeit entspricht die der Surpluspopulation. In verschiednen gesellschaftlichen Productionsweisen existiren verschiedne Gesetze der Vermehrung der Population und der Ueberpopulation; leztre identisch mit Pauperismus. Diese verschiednen Gesetze einfach zu reduciren auf die verschiednen Weisen des Verhaltens zu den Productions- oder in Bezug auf das lebendige Individuum betrachtet Reproductionsbedingungen seiner als Glied der Gesellschaft, da er nur in der Gesellschaft arbeitet und aneignet. Die Auflösung dieser Verhältnisse in Bezug auf das einzelne Individuum, oder Theil der Bevölkerung, sezt sie ausser den reproductiven Bedingungen dieser bestimmten Basis, daher als Ueberbevölkerung und nicht nur Mittellos, sondern unfähig durch Arbeit sich die Lebensmittel anzueignen, daher als Pauper. Es ist nur in der auf das Capital gegründeten Productionsweise, daß der Pauperismus erscheint als Resultat der Arbeit selbst, der Entwicklung der Productivkraft der Arbeit. Auf der einen Stufe der gesellschaftlichen Production kann daher Ueberpopulation sein, was es auf der andren nicht ist und ihre Effecte können verschieden sein. Die ausgesandten Colonien der Alten z. B. waren Ueberpopulation; d. h. sie konnten auf der materiellen Eigenthumsbase, i. e. Productionsbedingungen nicht fortfahren in demselben Raum zu leben. Die Zahl mag sehr klein erscheinen mit den modernen Productionsbedingungen verglichen. Sie waren indeß weit entfernt davon Paupers zu sein. Wohl aber der Plebs in Rom mit seinem panis et circenses. Die Ueberpopulation, die zu den grossen Völkerwanderungen führt, unterstellt wieder andre Bedingungen. Da bei allen frühren Productionsformen die Entwicklung der Productivkräfte nicht die Basis der Aneignung, sondern bestimmtes Verhalten zu den Productionsbedingungen (Eigenthumsformen) als vorausgesezte Schranke der Productivkräfte erscheint, und nur reproducirt werden soll, so muß noch mehr die Populationsentwicklung, worin sich die Entwicklung aller Productivkräfte resumirt, eine äussere Schranke vorfinden und so als zu beschränkendes erscheinen. Die Bedingungen des Gemeinwesens nur vereinbar mit bestimmtem Populationsquantum. Anderseits, wenn die Schranken der Bevölkerung, die durch die Dehnbarkeit der bestimmten Form der Productionsbedingungen gesezt, nach der leztren sich ändern, zusammen- ziehn oder ausdehnen – also war Ueberpopulation bei Jägervölkern anders als bei den Atheniensern, bei diesen anders als bei den Germanen – so aber auch die absolute Rate, worin sich die Population vermehrt, und daher die Rate der Ueberpopulation und Population. Die Ueberpopulation, die auf einer bestimmten Productionsbasis gesezt, ist daher ebenso bestimmt, wie die adaequate Population. Ueberpopulation und Population zusammengenommen sind die Population, die eine bestimmte Productionsbasis erzeugen kann. Wie weit sie über ihre Schranke hinaussezt, ist durch die Schranke selbst gegeben – oder vielmehr durch denselben Grund, der die Schranke sezt. So wie nothwendige Arbeit und Surplusarbeit zusammengenommen das Ganze der Arbeit auf gegebner Basis.
Malthus' Theorie, die übrigens nicht seine Erfindung, sondern von der er sich den Ruhm angeeignet durch den pfäffischen Eifer, mit dem er sie verkündete, eigentlich nur durch den Accent, den er auf sie legte, ist nach 2 Seiten hin bedeutend: 1) weil er der brutalen Ansicht des Capitals brutalen Ausdruck verliehn; 2) weil er das fact der Ueberpopulation unter allen Gesellschaftsformen behauptet hat. Bewiesen hat er sie nicht, denn es giebt nichts Unkritischeres, als seine bunt zusammengewürfelten Compilationen aus Geschichtsschreibern und Reisebeschreibungen. Durchaus falsch und kindisch ist seine Auffassung 1) weil er die Ueberpopulation in den verschiednen historischen Phasen der ökonomischen Entwicklung als gleich- artig betrachtet; ihren spezifischen Unterschied nicht versteht und diese sehr complicirten und wechselnden Verhältnisse daher stupid auf Ein Verhältniß reducirt, wo einerseits die natürliche Fortpflanzung des Menschen, andrerseits die natürliche Fortpflanzung der Vegetabilien (oder means of subsistence) sich als zwei natürliche Reihen, von denen die eine geometrisch, die andre arithmetisch fortschreitet, gegenüberstehn. So verwandelt er die historisch verschiednen Verhältnisse in ein abstraktes Zahlenverhältniß das rein aus der Luft gefischt ist und weder auf Naturgesetzen, noch auf historischen beruht. Es soll ein natürlicher Unterschied in der Fortpflanzung des Menschen z. B. und des Getreides statt finden. Der Affe unterstellt dabei, daß die Vermehrung des Menschen reiner Naturprocess ist, der äusserer restraints, checks bedarf, um nicht nach einer geometrischen Proportion vorzugehn. Diese geometrische Fortpflanzung ist der natürliche Fortpflanzungsprocess des Menschen. In der Geschichte findet er vor, daß die Population in sehr verschiednen Verhältnissen vor sich geht, und die Ueberpopulation ebenso sehr ein geschichtlich bestimmtes Verhältniß ist, keineswegs durch Zahlen bestimmt oder durch die absolute Grenze der Productivität von Lebensmitteln, sondern durch von bestimmten Productions- bedingungen gesezte Grenzen. Sowohl der Zahl nach beschränkt. Wie klein erscheinen uns die Zahlen, die den Atheniensern Ueberpopulation bedeuten! Zweitens dem Charakter nach. Eine Ueberpopulation von freien Atheniensern, die in Colonisten verwandelt werden, ist von einer Ueberpopulation von Arbeitern, die in workhouse inmates verwandelt werden, bedeutend verschieden. Ebenso die bettelnde Ueberpopulation, die in einem Kloster sein Surplusproduce verzehrt, von der, die sich in einer factory bildet. Er ist es der abstrahirt von diesen bestimmten historischen Gesetzen der Populationsbewegungen, die da die Historia der Natur des Menschen, die natürlichen Gesetze sind, aber nur natürliche Gesetze des Menschen auf bestimmter historischer Entwicklung, mit bestimmter durch seinen eignen Geschichtsprocess [bedingter] Entwicklung der Productivkräfte. Der Malthus'sche Mensch, abstrahirt von dem historisch bestimmten Menschen, existirt nur in seinem Hirn; daher auch die diesem natürlichen Malthus'schen Menschen entsprechende geometrische Fortpflanzungsmethode. Die wirkliche Geschichte erscheint ihm daher so, nicht daß die Fortpflanzung seines Naturmenschen eine Abstraction von dem Geschichtsprocess, von der wirklichen Fortpflanzung, sondern umgekehrt daß die wirkliche Fortpflanzung eine Anwendung der Malthusschen Theorie. Was daher in der Geschichte die Bedingungen, immanenten Bedingungen, sowohl der Population als Ueberpopulation, auf jeder Stufe, erscheint bei ihm als eine Reihe äus- serer checks, die die Population verhindert haben, sich in der Malthus'schen Form zu entwickeln. Die Bedingungen, in denen die Menschen sich historisch produciren und reproduciren, erscheinen als Schranken der Reproduction des Malthus'schen Naturmenschen, der eine Malthussche Creatur ist. ||16| Andrerseits die Production von Lebensmitteln – wie sie gecheckt, bestimmt ist durch die menschliche Aktion – erscheint als Check, den sie sich selbst sezt. Die Farrenkräuter überdeckten die ganze Erde. Ihre Reproduction hörte nur auf, wo der Raum für sie aufhörte. Sie hielt sich an keine arithmetische Proportion. Wo Malthus entdeckt hat, daß aus innrem Antrieb, ohne äussere Checks die Reproduction freiwilliger Naturerzeugnisse stoppt, ist schwer zu sagen. Die immanenten historisch wandelnden Grenzen des menschlichen Fortpflanzungsprocesses verwandelt er in äus- sere Schranken; die äusseren Checks der Naturreproduction in immanente Grenzen oder natürliche Gesetze der Fortpflanzung.
2) Er bezieht albern ein bestimmtes Quantum Menschen auf ein bestimmtes Quantum Lebensmittel. Ricardo hat ihm gleich richtig entgegengehalten, daß das Quantum vorhandnen Getreides ganz gleichgültig für den Arbeiter, wenn er keine Beschäftigung hat; daß es also die means of employment und nicht of subsistence sind, die ihn in die Categorie der Surpluspopulation stellen oder nicht. Dieß ist aber allgemeiner zu fassen und bezieht sich überhaupt auf die sociale Vermittlung durch welche das Individuum sich auf die Mittel zu seiner Reproduction bezieht und sie schafft; also auf die Pro- ductionsbedingungen und sein Verhältniß zu ihnen. Für den Sklaven in Athen war keine Schranke da seiner Vermehrung ausser den producirbaren necessaries. Und wir hören nie, daß im Alterthum Surplussklaven existirt hätten. Vielmehr steigt das Bedürfniß nach ihnen. Wohl aber Surpluspopulation von Nichtarbeitern (im unmittelbaren Sinn), die nicht zu viele waren in Bezug auf vorhandne Lebensmittel, sondern die der Bedingungen verlustig gegangen waren, unter denen sie sich aneignen konnten. Die Erfindung von Surplusarbeitern, d. h. von Eigenthumslosen Menschen, die arbeiten, gehört der Zeit des Capitals an. Die Bettler, die sich an die Klöster anhingen, und ihnen ihr Surplusproduct aufessen halfen, sind in derselben Klasse, wie die retainer der Feudalen, und [dieß] zeigt daß das Surplusproduce nicht von seinen wenigen Eigenthümern aufgegessen werden konnte. Es ist nur eine andre Form der retainers of old, oder der menial servants of to-day. Die Ueberpopulation z. B. bei hunting peoples, die sich im Kampf der einzelnen Stämme unter einander zeigt, beweist nicht daß die Erde die kleine Zahl nicht tragen könnte, sondern daß die Bedingungen ihrer Reproduction ein grosses Quantum, Territorium für wenige Köpfe erfordern. Nirgends Verhältniß auf nichtexistirende absolute Masse von means of subsistence, sondern Verhältniß auf die Bedingungen der Reproduction, der Production dieser means, [in] das aber ebenso sehr Bedingungen der Reproduction der Menschen, der Gesammtpopulation, relativer Surpluspopulation, eingeschlossen sind. Dieß Surplus rein relativ: in gar keinem Verhältniß zu Subsistenzmitteln überhaupt, sondern der Weise sie zu produciren. Daher auch nur Surplus auf diesem state of development.
3) Was Malthus eigentlich gar nicht angehört, das Hereinbringen der Renttheorie – au fond nur Formel dafür, daß in der von Ricardo etc gekannten Stufe der Industrie, die Agricultur hinter der Manufactur zurückblieb – was übrigens, obgleich in wechselnden Verhältnissen der bürgerlichen Production immanent – gehört nicht hierher.❳
❲Wenn wir die auf das Capital gegründete Production betrachten, so erscheint absolut betrachtet [als] Bedingung derselben größte absolute Masse nothwendiger Arbeit mit größter relativer Masse Surplusarbeit. Also als Grundbedingung möglichstes Wachsen der Population – der lebendigen Arbeitsvermögen. Betrachten wir ferner die Bedingungen der Entwicklung der Productivkraft sowohl wie des Austauschs, so wieder Theilung der Arbeit, Cooperation, allseitige Beobachtung, die nur aus vielen Köpfen hervorgehn kann, Wissenschaft, möglichst viele Centren des Austauschs – alles identisch mit Wachsthum der Population. Andrerseits liegt es in der Bedingung der Aneignung fremder Surplusarbeit, daß auf die nothwendige Population – d. h. die die nothwendige Arbeit, die zur Production nöthige Arbeit repräsentirende Population – eine Surplus Population kommt, die nicht arbeitet. Das Capital in seiner weitren Entwicklung zeigt, daß neben dem industriellen Theil – den industriellen Capitalisten – dieser Surpluspopulation ein rein consumirender sich abzweigt. Müssiggänger, deren Geschäft fremde Producte zu verzehren und [die] da der grobe Consum seine Grenzen hat, die Producte zum Theil in verfeinerter Form, als Luxusproducte forwarded bekommen müssen. Von dieser müssigen Surpluspopulation ist nicht die Rede, wenn die Oekonomen von Surpluspopulation sprechen. Sie wird umgekehrt – ihr Geschäft des Verzehrens – von den Populationsfanatikern grade als nothwendige Population behandelt und mit Recht (mit Consequenz). Der Ausdruck Surpluspopulation bezieht sich ausschließlich auf die Arbeitsvermögen, d. h. auf die nothwendige Popula- tion; Surplus von Arbeitsvermögen. Dieß geht aber einfach aus der Natur des Capitals hervor. Das Arbeitsvermögen kann nur seine nothwendige Arbeit verrichten, wenn seine Surplusarbeit Werth für das Capital hat, verwerthbar für es ist. Ist diese Verwerthbarkeit daher durch eine oder die andre Schranke gehemmt, so erscheint das Arbeitsvermögen selbst 1) ausser den Bedingungen der Reproduction seiner Existenz; es existirt ohne seine Existenzbedingungen, und ist daher a mere encumbrance; Bedürfnisse ohne die Mittel sie zu befriedigen; 2) die nothwendige Arbeit erscheint als überflüssig, weil die überflüssige nicht nothwendig ist. Nothwendig ist sie nur, soweit sie Bedingung für die Verwerthung des Capitals. Das Verhältniß von nothwendiger und Surplusarbeit, wie es durch das Capital gesezt ist, schlägt also darin um, daß ein Theil der nothwendigen – d. h. der das Arbeitsvermögen reproducirenden Arbeit – überflüssig ist und dieses Arbeitsvermögen selbst daher als ein Surplus der nothwendigen Arbeiterbevölkerung gebraucht, d. h. der Portion der Arbeiterbevölkerung, deren nothwendige Arbeit nicht überflüssig, sondern nothwendig für das Capital ist. Da die durch das Capital nothwendig gesezte Entwicklung der Productivkraft darin besteht das Verhältniß der Surplusarbeit gegen die nothwendige zu vergrössern, oder die zu einem Quantum Surplusarbeit erheischte Portion nothwendiger Arbeit zu vermindern, so muß nothwendig fortwährend, wenn ein bestimmtes Quantum Arbeitsvermögen gegeben ist, das Verhältniß der von ihm gebrauchten nothwendigen Arbeit sich vermindern, d. h. ein Theil dieser Arbeitsvermögen überflüssig werden, indem eine Portion von ihnen hinreicht das Quantum Surplusarbeit zu verrichten, wozu früher das ganze Quantum nöthig war. Das Setzen einer bestimmten Portion von Arbeitsvermögen als überflüssig, d. h. der zu ihrer Reproduction erheischten Arbeit als überflüssig, ist daher nothwendige Consequenz des Wachsthums der Surplusarbeit im Verhältniß zur nothwendigen. Die Abnahme der relativ nothwendigen Arbeit erscheint als Zunahme der relativ überflüssigen Arbeitsvermögen – d. h. als Setzen von Surpluspopulation. Wenn diese erhalten wird, geschieht es dann nicht aus dem Arbeitsfonds, sondern aus der Revenu aller Klassen. Es geschieht nicht durch die Arbeit des Arbeitsvermögens selbst – nicht mehr durch die normale Reproduction als Arbeiter, sondern als Lebendiger wird er aus Gnade von andren erhalten; wird daher Lump und Pauper; dadurch daß er nicht mehr durch seine nothwendige Arbeit, also nicht mehr durch den Austausch mit einem Theil des Capitals sich erhält, ist er aus den Bedingungen des scheinbaren Tausch- und Unabhängigkeitsverhältnisses heraus gefallen; zweitens: die Gesellschaft übernimmt in aliquoten Theilen für den Herrn Capitalisten das Geschäft ihm sein virtuelles Arbeitsinstrument – dessen wear und tear – in Stand zu halten auf Reserve für spätren Gebrauch. Er schiebt die Reproductionskosten der Arbeiterklasse zum | |17| Theil von sich ab und pauperisirt so zu seinem Profit einen Theil der andren Bevölkerung. Andrerseits hat das Capital, da es sich beständig als Surpluscapital reproducirt, eben so sehr die Tendenz diesen Pauperismus zu setzen als aufzuheben. Es wirkt in entgegengesezter Richtung, wo in der Zeit bald das eine, bald das andre das Uebergewicht hat. Endlich liegt in dem Setzen des Surpluscapitals das Doppelte: 1) Es bedarf einer wachsenden Bevölkerung, um in Bewegung gesezt zu werden; ist die relative Bevölkerung, die es braucht, kleiner geworden, so ist es selbst um so grösser geworden; 2) es bedarf eines unbeschäftigten (relativ wenigstens) Theils der Bevölkerung; d. h. einer relativen Surplusbevölkerung, um die für das Wachsen des Surpluscapitals gleich vorräthige Bevölkerung zu finden; 3) der Surpluswerth kann, auf gegebner Stufe der Productivkräfte vorhanden sein, aber noch nicht in dem Maasse, in den Proportionen, um als Capital verwandt zu werden. Nicht nur ein Minimum der Productionsstufe, sondern ihrer Erweiterung gesezt. In diesem Fall Surpluscapital und Surpluspopulation. Ebenso kann Surpluspopulation vorhanden sein, aber nicht genug, nicht in den zur Mehrproduction erheischten Proportionen. In allen diesen Betrachtungen ist absichtlich noch ganz abstrahirt worden von den Wechselfällen von Absatz, Contraction des Markts etc, kurz von allem was den Process vieler Capitalien voraussezt.❳
❲A. Smiths Ansicht, daß nie die Arbeit ihren Werth wechselt in dem Sinn, daß bestimmtes Quantum Arbeit für den Arbeiter immer bestimmtes Quantum Arbeit ist, d. h. bei A. Smith quantitativ gleich grosses Opfer ist. Ob ich viel oder wenig für eine Arbeitsstunde erhalte – was von ihrer Productivität abhängt und andren Umständen – ich habe Eine Stunde gearbeitet. Was ich habe zahlen müssen für das Resultat meiner Arbeit, meinen Arbeitslohn ist immer dieselbe Arbeitsstunde, das Resultat mag wechseln, wie es will. „Gleiche Quantitäten der Arbeit müssen zu allen Zeiten und an allen Orten für den, welcher arbeitet, einen gleichen Werth haben. In seinem normalen Zustand von Gesundheit, Kraft und Thätigkeit, und nach dem gewöhnlichen Grad von Geschicklichkeit und Gewandtheit, die er besitzen kann, muß er immer die nämliche Portion seiner Ruhe, Freiheit, und seines Glücks geben. Wie die Quantität von Waaren, die er als Belohnung seiner Arbeit erhält auch beschaffen sei, der Preiß den er zahlt, ist immer derselbe. Dieser Preiß kann zwar bald eine kleinere, bald eine größre Quantität dieser Waaren kaufen, aber blos weil ihr Werth wechselt, nicht der Werth der Arbeit, der sie kauft. Die Arbeit allein wechselt also nie ihren eignen Werth. Sie ist also der Realpreiß der Waaren, das Geld ist nur ihr Nominalwerth“ (ed. von Garnier, t. I, p. 64–66.) (Heft S. 7.) Du sollst arbeiten im Schweiß deines Angesichts! war Jehovas Fluch, den er Adam mitgab. Und so als Fluch nimmt A. Smith die Arbeit. Die „Ruhe“ erscheint als der adaequate Zustand, als identisch mit „Freiheit“ und „Glück“. Daß das Individuum „in seinem normalen Zustand von Gesundheit, Kraft, Thätigkeit, Geschicklichkeit, Gewandtheit“ auch das Bedürfniß einer normalen Portion von Arbeit hat, und von Aufhebung der Ruhe, scheint A. Smith ganz fern zu liegen. Allerdings erscheint das Maaß der Arbeit selbst äusserlich gegeben, durch den zu erreichenden Zweck und die Hindernisse, die zu seiner Erreichung durch die Arbeit zu überwinden. Daß aber diese Ueberwindung von Hindernissen an sich Bethätigung der Freiheit – und daß ferner die äusseren Zwecke den Schein blos äusserer Naturnothwendigkeit abgestreift erhalten und als Zwecke, die das Individuum selbst erst sezt, gesezt werden – also als Selbstverwirklichung, Vergegenständlichung des Subjects, daher reale Freiheit, deren Action eben die Arbeit ahnt A. Smith ebenso wenig. Allerdings hat er Recht, daß in den historischen Formen der Arbeit als SklavenFrohnde-Lohnarbeit die Arbeit stets repulsiv, stets als äussere Zwangsarbeit erscheint und ihr gegenüber die Nichtarbeit als „Freiheit, und Glück“. Es gilt doppelt: von dieser gegensätzlichen Arbeit; und was damit zusammenhängt der Arbeit, die sich noch nicht die Bedingungen, subjektive und objektive, geschaffen hat (oder auch gegen den Hirten- etc Zustand, der sie verloren hat), damit die Arbeit travail attractif, Selbstverwirklichung des Individuums sei, was keineswegs meint, daß sie bloser Spaß sei, bloses amusement, wie Fourier es sehr grisettenmässig naiv auffaßt. Wirklich freie Arbeiten z. B. Componiren ist grade zugleich verdammtester Ernst, intensivste Anstrengung. Die Arbeit der materiellen Production kann diesen Charakter nur erhalten, dadurch daß 1) ihr gesellschaftlicher Charakter gesezt ist, 2) daß sie wissenschaftlichen Charakters, zugleich allgemeine Arbeit ist, nicht Anstrengung des Menschen als bestimmt dressirter Naturkraft, sondern als Subject, das in dem Productionsprocess nicht in blos natürlicher, naturwüchsiger Form, sondern als alle Naturkräfte regelnde Thätigkeit erscheint. Uebrigens denkt A. Smith nur an die Sklaven des Capitals. Z. B. selbst der halbkünstlerische Arbeiter des Mittelalters ist nicht zu rangiren unter seine Definition. Was wir aber hier zunächst wollen, ist nicht auf seine Ansicht von der Arbeit eingehn, seine philosophische, sondern das ökonomische Moment. Die Arbeit blos als Opfer betrachtet und darum werthsetzend, als Preiß der für die Dinge bezahlt wird und ihnen daher Preiß giebt, je nachdem sie mehr oder weniger Arbeit kosten, ist rein negative Bestimmung. Daher konnte denn Herr Senior z. B. das Capital zu einer Productionsquelle im selben Sinn wie die Arbeit, sui generis machen, eine Productionsquelle von Werth, weil auch der Capitalist ein Opfer bringe, das Opfer der abstinence, indem er sich bereichert, statt sein Product direct aufzuessen. Ein blos negatives schafft nichts. Wenn die Arbeit dem Arbeiter z. B. Vergnügen macht – wie sicher dem Geizigen Senior's abstinence – so verliert das Product nichts an seinem Werth. Die Arbeit allein producirt; sie ist die einzige Substanz der Producte als Werthe. ❲Wie wenig Proudhon die Sache verstanden hat, geht aus seinem Axiom hervor, daß jede Arbeit ein Surplus läßt. Was er bei dem Capital verneint, verwandelt er in natürliche Eigenschaft der Arbeit. Der Witz ist vielmehr, daß die zur Fristung der absoluten Bedürfnisse nothwendige Arbeitszeit freie Zeit läßt (verschieden auf den verschiednen Stufen der Entwicklung der Productivkräfte) und daher Surplusproduce geschaffen werden kann, wenn Surplusarbeit gearbeitet wird. Das Verhältniß selbst aufzuheben ist der Zweck; so daß das Surplusproduce selbst als nothwendiges erscheint. Schließlich die materielle Production jedem Menschen Surpluszeit zu andrer Thätigkeit läßt. Darin nun nichts Mystisches mehr. Ursprünglich die freiwilligen Gaben der Natur reich, oder wenigstens nur anzueignen. Von vornherein naturwüchsig Association (Familie) und ihr entsprechende Theilung der Arbeit und Cooperation. Denn ebenso ursprünglich die Bedürfnisse arm. Sie entwickeln sich selbst erst mit den Productivkräften.❳ Ihr Maaß, die Arbeitszeit – gleiche Intensivität vorausgesezt – ist daher das Maaß der Werthe. Der qualitative Unterschied der Arbeiter, soweit er nicht naturwüchsig ist, durch Geschlecht, Alter, Körperkraft etc gesezt, also au fond nicht den qualitativen Werth der Arbeit, sondern die Theilung der Arbeit, ihre Differenzirung ausdrückt – ist selbst erst historisches Resultat und wird für die grosse Masse der Arbeit wieder aufgehoben, indem diese einfache ist; die qualitativ höhre aber ihr Maaß an der einfachen ökonomisch erhält. Die Arbeitszeit, oder das Quantum Arbeit ist das Maaß der Werthe, heißt nichts als das Maaß der Arbeit ist das Maaß der Werthe. Zwei Dinge sind nur mit demselben Maaß commensurabel, wenn sie gleicher Natur sind. Die Producte können nur mit dem Maaß der Arbeit – der Arbeitszeit – gemessen werden, weil sie ihrer Natur nach Arbeit sind. Sie sind objectivirte Arbeit. Als Objekte nehmen sie Formen an, in denen ihr Dasein als Arbeit zwar an der Form erscheinen kann (als äusserlich an sie gesezte Zweckmässigkeit; dieß sieht man aber dem Ochsen z. B. nicht an, überhaupt nicht den reproducirten Naturproducten), aber unter sich nichts Gemeinschaftliches mehr hat. Als Gleiches ||18| existiren sie, so lange sie als Thätigkeit existiren. Diese ist durch die Zeit gemessen, die daher auch zum Maaß der objektivirten Arbeit wird. Wir werden an andrem Ort untersuchen, wie weit dieß Messen mit Austausch, nicht organisirter gesellschaftlicher Arbeit zusammenhängt – bestimmter Stufe des gesellschaftlichen Productionsprocesses. Gebrauchswerth bezieht sich nicht auf die menschliche Thätigkeit als Quelle des Products, auf sein Geseztsein durch menschliche Thätigkeit – sondern auf sein Sein für den Menschen. So weit das Product Maaß für sich hat, ist das natürliches Maaß, seiner als natürlichen Gegenstandes, Schwere, Gewicht, Länge, Raummaaß etc. Maaß der Nützlichkeit etc. Aber als Effect oder als ruhndes Dasein der Kraft, die es geschaffen, ist es nur gemessen durch das Maaß dieser Kraft selbst. Das Maaß der Arbeit ist die Zeit. Blos weil die Producte Arbeitsind, können sie gemessen werden durch das Maaß der Arbeit, durch die Arbeitszeit, oder das Quantum der in ihnen consumirten Arbeit. Die Negation der Ruhe, als blose Negation, als ascetisches Opfer schafft nichts. Es kann Einer den ganzen Tag, wie die Mönche etc, sich abkasteien, martern etc und dieß Quantum Opfer was er bringt, lockt keinen Hund vom Ofen. Der natürliche Preiß der Dinge ist nicht das Opfer, das ihnen gebracht wird. Dieß erinnert vielmehr an die nicht-industrielle Ansicht, die durch Opfer an die Götter Reichthum erwerben will. Ausser dem Opfer muß noch etwas da sein. Was als Opfer der Ruhe, kann auch Opfer der Faulheit, der Unfreiheit, des Unglücks genannt werden, d. h. Negation eines negativen Zustandes. A. Smith betrachtet die Arbeit psychologisch, in Bezug auf den Spaß oder Unfreude, die sie dem Individuum macht. Aber ausser dieser gemüthlichen Beziehung zu seiner Thätigkeit ist sie doch noch etwas andres – erstens für andre, da das blose Opfer von A) B) nichts nützen würde; zweitens ein bestimmtes Verhalten seiner selbst zur Sache, die es bearbeitet und zu seinen eignen Arbeitsanlagen. Sie ist positive, schaffende Thätigkeit. Das Maaß der Arbeit – die Zeit – hängt natürlich nicht von der Productivität derselben ab; ihr Maaß ist eben nichts als eine Einheit, wovon ihre aliquoten Theile eine bestimmte Anzahl ausdrücken. Daraus folgt sicher nicht, daß der Werth der Arbeit constant ist; oder nur insofern als gleiche Quanta Arbeit dieselbe Maaßgrösse sind. Es findet sich dann noch bei weitrer Bestimmung, daß die Werthe der Producte gemessen sind durch die Arbeit, nicht die in ihnen verwandt ist, sondern die zu ihrer Production nöthig ist. Also nicht das Opfer, sondern die Arbeit als Productionsbedingung. Das Equivalent drückt aus die Bedingung ihrer Reproduction, als aus dem Austausch ihnen gegeben, d. h. die Möglichkeit der Erneuerung der Productiven Thätigkeit als durch ihr eignes Product gesezt.❳ ❲Uebrigens bei der A. Smithschen Opferansicht, die übrigens richtig das subjektive Verhältniß des Lohnarbeiters zu seiner eignen Thätigkeit ausdrückt, kommt doch nicht heraus, was er will – nämlich die Bestimmung des Werths durch die Arbeitszeit. Für den Arbeiter mag eine Stunde Arbeit immer ein gleich grosses Opfer sein. Der Werth der Waaren hängt aber keineswegs von seinen feelings ab; auch nicht der Werth seiner Arbeitsstunde. Da A. Smith zugiebt, daß man dieß Opfer bald wohlfeiler, bald theurer kaufen kann, so bleibt es dann auffallend, daß es immer zum selben Preiß verkauft werden soll. Er ist indeß auch inconsequent. Macht nachher das Salair zum Maaß des Werths, nicht das Quantum Arbeit. Für einen Ochsen ist es immer dasselbe Opfer, wenn er geschlachtet wird. Deßwegen ist das Ochsenfleisch nicht von constantem Werth.❳ ❲„Obgleich nun aber gleiche Quantitäten von Arbeit immer einen gleichen Werth in Bezug auf den Arbeiter haben, so erscheinen sie bald von einem kleinern, bald von einem grösseren Werth für den, welcher den Arbeiter anwendet. Er erkauft sie bald mit einer kleinern, bald mit einer größren Quantität von Waaren. Für ihn wechselt also der Preiß der Arbeit, wie der jeder andren Sache, obgleich in der Wirklichkeit nur die Waaren bald theuer bald wohlfeil sind.“ (p. 66 A. Smith. l. c. t. I) (Heft p. 8.)❳
❲Die Art, wie A. Smith den Profit entstehn läßt, ist sehr naiv. „In dem Urzustand gehört das Product der Arbeit ganz dem Arbeiter. Die Quantität (auch die größre Schwierigkeit etc) der Arbeit, angewandt um einen austauschbaren Gegenstand zu erwerben, oder zu produciren, ist der einzige Umstand, welcher die Quantität der Arbeit regelt, die dieser Gegenstand im Durchschnitt kaufen, kommandiren oder im Austausch erhalten kann … SobaldaberVorrath sich in den Händen von Privatleuten aufhäuft, löst sich der Werth, den die Arbeiter dem Gegenstand hinzufügen, in 2 Theile auf, wovon der eine ihre Salaire, der andre den Profit bezahlt, welchen der Unternehmer auf die Summe des stocks macht, der ihm gedient hat, diese Salaire und die Arbeitsmaterie zu avanciren. Er hätte kein Interesse, diese Arbeiter anzuwenden, wenn er nicht vom Verkauf ihres Werkes etwas mehr erwartete, als ihm nöthig ist, um den Fonds zu ersetzen, und er hätte kein Interesse eher eine grosse als eine kleine Summe von Fonds anzuwenden, wenn seine Profite nicht in irgendeiner Proportion mit dem Umfang der angewandten Fonds stünden.“ (l. c. p. 96, 97.) (H. S. 9.) (Sieh die sonderbare Ansicht A. Smiths, daß vor der Theilung der Arbeit, „wo Jeder sich blos alles Nöthige verschaffte, es keines Fonds bedarf“. Als ob in diesem Zustand, wenn er keinen Fonds in der Natur vorfindet, er nicht objective Bedingungen des Lebens vorfinden müßte, um zu arbeiten. Selbst der Wilde, selbst Thiere schaffen Vorrath. Smith kann höchstens von dem Zustand sprechen, wo nur noch der unmittelbare, momentane Instinkt zu einer unmittelbaren Arbeit treibt, und dann muß der Vorrath doch d'une manière oder autre ohne Arbeit sich in der Natur vorfinden. (Heft. S. 19.) (Smith verwechselt. Concentration des Vorraths in einer Hand nicht nöthig dann.)❳
❲Vol. III seiner Ausgabe von A. Smith bemerkt Wakefield: “The labour of slaves being combined, is more productive than the much divided labour of freemen. The labour of freemen is more productive than that of slaves, only when it comes to be combined by means of greater dearness of land, and the system of hiring for wages.” (Note zu p. 18.) (Heft VIII, S. 1.) “In countries where land remains very cheap, either all the people are in a state of barbarism, or some of them are in a state of slavery.” (l. c.)❳
❲“Profit is a term signifying the increase of capital or wealth; so failing to find the laws which govern the rate of profit, is failing to find the laws of the formation of capital.” (p. 55. Atkinson (W.). Principles of Political Economy. London 1840.) (Heft. S. 2.)❳
❲“Man is as much the produce of labour as any of the machines constructed by his agency; and it appears to us that in all economical investigations he ought to be considered in precisely the same point of view. Every individual who has arrived at maturity may, with perfect propriety, be viewed as a machine which it has cost 20 years of assiduous attention and the expenditure of a considerable capital to construct. Und wenn eine weitre Summe ausgelegt ist in Erziehung oder qualification seiner für die exercise of a business etc, wird sein Werth proportionell increased, grade wie eine Maschine wertvoller gemacht wird durch die expenditure von additional capital oder Arbeit in ihrer Construction, um ihr neue powers zu geben.” (McCulloch. The Principles of Pol. Econ. Edinburgh 1825 p. 115.) (Heft S. 9.) “In point of fact, a commodity will always exchange for more labour (als wodurch sie producirt worden ist): and it is this excess that constitutes profits.” (p. 221 McCulloch 1.c.) (Heft S. 13.) Derselbe brave McCulloch, von dem Malthus mit Recht sagt, daß er das Eigne der Wissenschaft | |19| darin sieht Alles mit Allem gleich zu setzen, sagt: “the profits of capital are only another name for the wages of accumulated labour” (p. 291) (l. c. Heft 14) und daher wohl auch die wages of labour only another name for the profits of living capital. „Wages … really consist of a part of the produce of the industry of the labourer; consequently, sie haben hohen realen Werth, wenn der labourer einen comparativ hohen Theil von dem Product seiner Industrie bekommt und umgekehrt.“ (295.) (l.c.) (Heft. p. 15.)❳
❲Das Setzen durch das Capital von Surplusarbeit ist im Ganzen so wenig von den Oekonomen verstanden, daß sie einzelne auffallende Phänomene, worin es hervortritt, als etwas besondres, Curiosität aufführen. So Ramsay das Nachtarbeiten. So sagt John Wade z. B. „History of the Middle and Working Classes. 3 ed. London 1835“ (p. 240) (Heft Seite 21): „Der standard of wages hat auch Bezug auf die Arbeitsstunden und Perioden der Erholung. Es war die Politik der Masters in den lezten Jahren (vor 1835) zu usurpiren on operatives in diesem respect, durch cutting [off] or abridging holidays und mealtimes und graduelle Ausdehnung der Arbeitsstunden; wissend daß eine increase von in der Arbeitszeit equivalent ist einer Reduction zum selben Betrag in amount of wages.“❳
John St. Mill: „Essays on some unsettled questions of political economy. London 1844.“ (Die wenigen originellen Ideen von Mill Junior sind enthalten in diesem schmalen Büchlein, nicht in seinem dickleibig-pedantischen ma- gnum opus.)
„Was immer bestimmt ist, reproductiv verwandt zu werden, sei es in seiner existirenden Gestalt, oder indirect by a previous (or even subsequent exchange), ist Capital. Unterstelle ich habe alles Geld, das ich besitze in Salairen und Maschinen ausgelegt und der Artikel den ich producire, ist eben completed: im Interval, eh ich diesen Artikel verkaufen kann, realisiren den Ertrag, und ihn wieder anlegen in wages und tools, wird gesagt werden, daß ich kein Capital habe? Sicher nicht: Ich habe dasselbe Capital wie früher, vielleicht ein größres, aber es liegt fest, und ist nicht disposable.“ (p. 55.) (Heft S. 36.) „Zu allen Zeiten liegt ein sehr grosser Theil des Capitals eines Landes müssig. Das jährliche Product eines Landes erreicht nie an Grösse, was es könnte, wenn alle Ressourcen der Reproduction geweiht wären, wenn, in short, alles Capital des Landes in full employment wäre. Wenn jede Waare im Durchschnitt unverkauft bliebe für eine Länge der Zeit gleich der, die erfordert ist für ihre Production, ist klar, daß zu any one time, nicht mehr als die Hälfte des productiven Capitals des Landes realiter die functions des Capitals verrichten würde. Die beschäftigte Hälfte ist eine fluctuirende Portion, zusammengesezt aus wechselnden Bestandtheilen; aber das Resultat würde sein, daß jeder Producent fähig sein würde, jedes Jahr nur halb die Zufuhr von Waaren zu produciren, die er produciren könnte, wenn er sicher wäre sie den Augenblick ihrer [Vollendung] zu verkaufen.“ (l. c. p. 55, 56.) „Dieß oder etwas der Art ist, however, der gewöhnliche Zustand eines sehr grossen Theils aller Capitalisten in der Welt.“ (p. 56.) „Die Zahl der Producenten oder Verkäufer, die ihr Capital in der kürzesten Zeit umschlagen, ist very klein. Es sind wenige, die einen so raschen Verkauf für ihre Waaren haben, daß alle Güter, die ihr eignes Capital, oder von ihnen zu erborgendes Capital, sie zuzuführen befähigt, so rasch geräumt werden können als zugeführt. Die Majorität hat nicht ein extent of business, at all adaequate to the amount of the capital they dispose of. Es ist wahr, daß in Gemeinwesen, wo Industrie und Handel mit dem größten Erfolg practicirt werden, die contrivances of banking den Besitzer eines grösseren Capitals als er in seinem eignen Geschäft anwenden kann, befähigen es productiv zu verwenden und eine Revenue davon herzuleiten. Dennoch, selbst dann, ist da eine grosse Quantität Capital, das fixirt bleibt in der Gestalt von implements, machinery, buildings etc, sei es only half employed or in complete employment: und jeder dealer hält einen stock in trade, to be ready for a possible sudden demand, obgleich er nicht fähig sein mag to dispose of it for an indefinite period.“ (p. 56.) „Diese beständige Nichtanwendung eines grossen Theils des Capitals, ist der Preiß, den wir für die Theilung der Arbeit zahlen. Der Kauf ist werth, was er kostet; but the price is considerable.“ (56.) Wenn ich 1500 Th. im shop habe und 10 % einbekomme, während 500 idle liegen, um den shop zu schmücken etc, ist es dasselbe als wenn ich 2000 Th. zu 7 P. C. anlege. „In vielen trades sind einige dealers, die Artikel verkaufen von gleicher Qualität zu einem geringren Preiß als andre dealers. Dieß kein freiwilliges Opfern von Profits; sie erwarten von dem erfolgenden overflow von customers ihr Capital rascher umzuschlagen, und Gewinner zu sein by keeping the whole of their capital in more constant employment, obgleich auf eine gegebne Operation ihre Gewinne kleiner sind.“ (p. 56, 57.) „Es ist questionable, ob es irgendwelche dealers giebt, für welche ein additioneller Käufer von keinem Nutzen; und für die grosse Majorität diese Hypothese durchaus nicht anwendbar. Ein additioneller Kunde ist für die meisten dealers equivalent einem Zuwachs ihres productiven Capitals. Er befähigt sie einen Theil ihres Capitals, der müssig lag (und vielleicht nie in ihren Händen productiv geworden wäre, bis ein Kunde gefunden war) in wages und instruments of production zu verwandeln … Das Aggregatproduct des Landes für das folgende Jahr ist daher vermehrt; nicht durch den reinen Austausch, sondern by calling in activity eine Portion des nationalen Capitals, die, had it not been for the exchange, for some time länger unemployed geblieben wäre.” (57, 58.) „Die Vortheile, die von neuem Kunden gewonnen werden, sind für den Producent oder dealer: 1) Say ein Theil seines Capitals liegt in der Form von unverkauften Gütern, producirend (für eine längre oder kürzre Zeit) nothing at all; so ein Theil hievon in größre Activität gerufen und wird more constantly productive.. 2) Ueberschreitet die additional demand, was zugeführt werden kann durch Befreiung des Capitals, das im Zustand von unverkauften Gütern existirt, und wenn der dealer additionelle Ressourcen hat, die productiv investirt waren (z.B. in den öffentlichen Staatspapieren) aber nicht in seinem eignen trade; ist er befähigt zu erhalten, on a portion of these, nicht mehr Interesse, sondern Profit, und so zu gewinnen die Differenz zwischen der rate of interest und of profits; 3) Ist all sein Capital in seinem eignen Geschäft verwandt und kein Theil als unverkaufte Güter aufgespeichert, so kann er ein surplus Geschäft mit geborgtem Capital führen und die Differenz zwischen Zins und Profit gewinnen.” (59.)❳
[Fixes und zirkulierendes Kapital]
Retournons maintenant à nos moutons.
Die Phasen, die das Capital durchläuft, die einen Umlauf des Capitals bilden, beginnen begrifflich mit Verwandlung des Geldes in die Productionsbedingungen. Jezt aber, wo wir nicht von dem werdenden Capital ausgehn, sondern vom gewordnen durchläuft es folgende Phasen: 1) Schöpfung des Mehrwerths oder unmittelbarer Productionsprozeß. Sein Resultat das Product. 2) Bringen des Products auf den Markt. Verwandlung des Products in Waare. 3) α) Eingehn der Waare in die gewöhnliche Circulation. Circulation der Waare. Ihr Resultat: Verwandlung in Geld. Dieses erscheint als erstes Moment der gewöhnlichen Circulation. β) Rückverwandlung des Geldes in die Productionsbedingungen: Geldcirculation; in der gewöhnlichen Circulation erscheint die Waarencirculation und Geldcirculation stets an zwei verschiedne Subjecte vertheilt. Das Capital circulirt erst als Waare, dann als Geld und vice versa. 4) Erneuung des Productionsprocesses, was hier als Reproduction des ursprünglichen Capitals, und Productionsprocess des Surplus||20|capitals erscheint.
Die Kosten der Circulation lösen sich auf in Bewegungskosten; Kosten das Product auf den Markt zu bringen; die Arbeitszeit, die erforderlich ist, um die Wandlung aus dem einen Zustand in den andren zu bewirken; die sich eigentlich alle auflösen in Rechenoperationen und die Zeit die sie kosten (begründet ein besondres, technisches Geldgeschäft). (Ob die leztren Kosten als Abzüge vom Mehrwerth zu betrachten sind oder nicht, wird sich später ergeben.)
Wenn wir diese Bewegung betrachten, so finden wir, daß die Circulation des Capitals, vermittelst der Operation von Exchanges, sich einmal aufthut um das Product zu entlassen in die allgemeine Circulation, und sich aus dieser als Equivalent in Geld herzustellen. Was aus diesem Product, das so aus der Circulation des Capitals herausgefallen und der gewöhnlichen Circulation heimgefallen ist, wird, geht uns hier nichts an. Andrerseits wirft das Capital seine Gestalt als Geld (theilweise, so weit nicht Salair) wieder aus seinem Circulationsprocess heraus oder bewegt sich nun in der Geldform, nachdem es sich in ihr als Werth realisirt, und zugleich an sich selbst das Maaß seiner Verwerthung gesezt, im Geld nur als Circulationsmittel, und saugt so ein in sich aus der allgemeinen Circulation die zur Production nöthigen Waaren (Productionsbedingungen). Als Waare wirft es sich aus seiner Circulation in die allgemeine heraus; als Waare entgeht es auch der allgemeinen Circulation und nimmt sie in sich, in seinen Lauf auf, um in den Productionsprocess zu münden. Die Circulation des Capitals enthält so ein Verhalten zur allgemeinen Circulation, von der seine eigne ein Moment bildet, wie sie selbst als von ihm gesezt erscheint. Dieß später zu betrachten.
Der Gesammtproductionsprozeß des Capitals schließt ein sowohl den eigentlichen Circulationsprocess, wie den eigentlichen Productionsprozeß. Sie bilden die 2 grossen Abschnitte seiner Bewegung, die als Totalität dieser 2 Processe erscheint. Nach der einen Seite ist die Arbeitszeit, nach der andren die Circulationszeit. Und das Ganze der Bewegung erscheint als Einheit von Arbeitszeit und Circulationszeit, als Einheit von Production und Circulation. Diese Einheit selbst ist Bewegung, Process. Das Capital erscheint als diese processirende Einheit von Production und Circulation, eine Einheit die sowohl als das Ganze seines Productionsprocesses, wie als bestimmter Verlauf eines Umschlags des Capitals, Einer in sich selbst zurückkehrenden Bewegung betrachtet werden kann.
Die Bedingung der Circulationszeit – neben der Arbeitszeit – für das Capital, ist indeß nur die Bedingung der auf Theilung der Arbeit und Austausch gegründeten Production in adaequater Form, in lezter Form. Die Kosten der Circulation sind Kosten der Theilung der Arbeit und des Austauschs, die in jeder, dem Capital vorhergehnden, minder entwickelten Form der Production auf dieser Basis angetroffen werden müssen.
Als das Subjekt, über die verschiednen Phasen dieser Bewegung übergreifende, sich in ihr erhaltende und vervielfältigende Werth, als das Subject dieser Wandlungen, die in einem Zirkellauf – als Spirale, sich erweiterndem Zirkel vor sich gehen – ist das Capital Capital Circulant. Capital circulant ist daher zunächst keine besondre Form des Capitals, sondern es ist das Capital, in einer weiterentwickelten Bestimmung, als Subject der beschriebnen Bewegung, die es selbst als sein eigner Verwerthungsprocess ist. Nach dieser Seite hin ist daher auch jedes Capital circulirendes Capital. In der einfachen Circulation erscheint die Circulation selbst als das Subject. Die eine Waare wird aus ihr herausgeworfen; eine andre tritt herein. Aber dieselbe Waare ist nur verschwindend in ihr. Das Geld selbst, so weit es aufhört Circulationsmittel zu sein, und sich als selbstständiger Werth sezt, entzieht sich der Circulation. Das Capital aber ist als Subject der Circulation; die Circulation als sein eigner Lebenslauf gesezt. Aber wenn das Capital so als Ganzes der Circulation circulirendes Capital ist, das Uebergehn aus einer Phase in die andre, ist es ebenso in jeder Phase in einer Bestimmtheit gesezt, als in besondre Gestalt gebannt, die die Negation seiner als des Subjekts der ganzen Bewegung ist. Das Capital ist daher in jeder besondren Phase die Negation seiner als des Subjekts der verschiednen Wandlungen. Nichtcirculirendes Capital. Fixes Capital, eigentlich fixirtes Capital, in einer der verschiednen Bestimmtheiten, Phasen fixirt, die es zu durchlaufen hat. So lang es in einer dieser Phasen verharrt – die Phase selbst nicht als flüssiger Uebergang erscheint – und jede hat ihre Dauer, ist es nicht circulirend, fixirt. So lange es im Productionsprocess verharrt ist es nicht circulationsfähig; und virtualiter entwerthet. So lange es in der Circulation verharrt, ist es nicht productionsfähig, nicht Mehrwerth setzend, nicht als Capital processirend. So lange es nicht auf den Markt geworfen werden kann, ist es als Product fixirt; so lange es auf dem Markt bleiben muß, ist es als Waare fixirt. So lange es sich nicht gegen Productionsbedingungen eintauschen kann, ist es als Geld fixirt. Endlich, wenn die Productionsbedingungen in ihrer Form als Bedingungen bleiben und nicht in den Productionsprocess eingehn, ist es wieder fixirt und entwerthet. Das Capital als das alle Phasen durchlaufende Subjekt, als die bewegte Einheit, processirende Einheit von Circulation und Production ist circulirendes Capital; das Capital als selbst in jeder dieser Phasen eingebannt, als in seinen Unterschieden gesezt, ist fixirtes Capital, engagirtes Capital. Als circulirendes Capital selbst fixirt es sich, und als fixirtes Capital circulirt es. Die Unterscheidung von capital circulant und capital fixe erscheint daher zunächst als Formbestimmung des Capitals, je nachdem es als Einheit des Processes oder als bestimmtes Moment desselben erscheint. Der Begriff von capital dormant, brach liegendem Capital, kann sich nur auf sein Brachliegen in einer dieser Bestimmungen beziehn und es ist Bedingung des Capitals, daß es zum Theil immer brach liegt. Dieß erscheint so, daß ein Theil des nationalen Capitals immer in einer der Phasen die das Capital zu durchlaufen hat, sich festgerannt hat. Das Geld selbst, soweit es einen besondren Theil des Capitals der Nation bildet, aber stets in der Form von Circulationsmittel verharrt, also nie die andren Phasen durchläuft, wird daher von A. Smith als eine Afterform des capital fixe betrachtet. Ebenso kann Capital in der Form von Geld, der Circulation entzognem Werth, brach liegen, fixirt sein. In Crisen – nach dem Moment der Panic – in der Zeit des Darniederliegens der Industrie, ist das Geld fixirt in den Händen von bankers, billbrokers etc und, wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, schreit es nach field of employment, um als Capital verwerthet werden zu können.
Dieß, daß die Bestimmung von circulant und fixe zunächst weiter nichts ist als das Capital selbst unter den beiden Bestimmungen gesezt, einmal als Einheit des Processes, dann als besondre Phase desselben, es selbst als Unterschied von sich als Einheit, – nicht als 2 besondre Arten Capitalien, das Capital in 2 besondren Arten, sondern als verschiedne formelle Bestim- mungen desselben Capitals, hat viel Confusion in der politischen Oekonomie angerichtet. Wurde an einem materiellen Product eine Seite festgehalten, wonach es Capital circulant sein sollte, so war es leicht die entgegengesezte Seite aufzuzeigen und umgekehrt. Das Capital als Einheit der Circulation und Production ist ebenso sehr ihr Unterschied und zwar räumlich und zeitlich aus einander fallender Unterschied. In jedem Moment hat es eine gleichgültige Form gegen das andre. Für das einzelne Capital erscheint das Uebergehn aus dem einen in das andre als Zufall, abhängig von äusseren, unkontrollirbaren Zuständen. Dasselbe Capital erscheint daher immer in beiden Bestimmungen, was sich so ausdrückt, daß ein Theil desselben in der einen, ||21| ein andrer in der andren erscheint, ein Theil als festliegend, ein andrer als circulirend; circulirend nicht in dem Sinn hier genommen, als ob es in der eigentlichen Circulationsphase im Unterschied von der Pro- ductionsphase sich befände, sondern daß in der Phase, worin es sich befindet, es sich als flüssiger Phase befindet, als processirender, in die andre überführender Phase; in keiner als solchen festgeritten und so in seinem Gesammtprocess aufgehalten ist. Z. B. Der Industrielle wendet nur einen Theil des ihm disponiblen Capitals (creditirt oder selbstbesessen, thut nichts zur Sache hier und thut, wenn das Gesammtcapital betrachtet wird auch nichts zum ökonomischen Process) an in der Production, weil ein andrer eine bestimmte Zeit braucht, ehe er aus der Circulation zurückkehrt. Der in der Production processirende Theil ist dann der circulirende; der in der Circulation befindliche der fixirte. Dadurch ist also seine Gesammtproductivität beschränkt; beschränkt der reproducirte Theil, beschränkt daher auch der auf dem Markt geworfne. So der Handelsmann; ein Theil seines Capitals liegt fest als stock in trade, der andere roulirt. Zwar tritt bald der eine, bald der andre Theil in diese Bestimmung, wie beim Industriellen, aber sein Gesammtcapital ist fortwährend in beiden Bestimmungen gesezt. Andrerseits, da diese aus der Natur des Verwerthungsprocesses selbst hervorgehnde Grenze nicht fix ist, sondern nach Umständen wechselt, und das Capital mehr oder weniger seiner adaequaten Bestimmung als Circulirendes sich annähern kann; da das Zerfallen in diese beiden Bestimmungen, daß der Verwerthungsprocess zugleich als Entwerthungsprocess erscheint, der Tendenz des Capitals zur möglichsten Verwerthung widerspricht, erfindet es sowohl contrivances, um die Phase der Fixirtheit abzukürzen; andrerseits, statt des gleichzeitigen Nebeneinanderbestehns beider Bestimmungen, wechseln sie ab. In einer Periode erscheint der Process als durchaus flüssig – Periode der äussersten Verwerthung des Capitals; in der andren, Reaction der ersten, stellt sich das andre Moment um so gewaltsamer her – Periode der äussersten Entwerthung des Capitals und Stockung des Productionsprocesses. Die Momente, wo beide Bestimmungen neben einander erscheinen, bilden selbst nur Zwischenperiode zwischen diesen gewaltsamen Uebergängen und Umschlägen. Es ist durchaus wichtig, diese Bestimmungen von circulirendem und fixirtem Capital als Formbestimmungen des Capitals überhaupt zu fassen, da eine Menge Erscheinungen der bürgerlichen Oekonomie – die Perioden des ökonomischen Cyclus, der von der einmaligen Umlaufszeit des Capitals wesentlich sich unterscheidet; die Wirkung neuer Nachfrage; selbst die Wirkung neuer Gold und Silber producirenden Länder auf die allgemeine Production unbegreiflich. Es nüzt nichts von stimulus zu sprechen, den australisches Gold oder ein neuentdeckter Markt giebt. Läge es nicht in der Natur des Capitals nie völlig beschäftigt, d. h. stets partialiter fixirt zu sein, entwerthet zu sein, unproductiv, so könnten keine stimuli es zu größrer Production treiben. Andrerseits die abgeschmackten Widersprüche, worin sich die Oekonomen verrennen – selbst Ricardo – die voraussetzen, daß das Capital immer vollauf beschäftigt; also aus Schöpfung von neuem Capital allein ein increase von Production erklären. Jeder increase würde dann frühren increase voraussetzen oder Vermehrung der Productivkräfte.
Diese Schranken der auf dem Capital basirenden Production sind den frühren Productionsweisen, so weit sie auf Austausch beruhn, noch in viel größrem Maaß eigen. Aber sie bilden nicht ein Gesetz der Production schlechthin; sobald der Tauschwerth keine Schranke der materiellen Production mehr bildet, sondern ihre Schranke gesezt ist durch ihr Verhältniß zu der Gesammtentwicklung des Individuums, fällt die ganze Geschichte fort mit ihren Krämpfen und Wehen. Wenn wir vorhin sahen, daß das Geld die Schranken des Tauschhandels nur aufhebt, indem es sie verallgemeinert – d. h. Kauf und Verkauf ganz von einander trennt –, so werden wir später sehn, wie der Credit diese Schranken der Verwerthung des Capitals ebenfalls nur aufhebt, indem er sie in ihre allgemeinste Form erhebt, Periode der Ueberproduction und Unterproduction als 2 Perioden sezt.
Der Werth den das Capital in Einer Umlaufzeit, one Revolution, einem Umschlag sezt, ist = dem im Productionsprocess gesezten Werth, i. e. = dem reproducirten Werth + dem Neuwerth. Ob wir den Umschlag beendigt betrachten an dem Punkt wo die Waare in Geld verwandelt ist oder an dem Punkt wo das Geld rückverwandelt ist in Productionsbedingungen, das Resultat ist immer, entweder in Geld, oder in Productionsbedingungen ausgedrückt, absolut gleich dem im Productionsprocess gesezten Werth. Wir rechnen hier das physische Bringen des Products auf den Markt = 0; oder wir rechnen es vielmehr ein in den unmittelbaren Productionsprocess. Die ökonomische Circulation des Products beginnt erst, sobald es als Waare auf dem Markt ist – erst dann circulirt es. Es handelt sich hier nur um die ökonomischen Unterschiede, Bestimmungen, Momente der Circulation; nicht um die physischen Bedingungen das fertige Product in die 2te Phase, die Circulation als Waare zu bringen, so wenig uns der technologische Process angeht, wodurch der Rohstoff in Product verwandelt worden ist. Die größre oder geringre Entfernung des Markts vom Producenten etc gehn uns hier noch nicht an. Was wir zunächst constatiren wollen ist, daß die aus dem Durchlaufen der verschiednen ökonomischen Momente als solcher hervorgehnden Kosten, die Circulationskosten als solche dem Werth des Products nichts zufügen, keine werthsetzende Kosten sind, welche Arbeit immer damit verbunden sein mag. Sie sind blos Abzüge vom geschaffnen Werth. Wenn [von] 2 Individuen jedes selbst der Producent seines Products wäre, aber ihre Arbeit auf Theilung der Arbeit beruhte, so daß sie unter einander austauschten und die Verwerthung ihres Products für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse von diesem Austausch abhinge, so würde offenbar die Zeit, die ihnen der Austausch kostet, z. B. das wechselseitige Markten, Berechnen, ehe sie handelseinig würden, weder ihren Producten, noch dem Tauschwerth derselben das geringste hinzufügen. Wenn A gegenüber B geltend machte, daß ihm der Austausch so und so viel Zeit wegnehme, so würde B dasselbe gegen A) geltend machen. Jeder derselben verliert grade so viel Zeit im Austausch wie der andre. Die Austauschzeit ist ihnen gemeinschaftliche Zeit. Wenn A 10 Th. für das Product verlangte – sein Equivalent – und 10 Th. für die Zeit, die es ihm kostet die 10 Th. von B) zu erhalten, würde der ihn fürs Tollhaus reif erklären. Dieser Zeitverlust geht aus der Theilung der Arbeit und der Nothwendigkeit des Austauschs hervor. Wenn A) alles selbst producirte, würde er keinen Theil seiner Zeit damit verlieren mit B auszutauschen oder sein Product in Geld und das Geld wieder in Product zu verwandeln. Die eigentlichen Circulationskosten (und sie erhalten im Geldgeschäft bedeutende selbstständige Entwicklung) sind nicht in productive Arbeitszeit auflösbar. Sie beschränken sich aber auch ihrer Natur nach auf die Zeit die es nothwendig kostet die Waare in Geld und das Geld wieder in Waare zu verwandeln, d. h. auf die Zeit, die die Uebersetzung des Capitals aus der einen Form in die andre kostet. Fänden B) und A) nun, daß sie Zeit sparten, wenn sie eine dritte Person C) als Mittler zwischen sich schöben, der seine Zeit in diesem Circulationsprocess consumirte – in Umständen die z. B. eintreten würden, wenn genug Austauschende da wären, genug Subjekte der Circulationsprocesse, daß die [von] 2 zu 2 von ihnen abwechselnd in einem Jahr gebrauchte Zeit = einem Jahr wäre; jedes Individuum sage hätte von einem Jahr im Akt der Circulation abwechselnd zu spenden, und es seien ihrer 50, so könnte 1 Individuum seine ganze Zeit mit dieser Beschäftigung zubringen. Für dieses Individuum, wenn ihm nur seine nothwendige Arbeitszeit gezahlt würde, d. h. wenn es seine ganze Zeit im Austausch für die necessaries of life hergeben müßte, wäre die Belohnung, die es erhielte, Arbeitslohn. Berechnete es aber seine ganze Zeit, so wäre der Lohn den es erhielte, Equivalent, objektivirte Arbeitszeit. Dieß Individuum nun hätte nichts hinzugefügt dem Werth, sondern hätte mit den Capitalisten A) B) etc nur getheilt in ihrem Surpluswerth. Sie hätten gewonnen, indem nach der Voraussetzung ein geringrer Abzug von ihrem Surpluswerth stattgefunden. (Das Capital ist nicht einfache Quantität, noch einfache Operation; sondern beides zugleich.) Das Geld selbst, ||22| so weit es aus edlen Metallen besteht, oder seine Production überhaupt – wie z. B. selbst in der Papiercirculation – Unkosten macht, so weit es selbst Arbeitszeit kostet, fügt den ausgetauschten Gegenständen – den Tauschwerthen – nichts an Werth hinzu; sondern seine Unkosten sind Abzug von diesen Werthen, Abzug, der von den Austauschenden zu aliquoten Theilen getragen werden muß. Die Kostbarkeit des Circulationsinstruments, des Austauschinstruments, drückt nur die Kosten des Austauschs aus. Statt zuzufügen, nehmen sie vom Werth. Gold- und Silbergeld z. B. sind selbst Werthe, wie andre (nicht im Sinn von Geld), sofern Arbeit in ihnen vergegenständlicht ist. Aber, daß diese Werthe als Circulationsmittel dienen, ist ein Abzug von dem disponiblen Reichthum. Ebenso verhält es sich mit den Productionskosten der Circulation des Capitals. Sie fügt nicht den Werthen hinzu. Die Circulationskosten als solche sind nicht werthsetzend, sondern Kosten der Realisirung der Werthe – Abzüge davon. Die Circulation[erscheint]als Reihe von Transformationen, worin sich das Capital sezt, aber den Werth betrachtet, fügt sie nicht ihm zu, sondern sezt es in der Form des Werths. Der potentielle Werth, der durch die Circulation in Geld verwandelt wird, ist vorausgesezt als Resultat des Productionsprocesses. So weit diese Reihe von Processen in der Zeit vorgeht und Kosten macht, Arbeitszeit kostet, oder vergegenständlichte Arbeit, sind diese Circulationskosten Abzüge vom Quantum des Werths. Die Circulationskosten = 0 gesezt, ist das Resultat Eines Umschlags des Capitals den Werth betrachtet = dem im Productionsprocess gesezten Werth. D. h. der der Circulation vorausgesezte Werth ist der aus ihr hervorgehende. Höchstens kann – durch die Circulationskosten – ein kleinrer heraus, als herein kommen. Nach dieser Seite hin betrachtet fügt die Circulationszeit dem Werth nichts hinzu; die Circulationszeit erscheint nicht als werthsetzende Zeit neben der Arbeitszeit. Wenn die Production eine Waare = dem Werth von 10l. geschaffen hat, so ist die Circulation nöthig um diese Waare den 10l. gleichzusetzen, ihrem Werth, der als Geld existirt. Die Kosten die dieser Process, diese Formveränderung verursacht, ist ein Abzug von dem Werth der Waare. Die Circulation des Capitals ist die Formveränderung, die der Werth durch verschiedne Phasen durchläuft. Die Zeit, die dieser Process währt oder kostet um in Stand gesezt zu werden, gehört zu den Productionskosten der Circulation, der Theilung der Arbeit, der auf den Austausch gegründeten Production.
Dieß gilt von Einem Umschlag des Capitals, d. h. von dem einmaligen Verlaufen des Capitals durch diese seine verschiednen Momente. Der Process des Capitals als Werth hat seinen Ausgangspunkt vom Geld und endet in Geld, aber in größrem Quantum Geldes. Der Unterschied ist nur quantitativ. G-W-W-G hat so einen Inhalt bekommen. Betrachten wir den Umlauf bis zu diesem Punkt, so stehn wir wieder am Ausgangspunkt. Das Capital ist wieder zu Geld geworden. Aber es ist jezt zugleich gesezt, es ist jezt Bedingung für dieß Geld geworden wieder Capital zu werden, sich durch Kauf von Arbeit, durch Durchgehn durch den Productionsprocess vervielfältigendes und erhaltendes Geld. Seine Form als Geld ist als blose Form gesezt; eine der vielen Formen, die es in seiner Metamorphose durchläuft. Betrachten wir diesen Punkt nun nicht als Endpunkt – sondern wie wir ihn jezt betrachten müssen – als Durchgangspunkt, oder neuen Ausgangspunkt, selbst durch den Productionsprocess als verschwindender Endpunkt, und nur scheinbarer Ausgangspunkt gesezt, so ist klar, daß die Rückverwandlung des als Geld gesezten Werths in processirenden, in den Productionsprocess eingehnden Werth nur vor sich gehn kann – daß die Erneuerung des Pro- ductionsprocesses nur stattfinden kann, sobald der von dem Productionsprocess unterschiedne Theil des Circulationsprocesses vollendet ist. Der zweite Umschlag des Capitals – die Rückverwandlung des Gelds in Capital als solches, oder die Erneurung des Productionsprocesses hängt ab von der Zeit, die das Capital braucht um seine Circulation zu vollenden; d. h. von seiner Circulationszeit, diese hier im Unterschied von der Productionszeit. Da wir aber gesehn haben, daß der vom Capital geschaffne Gesammtwerth (reproducirter Werth sowohl wie neugeschaffner), der in der Circulation als solcher realisirt wird, ausschließlich bestimmt ist durch den Productionsprocess, so hängt die Summe der Werthe, die in einer bestimmten Zeit geschaffen werden kann, ab von der Anzahl der Wiederholungen des Productionsprocesses in dieser Zeitperiode. Die Wiederholung des Productionsprocesses ist aber bestimmt durch die Circulationszeit, die gleich ist der Geschwindigkeit der Circulation. Je rascher die Circulation, je kürzer die Circulationszeit, desto öfter kann dasselbe Capital den Productionsprocess wiederholen. In einem bestimmten Cyclus von Umschlägen des Capitals steht also die Summe der von ihm geschaffnen Werthe (also auch Mehrwerthe, denn es sezt nothwendige Arbeit immer nur als für die Surplusarbeit nothwendige Arbeit) in directem Verhältniß zur Arbeitszeit und in umge- kehrtem zur Circulationszeit. In einem bestimmten Cyclus ist der Gesammtwerth (folglich auch die Summe der gesezten Mehrwerthe) = der Arbeitszeit × mit der Anzahl der Umschläge des Capitals. Oder der vom Capital gesezte Mehrwerth erscheint jezt nicht mehr einfach bestimmt durch die von ihm im Productionsprocess angeeignete Surplusarbeit, sondern durch den Coefficienten des Productionsprocesses; d. h. die Anzahl, die ausdrückt, wie oft er in einem gegebnen Zeitraum wiederholt ist. Dieser Coefficient ist aber bestimmt durch die Circulationszeit, die das Capital in Einem Umschlag braucht. Die Summe der Werthe (Mehrwerthe) ist also bestimmt durch den in einem Umschlag gesezten Werth multiplicirt mit der Anzahl der Umschläge in einem bestimmten Zeitraum. Ein Umschlag des Capitals ist = der Productionszeit + der Circulationszeit. Die Circulationszeit als gegeben vorausgesezt, hängt die Gesammtzeit, die der Umschlag braucht, von der Productionszeit ab. Die Productionszeit vorausgesezt, hängt die Dauer des Umschlags ab von der Circulationszeit. Die Circulationszeit, so weit sie die Gesammtmasse der Productionszeit bestimmt, in einem gegebnen Zeitraum, so fern von ihr die Wiederholung des Productionsprocesses, seine Erneurung in einer gegebnen Epoche abhängt, ist daher selbst Productionsmoment, oder erscheint vielmehr als Grenze der Production. Es ist dieß die Natur des Capitals, der auf es gegründeten Production, daß die Circulationszeit ein bestimmendes Moment für die Arbeitszeit, für die Werthschöpfung wird. Die Selbstständigkeit der Arbeitszeit ist damit negirt und der Productionsprocess selbst als durch den Austausch bestimmt gesezt, so daß die gesellschaftliche Beziehung und Abhängigkeit von dieser Beziehung in der unmittelbaren Production – nicht nur als materielles Moment, sondern als ökonomisches Moment, Formbestimmung gesezt ist. Das Maximum der Circulation – die Grenze der Erneurung durch sie des Productionsprocesses – ist offenbar bestimmt durch die Dauer der Productionszeit während eines Umschlags. Gesezt der Productionsprocess eines bestimmten Capitals, d. h. die Zeit, die es braucht um seinen Werth zu reproduciren und Mehrwerth zu setzen – daure 3 Monate. (Oder die Zeit, die nöthig ist, um eine Quantität Product zu vollenden = dem Gesammtwerth des producirenden Capitals + dem Mehrwerth.) So könnte das Capital unter keinen Umständen öfter als 4mal im Jahr den Productions- oder Verwerthungsprocess erneuern. Das Maximum des Umschlags des Capitals wären 4 Umschläge im Jahr; d. h. es fänden keine Unterbrechungen statt zwischen der Beendigung Einer Productionsphase und der Wiedererneurung. Das Maximum der Umschläge wäre = der Continuität des Productionsprocesses, so daß sobald das Product vollendet, neuer Rohstoff wieder in Product verarbeitet würde. Die Continuität würde sich nicht erstrecken blos auf die Continuität innerhalb einer ||23|Pro- ductionsphase, sondern die Continuität dieser Phasen selbst. Gesezt aber nun das Capital brauche am Ende jeder Phase einen Monat Circulationszeit – Zeit um zu der Form von Productionsbedingungen zurückzukehren – so könnte es nur 3 Umschläge bewirken. Im ersten Fall war die Zahl der Umschläge = 1 Phase × 4; oder 12 Monaten dividirt durch 3. Das Maximum der Werthschöpfung des Capitals in einem gegebnen Zeitraum ist dieser Zeitraum dividirt durch die Dauer des Productionsprocesses (die Productionszeit). Im zweiten Fall würde das Capital nur 3 Umschläge im Jahr bewirken; den Verwerthungsprocess nur 3mal wiederholen. Die Summe seiner Verwerthungsprocesse wäre also = = 3. Der Divisor ist hier die Gesammtcirculationszeit die es braucht: 4 Monate; oder die Circulationszeit, die es auf eine Productionsphase braucht × mit der Anzahl, worin diese Circulationszeit enthalten ist in dem Jahr. Im ersten Fall ist die Zahl der Umschläge = 12 Monate, Jahr, gegebner Zeit, dividirt durch die Zeit Einer Productionsphase, oder durch die Dauer der Productionszeit selbst; im zweiten Fall gleich derselben Zeit dividirt durch die Circulationszeit. Das Maximum der Verwerthung des Capitals, wie der Continuität des Productionsprocesses, oder die Circulationszeit = 0 gesezt; d. h. also die Bedingungen, unter denen das Capital producirt, seine Beschränktheit durch die Circulationszeit, die Nothwendigkeit die verschiednen Phasen seiner Metamorphose zu durchlaufen, aufgehoben. Es ist die nothwendige Tendenz des Capitals danach zu streben, die Circulationszeit = 0 zu setzen, d. h. sich selbst aufzuheben, da nur durch das Capital die Circulationszeit als die Productionszeit bestimmendes Moment gesezt ist. Es ist dasselbe als die Nothwendigkeit des Austauschs, des Gelds, und der auf ihnen beruhnden Theilung der Arbeit, also das Capital selbst aufheben. Sehn wir einstweilen von dem Verwandeln des Surpluswerths in Surpluscapital ab, so würde also ein Capital von 100 Th., das im Productionsprozeß einen Mehrwerth von 4 % auf das Gesammtcapital producirte in der ersten Voraussetzung sich 4mal reproduciren und am Schlusse des Jahres einen Mehrwerth von 16 gesezt haben. Das Capital wäre am Schlusse des Jahres = 116. Es wäre dasselbe als hätte ein Capital von 400 einmal im Jahre umgeschlagen, ebenfalls mit einem Mehrwerth von 4 %. In Bezug auf die Gesammtproduction der Waaren und Werthe derselbe vervierfacht. Im andren Fall ein Capital von 100 Th. nur Mehrwerth geschaffen von 12; das Gesammtcapital am Ende des Jahrs = 112. In Bezug auf die Gesammtproduction – sei sie in Bezug auf Werthe oder Gebrauchswerthe – der Unterschied noch bedeutender. Im ersten Fall z. B. für 400 Th. Leder mit einem Capital von 100 in Stiefel verwandelt, im 2ten nur von 300 Th. Leder.
Die Gesammtverwerthung des Capitals daher bestimmt durch die Dauer der Productionsphase – die wir hier einstweilen mit der Arbeitszeit identisch setzen – × mit der Anzahl der Umschläge, oder Erneurung dieser Productionsphase in einem gegebnen Zeitraum. Wären die Umschläge nur bestimmt durch die Dauer Einer Productionsphase, so wäre die Gesammtverwerthung einfach bestimmt durch die Anzahl der Productionsphasen, die in einem gegebnen Zeitraum enthalten ist; oder die Umschläge wären absolut bestimmt durch die Productionszeit selbst. Dieß wäre das Maximum der Verwerthung. Es ist daher klar, daß die Circulationszeit absolut betrachtet ein Abzug vom Maximum der Verwerthung < absolute Verwerthung ist. Es ist also unmöglich, daß irgendeine Geschwindigkeit der Circulation, oder irgend eine Abkürzung der Circulationszeit eine Verwerthung schaffen sollte > als die durch die Productionsphase selbst gesezte Verwerthung. Das Maximum, das die Geschwindigkeit der Circulation, wenn sie auf ∞ stiege, bewirken könnte, wäre die Circulationszeit = 0 zu setzen, d. h. sich selbst aufzuheben. Sie kann also nicht ein positiv werthschaffendes Moment sein, da ihre Aufhebung – Circulation ohne Circulationszeit – das Maximum der Verwerthung, ihre Negation = der höchsten Position der Productivität des Capitals wäre. ❲Productivität des Capitals als Capital ist nicht die Productivkraft, die die Gebrauchswerthe vermehrt; sondern seine Fähigkeit Werthe zu schaffen; der Grad, worin es Werth producirt.❳ Die Gesammtproductivität des Capitals ist = der Dauer Einer Productionsphase × mit der Anzahl, worin sie sich wiederholt in einem gewissen Zeitraum. Diese Anzahl aber bestimmt durch die Circulationszeit.
Nehmen wir an ein Capital von 100 schlüge 4mal im Jahr um; setze den Productionsprocess 4 ×; so würde, wenn der Mehrwerth = 5 P. C. jedesmal, der am Ende des Jahres geschaffene Surpluswerth = 20 sein für ein Capital von 100; andrerseits für ein Capital von 400, das einmal in einem Jahr umschlüge zum selben Procentsatz wäre = 20 ebenfalls. So daß ein Capital von 100 mit 4maliger Circulation im Jahr 20 P. C. Gewinn, wo ein 4mal größres Capital mit einmaligem Umschlag nur einen Profit von 5 P. C. gäbe. (Es wird sich gleich näher zeigen, daß der Mehrwerth ganz derselbe.) Es scheint also daß die Grösse des Capitals ersezt werden kann durch die Geschwindigkeit des Umlaufs, und die Geschwindigkeit des Umlaufs durch die Grösse des Capitals. Es kömmt so der Schein hinein, als ob die Circulationszeit an sich productiv sei. Es ist daher an diesem case die Sache klar zu machen.
Eine andre Frage, die sich auch aufwirft: Wenn der Umschlag von 100 Th. 4mal im Jahr, jedesmal sage zu 5 P. C., so könnte am Beginn des 2t Umschlags mit 105 Th. der Productionsprocess begonnen werden, und das Product wäre 110 ; am Beginn des 3t Umschlags: 110 , wovon das Product wäre: 115 ; am Beginn des 4t Umschlags: 115 und am Ende desselben: 121 . Die Zahl selbst thut hier nichts zur Sache. Die Sache ist, daß im Fall ein Capital von 400 nur einmal im Jahr umschlägt zu 5 % der Gewinn nur sein kann 20; dagegen wenn ein 4mal kleineres 4 × zu demselben Procentsatz umschlägt, der Gewinn 1 + mehr: So scheint durch das blose Moment des Umschlags – die Wiederholung – also eines durch die Circulationszeit bestimmten Moments oder vielmehr durch die Circulation bestimmten Moments nicht nur der Werth realisirt zu werden, sondern absolut zu wachsen. Dieß auch zu untersuchen.
Die Circulationszeit drückt nur die Geschwindigkeit der Circulation aus; die Geschwindigkeit der Circulation nur Schranke derselben. Circulation ohne Circulationszeit – d. h. das Uebergehn des Capitals aus einer Phase in die andre mit derselben Schnelle, womit der Begriff umschlägt – wäre das Maximum, d. h. das Zusammenfallen der Erneurung des Productionsprocesses mit seiner Beendigung.
Der Akt des Austauschs – und die ökonomischen Operationen, wodurch die Circulation vor sich geht, lösen sich auf in eine Succession von échanges – bis auf den Punkt, wo das Capital nicht als Waare zu Geld, oder als Geld zu Waare sich verhält, sondern als Werth zu seinem spezifischen Gebrauchswerth, der Arbeit – der Akt des Austauschs von Werth in einer Form gegen Werth in der andren, Geld gegen Waare, oder Waare gegen Geld (und dieß sind die Momente der einfachen Circulation) sezt den Werth der einen Waare in der andren und realisirt sie so als Tauschwerth; oder auch sezt die Waaren als Equivalente. Der Akt des Austauschs ist so werthsetzend, insofern Werthe vorausgesezt werden; er realisirt die Bestimmung der Austauschsubjekte als Werthe. Aber ein Akt der eine Waare als Werth sezt, oder was dasselbe ist, der eine andre Waare als ihr Equivalent sezt – oder was wieder dasselbe der den Gleichwerth beider Waaren sezt, fügt offenbar wieder dem Werth selbst nichts hinzu, so wenig wie das Zeichen ± die Ziffer vergrössert oder verkleinert die hinter ihm steht. Indem ich 4 als Plus oder Minus setze – durch diese Operation bleibt 4 unabhängig vom Zeichen sich selbst gleich 4, wird weder 3 noch 5. Ebenso, wenn ich ||24| ein lb Baumwolle von dem Tauschwerth von 6 d. gegen 6 d. austausche, so ist es als Werth gesezt; und ebenso kann gesagt werden daß die 6 d. als Werth gesezt sind in dem lb Baumwolle; d. h. die in den 6 d. enthaltne Arbeitszeit (hier 6 d. als Werth betrachtet) ist nun ausgedrückt in einer andren Materiatur derselben Arbeitszeit. Aber da durch den Akt des Austauschs das lb Baumwolle wie die 6 d. Kupfer jedes = seinem Werth gesezt wird, so ist es unmöglich daß durch diesen Austausch weder der Werth der Baumwolle noch der Werth der 6 d. noch die Summe ihrer Werthe quantitativ wächst. Der Austausch als Setzen von Equivalenten, ändert nur die Form; realisirt die potentiell existirenden Werthe; realisirt die Preisse, if you like. Ein Setzen von Equivalenten, z. B. von A und B als Equivalenten, kann den Werth von A nicht erhöhn, denn es ist der Akt, wodurch A = seinem eignen Werth, also nicht ihm ungleich gesezt wird; ungleich nur was die Form angeht, insofern es vorher nicht als Werth gesezt war; es ist zugleich der Akt wodurch der Werth von A = dem Werth von B gesezt wird und der Werth von B = dem Werth von A. Die Summe der im Austausch umgesezten Werthe = Werth A + Werth B. Jedes bleibt = seinem eignen Werth; also bleibt ihre Summe gleich der Summe ihres Werths. Der Austausch als Setzen von Equivalenten kann daher seiner Natur nach die Summe der Werthe nicht erhöhn, noch den Werth der ausgetauschten Waaren. (Daß es bei dem Austausch mit Arbeit sich anders verhält, geht daraus hervor, daß der Gebrauchswerth der Arbeit selbst werthsetzend ist, hängt aber nicht direkt mit ihrem Tauschwerth zusammen.) So wenig aber eine Operation des Austauschs den Werth des Ausgetauschten vermehren kann, so wenig kann es eine Summe von Austauschen. ❲Es ist durchaus nöthig, dieß klar zu machen; da die Vertheilung des Mehrwerths unter den Capitalien, die Berechnung des Gesammtsurpluswerths unter den einzelnen Capitalien – diese secundäre ökonomische Operation – [als] Phänomene erscheint, die in den gewöhnlichen Oekonomien mit den primitiven verwechselt werden.❳ Ob ich einen Akt, der keinen Werth schafft einmal wiederhole oder ∞, durch die Wiederholung, it cannot change its nature. Die Wiederholung eines Nicht-werthschaffenden Akts kann nie ein Akt der Werthschöpfung werden. z. B. drückt eine bestimmte Proportion aus. Verwandle ich dieß in einen Decimalbruch, setze es also = 0,25, so ist seine Form geändert. Diese Formänderung läßt den Werth denselben. Ebenso wenn ich eine Waare in die Form des Geldes oder das Geld in die Form der Waare verwandle, bleibt der Werth derselbe; aber die Form ist verändert. Es ist also klar, daß die Circulation – da sie sich in eine Reihe Tauschoperationen von Equivalenten auflöst, den Werth der circulirenden Waaren nicht vermehren kann. Ist daher Arbeitszeit erheischt, um diese Operation vorzunehmen, d. h. müssen Werthe consumirt werden, denn alle Consumtion von Werthen löst sich auf in die Consumtion von Arbeitszeit oder vergegenständlichter Arbeitszeit, Producten; verursacht die Circulation also Kosten und kostet die Circulationszeit Arbeitszeit, so ist das ein Abzug, eine relative Aufhebung der circulirenden Werthe; Entwerthung derselben zu dem Betrag der Circulationskosten. Denkt man sich 2 Arbeiter, die austauschen; einen Fischer und einen Jäger; so würde die Zeit die beide im Austausch verlieren, weder Fische noch Wild schaffen, sondern wäre ein Abzug an der Zeit, worin beide Werthe schaffen, der eine fischen, der andre jagen kann, ihre Arbeitszeit vergegenständlichen in einem Gebrauchswerth. Wollte der Fischer sich für diesen Verlust an dem Jäger entschädigen: mehr Wild verlangen, oder ihm weniger Fische geben, so dieser dasselbe Recht. Der Verlust wäre für sie gemeinsam. Diese Circulationskosten, Austauschkosten, könnten nur als Abzug der Gesammtproduction und Werthschöpfung der beiden erscheinen. Wenn sie einen dritten C) mit diesen exchanges beauftragten und so keine Arbeitszeit direkt verlören, müßte jeder derselben zu aliquoten Theilen eine Portion seines Productes an den C) ablassen. Was sie dabei gewinnen könnten, wäre nur ein Mehr oder Weniger von Verlust. Arbeiteten sie aber als gemeinsame Proprietärs, so würde kein Austausch stattfinden, sondern gemeinschaftliche Consumtion. Die Austauschkosten fielen daher fort. Nicht die Theilung der Arbeit; aber die Theilung der Arbeit als auf den Austausch gegründet. Es ist daher falsch, wenn J. St. Mill die Circulationskosten als nothwendigen Preiß der Theilung der Arbeit betrachtet. Sie sind nur Kosten der naturwüchsigen, nicht auf Gemeinsamkeit des Eigenthums, sondern dem Privateigenthum beruhenden Theilung der Arbeit.
Die Circulationskosten als solche, d. h. die durch die Operation des Austauschs und durch eine Reihe von Austauschoperationen verursachte Consumtion von Arbeitszeit oder vergegenständlichter Arbeitszeit, Werthen, sind also Abzug entweder von der auf die Production verwandten Zeit, oder von den durch die Production gesezten Werthen. Sie können nie den Werth vermehren. Sie gehören zu den faux frais de production, und diese faux frais de production gehören zu den immanenten Kosten der auf dem Capital beruhenden Production. Das Kaufmannsgeschäft und still more das eigentliche Geldgeschäft – so weit sie nichts thun, als die Operationen der Circulation als solcher, also z. B. die Bestimmung der Preisse (das Messen der Werthe und ihr Berechnen), überhaupt diese Tauschoperation als eine durch die Theilung der Arbeit verselbstständigte Function treiben, diese Function des Gesammtprocesses des Capitals darstellen – stellen blos die faux frais de production des Capitals dar. Insofern sie diese faux frais vermindern, fügen sie der Production zu, nicht dadurch daß sie Werth schaffen, sondern die Negation der geschaffnen Werthe vermindern. Wenn sie rein als solche Function agirten, so würden sie immer nur das Minimum der faux frais de production darstellen. Befähigen sie die Producenten mehr Werthe zu schaffen, als sie ohne diese Theilung der Arbeit könnten, und zwar so viel mehr, daß ein Surplus bleibt nach Bezahlung dieser Function, so haben sie faktisch die Production vermehrt. Die Werthe sind dann aber vermehrt, nicht weil die Circulationsoperationen Werth geschaffen, sondern weil sie weniger Werth absorbirt haben, als sie im andren Fall gethan hätten. Sie sind aber nothwendige Bedingung für die Production des Capitals.
Die Zeit, die ein Capitalist im Austausch verliert, ist als solche kein Abzug von der Arbeitszeit. Capitalist – d. h. Repräsentant des Capitals, personificirtes Capital ist er nur, indem er sich zur Arbeit als fremder Arbeit verhält und sich fremde Arbeitszeit aneignet und sie sezt. Die Circulationskosten existiren also nicht, insofern sie die Zeit des Capitalisten wegnehmen. Seine Zeit ist als überflüssige Zeit gesezt: Nicht-Arbeitszeit, nicht- werthschaffende Zeit, obgleich es das Capital ist, das den geschaffnen Werth realisirt. Dieß, daß der Arbeiter Surpluszeit arbeiten muß, ist identisch damit, daß der Capitalist nicht zu arbeiten braucht, und so eine Zeit als NichtArbeitszeit gesezt ist; daß er auch nicht die nothwendige Zeit arbeitet. Der Arbeiter muß Surpluszeit arbeiten, um die zu seiner Reproduction nothwendige Arbeitszeit vergegenständlichen, verwerthen, i. e. objectiviren zu dürfen. Andrerseits ist daher auch die nothwendige Arbeitszeit des Capitalisten freie Zeit, nicht für die unmittelbare Subsistenz erheischte Zeit. Da alle freie Zeit Zeit für die freie Entwicklung ist, usurpirt der Capitalist die von den Arbeitern geschaffne freie Zeit für die Gesellschaft, d. h. die Civilisation und Wade hat in diesem Sinn wieder Recht, sofern er Capital = Civilisation sezt.
Die Circulationszeit – so weit sie die Zeit des Capitalisten als solchen in Anspruch nimmt, geht uns ökonomisch betrachtet, grade so viel an, wie die Zeit, die er mit seiner Lorette zubringt. Wenn time money ist, so ist es vom Standpunkt des Capitals aus nur die fremde Arbeitszeit, die allerdings im eigentlichsten Worte das money des Capitals ist. In Bezug auf das Capital als solches kann die Circulationszeit nur insofern mit Arbeitszeit zusammenfallen, als sie unterbricht die Zeit, während welcher das Capital die fremde Arbeitszeit sich aneignen kann, und es ist klar, daß diese relative Entwerthung des Capitals seiner Verwerthung nicht zusetzen, sondern nur von ihr abnehmen kann; oder insofern die Circulation dem Capital objectivirte fremde Arbeitszeit, Werthe kostet. ||25| (Z. B. weil es einem andren bezahlen muß, der diese Function übernimmt.) In beiden Fällen kömmt die Circulationszeit nur in Betracht, so weit sie die Aufhebung, die Negation der fremden Arbeitszeit ist; sei es daß sie das Capital im Process ihrer Aneignung unterbricht; sei es, daß sie es zwingt, einen Theil des geschaffnen Werths zu consumiren, zu consumiren, um die Circulationsoperationen zu vollbringen, d. h. um sich als Capital zu setzen. (Sehr zu unterscheiden von der Private Consumption of the capitalist.) Die Circulationszeit kömmt nur in Betracht in ihrem Verhältniß – als Schranke, Negation – der Productionszeit des Capitals; diese Productionszeit ist aber die Zeit, während welcher es sich fremde Arbeit aneignet; die durch es gesezte fremde Arbeitszeit. Es ist die größte Confusion, wenn die Zeit, die der Capitalist in der Circulation spendet, als werthsetzende Zeit oder gar Surpluswerth setzende Zeit betrachtet wird. Das Capital als solches hat keine Arbeitszeit ausser seiner Productionszeit. Der Capitalist geht uns hier absolut nichts an ausser als Capital. Als solches fungirt er auch nur in dem Gesammtprocess, den wir zu betrachten haben. Es könnte sich sonst noch eingebildet werden, der Capitalist könne sich die Zeit compensiren lassen, während der er nicht als Lohnarbeiter eines andren Capitalisten Geld verdient – oder er verliere diese Zeit. Sie gehöre mit zu den Productionskosten. Die Zeit, die er als Capitalist verliert, oder anwendet, ist überhaupt verlorne Zeit, placé à fonds perdu von diesem Gesichtspunkt aus. Die s. g. Arbeitszeit des Capitalisten, im Unterschied von der Arbeitszeit des Arbeiters, die die Grundlage seines Profits, als wages sui generis bilden soll, haben wir später zu betrachten.
Es ist nichts häufiger als Transport, etc, so weit sie mit dem Handel zusammenhängen, in die reinen Circulationskosten herein zu bringen. So weit der Handel ein Product auf den Markt bringt, giebt er ihm eine neue Form. Er verändert zwar nur das örtliche Dasein. Aber die Weise der Formveränderung geht uns nichts an. Er giebt dem Product einen neuen Gebrauchswerth (und dieß gilt bis herab zum Detailkrämer, der wiegt, mißt, einpackt und so für den Consum dem Product Form giebt) und dieser neue Gebrauchswerth kostet Arbeitszeit; ist also zugleich Tauschwerth. Das Bringen auf den Markt gehört in den Productionsprocess selbst. Das Product ist erst Waare, erst in Circulation, sobald es sich auf dem Markt befindet.
❲„In jeder species der Industrie werden die entrepreneurs Verkäufer von Producten, während der ganze Rest der Nation und oft selbst fremde Nationen Käufer dieser Producte sind … Das beständige Mouvement und ohne Unterlaß wiederholt, das das circulirende Capital macht, um vom entrepreneur zu partir, und um zu ihm unter der ersten Form zurückzukehren, ist vergleichbar einem Cirkel, den es beschreibt; daher der Name circulant, den das Capital trägt und Circulation für seine Bewegung.“ (p. 404–405.) (Storch. Cours d'écon. Polit. Paris 1823, t. l, p. 405. Heft S. 34.) „Im ausgedehnten Sinn begreift Circulation die Bewegung jeder Waare, qui s'échange.“ (p. 405) (l. c.) „Die Circulation macht sich par les échanges … vom Augenblick des numéraire an, elles ne s'échangent plus, elles se vendent.“ (p. 405–406, l. c.) „Damit eine Waare in Circulation sei, genügt l'offre … Reichthum in Circulation: Waare.“ (p. 407 l. c.) „Der commerce nur ein Theil der circulation; erstrer begreift nur die achats und ventes der marchands; leztre aller entrepreneurs und selbst aller inhabitants.“ (p. 408 l. c.) „Nur so lange die Kosten der circulation indispensable sind, um die Waaren zu den Consumenten gelangen zu lassen, ist die Circulation reell und vermehrt ihr Werth das produit annuel. Vom Augenblick an, wo sie dieß Maaß überschreitet, ist die Circulation postiche et ne contribue plus en rien à l'enrichissement de la nation.“ (p. 409.) „Wir haben in den lezten Jahren in Rußland Beispiele gesehn zu St. Petersburg von einer circulation postiche. Die languissante Lage des commerce étranger hatte die Negocianten engagirt auf eine andre Weise ihre chomirenden capitaux faire valoir; ne pouvant plus les employer, um fremde Waaren kommen zu lassen und die des Landes zu exportiren, avisirten sie sich Vortheil davon zu ziehen en achetant et revendant die Waaren, die sich auf dem Platz fanden. Ungeheure Quantitäten von Zucker, Kaffee, chanvre, Eisen etc passirten rapidement von einer Hand in die andre und oft wechselte eine Waare 20mal den propriétaire ohne zu gehn du magasin. Eine derartige Circulation bietet den négocians alle Chancen eines Hasardspieles; aber, während sie die einen bereichert, ruinirt sie die andren und der Nationalreichthum gewinnt nichts dabei. Ebenso in der Circulation des Gelds … Man nennt agiotage eine derartige Circulation postiche, die nur gegründet auf einer einfachen Variation der Preisse.“ (p. 410, 11.) „La circulation ne rend de profit à la société qu'autant qu'elle est indispensable pour faire parvenir la marchandise au consommateur. Jede détour, retard, échange intermédiaire, nicht absolut nöthig zu diesem Effect, oder die nicht contribuirt die Circulationskosten zu diminuiren wird schädlich dem Nationalreichthum, en élevant inutilement le prix des marchandises.“ (p. 411.) „Die Circulation um so productiver je rapider sie ist, d. h. je weniger Zeit sie fordert um den entrepreneur von ouvrage fait zu délivrer qu'il expose envente, und um zu ramener vers lui das Capital unter seiner ersten Form.“ (p. 411.) „Der entrepreneur kann die Production nur wiederbeginnen, nachdem er das vollendete Product verkauft hat und den Preiß zum Ankauf neuer matières und neuer salaires verwandt hat: je prompter die Circulation also ist diese beiden Effecte zu operiren, um so eher ist er im Stande seine Production von neuem zu beginnen und um so mehr liefert sein Capital Profite in einem gegebnen Zeitraum.“ (p. 411–412.) „Die Nation, deren Capital mit gehöriger rapidité circulirt, um mehrmal im Jahr zu revenir zu dem, der es zuerst in Bewegung gesezt, ist in derselben Situation als der laboureur der glücklichen Climate, der demselben Land successiv 3 oder 4 Erndten in demselben Jahr abfordern kann.“ (p. 412, 13.) „Eine langsame Circulation vertheuert die Objecte der Consumtion 1) indirekt, durch Verminderung der Masse der Waaren, die existiren könnten; 2) direkt, weil so lange ein Product in Circulation sein Werth progressiv zunimmt par les rentes du capital verwandt zu seiner Production; je langsamer die Circulation, je mehr accumuliren sich diese Renten, was den Preiß der Waare unnütz erhebt.“ „Mittel zur Abkürzung und Beschleunigung der Circulation: 1) Die Separation einer Klasse von Arbeitern, die sich einzig mit dem Handel beschäftigt; 2) la facilité des transports; 3) das numéraire; 4) der Credit.“ (p. 413.)❳
Die einfache Circulation bestand aus einer Menge gleichzeitiger oder successiver Austausche. Die Einheit derselben als Circulation betrachtet, war eigentlich nur vom Standpunkt des Beobachters aus vorhanden. (Der Austausch kann zufällig sein und er hat mehr oder minder den Charakter, wo er auf den Austausch des Ueberflusses beschränkt, nicht das Ganze des Productionsprocesses ergriffen hat.) In der Circulation des Capitals haben wir eine Reihe von Tauschoperationen, von Tauschakten, deren jede gegen die andre ein qualitatives Moment vorstellt, ein Moment in der Reproduction und Wachsthum des Capitals. Ein System von Austauschen, Stoffwechsel, so weit der Gebrauchswerth betrachtet, Formwechsel, so weit der Werth als solcher betrachtet wird. Das Product verhält sich zur Waare, wie Gebrauchswerth zum Tauschwerth; so die Waare zum Geld. Hier erreicht die eine Reihe ihre Höhe. Das Geld verhält sich zur Waare in die es rückverwandelt wird als Tauschwerth zum Gebrauchswerth; noch mehr so das Geld zur Arbeit.|
|26| Insofern das Capital in jedem Moment des Processes selbst die Möglichkeit des Uebergehns in seine andre, nächste Phase und so die Möglichkeit des ganzen Processes ist, der den Lebensakt des Capitals ausdrückt, so erscheint jedes der Momente potentialiter als Capital – daher Waarencapital, Geldcapital – neben dem im Productionsprocess als Capital sich setzenden Werth. Die Waare kann Capital darstellen, so lange sie sich in Geld verwandeln, also Lohnarbeit kaufen kann (Surplusarbeit); dieß nach der Formseite hin, die aus der Circulation des Capitals geschöpft ist. Nach der Stoffseite hin bleibt sie Capital, so lange sie Rohmaterial (eigentliches oder Halbfabrikat), Instrument, Lebensmittel für die Arbeiter ausmacht. Jede dieser Formen ist potentielles Capital. Das Geld ist einerseits das realisirte Capital, das Capital als realisirter Werth. Es ist nach dieser Seite (als Schlußpunkt der Circulation betrachtet, wo es denn auch als Ausgangspunkt betrachtet werden muß) das Capital ϰατ ̓ ἐξοχήν. Es ist dann wieder Capital in Bezug auf den Productionsprocess speciell, so weit es sich gegen lebendige Arbeit umtauscht. In seinem Umtausch gegen Waare (Rückkauf des Rohmaterials etc) durch den Capitalisten erscheint es dagegen nicht als Capital, sondern als Circulationsmittel; nur verschwindende Vermittlung, wodurch der Capitalist sein Product gegen die Urelemente desselben austauscht.
Die Circulation ist nicht eine für das Capital blos äusserliche Operation. Wie es durch den Productionsprocess erst wird, indem durch ihn der Werth sich verewigt und vermehrt, so wird es in die reine Form des Werths – an dem die Spuren des Werdens ebensowohl, wie sein specifisches Dasein im Gebrauchswerth ausgelöscht sind – nur rückverwandelt durch den ersten Akt der Circulation, während die Wiederholung dieses Akts, i. e. des Lebensprocesses [des Capitals] nur durch den 2t Akt der Circulation möglich, der im Austausch des Geldes gegen die Productionsbedingungen besteht und die Einleitung zum Productionsakt bildet. Die Circulation gehört also in den Begriff des Capitals. Wie ursprünglich das Geld oder aufgehäufte Arbeit als Voraussetzung vor dem Austausch mit freier Arbeit erschien; die scheinbare Selbstständigkeit des objectiven Moments des Capitals gegen die Arbeit aber aufgehoben wurde, und die objectivirte Arbeit, die sich im Werth verselbstständigt, nach allen Seiten als Product fremder Arbeit, das entfremdete Product der Arbeit selbst erschien; so jezt erscheint das Capital erst seiner Circulation vorausgesezt, (das Capital als Geld war seinem Werden zum Capital vorausgesezt; aber das Capital als Resultat des Werths der die lebendige Arbeit in sich absorbirt und sich assimilirt hat, erschien als Ausgangspunkt nicht der Circulation überhaupt, sondern der Circulation des Capitals) so daß es selbstständig und gleichgültig, auch ohne diesen Process existirte. Aber die Bewegung der Metamorphosen, die es durchzumachen hat, erscheint jezt als Bedingung des Productionsprocesses selbst; ebenso sehr wie als sein Resultat. Das Capital in seiner Realität erscheint daher als Reihe von Umschlägen in gegebner Periode. Es ist nicht mehr nur Ein Umschlag, eine Circulation; sondern Setzen von Umschlägen; Setzen des ganzen Verlaufs. Sein Werthsetzen selbst erscheint daher bedingt (und nur als sich perennirender und vervielfältigender Werth ist der Werth Capital) 1) qualitativ; indem es ohne die Phasen der Circulation zu durchlaufen, die Productionsphase nicht erneuern kann; 2) quantitativ; indem die Masse der Werthe die es sezt von der Anzahl seiner Umschläge in einer gegebnen Periode abhängt; 3) indem die Circulationszeit so nach beiden Seiten hin als limitirendes Princip, Schranke der Productionszeit erscheint und vice versa. Das Capital ist daher wesentlich capital circulant. Erscheint das Capital in der Werkstätte des Productionsprocesses als Eigenthümer und master, so nach der Seite der Circulation hin als abhängig und durch gesellschaftlichen Zusammenhang bestimmt, der auf dem Standpunkt wo wir jezt noch stehn es abwechselnd als W gegen G und G gegen W in die einfache Circulation hinein treten läßt und figuriren läßt. Aber diese Circulation ist ein Nebel, unter dem sich noch eine ganze Welt versteckt, die Welt der Zusammenhänge des Capitals, die dieses aus der Circulation herstammende – aus dem gesellschaftlichen Verkehr herstammende Eigenthum an ihn bannen, und ihm die Unabhängigkeit der selfsustaining property rauben, wie seinen Character. Zwei Aussichten in diese jezt noch in der Ferne liegende Welt haben sich bereits aufgethan, an den beiden Punkten, wo die Circulation des Capitals den von ihm in der Form des Products gesezten und circulirten Werth aus seinem Kreis herausstößt und zweitens der Punkt, wo es aus der Circulation ein andres Product in seinen Kreislauf hereinzieht; dieß Product selbst in eins seiner Daseinsmomente verwandelt. An dem zweiten Punkt sezt es Production voraus; nicht seine eigne unmittelbare Production; an dem ersten Punkt kann es Production voraussetzen wenn sein Product selbst Rohstoff für andre Production; oder Consumtion, wenn es die lezte Form für die Consumtion erhalten hat. So viel ist klar, daß die Consumtion nicht direct in seinen Kreis zu treten braucht. Die eigentliche Circulation des Capitals ist noch, wie wir später sehn werden, Circulation between dealers and dealers. Die circulation between dealers und consumers, identisch mit dem Retailtrade ist ein zweiter Kreis, der nicht in die unmittelbare Circulationssphäre des Capitals fällt. Eine Bahn die es beschreibt, nachdem die erste beschrieben ist und gleichzeitig neben ihr. Die Gleichzeitigkeit der verschiednen Bahnen des Capitals, wie die seiner verschiednen Bestimmungen wird erst klar, sobald viele Capitalien vorausgesezt sind. So besteht der Lebensprocess des Menschen in einem Durchlaufen verschiedner Alter. Zugleich aber existiren alle Alter des Menschen neben einander, an verschiedne Individuen vertheilt.
Insofern der Productionsprocess des Capitals zugleich ein technologischer Process ist, – Productionsprocess schlechthin –; nämlich Production bestimmter Gebrauchswerthe, durch bestimmte Arbeit, kurz in einer durch diesen Zweck selbst bestimmten Weise; insofern von allen diesen Productionsprocessen der, wodurch der Körper sich den nöthigen Stoffwechsel reproducirt, d. h. Lebensmittel in physiologischem Sinn schafft, als der fundamentalste erscheint; insofern dieser Productionsprocess mit der Agricultur zusammenfällt; diese auch gleichzeitig direct (wie in Baumwolle, Flachs etc) oder indirect, vermittelst der Thiere die sie nährt, (Seide, Wolle etc) einen grossen Theil der Rohmaterialien für die Industrie liefert (eigentlich alle, die nicht den extractiven Industrien angehören); insofern die Reproduction in der Agricultur in der gemässigten Zone (der Heimathsstätte des Capitals) an die allgemeine tellurische Circulation gebunden ist; d. h. Erndten meist jährlicher Natur sind; so ist das Jahr (nur daß es verschieden für die verschiednen Productionen gerechnet wird) als der allgemeine Zeitraum angenommen, an dem die Summe der Umschläge des Capitals berechnet und gemessen werden; wie der natürliche Arbeitstag solche natürliche Einheit als Maaß der Arbeitszeit gab. In der Profit-, noch mehr Zinsberechnung, sehn wir denn auch die Einheit der Circulations- und Productionszeit – das Capital – als solche gesezt und sich selbst messend. Das Capital selbst als processirend – also einen Umschlag zurücklegend – ||27| wird als das arbeitende Capital betrachtet und die Früchte, which it is supposed to yield, werden nach seiner Arbeitszeit – der Gesammtumlaufszeit eines Umschlags berechnet. Die Mystification, die dabei vorgeht, liegt in der Natur des Capitals.
Ehe wir nun näher auf die oben angegebnen Bedenken eingehn, wollen wir zunächst sehn, welche Unterschiede die Oekonomisten zwischen Capital fixe und Capital circulant angeben. Wir haben oben schon ein neues Moment gefunden, das bei der Berechnung des Profits im Unterschied zum Mehrwerth hereinkommt. Ebenso muß sich jezt auch schon ein neues Moment zwischen Profit und Zins ergeben. Der Mehrwerth in Bezug auf das Capital circulant erscheint offenbar als Profit im Unterschied vom Zins, als dem Mehrwerth in Bezug auf das Capital fixe. Profit und Zins sind beides Formen des Mehrwerths. Profit im Preisse enthalten. Endet daher und ist realisirt, sobald das Capital in den Punkt seiner Circulation getreten, wo es in Geld rückverwandelt oder aus seiner Form als Waare in die Form von Geld übergeht. Die frappante Unwissenheit, worauf die Proudhonsche Polemik gegen den Zins beruht, später. (Hier noch einmal, um es nicht zu vergessen, ad vocem Proudhon: Die Surplusvalue, die allen Ricardiens und Antiricardiens viel Sorge macht, wird von diesem kühnen Denker einfach gelöst, indem er sie mystificirt, «tout travail laisse un surplus», «je le pose en axiome» … Die eigentliche Formel im Heft nachzusehn. Daß über die nothwendige Arbeit hinaus gearbeitet wird, verwandelt Proudhon in eine mystische Eigenschaft der Arbeit. Aus dem blosen Wachsthum der Productivkraft der Arbeit dieß nicht zu erklären; sie mag die Producte einer bestimmten Arbeitszeit vermehren; sie kann ihnen keine plus-value geben. Sie kommt hier nur herein, insofern sie surplus time, time zur Arbeit über die nothwendige hinaus frei sezt. Das einzige ausserökonomische fact dabei ist, daß der Mensch seine ganze Zeit nicht braucht zur Production der necessaries, daß er über die zur Subsistenz nothwendige Arbeitszeit hinaus freie Zeit zur Disposition hat, also auch zur Surplusarbeit anwenden kann. Dieß ist aber durchaus nichts Mystisches, da seine necessaries im selben Maaß klein sind, wie seine Arbeitskraft im rohen Zustand. Lohnarbeit tritt überhaupt aber erst ein, wo die Entwicklung der Productivkraft schon so fortgeschritten, daß bedeutendes Quantum Zeit frei geworden; dieß Freisetzen ist hier schon historisches Product. Proudhons Unwissenheit nur equalled by Bastiats décroissante rate du profit qui est supposé d'être l'équivalent d'une rate du salair croissante. Bastiat drückt diesen von Carey gepumpten nonsense doppelt aus: erstens die Rate des Profits fällt (d. h. das Verhältniß des Mehrwerths im Verhältniß zum angewandten Capital); zweitens: die Preisse vermindern sich, aber der Werth, i. e. die Gesammtsumme der Preisse wird grösser, was auch nur heißt, daß der gross profit, nicht die Rate des Profits wächst.)
Erstens in dem oben von uns gebrauchten Sinn von fixirtem Capital John St. Mill (Essays on some unsettled Questions of Polit. Econ. Lond. 1844) (p. 55) als festliegendes, nicht disposable, nicht available capital. Festgerannt in einer Phase seines Gesammtcirculationsprocesses. In diesem Sinn sagt er richtig, wie auch Bailey in den obigen Citaten, daß immer grosser Theil des Capitals eines Landes müssig liegt.
„Der Unterschied zwischen fixem und circulirendem Capital ist mehr scheinbar als reell: z. B. Gold fixed capital; floating nur so weit es consumirt wird für gilding etc. Schiffe sind fixes Capital, although literally floating. Foreign railway shares are articles of commerce in our markets; so may our railways be in the markets of the world; and so far they are floating capital, on a par with gold.“ (Anderson. The recent commercial distress etc. Lond. 1847, p. 4.) (Heft I, 27.)
Nach Say: capital «tellement engagé dans un genre de production qu'il ne peut plus en être détourné pour se consacrer à un autre genre de production». Die Identification des Capitals mit einem bestimmten Gebrauchswerth, Gebrauchswerth für den Productionsprocess. Dieß Gebundensein des Capitals als Werth an einen besondren Gebrauchswerth – Gebrauchswerth innerhalb der Production – ist jedenfalls wichtige Seite. Es ist drin mehr ausgesprochen, als in der Circulationsunfähigkeit, womit eigentlich nur gesagt ist, daß das Capital fixe das Gegentheil von Capital circulant ist.
In seiner Logic of Political Economy (p. 113–114) (Heft X, 4) sagt de Quincey: “Circulating capital, in its normal idea, means any agent whatever (schöner Logiker) used productively which perishes in the very act of being used. (Danach wären Kohlen circulating capital und Oel, aber nicht Baumwolle etc. Es kann nicht gesagt werden that cotton perishes by being transformed into twist or calico, and such transformation means certainly using it productively!) Fixed ist das Capital, wenn die Sache dient, wiederholt immer wieder zu derselben Operation and by how much larger has been the range of iterations, by so much more intensely ist the tool, engine, or machin- ery entitled to the denomination of fixed.” (p. 113–114.) (Heft X, 4.) Danach ginge das circulating capital unter, würde consumirt im Akt der Production; das fixe – was zu größrer Deutlichkeit als tool, engine, or machinery bestimmt wird (also z. B. die dem Boden einverleibten improvements ausgeschlossen) diente wiederholt immer zur selben Operation. Die Unterscheidung hat hier nur Beziehung auf technologischen Unterschied im Productionsakt, durchaus keine Formbeziehung. Circulating und fixed capital, in den Unterschieden, die hier von ihnen angegeben werden, haben wohl Merkmale, wodurch das eine agent whatever fixed und das andre circulating ist, aber neither of them any qualification which would entitle it to the „denomination“ of capital.
Nach Ramsay (IX, 83–84) ist „blos das approvisionnement circulating capital, weil der Capitalist immediately must part with it und es gar nicht in den Reproductionsprocess eingeht, sondern unmittelbar, gegen lebendige Arbeit, für Consumtion, sich austauscht. Alles andre Capital (auch Rohmaterial) remains in the possession of its owner or employer until the produce is completed“. (l. c.) “Circulating Capital consists only of subsistence and other necessaries advanced to the workman, previous to the completion of the produce of his labour.” (l. c.) In Bezug auf approvisionnement hat er insofern Recht, insofern es der einzige Theil des Capitals der während der Productionsphase selbst circulirt und nach dieser Seite hin capital circulant par excellence. Andrerseits ist es falsch, daß fixed capital remains in the possession of its owner or employer nicht länger oder so lange „until the produce is completed“. Er erklärt daher auch später fixed capital als „any portion of that labour (bestowed upon any commodity) in a form in which, though assisting to raise the future commodity, it does not maintain labour“. (Aber wie viel commodities do not maintain labour! D. h. gehören nicht zu den Consumtionsartikeln des Arbeiters. Diese nach Ramsay alle capital fixe.)
(Wenn der Zins für 100 l. am Ende des ersten Jahres oder der ersten 3 Monate 5 l., so das Capital am Ende des ersten Jahres 105 oder 100 (1 + 0,05); am Ende des 4t Jahres = 100 (1 + 0,05)4) = 121 l. l. und l. = 121 l. 11 sh. farth. oder 121 l. 11 sh. 0,6 farthing. Also über 20 hinaus 1 l. 11 sh. farthing.)|
|28| (In der oben aufgestellten Frage angenommen, daß auf der einen Seite ein Capital von 400 nur einmal im Jahr umschlägt, auf der andren [ein Capital von 100] 4mal, beidemal zu 5 P. C. In dem ersten Fall würde das Capital einmal im Jahr 5 % machen = 20 auf 400, im zweiten 4 × 5 %, ebenfalls = 20 im Jahr auf 100. Die Geschwindigkeit des Umschlags würde die Grösse des Capitals ersetzen; ganz wie in der einfachen Geldcirculation 100000 Thaler, die 3mal im Jahr circuliren = 300000, aber 3000 die 100mal circuliren = 300000 ebenfalls. Circulirt das Capital aber 4 × im Jahr, so ist es möglich, daß auch der Mehrgewinn selbst wieder im 2t Umschlag zum Capital geschlagen und mit ihm umgeschlagen wird und dadurch käme die Differenz von 1 l. 11 sh. 0,6 farthing. Diese Differenz folgt aber keineswegs aus der Voraussetzung. Nur die abstrakte Möglichkeit ist vorhanden. Aus der Voraussetzung würde vielmehr folgen daß 3 Monate nöthig sind für den Umschlag eines Capitals von 100 l. Z. B. also, wenn der Monat = 30 Tagen, für 105 l. – im selben Umschlagsverhältniß, im selben Verhältniß der Umschlagszeit zur Grösse des Capitals, nicht 3 Monate nöthig sind, sondern 100 : x = 100 : 90; x = = = 94 Tage = 3 Monate 4 Tage. Damit ist die erste Schwierigkeit völlig gelöst.)
(Daraus daß ein größres Capital mit langsamrem Umschlag nicht mehr Mehrwerth schafft als ein kleinres mit verhältnißmässig rascherem Umlauf, folgt keineswegs von selbst, daß ein kleinres Capital rascher umläuft als ein größres. Insofern das größre aus mehr Capital fixe besteht und entferntere Märkte aufsuchen muß, ist das allerdings der Fall. Die Grösse des Markts und die Geschwindigkeit des Umlaufs stehn nicht nothwendig in umgekehrtem Verhältniß. Dieß tritt nur ein sobald der gegenwärtige physische Markt nicht der ökonomische Markt; d. h. der ökonomische Markt sich mehr und mehr vom Ort der Production entfernt. So weit es übrigens nicht aus dem reinen Unterschied von Capital fixe und circulant hervorgeht, können die die Circulation verschiedner Capitalien bestimmenden Momente noch gar nicht hier entwickelt werden. Nebenbei bemerkt: So weit der Handel neue Circulationspunkte sezt, i. e. verschiedne Länder in Verkehr bringt, neue Märkte entdeckt etc ist das etwas ganz andres als die blosen Circulationskosten, die gebraucht werden, um eine bestimmte Masse Austauschoperationen auszuführen; es ist Setzen nicht der Operationen des Austauschs, sondern des Austauschs selbst. Marktschaffen. Dieser Punkt wird noch besonders zu betrachten sein, eh wir have done with circulation.)
Fahren wir nun fort in der Revision der Ansichten über „fixed“ und „circulating capital“. „Je nachdem das Capital mehr oder minder vergänglich ist, also mehr oder minder oft reproducirt werden muß in gegebner Zeit, heißt es circulirendes oder fixes Capital. Ferner circulirt oder retournirt das Capital zu seinem Anwender in sehr ungleichen Zeiten; z. B. Weizen, den der Pächter zur Aussaat kauft, ist relativ fixes Capital gegen den Weizen, den ein Bäcker kauft, um Brod zu machen.“ (Ricardo VIII, 19.) Dann auch bemerkt er: „Verschiedne Proportionen von Capital fixe und circulant in verschiednen Gewerben; verschiedne Dauerhaftigkeit des fixen Capitals selbst.“ (Ricardo l. c.) „Zwei Arten von commerce können ein Capital von gleichem Werth anwenden, aber welches in Bezug auf die partie fixe und die partie circulante auf eine sehr verschiedne Weise getheilt sein kann. Sie können selbst einen gleichen Werth von capital fixe und capital circulant anwenden, aber die Dauer des Capital fixe kann sehr ungleich sein. Z. B. der eine Dampfmaschinen von 10000 l. der andre Schiffe.“ (Dieß aus der Sayschen Uebersetzung Ricardos, t. I, p. 29, 30.) Das Unrichtige ist von vorn herein, daß nach Ricardo das Capital „mehr oder weniger vergänglich“ sein soll. Das Capital als Capital ist nicht vergänglich – der Werth. Aber der Gebrauchswerth, worin der Werth fixirt ist, worin er existirt ist „mehr oder minder vergänglich“ und muß daher „mehr oder minder oft reproducirt werden in gegebner Zeit“. Der Unterschied zwischen capital fixe und capital circulant also hier reducirt auf das Mehr oder Weniger der Reproductions- nothwendigkeit für ein gegebnes Capital, in gegebner Zeit. Dieß ist der eine Unterschied, den Ricardo macht. Die verschiednen Grade der Dauerhaftig- keit oder verschiednen Grade des fixen Capitals, d. h. verschiednen Grade, relative Dauer des Relativ Fixen ist der 2te Unterschied. So daß das fixe Capital selbst mehr oder minder fix ist. Dasselbe Capital erscheint in demselben Geschäft in den 2 verschiednen Formen, besondren Existenzwei- sen von fix und circulant, existirt daher doppelt. Fix oder circulant zu sein erscheint als eine besondre Bestimmtheit des Capitals ausser der Capital zu sein. Es muß aber zu dieser Besondrung fortgehn. Was endlich den 3t Unterschied [angeht], „daß das Capital circulirt oder retournirt in sehr ungleichen Zeiten“, so versteht Ricardo hierunter, wie sein Beispiel vom Bäcker und Pächter zeigt, nichts weiter als den Unterschied der Zeit, worin das Capital in verschiednen Geschäftszweigen, ihrer Specialität gemäß, fixirt, engagirt ist in der Productionsphase im Unterschied von der Circulationsphase. Hier kommt also capital fixe vor, wie wir es vorher als Fixirtsein in jeder Phase hatten; nur daß das specifisch längere oder kürzere Fixirtsein in der Productionsphase, in dieser bestimmten Phase, als Eigenthümlichkeit, Besonderheit des Capitals setzend betrachtet wird. Das Geld suchte sich als un- vergänglichen Werth, als ewigen Werth zu setzen, indem es sich negativ gegen die Circulation verhielt, d. h. gegen den Austausch mit realem Reichthum, vergänglichen Waaren, die sich, wie Petty sehr hübsch beschreibt und sehr naiv, in vergängliche Genüsse auflösen. Im Capital wird die Unvergänglichkeit des Werths (to a certain degree) gesezt, indem es zwar sich incarnirt in den vergänglichen Waaren, ihre Gestalt annimmt, aber sie ebenso beständig wechselt; abwechselt zwischen seiner ewigen Gestalt im Geld, und seiner vergänglichen Gestalt in den Waaren; die Unvergänglichkeit wird gesezt als dieß einzige was sie sein kann, Vergänglichkeit, die vergeht – Process – Leben. Diese Fähigkeit erhält das Capital aber nur indem es als ein Vampyr die lebendige Arbeit beständig als Seele einsaugt. Die Unvergänglichkeit – Dauer des Werths in seiner Gestalt als Capital – ist nur gesezt durch die Reproduction, die selbst doppelt ist, Reproduction als Waare, Reproduction als Geld und Einheit dieser beiden Reproductionsprocesse. In der Reproduction als Waare ist das Capital in einer bestimmten Form des Gebrauchswerths fixirt, und so nicht allgemeiner Tauschwerth, noch weniger realisirter Werth, wie es sein soll. Daß es sich als solchen in dem Reproductionsakt, in der Productionsphase gesezt hat, bewährt es erst durch die Circulation. Die größre oder mindre Vergänglichkeit der Waare, worin der ||29| Werth existirt, erfordert langsamere oder raschere Reproduction desselben; d. h. Wiederholung des Arbeitsprocesses. Die besondre Natur des Gebrauchswerths, worin der Werth existirt, oder die jezt als Körper des Capitals erscheint, erscheint hier als selbst Formbestimmend und die Aktion des Capitals bestimmend; einem Capital eine besondre Eigenschaft gebend gegen das andre; es besondernd. Wie wir schon an mehren Fällen sahen, ist daher nichts falscher als zu übersehn, daß die Unterscheidung zwischen Gebrauchswerth und Tauschwerth, die in der einfachen Circulation, so weit sie realisirt wird, ausserhalb der ökonomischen Formbestimmung fällt, überhaupt ausserhalb derselben fällt. Wir fanden vielmehr auf den verschiednen Stufen der Entwicklung der ökonomischen Verhältnisse den Tauschwerth und Gebrauchswerth in verschiednen Verhältnissen bestimmt, und diese Bestimmtheit selbst als verschiedne Bestimmung des Werths als solchen erscheinend. Der Gebrauchswerth spielt selbst als ökonomische Categorie eine Rolle. Wo er dieß spielt, geht aus der Entwicklung selbst hervor. Ricardo z. B. der glaubt die bürgerliche Oekonomie handle nur vom Tauschwerth, und nehme blos exoterisch Bezug auf den Gebrauchswerth, nimmt grade die wichtigsten Bestimmungen des Tauschwerths aus dem Gebrauchswerth, seinem Verhältniß zu ihm: f. i. Grundrente, Minimum des Salairs, Unterschied von Capital fixe und circulant, dem grade er bedeutendsten Einfluß auf die Bestimmung der Preisse (through the different reaction produced upon them by a rise or fall in the rate of wages) zuschreibt; ebenso im Verhältniß von Nachfrage und Zufuhr etc. Dieselbe Bestimmung erscheint einmal in der Bestimmung des Gebrauchswerths und in der des Tauschwerths, aber auf verschiednen Stufen und mit verschiedner Bedeutung. Brauchen ist consumiren, sei es für die Production oder Consumtion. Tauschen ist dieser Akt vermittelt durch einen gesellschaftlichen Process. Das Brauchen selbst kann gesezt sein und blose Consequenz sein des Tauschens: andrerseits das Tauschen als Moment blos des Brauchens erscheinen etc. Vom Standpunkt des Capitals (in der Circulation) erscheint das Tauschen als Setzen seines Gebrauchswerths während andrerseits sein Brauchen (im Productionsakt) als Setzen für den Tausch, als Setzen seines Tauschwerths erscheint. Es ist ebenso mit der Production und Consumtion. In der bürgerlichen Oekonomie (wie in jeder) sind sie in spezifischen Unterschieden und in spezifischen Einheiten gesezt. Es gilt eben diese differentia specifica zu verstehn. Mit Herrn Proudhons oder der Socialsentimentalisten [Behauptung], daß sie dasselbe sind, ist nichts gethan.
Das Gute an Ricardos Erklärung ist, daß zunächst das Moment hervorgehoben wird der Nothwendigkeit der raschren oder langsamren Re- production; daß also die größre oder geringre Vergänglichkeit – Consumtion (im Sinn des Selbstaufzehrens), langsamre oder raschre in Bezug auf das Capital selbst betrachtet wird. Also Verhältniß des Gebrauchswerths für das Capital selbst. Sismondi dagegen bringt gleich eine dem Capital zunächst exoterische Bestimmung herein; die direkte oder indirecte Consumtion durch den Menschen; ob der Gegenstand direktes oder indirectes Lebensmittel für ihn ist; damit bringt er zusammen die raschre oder langsamre Consumtion des Gegenstandes selbst. Die Gegenstände, die direkt als Lebensmittel dienen, sind vergänglicher, weil für das Vergehn bestimmt, als die die helfen, Lebensmittel machen. Bei den leztren ist die Dauer ihre Bestimmung; ihre Vergänglichkeit fatum. Er sagt: „Das Capital fixe, indirect, consumirt sich langsam, um das was der Mensch für seinen Gebrauch bestimmt, consumiren zu helfen; das capital circulant hört nicht auf direct für den Gebrauch des Menschen applicirt zu werden. So oft eine Sache consumirt ist, ist sie es für einen sans retour; zu gleicher Zeit kann einer da sein, für welchen sie mit Reproduction consumirt ist.“ (Sismondi VI.) Er stellt das Verhältniß auch so dar, daß: „die erste Verwandlung der jährlichen Consumtion in établissements durables, propres à augmenter les pouvoirs pro- ductifs d'un travail à venir – capital fixe; diese erste Arbeit immer vollbracht durch eine Arbeit, dargestellt durch ein Salair, ausgetauscht gegen Lebensmittel, die der Arbeiter während der Arbeit verzehrt. Das Capital fixe ver- zehrt sich allmählich (i. e. wird allmählich abgenuzt). Zweite Verwandlung: Capital circulant besteht aus Arbeitssaamen (Rohstoff) und der Consumtion des Arbeiters.“ (l. c.) Dieß bezieht sich mehr auf die Entstehung. Erstens die Verwandlung, daß das Capital fixe selbst nur stationär gewordne Form des Capital circulant, fixirtes Capital circulant; zweitens: die Bestimmung: das eine bestimmt als Productionsmittel, das andre als Product consumirt zu werden; oder die verschiedne Art der Consumtion desselben, bestimmt durch seine Rolle unter den Productionsbedingungen, im Productionsprocess. Cherbuliez vereinfacht die Sache dahin, daß capital circulant der consommable, capital fixe der nicht consommable Theil des Capitals. (Das eine ist aufeßbar, das andre nicht. A very easy method of taking the thing.) Storch in einer schon oben angeführten Stelle (34 im Heft) vindicirt für das Capital circulant überhaupt die Bestimmung des Capitals zu circuliren. Er wiederlegt sich selbst indem er sagt: „tout capital fixe provient originairement d'un capital circulant et a besoin d'être continuellement entretenu aux dépens de ce dernier (kommt also aus der Circulation her, oder ist selbst in seinem ersten Moment circulirend und erneuert sich beständig durch die Circulation; obgleich es also nicht in die Circulation, geht die Circulation in es ein). Was Storch ferner hinzusezt: aucun capital fixe ne peut donner de revenu que par le moyen d'un capital circulant“ (26, b Heft), so werden wir später darauf zurückkommen.
❲«Les consommations reproductives ne sont pas proprement des dépenses, mais seulement des avances, puisqu'elles sont remboursées à ceux qui les font.» p. 54 in Storchs Schrift gegen Say (p. 5b. Zweites Heft über Storch). (Der Capitalist giebt dem Arbeiter einen Theil seiner eignen Surplusarbeit in der Form des avance zurück, als etwas, für dessen avance er nicht nur in einem Equivalent, sondern mit Surplusarbeit remboursiren muß.)❳
(Die Formel für die zusammengesezte Zinsenberechnung ist: (S die Gesammthöhe des Capitals c nach Ablauf von n Jahren zur Zinsrate von i.)
Die Formel der Annuityberechnung ist: x (die annuity) = .) Wir haben oben das Capital in constanten Werth und variablen getheilt; es ist dieß immer richtig, wenn es innerhalb der Productionsphase, i. e. in seinem unmittelbaren Verwerthungsprocess betrachtet wird. Wie das Capital selbst, als vorausgesezter Werth seinen Werth ändern kann, je nachdem seine Reproductionskosten steigen oder fallen, oder auch in Folge des Fallens der Profite etc, gehört offenbar erst in den Abschnitt, wo das Capital als reelles Capital, als Wechselwirkung vieler Capitalien auf einander betrachtet wird, nicht hier in seinen allgemeinen Begriff.
❲Die Concurrenz, weil sie historisch als Auflösung von Zunftzwang, Regierungsmaaßregelung, innren Zöllen und dergleichen innerhalb eines Landes erscheint, auf dem Weltmarkt als Aufhebung von Absperrung, Prohibition, oder Protection – kurz historisch erscheint als Negation der dem Capital vorhergehnden Productionsstufen eigenthümlichen Grenzen und Schranken; weil sie historisch ganz richtig von den Physiocraten als laissez faire, laissez passer bezeichnet und ||30| befürwortet wurde; ist nun auch nach dieser blos negativen Seite, nach dieser ihrer blos historischen Seite betrachtet worden, und hat andrerseits zu der noch grösseren Albernheit geführt, sie als den Zusammenstoß der entfesselten, nur durch ihre eignen Interessen bestimmten Individuen – als Repulsion und Attraction der freien Individuen in Beziehung auf einander zu betrachten und so als die absolute Daseinsform der freien Individualität in der Sphäre der Production und des Austauschs. Nichts kann falscher sein. 1) Wenn die freie Concurrenz aufgelöst hat die Schranken früherer Productionsverhältnisse und -weisen, so muß d'abord betrachtet werden, daß was für sie Schranke, für frühere Productionsweisen immanente Grenze war, worin sie sich naturgemäß entwickelten und bewegten. Schranken werden diese Grenzen erst nachdem die Productivkräfte und Verkehrsverhältnisse sich hinreichend entwickelt, damit das Capital als solches beginnen konnte als das regelnde Prinzip der Production aufzutreten. Die Grenzen, die es niederriß, waren Schranken für seine Bewegung, Entwicklung, Verwirklichung. Es hob damit keineswegs alle Grenzen auf, noch alle Schranken; sondern nur die ihm nicht entsprechenden Grenzen, die für es Schranken waren. Innerhalb seiner eignen Grenzen – so sehr sie von einem höhern Gesichtspunkt aus als Schranken der Production erscheinen und als solche durch seine eigne historische Entwicklung gesezt werden – fühlt es sich frei, schrankenlos, d. h. nur durch sich selbst, nur durch seine eignen Lebensbedingungen begrenzt. Ganz wie die zünftige Industrie zu ihrer Blüthezeit in der zünftigen Organisation vollständig die Freiheit fand, deren sie bedurfte, d. h. die ihr entsprechenden Productionsverhältnisse. Sie selbst sezte sie ja aus sich heraus und entwickelte sie als ihre immanenten Bedingungen, und daher keineswegs als äusserliche und beengende Schranken. Die historische Seite der Negation des Zunft- etc -wesens von Seite des Capitals durch die freie Concurrenz, heißt weiter nichts, als daß das hinreichend erstarkte Capital durch die ihm adaequate Verkehrsweise die historischen Schranken niederriß, die die ihm adaequate Bewegung genirten und hemmten. Aber die Concurrenz ist weit entfernt blos diese historische Bedeutung zu haben oder blos dieß Negative zu sein. Die freie Concurrenz ist die Beziehung des Capitals auf sich selbst als ein andres Capital, d. h. das reelle Verhalten des Capitals als Capitals. Die innern Gesetze des Capitals – die nur als Tendenzen in den historischen Vorstufen seiner Entwicklung erscheinen – werden erst als Gesetze gesezt; die auf das Capital gegründete Production sezt sich nur in ihren adaequaten Formen, sofern und so weit sich die freie Concurrenz entwickelt, denn sie ist die freie Entwicklung der auf das Capital gegründeten Productionsweise; die freie Entwicklung seiner Bedingungen und seines als diese Bedingungen beständig reproducirenden Processes. Nicht die Individuen sind frei gesezt in der freien Concurrenz; sondern das Capital ist frei gesezt. So lange die auf dem Capital ruhnde Production die nothwendige, daher die angemessenste Form für die Entwicklung der gesellschaftlichen Productivkraft, erscheint das Bewegen der Individuen innerhalb der reinen Bedingungen des Capitals als ihre Freiheit; die aber dann auch dogmatisch als solche versichert wird durch beständige Reflection auf die von der freien Concurrenz niedergerißnen Schranken. Die freie Concurrenz ist die reelle Entwicklung des Capitals. Durch sie wird als äusserliche Nothwendigkeit für das einzelne Capital gesezt, was der Natur des Capitals entspricht [,der] auf das Capital gegründeten Productionsweise, was dem Begriff des Capitals entspricht. Der wechselseitige Zwang, den in ihr die Capitalien auf einander, auf die Arbeit etc ausüben (die Concurrenz der Arbeiter unter sich ist nur eine andre Form der Concurrenz der Capitalien) ist die freie, zugleich reale Entwicklung des Reichthums als Capital. So sehr ist dieß der Fall, daß die tiefsten ökonomischen Denker, wie Ricardo z. B. die absolute Herrschaft der freien Concurrenz voraussetzen, um die adaequaten Gesetze des Capitals – die zugleich als die es beherrschenden vitalen Tendenzen erscheinen – studiren und formuliren zu können. Die freie Concurrenz ist aber die adaequate Form des productiven Processes des Capitals. Je weiter sie entwickelt ist, um so reiner treten die Formen seiner Bewegung hervor. Was Ricardo z. B. damit, malgré lui, gestanden hat, ist die historische Natur des Capitals und der bornirte Charakter der freien Concurrenz, die eben nur die freie Bewegung der Capitalien, d. h. ihre Bewegung innerhalb Bedingungen, die keinen aufgelösten Vorstufen angehören, sondern seine eignen Bedingungen sind. Die Herrschaft des Capitals ist die Voraussetzung der freien Concurrenz, ganz wie die römische Kaiserdespotie die Voraussetzung des freien römischen „Privatrechts“ war. Solange das Capital schwach ist, sucht es selbst noch nach den Krücken vergangner oder mit seinem Erscheinen vergehnder Productionsweisen. Sobald es sich stark fühlt, wirft es die Krücken weg, und bewegt sich seinen eignen Gesetzen gemäß. Sobald es anfängt sich selbst als Schranke der Entwicklung zu fühlen und gewußt zu werden, nimmt es zu Formen Zuflucht, die, indem sie die Herrschaft des Capitals zu vollenden scheinen, durch Züglung der freien Concurrenz, zugleich die Ankündiger seiner Auflösung und der Auflösung der auf ihm beruhenden Productionsweise sind. Was in der Natur des Capitals liegt, wird nur reell herausgesezt, als äussere Nothwendigkeit; durch die Concurrenz, die weiter nichts ist, als daß die vielen Capitalien die immanenten Bestimmungen des Capitals einander aufzwingen und sich selbst aufzwingen. Keine Categorie der bürgerlichen Oekonomie, [auch] nicht die erste, z. B. die Bestimmung des Werths wird daher erst wirklich [anders als] durch die freie Concurrenz; d. h. durch den wirklichen Process des Capitals, der als Wechselwirkung der Capitalien auf einander erscheint und aller andren vom Capital bestimmten Productions- und Verkehrsverhältnisse. Daher andrerseits die Abgeschmacktheit die freie Concurrenz als die lezte Entwicklung der menschlichen Freiheit Seite 31 des Heftes VI Seite 32 des Heftes VI zu betrachten; und Negation der freien Concurrenz = Negation individueller Freiheit und auf individueller Freiheit gegründeter gesellschaftlicher Production. Es ist eben nur die freie Entwicklung auf einer bornirten Grundlage – der Grundlage der Herrschaft des Capitals. Diese Art individueller Freiheit ist daher zugleich die völligste Aufhebung aller individuellen Freiheit und die völlige Unterjochung der Individualität unter gesellschaftliche Bedingungen, die die Form von sachlichen Mächten, ja von übermächtigen Sachen – von den sich beziehenden Individuen selbst unabhängigen Sachen annehmen. Die Entwicklung dessen was die freie Concurrenz ist, ist die einzig rationelle Antwort auf die Verhimmlung derselben durch die Middleclasspropheten oder ihre Verteufelung durch die Socialisten. Wenn es heißt, daß innerhalb der freien Concurrenz die Individuen rein ihrem Privatinteresse folgend das gemeinschaftliche oder rather allgemeine Interesse verwirklichen, so heißt das nichts, als daß sie unter den Bedingungen der kapitalistischen Production auf einander pressen und daher ihr Gegenstoß selbst nur die Wiedererzeugung der Bedingungen ist, unter denen diese Wechselwirkung statt findet. Sobald übrigens die Illusion über die Concurrenz als die angebliche absolute Form der freien Individualität verschwindet, ist dieß ein Beweis, daß die Bedingungen der Concurrenz, d. h. der auf das Capital gegründeten Production, schon als Schranken gefühlt und gedacht werden, und es daher schon sind und mehr und mehr werden. Die Behauptung, daß die freie Concurrenz = lezter Form der Entwicklung der Productivkräfte und daher der menschlichen Freiheit, heißt nichts als daß die Middleclassherrschaft das Ende der Weltgeschichte ist – allerdings ein angenehmer Gedanke für die Parvenus von vorgestern.❳|
|31| Ehe wir weitergehn in der Revision der Ansichten über capital fixe und capital circulant, kehren wir für einen Moment zu früher Entwickeltem zurück.
Wir nehmen einstweilen an, daß Productionszeit und Arbeitszeit zusammenfallen. Den case, wo innerhalb der Productionsphase selbst durch den technologischen Process bedingte Unterbrechungen stattfinden, werden wir später betrachten.
Gesezt die Productionsphase eines Capitals sei gleich 60 Arbeitstagen; davon seien 40 nothwendige Arbeitszeit. So nach dem früher entwickelten Gesetz der Surpluswerth, oder der vom Capital neugesezte Werth, d. h. angeeignete fremde Arbeitszeit, = 60 – 40; = 20. Nennen wir diesen Surpluswerth (= 20) S; die Productionsphase – oder die während der Productionsphase gebrauchte Arbeitszeit p. In einem Zeitraum den wir Z nennen wollen – von 360 Tagen z. B. kann der Gesammtwerth nie grösser sein als die Zahl der Productionsphasen, die in 360 enthalten ist. Der größte Coefficient von S – d. h. das Maximum des Surpluswerths, den das Capital schaffen kann unter den gegebnen Voraussetzungen, ist gleich der Anzahl der Wiederholung der Schöpfung von S in 360 Tagen. Die äusserste Grenze dieser Wiederholung, der Reproduction des Capitals oder vielmehr jezt, der Reproduction seines Productionsprocesses – ist bestimmt durch das Verhältniß der Productionsperiode zu der Gesammtzeitperiode, worin die erstre sich wiederholen soll. Ist die gegebne Zeit = 360 Tagen, und die Productionsdauer = 60 Tagen, so ist oder d. h. 6 der Coefficient, der anzeigt, wie oft p in Z enthalten ist, oder wie oft, seinen eignen immanenten Grenzen gemäß, der Reproductionsprocess des Capitals in 360 Tagen wiederholt werden kann. Es ist selbst sprechend daß das Maximum des Schaffens von S, d. h. des Setzens von Surpluswerth gegeben ist durch die Anzahl der Processe, in denen S in einer gegebnen Zeitdauer producirt werden kann. drückt dieses Verhältniß aus. Der Quotient von oder q ist der größte Coefficient von S in der Zeit von 360 Tagen, überhaupt in Z. oder Sq ist das Maximum des Werths. Wenn = q, so ist Z = pq; d. h. die ganze Zeitdauer von Z wäre Productionszeit; die Productionsphase p so oft wiederholt als sie in Z enthalten ist. Die Gesammtwerthschöpfung des Capitals in einer bestimmten Zeit wäre = der Surplusarbeit, die es in Einer Productionsphase sich aneignet, × mit der Anzahl, worin diese Productionsphase in der gegebnen Zeit enthalten ist. Also im obigen Beispiel = 20 ⋅ = 20 × 6 = 120 Tagen. q, d. h. würde die Anzahl der Umschläge des Capitals ausdrücken; da aber Z = pq, so wäre p = ; d. h. die Dauer Einer Productionsphase wäre gleich der Gesammtzeit dividirt durch die Anzahl der Umschläge. Eine Productionsphase des Capitals wäre also gleich einem Umschlag desselben. Umschlagszeit und Productionszeit wären völlig identisch; die Anzahl der Umschläge daher ausschließlich bestimmt durch das Verhältniß Einer Productionsphase zur Gesammtzeit.
Allein in dieser Voraussetzung ist die Circulationszeit = 0 gesezt. Sie hat aber eine bestimmte Grösse, die nie = 0 werden kann. Unterstelle nun auf 60 Tage Productionszeit oder auf 60 Productionstage kommen 30 Circulationstage; nenne diese Circulationszeit, die auf p kommt c. In diesem Falle wäre ein Umschlag des Capitals, d. h. die Gesammtzeit, die es braucht, ehe es den Verwerthungsprocess – das Setzen von Mehrwerth wiederholen kann – = 30 + 60, = 90 Tagen (= p + c) (1 U (Umschlag) = p + c). Ein Umschlag von 90 Tagen kann nur wiederholt werden in 360 Tagen mal; i. e. 4mal. Der Surpluswerth von 20 könnte also nur gesezt werden 4mal; 20 × 4 = 80. In 60 Tagen producirt das Capital 20 Surplustage; aber es muß 30 Tage circuliren; d. h. kann während dieser 30 Tage keine Surplusarbeit setzen, keinen Surpluswerth. Es ist für es dasselbe (das Resultat betrachtet) als wenn es in 90 Tagen blos einen Surpluswerth von 20 Tagen gesezt hätte. War vorhin die Anzahl der Umläufe bestimmt durch , so ist sie jezt bestimmt durch oder ; das Maximum des Werths war ; der wirklich jezt gesezte Mehrwerth ist ; (20 ⋅ = 20 ⋅ = 20 × 4 = 80). Die Zahl der Umschläge also = der Gesammtzeit dividirt durch die Summe der Productionszeit und der Circulationszeit, und der Gesammtwerth = S multiplicirt mit der Anzahl der Umschläge. Dieser Ausdruck genügt uns aber noch nicht, um die Verhältnisse von Surpluswerth, Productionszeit und Circulationszeit auszudrücken.
Das Maximum der Werthschöpfung enthalten in der Formel ; das durch die Circulationszeit eingeschränkte (oder ); ziehn wir das 2t Quantum von dem ersten ab, so – = = = .
Wir erhalten dann also als Differenz oder × ⋅ oder S′, wie wir den Werth in der zweiten Bestimmung nennen können, S′ = – × . Ehe wir diese Formel weiter auslegen, noch andere hereinzubringen.
Wenn wir den Quotient von q′ nennen, so drückt q′ die Anzahl aus, wie oft U = (p + c) in Z enthalten, die Anzahl der Umschläge. = q′; also Z = pq′ + cq′. pq′ drückt dann die Gesammte Productionszeit aus und cq′ die Gesammte Circulationszeit.
Nennen wir die Gesammtcirculationszeit C (also cq′ = C). (Z (360) = 4 × 60 (240) + 4 × 30 (120).) q′ = 4 in der Voraussetzung. C = cq′ = 4c; 4 being = der Anzahl der Umschläge. Wir sahen vorhin, daß das Maximum der Werthschöpfung = ; aber in diesem Fall war Z = Productionszeit gesezt. Die wirkliche Productionszeit ist aber jezt Z - cq′; wie auch aus der Gleichung folgt. Z = pq′ (Gesammtproductionszeit) + cq′ (Gesammtcirculationszeit oder C). Also Z – C = pq′. Also S das Maximum der Werthschöpfung. Indem nicht 360 Tage sondern 360 Tage – cq′, i. e. – 4 × 30 – 120 die Productionszeit; also 20( ); = 80.|
|32| Was nun schließlich die Formel angeht: S′ = – × ( – × = 120 – 120 × = 6 × 20 – 6 × 20 = 20 × 6 – 20 × 6 oder = 120 – 120 × = 120 – 40 = 80), so besagt sie, daß der Werth gleich ist dem Maximum des Werths, d. h. dem blos durch das Verhältniß der Productionszeit zur Gesammtzeit bestimmten Werth minus der Zahl, die ausdrückt wie oft die Circulationszeit enthalten ist in diesem Maximum und diese Zahl ist das Maximum selbst multiplicirt mit der Zahl worin ein Umschlag in c enthalten, in der Circulationszeit, die auf einen Umschlag kommt, oder dividirt durch die Zahl, die ausdrückt wie oft c in c + p oder C in Z enthalten. Wäre c = 0, so wäre S′ = und stünde auf seinem Maximum. S′ wird kleiner in demselben Maasse wie c wächst, steht in umgekehrtem Verhältniß zu ihm, denn in demselben Maaß wächst der Factor und die von , dem Maximumwerth abzuziehende Zahl × oder × . = . sagt aus das Verhältniß der Circulationszeit zu Einem Umschlag des Capitals. Multipliciren wir Zähler und Nenner mit q′, so = . ( = = .) oder drückt das Verhältniß der Circulationszeit zur Gesammtzeit aus, denn = 120. Der Umlauf (c + p) ist in c enthalten oder ( oder) [mal].
Wir haben also die 3 Formeln:
1) S′ = = ; 2) S′ = ;
3) S′ = – ( × ) = S ( – × ).
Also: Sq : S′ = : ; oder Sq : S′ = Z : (Z – C). Das Maximum des Werths zum wirklichen Werth, wie ein gegebner Zeitraum zu diesem Zeitraum minus die Gesammtcirculationszeit. Oder auch Sq : S′ = (pq′ : cq′) : (pq′ + cq′ – cq′), i. e. = (p + c) : p.
ad 3) S′ = – ( × ) = S ( – × ) oder da = q,
S′ = S(q – q ⋅ ) = S(q – q ). Der Gesammtsurpluswerth also = dem Surpluswerth gesezt in einer Productionsphase, dessen Coefficient ist die Anzahl worin die Productionszeit enthalten in der Gesammtzeit minus die Anzahl worin die Circulationszeit eines Umschlags enthalten ist in dieser leztern Zahl.
S(q – q ) = Sq(1 – ) = Sq ( ) = = , welches die erste Formel. So heißt Formel 3 … Formel 1): Der Gesammtsurpluswerth gleich dem Surpluswerth einer Productionsphase multiplicirt mit der Gesammtzeit, dividirt durch die Umschlagszeit oder multiplicirt mit der Anzahl worin die Summe der Productionszeit und Circulationszeit in der Gesammtzeit enthalten ist.
Formel 2: Der Gesammtwerth gleich dem Surpluswerth multiplicirt mit der Gesammtzeit minus der Gesammtcirculationszeit, dividirt durch die Dauer einer Productionsphase.
(In der Concurrenz ist das Grundgesetz, das entwickelt wird im Unterschied zu dem über den Werth und Surpluswerth aufgestellten, daß er bestimmt ist nicht durch die in ihm enthaltne Arbeit, oder die Arbeitszeit, worin er producirt ist, sondern die Arbeitszeit, worin er producirt werden kann, oder die zur Reproduction nothwendige Arbeitszeit. Dadurch wird das einzelne Capital realiter erst in die Bedingungen des Capitals überhaupt gestellt, obgleich es den Schein hat, als ob das ursprüngliche Gesetz umgeworfen. Die nothwendige Arbeitszeit als durch die Bewegung des Capitals selbst bestimmt, ist aber so erst gesezt. Dieß ist das Grundgesetz der Concurrenz. Nachfrage, Zufuhr, Preiß (Productionskosten) sind weitre Formbestimmungen; der Preiß als Marktpreiß; oder der allgemeine Preiß. Dann das Setzen einer allgemeinen Profitrate. In Folge des Marktpreisses vertheilen sich dann die Capitalien an verschiedne Zweige. Herabsetzen der Productionskosten etc. Kurz hier erscheinen alle Bestimmungen umgekehrt wie in dem Capital im Allgemeinen. Dort Preiß bestimmt durch die Arbeit, hier Arbeit bestimmt durch den Preiß etc etc. Wirkung der einzelnen Capitalien auf einander bewirkt eben, daß sie als Capital sich verhalten müssen; das scheinbar unabhängige Wirken der Einzelnen und ihr regelloses Zusammenstossen ist grade das Setzen ihres allgemeinen Gesetzes. Markt erhält hier noch andre Bedeutung. Das Wirken der Capitalien als einzelner aufeinander wird so grade ihr Setzen als allgemeiner und Aufheben der scheinbaren Unabhängigkeit und selbstständigen Bestehns der Einzelnen. Noch mehr findet diese Aufhebung statt im Credit. Und die äusserste Form, wozu die Aufhebung geht, die aber zugleich das ultimate Setzen des Capitals in seiner ihm adaequaten Form das Actiencapital.) (Nachfrage, Zufuhr, Preiß, Productionskosten, Gegensatz von Profit und Zins, verschiedne Relations von Tauschwerth und Gebrauchswerth, Consumtion und Production.)
Wir haben also gesehn, daß der Surpluswerth, den das Capital in einem bestimmten Zeitraum setzen kann bestimmt ist dadurch, wie oft der Verwerthungsprocess wiederholt, oder das Capital reproducirt werden kann in einem bestimmten Zeitraum; daß die Anzahl dieser Reproductionen aber bestimmt ist durch das Verhältniß der Dauer der Productionsphase nicht zum Gesammtzeitraum, sondern zu dieser Gesammtzeit minus der Circulationszeit. Die Circulationszeit erscheint also als Zeit, worin die ||33| Fähigkeit des Capitals sich und darum den Mehrwerth zu reproduciren, aufgehoben ist. Seine Productivität – d. h. sein Schaffen von Mehrwerthen – steht also in umgekehrtem Verhältniß zu der Circulationszeit und würde das Maximum erreichen, wenn leztre auf 0 fiele. Die Circulation, da sie der Verlauf des Capitals durch die verschiednen, begrifflich bestimmten Momente seiner nothwendigen Metamorphose – seines Lebensprocesses, ist unerläßliche Bedingung für das Capital, durch seine eigne Natur gesezte Bedingung. So weit dieser Verlauf Zeit kostet, ist diese Zeit, worin das Capital seinen Werth nicht vermehren kann, weil er Nicht-productionszeit ist, Zeit, worin es die lebendige Arbeit nicht aneignet. Diese Circulationszeit kann also nie den vom Capital geschaffnen Werth vermehren, sondern nur nichtwerthsetzende Zeit setzen, also als Schranke erscheinen der Werthvermehrung, im selben Verhältnisse, worin sie zur Arbeitszeit steht. Diese Circulationszeit kann nicht gerechnet werden zu der Werthschaffenden Zeit, denn diese ist nur Arbeitszeit, die sich im Werth vergegenständlicht. Sie gehört nicht zu den Productionskosten des Werths, und ebenso wenig zu den Productionskosten des Capitals; aber sie ist erschwerende Bedingung seiner Selbstreproduction. Die Hemmnisse, die das Capital findet sich zu verwerthen – d. h. lebendige Arbeit anzueignen – bilden natürlich kein Moment seiner Verwerthung, seines Werthsetzens. Daher ist es lächerlich Productionskosten hier in dem primitiven Sinn zu nehmen. Oder wir müssen Productionskosten trennen als besondre Form von der in dem Werth sich vergegenständlichenden Arbeitszeit (wie wir Profit vom Mehrwerth trennen müssen). Aber selbst dann gehört die Circulationszeit nicht zu den Productionskosten des Capitals im selben Sinn wie Salair etc; sondern sie ist ein item, was bei der Abrechnung der einzelnen Capitalien gegen einander in Anschlag kommt, weil sie den Surpluswerth sich zu gewissen allgemeinen Proportionen vertheilen. Die Circulationszeit ist nicht Zeit, worin das Capital Werth schafft, sondern den im Productionsprocess geschaffnen Werth realisirt. Sie vermehrt nicht seine Quantität; sondern sezt ihn in entsprechende andre Formbestimmung, aus der Bestimmung des Products in die der Waare, aus der der Waare in die des Geldes etc. Dadurch daß der Preiß, der früher ideell an der Waare existirte, nun reell gesezt wird; dadurch daß sie sich nun wirklich gegen ihren Preiß – Geld – austauscht, wird dieser Preiß natürlich nicht grösser. Die Circulationszeit erscheint also nicht als ihn bestimmende Zeit und die Anzahl der Umschläge, so weit sie durch die Circulationszeit bestimmt ist, erscheint nicht so, daß das Capital ein neues Werthbestimmendes und ihm im Unterschied von der Arbeit gehöriges, sui generis, Element hinzubringt, sondern als limitirendes, negatives Princip. Die nothwendige Tendenz des Capitals daher Circulation ohne Circulationszeit, und diese Tendenz ist die Grundbestimmung des Credits und der Credit contrivances des Capitals. Andrerseits ist der Credit dann auch Form, worin das Capital sich im Unterschied von den einzelnen Capitalien, oder das einzelne Capital als Capital [sich] im Unterschied von seiner quantitativen Schranke zu setzen sucht. Die höchsten Resultate, wozu es es aber in dieser line bringt, ist einerseits fictitious Capital; andrerseits erscheint der Credit nur als neues Element der Con- centration, der Vernichtung der Capitalien in einzelnen centralisirenden Capitalien. Die Circulationszeit nach einer Seite vergegenständlicht im Geld. Versuch des Credits das Geld blos als Formmoment zu setzen; so daß es die Formverwandlung vermittelt, ohne selbst Capital zu sein, i. e. Werth. Dieß ist eine Form der Circulation ohne Circulationszeit. Das Geld ist selbst ein Product der Circulation. Es wird sich zeigen, wie das Capital im Credit neue Producte der Circulation schafft. Wenn das Streben aber des Capitals einerseits ist Circulation ohne Circulationszeit, so andrerseits Versuch der Circulationszeit als solcher den Werth der Productionszeit in den verschiednen Organen, worin sich der Process der Circulationszeit und Circulation vermittelt, Werth zu geben; sie alle als Geld zu setzen, und in weitrer Bestimmung als Capital. Dieß eine andre Seite des Credits. Alles das entspringt aus derselben Quelle. Alle Erfordernisse der Circulation, Geld, Verwandlung von Waare in Geld, Verwandlung von Geld in Waare etc – obgleich sie verschiedne scheinbar ganz heterogene Formen annehmen, lassen sich alle rückführen auf Circulationszeit. Die Maschinerie diese abzukürzen gehört selbst zu ihr. Die Circulationszeit ist die Zeit des Capitals, die als die Zeit seiner specifischen Bewegung als Capitals betrachtet werden kann im Unterschied von der Productionszeit, worin es sich reproducirt; dauert, nicht als fertiges Capital, das nur formelle Umwandlungen zu durchlaufen hat, sondern als processirendes, schöpferisches, seine Lebensseele aus der Arbeit saugendes Capital.
Der Gegensatz von Arbeitszeit und Circulationszeit enthält die ganze Lehre vom Credit, so weit hier namentlich die Currency-geschichte etc hereinkömmt. Nun zeigen sich natürlich später, wo nicht nur die Circulationszeit als Abzug von der möglichen Productionszeit ist, ausserdem wirkliche Kosten der Circulation, d. h. daß wirklich schon gesezte Werthe in ihr verausgabt werden müssen. Diese alle aber sind in fact nur Kosten, die das Capital sich macht – Abzüge von dem schon geschaffnen Surpluswerth – um die z. B. in einem Jahr mögliche Summe von Surpluswerthen, d. h. den aliquoten Theil der auf eine bestimmte Zeit kommenden Productionszeit zu vermehren – i. e. um die Circulationszeit abzukürzen. Allerdings erscheint ferner in der Praxis die Productionszeit nicht wirklich unterbrochen durch die Circulationszeit (ausser in Crisen und depression of trade). Dieß aber nur weil jedes Capital sich in Portionen theilt, ein Theil in der Productionsphase, der andre in der Circulationsphase. Es ist also z. B. (je nach dem Verhältniß der Circulationszeit zur Productionszeit) nicht das ganze Capital thätig, sondern , desselben, ein andres in der Circulation begriffen. Oder die Sache kann noch so sich gestalten, daß ein bestimmtes Capital (durch Credit z. B.) sich verdoppelt. Für dieß Capital dann dasselbe – [für] das originelle Capital – als ob gar keine Circulationszeit existirte. Dann aber das von ihm geliehne Capital in diesem plight. Und wenn von ownership abgesehn wird, wieder ganz dasselbe als ob ein Capital in 2 getheilt. Statt daß sich a in 2 getheilt und b in 2, zieht a b an sich und theilt sich in a und b. Illusionen über diesen Process häufig bei den Creditgläubigen (die selten Gläubiger, sondern rather Schuldner sind).
Wir haben oben schon darauf hingedeutet, wie die doppelte und widersprechende Bedingung des Capitals, die Continuität der Production und die Nothwendigkeit der Circulationszeit, oder auch die Continuität der Circulation (nicht Circulationszeit) und die Nothwendigkeit der Productionszeit nur dadurch vermittelt werden kann, daß das Capital sich in Portionen theilt, wovon die eine als fertiges Product circulirt, die andre in dem Productions- process sich reproducirt, und diese Portionen abwechseln; wenn die eine retournirt in Phase P (Productionsprocess) verläßt die andre denselben. Dieser Process findet tagtäglich statt, wie auch in größren Zwischenräumen (Zeitdimensionen). Das ganze Capital ist reproducirt und der Gesammtwerth, sobald beide Portionen durch den Productionsprocess und Circulationsprocess durchgegangen sind, oder auch sobald die zweite Portion von neuem in die Circulation tritt. Damit ist der Ausgangspunkt Endpunkt. Der Umschlag hängt daher ab von der Grösse des Capitals oder rather hier noch von der Gesammtsumme dieser beiden Portionen. Erst sobald sie reproducirt ist, ist der ganze Umschlag vollendet; sonst nur , , , je nach dem Verhältniß des beständig circulirenden Theils. |
|34| Es ist ferner hervorgehoben worden, wie jeder Theil dem andren gegenüber als fix oder als circulirend betrachtet werden kann und wie sie abwechselnd wirklich zu einander in dieser Beziehung stehn. Die Gleichzeitigkeit des Processes des Capitals in verschiednen Phasen des Processes ist nur möglich durch Theilung desselben und Abstossen in Portionen, wovon jede Capital ist, aber Capital in einer verschiednen Bestimmung. Dieser Form- und Stoffwechsel wie im organischen Leib. Sagt man z. B. der Körper reproducirt sich in 24 Stunden, so thut er das nicht auf einmal, sondern das Abstossen in der einen Form und Erneuern [in] der andren ist vertheilt, geht gleichzeitig vor sich. Uebrigens im Körper der Knochenbau das Capital fixe; erneuert sich nicht in derselben Zeit, wie Fleisch, Blut. Es finden verschiedne Grade in der Geschwindigkeit der Consumtion (der Selbstconsumtion) und daher der Reproduction statt. (Hier also schon Uebergang zu vielen Capitalien.) Das Wichtige ist hier vor allem zunächst nur das Capital als solches im Auge zu haben; da die Bestimmungen die hier entwickelt werden Bestimmungen sind die den Werth überhaupt zum Capital machen; die differentia specifica des Capitals als solchen constituiren.
Eh wir weiter gehn machen wir noch einmal aufmerksam auf den wichtigen Punkt, daß die Circulationszeit – d. h. die Zeit die das Capital getrennt von dem Process [verbringt], worin es die Arbeit in sich absorbirt, – d. h. die Arbeitszeit des Capitals als Capitals – nur Umsetzen des vorausgesezten Werths aus einer Formbestimmung in die andre, aber nicht Werthschaffen- des, -vermehrendes Element ist. Durch Verwandlung eines Werths von 4 Arbeitstagen, der in der Form von Twist existirte, in die Form von 4 Arbeitstagen, die als Geld existiren, oder eines als Repräsentant von 4 Arbeitstagen überhaupt, 4 allgemeinen Arbeitstagen anerkannten Symbols, wird der vorausgesezte und gemeßne Werth aus einer Form in die andre übersezt, aber er wird nicht vermehrt. Der Austausch von Equivalenten läßt sie qua Quanta von Werth nach dem Austausch, was sie vor dem Austausch waren. Wenn man sich Ein Capital denkt, oder die verschiednen Capitalien eines Landes als Ein Capital (Nationalcapital) betrachtet im Unterschied zu dem von andren Ländern, so ist es klar, daß die Zeit, worin dieß Capital nicht als productives Capital wirkt, i. e. keinen Mehrwerth sezt, abgeht von der zur Disposition des Capitals stehenden Verwerthungszeit. Sie erscheint – in dieser abstracten Fassung, noch ganz ohne Rücksicht auf Kosten der Circulation selbst – als Negation nicht der wirklich gesezten Verwerthungszeit, sondern der möglichen Verwerthungszeit, d. h. möglich, wenn die Circulationszeit = 0. Es ist nun klar, daß das nationale Capital die Zeit worin es sich nicht vervielfältigt, nicht als Zeit betrachten kann, worin es sich vervielfältigt, so wenig wie ein isolirter Bauer z. B. die Zeit, wo er nicht erndten, nicht säen kann, überhaupt seine Arbeit unterbrochen wird, als ihn bereichernde Zeit betrachten kann. Daß das Capital, nachdem es, und nothwendig so, sich unabhängig von der Arbeit, von der Absorption der Arbeit durch es, als productiv, als Früchte bringend betrachtet, sich unterstellt zu allen Zeiten fruchtbar zu sein und seine Circulationszeit als Werthe schaffende Zeit berechnet – als Productionskost – ist quite another thing. Daher sieht man das Falsche, wenn Ramsay z. B. sagt: “that the use of fixed capital modifies to a considerable extent the principle that value depends on quantity of labour. For some commodities on which the same quantity of labour has been expended, require very different periods before they are fit for consumption. But as during this time the capital brings no return, in order that the employment in question should not be less lucrative than others in which the produce is sooner ready for use, it is necessary that the commodity, when at last brought to market, should be increased in value by all the amount of profit withheld. (Da ist schon unterstellt, daß das Capital als solches stets gleichmässig Profit bringt, wie ein gesunder Baum Früchte.) This shews how capital may regulate value independently of labour.” Z. B. Wein im Keller. (Ramsay. IX, 84.) Hier als ob Circulationszeit neben der Arbeitszeit – oder auf gleicher Stufe mit ihr Werth producirte. Das Capital enthält allerdings beide Momente in sich. 1) Die Arbeitszeit als Werthschaffendes Moment. 2) Die Circulationszeit als die Arbeitszeit beschränkendes und so die Gesammtwerthschöpfung durch das Capital beschränkendes Moment; als nothwendig, weil der Werth, oder das Capital, wie es unmittelbares Resultat des Productionsprocesses zwar Werth, aber nicht in seiner adaequaten Form gesezter. Die Zeit, die diese Formverwandlungen erheischt – die zwischen Production und Reproduction also verläuft – ist das Capital entwerthende Zeit. Wenn einerseits die Continuität, so liegt ebenso die Unterbrechung der Continuität in der Bestimmung des Capitals als circulirend, processirend.
Die Oekonomen, indem sie richtig die Circulation, die Revolution, die das Capital durchmachen muß, um sich zur Neuproduction zu entzünden, als une série d'échanges bestimmen, geben von selbst zu daß diese Circulationszeit nicht die Quantität des Werths vermehrende – also nicht Neuwerthsetzende Zeit sein kann – da eine série d'échanges, wie viel échanges sie einschließen mag, und wie viel Zeit die Vollendung dieser Operation kosten mag, nur der Austausch von Equivalenten ist. Das Setzen der Werthe – der Extreme der Vermittlung – als gleicher, kann sie natürlich nicht ungleich setzen. Quantitativ betrachtet, können sie sich weder vermehrt noch vermindert haben durch den Austausch.
Der Surpluswerth einer Productionsphase ist bestimmt durch die während derselben vom Capital in Bewegung gesezte Surplusarbeit (angeeignete Surplusarbeit); die Summe der Surpluswerthe, die das Capital in einem bestimmten Zeitraum schaffen kann, ist bestimmt durch die Wiederholung der Productionsphase in diesem Zeitraum; oder durch den Umschlag des Capitals. Der Umschlag aber ist gleich der Zeitdauer der Productionsphase + der Zeitdauer der Circulation, gleich der Summe Circulationszeit und der Productionszeit. Der Umschlag nähert sich um so mehr der Productionszeit selbst, je kleiner die Circulationszeit, d. h. die Zeit die verfließt zwischen dem Capital sortant de la production et rentrant dans elle.
Der Surpluswerth ist in fact bestimmt durch die während einer Productionsphase vergegenständlichte Arbeitszeit. Je öfter die Reproduction des Capitals, desto öfter findet die Production des Surpluswerths statt. Die Anzahl der Reproductionen = der Anzahl der Umschläge. Also der Gesammtsurpluswerth = S × nU (wenn n die Anzahl der Umschläge). S′ = S × nU; also S = . Wenn die Productionszeit, die ein Capital von 100 l. in einem gewissen Industriezweig braucht, gleich 3 Monaten, so könnte es im Jahr 4mal umschlagen, und wenn der jedesmal geschaffne S-Werth = 5, so wäre der Gesammtsurpluswerth = 5 (dem in einer Productionsphase geschaffnen S) × 4 (die Anzahl der Umschläge, bestimmt durch das Verhältniß der Productionszeit zum Jahr) = 20. Da aber die Circulationszeit z. B. = der Productionszeit, so wäre 1 Umschlag = 3 + 1 Monate, gleich 4 Monate, und das Capital von 100 könnte nur 3mal im Jahr umschlagen [; S′] = 15. Obgleich daher das Capital in 3 Monaten einen S-Werth von 5 l. sezt, so ist [es] für es dasselbe als wenn es in 4 Monaten nur einen Werth von 5 sezte, weil es im Jahr nur einen von 5 × 3 setzen kann. Es ist dasselbe für es, als ob es je 4 Monate einen S von 5 producirte; also in 3 Monaten producirte nur oder 3 , in dem einen Circulationsmonat aber 1 . So weit der Umschlag unterschieden ist von der durch die Bedingungen der Production selbst gesezten Dauer, ist er = der Circulationszeit. Diese aber ist nicht bestimmt durch die Arbeitszeit. So erscheint die Summe der Surpluswerthe, die das Capital in einem gegebnen Zeitraum sezt nicht einfach bestimmt durch die Arbeitszeit, sondern durch Arbeitszeit und Circulationszeit ||35| in den oben angegebnen Verhältnissen. Die Bestimmung die das Capital hier aber in die Werthsetzung hereinbringt, ist, wie oben gezeigt, negativ, limitirend.
Wenn z. B. ein Capital von 100 l. braucht 3 Monate für die Production, sage 90 Tage, so könnte, wäre die Circulationszeit = 0, das Capital 4mal im Jahr umschlagen; und das Capital wäre fortwährend ganz als Capital wirksam, d. h. als Surplusarbeit setzend, als sich vervielfältigender Werth. Repräsentirten von den 90 Tagen 80 die nothwendige Arbeit, so 10 Surplusarbeit. Gesezt nun die Circulationszeit betrage 33 P. C. von der Productionszeit oder derselben. Also auf 3 Monate 1. Die Circulationszeit dann = ; der 3t Theil der Productionszeit = 30 Tagen, c = p. (c = .) Well. Die Frage ist, der wievielte Theil des Capitals kann jezt fortwährend in der Production beschäftigt sein? während des ganzen Jahres? Wenn das Capital von 100 – 90 Tage gearbeitet hätte, und als Product von 105 nun circulirte während eines Monats, so könnte es während dieses Monats gar keine Arbeit beschäftigen. (Die 90 Arbeitstage können natürlich gleich sein 3, 4, 5, x × 90, je nach der Zahl beschäftigter Arbeiter während der 90 Tage. Sie wären nur = 90 Tagen, wenn nur 1 Arbeiter beschäftigt. Dieß geht uns hier einstweilen nichts an.) (Bei allen diesen Berechnungen vorausgesezt, daß der Surpluswerth nicht wieder capitalisirt wird, sondern das Capital fortfährt mit derselben Zahl von Arbeitern zu arbeiten; aber zur selben Zeit wie das Surplus realisirt, wird auch das ganze Capital erst wieder als Geld realisirt.) D. h. während eines Monats könnte das Capital gar nicht beschäftigt werden. (Das Capital von 100 beschäftigt z. B. fortwährend 5 Arbeiter; darin ihre Surplusarbeit enthalten, und das Product, das circulirt wird, ist nie das ursprüngliche Capital, sondern das, welches die Surplusarbeit absorbirt hat und daher einen Surpluswerth hat. Unter dem Circuliren eines Capitals von 100 also eigentlich zu verstehn z. B. Circuliren des Capitals von 105; d. h. des Capitals mit dem Profit, der in 1 Productionsakt gesezt. Doch dieser erreur hier gleichgültig; namentlich bei der obigen Frage.)
Gesezt für 100 l. Twist am Ende von 3 Monaten producirt. Es dauert nun 1 Monat bis ich das Geld einbekomme und die Production von neuem beginnen kann. Um nun dieselbe Zahl Arbeiter in Bewegung zu setzen während 1 Monat, wo das Capital circulirt, müßte ich haben Surpluscapital von 33 l.; denn wenn 100 l. bestimmtes Quantum Arbeit während 3 Monaten in Bewegung setzen, würde 100 l. sie während eines Monats in Bewegung setzen. Am Ende des 4t Monats würde das Capital von 100 returnen in die Productionsphase und das von 33 eingehn in die Circulationsphase. Das leztre würde brauchen zu seiner Circulation im selben Verhältniß Monat; würde also rückkehren in die Production nach 10 Tagen. Das erste Capital könnte erst wieder in die Circulation treten am Ende des 7t Monats. Das 2t das am Anfang des 5t Monats in Circulation getreten, wäre retournirt sage am 10t des 5 Monats, träte wieder in Circulation am 10t des 6 Monats und retournirte am 20t des 6 Monats, um wieder in Circulation zu treten am 20t des 7t Monats; am Ende des 7t Monats wäre es retournirt, wenn das erste Capital wieder seinen Lauf begänne im selben Momente wo das 2t retournirte. Anfang des 8t Monats und retourniren am etc. Anfang des 9 etc. Mit einem Wort: Wäre das Capital um grösser – grade so viel wie die Circulationszeit beträgt, so könnte es fortwährend dieselbe Zahl Arbeiter beschäftigen. Es kann aber ebenso fortwährend in der Productionsphase sein, wenn es beständig weniger Arbeit beschäftigt. Begänne er nur mit Capital von 75, so am Ende des 3t Monats die Production fertig; circulirte nun einen Monat; während dieses Monats könnte er aber die Production fortsetzen, da er Capital von 25 in der Hand behalten, und wenn er 75 braucht, um eine bestimmte Masse Arbeit während 3 Monaten in Bewegung zu setzen, braucht er 25 um eine entsprechende Masse während 1 Monat in Bewegung zu setzen. Er würde fortwährend dieselbe Zahl Arbeiter in Bewegung haben. Jede seiner Waaren braucht Jahr, bevor sie verkauft wird.
Wenn er stets auf seine Waaren der Productionszeit braucht, um sie zu verkaufen, so etc. Diese Sache muß durch eine sehr einfache Gleichung aufzulösen sein, auf die wir später zurückkommen werden. Sie gehört hier eigentlich nicht her. Aber die Frage wichtig, wegen der Creditfragen später. So viel indeß klar. Nenne pt die Productionszeit, ct die Circulationszeit. Das Capital C. C kann nicht zugleich in seiner Productionsphase und seiner Circulationsphase sein. Soll es fortfahren zu produciren, während es circulirt, so muß es in 2 Theile zerfallen, wovon der eine in der Productionsphase, während der andre in der Circulationsphase und die Continuität des Processes wird dadurch aufrechterhalten, daß wenn der Theil a in jener Bestimmtheit, der Theil b in dieser gesezt ist. Die immer in der Production befindliche Portion sei x; so ist x = C – b (b sei der in der Circulation befindliche Theil des Capitals). C = b + x. Wäre ct die Circulationszeit = 0, so wäre b ebenfalls = 0 und x = C. b (der in Circulation befindliche Theil des Capitals) : C (dem Gesammtcapital) = ct (die Circulationszeit) : pt (der Productionszeit). b : C = ct : pt; d. h. in dem Verhältniß der Circulationszeit zur Productionszeit verhält sich der in Circulation befindliche Theil des Capitals zum Gesammtcapital.
Wenn ein Capital von 100 zu 5 % Gewinn umschlägt alle 4 Monate, so daß 1 Monat Circulationszeit kommt auf 3 Monate Productionszeit, so wird der Gesammtsurpluswerth, wie wir gesehn haben sein M (Monat) = 5 × 3 = 15; statt 20, wenn das c = 0, denn dann S′ = = 20. Nun aber 15 ist der Gewinn eines Capitals von 75 zu 5 %, bei dem die Circulationszeit = 0 wäre; das 4mal umschlüge im Jahr; beständig beschäftigt wäre. Am Ende des 1t Vierteljahrs 3 ; am Ende des Jahres 15. (Es würde aber nur ein Gesammtcapital von 300 umschlagen, während von 400 wenn im obigen Fall ct = 0.) Also kann ein Capital von 100, bei dem die Circulationszeit 1 Monat auf 3 M Productionszeit beträgt beständig productiv employen ein Capital von 75; ein Capital von 25 ist beständig circulirend und unproductiv. 75 : 25 = 3 M : 1 M oder, wenn wir den in der Production beschäftigten Theil des Capitals p nennen, den in der Circulation c und die entsprechenden Zeiten c′ und p′, so p : c = p′ : c′. (p : c = 1 : .) Der in der Production befindliche Theil des C verhält sich beständig zu dem in der Circulation befindlichen = 1 : .; dieß beständig durch wechselnde Bestandtheile repräsentirt. Aber p : C = 75 : 100 = ; c = ; p : C = 1 : und c : C = 1 : 4. Der Gesammtumlauf = 4 M, p : U = 3 M : 4 M = 1 : . |
|36| Bei der Circulation des Capitals findet gleichzeitig statt Formwechsel und Stoffwechsel. Wir müssen beginnen hier nicht von G[eld], sondern vom Productionsprocess als der Voraussetzung. In der Production nach der Stofflichen Seite hin betrachtet wird das Instrument aufgenuzt und das Rohmaterial verarbeitet; das Resultat ist das Product – ein neugeschaffner Gebrauchswerth, verschieden von seinen elementarischen Voraussetzungen. Im Productionsprozeß nach der stofflichen Seite betrachtet erst Product geschaffen. Dieß ist die erste und wesentliche stoffliche Veränderung. Auf dem Markt, im Austausch gegen Geld, wird das Product aus dem Kreislauf des Kapitals ausgestossen und fällt der Consumtion anheim, wird Gegenstand der Consumtion, sei es zur finalen Befriedigung eines individuellen Bedürfnisses oder als Rohmaterial eines andren Capitals. Im Austausch der Waare gegen Geld fällt die stoffliche und Formveränderung zusammen; da im Geld eben der Inhalt selbst zur ökonomischen Formbestimmung gehört. Die Rückverwandlung von Geld in Waare, ist aber hier zugleich da in der Rückverwandlung des Capitals in die stofflichen Productionsbedingungen. Es findet Reproduction eines bestimmten Gebrauchswerths statt, ebenso gut wie die von Werth als solchem. Wie aber das stoffliche Element von vornherein hier beim Eintritt in die Circulation als Product gesezt war, so am Ende derselben die Waare wieder als Productionsbedingung. So weit das Geld als Circulationsmittel hier figurirt ist es in der That nur als Vermittlung der Production einerseits mit der Consumtion, in dem échange, wo das Capital den Werth in der Form des Products von sich abstößt, und Vermittlung zwischen der Production und Production andrerseits, wo das Capital sich in der Form des Geldes abstößt und die Waare in der Form der Productionsbedingung in seinen Kreislauf zieht. Nach der stofflichen Seite des Capitals betrachtet erscheint das Geld blos als Circulationsmittel; nach der Formseite als das nominelle Maaß seiner Verwerthung und für eine bestimmte Phase als für sich seiender Werth; das Capital ist daher ebenso W-G-G-W, wie G-W-W-G und zwar so daß beide Formen der einfachen Circulation hier zugleich weiter bestimmt sind indem G-G1 Geld ist das Geld schafft und W-W1 Waare deren Gebrauchswerth ebenso reproducirt wie vermehrt wird. In Bezug auf die Geldcirculation, die hier als in die Capitalcirculation eingehend und von ihr bestimmt erscheint, wollen wir nur en passant bemerken – denn die Sache au fond kann erst behandelt werden, nachdem die vielen Capitalien betrachtet sind in ihrer Action und Reaction auf einander, daß offenbar das Geld hier in verschiednen Bestimmungen gesezt ist. –
Es ist bisher angenommen worden, daß die Productionszeit zusammenfällt mit der Arbeitszeit. Aber nun finden z. B. in der Agricultur Interruptionen der Arbeit statt innerhalb der Production selbst, bevor das Product beendigt ist. Es kann dieselbe Arbeitszeit angewandt sein und die Dauer der Productionsphase verschieden sein, weil die Arbeit unterbrochen wird. Besteht der Unterschied nur darin, daß in einem Fall das Product längre Arbeit erheischt um gefinished zu werden als im andren Fall, so ist no case at all constituted, weil dann nach dem allgemeinen Gesetz klar, daß das Product worin größres Arbeitsquantum enthalten, so viel größrer Werth und ist die Reproduction in einem gegebnen Zeitraum dann weniger häufig, so ist der reproducirte Werth um so grösser. Und 2 × 100 gerade so viel, wie 4 × 50. Wie mit dem Gesammtwerth verhält es sich dann mit dem Surpluswerth. Die ungleiche Dauer, die verschiedne Producte erheischen, obgleich nur dieselbe Arbeitszeit (nämlich zusammen in aufgehäufter und lebendiger Arbeit) auf sie verwandt wird, constituirt die question. Das Capital fixe agirt hier angeblich ganz allein, ohne menschliche Arbeit, wie z. B. der dem Schoß der Erde anvertraute Saamen. So weit noch Arbeit erheischt wird, diese abzuziehen. Die Frage rein zu stellen. Wenn hier die Circulationszeit dieselbe, so ist der Umschlag seltner, weil die Productionsphase grösser. Also die Productionszeit + Umlaufszeit = 1 U, grösser als in dem Fall, wo die Productionszeit mit der Arbeitszeit zusammenfällt. Die Zeit, die hier gebraucht wird, damit das Product zur Reife kommt, die Unterbrechungen der Arbeit constituiren hier Productionsbedingungen. Die Nicht-arbeitszeit constituirt Bedingung für die Arbeitszeit, um leztre wirklich zur Productionszeit zu machen. Die Frage gehört offenbar eigentlich erst in die Ausgleichung der Profitrate. Indeß muß hier der Grund gecleart werden. Der langsamre Return – dieß ist das Wesentliche – rührt hier nicht her von der Circulationszeit, sondern von den Bedingungen selbst, unter denen die Arbeit productiv wird; er gehört zu den technologischen Bedingungen des Productionsprocesses. Es muß absolut geleugnet werden, es ist geradezu abgeschmackt, daß ein natürlicher Umstand, der das Capital in einem bestimmten Productionszweig hindert, sich in derselben Zeit mit demselben Quantum Arbeitszeit auszutauschen, wie ein andres Capital in andrem Productionszweig, irgendwie dazu beitragen kann, seinen Werth zu vermehren. Der Werth, also auch der Surpluswerth nicht = der Zeit, welche die Productionsphase dauert, sondern der während dieser Productionsphase angewandten Arbeitszeit, vergegenständlichten wie lebendigen. Leztre allein – und zwar im Verhältniß wie sie zur vergegenständlichten angewandt ist – kann Surpluswerth schaffen, weil Surplusarbeitszeit. ❲Daß bei der Ausgleichung der Profitrate andre Bestimmungen hereinkommen klar. Hier aber handelt es sich nicht um das Vertheilen des Surpluswerths, sondern um seine Schöpfung.❳ Es ist daher mit Recht behauptet worden, daß nach dieser Seite hin die Agricultur f. i. weniger productiv (Productivität bezieht sich hier auf Production von Werthen) als andre Industrien. Ebenso wie von der andren Seite – insofern Wachsen der Productivität in ihrdirectdie nothwendige Arbeitszeit vermindert – sie productiver ist als alle andren. Dieser Umstand selbst kann ihr aber nur zu Gut kommen, wo das Capital schon herrscht und die ihm entsprechende general form of production. Es liegt schon in dieser Unterbrechung innerhalb der Productionsphase, daß die Agricultur nie die Sphäre sein kann, mit der das Capital beginnt; wo es seinen ursprünglichen Sitz aufschlägt. Es widerspricht dieß den ersten Grundbedingungen der industriellen Arbeit. Es ist also erst durch Rückwirkung, daß die Agricultur dem Capital vindicirt wird und der Ackerbau industriell wird. Erheischt einerseits hohe Entwicklung der Concurrenz; andrerseits grosse Entwicklung von Chemie, Mechanik etc, i.e. der Manufacturindustrie. Es findet sich daher auch historisch, daß die Agricultur nie rein erscheint in den Productionsweisen, die dem Capital vorhergehn, oder seinen eignen unentwickelten Stufen entsprechen. Ländliche Nebenindustrie, wie Spinnen, Weben etc muß make up für die Grenze der Anwendung der Arbeitszeit, die hier gesezt ist – und die in diesen Unterbrechungen liegt. Das Nichtzusammenfallen der Productionszeit mit der Arbeitszeit kann überhaupt nur an Naturbedingungen liegen, die hier direct der Verwerthung der Arbeit im Weg stehn, d. h. der Aneignung von Surplusarbeit durch das Capital. Diese Hindernisse in seinem Wege constituiren natürlich keine advantages, sondern, de son point de vue, Verluste. Der ganze case ist hier eigentlich nur zu erwähnen, als Beispiel des fixirten, in einer Phase fixirten Capitals. Was festzuhalten, ist hier nur, daß das Capital keinen Mehrwerth schafft, so lange es keine lebendige Arbeit anwendet. Die Reproduction des angewandten capital fixe selbst ist natürlich nicht Setzen von Surpluswerth.
(Beim menschlichen Körper, wie beim Capital, tauschen sich bei der Reproduction die verschiednen Portionen nicht in gleichen Zeiträumen aus, Blut erneuert sich rascher als Muskel, Muskel als Knochen, die nach dieser Seite als das Capital fixe des menschlichen Körpers betrachtet werden können.) |
|37| Als die Mittel die Circulation zu beschleunigen zählt Storch auf: 1) Bildung einer Klasse von „Arbeitern“, die sich nur mit dem Handel beschäftigt, 2) facilité der moyens de transport; 3) Geld; 4) Credit. (Sieh oben.)
Aus dieser kunterbunten Zusammenstellung geht die ganze Confusion der politischen Oekonomen hervor. Geld und Geldcirculation – was wir einfache Circulation nannten, ist Voraussetzung, Bedingung sowohl des Capitals selbst, wie der Circulation des Capitals. Das Geld, wie es daher existirt, als einer dem Capital vorhergehenden Stufe der Production angehöriges Verhältniß des Verkehrs, das Geld als Geld, in seiner unmittelbaren Form, kann daher nicht gesagt werden die Circulation des Capitals zu beschleunigen, sondern ist Voraussetzung derselben. Wenn wir vom Capital und seiner Circulation sprechen, stehn wir auf einer Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung, wo die Einführung des Geldes nicht als Entdeckung etc hereinkommt, sondern Voraussetzung ist. So weit das Geld in seiner unmittelbaren Form selbst Werth hat, nicht nur der Werth andrer Waaren ist, Symbol ihres Werths – denn wenn ein selbst Unmittelbares ein andres Unmittelbares sein soll, so kann es dasselbe nur vorstellen, d'une manière ou d'une autre symbol – sondern selbst Werth hat, selbst vergegenständlichte Arbeit in einem bestimmten Gebrauchswerth ist, ist das Geld so weit entfernt die Circulation des Capitals zu beschleunigen, daß es sie vielmehr aufhält. Das Geld nach beiden Seiten hin betrachtet, wie es in der Circulation des Capitals vorkommt, sowohl als Circulationsmittel, wie als realisirter Werth des Capitals, gehört zu den Circulationskosten, sofern es selbst Arbeitszeit ist, die angewandt wird, um einerseits die Circulationszeit abzukürzen, andrerseits ein qualitatives Moment – Rückverwandlung des Capitals in sich als für sich seienden Werth – der Circulation darzustellen. Nach beiden Seiten hin vermehrt es den Werth nicht. Nach der einen Seite hin ist es eine kostbare, Arbeitszeit kostende, also vom Surpluswerth abgehnde Form den Werth darzustellen. Nach der andren Seite hin kann es als eine Maschine betrachtet werden, die Circulationszeit spart, und so Zeit für die Production frei sezt. Insofern es aber selbst als solche Maschine Arbeit kostet und ein Product der Arbeit ist, repräsentirt es dem Capital gegenüber faux frais de la pro- duction. Es figurirt unter den Circulationskosten. Die ursprüngliche Circulationskost ist die Circulationszeit selbst im Gegensatz zur Arbeitszeit. Die reellen Circulationskosten sind selbst vergegenständlichte Arbeitszeit – Maschinerie um die ursprünglichen Kosten der Circulationszeit abzukürzen. Das Geld in seiner unmittelbaren Form, wie es einer dem Capital vorhergehnden historischen Stufe der Production angehört, erscheint ihm daher als Circulationskost und das Bestreben des Capitals geht daher dahin es sich adaequat umzugestalten; es daher zu machen zu einem keine Arbeitszeit kostenden, nicht selbst Werthvollen, Repräsentanten eines Momentes der Circulation. Das Capital ist daher darauf gerichtet es in seiner überlieferten, unmittelbaren Realität aufzuheben, und es in ein nur vom Capital Geseztes und ebenso Aufgehobnes, rein Ideelles zu verwandeln. Es kann also nicht, wie Storch thut, gesagt werden, daß das Geld überhaupt ein Beschleunigungsmittel der Circulation des Capitals; sondern es muß umgekehrt gesagt werden, daß das Capital es in ein blos ideelles Moment seiner Circulation zu verwandeln und erst in die ihm entsprechende adaequate Form zu erheben sucht. Aufheben des Geldes in seiner unmittelbaren Form erscheint als Forderung der zum Moment der Capitalcirculation gewordnen Geldcirculation; weil in seiner unmittelbar vorausgesezten Form es Schranke der Circulation des Capitals ist. Circulation ohne Circulationszeit ist die Tendenz des Capitals; daher auch Setzen der Instrumente, die nur zur Abkürzung der Circulationszeit dienen, in blos vom Capital gesezte Formbestimmungen, wie die unterschiednen Momente, die das Capital in der Circulation durchläuft, qualitative Bestimmungen seiner eignen Metamorphose sind.
Was die Bildung eines besondren Handelsstandes betrifft – d. h. eine Entwicklung der Theilung der Arbeit, die das Geschäft des Austauschens selbst in eine besondre Arbeit verwandelt hat – wozu natürlich die Summe der Tauschoperationen schon gewisse Höhe erreicht haben muß – (nähme der Austausch bei 100 Leuten den 100ten Theil ihrer Arbeitszeit in Anspruch, so ist jeder Mann Austauschender; Austauschender repräsentirte one single man. Auf die 100 könnte dann ein Kaufmann kommen. Die Separation des Handels von der Production selbst, oder daß der Austausch selbst gegen die Austauschenden repräsentirt wird, erfordert überhaupt daß der Austausch und Verkehr entwickelt sind to a certain degree. Der Kaufmann stellt dem Verkäufer gegenüber alle Käufer, dem Käufer gegenüber alle Verkäufer vor, also ist er nicht ein Extrem, sondern die Mitte des Austauschs selbst; erscheint daher als Mittler) – die Bildung des Kaufmannsstandes, die die des Geldes, wenn auch nicht in allen seinen Momenten entwickelt, voraussezt, ist ebenfalls eine Voraussetzung für das Capital und kann daher nicht angeführt werden, als seine specifische Circulation vermittelnd. Da der Handel eine Voraussetzung, historisch sowohl, wie begrifflich für die Entstehung des Capitals, so werden wir ehe wir dieses Capitel abschliessen darauf zurückkommen müssen, da es vor oder in den Abschnitt von der Entstehung des Capitals gehört.
Erleichterung der Transportmittel, soweit sie meint Erleichterung der physischen Waarencirculation gehört nicht hierhin, wo blos die Formbestimmungen der Circulation des Capitals betrachtet werden. Das Product wird erst Waare, tritt erst aus der Productionsphase heraus, sobald es auf dem Markt ist. Andrerseits gehören die Transportmittel insofern herein, als die Returns des Capitals – d. h. die Circulationszeit mit der Entfernung des Markts von dem Ort der Production wachsen muß. Abkürzung derselben durch Transportmittel erscheint also direkt nach dieser Seite hin direkt in die Betrachtung der Circulation des Capitals gehörig. Doch gehört dieß eigentlich in die Lehre vom Markt, die selbst in den Abschnitt vom Capital gehört.
Endlich Credit. Diese direkt vom Capital gesezte Form der Circulation etc – die also spezifisch aus der Natur des Capitals hervorgeht, diese differentia specifica des Capitals wirft Storch etc hier zusammen mit Geld, Handelsstand etc, die überhaupt der Entwicklung des Austauschs und der more or less auf ihr gegründeten Production angehören. Die differentia specifica anzugeben, ist hier sowohl logische Entwicklung, als Schlüssel zum Verständniß der historischen. Wir finden auch historisch in England z. B. (ebenso in Frankreich) die Versuche Geld durch Papier zu ersetzen, andrerseits dem Capital, so weit es in der Form des Werths existirt, eine rein von ihm selbst gesezte Form zu geben, endlich Versuche zur Gründung des Credits gleich mit Aufkommen des Capitals. (Z. B. Petty, Boisguillebert.)
Wir können innerhalb der Circulation als des Gesammtprocesses unterscheiden zwischen der grossen und der kleinen Circulation. Die erstre umfaßt die ganze Periode von dem Moment wo das Capital aus dem Productionsprocess heraustritt, bis es in ihn zurückkehrt. Die 2te ist continuirlich und geht gleichzeitig mit dem Productionsprocess selbst beständig vor sich. Es ist der Theil des Capitals, der als Salair ausgezahlt wird, ausgetauscht wird gegen das Arbeitsvermögen. Dieser Circulationsprocess des Capitals, der der Form nach gesezte, aber in der That sich aufhebende, und als nur formell setzende Austausch von Equivalenten (der Uebergang von Werth in Capital, wo der Austausch von Equivalenten in sein Gegentheil umschlägt, und auf der Basis des Austauschs der Austausch rein formell wird, and the mutuality is all on one side) ist so zu entwickeln: Werthe, die ausgetauscht werden, sind immer vergegenständlichte Arbeitszeit, ein gegenständlich vorhandnes, wechselseitig vorausgeseztes Quantum daseiender (in einem Gebrauchswerth) Arbeit. Der Werth als solcher ist immer Effect, nie Ursache. Er drückt aus das Quantum Arbeit wodurch ein Gegenstand producirt ist, also – dieselbe Stufe der Productivkräfte vorausgesezt – reproducirt werden kann. Der Capitalist tauscht nicht Capital direkt gegen Arbeit aus oder Arbeitszeit; sondern in Waaren enthaltne, aufgearbeitete Zeit, gegen im lebendigen Arbeitsvermögen enthaltne, ausgearbeitete Zeit. Die lebendige Arbeitszeit, die er eintauscht, ist nicht der Tauschwerth, sondern der Gebrauchswerth des Arbeitsvermögens. Wie eine Maschine nicht ausgetauscht, bezahlt wird als Ursache von Effecten, sondern als selbst Effect; nicht nach ihrem Gebrauchswerth im Productionsprocess, sondern als Product – bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit. Die Arbeitszeit, die im Arbeitsvermögen enthalten ist, d. h. die Zeit, nothwendig um das lebendige Arbeitsvermögen herzustellen, ist dieselbe die nöthig ist – unter der Voraussetzung derselben Stufe der Productivkräfte – es zu reproduciren, d. h. zu erhalten. Der Austausch also, der zwischen Capitalist und ||38| Arbeiter vorgeht, ist also vollständig den Gesetzen des Austauschs entsprechend; aber nicht nur entsprechend, sondern seine lezte Ausbildung. Denn so lang das Arbeitsvermögen nicht selbst sich austauscht, beruht die Grundlage der Production noch nicht auf dem Austausch, sondern der Austausch ist blos ein enger Kreis, der auf Nichtaustausch als seiner Basis ruht, wie in allen der bürgerlichen Production vorhergehenden Stufen. Der Gebrauchswerth des Werths aber, den der Capitalist eingetauscht hat, ist selbst das Element der Verwerthung und ihr Maaß, die lebendige Arbeit und Arbeitszeit und zwar mehr Arbeitszeit als vergegenständlicht ist im Arbeitsvermögen, d. h. mehr Arbeitszeit als die Reproduction des lebendigen Arbeiters kostet. Dadurch daß also das Capital das Arbeitsvermögen als Equivalent eingetauscht, hat es die Arbeitszeit – so weit sie über die im Arbeitsvermögen enthaltne hinaus geht – ohne Equivalent eingetauscht; sich fremde Arbeitszeit ohne Austausch vermittelst der Form des Austauschs angeeignet. Der Austausch wird daher blos formell und, wie wir gesehn, bei der weitren Entwicklung des Capitals auch der Schein aufgehoben, als ob das Capital gegen das Arbeitsvermögen etwas andres eintauschte, als seine eigne vergegenständlichte Arbeit; also überhaupt etwas gegen es eintauschte. Der Umschlag kommt also dadurch hervor – daß die lezte Stufe des freien Austauschs der Austausch des Arbeitsvermögens als Waare, als Werth gegen eine Waare, gegen Werth ist; daß es eingehandelt wird als vergegenständlichte Arbeit, sein Gebrauchswerth aber in lebendiger Arbeit, d. h. im Setzen von Tauschwerth besteht. Der Umschlag kommt daraus hervor, daß der Gebrauchswerth des Arbeitsvermögens als Werth selbst das Werthschaffende Element, die Substanz des Werths ist und Werthvermehrende Substanz. In diesem Austausch giebt also der Arbeiter für das Equivalent der in ihm vergegenständlichten Arbeitszeit seine Werthschaffende und -vermehrende lebendige Arbeitszeit. Er verkauft sich als Effect. Als Ursache, als Thätigkeit, wird er absorbirt vom und incarnirt in das Capital. So schlägt der Austausch in sein Gegentheil um, und die Gesetze des Privateigenthums – die Freiheit, Gleichheit, Eigenthum – das Eigenthum an der eignen Arbeit und die freie Disposition darüber – schlagen um in Eigenthumslosigkeit des Arbeiters und Entäusserung seiner Arbeit, sein Verhalten zu ihr als fremdem Eigenthum und vice versa.
Die Circulation des als Salair gesezten Theils des Capitals begleitet den Productionsprocess, erscheint als ökonomische Formbeziehung neben ihm, und ist gleichzeitig und interwoven mit ihm. Diese Circulation sezt erst das Capital als solches; ist Bedingung seines Verwerthungsprocesses und sezt nicht nur eine Formbestimmung desselben, sondern seine Substanz. Es ist dieß der beständig circulirende Theil des Capitals, der keinen Augenblick in den Productionsprocess selbst eingeht, und beständig ihn begleitet. Es ist der Theil des Capitals, der keinen Augenblick in seinen Reproductionsprocess eingeht, was beim Rohmaterial nicht der Fall. Das Approvisionnement des Arbeiters geht als Product aus dem Productionsprocess hervor, als Resultat; aber als solches geht es nie ein in den Productionsprocess, weil es für die individuelle Consumtion finished produce ist, unmittelbar in die Consumtion des Arbeiters eingeht, und unmittelbar gegen sie ausgetauscht wird. Es ist dieß also, sowohl im Unterschied von Rohstoff, wie Arbeitsinstrument das circulating capital ϰατ ̓ ἐξοχήν. Hier ist das einzige Moment im Kreislauf des Capitals, wo die Consumtion unmittelbar hereintritt. Da, wo die Waare gegen Geld ausgetauscht wird, kann sie von einem andren Capital als Rohstoff für neue Production eingetauscht sein. Ferner tritt nach den Voraussetzungen des Capitals ihm nicht der einzelne Consument, sondern der Kaufmann entgegen; der die Waare selbst kaufende, um sie gegen Geld zu verkaufen. (Diese Voraussetzung mit dem Handelsstand überhaupt zu entwickeln. Damit die Circulation unter dealers von der zwischen dealers und Consumenten verschieden.) Das circulirende Capital erscheint hier also direct als das für die individuelle Consumtion der Arbeiter bestimmte; überhaupt für unmittelbare Consumtion bestimmte und daher in der Form von fertigem Product existirende. Wenn daher einerseits das Capital als Voraussetzung des Products, erscheint ebenso sehr das fertige Product als Voraussetzung des Capitals – was sich historisch dahin löst, daß das Capital nicht die Welt von vorn angefangen, sondern Production und Producte vorfand, bevor es sie seinem Process unterwarf. Einmal im Gang, von sich selbst ausgehend, sezt es sich beständig in seinen verschiednen Formen als consumirbares Product, Rohstoff und Arbeitsinstrument voraus, um sich in diesen Formen beständig zu reproduciren. Sie erscheinen einmal als die von ihm selbst vorausgesezten Bedingungen und dann als sein Resultat. Es producirt in seiner Reproduction seine eignen Bedingungen. Hier finden wir also – durch das Verhältniß des Capitals zum lebendigen Arbeitsvermögen – und den Naturbedingungen der Erhaltung des leztren – das circulirende Capital auch nach der Seite des Gebrauchswerths hin bestimmt, als direct in die individuelle Consumtion eingehndes, und von ihr als Product aufzuzehrendes. Es ist daher falsch geschlossen worden, daß das circulirende Capital überhaupt consumirbares ist, als ob Kohle, Oel, Farbstoff etc, Instrumente etc, Bodenverbesserungen etc, Fabrikhäuser nicht ebenfalls alle consumirt werden, wenn unter Consumtion die Aufhebung ihres Gebrauchswerths und ihrer Form verstanden wird; alle aber ebenso gut nicht consumirt werden, wenn individuelle Consumtion, Consumtion im eigentlichen Sinn darunter verstanden wird. In dieser Circulation stößt sich das Capital beständig als vergegenständlichte Arbeit von sich ab, um die lebendige Arbeitskraft, seine Lebensluft, sich zu assimiliren. Was nun die Consumtion des Arbeiters betrifft, so reproducirt sie eins – nämlich ihn selbst als lebendiges Arbeitsvermögen. Da diese Reproduction seiner selbst Bedingung für das Capital, so erscheint auch die Consumtion des Arbeiters als Reproduction nicht direct des Capitals aber der Verhältnisse, unter denen es allein Capital ist. Das lebendige Arbeitsvermögen gehört ebenso unter seine Existenzbedingungen, wie Rohstoff und Instrument. Es reproducirt sich also doppelt, in seiner eignen Form, in der Consumtion des Arbeiters, aber nur so weit sie ihn als lebendiges Arbeitsvermögen reproducirt. Diese Consumtion nennt das Capital daher productive Consumtion – productiv, nicht insofern sie das Individuum reproducirt, sondern die Individuen als Arbeitsvermögen. Wenn Rossi daran Anstoß nimmt, daß das Salair 2mal in Rechnung gebracht werde, einmal als Revenu des Arbeiters, dann als reproductive Consumtion des Capitals, so gilt der Einwurf nur gegen die, die das Salair direkt in den Productionsprocess des Capitals als Werth eingehn lassen. Denn das Zahlen des Salairs ist ein Circulationsakt der gleichzeitig mit und neben dem Productionsakt vorgeht. Oder wie Sismondi sagt – von diesem Gesichtspunkt aus – der Arbeiter consumirt sein Salair unreproductiv; aber der Capitalist consumirt es productiv, insofern er Arbeit dagegen eintauscht, die das Salair und mehr als Salair reproducirt. Dieß bezieht sich auf das Capital selbst nur als Objekt betrachtet. Insofern das Capital aber Verhältniß ist und zwar Verhältniß zum lebendigen Arbeitsvermögen, reproducirt die Consumtion des Arbeiters dieß Verhältniß; oder das Capital reproducirt sich doppelt, als Werth durch Eintausch der Arbeit – als Möglichkeit den Verwerthungsprocess von neuem zu beginnen, von neuem als Capital zu agiren – es reproducirt sich als Verhältniß durch die Consumtion des Arbeiters, die ihn reproducirt als gegen Capital – Salair als Theil des Capitals – austauschbares Arbeitsvermögen.
Diese Circulation zwischen Capital und Arbeit ergiebt also die Bestimmung eines Theils des Capitals als beständig circulirend, das Approvisionnement; beständig consumirt; beständig zu reproduciren. An dieser Circulation zeigt sich schlagend der Unterschied zwischen Capital und Geld; der Circulation des Capitals und der Circulation des Geldes. Das Capital zahlt z. B. wöchentlich Arbeitslohn; der Arbeiter trägt diesen Lohn zum épicier etc; dieser direkt oder indirect deponirt es beim banker; und die folgende Woche nimmt es der Fabrikant wieder vom Bankier, um es wieder unter dieselben Arbeiter zu vertheilen etc und so fort. Dieselbe Summe Geldes circulirt beständig neue Portionen Capital. Die Summe Geldes selbst aber bestimmt nicht die Portionen Capital die so circulirt werden. Steigt der Geldwerth des Arbeitslohns, so wird das circulirende Medium steigen, aber die Masse dieses Mediums bestimmt nicht das Steigen. Wenn die Productionskosten des Geldes nicht fielen, so würde keine Vermehrung desselben einen Einfluß auf die von ihm in diese Circulation eingehende Portion ausüben. Hier erscheint das Geld als bloses Circulationsmittel. Da gleichzeitig viele Arbeiter zu zahlen ist eine bestimmte Summe Geldes gleichzeitig nöthig, die mit ihrer Anzahl wächst. Andrerseits durch die Raschheit des Umschlags des Geldes ist wieder geringre Summe nöthig als in Zuständen, wo weniger Arbeiter, aber die Maschinerie der Geldcirculation nicht so geregelt. Diese Circulation ist Bedingung des Productionsprocesses und damit auch des Circulations ||39| processes. Andrerseits retournirt das Capital nicht aus der Circulation, so könnte diese Circulation zwischen Arbeiter und Capital nicht von neuem beginnen; sie ist also ihrerseits dadurch bedingt, daß das Capital die verschiednen Momente seiner Metamorphose ausserhalb des Productionsprocesses durchläuft. Fände dieß nicht statt, so wäre es nicht, weil nicht Geld genug als Circulationsmittel vorhanden, sondern weil entweder nicht Capital vorhanden in der Form von Producten, dieser Theil des circulirenden Capitals fehlte, oder weil das Capital sich nicht in der Form des Geldes gesezt, d. h. nicht als Capital realisirt hätte, was aber wieder nicht herrührte von dem Quantum des Circulationsmittels, sondern weil das Capital sich nicht in der qualitativen Bestimmung als Geld gesezt, wozu es keineswegs nöthig, daß es in der Form von hard cash, in der unmittelbaren Geldform gesezt und ob oder ob nicht es sich in solcher gesezt, hinge wieder nicht ab vom Quantum des als Circulationsmittel cursirenden Geldes, sondern vom Austausch des Capitals gegen Werth als solchen; wieder ein qualitatives, kein quantitatives Moment, wie wir näher erörtern werden, wenn wir vom Capital als Geld sprechen. (Zins etc.)
Im Ganzen betrachtet erscheint die Circulation also dreifach: 1) der Gesammtprocess – der Verlauf des Capitals durch seine verschiednen Momente; danach ist es als im Fluß gesezt; als circulirend; so weit in jedem der Momente die Continuität unterbrochen ist virtualiter und sich befestigen kann gegen das Uebergehn in die nächste Phase, erscheint das Capital hier ebenfalls als fixirt in verschiednen Beziehungen und die verschiednen Weisen dieses Fixirtseins constituiren verschiedne Capitalien, Waarencapital, Geldcapital, Capital als Productionsbedingungen.
2) Die kleine Circulation zwischen Capital und Arbeitsvermögen. Diese begleitet den Productionsprocess und erscheint als Contract, Austausch, Verkehrsform, unter deren Voraussetzung sich der Productionsprocess engagirt. Der in diese Circulation eingehende Theil des Capitals – das Approvisionnement – ist das capital circulant ϰατ ̓ ἐξοχήν. Es ist nicht nur der Form nach bestimmt; sondern sein Gebrauchswerth, d. h. seine stoffliche Bestimmung als consumirbares und direkt in die individuelle Consumtion eingehndes Product macht selbst einen Theil seiner Formbestimmung aus;
3) Die Grosse Circulation; die Bewegung des Capitals ausser der Productionsphase, wo seine Zeit im Gegensatz zur Arbeitszeit als Circulationszeit erscheint. Aus diesem Gegensatz des in der Productionsphase begriffnen Capitals zu dem aus derselben heraustretenden, ergiebt sich der Unterschied von flüssigem und fixem Capital. Das leztre ist das, welches an den Productionsprocess fixirt ist und in ihm selbst consumirt wird; zwar aus der grossen Circulation herkommt, aber nicht in sie zurückkehrt und, so weit es circulirt, nur circulirt um im Productionsprocess consumirt zu werden, gebannt zu werden.
Die 3 verschiednen Unterschiede in der Circulation des Capitals ergeben die 3 Unterschiede zwischen circulirendem und fixirtem Capital; setzen einen Theil des Capitals als das circulirende ϰατ ̓ ἐξοχήν weil er nie in den Productionsprocess eingeht, aber ihn beständig begleitet; und 3tens den Unterschied zwischen flüssigem und fixem Capital. Das circulirende Capital in der Form No. 3) schließt auch die No. 2 ein, da diese ebenfalls im Gegensatz zum fixen steht; aber die No. 2) nicht die No. 3). Der Theil des Capitals, der als solcher dem Productionsprocess angehört, ist der Theil desselben, der stofflich nur als Productionsmittel dient; die Mitte bildet zwischen der lebendigen Arbeit und dem zu bearbeitenden Material. Ein Theil des flüssigen Capitals wie Kohlen, Oehl, etc dient auch blos als Productionsmittel. Alles was nur dient als Mittel die Maschine oder die sie bewegende Maschine in Gang zu halten. Dieser Unterschied wird noch näher zu untersuchen sein. D'abord widerspricht dieß nicht der Bestimmung 1), da das fixe Capital als Werth ebenfalls circulirt im Verhältniß wie es abgenuzt wird. Es ist grade in dieser Bestimmung als fixes Capital – d. h. in der Bestimmung, worin das Capital seine Flüssigkeit verloren und mit einem bestimmten Gebrauchswerth identificirt wird, der es seiner Transformationsfähigkeit beraubt, daß sich das entwickelte Capital – so weit wir es bisher als productives Capital kennen – am frappantesten darstellt und es ist grade in dieser scheinbar inadaequaten Form, und im wachsenden Verhältniß derselben zu der Form des circulirenden Capitals in No. 2, daß sich die Entwicklung des Capitals als Capital mißt. Dieser Widerspruch hübsch. Zu entwickeln.
Die verschiedenen Sorten Capital, die in der Oekonomie äusserlich hereingeschneit gekommen, erscheinen hier als ebenso viele Niederschläge der aus der Natur des Capitals selbst hervorgehenden Bewegungen oder vielmehr dieser Bewegung selbst in ihren verschiednen Bestimmungen.
Das capital circulant „part“ beständig vom Capitalisten, um in der ersten Form zu ihm zurückzukehren. Das Capital fixe thut es nicht (Storch). “Circulating capital that portion of the capital which does not yield profit till it is parted with; fixed etc yields such profit, while it remains in the possession of the owner.” (Malthus.) „Capital circulant giebt seinem Herrn nicht Revenu und Profit, so lang es in seinem Besitze bleibt; Capital fixe, ohne Herrn zu wechseln, und ohne Circulation nöthig zu haben giebt diesem Profit.“ (A. Smith.)
Nach dieser Seite, da das (partir de son possesseur) Verreisen des Capitals von seinem owner nichts heißt als die im Akt des Austauschs stattfindende Veräusserung des Eigenthums oder Besitzes, und da durch die Veräusserung als Werth für seinen Besitzer zu werden, die Natur alles Tauschwerths, also allen Capitals ist, kann die Bestimmung in ihrer obigen Fassung nicht richtig sein. Wenn das fixe Capital für seinen Eigner wäre ohne die Vermittlung des Austauschs und des in ihm eingeschloßnen Tauschwerths, wäre, in fact, das Capital fixe bloser Gebrauchswerth, also nicht Capital. Was aber der obigen Bestimmung zu Grunde liegt ist dieß: als Werth circulirt das Capital fixe (wenn auch nur portionsweise, successiv, wie wir sehn werden). Als Gebrauchswerth circulirt es nicht. Das Capital fixe, so weit es seiner stofflichen Seite nach betrachtet wird, als Moment des Productionsprocesses verläßt nie seine boundaries; wird nicht veräussert von seinem Besitzer; bleibt in seiner Hand. Es circulirt nur seiner Formseite nach als Capital, perennirender Werth. In dem Capital circulant findet dieser Unterschied zwischen Form und Inhalt, Gebrauchswerth und Tauschwerth nicht statt. Um als leztrer zu circuliren, zu sein, muß es als erstrer in die Circulation treten, veräussert werden. Der Gebrauchswerth für das Capital als solches ist nur Werth selbst. Das Capital circulant realisirt sich nur als Werth für es, so bald es veräussert wird. So lang es in seiner Hand bleibt hat es nur Werth an sich; ist es aber nicht gesezt; nur δυνάμει – aber nicht actu. Das Capital fixe dagegen realisirt sich nur als Werth, so lang es als Gebrauchswerth in der Hand des Capitalisten bleibt, oder als sachliche Beziehung ausgedrückt, so lang es im Productionsprocess bleibt, was als die innre organische Bewegung des Capitals, seine Beziehung auf sich, gegen seine animalische Bewegung, [gegen] sein Dasein für andres betrachtet werden kann. Da das Capital fixe also, sobald es in den Productionsprocess eingetreten ist, in ihm bleibt, vergeht es auch in ihm, wird in ihm aufgezehrt. Die Dauer dieses Vergehns geht uns hier noch nicht an. Nach dieser Seite gehört also das, was Cherbuliez die matières in- strumentales nennt, wie Kohlen, Holz, Oel, Talg etc, die vollständig im Productionsprocess vernichtet werden, die nur Gebrauchswerth für den Process der Production selbst haben, zum Capital fixe. Dieselben Materien haben aber auch einen Gebrauchswerth ausser der Production und können auch in andrer Weise consumirt werden, ganz ebenso gut wie Baulichkeiten, Häuser etc nicht nothwendig für die Production bestimmt sind. Sie sind Capital fixe nicht durch die bestimmte Weise ihres Seins, sondern durch ihren Gebrauch. Sie werden es, sobald sie in den Productionsprocess treten. Sie sind Capital fixe, sobald sie als Momente des Productionsprocesses des Capitals gesezt sind; weil sie ||40| dann ihre Eigenschaft möglicherweise Capital circulant zu sein, verlieren.
Wie also der in den kleinen Kreislauf des Capitals eingehnde Theil des Capitals – oder das Capital, soweit es in diese Bewegung eingeht – die Circulation zwischen Capital und Arbeitsvermögen, der als Salair circulirende Theil des Capitals – nie aus der Circulation heraus-, und nie in den Productionsprocess des Capitals hereintritt, seiner stofflichen Seite nach, als Gebrauchswerth, sondern er immer als Product, Resultat eines vorhergehnden Productionsprocesses von diesem abgestossen wird, so umgekehrt tritt der als Capital fixe bestimmte Theil des Capitals als Gebrauchswerth, seinem materiellen Dasein nach, nie aus dem Productionsprocess heraus und nie in die Circulation wieder hinein. Während der leztre nur als Werth (als Theil des Werths des fertigen Products) in die Circulation eintritt, so tritt der andre nur als Werth in den Productionsprocess herein, indem die nothwendige Arbeit die Reproduction des Salairs ist, des Theils des Werths des Capitals, der als Salair circulirt. Dieß also ist die erste Bestimmung des Capital fixe und nach dieser Seite hin umfaßt es auch die matières instrumentales.
Zweitens: Das Capital fixe kann aber nur als Werth in die Circulation treten, so weit es als Gebrauchswerth im Productionsprocess vergeht. Es geht als Werth in das Product ein – d. h. als in ihm aufgearbeitete oder in ihm aufgehobne Arbeitszeit – insofern es in seiner selbstständigen Gestalt als Gebrauchswerth vergeht. Durch seinen Gebrauch wird es abgenuzt, aber so daß sein Werth aus seiner Form in die des Products übertragen wird. Wird es nicht benuzt, nicht aufgezehrt im Productionsprocess selbst – steht die Maschine still, rostet das Eisen, verfault das Holz – so vergeht natürlich sein Werth mit seinem vergänglichen Dasein als Gebrauchswerth. Seine Circulation als Werth entspricht seiner Consumtion im Productionsprocess als Gebrauchswerth. Vollständig reproducirt, d. h. aus der Circulation zurückkehren wird sein totaler Werth nur, sobald es vollständig als Gebrauchswerth im Productionsprocess verzehrt ist. Sobald es vollständig in Werth aufgegangen und daher vollständig in die Circulation eingegangen, ist es vollständig als Gebrauchswerth vergangen und muß daher als nothwendiges Moment der Production durch einen neuen Gebrauchswerth derselben Art ersezt, d. h. reproducirt werden. Die Nothwendigkeit es zu reproduciren, d. h. seine Reproductionszeit ist bestimmt durch die Zeit, in der es innerhalb des Productionsprocesses aufgezehrt, consumirt wird. Beim Capital circulant ist die Reproduction bestimmt durch die Circulationszeit, bei dem Capital fixe ist die Circulation bestimmt durch die Zeit, worin es als Gebrauchswerth, in seinem stofflichen Dasein aufgezehrt wird innerhalb des Productionsakts, d. h. durch die Zeit, innerhalb deren es reproducirt werden muß. Tausend Pfund Twist können wieder reproducirt werden sobald sie verkauft sind und das gegen sie eingelöste Geld wieder gegen Baumwolle etc, kurz die Productionselemente des Twists ausgetauscht sind. Ihre Reproduction ist also bestimmt durch die Circulationszeit. Eine Maschine von 1000 l. Werth, die 5 Jahre dauert, sich erst nach 5 Jahren abnuzt und dann nur noch altes Eisen ist, nuzt sich in jedem Jahr sage um auf, wenn wir das average der Consumtion im Productionsprocess nehmen. Es tritt also jedes Jahr nur ihres Werths in Circulation, und erst am Ablauf der 5 Jahre ist sie ganz in die Circulation hereingetreten und aus ihr retournirt. Ihr Eintreten in die Circulation ist also rein bestimmt durch ihre Abnutzungszeit und die Zeit, die ihr Werth braucht um total in die Circulation zu treten und aus ihr zu retourniren durch ihre Gesammtreproductionszeit, die Zeit in der sie reproducirt werden muß. Das fixe Capital geht nur als Werth in das Product ein; während der Gebrauchswerth des circulirenden Capitals im Product als dessen Substanz geblieben ist und nur eine andre Form erhalten hat. Durch diese Unterscheidung wird die Umschlagszeit des in circulirendes und fixes Capital gesonderten Gesammtcapitals wesentlich modificirt. Gesezt das Gesammtcapital S; der circulirende Theil desselben = c; der fixe = f; das fixe Capital bilde S; das circulirende . Das circulirende schlage um 3mal im Jahr, das fixe nur 2mal alle 10 Jahr. In 10 Jahren wird f oder zweimal umschlagen; während in denselben 10 Jahren 3 × 10 = 30mal umschlägt. Wäre S = , d. h. nur circulirendes Capital, so wäre U sein Umschlag = 30; und das gesammte umgeschlagne Capital = 30 × ; das gesammte in 10 Jahren umgeschlagne Capital. Das fixe Capital schlägt aber nur um 2 × in 10 Jahren. Sein U′ = 2; und das gesammte umgeschlagne fixe Capital = . S ist aber = + und seine Gesammtumschlagszeit = der Gesammtumschlagszeit dieser beiden Theile. Wenn das fixe Capital umschlägt in 10 Jahren 2mal, schlägt um in einem Jahr oder desselben; während in einem Jahr das circulirende Capital 3mal umschlägt. schlägt um alle Jahre einmal.
Die Frage einfach, wenn ein Capital von 1000 Thalern = 600 Capital circulant und 400 Capital fixe; also circulirendes und fixes Capital; wenn das fixe Capital 5 Jahre dauert, also einmal in 5 Jahren umschlägt und das circulirende 3 × alle Jahre, wie groß ist die Durchschnittsumschlagszahl oder Zeit des Gesammtcapitals? Wäre es blos circulirendes Capital so würde es umschlagen 5 × 3, 15mal; das gesammte umgeschlagne Capital in den 5 Jahren wäre 15000. Aber desselben schlagen nur einmal um in 5 Jahren. Von diesen 400 Th. schlagen also um in einem Jahr , = 80 Th. Von den 1000 Th. schlagen jährlich um 600 3mal, 80 einmal; oder im Ganzen Jahr würden nur umschlagen 1880; in den 5 Jahren schlagen also um 5 × 1880 = 9400; d. h. 5600 weniger, als wenn das Gesammtcapital nur aus circulirendem bestünde. Bestünde das ganze Capital nur aus circulirendem Capital so würde es umschlagen in Jahr einmal. |
|41| Ist das Capital = 1000; c = 600, schlägt 2 × im Jahr um; f = 400 schlägt 1 × im Jahr um; so schlägt um 600 ( S) in einem halben Jahr. oder ( ) ebenfalls in einem halben Jahr. In einem halben Jahr schlägt also um 600 + 200 = 800 (i. e. c + ). In einem ganzen Jahr schlägt also um 2 × 800 oder 1600; 1600 Th. in 1 Jahr; also 100 in Monaten, also 1000 in Monaten = 7 Monate. Das ganze Capital von 1000 schlägt also um in 7 Monaten, während es in 6 Monaten umschlüge, bestünde es blos aus circulirendem Capital. oder wie . Ist das Capital = 100, circulirendes = 50, fixes = 50; erstes schlägt 2mal im Jahr um, 2tes einmal; so schlägt 100 um 1 × in 6 Monaten; und 100 ebenfalls 1mal in 6 Monaten; in 6 Monaten schlägt also um des Capitals, 100 in 6 Monaten; oder 75 in 6 Monaten, und 100 in 8 Monaten. Wenn 100 in 6 Monaten umschlagen und in denselben 6 Monaten ( des fixen Capitals) 100, so schlagen 100 um in 6 Monaten. Also in = 2; also 100 oder 100 in 6 + 2, in 8 Monaten. Die Gesammtumschlagszeit des Capitals = 6 (der Umschlagszeit des ganzen Capital circulant und des Capital fixe oder des Gesammtcapitals) + , d. h. + diese Umschlagszeit dividirt durch die Zahl die ausdrückt, welchen aliquoten Theil das restirende Capital fixe von dem in der Umschlagszeit des circulirenden Capitals umgeschlagnen Capital bildet. So in dem obigen Beispiel: 100 schlägt um in 6 Monaten; ditto 100; also 100 in 6 Monaten; also das restirende 100 in Monaten; also das ganze Capital in 6 + Monaten = 6 + 1 oder 7 Monaten. Allgemein also ausgedrückt:
Die Durchschnittsumschlagszeit = der Umschlagszeit des circulirenden Capitals + dieser Umschlagszeit dividirt durch die Anzahl die ausdrückt wie oft der restirende Theil des Capital fixe enthalten ist in der Gesammtsumme des Capitals die in dieser Umschlagszeit circulirt wurde.
Wenn 2 Capitalien von 100 Th., das eine ganz Capital circulant, das andre halb Capital fixe, jedes zu 5 P. C. Gewinn, das eine 2mal umschlüge im Jahr ganz, und in dem andren das Capital circulant ebenfalls 2 ×, das Capital fixe aber nur einmal; so wäre das gesammtumschlagende Capital im ersten Falle = 200 und der Profit = 10; im 2ten 1 Umschlag in 8 Monaten in 4; oder 150 schlüge in 12 Monaten um. Profit dann = 7 . Diese Art Rechnung hat bestätigt in dem gewöhnlichen Vorurtheil als ob das Capital circulant oder das Capital fixe durch irgend a mysterious innate power Gewinn brächten, wie das selbst in den von Malthus gebrauchten Phrasen „das Capital circulant bringt Gewinn, wenn his possessors part with it etc“; ebenso bei den oben citirten Stellen aus his „Measure of value“ etc die Art wie er die Profite des Capital fixe accumuliren läßt. Dadurch daß die Lehre vom Mehrgewinn nicht rein betrachtet worden ist in den bisherigen Oekonomien, sondern zusammengeworfen mit der Lehre vom realen Profit, die herausläuft auf die Participation worin die verschiednen Capitalien participiren an der allgemeinen Profitrate, ist die größte Confusion und Mystification entstanden. Der Profit der Capitalisten als Klasse oder der Profit des Capitals muß da sein, bevor er vertheilt werden kann und es ist äusserst absurd seine Entstehung aus seiner Vertheilung erklären zu wollen. Nach obigem vermindert sich der Profit, weil die Umlaufszeit des Capitals zunimmt ❲seine Grösse als permanent gesezt – diese geht uns hier überhaupt nichts an, da der Satz wahr ist für Capital von jeder Grösse. Die Capitalien haben verschiedne Grösse. Aber die Grösse jedes einzelnen Capitals ist sich selbst gleich, also soweit nur seine Eigenschaft als Capital betrachtet wird any Grösse. Betrachten wir aber 2 Capitalien im Unterschied von einander, so tritt ein Verhältniß der qualitativen Bestimmungen ein durch den Unterschied ihrer Grösse. Diese wird selbst unterscheidende Qualität derselben. Dieß ist ein wesentlicher Gesichtspunkt, wovon die Grösse nur one single instance, wie sich unterscheidet die Betrachtung des Capitals als solchen von der Betrachtung des Capitals in Beziehung auf andres Capital, oder der Betrachtung des Capitals in seiner Realität.❳ in dem Maasse wie der Bestandtheil desselben, der Capital fixe heißt, zunimmt. Das Capital von derselben ||42| Grösse, 100 im obigen Falle, würde 2 × ganz umgeschlagen im Jahr, wenn es nur aus Capital circulant bestünde. Es wird aber nur 2mal umgeschlagen in 16 Monaten oder nur 150 Th. werden umgeschlagen in einem Jahr, weil es zur Hälfte aus Capital fixe besteht. Wie abnimmt die Anzahl seiner Reproduction in einer bestimmten Zeit oder abnimmt das Quantum desselben, das in dieser bestimmten Zeit reproducirt wird, nimmt ab die Production von Surpluszeit oder Surpluswerth, da das Capital überhaupt nur Werth sezt, soweit es Surpluswerth sezt. (Dieß wenigstens seine Tendenz; seine adaequate Action.)
Das Capital fixe, wie wir gesehn haben, circulirt nur als Werth in dem Maaß wie es als Gebrauchswerth im Productionsprocess abgenuzt oder consumirt wird. Von seiner relativen Dauerhaftigkeit aber hängt die Zeit ab, in der es so consumirt wird und in seiner Form als Gebrauchswerth reproducirt werden muß. Die Dauerhaftigkeit desselben, oder die größre oder kleinre Vergänglichkeit desselben – d. mehr oder weniger Zeit, worin es fortfahren kann in den wiederholten Productionsprocessen des Capitals seine Function innerhalb dieser Processe zu wiederholen – diese Bestimmung seines Gebrauchswerths wird also hier ein Formbestimmendes Moment, d. h. bestimmend für das Capital seiner Formseite nach, nicht seiner stofflichen nach. Die nothwendige Reproductionszeit des Capital fixe, ebenso sehr wie die Proportion, in der es zum ganzen Capital steht, modificiren hier also die Umschlagszeit des Gesammtcapitals und damit seine Verwerthung. Die größre Dauerhaftigkeit des Capitals (die Dauer seiner nothwendigen Reproductionszeit) und die Proportion des Capital fixe zum Gesammtcapital wirken hier also ebenso auf die Verwerthung, wie der langsamre Umschlag bewirkt entweder dadurch, daß der Markt von dem das Capital als Geld retournirt räumlich entfernter ist, also grössere Zeit zur Beschreibung der Bahn der Circulation erfordert ist (wie z. B. Capitalien, die in England für den ostindischen Markt arbeiten langsamer retourniren als solche, die für nähere auswärtige Märkte oder für den home market arbeiten), oder weil die Productionsphase selbst durch Naturbedingungen unterbrochen wird, wie in der Agricultur. Ricardo, der zuerst den Einfluß des Capital fixe auf den Verwerthungsprocess betont hat, wirft alle diese Bestimmungen bunt durch einander, wie man aus den oben citirten Stellen sehn kann.
Im ersten Fall (das Capital fixe) wird der Umschlag des Capitals vermindert, weil das Capital fixe sich langsam consumirt innerhalb des Productionsprocesses; oder die Ursache liegt in der Dauer der zu seiner Reproduction erheischten Zeit. Im zweiten Fall rührt der verminderte Umschlag her von der Verlängerung der Circulationszeit (im ersten Fall circulirt das Capital fixe nothwendig immer so rasch wie das Product, so weit es überhaupt circulirt, in Circulation tritt, weil es nicht in seiner stofflichen Existenz circulirt, sondern nur als Werth, d. h. als idealer Bestandtheil des Gesammtwerths des Products) und zwar der Circulationszeit der 2ten Hälfte des eigentlichen Circulationsprocesses, der Rückverwandlung des Geldes; im 3ten Fall rührt der verminderte Umschlag von der grösseren Zeit nicht die das Capital braucht, wie im ersten Fall, um im Productionsprocess zu vergehn, sondern aus ihm hervorzugehn als Product. Der erste Fall ist dem Capital fixe spezifisch eigen; der andre gehört zu der Categorie des nicht flüssigen, fixirten, in irgend einer Phase des Gesammtcirculationsprocesses fixirten Capitals (fixed capital of a considerable degree of durability, or circulating capital returnable at distant periods. McCulloch. Principles of Political Economy. Heft S. 15).
Drittens: Wir haben das Capital fixe bisher nur nach der Seite hin betrachtet, wonach seine Unterschiede durch sein besondres Verhalten, spezifisches Verhalten zum eigentlichen Circulationsprocess gesezt sind. Es werden sich nach dieser Seite noch andre Unterschiede ergeben. Erstens des Returns seines Werths als successiven, während jede Portion des Capital circulant ganz ausgetauscht wird, weil bei ihm die Existenz des Werths zusammenfällt mit der des Gebrauchswerths. Zweitens nicht blos, wie wir bisher gethan, [wegen] seines Einflusses auf die Durchschnittsumschlagszeit eines gegebnen Capitals, sondern auf die Umschlagszeit, die es hat für sich betrachtet. Der leztre Umstand wird wichtig, wo das Capital fixe nicht als bloses Productionsinstrument innerhalb des Productionsprocesses erscheint, sondern als selbstständige Form des Capitals, z. B. in der Form von Eisenbahnen, Canälen, Wegen, Wasserleitungen, als mit dem Boden vermähltes Capital etc. Es wird leztre Bestimmung namentlich wichtig für das Verhältniß, worin das Gesammtcapital eines Landes sich in diese beiden Formen theilt. Dann die Art wie es erneuert und erhalten wird; was bei den Oekonomen in der Form vorkommt, daß es nur Revenue bringen kann vermittelst des Capital circulant etc. Es ist dieß leztre au fond nichts als Betrachtung des moment wo es nicht als besondre selbstständige Existenz neben und ausser dem Capital circulant erscheint, sondern als das in fixes Capital umgewandelte Capital circulant. Was wir aber hier zunächst betrachten wollen, ist die Beziehung des Capital fixe nicht nach aussen, sondern, so weit sie gegeben ist durch sein Eingeschlossenbleiben in dem Productionsprocess. Es ist dadurch gesezt, daß es ein bestimmtes Moment des Productionsprocesses selbst ist.
❲Es ist gar nicht gesagt, daß das Capital fixe in jeder Bestimmung Capital ist, das nicht zur individuellen Consumtion, sondern nur zur Production dient. Ein Haus kann zur Production dienen, wie zur Consumtion; ebenso alle Vehikel, ein Schiff und ein Wagen zur Lustfahrt, wie zum Transportmittel; eine Strasse als Communicationsmittel für die eigentliche Production, wie für Spazierengehn etc. Das Capital fixe in dieser 2ten Beziehung geht uns gar nichts an; da wir das Capital hier nur als Verwerthungsprocess und Productionsprocess betrachten. Bei dem Zins wird noch die 2te Bestimmung hereinkommen. Ricardo kann nur diese Bestimmung im Auge haben, wenn er sagt: „Je nachdem das Capital mehr oder minder vergänglich ist, also mehr oder minder oft reproducirt werden muß in gegebner Zeit, heißt es circulirendes oder fixes Capital.“ (Ricardo. VIII, 19.) Danach wäre eine Kaffeekanne fixes Capital, aber der Caffee circulirendes. Der grobe Materialismus der Oekonomen, die gesellschaftlichen Productionsverhältnisse der Menschen und die Bestimmungen, die die Sachen erhalten, als unter diese Verhältnisse subsumirt, als natürliche Eigenschaften der Dinge zu betrachten, ist ein ebenso grober Idealismus, ja Fetischismus, der den Dingen gesellschaftliche Beziehungen als ihnen immanente Bestimmungen zuschreibt und sie so mystificirt. Die Schwierigkeit irgendein Ding als fixes Capital oder circulirendes seiner natürlichen Beschaffenheit nach zu fixiren, hat die Oekonomen hier ausnahmsweise zum Einfall gebracht, daß die Dinge selbst weder fixes noch circulirendes, also wohl überhaupt nicht Capital sind, so wenig es natürliche Eigenschaft des Goldes ist Geld zu sein.❳
(Zu den oben aufgezählten Punkten, um es nicht zu vergessen, kommt noch hinzu die Circulation des fixen Capitals als circulirenden Capitals, d. h. die Transactionen, wodurch es seine Besitzer wechselt.)
«Capital fixe – engagé: capital tellement engagé dans un genre de pro- duction qu'il ne peut plus en être détourné pour se consacrer à un autre genre de production.» (Say. 21.) „Das capital fixe consumirt sich, um das was der Mensch für seinen Gebrauch bestimmt, consumiren zu helfen … besteht in établissements durables propres à augmenter les pouvoirs productifs d'un travail à venir.“ (Sismondi. VI.) „Capital fixe das Capital, das nöthig ist, um die Instrumente, Maschinen etc der Arbeit zu unterhalten.“ (Smith t. II, p. 226.) “Floating capital is consumed, fixed capital merely used in the great work of production.” (Economist. Heft VI, p. 1.) «On fera voir que le premier bâton ou la première pierre qu'il prit dans sa main pour s'aider dans la poursuite de ces objets, en accomplissant une partie de son travail, fit précisement l'office des capitaux actuellement employés par les nations commerçantes.» (Lauderdale, p. 87, Heft 8, a.) «C'est un des traits qui caractérisent et distinguent l'espèce humaine, de suppléer ainsi au travail par un capital transformé en machines.» (p. 120.) (S. 9 Heft Lauderdale.) «On conçoit maintenant que le profit des capitaux provient toujours, ou de ce qu'ils suppléent à une portion de travail que l'homme devrait faire de ses mains; ou de ce qu'ils accomplissent une portion de travail au-dessus des efforts personnels de l'homme, et qu'il ne saurait exécuter lui-même.» (p. 119 l. c.) Lauderdale polemisirt gegen Smith und Locke ||43| deren Ansicht von der Arbeit als Schöpferin des Profits darin nach ihm resultirt: „wäre diese Idee vom Benefiz des Capitals rigorös richtig, il s'ensuivrait qu'il serait nicht eine ursprüngliche Quelle des Reichthums, sondern eine abgeleitete; et l'on ne pourrait considérer les capitaux comme un des principes de la richesse, leur profit n'étant qu'un transport de la poche du travailleur dans celle du capitaliste.“ (l. c. 116, 117.) «Le profit des capitaux provient toujours, ou de ce qu'ils suppléent à une portion de travail que l'homme devrait faire de ses mains; ou de ce qu'ils accomplissent une portion de travail au-dessus des efforts personnels de l'homme, et qu'il ne saurait exécuter lui-même.» (p. 119 l. c., S. 9, b.) «Il est bon de remarquer que si le capitaliste, par l'usage qu'il fait de son argent, épargne un certain travail à la classe des consommateurs, il n'y en substitue pas une égale portion du sien; ce qui prouve que c'est son capital qui l'éxécute, et non lui-même.» (10 Heft l. c. p. 132.) «Si Adam Smith au lieu d'imaginer que l'effet d'une machine est de faciliter le travail ou comme il s'exprime lui-même, d'augmenter la puissance productive du travail (ce n'est que par une étrange confusion d'idées que M. Smith a pu dire que l'effet des capitaux est d'augmenter la puissance productive du travail. Avec la même logique on pourrait fort bien prétendre que de rac- courcir de moitié un chemin circulaire tracé entre deux lieux donnés, c'est doubler la vîtesse du marcheur) il eût aperçu que c'est en y suppléant que les fonds dont on paye la machine donnent du profit, il aurait attribué à la même circonstance l'origine du profit.» (S. 11, p. 137.) «Les capitaux, soit fixes, soit circulans, dans le commerce intérieur, loin de servir à donner de l'action au travail, loin d'en augmenter la puissance productive, ne sont au contraire utiles et profitables que dans ces deux circonstances, ou qu'ils suppléent à la nécessité d'une portion de travail que l'homme devrait faire de ses mains; ou qu'ils exécutent un certain travail qu'il n'est pas au pouvoir de l'homme de faire lui-même.» Dieß sagt Lauderdale, ist kein reiner Wortunterschied. «L'idée que les capitaux mettent le travail en action, et ajoutent à sa puissance productive, donne lieu à cette opinion, que le travail est partout proportionné à la quantité des capitaux existants; que l'industrie d'un pays est toujours en raison des fonds employés: d'où il s'ensuivrait que l'augmentation des capitaux est le souverain et illimité moyen d'accroître la richesse. Au lieu de cela, si l'on admet que les capitaux ne peuvent avoir [d']emploi utile et profitable, que celui de suppléer à un certain travail, ou de l'exécuter, on tirera cette conséquence naturelle, que l'Etat ne saurait trouver aucun avantage dans la possession de plus de capitaux qu'il n'en peut employer à faire le travail ou à y suppléer dans la production et la fabrication des choses que le consommateur demande.» (p. 150–152, S. 11, 12.) Um seine Ansicht zu beweisen, daß das Capital, unabhängig von der Arbeit, une source sui generis of profit und daher of wealth ist, verweist er auf die Surplusprofite, die der Besitzer einer neu erfundnen Maschine hat, bevor sein brevet d'invention abgelaufen und die Concurrenz die Preisse niedergedrückt hat, und schließt dann mit den Worten: «Ce changement de règle pour les prix n'empêche pas que le bénéfice (für den Gebrauchswerth) de la machine [ne] se tire d'un fonds de même nature que celui dont il s'était soldé avant l'expiration du brevet: ce fonds est toujours cette partie des revenus du pays, auparavant destinée à salarier le travail auquel la nouvelle invention supplée.» (l. c. 125, S. 10, b.) Dagegen Ravenstone (IX, 32): “Machinery can seldom be applied with success to abridge the labours of an individual; more time would be lost in its construction than could be saved by its application. It is only really useful when it acts on great masses, when a single machine can assist the labours of thousands. It is accordingly in the most populous countries where there are most idle men that it is always most abundant. It is not called into action by a scarcity of men, but by the facility with which they are brought together.” (l. c.)
[Fixes Kapital und Entwicklung der Produktivkräfte der Gesellschaft]
„Theilung der Maschinen in 1) Maschinen angewandt um Kraft zu produciren; 2) Maschinen, die einfach zum Zweck haben de transmettre la force et d'exécuter le travail.“ (Babbage, Heft, S. 10.) «Factory signifie la coopération de plusieurs classes d'ouvriers, adultes et non adultes, veillant avec adresse et assiduité un système de mécaniques productives mises continuellement en action par un pouvoir central und exclut toute fabrique dont le mécanisme ne forme pas un système continu, ou qui ne dépend pas d'un seul principe moteur. Exemples de cette dernière classe dans les fabriques de teinture, fonderies de cuivre etc. – Ce terme, dans son acception la plus rigoureuse, entraîne l'idée d'un vaste automate, composé de nombreux organes mécaniques et intellectuels qui opèrent de concert et sans interruption, pour produire un même objet, tous ces organes étant subordonnés à une force motrice qui se meut d'elle même.» (Ure, 13.)
Das in dem Productionsprocess selbst sich consumirende Capital oder Capital fixe, ist im emphatischen Sinn Productionsmittel. Im weitern Sinn ist der ganze Productionsprocess und jedes Moment desselben, wie der Circulation – so weit es stofflich betrachtet wird, nur Productionsmittel für das Capital, für das nur der Werth als Selbstzweck existirt. Stofflich selbst betrachtet ist der Rohstoff Productionsmittel für das Product etc.
Aber die Bestimmung des Gebrauchswerths des Capital fixe als in dem Productionsprocess selbst sich aufzehrenden, ist identisch damit, daß es nur als Mittel in diesem Process gebraucht wird und selbst blos als Agens für die Verwandlung des Rohstoffs in Product existirt. Als solches Productionsmittel kann sein Gebrauchswerth darin bestehn, daß es nur technologische Bedingung für das Vorsichgehn des Processes ist (die Stätte, worin der Productionsprocess vorgeht), wie bei den Baulichkeiten etc, oder daß es eine unmittelbare Bedingung für das Wirken des eigentlichen Productionsmittels, wie alle matières instrumentales. Beide sind nur wieder stoffliche Voraussetzungen für das Vorsichgehn des Productionsprocesses überhaupt, oder für die Anwendung und Erhaltung des Arbeitsmittels. Dieses aber im eigentlichen Sinn dient nur innerhalb der Production und zur Production und hat keinen andren Gebrauchswerth.
Ursprünglich, als wir das Uebergehn des Werths in das Capital betrachteten, wurde der Arbeitsprocess einfach aufgenommen in das Capital und seinen stofflichen Bedingungen nach, seinem materiellen Dasein nach erschien das Capital als die Totalität der Bedingungen dieses Processes und sonderte sich ihm gemäß in gewisse qualitativ verschiedne Portionen ab, als Arbeitsmaterial (dieß, nicht Rohmaterial ist der richtige und begriffliche Ausdruck), Arbeitsmittel und lebendige Arbeit. Einerseits war das Capital seinem stofflichen Bestehn nach in diese 3 Elemente auseinandergegangen; andrerseits war die bewegte Einheit derselben, der Arbeitsprocess, (oder das Eingehn dieser Elemente miteinander in Process), die ruhnde das Product. In dieser Form erscheinen die stofflichen Elemente – Arbeitsmaterial, Arbeitsmittel, und lebendige Arbeit – nur als die wesentlichen Momente des Arbeitsprocesses selbst, den das Capital sich aneignet. Aber diese stoffliche Seite – oder seine Bestimmung als Gebrauchswerth und realer Process – fiel ganz auseinander mit seiner Formbestimmung. In dieser selbst erschienen
1) die 3 Elemente in denen es vor dem Austausch mit dem Arbeitsvermögen, vor dem wirklichen Process erscheint nur als quantitativ verschiedne Portionen seiner selbst, als Werthquanta, deren Einheit es selbst als Summe bildet. Die stoffliche Form, der Gebrauchswerth, worin diese verschiednen Portionen existirten, änderte nichts an der Gleichartigkeit dieser Bestimmung. Der Formbestimmung nach erschienen sie nur so, daß das Capital quantitativ sich sonderte in Portionen;
2) innerhalb des Processes selbst unterschieden sich der Form nach betrachtet die Elemente der Arbeit und die beiden andren nur so, daß die einen als constante Werthe, und das andre als werthsetzend bestimmt war. So weit noch aber die Verschiedenheit als Gebrauchswerthe, die stoffliche Seite in Beziehung kam, fiel sie ganz ausserhalb der Formbestimmung des Capitals. Jezt aber im Unterschied von Capital circulant (Rohmaterial und Product) ||44| und Capital fixe (Arbeitsmittel) ist der Unterschied der Elemente als Gebrauchswerthe zugleich als Unterschied des Capitals als Capitals, in seiner Formbestimmung gesezt. Das Verhältniß der Factoren zu einander, das nur quantitativ war, erscheint jezt als qualitativer Unterschied des Capitals selbst und als seine Gesammtbewegung (Umschlag) bestimmend. Das Arbeitsmaterial und das Product der Arbeit, der neutrale Niederschlag des Arbeitsprocesses, als Rohmaterial und Product sind auch schon stofflich bestimmt nicht mehr als Material und Product der Arbeit, sondern als der Gebrauchswerth des Capitals selbst in verschiednen Phasen.
So lange das Arbeitsmittel im eigentlichen Sinn des Wortes Arbeitsmittel bleibt, so wie es unmittelbar, historisch, vom Capital in seinen Verwerthungsprocess hereingenommen ist, erleidet es nur eine formelle Veränderung dadurch, daß es jezt nicht nur seiner stofflichen Seite nach als Mittel der Arbeit erscheint, sondern zugleich als eine durch den Gesammtprocess des Capitals bestimmte besondre Daseinsweise desselben, – als Capital fixe. In den Productionsprocess des Capitals aufgenommen, durchläuft das Arbeitsmittel aber verschiedne Metamorphosen, deren lezte die Maschine ist oder vielmehr ein automatisches System der Maschinerie (System der Maschinerie; das automatische ist nur die vollendetste adaequateste Form derselben und verwandelt die Maschinerie erst in ein System), in Bewegung gesezt durch einen Automaten, bewegende Kraft, die sich selbst bewegt; dieser Automat bestehend aus zahlreichen mechanischen und intellectuellen Organen, so daß die Arbeiter selbst nur als bewußte Glieder desselben bestimmt sind. In der Maschine und noch mehr in der Maschine[rie] als einem automatischen System, ist das Arbeitsmittel verwandelt seinem Gebrauchswerth nach, d. h. seinem stofflichen Dasein nach in eine dem Capital fixe und dem Capital überhaupt adaequate Existenz und die Form, in der es als unmittelbares Arbeitsmittel in den Productionsprocess des Capitals aufgenommen wurde, in eine durch das Capital selbst gesezte und ihm entsprechende Form aufgehoben. Die Maschine erscheint in keiner Beziehung als Arbeitsmittel des einzelnen Arbeiters. Ihre differentia specifica ist keineswegs, wie beim Arbeitsmittel, die Thätigkeit des Arbeiters auf das Objekt zu vermitteln; sondern diese Thätigkeit ist vielmehr so gesezt, daß sie nur noch die Arbeit der Maschine, ihre Aktion auf das Rohmaterial vermittelt – überwacht und sie vor Störungen bewahrt. Nicht wie beim Instrument, das der Arbeiter als Organ mit seinem eignen Geschick und Thätigkeit beseelt, und dessen Handhabung daher von seiner Virtuosität abhängt. Sondern die Maschine, die für den Arbeiter Geschick und Kraft besizt, ist selbst der Virtuose, die ihre eigne Seele besizt in den in ihr wirkenden mechanischen Gesetzen und zu ihrer beständigen Selbstbewegung, wie der Arbeiter Nahrungsmittel, so Kohlen, Oel etc consumirt (matières instrumentales). Die Thätigkeit des Arbeiters, auf eine blose Abstraction der Thätigkeit beschränkt, ist nach allen Seiten hin bestimmt und geregelt durch die Bewegung der Maschinerie, nicht umgekehrt. Die Wissenschaft, die die unbelebten Glieder der Maschinerie zwingt durch ihre Construction zweckgemäß als Automat zu wirken, existirt nicht im Bewußtsein des Arbeiters, sondern wirkt durch die Maschine als fremde Macht auf ihn, als Macht der Maschine selbst. Die Aneignung der lebendigen Arbeit durch die vergegenständlichte Arbeit – der verwerthenden Kraft oder Thätigkeit durch den für sich seienden Werth, die im Begriff des Capitals liegt, ist in der auf Maschinerie beruhnden Production als Character des Productionsprocesses selbst, auch seinen stofflichen Elementen und seiner stofflichen Bewegung nach gesezt. Der Productionsprocess hat aufgehört Arbeitsprocess in dem Sinn zu sein, daß die Arbeit als die ihn beherrschende Einheit über ihn übergriffe. Sie erscheint vielmehr nur als bewußtes Organ, an vielen Punkten des mechanischen Systems in einzelnen lebendigen Arbeitern zerstreut, subsumirt unter den Gesammtprocess der Maschinerie selbst, selbst nur ein Glied des Systems, dessen Einheit nicht in den lebendigen Arbeitern, sondern in der lebendigen (activen) Maschinerie existirt, die seinem einzelnen, unbedeutenden Thun gegenüber als gewaltiger Organismus ihm gegenüber erscheint. In der Maschinerie tritt die vergegenständlichte Arbeit der lebendigen Arbeit im Arbeitsprocess selbst als die sie beherrschende Macht gegenüber, die das Capital als Aneignung der lebendigen Arbeit seiner Form nach ist. Das Aufnehmen des Arbeitsprocesses als bloses Moment des Verwerthungsprocesses des Capitals ist auch der stofflichen Seite nach gesezt durch die Verwandlung des Arbeitsmittels in Maschinerie und der lebendigen Arbeit in bloses lebendiges Zubehör dieser Maschinerie; als Mittel ihrer Action. Die Vermehrung der Productivkraft der Arbeit und die größte Negation der nothwendigen Arbeit ist die nothwendige Tendenz des Capitals wie wir gesehn. Die Verwirklichung dieser Tendenz ist die Verwandlung des Arbeitsmittels in Maschinerie. In der Maschinerie tritt die vergegenständlichte Arbeit stofflich der lebendigen als die beherrschende Macht entgegen und als active Subsumtion derselben unter sich, nicht nur durch Aneignung derselben, sondern im realen Productionsprocess selbst; das Verhältniß des Capitals als der die verwerthende Thätigkeit sich aneignende Werth, ist in dem fixen Capital, das als Maschinerie existirt, zugleich gesezt als das Verhältniß des Gebrauchswerths des Capitals zum Gebrauchswerth des Arbeitsvermögens; der in der Maschinerie vergegenständlichte Werth erscheint ferner als eine Voraussetzung, wogegen die verwerthende Kraft des einzelnen Arbeitsvermögens als ein unendlich kleines verschwindet; durch die Production in enormen Massen, die mit der Maschinerie gesezt ist, verschwindet ebenso am Product jede Beziehung auf das unmittelbare Bedürfniß des Producenten und daher auf unmittelbaren Gebrauchswerth; in der Form, wie das Product producirt wird, und in Verhältnissen, worin es producirt wird, ist schon so gesezt, daß es nur producirt ist als Träger von Werth und sein Gebrauchswerth nur als Bedingung hierfür. Die vergegenständlichte Arbeit erscheint in der Maschine unmittelbar selbst nicht nur in der Form des Products oder des als Arbeitsmittels angewandten Products, sondern der Productivkraft selbst. Die Entwicklung des Arbeitsmittels zur Maschinerie ist nicht zufällig für das Capital, sondern ist die historische Umgestaltung des traditionell überkommnen Arbeitsmittels als dem Capital adaequat umgewandelt. Die Accumulation des Wissens und des Geschicks, der allgemeinen Productivkräfte des gesellschaftlichen Hirns, ist so der Arbeit gegenüber absorbirt in dem Capital und erscheint daher als Eigenschaft des Capitals und bestimmter des Capital fixe, so weit es als eigentliches Productionsmittel in den Productionsprocess eintritt. Die Maschinerie erscheint also als die adaequateste Form des Capital fixe und das Capital fixe, so weit das Capital in seiner Beziehung auf sich selbst betrachtet wird, als die adaequateste Form des Capitals überhaupt. Andrerseits, so weit das Capital fixe in seinem Dasein als bestimmter Gebrauchswerth festgebannt, entspricht es nicht dem Begriff des Capitals, das als Werth gleichgültig gegen jede bestimmte Form des Gebrauchswerths und jede derselben als gleichgültige Incarnation annehmen oder abstreifen kann. Nach dieser Seite hin, nach der Beziehung des Capitals nach aussen, erscheint das Capital circulant als die adaequate Form des Capitals gegenüber dem Capital fixe.
Insofern ferner die Maschinerie sich entwickelt mit der Accumulation der gesellschaftlichen Wissenschaft, Productivkraft überhaupt, ist es nicht in dem Arbeiter, sondern im Capital, daß sich die allgemein gesellschaftliche Arbeit darstellt. Die Productivkraft der Gesellschaft ist gemessen an dem Capital fixe, existirt in ihm in gegenständlicher Form und umgekehrt entwickelt sich die Productivkraft des Capitals mit diesem allgemeinen Fortschritt, den das Capital sich gratis aneignet. Es ist hier nicht in die Entwicklung der Maschinerie en détail einzugehn; sondern nur nach der allgemeinen Seite hin; so weit im Capital fixe das Arbeitsmittel, nach seiner stofflichen Seite, seine unmittelbare Form verliert und stofflich dem Arbeiter als Capital gegenübertritt. Das Wissen erscheint in der Maschinerie als fremdes ausser ihm; und die lebendige Arbeit subsumirt unter die selbstständig wirkende vergegenständlichte. Der Arbeiter erscheint als überflüssig, so weit nur seine Action nicht bedingt ist durch die Bedürfnisse [des Capitals.]|
|VII–1| Die volle Entwicklung des Capitals findet also erst statt – oder das Capital hat erst die ihm entsprechende Productionsweise gesezt – sobald das Arbeitsmittel nicht nur formell als Capital fixe bestimmt ist, sondern in seiner unmittelbaren Form aufgehoben, und das Capital fixe innerhalb des Productionsprocesses der Arbeit gegenüber als Maschine auftritt; der ganze Productionsprocess aber als nicht subsumirt unter die unmittelbare Geschicklichkeit des Arbeiters, sondern als technologische Anwendung der Wissenschaft. Der Production wissenschaftlichen Character zu geben daher die Tendenz des Capitals und die unmittelbare Arbeit herabgesezt zu einem blosen Moment dieses Processes. Wie bei der Verwandlung des Werths in Capital, so zeigt sich bei der nähern Entwicklung des Capitals, daß es einerseits eine bestimmte gegebne historische Entwicklung der Productivkräfte voraussezt – unter diesen Productivkräften auch die Wissenschaft – andrerseits sie vorantreibt und forcirt.
Der quantitative Umfang, worin, und die Wirksamkeit (Intensivität) worin das Capital als capital fixe entwickelt ist, zeigt daher überhaupt den degree an, worin das Capital als Capital, als die Macht über die lebendige Arbeit entwickelt ist und sich den Productionsprozeß überhaupt unterworfen hat. Auch nach der Seite hin, daß es die Accumulation der vergegenständlichten Productivkräfte ausdrückt und ebenso der vergegenständlichten Arbeit. Wenn aber das Capital in der Maschinerie und andren stofflichen Daseinsformen des capital fixe, wie Eisenbahnen etc (worauf wir später kommen werden) sich erst seine adaequate Gestalt als Gebrauchswerth innerhalb des Productionsprocesses giebt, so heißt das keineswegs daß dieser Gebrauchswerth – die Maschinerie an sich – Capital ist, oder daß ihr Bestehn als Maschinerie identisch ist mit ihrem Bestehn als Capital; so wenig, wie das Gold aufhörte seinen Gebrauchswerth als Gold zu haben, sobald es nicht mehr Geld wäre. Die Maschinerie verliert ihren Gebrauchswerth nicht, sobald sie aufhörte Capital zu sein. Daraus daß die Maschinerie die entsprechendste Form des Gebrauchswerths des Capital fixe, folgt keineswegs, daß die Subsumtion unter das gesellschaftliche Verhältniß des Capitals das entsprechendste und beste gesellschaftliche Productionsverhältniß für die Anwendung der Maschinerie.
In demselben Maasse wie die Arbeitszeit – das blose Quantum Arbeit – Seite 1 des Heftes VII durch das Capital als einziges werthbestimmendes Element gesezt wird, in demselben Maasse verschwindet die unmittelbare Arbeit und ihre Quantität als das bestimmende Princip der Production – der Schöpfung von Gebrauchswerthen und wird sowohl quantitativ zu einer geringern Proportion herabgesezt, wie qualitativ als ein zwar unentbehrliches, aber subalternes Moment gegen die allgemeine wissenschaftliche Arbeit, technologische Anwendung der Naturwissenschaften nach der einen Seite, wie [gegen die] aus der gesellschaftlichen Gliederung in der Gesammtproduction hervorgehende allgemeine Productivkraft – die als Naturgabe der gesellschaftlichen Arbeit (obgleich historisches Product) erscheint. Das Capital arbeitet so an seiner eignen Auflösung als die Production beherrschende Form.
Wenn so einerseits die Verwandlung des Productionsprocesses aus dem einfachen Arbeitsprocess in einen wissenschaftlichen Process, der die Naturgewalten seinem Dienst unterwirft und so sie im Dienst der menschlichen Bedürfnisse wirken läßt, als Eigenschaft des Capital fixe gegenüber der lebendigen Arbeit erscheint; wenn die einzelne Arbeit als solche überhaupt aufhört als productiv zu erscheinen, vielmehr nur productiv ist in den gemeinsamen die Naturgewalten sich unterordnenden Arbeiten und diese Erhebung der unmittelbaren Arbeit in gesellschaftliche als Reduction der einzelnen Arbeit auf Hilfslosigkeit gegen die im Capital repräsentirte, concentrirte Gemeinsamkeit erscheint; so andrerseits erscheint nun als Eigenschaft des Capital circulant das Erhalten der Arbeit in einem Productionszweig durch coexisting labour in einem andren. In der kleinen Circulation avancirt das Capital dem Arbeiter das Salair, das dieser austauscht gegen zu seiner Consumtion nöthige Producte. Das von ihm erhaltne Geld hat nur diese Macht, weil gleichzeitig neben ihm gearbeitet wird; und nur weil das Capital sich seine Arbeit angeeignet kann es ihm im Geld Anweisung auf fremde Arbeit geben. Dieser Austausch der eignen Arbeit mit der fremden, erscheint hier nicht durch die gleichzeitige Coexistenz der Arbeit der andren vermittelt und bedingt, sondern durch die Avance die das Capital macht. Es erscheint als Eigenschaft des Theils des circulating capital, der an den Arbeiter abgetreten wird, und des circulating capital überhaupt, daß der Arbeiter während der Production den zu seiner Consumtion nöthigen Stoffwechsel vornehmen kann. Es erscheint nicht als Stoffwechsel der gleichzeitigen Arbeitskräfte, sondern als Stoffwechsel des Capitals; dessen, daß circulating capital existirt. So werden alle Kräfte der Arbeit transponirt in Kräfte des Capitals; im capital fixe die Productivkraft der Arbeit (die ausser ihr gesezt ist und als unabhängig (sachlich) von ihr existirend); und im Capital circulant einerseits dieß, daß der Arbeiter selbst die Bedingungen der Wiederholung seiner Arbeit sich vorausgesezt hat, andrerseits der Austausch dieser seiner Arbeit durch die coexistirende Arbeit andrer vermittelt ist, erscheint so, daß das Capital ihm die Avancen macht und andrerseits die Gleichzeitigkeit der Arbeitszweige sezt. (Die beiden leztren Bestimmungen gehören eigentlich in die Accumulation.) Das Capital sezt sich als Vermittler zwischen den verschiednen labourers in der Form des Capital circulant.
Das Capital fixe, in seiner Bestimmung als Productionsmittel, deren adaequateste Form die Maschinerie, producirt nur Werth, d. h. vermehrt den Werth des Products nur nach 2 Seiten hin: 1) soweit es Werth hat; d. h. selbst Product der Arbeit, ein gewisses Quantum Arbeit in vergegenständlichter Form ist; 2) insofern es das Verhältniß der Surplusarbeit zur nothwendigen Arbeit vermehrt, indem es die Arbeit befähigt, durch Vermehrung ihrer Productivkraft, eine größre Masse zum Unterhalt des lebendigen Arbeitsvermögens nöthiger Producte in kürzrer Zeit zu schaffen. Es ist also eine höchst absurde bürgerliche Phrase, daß der Arbeiter mit dem Capitalisten theilt, weil dieser durch das Capital fixe (das übrigens selbst das Product der Arbeit und vom Capital nur angeeignete fremde Arbeit) ihm seine Arbeit erleichtert (er raubt ihr durch die Maschine vielmehr alle Selbstständigkeit und attrayanten Character) oder seine Arbeit abkürzt. Das Capital wendet die Maschine vielmehr nur an, so weit sie den Arbeiter befähigt einen grösseren Theil seiner Zeit für das Capital zu arbeiten, zu einem grösseren Theil seiner Zeit als ihm nicht angehöriger sich zu verhalten, länger für einen Andren zu arbeiten. Durch diesen Process wird in der That das Quantum zur Production eines gewissen Gegenstandes nöthige Arbeit auf ein Minimum reducirt, aber nur damit ein Maximum von Arbeit in dem Maximum solcher Gegenstände verwerthet werde. Die erste Seite ist wichtig, weil das Capital hier – ganz unabsichtlich – die menschliche Arbeit auf ein Minimum reducirt, die Kraftausgabe. Dieß wird der emancipirten Arbeit zu Gute kommen und ist die Bedingung ihrer Emancipation. Aus dem Gesagten geht die Absurdität Lauderdales hervor, wenn er das Capital fixe zu einer von der Arbeitszeit unabhängigen, selbstständigen Quelle des Werths machen will. Es ist solche Quelle nur sofern es selbst vergegenständlichte Arbeitszeit und sofern es Surplusarbeitszeit sezt. Die Maschinerie selbst zu ihrer Anwendung sezt historisch ||2| voraus, – sieh oben Ravenstone – überflüssige Hände. Nur wo der Ueberfluß an Arbeitskräften vorhanden, kommt die Maschinerie dazwischen, um Arbeit zu ersetzen. Es passirt nur in der Einbildung der Oekonomen, daß sie dem einzelnen Arbeiter beispringt. Nur mit Massen von Arbeitern kann sie wirken, deren Concentration gegenüber dem Capital eine seiner historischen Voraussetzungen, wie wir gesehn. Sie kommt nicht herein, um fehlende Arbeitskraft zu ersetzen, sondern um massenhaft vorhandne auf ihr nöthiges Maaß zu reduciren. Nur wo das Arbeitsvermögen in Masse vorhanden, kommt die Maschinerie hinein. (Hierauf zurückzukommen.)
Lauderdale glaubt grosse Entdeckung gemacht zu haben, daß Maschinerie nicht die Productivkraft der Arbeit vermehrt, weil sie dieselbe vielmehr ersezt, oder thut, was die Arbeit nicht mit ihrer Kraft thun kann. Es gehört zum Begriff des Capitals, daß die vermehrte Productivkraft der Arbeit vielmehr als Vermehrung einer Kraft ausser ihr und als ihre eigne Entkräftung gesezt ist. Das Arbeitsmittel macht den Arbeiter selbstständig – sezt ihn als Eigenthümer. Die Maschinerie – als Capital fixe – sezt ihn als unselbstständig, sezt ihn als angeeignet. Diese Wirkung der Maschinerie gilt nur, so weit sie als capital fixe bestimmt, und sie ist nur dadurch als solche bestimmt, daß der Arbeiter als Lohnarbeiter, und das thätige Individuum überhaupt als bloser Arbeiter sich zu ihr verhält.
Während bisher Capital fixe und circulant blos als verschiedne vorübergehnde Bestimmungen des Capitals erschienen, sind sie jezt verhärtet zu besondren Existenzweisen desselben, und neben dem capital fixe erscheint das capital circulant. Es sind jezt 2 besondre Arten Capital. So weit Ein Capital in einem bestimmten Productionszweig betrachtet wird erscheint es getheilt in diese 2 Portionen oder zerfällt es in bestimmter Proportion in diese 2 Arten des Capitals.
Der Unterschied innerhalb des Productionsprocesses, ursprünglich Arbeitsmittel und Arbeitsmaterial und endlich Arbeitsproduct, erscheint jezt als capital circulant (die beiden leztren) und capital fixe. Die Unterscheidung des Capitals nach seiner blos stofflichen Seite ist jezt in seine Form selbst aufgenommen und erscheint als es differenzirend.
Für die Ansicht, die wie Lauderdale etc, das Capital als solches, getrennt von der Arbeit, Werth schaffen lassen möchte, und daher auch Surpluswerth (oder Profit), ist das Capital fixe – namentlich das, dessen stoffliches Dasein oder Gebrauchswerth die Maschinerie – die Form, die ihren oberflächlichen fallacies noch den meisten Schein giebt. Ihnen gegenüber, z. B. in „Labour defended“, daß wohl der Wegemacher mit dem Weggebraucher theilen möge, nicht aber der „Weg“ selbst.
Das Capital circulant – einmal vorausgesezt, daß es seine verschiednen Phasen wirklich durchläuft, bewirkt die Ab- oder Zunahme, die Kürze oder Länge der Circulationszeit, das leichtre oder mühsamere Abmessen der verschiednen Stadien der Circulation eine Verminderung des Surpluswerths, der in einem gegebnen Zeitraum geschaffen werden könnte, ohne diese Unterbrechungen – entweder, weil die Anzahl der Reproductionen kleiner wird, oder weil das Quantum des beständig im Productionsprocess begriff- nen Capitals contrahirt wird. In beiden Fällen ist dieß keine Verminderung des voraus gesezten Werths, sondern verminderte Geschwindigkeit in seinem Wachsthum. Sobald sich aber das Capital fixe zu einer gewissen Ausdehnung entwickelt hat – und diese Ausdehnung ist, wie angedeutet, der Messer der Entwicklung der grossen Industrie überhaupt –, nimmt also zu im Verhältniß zur Entwicklung der Productivkräfte derselben – es ist selbst die Vergegenständlichung dieser Productivkräfte, sie selbst als vorausgeseztes Product –, von diesem Augenblick an wirkt jede Unterbrechung des Productionsprocesses direkt als Verminderung des Capitals selbst, seines vorausgesezten Werths. Der Werth des Capital fixe wird blos reproducirt, so weit er verbraucht wird in dem Productionsprocess. Durch Nichtbenutzung verliert es seinen Gebrauchswerth ohne daß sein Werth überginge auf das Product. Auf je größrer Stufenleiter sich daher das Capital fixe entwickelt, in der Bedeutung, worin wir es hier betrachten, um so mehr wird die Continuität des Productionsprocesses oder der beständige Fluß der Reproduction äusserlich zwingende Bedingung der auf das Capital begründeten Productionsweise.
Die Aneignung der lebendigen Arbeit durch das Capital erhält in der Maschinerie auch nach dieser Seite hin eine unmittelbare Realität: Es ist einerseits direkt aus der Wissenschaft entspringende Analyse und Anwendung mechanischer und chemischer Gesetze, welche die Maschine befähigt dieselbe Arbeit zu verrichten, die früher der Arbeiter verrichtete. Die Entwicklung der Maschinerie auf diesem Weg tritt jedoch erst ein, sobald die grosse Industrie schon höhre Stufe erreicht hat und die sämmtlichen Wissenschaften in den Dienst des Capitals gefangen genommen sind; andrerseits die vorhandne Maschinerie selbst schon grosse Ressourcen gewährt. Die Erfindung wird dann ein Geschäft und die Anwendung der Wissenschaft auf die unmittelbare Production selbst ein für sie bestimmender und sie sollicitirender Gesichtspunkt. Dieß ist aber nicht der Weg, worin die Maschinerie im Grossen entstanden ist, und noch weniger der, worin sie im Detail fortschreitet. Dieser Weg ist die Analyse – durch Theilung der Arbeit, die die Operationen der Arbeiter schon mehr und mehr in mechanische verwandelt, so daß auf einem gewissen Punkt der Mechanismus an ihre Stelle treten kann. (Ad economy of power.) Es erscheint hier also direct die bestimmte Arbeitsweise übertragen von dem Arbeiter auf das Capital in der Form der Maschine, und durch diese Transposition sein eignes Arbeitsvermögen entwerthet. Daher der Kampf der Arbeiter gegen die Maschinerie. Was Thätigkeit des lebendigen Arbeiters war, wird Thätigkeit der Maschine. So tritt dem Arbeiter grob-sinnlich die Aneignung der Arbeit durch das Capital, das Capital als die lebendige Arbeit in sich absorbirend – „als hätt' es Lieb' im Leibe“ – gegenüber.
Der Austausch von lebendiger Arbeit gegen vergegenständlichte, d. h. das Setzen der gesellschaftlichen Arbeit in der Form des Gegensatzes von Capital und Lohnarbeit – ist die lezte Entwicklung des Werthverhältnisses und der auf dem Werth beruhenden Production. Ihre Voraussetzung ist und bleibt – die Masse unmittelbarer Arbeitszeit, das Quantum angewandter Arbeit als der entscheidende Factor der Production des Reichthums. In dem Maasse aber, wie die grosse Industrie sich entwickelt, wird die Schöpfung des wirklichen Reichthums abhängig weniger von der Arbeitszeit und dem Quantum angewandter Arbeit, als von der Macht der Agentien, die während der Arbeitszeit in Bewegung gesezt werden und die selbst wieder – deren powerful effectiveness – selbst wieder in keinem Verhältniß steht zur unmittelbaren Arbeitszeit, die ihre Production kostet, sondern vielmehr abhängt vom allgemeinen Stand der Wissenschaft und dem Fortschritt der Technologie, oder der Anwendung dieser Wissenschaft auf die Production. (Die Entwicklung dieser Wissenschaft, besonders der Naturwissenschaft, und mit ihr aller andren steht selbst wieder im Verhältniß zur Entwicklung der materiellen Production.) Die Agricultur z. B. wird blose Anwendung der Wissenschaft des materiellen Stoffwechsels, wie er am vortheilhaftesten zu reguliren für den ganzen Gesellschaftskörper. Der wirkliche Reichthum manifestirt sich vielmehr – und dieß enthüllt die grosse Industrie – im ungeheuren Mißverhältniß zwischen der angewandten Arbeitszeit und ihrem Product, wie ebenso im qualitativen Mißverhältniß zwischen der auf eine reine Abstraction reducirten Arbeit und der Gewalt des Productionsprocesses den sie bewacht. Die Arbeit erscheint nicht mehr so sehr in den Productionsprocess eingeschlossen, als sich der Mensch vielmehr als Wächter und Regulator zum Productionsprocess selbst verhält. (Was von der Maschinerie gilt, ebenso von der Combination der menschlichen Thätigkeit und der Entwicklung des menschlichen Verkehrs.) Es ist nicht mehr der Arbeiter, der modificirten Naturgegenstand als Mittelglied zwischen das Objekt und sich einschiebt; sondern den Naturprocess, ||3| den er in einen industriellen umwandelt, schiebt er als Mittel zwischen sich und die unorganische Natur, deren er sich bemeistert. Er tritt neben den Productionsprocess, statt sein Hauptagent zu sein. In dieser Umwandlung ist es weder die unmittelbare Arbeit, die der Mensch selbst verrichtet, noch die Zeit, die er arbeitet, sondern die Aneignung seiner eignen allgemeinen Productivkraft, sein Verständniß der Natur, und die Beherrschung derselben durch sein Dasein als Gesellschaftskörper – in einem Wort die Entwicklung des gesellschaftlichen Individuums, die als der grosse Grundpfeiler der Production und des Reichthums erscheint. Der Diebstahl an fremder Arbeitszeit, worauf der jetzige Reichthum beruht, erscheint miserable Grundlage gegen diese neuentwickelte, durch die grosse Industrie selbst geschaffne. Sobald die Arbeit in unmittelbarer Form aufgehört hat, die grosse Quelle des Reichthums zu sein, hört und muß aufhören die Arbeitszeit sein Maaß zu sein und daher der Tauschwerth [das Maaß] des Gebrauchswerths. Die Surplusarbeit der Masse hat aufgehört Bedingung für die Entwicklung des allgemeinen Reichthums zu sein, ebenso wie die Nichtarbeit der Wenigen für die Entwicklung der allgemeinen Mächte des menschlichen Kopfes. Damit bricht die auf dem Tauschwerth ruhnde Production zusammen, und der unmittelbare materielle Productionsprocess erhält selbst die Form der Nothdürftigkeit und Gegensätzlichkeit abgestreift. Die freie Entwicklung der Individualitäten, und daher nicht das Reduciren der nothwendigen Arbeitszeit um Surplusarbeit zu setzen, sondern überhaupt die Reduction der nothwendigen Arbeit der Gesellschaft zu einem Minimum, der dann die künstlerische, wissenschaftliche etc Ausbildung der Individuen durch die für sie alle freigewordne Zeit und geschaffnen Mittel entspricht. Das Capital ist selbst der processirende Widerspruch [dadurch], daß es die Arbeitszeit auf ein Minimum zu reduciren strebt, während es andrerseits die Arbeitszeit als einziges Maaß und Quelle des Reichthums sezt. Es vermindert die Arbeitszeit daher in der Form der nothwendigen, um sie zu vermehren in der Form der überflüssigen; sezt daher die überflüssige in wachsendem Maaß als Bedingung – question de vie et de mort – für die nothwendige. Nach der einen Seite hin ruft es also alle Mächte der Wissenschaft und der Natur, wie der gesellschaftlichen Combination und des gesellschaftlichen Verkehrs ins Leben, um die Schöpfung des Reichthums unabhängig (relativ) zu machen von der auf sie angewandten Arbeitszeit. Nach der andren Seite will es diese so geschaffnen riesigen Gesellschaftskräfte messen an der Arbeitszeit, und sie einbannen in die Grenzen, die erheischt sind, um den schon geschaffnen Werth als Werth zu erhalten. Die Productivkräfte und gesellschaftlichen Beziehungen – beides verschiedne Seiten der Entwicklung des gesellschaftlichen Individuums – erscheinen dem Capital nur als Mittel, und sind für es nur Mittel, um von seiner bornirten Grundlage aus zu produciren. In fact aber sind sie die materiellen Bedingungen, um sie in die Luft zu sprengen. „Wahrhaft reich eine Nation, wenn statt 12 Stunden 6 gearbeitet werden. Wealth ist nicht Commando von Surplusarbeitszeit (realer Reichthum), sondern disposable time ausser der in der unmittelbaren Production gebrauchten für jedes Individuum und die ganze Gesellschaft.“
Die Natur baut keine Maschinen, keine Locomotiven, Eisenbahnen, electric telegraphs, selfacting mules etc. Sie sind Producte der menschlichen Industrie; natürliches Material verwandelt in Organe des menschlichen Willens über die Natur oder seiner Bethätigung in der Natur. Sie sind von der menschlichen Hand geschaffne Organe des menschlichen Hirns; vergegenständlichte Wissenskraft. Die Entwicklung des capital fixe zeigt an, bis zu welchem Grade das allgemeine gesellschaftliche Wissen, knowledge zur unmittelbaren Productivkraft geworden ist, und daher die Bedingungen des gesellschaftlichen Lebensprocesses selbst unter die Controlle des general intellect gekommen, und ihm gemäß umgeschaffen sind. Bis zu welchem Grade die gesellschaftlichen Productivkräfte producirt sind, nicht nur in der Form des Wissens, sondern als unmittelbare Organe der gesellschaftlichen Praxis; des realen Lebensprocesses.
Nach einer andren Seite noch zeigt die Entwicklung des capital fixe den Grad der Entwicklung des Reichthums überhaupt an oder der Entwicklung des Capitals. Der Gegenstand der unmittelbar auf den Gebrauchswerth, und ebenso unmittelbar auf den Tauschwerth gerichteten Production ist das Product selbst, das für die Consumtion bestimmt ist. Der auf die Production des capital fixe gerichtete Theil der Production producirt nicht unmittelbare Gegenstände des Genusses, noch unmittelbare Tauschwerthe; wenigstens nicht unmittelbar realisirbare Tauschwerthe. Es hängt also von dem schon erreichten Grad der Productivität ab – davon, daß ein Theil der Productions- zeit hinreicht für die unmittelbare Production – daß ein wachsend grosser auf die Production der Mittel der Production verwandt wird. Es gehört dazu, daß die Gesellschaft abwarten kann; einen grossen Theil des schon geschaffnen Reichthums entziehn kann, sowohl dem unmittelbaren Genuß, wie der für den unmittelbaren Genuß bestimmten Production, um diesen Theil für nicht unmittelbar productive Arbeit zu verwenden. (innerhalb des materiellen Productionsprocesses selbst.) Dieß erfordert Höhe der schon erreichten Productivität und relativen Ueberflusses und zwar solche Höhe direkt im Verhältniß zur Verwandlung von capital circulant in capital fixe. Wie die Grösse der relativen Surplusarbeit abhängt von der Productivität der nothwendigen Arbeit, so die Grösse der auf die Production des Capital fixe verwandten Arbeitszeit – lebendiger, wie vergegenständlichter – von der Productivität der für die directe Production von Producten bestimmten Arbeitszeit. Surplusbevölkerung (von diesem Standpunkt aus), wie Sur- plusproduction ist hierfür Bedingung. D. h. das Resultat der auf die unmittelbare Production verwandten Zeit muß relativ zu groß sein, um es unmittelbar auf die Reproduction des in diesen Industriezweigen verwandten Capitals zu bedürfen. Je weniger das Capital fixe unmittelbar Früchte bringt, in den unmittelbaren Productionsprocess eingreift, desto grösser muß diese relative Surpluspopulation und Surplusproduction sein; also mehr um Eisenbahnen zu bauen, Canäle, Wasserleitungen, Telegraphen etc als um direct in dem unmittelbaren Productionsprocess thätige Maschinerie. Daher – worauf wir später zurückkommen werden – in der beständigen Ueber und Unterproduction der modernen Industrie – beständige Schwankungen und Krämpfe von dem Mißverhältniß, worin bald zu wenig, bald zu viel Capital circulant in Capital fixe verwandelt wird.
❲Die Schöpfung von viel disposable time ausser der nothwendigen Arbeitszeit für die Gesellschaft überhaupt und jedes Glied derselben, (d. h. Raum für die Entwicklung der vollen Productivkräfte des Einzelnen, daher auch der Gesellschaft) diese Schöpfung von Nicht-arbeitszeit erscheint auf dem Standpunkt des Capitals, wie aller frühren Stufen, als Nicht-arbeitszeit, freie Zeit für einige. Das Capital fügt hinzu, daß es die Surplusarbeitszeit der Masse durch alle Mittel der Kunst und Wissenschaft vermehrt, weil sein Reichthum direct in der Aneignung von Surplusarbeitszeit besteht; da sein Zweck direkt der Werth, nicht der Gebrauchswerth. Es ist so, malgré lui, instrumental in creating the means of social disposable time, um die Arbeitszeit für die ganze Gesellschaft auf ein fallendes Minimum zu reduciren, und so die Zeit aller frei für ihre eigne Entwicklung zu machen. Seine Tendenz aber immer, einerseits disposable time zu schaffen, andrerseits to convert it into surpluslabour. Gelingt ihm das erstre zu Gut, so leidet es an Surplusproduction und dann wird die nothwendige Arbeit unterbrochen, weil keine surpluslabour vom Capital verwerthet werden kann. Je mehr dieser Widerspruch sich entwickelt, um so mehr stellt sich heraus, daß das Wachsthum der Productivkräfte nicht mehr gebannt sein kann an die Aneignung fremder surpluslabour, sondern die Arbeitermasse selbst ihre Surplusarbeit sich aneignen muß. Hat sie das gethan, – und hört damit die disposable time auf gegensätzliche Existenz zu haben – so wird einerseits die nothwendige Arbeitszeit ihr Maaß an den Bedürfnissen des gesellschaftlichen Individuums haben, andrerseits die Entwicklung der gesellschaftlichen Productivkraft so rasch wachsen, daß, obgleich nun auf den Reichthum aller die Production berechnet ist, die disposable time aller wächst. Denn der wirkliche Reichthum ist die entwickelte Productivkraft aller Individuen. Es ist dann ||4| keineswegs mehr die Arbeitszeit, sondern die disposable time das Maaß des Reichthums. Die Arbeitszeit als Maaß des Reichthums sezt den Reichthum selbst als auf der Armuth begründet und die disposable time nur existirend im und durch den Gegensatz zur Surplusarbeitszeit oder Setzen der ganzen Zeit des Individuums als Arbeitszeit und Degradation desselben daher zum blosen Arbeiter, Subsumtion unter die Arbeit. Die entwickeltste Maschinerie zwingt den Arbeiter daher jezt länger zu arbeiten als der Wilde thut oder als er selbst mit den einfachsten, rohsten Werkzeugen that.❳
„Wäre die ganze Arbeit eines Landes nur hinreichend to raise the support of the whole population, there would be no surplus labour, consequently nothing that could be allowed to accumulate as capital. Raises the people in einem Jahr genug für den support of 2 years, one year's consumption must perish, or for one year men must cease from productive labour. But the possessors of surplus produce or capital employ people upon something not directly and immediately productive, z. B. in the erection of machinery. So geht's on.“ (The Source and Remedy of the National Difficulties.)
❲Wie mit der Entwicklung der grossen Industrie die Basis, auf der sie ruht, Aneignung fremder Arbeitszeit aufhört den Reichthum auszumachen oder zu schaffen, so hört mit ihr die unmittelbare Arbeit auf als solche Basis der Production zu sein, indem sie nach der einen Seite hin in mehr überwachende und regulirende Thätigkeit verwandelt wird; dann aber auch, weil das Product aufhört Product der vereinzelten unmittelbaren Arbeit zu sein und vielmehr die Combination der gesellschaftlichen Thätigkeit als der Producent erscheint. „Sobald Theilung der Arbeit entwickelt, fast jede Arbeit eines einzelnen Individuums ist ein Theil of a whole, having no value or utility of itself. There is nothing on which the labourer can seize: this is my produce, this I will keep to myself.“ (Labour defended, 1, 2, XI.) Im unmittelbaren Austausch erscheint die vereinzelte unmittelbare Arbeit als realisirt in einem besondren Product oder Theil des Products und ihr gemeinschaftlicher gesellschaftlicher Character – ihr Charakter als Vergegenständlichung der allgemeinen Arbeit und Befriedigung des allgemeinen Bedürfnisses – nur gesezt durch den Austausch. Dagegen in dem Productionsprocess der grossen Industrie, wie einerseits in der Productivkraft des zum automatischen Process entwickelten Arbeitsmittels die Unterwerfung der Naturkräfte unter den gesellschaftlichen Verstand Voraussetzung ist, so andrerseits die Arbeit des einzelnen in ihrem unmittelbaren Dasein gesezt als aufgehobne einzelne, d. h. als gesellschaftliche Arbeit. So fällt die andre Basis dieser Productions- weise weg.❳
Die auf die Production von Capital fixe verwandte Arbeitszeit verhält sich innerhalb des Productionsprocesses des Capitals selbst zu der auf Production des Capital circulant verwandten, wie Surplusarbeitszeit zur nothwendigen. Im Maasse, wie die auf Befriedigung des unmittelbaren Bedürfniß gerichtete Production productiver, kann größrer Theil der Production gerichtet werden auf Befriedigung des Productionsbedürfnisses selbst oder Production von Productionsmitteln. Insofern die Production von Capital fixe auch der stofflichen Seite nach unmittelbar gerichtet ist, nicht auf die Production von unmittelbaren Gebrauchswerthen, noch auf die Production von Werthen die zur unmittelbaren Reproduction des Capitals erheischt – also in der Werthschöpfung selbst wieder relativ den Gebrauchswerth repräsentiren – sondern auf die Production von Mitteln zur Werthschöpfung, also nicht auf den Werth als unmittelbaren Gegenstand, sondern auf die Werthschöpfung, die Mittel zur Verwerthung als unmittelbaren Gegenstand der Production – die Production von Werth stofflich in dem Gegenstand der Production selbst gesezt als Zweck der Production, der Vergegenständlichung von Productivkraft, Werth producirender Kraft des Capitals – ist es in der Production des Capital fixe, daß das Capital in einer höheren Potenz als in der Production von capital circulant sich als Selbstzweck sezt und als Capital wirksam erscheint. Nach dieser Seite daher ebenfalls ist die Dimension die das Capital fixe schon besizt und die seine Production in der Gesammtproduction einnimmt Maaßstab der Entwicklung des auf der Productionsweise des Capitals begründeten Reichthums.
„Die Zahl der Arbeiter depends so far on circulating capital, als sie depends on the quantity of products of co-existing labour, which labourers are allowed to consume.“ (Labour Defended.)
Die oben aus verschiednen Oekonomen citirten Stellen beziehn sich alle auf das fixed Capital als den Theil des Capitals der eingeschlossen im Productionsprocess. “Floating capital is consumed; fixed capital is merely used in the great process of production.” (Economist. VI, 1.) Dieß falsch und gilt nur von dem Theil des Capital circulant der selbst vom Capital fixe consumirt wird, von den matières instrumentales. Consumirt „in the great process of production“, diesen als unmittelbaren Productionsprocess betrachtet, wird nur das Capital fixe. Das Consumiren innerhalb des Productionsprocesses ist aber in fact use, abnutzen. Ferner die größre Dauerhaftigkeit des Capital fixe ist auch nicht rein stofflich zu fassen. Eisen und Holz, woraus das Bett besteht worin ich schlafe, oder die Steine, woraus das Haus besteht, worin ich wohne, oder die Marmorstatue, womit ein Palast geschmückt wird, sind so dauerhaft wie Eisen und Holz etc, die zur Maschinerie verwandt sind. Aber Dauerhaftigkeit ist beim Instrument, beim Productionsmittel Bedingung, nicht nur aus dem technischen Grund, weil Metalle etc das Hauptmaterial aller Maschinerie, sondern weil das Instrument bestimmt ist beständig in wiederholten Produktionsprocessen dieselbe Rolle zu spielen. Als Productionsmittel ist seine Dauerhaftigkeit unmittelbar durch seinen Gebrauchswerth erheischt. Je öfter es erneuert werden müßte, desto kostbarer; desto größrer Theil des Capitals müßte an es nutzlos verwandt werden. Seine Dauer ist sein Dasein als Productionsmittel. Seine Dauer ist Vermehrung seiner Productivkraft. Bei dem Capital circulant dagegen, so weit es nicht in capital fixe verwandelt wird, hängt die Dauerhaftigkeit durchaus nicht zusammen mit dem Productionsakt selbst und ist daher kein begrifflich geseztes Moment. Daß unter den in den fonds de consommation geworfnen Gegenständen einige wieder, weil sie langsam consumirt werden, und von vielen Individuen der Reihe nach consumirt werden können, als Capi- tal fixe bestimmt werden, hängt mit weitren Bestimmungen zusammen (Vermiethen statt Verkaufen, Zins etc), womit wir es hier noch nicht zu thun haben. |
|5| „Seit der allgemeinen Introduction von unbeseeltem Mechanism in britische Manufacturen, wurden Menschen mit weniger Ausnahme als eine secundäre und untergeordnete Maschine behandelt, und bei weitem mehr Aufmerksamkeit geschenkt der Vervollkommnung des Rohmaterials von Holz und Metallen als denen von Körper und Geist.“ (p. 31. Robert Owen: Essays on the formation of the human character. 1840. London.)
❲Die wirkliche Oekonomie – Ersparung – besteht in Ersparung von Arbeitszeit; (Minimum (und Reduction zum Minimum) der Productionskosten.) diese Ersparung aber identisch mit Entwicklung der Productivkraft. Also keineswegs Entsagen vom Genuß, sondern Entwickeln von power, von Fähigkeiten zur Production und daher sowohl der Fähigkeiten, wie der Mittel des Genusses. Die Fähigkeit des Genusses ist Bedingung für denselben, also erstes Mittel desselben und diese Fähigkeit ist Entwicklung einer individuellen Anlage, Productivkraft. Die Ersparung von Arbeitszeit gleich Vermehren der freien Zeit, d. h. Zeit für die volle Entwicklung des Individuums, die selbst wieder als die größte Productivkraft zurückwirkt auf die Productivkraft der Arbeit. Sie kann vom Standpunkt des unmittelbaren Productionsprozesses aus betrachtet werden, als Production von capital fixe; dieß capital fixe being man himself. Daß übrigens die unmittelbare Arbeitszeit selbst nicht in dem abstracten Gegensatz zu der freien Zeit bleiben kann – wie sie vom Standpunkt der bürgerlichen Oekonomie aus erscheint – versteht sich von selbst. Die Arbeit kann nicht Spiel werden, wie Fourier will, dem das grosse Verdienst bleibt die Aufhebung nicht der Distribution, sondern der Productionsweise selbst in höhre Form als ultimate object ausgesprochen zu haben. Die freie Zeit, die sowohl Mussezeit als Zeit für höhre Thätigkeit ist – hat ihren Besitzer natürlich in ein andres Subject verwandelt und als dieß andre Subjekt tritt er dann auch in den unmittelbaren Productionsprocess. Es ist dieser zugleich Disciplin, mit Bezug auf den werdenden Menschen betrachtet, wie Ausübung, Experimentalwissenschaft, materiell schöpferische und sich vergegenständlichende Wissenschaft mit Bezug auf den gewordnen Menschen, in dessen Kopf das accumulirte Wissen der Gesellschaft existirt. Für beide, soweit die Arbeit praktisches Handanlegen erfordert und freie Bewegung, wie in der Agricultur, zugleich exercise.
Wie uns erst nach und nach das System der bürgerlichen Oekonomie entwickelt, so auch die Negation seiner selbst, die ihr leztes Resultat ist. Wir haben es jezt noch zu thun mit dem unmittelbaren Productionsprocess. Betrachten wir die bürgerliche Gesellschaft im Grossen und Ganzen, so erscheint immer als leztes Resultat des gesellschaftlichen Productionsprocesses die Gesellschaft selbst, d. h. der Mensch selbst in seinen gesellschaftlichen Beziehungen. Alles was feste Form hat, wie Product etc erscheint nur als Moment, verschwindendes Moment in dieser Bewegung. Der unmittelbare Productionsprocess selbst erscheint hier nur als Moment. Die Bedingungen und Vergegenständlichungen des Processes sind selbst gleichmässig Momente desselben, und als die Subjekte desselben erscheinen nur die Individuen, aber die Individuen in Beziehungen auf einander, die sie ebenso reproduciren, wie neuproduciren. Ihr eigner beständiger Bewegungsprocess, in dem sie sich ebenso sehr erneuern, als die Welt des Reichthums, die sie schaffen.❳
(In seinen „Six lectures delivered at Manchester. 1837“ spricht Owen über die Differenz, die das Capital by its very growth und breiter Erscheinung (und diese erhält es erst in der grossen, mit der Entwicklung des capital fixe zusammenhängenden Industrie) schafft zwischen Arbeitern und Capitalisten; spricht aber die Entwicklung des Capitals als nothwendige Bedingung für die Recreation of society aus und erzählt von sich selbst: „Es war by being gradually trained to create and conduct some of these large (manufacturing) establishments, that your lecturer (Owen selbst) gelehrt war zu begreifen die grossen Irrthümer und disadvantages der vergangnen und gegenwärtigen Versuche den Charakter und die Lage seiner Mitmenschen zu bessern.“ (p. 58.) Wir setzen hier die ganze angezogne Stelle her, um sie bei andrer Gelegenheit zu benutzen.
„Die Producenten des ausgebildeten Reichthums können getheilt werden in Arbeiter in weichen und Arbeiter in harten Materialien, unter der unmittelbaren Leitung, im Allgemeinen, von Meistern, deren Gegenstand ist Geldgewinn zu machen durch die Arbeit deren, die sie anwenden. Vor der Einführung des chemischen und mechanischen Manufactursystems wurden Operationen auf einer begrenzten Stufenleiter ausgeführt; es gab viele kleine Meister, jeder mit einigen wenigen Taglöhnern, die in gebührender Zeit auch kleine Meister zu werden erwarteten. Sie assen gewöhnlich am selben Tisch und lebten zusammen; zwischen ihnen herrschte ein Geist und Gefühl der Gleichheit. Seit der Periode, wo scientific power begann im Ganzen und Grossen auf das Geschäft der Manufactur angewandt zu werden, griff ein gradueller Wechsel in dieser Rücksicht Platz. Meist alle Manufacturen, um erfolgreich zu sein, müssen nun extensively ausgeführt werden und mit einem grossen Capital; kleine Meister mit kleinen Capitalien haben nun nur wenig Chancen des Erfolgs, namentlich in den Manufacturen in weichen Materialien, wie Baumwolle, Wolle, Flachs etc; es ist nun in der That evident, daß solang die gegenwärtige Classification der Gesellschaft und Weise der Führung des Geschäftslebens fortdauern soll, die kleinen Meister mehr und mehr verdrängt werden durch die, die grosse Capitalien besitzen, und daß die erstre verhältnißmässig glücklichere Gleichheit unter den Producenten Platz machen muß der größten Ungleichheit zwischen Meister und Arbeiter, so wie sie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit vorgekommen. Der grosse Capitalist ist nun erhoben zur Position eines gebieterischen Lords, handhabend Gesundheit, Leben und Tod, indirectly, seiner Sklaven, wie er will. Diese Macht erhält er durch Combination mit andren grossen Capitalisten engagirt in demselben Interesse mit ihm selbst und zwingt so wirksam nach seinen Absichten die, welche er anwendet. Der grosse Capitalist schwimmt nun im Reichthum, dessen rechten Gebrauch er nicht gelehrt worden ist und nicht kennt. Er hat Macht durch seinen Reichthum erworben. Sein Reichthum und seine Macht blenden seinen Verstand; und wenn er durchaus grievously unterdrückt, glaubt er eine Gunst anzuthun … Seine servants, wie sie genannt werden, seine slaves in fact, sind zur hoffnungslosesten Degradation reducirt; ihre Majorität beraubt der Gesundheit, des häuslichen Comforts, Musse und gesunden freien Luftvergnügungen früherer Tage. Durch excessive Erschöpfung ihrer Kräfte, hervorgebracht durch lang hingeschleppte monotone Beschäftigungen, sind sie verführt zu Gewohnheiten von Unmässigkeit und ungeschickt zum Denken oder Reflexion. Sie können keine physischen, intellektuellen oder moralischen Amusements haben, ausser von der schlechtesten Art; alle realen Vergnügungen des Lebens sind weit von ihnen entfernt. Die Existenz, die ein sehr grosser Theil der Arbeiter unter dem gegenwärtigen System lebt, ist mit einem Wort nicht werth besessen zu werden. Aber für die Veränderungen, wovon dieß die Resultate, sind Individuen nicht blamable; sie procediren in der regular order of nature and sind vorbereitende und nothwendige Stufen zu der grossen und wichtigen socialen Revolution, die im Fortschritt ist. Ohne grosse Capitalien könnten keine grossen établissements gegründet werden; die Menschen könnten nicht dahin gebracht werden zu begreifen die practicability of effecting new combinations, in order to secure a superior character to all und die Production mehr jährlichen Reichthums als alle verzehren können; und daß der Reichthum auch von einer höhren Art sein soll als der ||6| bisher allgemein producirte.“ (l. c. 56, 57.) „Es ist dieß neue chemische und mechanische Manufactursystem, das nun die menschlichen Fähigkeiten erweitert und sie vorbereitet andre principles und practices zu verstehn, sie zu adoptiren, und so den wohlthätigsten Wechsel in den affairs, den die Welt noch kennen gelernt hat, zu bewirken. Und es ist dieß neue Manufactursystem, das nun die Nothwendigkeit schafft für eine andre und höhre Classification der Gesellschaft.“ (l. c. 58.))
[Zirkulation und Reproduktion des fixen und des zirkulierenden Kapitals]
Wir haben vorhin bemerkt, daß die Productivkraft (das capital fixe) nur Werth mittheilt, weil nur Werth hat, soweit sie selbst producirt ist, selbst ein bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeitszeit. Nun kommen aber natürliche Agenten herein, wie Wasser, Land (dieß namentlich), Minen etc, die angeeignet sind, also Tauschwerth besitzen und so als Werthe in Berechnung der Productionskosten fallen. Es ist dieß mit einem Wort das Hereinkommen des Grundeigenthums (das umfaßt Erde, Minen, Wasser). Der Werth von Productionsmitteln, die nicht das Product der Arbeit sind, gehört noch nicht hierher, da sie nicht aus der Betrachtung des Capitals selbst hervorgehn. Sie erscheinen für das Capital zunächst als gegebne, historische Voraussetzung. Und als solche belassen wir sie hier. Erst die dem Capital gemäß modificirte Form des Grundeigenthums – oder natürlicher Agenten als werthbestimmender Grössen – gehört in die Betrachtung des Systems der bürgerlichen Oekonomie. Für die Betrachtung des Capitals auf dem Punkt, wo wir angelangt, ändert es nichts, Erde etc als Form des capital fixe zu betrachten.
Da das capital fixe in dem Sinn der Producirten Productivkraft, als Agent der Production, die Masse der in bestimmter Zeit geschaffnen Gebrauchswerthe vermehrt, so kann es nicht wachsen, ohne daß der Rohstoff wächst, den es bearbeitet (in der manufacturirenden Industrie. In der extractiven Industrie, wie Fischfang, Minenindustrie, besteht die Arbeit im blosen Ueberwältigen der Hindernisse, die das Ergreifen und Aneignen der Rohproducte oder Urproducte erheischt. Es wird kein Rohstoff für die Production bearbeitet, sondern vielmehr das existirende Rohproduct angeeignet. Dagegen in der Agricultur ist der Rohstoff die Erde selbst; das capital circulant, Saamen etc). Seine Anwendung in größrem Maaßstab sezt also Ausdehnung des Theils des capital circulant voraus, der aus Rohstoffen besteht; also Wachsthum des Capitals überhaupt. Es sezt ebenso voraus Abnahme (relative) der gegen lebendige Arbeit ausgetauschten Portion des Capitals.
In dem capital fixe existirt das Capital auch stofflich nicht nur als vergegenständlichte Arbeit bestimmt als Mittel neuer Arbeit zu dienen, sondern als Werth, dessen Gebrauchswerth das Schaffen neuer Werthe. Die Existenz des capital fixe ist also ζω̃ον πολιτιϰόν seine Existenz als Capital productif. Hinc mißt sich die schon erreichte Stufe der Entwicklung der auf dem Capital beruhenden Productionsweise – oder wie weit das Capital selbst schon als Bedingung seiner eignen Production vorausgesezt ist, sich vorausgesezt hat, an dem existirenden Umfang des capital fixe; nicht nur an seiner Quantität, sondern ebenso Qualität.
Schließlich: Im capital fixe die gesellschaftliche Productivkraft der Arbeit als dem Capital inhärente Eigenschaft gesezt; sowohl die scientific power, wie die Combination von gesellschaftlichen Kräften innerhalb des Pro- ductionsprocesses, endlich das aus der unmittelbaren Arbeit in die Maschine, in die todte Productivkraft übersezte Geschick. Im capital circulant dagegen erscheint der Austausch der Arbeiten, der verschiednen Arbeitszweige, ihr Ineinandergreifen und Systembilden, die Coexistenz productiver Arbeit als Eigenschaft des Capitals.
❲Die Bestimmungen von Rohstoff, Product, Productionsinstrument wechseln nach der Bestimmung, die die Gebrauchswerthe im Process der Production selbst einnehmen. Was als bloser Rohstoff betrachtet werden kann (sicher nicht die Agriculturproducte, die alle reproducirt sind und nicht nur reproducirt in ihrer originellen Form, sondern den menschlichen Bedürfnissen gemäß modificirt in ihrem natürlichen Dasein selbst. Citire aus Hodges etc. Die Producte der rein extractiven Industrie wie z. B. Kohlen, Metalle, sind selbst Resultate der Arbeit, nicht nur um sie ans Tageslicht zu fördern, sondern um sie selbst, wie bei den Metallen, erst in die Form zu bringen, worin sie als Rohstoffe der Industrie dienen können. Aber sie werden nicht reproducirt, da wir es bisher noch nicht verstehn Metalle zu machen), ist selbst Product der Arbeit. Das Product der einen Industrie ist der Rohstoff der andren et vice versa. Das Productionsinstrument selbst ist Product der einen Industrie und dient als Productionsinstrument erst in der andren. Der Abfall der einen Industrie das Rohmaterial der andren. In der Agricultur erscheint ein Theil des Products (Saamen, Vieh etc) selbst als Rohstoff in derselben Industrie; geht also wie das capital fixe selbst nie aus dem Productionsprocess heraus; der für die Consumtion des Viehs bestimmte Theil der Agriculturproducte kann als matière instrumentale betrachtet werden; aber der Saamen wird reproducirt im Productionsprocess, während das Instrument als solches consumirt wird in ihm. Könnte nicht Saamen, so gut wie Arbeitsvieh nach der Seite hin, worin er immer in dem Productionsprocess bleibt, so gut wie Arbeitsvieh, als capital fixe betrachtet werden? No; sonst müßte aller Rohstoff so betrachtet werden. Als Rohstoff ist er immer im Productionsprocess einbegriffen. Endlich die in die direkte Consumtion eingehnden Producte gehn aus der Consumtion selbst wieder als Rohstoffe für Production heraus, Dünger im Naturprocess etc Papier aus Lumpen etc; zweitens aber reproducirt ihre Consumtion das Individuum selbst in bestimmter Daseinsweise, nicht nur in seiner unmittelbaren Lebendigkeit, und in bestimmten socialen Beziehungen. So daß die schließliche Aneignung durch die Individuen, die im Consumtionsprocess stattfindet, sie reproducirt in den ursprünglichen Beziehungen, worin sie zum Productionsprocess und zu einander treten; reproducirt sie in ihrem gesellschaftlichen Dasein, so ihr gesellschaftliches Dasein – die Gesellschaft – die ebenso sehr als das Subjekt wie das Resultat dieses grossen Gesammtprocesses erscheint.❳
Viertens:
Wir haben nun die andren Beziehungen des capital fixe und capital circulant zu betrachten.
Wir sagten oben, daß in dem capital circulant das gesellschaftliche Verhältniß der verschiednen Arbeiten zu einander als Eigenschaft des Capitals gesezt ist, wie im capital fixe die gesellschaftliche Productivkraft der Arbeit.
„Das capital circulant einer Nation ist: Geld, Lebensmittel, Rohstoffe und l'ouvrage fait.“ (A. Smith, t. II, p. 218.) Mit dem Geld ist Smith in Verlegenheit, ob er es capital circulant oder fixe nennen soll. Soweit es stets nur als Instrument der Circulation dient, die selbst ein Moment des Totalen Reproductionsprocesses, ist es capital fixe – als Circulationsinstrument. Sein Gebrauchswerth selbst aber ist nur zu circuliren und nie einzugehn weder in den eigentlichen Productionsprocess, noch in die individuelle Consumtion. Es ist der beständig in der Circulationsphase fixirte Theil des Capitals, und nach dieser Seite hin die vollendeste Form des capital circulant; nach der andren Seite, weil es als Instrument fixirt ist, ist es capital fixe.
Soweit Unterschied zwischen capital fixe und capital circulant in Bezug auf die individuelle Consumtion als Gesichtspunkt hereinkommt, so ist dieser schon damit gegeben, daß das capital fixe nicht als Gebrauchswerth in die Circulation eingeht. (Vom Saamen in der Agricultur, da er sich vervielfältigt, geht ||7| ein Theil als Gebrauchswerth in die Circulation ein.) Das nicht-als-Gebrauchswerth-in-die-Circulation-Eingehn unterstellt daß es nicht zum Gegenstand der individuellen Consumtion wird.
„Das capital fixe“ dient wiederholt immer wieder zu derselben Operation, „and by how much larger has been the range of these iterations, by so much [the] more intensely is the tool, engine, or machinery, entitled to the denomination of fixed.“ (De Quincey. X, 4.) Besteht ein Capital aus 10000 l., wovon 5000 fixe und 5000 circulant; das leztre schlägt 1 × in 1 Jahr um, das erstre 1mal in 5 Jahren; so schlägt also 5000 um, oder des Gesammtcapitals 1[mal] in einem Jahr. Während desselben Jahrs schlägt um vom capital fixe oder 1000 l.; in 1 Jahr schlagen also um 6000 l. oder des Gesammtcapitals. des Gesammtcapitals schlägt daher um in Monaten, und das Ganze Capital in Monaten, in = 20 Monaten = 1 Jahr und 8 Monaten. In 20 Monaten hat das Gesammtcapital von 10000 l. umgeschlagen, obgleich das capital fixe erst ersezt ist in 5 Jahren. Diese Umschlagszeit gilt jedoch nur für die Wiederholung des Productionsprocesses und so für die Schöpfung des Mehrwerths; nicht von der Reproduction des Capitals selbst. Wenn das Capital weniger oft von neuem den Process beginnt – aus der Circulation zurückkehrt in die Form des capital fixe, kehrt es desto öfter zurück in die Form des capital circulant. Aber damit ist das Capital selbst nicht remplacirt. So beim capital circulant selbst. Wenn ein Capital von 100 4 × im Jahr retournirt und 20 P. C. daher bringt, wie ein Capital von 400, das nur einmal circulirt, so ist deßwegen das Capital nach wie vor am Ende des Jahres 100 und das andre 400, obgleich es gewirkt hat in der Production von Gebrauchswerthen, wie im Setzen von Mehrwerth, wie ein 4 × größres Capital. Indem hier die Geschwindigkeit des Umschlags die Grösse des Capitals ersezt, so zeigt dieß schlagend, wie es nur das Quantum der in Bewegung gesezten Surplusarbeit ist, und Arbeit überhaupt ist, die die Werthschöpfung wie die Schöpfung des Mehrwerths bestimmt, und nicht die Grösse des Capitals für sich. Das Capital von 100 hat successive während des Jahres so viel Arbeit in Bewegung gesezt wie eines von 400 und daher denselben Mehrwerth geschaffen.
Aber, worauf es hier ankömmt. Im obigen Beispiel retournirt das capital circulant von 5000 erstens in der Hälfte des ersten Jahres; dann am Ende der 2ten[Hälfte]; in der Hälfte des 2ten; in der 2ten Hälfte des 2ten (den ersten 4 Monaten) sind davon retournirt 3333 l. und der Rest wird erstattet sein am Ende dieses halben Jahres.
Aber von dem capital fixe war nur retournirt in dem ersten Jahr, im 2ten. In der Hand des Besitzers findet sich am Ende des ersten Jahres 6000 l., am Ende des 2t 7000, des 3t 8000, des 4t 9000, des 5t 10000. Erst am Ende des 5t findet er sich wieder im Besitz seines Gesammtcapitals, womit er den Productionsprocess begonnen; obgleich in der Erzeugung von Mehrwerth sein Capital gewirkt hat, als wenn es ganz umgeschlagen wäre in 20 Monaten; so ist das Gesammtcapital selbst erst reproducirt in 5 Jahren. Die erstre Bestimmung des Umschlags wichtig für das Verhältniß, worin es sich ver- werthet; die 2te aber bringt herein ein neues Verhältniß das beim capital circulant gar nicht stattfindet. Da das capital circulant ganz in die Circulation eingeht und ganz aus ihr zurückkehrt, so ist es ebenso oft als Capital re- producirt, wie es als Mehrwerth realisirt ist oder als Surpluscapital. Da aber das capital fixe nie als Gebrauchswerth in die Circulation eingeht, und als Werth nur in dem Maaßstab, wie es sich als Gebrauchswerth consumirt, so ist es keineswegs reproducirt, sobald der durch die Durchschnittsumschlags- zeit des Gesammtcapitals bestimmte Mehrwerth gesezt ist. Der Umschlag des capital circulant muß 10 × stattfinden in den 5 Jahren, eh das capital fixe reproducirt ist; d. h. die Periode der Revulsions des capital circulant sich 10 × wiederholen, wo die des capital fixe sich einmal wiederholt und der Ge- sammtdurchschnittsumschlag des Capitals – 20 Monate – muß sich 3 × wiederholen, bevor das capital fixe reproducirt ist. Je grösser also der aus capital fixe bestehnde Theil des Capitals – d. h. je mehr das Capital in ihm entsprechender Productionsweise wirkt, mit grosser Anwendung producirter Productivkraft – und je dauerhafter das capital fixe, d. h. je länger die Reproductionszeit für dasselbe, je mehr sein Gebrauchswerth seiner Bestimmung entspricht – um so öfter muß der Theil des Capitals, der als circulant bestimmt ist, die Periode seines Umschlags wiederholen, und je länger ist die Gesammtzeit, die das Capital zur Zurücklegung seiner Gesammtcirculationsbahn braucht. Hence die Continuität der Production zur äusseren Nothwendigkeit für das Capital geworden mit der Entwicklung der Portion desselben, die als capital fixe bestimmt ist. Für das capital circulant ist die Unterbrechung, wenn sie nicht so lange dauert, um seinen Gebrauchswerth zu ruiniren, nur Unterbrechung in Schöpfung von Mehrwerth. Aber im capital fixe ist die Unterbrechung, so far in der Zwischenzeit sein Gebrauchswerth nothwendig relativement unproductiv vernichtet wird, d. h. ohne sich als Werth zu ersetzen, Destruction seines Originalwerths selbst. Es ist daher erst mit der Entwicklung des capital fixe, daß die dem Begriff des Capitals entsprechende Continuität des Productionsprocesses als conditio sine qua [non] für seine Erhaltung gesezt wird; daher ebenso die Continuität und das beständige Wachsen der Consumtion.
Dieß ist No. I. Aber No. II nach der Formseite noch wichtiger. Die Gesammtzeit, wonach wir den Return des Capitals messen, war das Jahr, wie die Zeiteinheit, worin wir die Arbeit messen, der Tag. Wir thaten [dieß] erstens, weil das Jahr mehr oder minder für die Reproduction des größten Theils der vegetabilischen Rohstoffe, die in der Industrie vernuzt werden, die natürliche Reproductionszeit oder Dauer der Productionsphase ist. Der Umschlag des circulirenden Capitals wurde daher bestimmt nach der Anzahl der Umschläge in dem Jahr als der Gesammtzeit. In fact beginnt das circulirende Capital seine Reproduction am Ende jedes Umschlags und wenn die Anzahl der Umschläge während des Jahres auf den Gesammtwerth einwirkt, so erscheinen die fata, die es erlebt, während jeden Umschlags, zwar bestimmend auf die Bedingungen unter denen es die Reproduction von neuem beginnt, aber jede für sich ist ein vollständiger Lebensakt desselben. Sobald das Capital in Geld rückverwandelt ist, kann es z. B. sich in andre Productionsbedingungen als die ersten verwandeln, von einem Productionszweig sich in einen andren werfen, so daß die Reproduction, stofflich be- trachtet, sich nicht in derselben Form wiederholt.
Durch das Hereinkommen des capital fixe ändert sich dieß und weder die Umschlagszeit des Capitals, noch die Einheit, worin deren Anzahl gemessen wird, das Jahr, erscheint ferner als Zeitmaaß für die Bewegung des Capitals. Diese Einheit ist jezt vielmehr bestimmt durch die für das capital fixe erheischte Reproductionszeit und daher seine Gesammtcirculationszeit, die es braucht, um als Werth in die Circulation einzugehen, und in seiner Werthtotalität aus ihr zurückzukehren. Die Reproduction des capital circulant muß während dieser ganzen Zeit auch stofflich in derselben Form vorgehn und die Anzahl seiner nothwendigen Umschläge, d. h. der zur Reproduction des ursprünglichen Capitals nöthigen Umschläge, ist über eine längre oder kürzre Reihe von Jahren vertheilt. Eine längre Gesammtperiode ist daher als die Einheit gesezt, woran sich seine Umschläge messen und die Wiederholung derselben steht jezt in einem nicht äusserlichen, sondern nothwendigen Zusammenhang mit dieser Einheit. Nach Babbage die Durchschnittsreproduction der Maschinerie in England 5 Jahre; die reale daher vielleicht 10 Jahre. Es kann durchaus keinem Zweifel unterliegen, daß der Cyclus, den die Industrie durchläuft, seit der Entwicklung des capital fixe in grossem Maaßstab, in einem plus ou moins zehnjährigen Zeitraum zusammenhängt mit dieser so bestimmten Gesammtreproductionsphase des Capitals. Wir werden auch andre Bestimmungsgründe finden. Aber dieß ist einer. Es gab auch früher gute und schlechte Zeiten für die Industrie, wie für die Herbste (Agricultur). Aber der in charakteristische Perioden, Epochen eingetheilte mehrjährige Industriecyclus gehört der grossen Industrie an.|
|8| Wir kommen jezt zu dem neu hereinkommenden Unterschied No. III.
Das capital circulant wurde vom Productionsprocess in der Form des Products, des neugeschaffnen Gebrauchswerths abgestossen in die Circulation, ging ganz in sie ein; in Geld rückverwandelt war der Werth des Products (die ganze in ihm vergegenständlichte Arbeitszeit, nothwendige und Surplusarbeitszeit) ganz realisirt und damit sowohl der Mehrwerth realisirt, wie alle Bedingungen der Reproduction erfüllt. Mit der Realisation des Preisses der Waare waren alle diese Bedingungen erfüllt und der Process konnte wieder von neuem beginnen. Dieß gilt jedoch nur von dem Theil des capital circulant, der in die grosse Circulation eingeht. As to the other portion of it, which continuously accompanies the process of production itself, the circulation of that part of it which is transformed into wages, so hängt es natürlich davon ab, ob die Arbeit zur Production von capital fixe oder circulant verwendet ist, ob diese wages selbst durch einen in die Circulation eingehnden Gebrauchswerth ersezt werden oder nicht.
Das capital fixe circulirt dagegen nicht selbst als Gebrauchswerth, sondern geht nur, in dem Maasse, worin es als Gebrauchswerth in dem Productionsprocess aufgezehrt wird, als Werth in den manufacturirten Rohstoff (in der Manufactur und Agricultur) oder in das direkt extrahirte Rohproduct (Minenindustrie z. B.) ein. Das capital fixe in seiner entwickelten Form retournirt daher nur in einem Cyclus von Jahren, der eine Reihe von Umschlägen des capital circulant umfaßt. Es wird nicht at once ausgetauscht in dem Product gegen Geld, so daß sein Reproductionsprocess mit dem Umschlag des capital circulant zusammenfiele. Es geht nur successiv in den Preiß des Products ein und retournirt daher nur successiv als Werth. Es retournirt in längren Epochen fragmentarisch, während das capital circulant in kürzren Epochen ganz circulirt. Soweit das capital fixe als solches besteht retournirt [es] nicht, weil es nicht in die Circulation eingeht; soweit es in die Circulation eingeht, besteht es nicht mehr als capital fixe, sondern bildet idealen Bestandtheil des Werthbestandtheils des capital circulant. Es retournirt überhaupt nur, soweit es direct oder indirect sich ins Product, also in capital circulant umsezt. Weil es kein unmittelbarer Gebrauchswerth für die Consumtion ist, geht es nicht als Gebrauchswerth in die Circulation ein.
Diese verschiedne Art des Return des capital fixe und circulant wird später als Unterschied von Verkaufen und Vermiethen, annuity, Zins und Profit, loyer in seinen verschiednen Formen und Profit von Bedeutung erscheinen und das Nichtbegreifen dieses nur formellen Unterschieds hat Proudhon und seine Bande zu den confusesten Conclusionen verleitet; wie wir sehn werden. Der Economist in seinen Betrachtungen über die lezte Crise reducirt den ganzen Unterschied zwischen capital fixe und circulant auf den „resale of articles within a short period and at a profit“ (Econ. No. 754, 6 Feb. 1858) und „production of a revenue large enough to provide for expenses, risk, wear and tear, and the market rate of interest“.
❲Das risk, das bei den Oekonomen eine Rolle in der Bestimmung des Profits spielt – es kann offenbar keine spielen im Mehrgewinn, weil die Schöpfung des Surpluswerths dadurch nicht grösser wird, unmöglich, daß das Capital Risicos läuft in der Realisation dieses Surpluswerths – ist die Gefahr daß das Capital die verschiednen Phasen der Circulation nicht durchläuft, oder in einer derselben fixirt bleibt. Wir haben gesehn, daß der Mehrgewinn zu den Productionskosten, wenn nicht des Capitals, so doch des Products gehört. Die Nothwendigkeit für das Capital diesen Mehrgewinn oder Theil desselben zu realisiren – kömmt als äusserlicher Zwang doppelt an es heran. Sobald Zins und Profit sich trennen, der industrielle Capitalist also Zins zahlen muß, ist eine Portion des Mehrgewinns Productionskosten im Sinn des Capitals. d. h. gehört selbst zu seinen Auslagen. Andrerseits, um die Gefahr der Entwerthung, die es bei den Metamorphosen des Gesammtprocesses läuft, zu decken, die average Assecuranz, die es sich selbst giebt. Ein Theil des Mehrgewinns erscheint ihm nur als Compensation für das Risico das es läuft, um mehr Geld zu machen; ein Risico, wobei der vorausgesezte Werth selbst flöten gehn kann. In dieser Form erscheint der Mehrgewinn ihm gegenüber als nothwendig zu realisiren für die Sicherung seiner Reproduction. Beide Beziehungen bestimmen natürlich nicht den Mehrwerth, sondern lassen sein Setzen als äussere Nothwendigkeit für das Capital erscheinen, nicht nur als Befriedigung seiner Bereicherungstendenz.❳
Der kürzre Return durch Verkauf des ganzen Artikels und der blos jährliche Return eines Theils des capital fixe oben auseinandergesezt. Was den Profit an[geht] – der Kaufmannsprofit geht uns hier nichts an – so ist jeder Theil des capital circulant als aus dem Productionsprocess heraustretend und retournirend, d. h. soweit in ihm enthalten ist vergegenständlichte Arbeit (der Werth der Avancen), nothwendige Arbeit (der Werth der Salaire) und Surplusarbeit, Profit bringend, sobald er die Circulation durchläuft, weil mit dem Product die Surplusarbeit, die in ihm enthalten, realisirt wird. Es ist aber weder das capital circulant noch das capital fixe, das den Profit schafft, sondern die durch beide vermittelte Aneignung fremder Arbeit, also au fond nur der Theil des capital circulant, der in die kleine Circulation eingeht. Realisirt aber wird dieser Profit in der That nur durch das Eingehn des Capitals in die Circulation, also nur in seiner Form als capital circulant, nie in seiner Form als capital fixe. Was der Economist aber hier unter capital fixe versteht ist – soweit von Einkünften [mittels] desselben die Rede – die Form des capital fixe, worin es nicht direct in den Productionsprocess tritt als Maschinerie, sondern in railways, buildings, agricultural improvements, drainings etc, ❲Daß alle Theile des Capitals gleichmässig Profit bringen, diese Illusion, die aus der Theilung des Surpluswerths zu Durchschnittsportionen herrührt, unabhängig von den Verhältnissen der Bestandtheile des Capitals als circulant und fixe und dem in lebendige Arbeit verwandelten Theil desselben, geht uns hier nichts an. Weil Ricardo diese Illusion halb theilt, betrachtet er von vornherein bei der Bestimmung des Werths als solchen den Einfluß der Proportionen von capital fixe und circulant und der ehrwürdige parson Malthus spricht stupidly treuherzig von den sich an das capital fixe anlegenden Profiten, als ob das Capital organisch wüchse durch eine Naturmacht.❳ wo also die Realisirung des in ihm enthaltnen Werths und Surpluswerths in der Form einer annuity erscheint, wovon der Zins den Mehrwerth und die annuity den successiven Return des avancirten Werths darstellt. Es handelt sich hier also in fact (obgleich das bei agricultural improvements der Fall) nicht um Eintreten des capital fixe als Werth in die Circulation dadurch daß es Theil des Products bildet, sondern um das Verkaufen des capital fixe in der Form seines Gebrauchswerths. Es wird hier nicht auf einmal verkauft, sondern als annuity. Es ist nun d'abord klar, daß einige Formen des capital fixe erst als capital circulant figuriren und erst capital fixe werden, sobald sie in dem Productionsprocess fixirt sind; z. B. die circulirenden Producte eines Maschinenfabrikanten sind Maschinen, so gut wie die eines Baumwollwebers Calico und sie treten ganz für ihn in derselben Weise in Circulation. Für ihn sind sie capital circulant, für den Fabrikanten, der sie braucht im Productionsprocesse, capital fixe, weil für jenen Product und nur für diesen Productionsinstrument. Ebenso selbst Häuser, trotz ihrer Unbeweglichkeit, für den building-trade circulirendes Capital; für den, ||9| der sie kauft, um sie wieder zu vermiethen, oder zur Production als Baulichkeiten zu verwenden, capital fixe. Soweit nun das capital fixe selbst als Gebrauchswerth circulirt, d. h. verkauft wird, Hände wechselt, werden wir weiter unten davon reden.
Der Gesichtspunkt aber, daß das Capital als Capital verkauft wird – sei es als Geld oder in der Form des capital fixe – gehört offenbar nicht hierher, wo wir die Circulation als Bewegung des Capitals betrachten, worin es sich in seinen verschiednen, begrifflich bestimmten Momenten sezt. Das productive Capital wird Product, Waare, Geld und rückverwandelt sich in die Productionsbedingungen. In jeder dieser Formen bleibt es Capital und wird es Capital, indem es sich erst als solches realisirt. Solange es in einer der Phasen bleibt ist es fixirt als Waarencapital, Geldcapital, oder industrielles Capital. Aber jede dieser Phasen bildet nur ein Moment seiner Bewegung und in der Form, worin es sich abstößt, um aus einer Phase in die andre überzugehn, hört es auf Capital zu sein. Stößt es sich als Waare ab und wird es zum Geld oder vice versa, so existirt es nicht als Capital in der abgestoßnen Form, sondern in der neu angenommnen. Zwar kann die abgestoßne Form wieder Form eines andren Capitals werden, oder sie kann directe Form des consumablen Products sein. Das geht uns aber nicht an und das geht das Capital selbst nicht an, soweit es sich um seinen in sich selbst revolvirenden Kreislauf handelt. Es stößt vielmehr jede der Formen als sein Nicht-Capitalsein ab, um sie später wieder anzunehmen. Aber wird das Capital als Geld, Grund und Boden, Haus etc ausgeliehn, so wird es als Capital zur Waare oder so ist die Waare, die in Circulation gesezt wird, das Capital als Capital. Dieß ist im nächsten Abschnitt weiter zu verfolgen.
Was beim Umsetzen der Waare in Geld bezahlt wird, soweit ihr Preiß den in Werth übergegangnen Theil des capital fixe betrifft, so ist es der zu seiner theilweisen Reproduction erheischte Theil, der in dem Productionsprocess verbrauchte und aufgebrauchte Theil. Was der Käufer also zahlt ist der Gebrauch oder Verbrauch des capital fixe, soweit es selbst Werth, vergegenständlichte Arbeit ist. Da dieser Verbrauch successive geschieht, zahlt er ihn portionsweise im Product, während er den aliquoten Theil Rohmaterial der im Producte enthalten ist seinem ganzen Werth nach ersezt in dem Preiß, den er für das Product zahlt. Es wird nicht nur successive gezahlt, sondern eine Masse Käufer zahlen gleichzeitig, im Verhältniß, wie sie Producte kaufen, portionsweise den aufgezehrten, verbrauchten aliquoten Theil des capital fixe. Da in der ersten Hälfte der Circulation des Capitals es als W und der Käufer als G auftritt, sein Zweck der Werth ist, der des Käufers aber der Gebrauch (ob wieder productiv, geht uns hier [nichts an], wo wir nur die Formseite zu betrachten haben, wie sie dem Capital gegenüber in seiner Circulation erscheint), so ist die Beziehung des Käufers auf das Product die des Consumenten überhaupt. Indirect zahlt also der Käufer in allen Waaren successiv und portionsweise den Verbrauch und Gebrauch des capital fixe, obgleich dieses als Gebrauchswerth nicht in die Circulation tritt. Es giebt aber Formen des capital fixe, worin er direct für seinen Gebrauchswerth zahlt – wie bei Communications-, Transportmitteln etc. In allen diesen Fällen tritt das capital fixe in fact nie dem Productionsprocess heraus, wie bei Eisenbahnen etc. Aber während es den einen innerhalb des Productionsprocesses dient als Communicationsmittel, um das Product auf den Markt zu schaffen und [als] Circulationsmittel für die Producenten selbst, kann es andren als Consumtionsmittel, als Gebrauchswerth dienen, dem zu seinem Vergnügen Reisenden etc. Als Productionsmittel betrachtet unterscheidet es sich hier von der Maschinerie etc, indem es von verschiednen Capitalien gleichzeitig als gemeinsame Bedingung für ihre Production und Circulation verbraucht wird. (Mit der Consumtion als solcher haben wir es hier noch nicht zu schaffen.) Es erscheint nicht als eingeschlossen innerhalb des besondren Productionsprocesses, sondern als verbindende Ader einer Masse solcher Productionsprocesse besondrer Capitalien, die es nur portionsweise verbrauchen. Gegenüber allen diesen besondren Capitalien und ihren besondren Productionsprocessen ist das capital fixe hier also bestimmt als das Product eines besondren von ihnen getrennten Productionszweigs, worin aber nicht, wie in der Maschinerie, der eine Producent es als capital circulant verkauft, und der andre es als capital fixe erwirbt, sondern worin es nur in der Form von capital fixe selbst verkauft werden kann. Dann erscheint, was in der Waare versteckt ist, sein successiver Return. Zugleich aber schließt dieses dann, als selbst verkauftes Product (für den Industriellen ist die Maschine die er benuzt nicht Product) den Mehrwerth ein, also den Return des Zins und Profit, s'il y a. Da es in derselben gemeinsamen und successiven Form consumirt werden kann, Gebrauchswerth für die unmittelbare Consumtion sein kann, erscheint auch sein Verkauf – nicht als Productionsinstrument, sondern als Waare überhaupt, in derselben Form. Sofern es aber als Productionsinstrument verkauft wird – eine Maschine wird als blose Waare verkauft und wird Productionsinstrument erst im industriellen Process – d. h. direct zusammenfällt sein Verkauf mit seinem Verbrauch im allgemeinen gesellschaftlichen Productionsprocess, ist dieß eine Bestimmung, die nicht in die Betrachtung der einfachen Circulation des Capitals gehört. In dieser erscheint das capital fixe, soweit es als Productionsagent hereinkommt, als Voraussetzung des Productionsprocesses, nicht als Resultat desselben. Es kann sich daher nur um Ersetzung seines Werths handeln, in den kein Mehrwerth eingeschlossen ist für seinen Verwender. Diesen hat er vielmehr bezahlt dem Maschinenmacher. Eisenbahn aber oder für Production vermiethete Baulichkeiten sind gleichzeitig Productionsinstrument und werden gleichzeitig als Product, als Capital realisirt von ihrem Verkäufer.
Da jedes Moment, das als Voraussetzung der Production erscheint, zugleich ihr Resultat ist – indem sie ihre eignen Bedingungen reproducirt –, so erscheint die ursprüngliche Theilung des Capitals innerhalb des Productionsprocesses jezt so, daß der Productionsprocess in 3 Productionsprocesse zerfällt, worin verschiedne Portionen des Capitals – die nun auch als besondre Capitalien erscheinen – arbeiten. (Hier kann immer noch die Form angenommen werden, daß Ein Capital arbeitet, weil wir das Capital als solches betrachten und durch diese Betrachtungsweise, was über die Proportion dieser verschiednen Arten zu sagen, einfacher wird.) Es wird jährlich das Capital in verschiednen und wechselnden Portionen reproducirt als Rohstoff, als Product, und als Productionsmittel; in einem Wort als capital fixe und als capital circulant. In jedem dieser Productionsprocesse erscheint als Voraussetzung wenigstens der Theil des capital circulant der zum Austausch für das Arbeitsvermögen bestimmt ist und für die Erhaltung und Consumtion der Maschinerie oder des Instruments, und der Productionsmittel. In der reinen industrie extractive, z. B. dem Minenbau existirt die Mine selbst als Arbeitsmaterial, aber nicht als in das Product übergehndes Rohmaterial, das dagegen in der Manufacturindustrie unter allen Formen besondre Existenz haben muß. In der Agricultur können Saamen, Dünger, Vieh etc ebensowohl wie Rohstoff, wie als matières instrumentales betrachtet werden. Sie bildet eine Productionsweise sui generis, weil zum mechanischen und chemischen Process der organische hinzukommt und der natürliche Reproductionsprocess blos controllirt und dirigirt wird; ebenso die extractive Industrie (Minenindustrie die hauptsächliche) eine Industrie sui generis, weil in ihr gar kein Reproductionsprocess, wenigstens kein unter unsrer Controlle befindlicher, oder uns bekannter stattfindet. (Fischfang, Jagd etc kann mit Reproductionsprocess verbunden sein; ebenso Waldbenutzung; ist also nicht nothwendig rein extractive Industrie.) Insofern nun das Productionsmittel, das capital fixe, als selbst ||10| Product des Capitals und daher vergegenständlichte Surpluszeit einschliessend, so beschaffen ist, daß es erst als capital circulant von seinem Producenten abgestossen werden kann, z. B. wie die Maschine vom Maschinenbauer, eh es zum capital fixe wird, also erst als Gebrauchswerth in die Circulation tritt, enthält die Circulation desselben durchaus keine neue Bestimmung. Insofern es aber, wie Eisenbahnen z. B., nur veräussert werden kann, während es zugleich als Productionsinstrument dient, oder im Maasse, wie es als solches verbraucht wird, hat es mit dem capital fixe überhaupt gemein, daß sein Werth nur successive retournirt; kommt aber dann noch hinzu, daß in diesen Return des Werths eingeschlossen ist der Return seines Surpluswerths, der in ihm vergegenständlichten Surplusarbeit. Es hat dann eine besondre Form des Returns.
Das Wichtige nun ist, daß die Production des Capitals so erscheint als Production von capital circulant und capital fixe in bestimmten Portionen, so daß das Capital selbst seine doppelte Circulationsart als capital fixe und capital circulant producirt. Eh wir den lezten Punkt settlen, vorher noch einige Nebensachen. “Floating capital is consumed, fixed capital merely used, in the great work of production.” (Econ. VI, p. 1.) Der Unterschied von consume und use löst sich auf in allmähliche oder rasche destruction. Wir brauchen nicht weiter bei diesem point zu verweilen.
“Floating capital assumes an infinite variety of forms, fixed capital has only one.” (Econ. VI, p. 1.) Diese „infinite variety of forms“, soweit der Productionsprocess des Capitals selbst betrachtet wird, ist viel richtiger bei A. Smith auf blosen Formwechsel reducirt. Das capital fixe nüzt seinem Herrn, „solange es fortfährt in derselben Gestalt zu bleiben“. D. h. als Gebrauchswerth, in einem bestimmten stofflichen Dasein verharrt es im Productionsprocesse. Das capital circulant dagegen (A. Smith, t. II, p. 197, 198) „geht beständig aus seiner Hand in einer bestimmten Form“ (als Product), „um unter einer andren“ (als Productionsbedingung) „zurückzukehren und ist nur vermittelst dieser circulation und successiven échanges Profit bringend“. Smith spricht hier nicht von der „infinite variety of forms“, worin das capital circulant erscheint. Stofflich betrachtet nimmt auch das „capital fixe“ eine „infinite variety of forms“ an; sondern von den Metamorphosen, die das capital circulant durchläuft als Gebrauchswerth selbst und diese „infinite variety of forms“ reducirt sich daher auf die qualitativen Unterschiede der verschiednen Phasen der Circulation. Das capital circulant in einem bestimmten Productionsprocess betrachtet retournirt immer in derselben Form von Rohstoffen und Geld für die Salaire. Das stoffliche Dasein ist am Ende des Processes dasselbe wie im Anfang. Uebrigens reducirt der Economist selbst an einer andren Stelle die „infinite variety of forms“ auf den begrifflich bestimmten Formwechsel der Circulation. „Die Waare ist ganz consumirt in the shape in which it is produced (d. h. tritt als Gebrauchswerth in die Circulation und wird aus ihr herausgestossen) und replaced in his hands in a new shape (als Rohstoff und Salair), ready to repeat a similar operation“ (vielmehr dieselbe). (l. c. VI, p. 1.) Smith sagt auch ausdrücklich daß das capital fixe „keine Circulation nöthig habe“. (t. II, 197, 198.) Beim capital fixe ist der Werth festgebannt in einem bestimmten Gebrauchswerth; beim capital circulant nimmt der Werth die Form verschiedner Gebrauchswerthe, ebenso wie die von jedem bestimmten Gebrauchswerth unabhängige Form (als Geld) ebensosehr an, wie er sie abstößt; [es] geht daher beständiger Stoff- und Formwechsel vor.
„Das capital circulant liefert ihm“ (dem Arbeitsunternehmer) „die Materien und Salaire der Arbeiter und sezt die Industrie in Thätigkeit.“ (A. Smith, t. II, p. 226.) «Tout capital fixe provient originairement d'un capital circulant et a besoin d'être continuellement entretenu au moyen d'un capital circulant.» (l. c. p. 207.) «Puisqu'on retire continuellement une si grande partie du capital circulant pour être versée dans les deux autres branches du fonds général de la société; ce capital a besoin à son tour d'être renouvelé par des approvisionnemens continuels, sans quoi il serait bientôt réduit à rien. Ces approvisionnemens sont tirés de 3 sources principales: le produit de la terre, celui des mines, et celui des pêcheries.» (l. c. p. 208.)
❲Einen vom Economist hervorgehobnen Unterschied haben wir bereits entwickelt: “Every production the whole cost of which is returned to the producer out of the current income of the country is floating capital; aber jede production, wofür only an annual sum is paid for the use, is – fixed capital.” (Heft VI, p. l.) „In dem ersten Fall hängt der Producent ganz vom current income des Landes ab.“ (l. c.) Wir haben gesehn, daß nur Theil des capital fixe retournirt in der durch das capital circulant bestimmten Zeit, die als Einheit seiner Umschläge dient, weil sie die natürliche Einheit für die Reproduction des größten Theils der Nahrungsmittel und Rohstoffe ist, ebenso wie sie und weil sie als natürliche Epoche im Lebensprocess (kosmischen Process) der Erde erscheint. Diese Einheit ist das Jahr, dessen bürgerliche Berechnung mehr oder minder, aber unbedeutend, von seiner natürlichen Grösse abweicht. Das capital fixe, je mehr sein stoffliches Dasein seinem Begriff entspricht, je mehr seine stoffliche Existenzweise adaequat ist, umfaßt für seine Umschlagszeit einen Cyclus von Jahren. Da das capital circulant ganz ausgetauscht wird erst gegen Geld, zweitens gegen seine Elemente, so unterstellt es daß Gegenwerth producirt ist gleich seinem ganzen Werth (der den Surpluswerth einschließt). Es kann nicht gesagt werden, daß es ganz in die Consumtion eingeht oder eingehn kann; da es ebensosehr wieder als Rohstoff oder als Element für capital fixe, kurz selbst wieder als Element für die Production – eine Gegenproduction – zum Theil dienen muß. Ein Theil des vom Capital als Product, als Resultat des Productionsprocesses abgestoßnen Gebrauchswerths wird Gegenstand der Consumtion und fällt so aus der Circulation des Capitals überhaupt heraus; ein andrer Theil geht ein in ein andres Capital als Productionsbedingung. Dieß ist in der Circulation des Capitals selbst gesezt, da es in der ersten Hälfte der Circulation als Waare, d. h. als Gebrauchswerth sich von sich abstößt, also mit Bezug auf es selbst in dieser Form aus seiner eignen Circulation sich als Gebrauchswerth, Consumtionsartikel entläßt; in der 2t Hälfte seiner Circulation aber sich als Geld gegen Waare als Productionsbedingung umtauscht. Als circulirender Gebrauchswerth selbst sezt es sein stoffliches Dasein also sowohl als Consumtionsartikel, wie als neues Productionselement oder vielmehr Element der Reproduction. In beiden Fällen aber muß sein Gegenwerth ganz vorhanden sein; d. h. er muß ganz producirt sein, während des Jahres. Z. B. alle manufacturirten Producte, die während eines Jahrs gegen Agriculturproducte ausgetauscht werden können, sind bestimmt durch die Masse der in dem Jahr, von einem Herbst zum andren gerechnet, producirten Rohproducte. Da wir hier von dem Capital, dem werdenden Capital sprechen, haben wir ausserhalb desselben noch nichts – indem die vielen Capitalien noch nicht für uns vorhanden sind – nichts als es selbst und die einfache Circulation, aus der es den Werth in der doppelten Form als Geld und Waare in sich absorbirt und in die es ihn in der doppelten Form als Geld und Waare hineinwirft. Wenn ein industrielles, auf der Grundlage des Capitals producirendes Volk, wie England z. B. mit Chinesen austauscht, und den Werth in der Form von Geld und Waare aus ihrem Productionsprocess absorbirt, oder vielmehr dadurch, daß es sie in den Kreis der Circulation seines Capitals hereinzieht, so sieht man gleich, daß deßwegen die Chinesen selbst nicht als Capitalisten zu produciren brauchen. Innerhalb einer Gesellschaft selbst, wie der englischen, entwickelt sich die Productionsweise des Capitals in einem Industriezweig, während in andren z. B. der Agricultur, mehr ||11| oder minder dem Capital vorhergehnde Productionsweisen herrschen. Indessen ist es 1) seine nothwendige Tendenz, sich in allen Punkten die Productionsweise zu unterwerfen, sie unter die Herrschaft des Capitals zu bringen. Innerhalb einer bestimmten nationalen Gesellschaft ergiebt sich das schon nothwendig durch Verwandlung, vermittelst desselben, aller Arbeit in Lohnarbeit; 2) in Bezug auf auswärtige Märkte erzwingt das Capital diese Propaganda seiner Productionsweise durch die internationale Concurrenz. Die Concurrenz ist überhaupt die Weise, worin das Capital seine Productionsweise durchsezt. Allein so viel ist klar: ganz abgesehn, ob es wieder ein Capital ist, oder ob es das Capital selbst ist als ein andres, das auf beiden Seiten der successiven Austausche steht und jedesmal in entgegengesezter Bestimmung, [daß] beide Bestimmungen schon gesezt sind, eh wir noch diese doppelte Bewegung betrachten, aus dem Kreislauf des Capitals selbst. In der ersten Phase stößt es sich ab als Gebrauchswerth, als Waare aus der Bewegung des Capitals und tauscht sich ein als Geld. Die aus der Circulation des Capitals herausgestoßne Waare ist die Waare nicht mehr als Moment des sich perennirenden Werthes, als Dasein des Werths. Sie ist also ihr Dasein als Gebrauchswerths, ihr Sein für die Consumtion. Das Capital aus der Form von Waare wird nur in die Form von Geld umgesezt, indem in der gewöhnlichen Circulation ihm gegenüber ein Austauschender als Consument erscheint und dieser G in W umsezt; diesen Umsatz nach seiner stofflichen Seite [vollzieht], so daß er sich auf den Gebrauchswerth als Gebrauchswerth, als Consument bezieht und nur dadurch wird er für das Capital als Werth ersezt. Das Capital schafft also Consumtionsartikel, stößt sie aber in dieser Form von sich ab, aus seiner Circulation heraus. Es giebt keine andere Beziehung von den bisher entwickelten Bestimmungen aus. Die Waare, die als solche aus der Circulation des Capitals herausgestossen wird, verliert ihre Bestimmung als Werth und erfüllt die als Gebrauchswerth der Consumtion im Unterschied von der Production. In der 2t Phase der Circulation aber tauscht das Capital Geld aus gegen Waare und seine Verwandlung in Waare erscheint jezt selbst als Moment der Werthsetzung, weil die Waare als solche in den Circulationsprocess des Capitals hereingenommen wird. Wenn es in der ersten Phase die Consumtion voraussezt, sezt es in der 2ten die Production voraus, die Production für die Production; denn der Werth in der Form der Waare wird hier von aussen in die Circulation des Capitals hereingenommen oder der umgekehrte Process wie in der ersten Phase vorgenommen. Die Waare als Gebrauchswerth für das Capital selbst kann nur die Waare als Element, Gebrauchswerth für seinen Productionsprocess sein. Verdoppelt stellt sich der Process so dar: Capital a tauscht sein Product als W aus gegen G des Capitals b in der ersten Phase; in der 2ten tauscht Capital b sich als W aus gegen G des Capitals a. Oder in der ersten Phase tauscht Capital b sich als G aus gegen W des Capitals a, in der 2ten Capital a als G gegen W des Capitals b. D. h. gleichzeitig in jeder der beiden Circulationsphasen ist das Capital als G und W gesezt; aber in zwei verschiednen Capitalien, die sich immer in der entgegengesezten Phase ihres Circulationsprocesses befinden. Im einfachen Circulationsprocess erscheinen die Austauschakte W-G oder G-W – unmittelbar zusammenfallend oder unmittelbar auseinanderfallend. Die Circulation ist nicht nur die Succession beider Formen des Austauschs, sondern sie ist gleichzeitig jede derselben an zwei verschiedne Seiten vertheilt. Doch haben wir es hier noch nicht mit dem Austausch der vielen Capitalien zu thun. Dieß gehört in die Lehre von der Concurrenz oder auch von der Circulation der Capitalien (dem Credit). Was uns hier angeht, ist die Voraussetzung der Consumtion auf der einen Seite – der als Gebrauchswerth aus der Bewegung des Werths herausgestoßnen Waare – und die Voraussetzung der Production für die Production – des als Gebrauchswerth gesezten Werths als ausserhalb der Circulation des Capitals gesezten Bedingung für seine Reproduction – daß diese beiden Seiten aus der Betrachtung der einfachen Form der Circulation des Capitals hervorgehn. So viel ist klar. Da das ganze capital circulant sich als W gegen G in der ersten Phase austauscht, und als G gegen W in der zweiten, so sind, wenn wir das Jahr als Zeiteinheit seiner Evolutionen betrachten, seine Transformationen dadurch begrenzt daß sowohl die Rohmaterialien etc jährlich reproducirt sind (die Waare gegen die es sich als Geld austauscht muß producirt sein, es muß ihm gleichzeitige Production entsprechen) als daß eine jährliche Revenu (der Theil von G, der sich gegen Waare als Gebrauchswerth austauscht) beständig geschaffen wird, um das als Gebrauchswerth abgestoßne Product des Capitals zu consumiren. Als solche Revenu – da weiter entwickelte Verhältnisse noch nicht da sind – existirt nur die der Capitalisten selbst und die der Arbeiter. Uebrigens gehört die Betrachtung von Austausch von Capital und Revenu, andre Form für das Verhältniß von Production und Consumtion, noch nicht hierher. Anderseits da das capital fixe nur sich austauscht, soweit es als Werth in das capital circulant eingeht, da es also nur portionsweise im Jahre verwerthet wird, so unterstellt es auch nur portionsweisen Gegen- werth, also auch nur portionsweise Production dieses Gegenwerths im Lauf des Jahres. Es wird nur bezahlt im Verhältniß zu seinem Verbrauch. So viel klar, was schon vorhin aus dem Unterschied in dem industriellen Cyclus, den das capital fixe hereinbringt, folgt, daß es die Production folgender Jahre engagirt, und ebenso wie es zur Schöpfung einer grossen Revenu beiträgt, so anticipirt künftige Arbeit als Gegenwerth. Die Anticipation kommender Früchte der Arbeit ist also keineswegs eine Folge von Staatsschulden etc, kurz keine Erfindung des Creditsystems. Sie hat ihre Wurzel in der speci- fischen Verwerthungsweise, Umschlagsweise, Reproductionsweise des capital fixe.❳
Da es uns sich wesentlich darum hier handelt, die reinen Formbestimmungen festzuhalten, also nichts Ungehöriges zusammenzubringen, so ist aus dem bisherigen klar geworden, daß die verschiednen Formen, worin capital circulant und capital fixe Revenu bringen – wie die Betrachtung der Revenu überhaupt – noch gar nicht hierher gehört; sondern nur die verschiednen Weisen, wie sie retourniren und auf den Gesammtumschlag des Capitals, seine Reproductionsbewegung überhaupt wirken. Das gelegentlich Beigebrachte aber wichtig – indem es zugleich das kunterbunt von den Oekonomen Zusammengewürfelte abweist, wo es noch nicht am Platz ist bei der Betrachtung des einfachen Unterschieds von capital fixe und circulant –, weil es uns zeigte, daß die Verschiedenheit in der Revenu etc ihre Grundlage in dem Formunterschied der Reproduction des capital fixe und circulant hat. Es handelt sich hier nur noch um den einfachen Return des Werthes. Wie dieser zum Return der Revenu und dieser zur Verschiedenheit in der Bestimmung der Revenu wird, ergiebt sich erst später.
Wir haben noch nicht von den Unterhaltungskosten, frais d'entretien des capital fixe gesprochen. Es sind theils die matières instrumentales, die es consumirt, um zu wirken. Sie fallen in das fixe Capital in der ersten Bedeutung worin wir es innerhalb des Productionsprocesses betrachtet haben. Diese sind capital circulant, die ebensosehr zum Consum dienen können. Sie werden capital fixe nur, insofern sie im Productionsprocess consumirt werden, haben aber nicht, wie das eigentliche capital fixe, ein rein durch ihr Formdasein bestimmtes Stoffliches. Der 2t Theil dieser frais d'entretien besteht aus den zu Reparaturen nöthigen Arbeiten. |
|12| A. Smiths Bestimmung, daß jedes capital fixe ursprünglich aus einem capital circulant herkommt und beständig durch ein capital circulant unterhalten werden muß. «Tout capital fixe provient originairement d'un capital circulant et a besoin d'être continuellement entretenu aux dépens de ce dernier. Aucun capital fixe ne peut donner de revenu qu'aux dépens d'un capital circulant.» (Storch, 26, a.) Was Storch's Bemerkung über die Revenu angeht – eine Bestimmung die hier nicht hingehört – so ist klar: Das capital fixe retournirt nur als Werth, wie es portionsweise als Gebrauchswerth, als capital fixe untergeht, und als Werth in das capital circulant eingeht. Es kann also nur in der Form eines capital circulant retourniren, soweit sein Werth betrachtet wird. Als Gebrauchswerth aber circulirt es überhaupt nicht. Da ferner es selbst nur Gebrauchswerth für die Production hat, so kann es als Werth für den individuellen Gebrauch, für die Consumtion ebenfalls nur in der Form des capital circulant retourniren. Verbesserungen des Erdbodens können chemisch eingehn direkt in den Reproductionsprocess und so direct in Gebrauchswerthe verwandelt werden. Dann werden sie aber consumirt in der Form, worin sie als capital fixe bestehn. Revenu bringen kann ein Capital überhaupt nur in der Form, worin es in die Circulation eingeht und aus ihr rückkehrt, da Production von Revenu in directen Gebrauchswerthen, Gebrauchswerthen, die nicht durch die Circulation vermittelt sind, der Natur des Capitals widerspricht. Da also das capital fixe nur in der Form des capital circulant als Werth retournirt, kann es auch nur in dieser Form Revenu bringen. Die Revenu ist überhaupt nichts als der für die unmittelbare Consumtion bestimmte Theil des Surpluswerthes. Seine Returns hängen also von der Art der Returns des Werths selbst ab. Hence die verschiedne Form, worin capital fixe und capital circulant Revenu bringen. Ebenso, da das capital fixe als solches nie als Gebrauchswerth in die Circulation eingeht, also auch nie als Gebrauchswerth aus dem Verwerthungsprocess herausgeworfen wird, dient es nie zur unmittelbaren Consumtion.
In Bezug auf Smith nun wird uns seine Ansicht deutlicher dadurch daß er sagt, daß das capital circulant jährlich ersezt werden müsse und beständig erneuert dadurch, daß man es beständig ziehe aus dem Meer, der Erde, und den Minen. Hier also wird ihm capital circulant rein stofflich; es wird bei den Haaren herausgefischt, geklopft, geärndtet; es sind die beweglichen Urproducte, die von dem Zusammenhang mit der Erde losgelöst, vereinzelt, dadurch beweglich gemacht werden oder in ihrer fertigen Einzelnheit, wie Fische etc von ihrem Element getrennt werden. Ferner rein stofflich betrachtet, ist es ebenso sicher, wenn Smith die Production des Capitals voraussezt und sich nicht in den Anfang der Welt versezt, daß ebensosehr jedes capital circulant provient originairement d'un capital fixe. Ohne Netze kann er keine Fische fangen, ohne Pflug keinen Acker bauen und ohne Hammer etc keine Mine aufbrechen. Benuzt er selbst nur einen Stein als Hammer etc, so ist dieser Stein certainly kein capital circulant, überhaupt kein Capital, sondern Arbeitsmittel. Der Mensch besizt, sobald er produciren muß, die Resolution sich direct eines Theils der vorhandnen Naturgegenstände als Arbeitsmittel zu bedienen und subsumirt sie, wie Hegel das richtig gesagt hat, ohne weitren Vermittlungsprocess unter seine Thätigkeit. Woher alles Capital, circulant sowohl wie fixe, nicht nur originairement, sondern continuellement herkommt, ist die Aneignung fremder Arbeit. Dieser Process unterstellt aber, wie wir gesehn haben, die beständige kleine Circulation, Austausch des Salairs gegen Arbeitsvermögen, oder das Approvisionnement. Den Productionsprocess des Capitals unterstellt: Alles Capital re- tournirt nur in der Form eines capital circulant; das capital fixe kann daher nur erneuert werden dadurch daß sich ein Theil des capital circulant fixirt; also ein Theil der geschaffnen Rohstoffe verwendet wird und ein Theil der Arbeit consumirt wird (daher auch Theil des Approvisionnement gegen lebendige Arbeit ausgetauscht wird) um capital fixe zu produciren. Bei der Agricultur z. B. Theil des Products verzehrt durch Arbeit, bestimmt Wasserleitungen zu bauen oder Theil des Korns ausgetauscht gegen Guano, chemische Substanzen etc, die der Erde einverleibt werden, aber in fact auch keinen Gebrauchswerth haben, als sofern sie ihrem chemischen Process preißgegeben werden. Ein Theil des circulirenden Capitals hat nur Gebrauchswerth für die Reproduction des capital fixe und wird nur producirt (bestehe die Production auch nur in der Arbeitszeit die seine Ortsveränderung kostet) für das capital fixe. Das capital fixe selbst kann aber nur als Capital erneuert werden, indem es zum Werthbestandtheil des capital circulant wird und seine Elemente so reproducirt werden durch Verwandlung von circulirendem Capital in fixes. Capital fixe ist ebenso Voraussetzung für Production des capital circulant, wie capital circulant für Production des capital fixe. Oder Reproduction des capital fixe erheischt: 1) return seines Werths in der Form eines capital circulant, denn nur so kann es wieder gegen seine Productionsbedingungen ausgetauscht werden; 2) ein Theil der lebendigen Arbeit und des Rohmaterials wird verwandt um Productionsinstrumente, directe oder indirecte, zu produciren, statt austauschbarer Producte. Das capital circulant geht seinem Gebrauchswerth nach in das capital fixe ein, ganz so wie die Arbeit, während das capital fixe seinem Werth nach in das capital circulant eingeht und als movement (wo es directe Maschinerie ist), als ruhende Bewegung, Form, in den Gebrauchswerth.
❲In Bezug auf unsre oben entwickelten Sätze von freier Arbeit, ebenso daß in ihr der Pauperismus latent, anzuführen folgende Sätze von Sir Fr. Morton Eden, Bt: The State of the Poor, or an History of the Labouring Classes in England from the Conquest etc. 3 vols. 4°. Lond. 1797. (Die Citate aus t. I, b. I.) (In dem B. I, ch. I daselbst heißt es: „Unsre Zone erfordert Arbeit zur Befriedigung der Bedürfnisse, und deßhalb muß wenigstens ein Theil der Gesellschaft unermüdlich arbeiten; andre arbeiten in den Künsten etc, und einige, die nicht arbeiten, haben doch die Producte des Fleisses zu ihrer Verfügung. Das verdanken diese Eigenthümer aber nur der Civilisation und Ordnung; sie sind reine Creaturen der civilisirten Institutionen. Denn diese haben es anerkannt, daß man die Früchte der Arbeit sich auch anders als durch Arbeit verschaffen [kann]; die men of independent fortune verdanken ihr Vermögen fast ganz der Arbeit andrer, nicht ihrer eignen Fähigkeit, die durchaus nicht besser ist. Es ist nicht der Besitz des Landes oder Geldes, sondern the command of labour, was die Reichen von den Aermern scheidet.“ Von der Freiheit der Ackerbauer fängt die Armuth als solche an – die feudale Feßlung an den Boden oder wenigstens die Localität hatte es bisher der Legislatur erspart sich mit den vagrants, Armen etc zu beschäftigen. Eden glaubt die verschiednen commerziellen Gilden etc hätten auch ihre eignen Armen ernährt. Er sagt: “Without the most distant idea, then, of disparaging the numberless benefits derived for the country from manufactures and commerce, the result of this investigation seems to lead to this inevitable conclusion that manufactures and commerce ❲i. e. die zuerst durch das Capital beherrschte Productionssphäre❳ are the true parents of our national poor.” In demselben: Von Heinrich VII an (wo gleichzeitig das clearing des Ackers von den überflüssigen mouths durch Verwandlung des Ackerlandes in Viehweiden beginnt und über 150 Jahr fortdauert, wenigstens das Klagen und legislative Interferenz; also die Zahl der der Industrie zu Gebot gestellten Hände wuchs) der Lohn in der Industrie nicht mehr festgesezt, sondern blos im Ackerbau. 11, Henry VII. ❲Mit der freien Arbeit ist noch nicht die Lohnarbeit völlig gesezt. Die Arbeiter haben noch Hinterhalt an den Feudalverhältnissen; ihre Zufuhr noch zu gering; das Capital daher noch unfähig als Capital sie auf das Minimum zu reduciren. Daher statutarische Lohnbestimmungen. Solange der Arbeitslohn noch durch Statute regulirt wird, kann noch nicht gesagt werden, weder daß das Capital als Capital die Production sich subsumirt hat, noch daß die Lohnarbeit die ihr adaequate Existenzweise erhalten.❳ In dem angeführten Akt auch noch Leineweber erwähnt; Bauhandwerker, shipwrights. Im selben Akt auch ||13| die Arbeitszeit festgesezt: „Weil viele Taglöhner den halben Tag verludern, spät kommen, früh weggehn, Nachmittags lange schlafen, lange bei Frühstück, Mittagsessen und Abendessen sitzen, etc etc“, so soll folgende Stunde sein: „vom 15 März bis 15 September von 5 Uhr Morgens, Stunde breakfeast, 1 dinner und Siesta, Stunde for noon meal und Arbeit bis zwischen 7 und 8 Uhr Abends. Im Winter, solange es hell, dafür kein Mittagsschlaf, der nur vom 15 Mai bis 15 August erlaubt.“❳
❲1514 wieder Arbeitslohn regulirt, fast ebenso wie das vorigemal. Auch wieder die Arbeitsstunden festgesezt. Wer nicht upon application arbeiten wollte, festgesezt. Also noch Zwangsarbeit zu einem bestimmten Lohn der freien Arbeiter. Sie müssen erst gezwungen werden zu den vom Capital gesezten Bedingungen zu arbeiten. Der Eigenthumslose ist mehr geneigt Vagabund und Räuber und Bettler als Arbeiter zu werden. Dieß versteht sich erst von selbst in der entwickelten Productionsweise des Capitals. In der Vorstufe des Capitals Staatszwang um die Eigenthumslosen in Arbeiter zu verwandeln zu dem Capital günstigen Bedingungen, die hier noch nicht durch die Concurrenz der Arbeiter unter sich selbst ihnen aufgezwungen sind.❳ (Sehr blutige Zwangsmittel der Art unter Henry VIII u. a. angewandt.) (Aufhebung der Klöster unter Henry VIII sezt ebenfalls viele Hände frei.) (Unter Edward VI noch schärfere Gesetze gegen able bodied labourers, die nicht arbeiten wollen. “1 Edw. VI, 3: Wer able to work, refuse to labour and live idle for 3 days, shall be branded with redhot iron on the breast with the letter V – and shall be adjudged the slave for 2 years of the person who should inform against such idler etc.” “If he runs away from his master for 14 days, he shall become his slave for life and be branded on forehead or cheek with letter S, and if he runs away a second time and shall be convicted thereof by 2 sufficient witnesses, he shall be taken as a felon and suffer pains of death.” (1379 zuerst die vagrants, sturdy rogues erwähnt, 1388 die paupers.)
(Aehnliches grausames Gesetz 1572 unter Elizabeth.)
Capital circulant und capital fixe, die in der frühren Bestimmung erscheinen als wechselnde Formen desselben Capitals in den verschiednen Phasen seines Umschlags, sind jezt, wo das capital fixe zu seiner höchsten Form entwickelt, zugleich gesezt als 2 verschiedne Existenzarten des Capitals. Solche werden sie durch die Verschiedenheit der Art ihres Returns. Langsam retournirendes capital circulant hat eine Bestimmung mit dem capital fixe gemein. Es unterscheidet sich aber davon, daß sein Gebrauchswerth selbst – sein stoffliches Dasein – in Circulation tritt und zugleich von ihr abgestreift wird, aus den Grenzen des Umschlagsprocesses herausgeworfen wird; während das capital fixe – seiner bisherigen Entwicklung nach – nur als Werth in Circulation tritt, und solange es, wie z. B. die in Circulation befindliche Maschine, noch in Circulation auch als Gebrauchswerth ist, nur δυνάμει capital fixe ist. Diese Unterscheidung zwischen capital fixe und capital circulant, zunächst beruhend auf dem Verhalten des stofflichen Daseins des Capitals oder seines Daseins als Gebrauchswerth zur Circulation, muß aber bei der Reproduction zugleich gesezt werden als Reproduction des Capitals in der doppelten Form von capital fixe und capital circulant. Insofern die Reproduction des Capitals in jeder Form Setzen nicht nur von vergegenständlichter Arbeitszeit, sondern von Surplusarbeitszeit, nicht nur Reproduction seines Werths, sondern eines Surpluswerths, kann sich die Production des capital fixe in dieser Hinsicht nicht unterscheiden von der Production des capital circulant. Bei einem Instrumenten- oder Maschinenmacher – in allen den Formen, wo das capital fixe erst als capital circulant erscheint, seinem stofflichen Dasein nach, in seinem Dasein als Gebrauchswerth, bevor es fixirt wird als capital fixe, d. h. bevor es consumirt wird, denn grade seine Consumtion bindet es an die Productionsphase und unterscheidet es als capital fixe – findet daher auch gar kein Unterschied statt in der Verwerthung des Capitals, ob es sich in der Form von capital fixe oder circulant reproducire. Es kommt daher auch ökonomisch keine neue Bestimmung herein. Wo aber das capital fixe als solches – und nicht erst in der Bestimmung des capital circulant – von seinem Producenten in die Circulation geworfen wird, also sein portionsweiser Gebrauch verkauft wird, sei es zur Production, sei es zur Consumtion – denn bei der Verwandlung von W in G, die im ersten Abschnitt der Circulation des Capitals vorgeht, ist es diesem selbst gleichgültig, ob die Waare wieder in die Circulationssphäre eines andren productiven Capitals tritt; oder ob sie zum Zweck des directen Consums dient; ihm gegenüber ist sie vielmehr immer als Gebrauchswerth bestimmt, so oft es sie von sich abstößt, gegen G umtauscht – muß die Returnweise für den Producenten des capital fixe eine andre sein, als für den des capital circulant. Der von ihm geschaffne Mehrwerth kann nur portionsweise und successive retourniren mit dem Werth selbst. Dieß unter dem folgenden Abschnitt zu betrachten. Endlich, obgleich jezt capital circulant und capital fixe als 2 verschiedne Arten erscheinen, so wird das capital circulant gesezt durch den Consum, den Verbrauch des capital fixe; das capital fixe seinerseits ist nur als in diese bestimmte Form verwandeltes capital circulant. Alles in vergegenständlichte Productivkraft verwandelte Capital – alles capital fixe ist in dieser Form fixirtes und daher der Consumtion wie der Circulation als Gebrauchswerth entrißner Gebrauchswerth. Daß um eine Maschine oder Eisenbahn zu bauen Holz, Eisen, Kohle und lebendige Arbeit (also indirect auch die vom Arbeiter consumirten Producte) in diesen bestimmten Gebrauchswerth verwandelt worden sind, würde sie nicht zum capital fixe machen, wenn nicht die andren oben entwickelten Bestimmungen hinzukämen. Wenn capital circulant in capital fixe verwandelt wird, wird ein Theil der Gebrauchswerthe, in deren Gestalt das Capital circulirte, wie indirect der Theil des Capitals, der sich gegen lebendige Arbeit austauscht, verwandelt in Capital, dessen Gegenwerth erst in längerem Cyclus erzeugt wird; das nur portionsweise und successive als Werth in die Circulation eingeht; und das nur verwerthet werden kann durch sein Verbrauchtwerden in der Production. Die Verwandlung des capital circulant in capital fixe sezt relatives Surpluscapital voraus, da es Capital ist, verwandt nicht zur directen Production, sondern neuer Mittel der Production. Das capital fixe kann selbst wieder dienen als directes Productionsinstrument – als Mittel innerhalb des unmittelbaren Productionsprocesses. In diesem Falle geht sein Werth in das Product ein und wird ersezt durch den successiven Return der Producte. Oder es geht nicht in den unmittelbaren Productionsprocess ein – sondern erscheint als allgemeine Bedingung für die Productionsprocesse, wie Baulichkeiten, Eisenbahnen etc und sein Werth kann nur ersezt werden durch capital circulant, zu dessen Schöpfung es indirect beigetragen. Näheres über die Proportion der Production von capital fixe und capital circulant gehört erst in das Folgende. Wenn werthvolle Maschinerie angewandt würde, um geringe Productenmasse zu liefern, so würde sie nicht als Productivkraft wirken, sondern das Product unendlich mehr vertheuern als wenn ohne Maschinerie gearbeitet worden wäre. Sie schafft nur Mehrwerth, nicht insofern sie Werth hat – denn dieser wird einfach ersezt – sondern indem sie die relative Surpluszeit vermehrt, oder die nothwendige Arbeitszeit vermindert. Im selben Verhältniß also worin ihr Umfang wächst, muß die Productenmasse zunehmen und die lebendige Arbeit, die angewandt wird, relativ abnehmen. Je geringer im Verhältniß zu seiner Wirksamkeit der Werth des capital fixe, desto mehr entspricht es seinem Zweck. Alles nicht nöthige capital fixe erscheint als faux frais de production, wie alle unnöthigen Circulationskosten. Könnte das Capital die Maschinerie besitzen ohne Arbeit auf sie zu verwenden, so würde es die Productivkraft der Arbeit erhöhn, und die nothwendige Arbeit vermindern ohne Arbeit kaufen zu müssen. Der Werth des capital fixe ist also nie Selbstzweck in der Production des Capitals.|
|14| Das capital circulant also verwandelt sich in capital fixe, und das capital fixe reproducirt sich in capital circulant; beides nur insofern das Capital sich lebendige Arbeit aneignet.
„Jede Ersparniß im capital fixe, ein Zuwachs im revenu net der Gesellschaft.“ (A. Smith.)
Der schließliche und lezte Unterschied, der noch von Oekonomen angeführt wird, ist der von beweglich und unbeweglich; nicht in dem Sinne, daß das eine in die Circulationsbewegung eingeht, das andre nicht; sondern in dem Sinn, daß das eine physisch fixirt ist, unbeweglich ist, in derselben Weise, wie bewegliches und unbewegliches Eigenthum unterschieden wird. Z. B. improvements sunk in the soil, Wasserleitungen, Baulichkeiten; und die Maschinerie zum grossen Theil selbst, da sie, um zu wirken, physisch fixirt werden muß; Eisenbahnen; kurz jede Form, worin das Product der Industrie an der Erdoberfläche festgeschmiedet wird. Es fügt dieß au fond der Bestimmung des capital fixe nichts hinzu; aber wohl liegt es in seiner Bestimmung, daß je mehr sein Gebrauchswerth, sein stoffliches Dasein seiner Formbestimmung entspricht, es in so eminenterm Sinn capital fixe ist. Der Unbewegliche Gebrauchswerth, wie Haus, Eisenbahn etc ist daher die handgreiflichste Form des capital fixe. Es kann zwar dennoch im selben Sinn circuliren, wie unbewegliches Eigenthum überhaupt – als Titel; aber nicht als Gebrauchswerth; nicht circuliren im physischen Sinn. Ursprünglich das Wachsen des beweglichen Eigenthums, seine Zunahme gegenüber dem unbeweglichen, zeigt das ascendant movement of capital gegenüber dem Grundeigenthum. Aber die Productionsweise des Capitals einmal vorausgesezt, zeigt sich die Höhe, worin es sich die Productionsbedingungen unterworfen hat, in der Verwandlung des Capitals in unbewegliches Eigenthum. Es schlägt damit seinen Sitz im Boden selbst auf und die scheinbar festen Voraussetzungen, durch die Natur gegeben, im Grundeigenthum, selbst als blos gesezt durch die Industrie.
(Ursprünglich sind Dasein im Gemeinwesen und vermittelst desselben Verhalten zur Erde als Eigenthum Grundvoraussetzungen sowohl der Reproduction des Individuums wie des Gemeinwesens. Bei Hirtenvölkern erscheint der Grund und Boden nur als Bedingung des Wanderlebens, von Aneignen desselben also keine Rede. Folgen feste Wohnsitze mit dem Ackerbau – so ist das Grundeigenthum zunächst gemeinsames und selbst wo es fortgeht zum Privateigenthum, erscheint die Beziehung des Individuums zu demselben als gesezt durch sein Verhältniß zum Gemeinwesen. Es erscheint als bloses Lehn des Gemeinwesens; etc etc. Das Verwandeln desselben in blos austauschbaren Werth – diese Mobilisation desselben – ist Product des Capitals und der völligen Unterordnung des Staatsorganismus unter dasselbe. Der Grund und Boden, selbst wo er Privateigenthum geworden, daher nur in beschränktem Sinn Tauschwerth. Der Tauschwerth beginnt in dem vereinzelten von der Erde losgelösten und durch Industrie (oder blose Aneignung) individualisirten Naturproduct. Hier tritt auch die individuelle Arbeit zuerst auf. Der Tausch beginnt überhaupt zunächst nicht innerhalb der ursprünglichen Gemeinwesen, sondern an ihrer Grenze; da wo sie aufhören. Den Boden, ihren Sitz, of course, auszutauschen, an fremde Gemeinwesen zu verklopfen, wäre Verrath. Der Austausch kann sich nur, by and by, von seinem ursprünglichen Gebiete, dem beweglichen, auf unbewegliches Eigenthum erstrecken. Es ist nur durch Ausdehnung des erstren, daß das Capital nach und nach das leztre in die Hand bekömmt. Das Geld ist der Hauptagent in diesem Prozeß.)
A. Smith unterscheidet erst capital circulant und capital fixe nach ihrer Bestimmung im Productionsprocess. Später erst nimmt er die Wendung: „Man kann auf verschiedne Weisen ein Capital auf Gewinn legen, 1) als capital circulant, 2) als capital fixe.“ Diese 2t Wendung gehört offenbar in die Betrachtung dieses Unterschieds als solche nicht hinein, da erst das capital fixe und capital circulant als 2 Arten des Capitals vorausgesezt sein müssen, eh davon die Rede sein kann, wie man Capital auf Gewinn legen kann in beiden Formen.
„Das Gesammtcapital jedes Arbeitsunternehmers theilt sich nothwendig zwischen seinem capital fixe und seinem capital circulant. Bei der Gleichheit der Summe wird der eine Theil um so grösser sein, je kleiner der andre ist.“ (A. Smith, t. II, p. 226.)
Da die Capitalien sich 1) in ungleiche Portionen zwischen capital fixe und circulant theilen; 2) unterbrochne oder nicht unterbrochne Productionsphase [haben] und von entferntren oder nähern Märkten zurückkehren, also ungleiche Circulationszeit [haben], muß die Bestimmung des Surpluswerths, der in einer bestimmten Zeit z. B. jährlich geschaffen wird, ungleich sein, weil die Anzahl der Reproductionsprocesse in gegebnem Termin ungleich ist. Ihre Werthschöpfung erscheint bestimmt nicht einfach durch die angewandte Arbeit während des unmittelbaren Productionsprocesses, sondern durch den degree, worin diese Exploitation of labour in einem gegebnen Zeitraum wiederholt werden kann.
Schließlich also: Wenn bei der Betrachtung des einfachen Productionsprocesses das Capital als sich verwerthend nur in Beziehung auf die Lohnarbeit erscheint und die Circulation daneben liegt, so in seinem Reproductionsprocess ist die Circulation in es aufgenommen und zwar beide Momente der Circulation W-G-G-W (als ein System von Austauschen, die es zu durchlaufen hat, und denen ebensoviel qualitative Wandlungen desselben entsprechen). Die Circulation erscheint als G-W-W-G in es aufgenommen, soweit von ihm in seiner Form als Geld ausgegangen und daher zu ihr zurückgegangen wird. Es enthält beide Kreisläufe und nicht mehr als blosen Formwechsel oder blosen ausserhalb der Form fallenden Stoffwechsel, sondern beide aufgenommen in die Werthbestimmung selbst. Der Productionsprocess, als die Bedingungen seiner Erneuung in sich selbst enthalten[d], ist Reproductionsprocess, dessen Geschwindigkeit bestimmt ist durch verschiedne oben entwickelte Beziehungen, die alle aus den Unterschieden des Kreislaufs selbst hervorgehn. Innerhalb der Reproduction des Capitals vollbringt sich zugleich die Reproduction der Gebrauchswerthe, worin es verwirklicht ist – oder die beständige Erneuung und Reproduction der Gebrauchswerthe, die sowohl von den Menschen consumirt werden, als ihrer Natur nach vergänglich sind, durch die menschliche Arbeit; der dem menschlichen Bedürfniß durch die menschliche Arbeit untergeordnete Stoffwechsel und Formänderung erscheint vom Gesichtspunkt des Capitals als Reproduction seiner selbst. Es ist au fond die beständige Reproduction der Arbeit selbst. «Les valeurs capitales se perpétuent par la reproduction: les produits qui composent un capital, se consomment aussi-bien que tout autre; mais leur valeur, en même temps qu'elle est détruite par la consommation, se reproduit dans d'autres matières ou dans la même.» (Say, 14.) Der Austausch und ein System von Austauschen, und was darin eingeschlossen, die Verwandlung in Geld, als selbstständigen Werth erscheint als Bedingung und Schranke für die Reproduction des Capitals. Bei ihm ist die Production selbst nach allen Seiten hin dem Austausch unterworfen. Diese Austauschoperationen, die Circulation als solche, produciren keinen Mehrwerth, aber sie sind Bedingungen für seine Realisation. Sie sind insofern Bedingungen der Pro- duction des Capitals selbst, als seine Form als Capital nur gesezt wird, soweit es sie durchläuft. Die Reproduction des Capitals ist zugleich Production bestimmter Formbedingungen; bestimmter ||15| Verhaltungsweisen, worin die personificirte vergegenständlichte Arbeit gesezt wird. Die Circulation ist daher nicht blos der Austausch des Products gegen die Productionsbedingungen – also z. B. von producirtem Weizen gegen Saamen, neue Arbeit etc. In jeder Form der Production muß der Arbeiter sein Product austauschen gegen die Productionsbedingungen, um die Production wiederholen zu können. Der für unmittelbaren Gebrauch producirende Landmann verwandelt auch Theil des Products in Saamen, Arbeitsinstrument, Lastvieh, Dünger etc und beginnt seine Arbeit von neuem. Die Verwandlung in Geld ist nothwendig für die Reproduction des Capitals als solchen und seine Reproduction ist nothwendig Production von Mehrwerth.
❲In Bezug auf die Reproductionsphase (Circulationszeit insbesondre) noch zu notiren, daß sie durch den Gebrauchswerth selbst Grenzen hat. Der Weizen muß reproducirt werden in einem Jahr. Vergängliche Dinge, wie Milch etc müssen öfter reproducirt werden. Fleisch, da das Thier lebt, also der Zeit widersteht, braucht nicht so oft reproducirt zu werden; aber todtes auf dem Markt befindliches Fleisch muß in sehr kurzer Frist reproducirt werden in der Form von Geld oder es verfault. Die Reproduction des Werths und des Gebrauchswerths fallen theils zusammen, theils nicht.❳
Obgleich die Arbeit [das], was wir vorhin den constanten Theil des Capitals nannten, in dem einen Productionsprocess dem Werth nach nur erhält, muß sie es beständig reproduciren in dem andren, da was als Voraussetzung von Material und Instrument in dem einen Productionsprocess erscheint, Product im andren ist und diese Erneuung, Reproduction beständig gleichzeitig vor sich gehn muß. Wir kommen jezt zum
Dritten Abschnitt. Das Capital als Frucht bringend. Zins. Profit. (Productionskosten etc)
Das Capital ist nun gesezt als Einheit von Production und Circulation und der Mehrwerth, den es in einer bestimmten Zeitperiode schafft, z. B. einem Jahr, ist = = oder = S ( – × ). Das Capital ist jezt realisirt nicht nur als sich reproducirender und daher perennirender, sondern auch als werthsetzender Werth. Durch die Absorption in sich der lebendigen Arbeitszeit einerseits und die ihm selbst angehörige Bewegung der Circulation (worin die Bewegung des Austauschs als seine eigene gesezt wird, als immanenter Process der vergegenständlichten Arbeit) verhält es sich zu sich selbst als Neuwerth setzend, Werth producirend. Es verhält sich als Grund zum Mehrwerth als dem von ihm Begründeten. Seine Bewegung besteht darin, indem es sich producirt sich zugleich als Grund von sich als Begründetem, als vorausgesezter Werth zu sich selbst als Mehrwerth oder zu dem Mehrwerth als von ihm geseztem zu verhalten. In einem bestimmten Zeitraum, der als Einheitsmaaß seiner Umschläge gesezt ist, weil er das natürliche Maaß seiner Reproduction in der Agricultur ist, producirt das Capital einen bestimmten Mehrwerth, bestimmt nicht nur durch den Mehrwerth, den es in Einem Productionsprocess sezt, sondern durch die Anzahl der Wiederholungen des Productionsprocesses, oder seiner Reproductionen in einem bestimmten Zeitraum. Durch das Aufgenommensein in seinen Reproductionsprocess der Circulation, seiner Bewegung ausserhalb des unmittelbaren Productionsprocesses, erscheint der Mehrwerth nicht mehr gesezt durch sein einfaches, unmittelbares Verhalten zur lebendigen Arbeit; dieß Verhältniß erscheint vielmehr nur als ein Moment seiner Gesammtbewegung. Das Capital von sich als dem activen Subjekt ausgehend – dem Subjekt des Processes – und in dem Umschlag erscheint der unmittelbare Productionsprocess in der That bestimmt durch seine Bewegung als Capital unabhängig von seinem Verhältniß zur Arbeit – verhält sich zu sich als sich vermehrendem Werth, d. h. es verhält sich zu dem Mehrwerth als von ihm Geseztem und Begründetem; sich als Productionsquelle zu sich selbst als Product; als producirender Werth zu sich selbst als producirtem Werth. Es mißt daher den neu producirten Werth nicht mehr durch sein reales Maaß, das Verhältniß der Surplusarbeit zur nothwendigen, sondern an sich selbst als seiner Voraussetzung. Ein Capital von einem bestimmten Werth producirt in einem bestimmten Zeitraum einen bestimmten Mehrwerth. Der Mehrwerth so gemessen an dem Werth des vorausgesezten Capitals, das Capital so gesezt als sich verwerthender Werth – ist der Profit; unter dieser specie – nicht aeterni, sondern capitalis betrachtet, ist der Mehrwerth Profit; und das Capital unterscheidet sich in sich selbst als Capital, den producirenden und reproducirenden Werth, von sich als Profit, dem neu producirten Werth. Das Product des Capitals ist der Profit. Die Grösse Mehrwerth wird daher gemessen an der Werthgrösse des Capitals und die Rate des Profits ist daher bestimmt durch die Proportion seines Werths zum Werthe des Capitals.
Ein sehr grosser Theil des Hierhergehörigen ist oben entwickelt worden. Das Anticipirte ist aber hierher zu setzen. Insofern der neu gesezte Werth, der derselben Natur ist wie das Capital, selbst wieder in den Productionsprocess aufgenommen wird, sich selbst wieder als Capital erhält, ist das Capital selbst gewachsen und wirkt nun als Capital von grösserem Werth. Nachdem es den Profit als neu producirten Werth von sich als vorausgeseztem sich verwerthenden Werth unterschieden, und den Profit als das Maaß seiner Verwerthung gesezt hat, hebt es die Trennung wieder auf, und sezt ihn in seiner Identität mit sich als Capital, das nun, angewachsen um den Profit, denselben Process von neuem beginnt in grösseren Dimensionen. Durch das Beschreiben seines Kreises erweitert es sich als Subject des Kreises und beschreibt so einen sich ausdehnenden Kreis, eine Spirale.
Die vorhin entwickelten allgemeinen Gesetze so kurz zusammenzufassen: Der wirkliche Mehrwerth ist bestimmt durch das Verhältniß der Surplusarbeit zur nothwendigen Arbeit, oder durch die Portion des Capitals – die Portion der vergegenständlichten Arbeit, die sich gegen lebendige Arbeit austauscht, zu der Portion vergegenständlichter Arbeit, wodurch sie ersezt wird. Der Mehrwerth in der Form des Profits aber wird gemessen an dem Totalwerth des dem Productionsprocess vorausgesezten Capitals. Die Rate des Profits hängt also – denselben Mehrwerth, dieselbe Surplusarbeit im Verhältniß zur nothwendigen Arbeit vorausgesezt – ab von dem Verhältniß des Theils des Capitals der gegen lebendige Arbeit ausgetauscht wird zu dem Theil der in der Form von Rohmaterial und Productionsmittel existirt. Je geringer also die gegen lebendige Arbeit ausgetauschte Portion wird, um so geringer wird die Rate des Profits. In demselben Verhältniß also, worin in dem Productionsprocess das Capital als Capital grösseren Raum einnimmt in Proportion zu der unmittelbaren Arbeit, je mehr also der relative Surpluswerth wächst – die werthschaffende Kraft des Capitals – um so mehr fällt die Rate des Profits. Wir haben gesehn, daß die Grösse des schon vorausgesezten, der Reproduction vorausgesezten Capitals sich spezifisch ausdrückt im Wachsen des capital fixe, als der producirten Productivkraft, der mit einem Scheinleben begabten vergegenständlichten Arbeit. Die Totalgrösse des Werths des producirenden Capitals wird sich in jeder Portion desselben ausdrücken als verminderte Proportion des gegen lebendige Arbeit ausgetauschten Capitals gegen den als constanter Werth existirenden Theil des Capitals. Nimm z. B. die Manufacturindustrie. In demselben Verhältniß wie das capital fixe wächst, die Maschinerie etc, muß hier der Theil des Capitals wachsen, der in Rohstoffen existirt, während der gegen lebendige Arbeit ausgetauschte Theil abnimmt. Im Verhältniß zur Werthgrösse des der Production vorausgesezten Capitals – und des in der Production als Capital wirkenden Theils des Capitals – fällt also die Rate des Profits. Je breiter die Existenz die das Capital schon gewonnen, um so schmaler das Verhältniß des neuge||16|schaffnen Werths zum vorausgesezten Werth (reproducirten Werth). Gleichen Mehrwerth, d. h. gleiches Ver- hältniß von Surplusarbeit und nothwendiger Arbeit vorausgesezt, kann der Profit daher ungleich sein, und muß er ungleich sein im Verhältniß zur Grösse der Capitalien. Die Profitrate kann fallen, obgleich der reale Mehrwerth steigt. Die Profitrate kann steigen, obgleich der reale Mehrwerth fällt.
Es kann in der That das Capital wachsen und im selben Verhältniß die Rate des Profits, wenn das Verhältniß des als Werth vorausgesezten, in der Form von Rohstoffen und capital fixe existirenden Theils des Capitals gleichmässig steigt mit dem gegen lebendige Arbeit ausgetauschten Theil des Capitals. Diese Gleichmässigkeit aber unterstellt Wachsthum des Capitals ohne Wachsthum und Entwicklung der Productivkraft der Arbeit. Die eine Voraussetzung hebt die andre auf. Es widerspricht dieß dem Entwicklungsgesetz des Capitals und speciell der Entwicklung des capital fixe. Ein solcher Fortschritt kann nur stattfinden auf Stufen, wo die Productionsweise des Capitals ihm noch nicht adaequat ist, oder in solchen Sphären der Production, wo es nur noch formell sich die Herrschaft angemaßt hat, z. B. in der Agricultur. Hier kann natürliche Fruchtbarkeit des Bodens wirken wie Vermehrung des capital fixe – d. h. die relative Surplusarbeitszeit wachsen – ohne daß das Quantum der nothwendigen verringert wird. (Z. B. in den United States.) Der gross profit, d. h. der Mehrwerth betrachtet ausser seiner formellen Beziehung, nicht als Proportion, sondern als einfache Werthgrösse ohne Beziehung auf eine andre, wird im Durchschnitt wachsen nicht wie die Rate des Profits, sondern wie die Grösse des Capitals. Wenn also die Rate des Profits im umgekehrten Verhältniß zum Werth des Capitals, wird die Summe des Profits in directem Verhältniß zu ihm stehn. Allein auch dieser Satz ist nur wahr für eine beschränkte Stufe der Entwicklung der Productivkraft des Capitals oder der Arbeit. Ein Capital von 100 mit einem Profit von 10 P. C. giebt eine kleinre Summe des Profits als ein Capital von 1000 mit einem Profit von 2 P. C. In dem ersten Fall ist die Summe 10, in dem 2ten 20, d. h. der gross profit des grossen Capitals ist doppelt so groß wie der des 10mal kleinren Capitals, obgleich die Profitrate des kleinren 5mal grösser ist als die des grösseren. Aber wäre der Profit des grösseren Capitals nur 1 %, so wäre die Summe des Profits 10, wie für das 10mal kleinre Capital, weil im selben Verhältnisse wie seine Grösse die Profitrate abgenommen. Wäre die Profitrate für das Capital von 1000 nur P.C., so wäre die Summe des Profits nur halb so groß wie die des 10mal kleinren Capitals, nur 5, weil die Profitrate 20mal kleiner. Allgemein also ausgedrückt: Nimmt die Profitrate ab für das grössere Capital, aber nicht im Verhältniß seiner Grösse, so wächst der gross profit, obgleich die Rate des Profits abnimmt. Nimmt die Profitrate ab im Verhältniß zu seiner Grösse, so bleibt der gross profit derselbe, wie der des kleinren Capitals; bleibt stationär. Nimmt die Profitrate ab im grösseren Verhältniß als seine Grösse wächst, so nimmt der gross profit des grösseren Capitals, verglichen mit dem kleinren, ebensosehr ab als die Profitrate abnimmt. Es ist dieß in jeder Beziehung das wichtigste Gesetz der modernen politischen Oekonomie und das wesentlichste, um die schwierigsten Verhältnisse zu verstehn. Es ist vom historischen Standpunkt aus das wichtigste Gesetz. Es ist ein Gesetz, das trotz seiner Einfachheit bisher nie begriffen und noch weniger bewußt ausgesprochen worden ist. Da diese Abnahme der Rate des Profits gleichbedeutend ist 1) mit der schon producirten Productivkraft und der materiellen Grundlage die sie für neue Production bildet; dieß zugleich voraussezt Enorme Entwicklung of scientific powers; 2) mit der Abnahme des Theils des schon producirten Capitals der gegen unmittelbare Arbeit ausgetauscht werden muß, d. h. mit der Abnahme der unmittelbaren Arbeit, die erheischt ist zur Reproduction eines ungeheuren Werths, der sich in grosser Productenmasse ausdrückt, grosser Productenmasse mit geringen Preissen, weil die Gesammtsumme der Preisse = ist dem reproducirten Capital + dem Profit; 3) [mit] der Dimension des Capitals überhaupt, auch der Portion desselben, die nicht capital fixe ist; also des großartig entwickelten Verkehrs, grosse Summe der Tauschoperationen, Grösse des Markts und Allseitigkeit der gleichzeitigen Arbeit; Communicationsmittel etc, Vorhandensein des nöthigen Consumtionsfonds um diesen ungeheuren Process vorzunehmen (die Arbeiter essen, wohnen etc), so zeigt sich daß die schon vorhandne materielle, schon herausgearbeitete, in der Form von capital fixe existirende Productivkraft, wie die scientific power, wie die Bevölkerung etc, kurz alle Bedingungen des Reichthums, daß die größten Bedingungen für die Reproduction des Reichthums, i. e. die reiche Entwicklung des socialen Individuums – daß sie durch das Capital selbst in seiner historischen Entwicklung herbeigeführte Entwicklung der Productivkräfte auf einem gewissen Punkt angelangt die Selbstverwerthung des Capitals aufhebt, statt sie zu setzen. Ueber einen gewissen Punkt hinaus wird die Entwicklung der Productivkräfte eine Schranke für das Capital; also das Capitalverhältniß eine Schranke für [die] Entwicklung der Productivkräfte der Arbeit. Auf diesem Punkt angelangt tritt das Capital, d. h. Lohnarbeit, in dasselbe Verhältniß zur Entwicklung des gesellschaftlichen Reichthums und der Productivkräfte, wie Zunftwesen, Leibeigenschaft, Sklaverei und wird als Fessel nothwendig abgestreift. Die lezte Knechtsgestalt, die die menschliche Thätigkeit annimmt, die der Lohnarbeit auf der einen, des Capitals auf der andren Seite, wird damit abgehäutet und diese Abhäutung selbst ist das Resultat der dem Capital entsprechenden Productionsweise; die materiellen und geistigen Bedingungen der Negation der Lohnarbeit und des Capitals, die selbst schon die Negation frührer Formen der unfreien gesellschaftlichen Production sind, sind selbst Resultate seines Productionsprocesses. In schneidenden Widersprüchen, Crisen, Krämpfen drückt sich die wachsende Unangemessenheit der productiven Entwicklung der Gesellschaft zu ihren bisherigen Productionsverhältnissen aus. Gewaltsame Vernichtung von Capital, nicht durch ihm äussere Verhältnisse, sondern als Bedingung seiner Selbsterhaltung ist die schlagendste Form, worin ihm advice gegeben wird to be gone and to give room to a higher state of social production. Es ist nicht nur das Wachsen der scientific power, sondern das Maaß, worin sie schon als capital fixe gesezt ist, der Umfang, die Breite, worin sie realisirt ist und sich der Totalität der Production bemächtigt hat. Es ist ebenso die Entwicklung der Population etc, kurz aller Momente der Production; indem die Productivkraft der Arbeit, ebenso wie Anwendung der Maschinerie im Verhältniß zur Bevölkerung steht; deren Wachsen an und für sich schon die Voraussetzung, wie das Resultat des Wachsthums der zu reproducirenden, also auch zu consumirenden Gebrauchswerthe. Da dieses Abnehmen des Profits gleichbedeutend ist mit der verhältnißmässigen Abnahme der unmittelbaren Arbeit zur Grösse der vergegenständlichten Arbeit, die sie reproducirt und neu sezt, so wird alles vom Capital versucht werden, um die Kleinheit des Verhältnisses der lebendigen Arbeit zur Grösse des Capitals überhaupt, und daher auch des Mehrwerths, wenn als Profit ausgedrückt, zum vorausgesezten Capital zu checken by reducing the allotment made to necessary labour and by still more expanding the quantity of surplus labour with regard to the whole labour employed. Hence the highest development of productive power together with the greatest expansion of existing wealth will coincide with depreciation of capital, degradation of the labourer, and a most straightened exhaustion of his vital powers. These contradictions lead to explosions, cataclysms, crises, in which by momentaneous suspension of labour and annihilation of a great portion of capital the latter is violently reduced to the point, where it can go on ||17| fully employing its productive powers without committing suicide. Yet, these regularly recurring catastrophes lead to their repetition on a higher scale, and finally to its violent overthrow. Es sind in der entwickelten Bewegung des Capitals Momente, die diese Bewegung aufhalten anders als durch Crisen; so z. B. die beständige Entwerthung eines Theils des existirenden Capitals; die Verwandlung eines grossen Theils von Capital in capital fixe das nicht als Agent der directen Production dient; unproductive Vergeudung einer grossen Portion des Capitals etc. (Das Capital, productiv angewandt, wird immer doppelt ersezt; wie wir gesehn haben, daß die Werthsetzung des productiven Capitals einen Gegenwerth voraussezt. Der unproductive Consum des Capitals ersezt es auf einer Seite, vernichtet es auf der andren.) ❲Dasselbe Gesetz drückt sich einfach aus – doch dieser Ausdruck später in der Populationstheorie zu betrachten – als das Verhältniß des Wachsthums der Bevölkerung – und namentlich des arbeitenden Theils derselben, zu dem schon vorausgesezten Capital.❳ (Daß ferner das Fallen der Rate des Profits aufgehalten werden kann durch Wegfallen von existirenden Abzügen am Profit, z. B. Fall in den Steuern, Verminderung der Grundrente etc, gehört eigentlich nicht hierher, so sehr es von praktischer Bedeutung, denn es sind dieß selbst Portionen des Profits unter andrem Namen und angeeignet von andren Personen als den Capitalisten selbst.) ❲Wie dieß selbe Gesetz sich anders ausdrückt, in der Beziehung der vielen Capitalien auf einander, i. e. der Concurrenz, gehört ebenfalls in andren Abschnitt. Es kann auch als Gesetz der Accumulation der Capitalien ausgesprochen werden; so z. B. von Fullarton. Darauf kommen wir im nächsten Abschnitt.❳ ❲Es ist wichtig darauf aufmerksam zu machen, daß bei diesem Gesetz es sich nicht einfach handelt um die Entwicklung der Productivpower δυνάμει, sondern zugleich um den Umfang, worin diese productive power als Capital wirkt, als capital fixe vor allem nach der einen Seite hin und Bevölkerung nach der andren realisirt ist.❳ (Ebenso aufgehalten der Fall durch Schöpfung neuer Productionszweige, worin mehr unmittelbare Arbeit im Verhältniß zum Capital nöthig ist, oder wo die Productivkraft der Arbeit noch nicht entwickelt ist, i. e. die Productivkraft des Capitals.) (Ebenso Monopole.) “Profit is a term signifying the increase of capital or wealth; so failing to find the laws which govern the rate of profit, is failing to find the laws of the formation of capital.” (W. Atkinson. Principles of Political Economy etc. Lond. 1840, p. 55.) Er hat aber failed in understanding even what the rate of profit is. A. Smith erklärte das Fallen der Profitrate mit dem Wachsen des Capitals aus der Concurrenz der Capitalien unter sich. Darauf wurde ihm von Ricardo entgegnet, daß die Concurrenz zwar die Profite in den verschiednen Geschäftszweigen auf ein Durchschnittsniveau reduciren kann, die Rate ausgleichen kann, aber diese Durchschnittsrate selbst nicht herabdrücken kann. Der A. Smithsche Satz ist insofern richtig als in der Concurrenz – der Action von Capital auf Capital – die dem Capital immanenten Gesetze, seine tendencies, erst realisirt werden. Er ist aber falsch in dem Sinn, worin er ihn versteht, als ob die Concurrenz dem Capital äussere, von aussen hereingebrachte Gesetze auferlege, die nicht seine eignen Gesetze sind. Die Concurrenz kann die Profitrate in allen Zweigen der Industrie, d. h. die Durchschnittsprofitrate nur permanent herabdrücken, wenn ein allgemeiner Fall und nur insofern ein allgemeiner und permanenter, als Gesetz wirkender Fall der Profitrate auch vor der Concurrenz und ohne Rücksicht auf die Concurrenz begreiflich ist. Die Concurrenz exequirt die innren Gesetze des Capitals; macht sie zu Zwangsgesetzen dem einzelnen Capital gegenüber, aber sie erfindet sie nicht. Sie realisirt sie. Sie daher einfach aus der Concurrenz erklären wollen, heißt zugeben, daß man sie nicht versteht. Ricardo seinerseits sagt: „Keine Accumulation der Capitalien kann die Profite permanent herabdrücken, wenn nicht eine gleich permanente Ursache die Salaire erhöht.“ (p. 92, t. II, Paris 1835, traduit de Constancio.) Diese Ursache findet er in der wachsenden, relativ wachsenden Improductivität der Agricultur, „der wachsenden Schwierigkeit die Quantität der Subsistenzen zu vermehren“, d. h. in dem Wachsen des proportionellen Arbeitslohns, so daß die Arbeit nicht real mehr erhält, aber das Product grösserer Arbeit erhält; mit einem Worte ein grösserer Theil nothwendiger Arbeit für die Production der Agriculturproducte erheischt ist. Der fallenden Rate des Profits entspricht daher bei ihm nominelles Wachsthum des Arbeitslohns und reales Wachsthum der Grundrente. Seine einseitige Auffassungsweise, die nur einen einzelnen case auffaßt, ganz wie die Profitrate fallen kann, weil der Arbeitslohn momentan steigt etc, und die ein historisches Verhältniß von einem Zeitraum von 50 Jahren, das in den folgenden 50 Jahren umgekehrt wird, in ein allgemeines Gesetz erhebt, und überhaupt auf dem historischen Mißverhältniß zwischen der Entwicklung der Industrie und Agricultur beruht, – an und für sich war es komisch daß Ricardo, Malthus etc zu einer Zeit wo die physiologische Chemie kaum noch existirte, allgemeine, ewige Gesetze über dieselbe aufstellten – diese Auffassungsweise Ricardo's ist daher von allen Seiten angegriffen worden mehr mit dem Instinkt, daß sie falsch und unbefriedigend sei; meist aber mehr nach ihrer wahren als nach ihrer falschen Seite hin.
“A. Smith thought that accumulation or increase of stock in general lowered the rate of profits in general, on the same principle which makes the increase of stock in any particular trade lower the profits of that trade. But such increase of stock in a particular trade means an increase more in propor- tion than stock is at the same time increased in other trades: it is relative.” (p. 9, An Inquiry into those Principles respecting the Nature of Demand and the Necessity of Consumption, lately advocated by Mr. Malthus. Lon- don 1821.) „Die competition among the industrial capitalists kann level die sich besonders über das Niveau erhebenden Profite, aber nicht lower this ordinary level.“ (Ramsay IX, 88.) (Ramsay and andre Oekonomen machen mit Recht den Unterschied, ob die Productivität wächst in den Industriezweigen die das capital fixe bilden und natürlich die wages, oder andren Industrien, z. B. Luxusindustrien. Leztre können die nothwendige Arbeitszeit nicht vermindern. Allein sie können es durch Austausch mit Agriculturproducten auswärtiger Völker, wo es dann dasselbe ist, als ob sich die Productivität innerhalb der Agricultur vermehrt hätte. Daher die Wichtigkeit des freien Kornhandels für die industriellen Capitalisten.) Ricardo sagt (englische Ausgabe On the Principles of Political Economy and Taxation. 3 ed. London 1821): “The farmer and manufacturer can no more live without profits, than the labourer without wages.” (p. 123 l. c.) „Es ist eine natürliche Tendenz der Profite zu fallen, weil im Fortschritt der Gesellschaft und des Reichthums, das additional [Quantum of] food mehr und mehr Arbeit erheischt. Diese Tendenz, diese Gravitation des Profits wird aufgehalten in sich wiederholenden Zwischenräumen durch die Verbesserungen in der Maschinerie, verbunden mit der Production der necessaries, wie durch die Entdeckungen in der Wissenschaft der Agricultur, die die Productionskosten vermindern.“ (l. c. p. 120-121.) Ricardo wirft Profit sofort unmittelbar mit dem Mehrwerth zusammen; er hat überhaupt diesen Unterschied nicht gemacht. Während aber der Mehrwerth bestimmt ist durch das Verhältniß der vom Capital angewandten Surplusarbeit zur nothwendigen Arbeit, ist die Rate des Profits nichts als das Verhältniß des Mehrwerths zum Totalwerth des der Production vorausgesezten Capitals. Seine Proportion fällt und steigt daher im Verhältniß des gegen lebendige Arbeit ausgetauschten Theils des Capitals zu dem als Material und capital fixe existirenden. Unter allen Umständen muß der Mehrwerth als Profit betrachtet eine Proportion des Gewinns ausdrücken, die kleiner ist, als die wirkliche Proportion des Mehrwerths. Denn unter allen Umständen wird er gemessen an dem Gesammtcapital, das immer grösser ist als das in wages angewandte und gegen lebendige Arbeit ausgetauschte. Da Ricardo so einfach Mehrwerth und | |18| Profit zusammenwirft, und der Mehrwerth nur constant abnehmen kann, tendentiell abnehmen kann, wenn das Verhältniß der Surplusarbeit zur nothwendigen Arbeit, d. h. zu der für die Reproduction des Arbeitsvermögens erheischten Arbeit abnimmt, dieß aber nur möglich ist mit Abnahme der Productivkraft der Arbeit, nimmt Ricardo an, daß die Productivkraft der Arbeit, während sie in der Industrie mit der Accumulation des Capitals wächst, sie in der Agricultur abnimmt. Aus der Oekonomie flüchtet er in die organische Chemie. Wir haben diese Tendenz als nothwendig nachgewiesen ohne alle Rücksicht auf Grundrente, sowenig wie wir Rücksicht zu nehmen hatten z. B. auf steigende Nachfrage nach Arbeit etc. Wie die Grundrente und Profit zusammenhängen, ist erst zu erörtern bei der Betrachtung der Grundrente selbst, gehört nicht hierher. Daß aber das physiologische Postulat von Ricardo als allgemeines Gesetz ausgedrückt, falsch ist, hat die moderne Chemie bewiesen. Ricardo's Schüler nun, soweit sie ihm nicht einfach nachbeten, haben, wie die neure Oekonomie überhaupt, was ihnen unangenehm in den Principien ihres Meisters, ruhig fallen gelassen. To drop the problem is their general method of solving it. Andre Oekonomen, wie z. B. Wakefield, flüchten zur Betrachtung des field of employment für das wachsende Capital. Dieß gehört in die Betrachtung der Concurrenz und ist vielmehr die Schwierigkeit des Capitals den wachsenden Profit zu realisiren; also Läugnung der immanenten Tendenz zum Fall der Profitrate. Die Nothwendigkeit für das Capital stets ausgedehntres field of employment zu suchen ist aber selbst wieder Consequenz. Man kann Wakefield und ähnliche nicht unter die rechnen, die die Frage selbst gestellt haben. (Ist gewissermassen Reproduction der A. Smith'schen Ansicht.) Endlich die Harmoniker unter den modernsten Oekonomen, an deren Spitze der Amerikaner Carey steht, und dessen zudringlichster Nebenläufer der Franzose Bastiat war, (es ist nebenbei bemerkt, schönste Ironie der Geschichte, daß die continentalen free-traders Herrn Bastiat nachbeten, der seinerseits seine Weisheit bei dem Schutzzöllner Carey holt) nehmen das fact an, die Tendenz der Profitrate zu fallen im Maasse wie das productive Capital wächst. Aber sie erklären es simplement und bonnement daraus, daß der Werth der Arbeitsrate wächst; die Proportion die der Arbeiter vom Gesammtproduct erhält, während das Capital gutgehalten würde durch das Wachsen der gross profits. Die unangenehmen Gegensätze, Antagonismen, worin sich die klassische Oekonomie bewegt, und die Ricardo mit wissenschaftlicher Unbarmherzigkeit betont, werden so aufgeschwemmt in well-to-do harmonies. Carey's Entwicklung hat noch einigen Schein, wie er überhaupt selbst denkt. Sie bezieht sich auf ein Gesetz, das wir erst in der Lehre von der Concurrenz zu betrachten haben, wo wir ihn dann abfinden werden. Bastiat's Fadheit, die Gemeinplätze paradox ausgedrückt, en facettes schleift, und eine höchste Gedankenarmuth unter formeller Logik versteckt, kann hier gleich abgefertigt werden. ❲Es kann an dieser Stelle einiges über den Gegensatz von Carey und Bastiat aus Heft III hereingenommen werden.❳ In der „Gratuité du Crédit. Discussion entre M. Fr. Bastiat et M. Proudhon. Paris 1850“ (Proudhon schneidet nebenbei bemerkt eine höchst lächerliche Figur in dieser Polemik, worin er seine dialectische Ohnmacht unter rhetorischer Anmaassung versteckt) heißt es in lettre VIII des Bastiat (worin der Edle nebenbei bemerkt tout bonnement und tout simplement den Gewinn, der aus der einfachen Theilung der Arbeit dem Wegmacher so gut zukommt, wie dem Anwender des Wegs, mit seiner aussöhnenden Dialektik in einen dem „Weg“ selbst zukommenden Gewinn (i. e. dem Capital) verwandelt): «À mesure que les capitaux augmentent (et avec eux les produits) la part absolue qui revient au capital augmente, et sa part proportionnée diminue. À mesure que les capitaux augmentent (et avec eux les produits), la part proportionnelle et la part absolue du travail augmentent. Puisque le capital voit grossir sa part absolue, encore qu'il ne prélève successivement que , , , du produit total, le travail à qui successivement [il] revient , , , entre évidemment dans le partage pour une part progressive, dans le sens proportionnel comme dans le sens absolu.» Als Illustration giebt er:
| Produit | total | Part du capital | Part du travail | |
| 1) | période | 1000 | ou 500 | ou 500 |
| 2) | 1800 | ou 600 | ou 1200 | |
| 3) | 2800 | ou 700 | ou 2100 | |
| 4) | 4000 | ou 800 | ou 3200 |
([p.] 130, 131.)
Derselbe Witz ist wiederholt p. 288 in der Form von zunehmendem gross profit bei abnehmender Rate des Profits, aber zunehmender Masse von Producten verkauft zu niedrigren Preissen und bei der Gelegenheit wird sehr gewichtig gesprochen von dem „loi d'une décroissance indéfinie qui n'arrive jamais à zéro, loi bien connue des mathématiciens“. (p. 288.) «On voit ici (Marktschreier) un multiplicateur décroître sans cesse, parce que le multiplicande s'accroît toujours.» (p. 288 l. c.)
Ricardo hatte seinen Bastiat geahnt. Das Wachsen des Profits als Summe mit wachsendem Capital trotz der Abnahme der Rate des Profits hervorhebend – also die ganze Bastiat'sche Weisheit anticipirend – verfehlt er nicht zu bemerken, daß dieser Progress nur „für eine bestimmte Zeit wahr ist“. Er sagt wörtlich: „Wie auch die Rate der profits of stock abnehmen mag in Folge der Accumulation des Capitals auf Land und eines Steigens des Arbeitslohns“ (worunter notabene Ricardo versteht Steigen der Productionskosten der für den Unterhalt des Arbeitsvermögens unentbehrlichen Erdproducte), „muß doch der Aggregatbetrag der profits wachsen. So unterstellt, daß mit wiederholten Accumulations von 100000 l. die Rate des Profits falle von 20 auf 19, 18, 17 P. C. so können wir erwarten, daß der Ganze amount of profits received by the successive owners of capital would be always progressive; daß er grösser sein würde, wenn das Capital 200000 l. als wenn 100000; noch grösser, wenn 300000; und so weiter wachsend, obgleich zu einer abnehmenden Rate, with every increase of capital. Dieser Progress ist indeß nur wahr für eine bestimmte Zeit: so 19 % auf 200000 l. ist mehr als 20 auf 100000; 18 % auf 300000 mehr als 19 % auf 200000; aber nachdem das Capital accumulirt to a large amount und profits gefallen sind, vermindert die weitere Accumulation die Summe der Profite. So unterstellt die Accumulation of 1000000 und die Profits of 7 %, so wird der Gesammtbetrag der Profits 70000 l. sein; nun wenn eine addition von 100000 l. zu der Million gemacht wird, und die Profite zu 6 % ||19| fallen, werden 66000 l. oder eine Verminderung von 4000 l. erhalten von den Eigenthümern des stock, obgleich der amount of capital gewachsen von 1000000 zu 1100000.“ (l. c. p. 124, 125.) Dieß verhindert Herrn Bastiat natürlich nicht, die schülerhafte Operation vorzunehmen, einen wachsenden Multiplicanden so wachsen zu lassen, daß er mit abnehmendem Multiplicator ein wachsendes Product bildet, so wenig wie die Gesetze der Production den Dr. Price verhinderten an der Aufstellung seiner zusammengesezten Zinsrechnung. Weil die Rate des Profits abnimmt – nimmt sie ab in Bezug auf den Arbeitslohn, der folglich proportionell und absolut wachsen muß. So schließt Bastiat. (Ricardo sah diese Tendenz zum Fallen der Profitrate mit der Zunahme des Capitals; und da er den Profit mit dem Mehrwerth verwechselt, mußte er den Arbeitslohn wachsen lassen, um den Profit fallen zu lassen. Da er aber zugleich sah, daß der Arbeitslohn real eher abnahm als zunahm, ließ er seinen Werth wachsen, d. h. das Quantum der nothwendigen Arbeit, ohne seinen Gebrauchswerth wachsen zu lassen. Er ließ daher in der That nur die Grundrente wachsen. Der harmonische Bastiat aber entdeckt, daß mit der Accumulation der Capitalien der Arbeitslohn proportionell und absolut wächst.) Er unterstellt, was er beweisen soll, daß die Abnahme der Profitrate identisch ist mit der Zunahme in der Rate des Arbeitslohns und „illustrirt“ dann seine Voraussetzung durch ein Rechenexempel, das ihn sehr amüsirt zu haben scheint. Wenn die Abnahme der Profitrate nichts ausdrückt als die Abnahme des Verhältnisses, worin das Gesammtcapital die lebendige Arbeit zu seiner Reproduction bedarf, so ist das was andres. Herr Bastiat übersieht den kleinen Umstand, daß in seiner Voraussetzung, obgleich die Profitrate des Capitals abnimmt, das Capital selbst anwächst, das der Production vorausgesezte Capital. Daß nun der Werth des Capitals nicht wachsen kann, ohne daß es sich surplus Arbeit aneignet, hätte selbst Herr Bastiat ahnen können. Daß die blose Vermehrung von Producten den Werth nicht vermehrt, könnte ihm der in der französischen Geschichte stehende Jammer über Uebererndten zeigen. Die Frage drehte sich dann einfach um die Untersuchung ob das Fallen der Profitrate gleichbedeutend mit dem Wachsen der Rate der Surplusarbeit im Verhältniß zur nothwendigen Arbeit, oder vielmehr nicht mit dem Fallen der Gesammtrate der angewandten lebendigen Arbeit im Verhältniß zu dem reproducirten Capital. Herr Bastiat vertheilt das Product daher auch einfach zwischen Capitalist und Arbeiter, statt es zu vertheilen in Rohmaterial, Productionsinstrument und Arbeit und sich zu fragen, in welchen aliquoten Theilen sein Werth zum Austausch gegen diese verschiednen Portionen verwandt wird. Der gegen Rohmaterial und Productionsinstrument ausgetauschte Theil des Products geht offenbar die Arbeiter nichts an. Was sie mit dem Capital theilen, als Arbeitslohn und Profit, ist nichts als die neu hinzugekommne lebendige Arbeit selbst. Was aber namentlich Bastiat Sorge macht ist, wer denn das vermehrte Product aufessen solle. Da der Capitalist nur einen relativ geringen Theil aufißt, muß nicht der Arbeiter einen relativ grossen aufessen? Namentlich in Frankreich, dessen Gesammtproduction höchstens in der Phantasie Bastiats überhaupt viel zu essen giebt, könnte sich Herr Bastiat überzeugen, daß sich um das Capital eine Masse Parasitenkörper anlegen, die unter einem oder dem andren Titel so viel von der Gesammtproduction an sich ziehn, um dem Arbeiter die Bäume nicht über den Kopf wachsen zu lassen. Daß übrigens mit der Production auf grosser Stufenleiter die Gesammtmasse der angewandten Arbeit zunehmen kann, obgleich die Proportion der angewandten Arbeit zum Capital abnimmt, ist klar, und daß somit nichts dem im Wege steht, daß mit der Zunahme des Capitals eine zunehmende Arbeiterbevölkerung grösserer Masse Producte bedarf. Uebrigens verwechselt Bastiat, in dessen harmonischem Gehirn alle Kühe grau sind (sieh oben Salair), die Abnahme des Zinses mit der Zunahme des Arbeitslohns, da sie vielmehr Zunahme des industriellen Profits ist, die Arbeiter gar nichts angeht, sondern nur das Verhältniß worin sich verschiedne species Capitalisten den Gesammtprofit theilen.
Retournons à nos moutons. Das Product des Capitals ist also der Profit. Indem es sich zu sich selbst als Profit verhält, verhält es sich zu sich selbst als Productionsquelle von Werth und die Rate des Profits drückt die Pro- portion aus, worin es seinen eignen Werth vermehrt hat. Der Capitalist ist aber nicht blos Capital. Er muß leben, und da er nicht von der Arbeit lebt vom Profit leben, d. h. von der fremden Arbeit, die er sich angeeignet. Als Quelle des Reichthums ist das Capital so gesezt. Das Capital verhält sich zum Profit – da es die Productivität sich incorporirt hat als immanente Eigenschaft – als Revenu. Es kann einen Theil davon aufzehren (scheinbar den ganzen, aber das wird sich als falsch ausweisen), ohne daß es aufhörte Capital zu sein. Nach Verzehrung dieser Frucht kann es von neuem Frucht treiben. Es kann den geniessenden Reichthum vorstellen, ohne aufzuhören die allgemeine Form des Reichthums zu repräsentiren, was dem Geld in der einfachen Circulation unmöglich war. Es mußte entsagen, um allgemeine Form des Reichthums zu bleiben; oder wenn es sich gegen realen Reichthum, Genüsse aufzehrte, hörte es auf die allgemeine Form des Reichthums zu sein. So erscheint der Profit als Distributionsform, wie das Salair. Da aber das Capital nur wachsen kann durch Rückverwandlung des Profits in Capital – in Surpluscapital – ist der Profit ebenso Productionsform des Capitals; ganz ebenso wie das Salair vom Standpunkt des Capitals aus bloses Productions- verhältniß, vom Standpunkt des Arbeiters aus Distributionsverhältniß ist. Es zeigt sich hier, wie die Distributionsverhältnisse selbst producirt sind durch die Productionsverhältnisse und sie selbst darstellen d'un autre point de vue. Es zeigt sich ferner, wie das Verhältniß der Production zur Consumtion durch die Production selbst gesezt ist. Die Abgeschmacktheit aller bürgerlichen Oekonomen, z. B. auch des J. St. Mill, der die bürgerlichen Productionsverhältnisse für ewig hält, aber ihre Distributionsformen für historisch, zeigt, daß er weder die einen noch die andren versteht. Beim einfachen Austausch bemerkt Sismondi richtig: „Ein échange sezt immer 2 Werthe voraus; jeder kann ein verschiednes Loos haben; aber die Qualität von Capital und Revenu folgt nicht dem ausgetauschten Objekt; sie attachirt sich der Person, die sein Eigenthümer ist.“ (Sismondi. VI.) Aus den einfachen Austauschverhältnissen ist daher nicht die Revenu zu erklären. Die Qualität eines im Austausch erhaltnen Werths Capital oder Revenu vorzustellen, ist bestimmt durch Verhältnisse, die jenseits des einfachen Austauschs liegen. Albern daher diese complicirtern Formen auf jene einfachen Tauschverhältnisse reduciren zu wollen, wie es die harmonischen freetraders thun. Vom Standpunkt des einfachen échange aus, und die Accumulation als blose Accumulation von Geld (Tauschwerth) betrachtet, ist der Profit und die Revenu des Capitals unmöglich. „Wenn die Reichen den accumulirten Reichthum gegen Luxusproducte ausgeben – und sie können Waaren nur durch échange erhalten, – würde ihr fonds bald erschöpft sein … Aber in der ordre social hat der Reichthum die Eigenschaft erworben, sich durch fremde Arbeit zu reproduciren. Der Reichthum, wie die Arbeit, und durch die Arbeit, giebt eine jährliche Frucht, die jedes Jahr vernichtet werden kann, ohne daß der Reiche davon ärmer wird. Die Frucht ist die Revenu, die dem Capital entspringt.“ (Sismondi. IV.) Erscheint der Profit so als Resultat des Capitals, so anderseits als Voraussetzung der Capitalbildung. Und so von neuem die Kreisbewegung gesezt, worin das Resultat als Voraussetzung erscheint. „So Theil der Revenu in Capital verwandelt, in einen permanenten sich vervielfältigenden Werth, der nicht mehr unterging; dieser Werth riß sich los von der Waare, die ihn geschaffen hatte; er blieb gleich einer metaphysischen, unsubstantiellen Qualität immer im Besitz desselben cultivateurs (Capitalist), für den er verschiedne Formen bekleidete.“ (Sis- mondi. VI.)|
|20|Indem das Capital als Profitsetzend gesezt ist, als Quelle des Reich- thums unabhängig von der Arbeit, wird jeder Theil des Capitals supponirt gleichmässig productiv zu sein. Wie der Mehrwerth im Profit an dem Gesammtwerth des Capitals gemessen wird, so erscheint er gleichmässig durch seine verschiednen Bestandtheile erzeugt. Der circulirende Theil desselben (der Theil der aus Rohmaterialien und Approvisionnement besteht), bringt also nicht mehr Profit, wie der das capital fixe bildende Bestandtheil, und zwar bezieht sich der Profit gleichmässig auf diese Bestandtheile nach ihrer Grösse.
Da der Profit des Capitals sich nur realisirt im Preisse, der für es gezahlt wird, für den von ihm geschaffnen Gebrauchswerth gezahlt wird, so ist der Profit also bestimmt durch den Ueberschuß des erhaltnen Preisses über den Preiß der die Auslagen deckt. Da ferner diese Realisation nur im Austausche vor sich geht, so ist für das einzelne Capital der Profit nicht nothwendig beschränkt durch seinen Mehrwerth, durch die in ihm enthaltne Surplusarbeit; sondern steht im Verhältniß zu dem Ueberschuß des Preisses, den es im Austausch erhält. Es kann mehr als sein Equivalent austauschen, und dann ist der Profit grösser als sein Mehrwerth. Es kann dieß nur der Fall sein, so weit der andre Austauschende nicht ein Equivalent erhält. Der Gesammtsurpluswerth, ebenso wie der Gesammtprofit, der nur der Mehrwerth selbst ist anders berechnet, kann nie durch diese Operation wachsen, noch abnehmen; nicht er selbst, sondern nur seine Vertheilung unter den verschied- nen Capitalien wird dadurch modificirt. Indeß gehört diese Betrachtung erst in die der vielen Capitalien; noch nicht hierhin.
Dem Profit gegenüber erscheint der Werth des in der Production vorausgesezten Capitals als Avancen – Productionskosten, die im Product ersezt sein müssen. Nach Abzug des Theils des Preisses der sie ersezt, bildet der Ueberschuß den Profit. Da die Surplusarbeit – die Profit und Zins, beides nur Portionen derselben – dem Capital nichts kostet, also nicht unter dem von ihm avancirten Werthe rangirt – nicht unter dem Werth, den es vor dem Productionsprocess und der Verwerthung des Products besaß – so figurirt diese Surplusarbeit, die in den Productionskosten des Products eingeschlossen ist und die Quelle des Mehrwerths, also auch des Profits bildet – nicht unter den Productionskosten des Capitals. Diese sind nur gleich den wirklich von ihm vorgeschoßnen Werthen, nicht dem in der Production angeeigneten und in der Circulation realisirten Surpluswerth. Die Productionskosten vom Standpunkt des Capitals sind daher nicht die wirklichen Productionskosten, eben weil ihm die Surplusarbeit nichts kostet. Der Ueberschuß des Preisses des Products über den Preiß der Productionskosten giebt ihm Profit. Es kann also Profit für das Capital existiren, ohne daß seine wirklichen Productionskosten – d. h. die ganze von ihm ins Werk gesezte Surplusarbeit – realisirt wird. Der Profit – der Ueberschuß über die vom Capital gemachten Avancen – kann kleiner sein als der Mehrwerth – das vom Capital eingetauschte Surplus von lebendiger Arbeit über die vergegenständlichte Arbeit, die es gegen das Arbeitsvermögen ausgetauscht hat. Durch die Trennung des Zinses vom Profit – was wir gleich betrachten werden – wird indeß selbst auch für das productive Capital ein Theil des Surpluswerths als Productionskost gesezt. Die Verwechslung der Productionskosten vom Standpunkt des Capitals aus mit dem in dem Product des Capitals vergegenständlichten Quantum von Arbeit, die Surplusarbeit eingeschlossen, hat sagen lassen, daß „der Profit nicht eingeschlossen im natural price“. Es sei „absurd den Excess oder Profit a part of the expenditure zu nennen“. (Torrens. IX, 30.) Dieß führt dann zu einer Masse Confusion; entweder den Profit nicht im Austausch realisiren, sondern aus ihm entspringen zu lassen (was immer nur relativ der Fall sein kann, wenn der eine Austauschende nicht sein Equivalent erhält) oder dem Capital eine magische Kraft zuzuschreiben, die aus Nichts Etwas macht. Indem der im Productionsprocess gesezte Werth im Austausch seinen Preiß realisirt, erscheint der Preiß des Products bestimmt in fact durch die Summe Geld die ein Equivalent ausdrückt für die im Rohmaterial, der Maschinerie, den Salaires und der nicht bezahlten Surplusarbeit enthaltne Gesammtquantität von Arbeit. Der Preiß hier also noch erscheint nur als Formveränderung des Werths; der Werth in Geld ausgedrückt; aber die Grösse dieses Preisses ist im Productionsprocess des Capitals vorausgesezt. Das Capital erscheint damit Preiß bestimmend, so daß der Preiß bestimmt ist durch die vom Capital gemachten Avancen + die von ihm im Product realisirte Surplusarbeit. Wir werden später sehn, wie umgekehrt der Preiß als Profitbestimmend erscheint. Und wenn hier die gesammten wirklichen Productionskosten als Preißbestimmend erscheinen, der Preiß später als die Productionskosten bestimmend. Die Concurrenz, um die immanenten Gesetze des Capitals ihm als äussere Nothwendigkeit aufzuzwingen, kehrt sie scheinbar alle um. Verkehrt sie.
Zur Wiederholung noch: der Profit des Capitals hängt nicht von seiner Grösse ab; sondern bei gleicher Grösse von dem Verhältniß der Bestandtheile (dem constanten und variablen Theil) ab; dann von der Productivität der Arbeit (die aber in jener ersten Proportion sich ausspricht, da bei geringrer Productivität dasselbe Capital nicht in derselben Zeit mit derselben Portion lebendiger Arbeit dasselbe Material verarbeiten könnte); von der Umschlagszeit; die bestimmt ist durch verschiedne Proportionen zwischen capital fixe und circulant, verschiedne Dauerhaftigkeit des capital fixe, etc etc (sieh oben). Die Ungleichheit des Profits in verschiednen Industriezweigen für Capitalien von gleicher Grösse, i. e. die Ungleichheit der Profitrate, ist Bedingung und Voraussetzung für die Ausgleichungen der Concurrenz.
Sofern das Capital Rohmaterial, Instrument, Arbeit durch Austausch erhält, einkauft, sind seine Elemente selbst schon in der Form von Preissen vorhanden; schon als Preisse gesezt; ihm vorausgesezt. Die Vergleichung des Marktpreisses seines Products mit den Preissen seiner Elemente wird dann entscheidend für es. Dieß gehört aber erst in das Capitel von der Concurrenz.
Also der Mehrwerth, den das Capital in einer gegebnen Umschlagszeit sezt, erhält die Form des Profits, insofern er gemessen wird an dem Totalwerth des der Production vorausgesezten Capitals. Während der Mehrwerth direct gemessen ist durch die Surplusarbeitszeit, die das Capital gewinnt im Austausch mit der lebendigen Arbeit. Der Profit ist nichts als eine andre, weiter im Sinn des Capitals entwickelte Form des Mehrwerths. Der Mehrwerth hier ist mehr betrachtet als ausgetauscht gegen das Capital selbst im Productionsprocess, nicht gegen die Arbeit. Es erscheint daher das Capital als Capital, als vorausgesezter Werth durch die Vermittlung seines eignen Processes sich auf sich beziehend als gesezter, producirter Werth und der von ihm gesezte Werth heißt Profit.
Die 2 unmittelbaren Gesetze die sich uns bei dieser Umwandlung des Mehrwerths in die Gestalt des Profits ergeben sind die: 1) Der Mehrwerth als Profit ausgedrückt erscheint immer als kleinere Proportion, wie der Mehr- werth in seiner unmittelbaren Realität wirklich beträgt. Denn statt an einem Theil des Capitals gemessen zu werden, dem gegen lebendige Arbeit ausgetauschten (ein Verhältniß was sich als das der nothwendigen zur Surplusarbeit herausstellt) wird sie am Ganzen gemessen. Welches immer der Mehrwerth sei, den ein Capital a sezt, und welches immer die Proportion in a von c und v, dem constanten und dem variablen Theil des Capitals, der Mehrwerth m muß kleiner erscheinen wenn gemessen an c + v, als wenn an seinem realen Maaß v gemessen. Der Profit oder – wenn nicht als absolute Summe, sondern wie er meist als Proportion betrachtet (die Profitrate ist der Profit ausgedrückt als Verhältniß worin das Capital Mehrwerth gesezt hat) – die ||21| Profitrate drückt nie die wirkliche Rate aus, worin das Capital die Arbeit exploitirt, sondern immer ein viel kleinres Verhältniß und um so falscher ist das Verhältniß, das sie ausdrückt, je grösser das Capital ist. Die Profitrate könnte nur dann die wirkliche Rate des Mehrwerths ausdrücken, wenn das ganze Capital blos in Arbeitslohn verwandelt würde; das ganze Capital gegen lebendige Arbeit ausgetauscht würde, also blos als Approvisionnement existirte und nicht nur nicht in der Form von schon producirtem Rohmaterial (was in der extractiven Industrie vorgekommen), also nicht nur das Rohmaterial = 0 wäre, sondern auch Productionsmittel, sei es in der Form von Instrumenten oder entwickeltem capital fixe = 0. Leztrer case kann auf der Grundlage der dem Capital entsprechenden Productionsweise nicht vorkommen. Wenn a = c + v, welches auch immer die Zahl m, so [ist m c + v < m v ].
2) Das 2te grosse Gesetz ist, daß im Maasse wie das Capital sich schon die lebendige Arbeit in der Form der vergegenständlichten Arbeit angeeignet hat, im Maasse also wie Arbeit schon capitalisirt ist und daher auch wachsend in der Form von capital fixe in dem Productionsprocess agirt, oder im Maasse wie die Productivkraft der Arbeit wächst, die Profitrate abnimmt. Das Wachsen der Productivkraft der Arbeit ist gleichbedeutend mit a) dem Wachsen des relativen Mehrwerths oder der relativen Surplusarbeitszeit, die der Arbeiter dem Capital giebt; b) der Verminderung der zur Reproduction des Arbeitsvermögens nothwendigen Arbeitszeit; c) der Abnahme des Theils des Capitals der sich überhaupt gegen lebendige Arbeit austauscht gegen die Theile desselben [gehalten], die als vergegenständlichte Arbeit und vorausgesezter Werth an dem Productionsprocess theilnehmen. Die Profitrate steht daher in umgekehrtem Verhältniß zum Wachsen des relativen Mehrwerths oder der relativen Surplusarbeit, zur Entwicklung der Productivkräfte, und zur Grösse des als [constantes] Capital in der Production angewandten Capitals. In andren Worten das zweite Gesetz ist die Tendenz der Profitrate zu fallen mit der Entwicklung des Capitals, sowohl seiner Productivkraft, wie des Umfangs, worin es als vergegenständlichter Werth schon sich gesezt hat; des Umfangs worin Arbeit sowohl wie Productivkraft capitalisirt ist.
Andre Ursachen, die sonst auf die Rate des Profits wirken können, sie herabdrücken können für längre oder kürzre Perioden, gehören noch nicht hierher. Es ist ganz richtig, daß den Productionsprocess im Ganzen und Grossen betrachtet das als Material und capital fixe wirkende Capital nicht nur vergegenständlichte Arbeit ist, sondern von neuem durch die Arbeit reproducirt werden muß und zwar beständig reproducirt werden muß. Sein Bestehn unterstellt also – der Umfang, den sein Bestehn erreicht hat, unterstellt also Umfang der arbeitenden Bevölkerung, grosse Population, die an und für sich Bedingung aller Productivkraft – aber diese Reproduction geht überall vor unter der Voraussetzung von Wirkung des capital fixe und Rohmaterial und scientific power, sowohl als solche, wie der Production angeeignet, und selbst schon in ihr realisirt. Dieser Punkt ist erst näher zu entwickeln in der Betrachtung der Accumulation.
Es ist ferner klar, daß obgleich der Theil des Capitals der sich gegen lebendige Arbeit austauscht, im Verhältniß zum Gesammtcapital betrachtet, abnimmt, die Gesammtmasse der angewandten lebendigen Arbeit zunehmen kann oder dieselbe bleiben, wenn das Capital in demselben oder grösserem Verhältniß wächst. Die Population kann daher beständig wachsen im Verhältniß wie die nothwendige Arbeit abnimmt. Wenn Capital a in c und in v verausgabt, Capital a′ aber in c und in v; so könnte Capital a′ auf c v anwenden. War es aber ursprünglich = c + v, so jezt = c + v, oder es ist gewachsen um ; d. h. es hat sich verdoppelt. Dieß Verhältniß ist indeß auch näher erst zu untersuchen bei der Accumulations- und Populationstheorie. Ueberhaupt müssen uns zunächst die Folgerungen, die sich aus den Gesetzen ergeben, und die Hin- und Herbedenken darüber nicht irren.
Die Profitrate also ist bestimmt nicht nur durch das Verhältniß der Surplusarbeit zur nothwendigen Arbeit, oder das Verhältniß worin vergegenständlichte Arbeit sich gegen lebendige austauscht, sondern durch das Verhältniß überhaupt der angewandten lebendigen Arbeit zur gegenständlichen Arbeit; die Portion des Capitals die sich überhaupt gegen lebendige Arbeit austauscht gegen den Theil der als vergegenständlichte Arbeit an dem Productionsprocess theilnimmt. Diese Portion aber nimmt ab, im selben Verhältniß wie die Surplusarbeit gegen die nothwendige wächst.
(Da der Arbeiter den Theil des Capitals der gegen sein Arbeitsvermögen ausgetauscht wird ebensosehr reproduciren muß, wie die andren Theile des Capitals, so erscheint das Verhältniß worin der Capitalist beim Austausch gegen Arbeitsvermögen gewinnt als bestimmt durch das Verhältniß der nothwendigen Arbeit zur Surplusarbeit. Ursprünglich erscheint das so, daß ihm die nothwendige Arbeit nur die Auslage ersezt. Da er aber nichts auslegt als die Arbeit selbst – wie sich dieß bei der Reproduction zeigt – kann das Verhältniß einfach so ausgedrückt werden – das Verhältniß des Mehrwerths als Verhältniß der nothwendigen Arbeit zur Surplusarbeit.)
❲In Bezug auf das capital fixe – und die Dauerhaftigkeit als Bedingung desselben, die nicht äusserlich hineinkommt, ist noch zu bemerken: Soweit das Productionsinstrument selbst Werth ist, vergegenständlichte Arbeit trägt es nicht bei als Productivkraft. Wenn eine Maschine deren Herstellung 100 Arbeitstage kostet nur 100 Arbeitstage ersezte, würde sie die Productivkraft der Arbeit in keiner Weise vermehren, und die Kost des Products in keiner Weise vermindern. Je dauerhafter die Maschine, desto öfter kann dieselbe Quantität Product mit ihr geschaffen werden oder desto öfter kann das capital circulant erneuert werden, seine Reproduction wiederholt werden, und desto kleiner ist der Werthantheil (der zur Ersetzung des déchet, des wear und tear der Maschine nöthige); d. h. um so mehr wird der Preiß des Products und seine jemalige Productionskost vermindert. Indeß dürfen wir hier die Preißbeziehung bei der Entwicklung noch nicht hereinbringen. Die Herabsetzung des Preisses als Bedingung für Eroberung des Markts gehört erst in die Concurrenz. Es muß also anders entwickelt werden. Könnte das Capital das Productionsinstrument ohne Kosten, für 0 haben, was wäre die Folge? Dieselbe als wenn die Circulationskosten = 0. D. h. die zur Erhaltung des Arbeitsvermögens nothwendige Arbeit würde vermindert und so die Surplusarbeit [vermehrt], i. e. der Mehrwerth, ohne daß es dem Capital das Geringste kostete. Solche Vermehrung der Productivkraft, eine Maschinerie die ihm nichts kostet, ist die Theilung der Arbeit und die Combination der Arbeit innerhalb des Productionsprocesses. Sie unterstellt aber Arbeiten auf grosser Stufenleiter, i. e. Entwicklung von Capital und Lohnarbeit. Eine andre Productivkraft, die ihm nichts kostet, ist die scientific power. (Daß es immer eine gewisse Abgabe zahlen muß für Pfaffen, Schulmeister und Gelehrte, sie mögen grosse oder kleine scientific power entwickeln, versteht sich von selbst.) Die leztre kann es sich aber nur aneignen durch Anwendung der Maschinerie (auch im chemischen Processe zum Theil). Das Wachsthum der Bevölkerung ist eine solche Productivkraft, die ihm nichts kostet. Kurz alle mit dem Wachsthum der Population und der historischen Entwicklung der Gesellschaft sich entwickelnden gesellschaftlichen Kräfte kosten ihm nichts. So weit sie aber, um im unmittelbaren Productionsprocess angewandt zu werden, selbst eines durch die Arbeit hervorgebrachten, d. h. in der Form von vergegenständlichter Arbeit existirenden Substrats bedürfen, also selbst Werthe sind, kann es sie nur durch Equivalente sich aneignen. Well. Capital fixe, dessen Anwendung mehr kostete als die von lebendiger Arbeit, ||22| d. h. mehr lebendige Arbeit zu ihrer Production oder Erhaltung erheischte, als sie ersezte, wäre eine nuisance. Solche, die nichts kostete, sondern blos vom Capitalisten angeeignet zu werden brauchte, besässe das Maximum des Werths für das Capital. Aus dem einfachen Satze, daß wenn der Werth der Maschinerie = 0, sie am werthvollsten für das Capital, folgt, daß jede Reduction ihrer Kost Gewinn für ihn. Während es einerseits die Tendenz des Capitals den Gesammtwerth des capital fixe zu vermehren,[so] gleichzeitig[seine Tendenz,]den Werth jedes aliquoten Theils desselben zu vermindern. Soweit das capital fixe als Werth in die Circulation eingeht, hört es auf als Gebrauchswerth im Productionsprocess zu wirken. Sein Gebrauchswerth ist eben die Vermehrung der Productivkraft der Arbeit, die Verminderung der nothwendigen Arbeit, die Vermehrung der relativen Surplusarbeit und daher des Surpluswerths. So weit es in die Circulation eingeht, wird sein Werth nur ersezt, nicht vermehrt. Das Product dagegen, das capital circulant, ist der Träger des Surpluswerths, der erst realisirt wird, sobald es aus dem Productionsprocess heraus in die Circulation tritt. Dauerte die Maschine ewig, bestünde sie nicht selbst aus vergänglichem Material, das reproducirt werden müßte (ganz abgesehn von der Erfindung vervollkommneter Maschinen, die ihr den Charakter Maschine zu sein nehmen), wäre sie ein perpetuum mobile, so entspräche sie am vollständigsten ihrem Begriffe. Ihr Werth brauchte nicht ersezt zu werden, weil er in einer unzerstörbaren Materialität fortdauerte. Da capital fixe nur angewandt wird, insofern es als Werth geringer ist, wie als werthsetzend, würde, obgleich es selbst nie [auf einmal] als Werth in die Circulation träte, der in dem capital circulant realisirte Surpluswerth dennoch bald die avances ersetzen und so würde es als werthsetzend wirken, nachdem seine Kosten für den Capitalisten, ebenso wie [die] der Surplusarbeit, die er sich aneignet = 0 wären. Es würde als Productivkraft der Arbeit fortwirken und zugleich Geld in der 3t Bedeutung, constanter für sich seiender Werth sein. Nimm ein Capital von 1000 l. sei Maschinerie; der Surpluswerth der Summe nach = 50. Der Werth der Maschinerie also gleich 200. Nach 4maligem Umschlage wäre die Maschinerie bezahlt. Und ausserdem daß das Capital fortfahren würde in der Maschinerie vergegenständlichte Arbeit von 200 zu besitzen, wäre es vom 5ten Umschlag an dasselbe als ob es mit einem Capital, das ihm nur 800 kostet, 50 machte, also statt 5 %, 6 P. C. Sobald das capital fixe in die Circulation eingeht als Werth hört sein Gebrauchswerth für den Verwerthungsprocess des Capitals auf oder es geht nur in sie ein, sobald dieser auf[hört]. Je dauerhafter daher, je weniger es der Reparatur, der ganzen oder der theilweisen Reproduction bedarf, je länger seine Circulationszeit, um so mehr wirkt es als Productivkraft der Arbeit, als Capital, d. h. als vergegenständlichte Arbeit die lebendige Surplusarbeit sezt. Die Dauer des capital fixe, identisch mit Länge der Circulationszeit seines Werths, oder der zu seiner Reproduction erforderlichen Zeit, geht als Werthmoment desselben aus seinem Begriff selbst hervor. (Daß sie an und für sich, blos stofflich betrachtet, im Begriff des Productionsmittels liegt, bedarf keiner Erläuterung.)❳
Die Rate des Mehrwerths ist einfach bestimmt durch das Verhältniß der Surplusarbeit zur nothwendigen; die Rate des Profits ist bestimmt durch das Verhältniß nicht nur der Surplusarbeit zur nothwendigen, sondern des gegen lebendige Arbeit ausgetauschten Theils des Capitals zum Gesammtcapital das in die Production eingeht.
Der Profit, wie wir ihn hier noch betrachten, d. h. als Profit des Capitals, nicht eines einzelnen Capitals auf Kosten eines andren, sondern als Profit der Capitalistenklasse, konkret ausgedrückt, kann nie grösser sein, als die Summe des Mehrwerths. Als Summe ist er die Summe des Mehrwerths, aber diese selbe Werthsumme als Proportion zum Totalwerth des Capitals, statt zu dem Theil desselben, dessen Werth wirklich wächst; d. h. gegen lebendige Arbeit ausgetauscht wird. In seiner unmittelbaren Form ist der Profit nichts als die Summe des Mehrwerths ausgedrückt als Proportion zum Totalwerth des Capitals.
Die Verwandlung des Mehrwerths in die Form des Profits, diese Art der Berechnung des Mehrwerths durch das Capital, so sehr sie auf einer Illusion über die Natur des Mehrwerths beruht, oder diese vielmehr verhüllt, ist nothwendig vom Standpunkt des Capitals aus.
❲Es kann sich leicht eingebildet werden, die Maschine als solche, weil sie als Productivkraft der Arbeit wirkt, setze Werth. Wenn die Maschine aber keiner Arbeit bedürfte, würde sie den Gebrauchswerth vermehren können; aber der Tauschwerth, den sie schüfe, wäre nie grösser als ihre eignen Productionskosten, ihr eigner Werth, die in ihr vergegenständlichte Arbeit. Nicht weil sie Arbeit ersezt, schafft sie Werth; sondern nur insofern sie ein Mittel ist die Surplusarbeit zu vermehren und nur diese selbst ist sowohl das Maaß, wie die Substanz des Mehrwerths, der mit Hilfe der Maschine gesezt; also überhaupt die Arbeit.❳
Die Verminderung der nothwendigen Arbeit im Verhältniß zur Surplusarbeit drückt sich wenn wir den Tag eines einzelnen Arbeiters betrachten dahin aus, daß ein größrer Theil des Arbeitstags vom Capital angeeignet wird. Die lebendige Arbeit, die angewandt wird, bleibt hier dieselbe. Gesezt durch Vermehrung der Productivkraft, z. B. Anwendung von Maschinerie, würden von 6 Arbeitern, deren jeder 6 Tage in der Woche arbeitet, 3 überflüssig gemacht. Wären die 6 Arbeiter selbst im Besitz der Maschinerie, so würden sie jeder nur mehr einen halben Tag arbeiten. Jezt fahren 3 fort einen ganzen Tag jeden Tag in der Woche zu arbeiten. Führe das Capital fort die 6 anzuwenden, so würden sie jeder nur einen halben Tag arbeiten, aber keine Surplusarbeit verrichten. Gesezt die nothwendige Arbeit betrug früher 10 Stunden, die Surplusarbeit täglich 2, so betrug die ganze Surplusarbeit der 6 Arbeiter täglich 2 × 6 gleich einem Tage und war in der Woche gleich 6 Tagen = 72 Stunden. Jeder arbeitete einen Tag in der Woche umsonst. Oder es wäre dasselbe als wenn der 6te Arbeiter umsonst gearbeitet hätte die ganze Woche durch. Die 5 Arbeiter repräsentiren nothwendige Arbeit und könnten sie auf 4 reducirt werden und der eine Arbeiter nach wie vor umsonst arbeiten – so wäre der relative Mehrwerth gewachsen. Er verhielt sich früher = , und würde sich jezt verhalten wie . Das vorige Gesetz die Zahl der Surplusarbeitsstunden zu vermehren, erhält also jezt die Form die Zahl der nothwendigen Arbeiter zu vermindern. Wäre es möglich für dasselbe Capital die 6 Arbeiter zu dieser neuen Rate anzuwenden, so würde nicht nur relativ, sondern absolut der Mehrwerth sich vermehrt haben. Die Surplusarbeitszeit würde betragen 14 Stunden. 2 Stunden auf 6 Arbeiter ist natürlich mehr als 2 auf 5.
Den absoluten Mehrwerth betrachtet, so erscheint er bestimmt durch die absolute Verlängerung des Arbeitstags über die nothwendige Arbeitszeit hinaus. Die nothwendige Arbeitszeit arbeitet für den blosen Gebrauchswerth, für die Subsistenz. Der Surplusarbeitstag ist Arbeit für den Tauschwerth, für den Reichthum. Er ist das erste Moment der industriellen Arbeit. Die natürliche Grenze ist gesezt – in der Voraussetzung daß die Arbeitsbedingungen vorhanden, Rohstoff und Arbeitsinstrument, oder eins von beiden, je nachdem die Arbeit blos extrahirend oder formend ist, blos den Gebrauchswerth isolirt vom Erdkörper, oder ihn formt, – die natürliche Grenze ist gesezt durch die Anzahl der gleichzeitigen Arbeitstage oder der lebendigen Arbeitsvermögen, i. e. durch die Arbeitsbevölkerung. Auf dieser Stufe ist der Unterschied der Production des Capitals und frührer Productionsstufen nur noch formell. Menschenraub, Sklaverei, Handel mit Sklaven und Zwangsarbeit derselben, ||23| Vermehrung dieser arbeitenden Maschinen, Surplusproduce producirenden Maschinen ist hier direkt durch Gewalt gesezt, beim Capital durch den Austausch vermittelt.
Die Gebrauchswerthe wachsen hier im selben einfachen Verhältniß wie die Tauschwerthe und daher erscheint diese Form der Surplusarbeit in den Productionsweisen der Sklaverei, Leibeigenschaft etc, wo es sich hauptsächlich und vorwiegend um den Gebrauchswerth handelt, wie in der auf den Tauschwerth direct und auf den Gebrauchswerth nur indirect gerichteten Productionsweise des Capitals. Dieser Gebrauchswerth kann, wie z. B. beim ägyptischen Pyramidenbau, kurz bei den religiösen Luxusarbeiten, wozu die Masse der Nation in Aegypten, Indien etc gezwungen wurde, rein phantastisch oder wie bei den alten Etruskern z. B. auf das unmittelbar Nützliche gerichtet sein.
In der 2t Form des Mehrwerths aber, als relativer Mehrwerth, die als Entwicklung der Productivkraft der Arbeiter, in Bezug auf den Arbeitstag als Verminderung der nothwendigen Arbeitszeit und in Bezug auf die Population als Verminderung der nothwendigen Arbeitsbevölkerung erscheint (dieß ist die gegensätzliche Form), in dieser Form erscheint unmittelbar der industrielle und unterscheidend historische Character der auf das Capital gegründeten Productionsweise.
Der ersten Form entspricht die gewaltsame Verwandlung des grösseren Theils der Bevölkerung in Lohnarbeiter und die Disciplin, die ihr Dasein in das von blosen Arbeitern verwandelt. Während 150 Jahren z. B., von Heinrich VII enthalten die Annalen der englischen Gesetzgebung in blutiger Handschrift Zwangsmaaßregeln, die angewandt wurden, um die Masse der eigenthumslos gewordnen und freigewordnen Bevölkerung in freie Lohnarbeiter zu verwandeln. Die Aufhebung der Gefolgschaften, die Confiscation der Kirchengüter, die Aufhebung der Gilden und Confiscation ihres Eigenthums, die gewaltsame Vertreibung der Bevölkerung vom Lande durch Verwandlung von Ackerland in Viehweide, enclosures of commons etc hatten die Arbeiter als bloses Arbeitsvermögen gesezt. Aber sie zogen nun Vagabundage, Bettelei etc, of course, der Lohnarbeit vor und mußten erst gewaltsam an diese gewöhnt werden. Es wiederholt sich dieß ähnlich bei Einführung der grossen Industrie, der mit Maschinen betriebnen Fabriken. Vgl. Owen.
Erst auf einer gewissen Stufe der Entwicklung des Capitals wird der Austausch von Capital und Arbeit in fact formell frei. Man kann sagen, daß die Lohnarbeit erst völlig der Form nach realisirt in England am Ende des 18t Jhh. mit Aufhebung des law of apprenticeship.
Die Tendenz des Capitals ist, of course, den absoluten mit dem relativen Surpluswerth zu verbinden; also größte Ausdehnung des Arbeitstags, mit größter Anzahl gleichzeitiger Arbeitstage, zugleich mit Reduction einerseits der nothwendigen Arbeitszeit auf das Minimum, andrerseits der nothwen- digen Arbeiteranzahl auf das Minimum. Diese widersprechende Forderung, deren Entwicklung in verschiednen Formen als Ueberproduction, Ueberpopulation etc sich zeigen wird, macht sich geltend in der Form eines Processes, worin die widersprechenden Bestimmungen sich in der Zeit ablösen. Eine nothwendige Consequenz derselben ist die möglichste Vervielfältigung des Gebrauchswerths der Arbeit – oder der Productionszweige – so daß die Production des Capitals, wie sie einerseits die Entwicklung der Intensivität [der]Productivkraft der Arbeit, [so] anderseits die unbegrenzte Mannig- faltigkeit der Arbeitszweige beständig und nothwendig erzeugt, d. h. also den allseitigsten Form- und Inhaltsreichthum der Production, alle Seiten der Natur ihr unterwerfend.
Die Vermehrung der Productivkraft, wie sie bei Production auf großer Stufenleiter von selbst hervorgeht aus Theilung und Combination der Arbeit, Oekonomie in gewissen Ausgaben – Bedingungen für den Arbeitsprocess – die dieselben bleiben oder sich vermindern bei gemeinschaftlicher Arbeit, wie Heizung etc, Arbeitsbaulichkeiten etc, kosten dem Capital nichts; es hat diese vermehrte Productivkraft der Arbeit gratis. Vermehrte sich die Productivkraft gleichzeitig in der Production der verschiednen Productionsbedingungen, Rohmaterial, Productionsmittel und Lebensmittel, und den [davon] bestimmten [Productionszweigen], so würde ihr Wachsen keine Veränderung in dem Verhältniß der verschiednen Bestandtheile des Capitals zu einander hervorbringen. Wächst die Productivkraft der Arbeit gleichzeitig z. B. in der Production von Flachs, Webstühlen und dem Weben selbst (durch Theilung der Arbeit), so würde der größren Masse die verwebt würde in einem Tage größre Masse Rohstoff etc entsprechen. In den extractiven Arbeiten, z. B. Minenindustrie ist nicht erheischt, wenn die Arbeit productiver wird, daß der Rohstoff wächst, da kein Rohstoff verarbeitet wird. Um die Herbste productiver zu machen, ist nicht erheischt even, daß die instruments an Anzahl gewachsen sind, sondern nur daß sie concentrirt sind und die Arbeit die früher von Hunderten stückweis geschah, gemeinschaft- lich geschieht. Was aber für alle Formen der Surplusarbeit erheischt ist ist Wachsen der Population; der Arbeiterpopulation für die erste Form; der Population überhaupt für die zweite, da sie Entwicklung der Wissenschaft etc verlangt. Population aber erscheint hier als die Grundquelle des Reichthums.
Aber wie wir ursprünglich das Capital betrachten, erscheinen Rohstoff und Instrument aus der Circulation herkommend, nicht von ihm selbst producirt; wie denn auch in der Realität das einzelne Capital die Bedingungen seiner Production aus der Circulation erhält, obgleich sie ihrerseits wieder durch Capital, aber ein andres Capital producirt sind. Daraus folgt einerseits die nothwendige Tendenz des Capitals sich der Production allseitig zu bemächtigen; seine Tendenz die Production der Arbeitsstoffe oder der Rohmaterialien wie der Instrumente ebenfalls als vom Capital, wenn auch von einem andren Capital producirt zu setzen; die propagandistische Tendenz des Capitals. Zweitens aber ist klar, daß wenn die objectiven Productions- bedingungen, die es aus der Circulation erhält, dem Werth nach dieselben bleiben, d. h. in demselben Quantum Gebrauchswerth sich dasselbe Quantum Arbeit vergegenständlicht, ein geringrer Theil des Capitals auf lebendige Arbeit ausgelegt werden kann oder die Proportion der Bestandtheile des Capitals wechselt. Beträgt das Capital 100 z. B., der Rohstoff , das Instrument , die Arbeit , und könnte durch Verdopplung der Productivkraft (Theilung der Arbeit) dieselbe Arbeit mit demselben Instrument doppelt den Rohstoff verarbeiten, so müßte das Capital wachsen um 40; also ein Capital von 140 arbeiten; wovon 80 Rohstoff, 20 Instrument, 40 Arbeit. Die Arbeit verhielte sich nun = (früher = ); die Arbeit verhielt sich früher wie ; jezt nur noch wie . Oder in demselben Capital von 100 fiele nun auf den Rohstoff , auf das Instrument , und auf die Arbeit . Der Gewinn wäre nach wie vor 20. Aber die Surplusarbeit wäre 100 % wenn sie früher 50 war. Es braucht nur mehr 20 Arbeit für 60 Rohstoff und 20 Instrument. 80.|20.|100.| Ein Capital von 80 giebt ihm Profit von 20. Sollte das Capital nun die ganze Arbeit auf dieser Productionsstufe anwenden, so müßte es wachsen auf 160; nämlich 80 Rohstoff, 40 Instrument und 40 Arbeit. Dieß gäbe einen Mehrwerth von 40. Auf der frühren Stufe, wo das Capital von 100 nur Mehrwerth von 20 giebt, gäbe ein Capital von 160 nur Mehrwerth von 32, also 8 weniger, und das Capital müßte wachsen auf 200 um denselben Mehrwerth von 40 zu produciren.
Es sind zu unterscheiden: 1) Die zunehmende Arbeit (oder Intensivität, Geschwindigkeit der Arbeit) erheischt keine größre Avance in Material oder Arbeitsinstrument. Z. B. dieselben 100 Arbeiter mit Instrumenten von demselben Werth fangen mehr Fische, oder bestellen den Boden besser, oder ziehn mehr Erze aus den Minen oder Kohlen aus den Kohlenwerken oder schlagen mehr Blättchen aus demselben Quantum Gold durch größre Geschicklichkeit, beßre Combination und Theilung der Arbeit etc oder verwüsten weniger Rohstoff, kommen also mit demselben Werthquantum in Rohstoff weiter. In diesem Falle also, wenn wir annehmen, entweder daß ihre Producte selbst in ihre Consumtion eingehn, vermindert sich ihre nothwendige Arbeitszeit; mit denselben ||24| Unterhaltskosten verrichten sie größre Arbeit. Oder ein geringrer Theil ihrer Arbeit ist zur Reproduction des Arbeitsvermögens nöthig. Der nothwendige Theil der Arbeitszeit verringert sich im Verhältniß zur Surplusarbeitszeit und obgleich der Werth des Products derselbe bleibt, 100 Arbeitstage, vermehrt sich der dem Capital zufallende Antheil, der Surpluswerth. War der Gesammtsurplusarbeits[theil] = , also = 10 Arbeitstagen, und ist er jezt , so ist die Surplusarbeitszeit um 10 Tage gewachsen. Die Arbeiter arbeiten 80 Tage für sich und 20 für den Capitalisten, während im ersten Fall 90 für sich und nur 10 für den Capitalisten. (Diese Berechnung nach Arbeitstagen, und die Arbeitszeit als die einzige Substanz des Werths, zeigt sich offen so, wo Hörigkeitsverhältnisse existiren. Beim Capital verdeckt durch das Geld.) Von dem neugeschaffnen Werth fällt größre Portion dem Capital zu. Die Verhältnisse aber zwischen den verschiednen Bestandtheilen des invariablen Capitals bleiben nach der Voraussetzung dieselben. D. h., obgleich der Capitalist größre Surplusarbeitsmasse anwendet, weil er weniger Salair zahlt, wendet er nicht mehr Capital in Rohstoffen und Instrumenten an. Er tauscht einen kleinren Theil vergegenständlichter Arbeit gegen dasselbe Quantum lebendiger Arbeit aus oder dasselbe Quantum vergegenständlichter Arbeit gegen größres Quantum lebendiger Arbeit. Dieß nur möglich bei der extractiven Industrie; bei der manufacturirenden insofern der Rohstoff mehr ökonomisirt wird; ferner da wo chemische Processe den Stoff vermehren, Agricultur; bei der transportirenden Industrie.
2) Die Productivität vermehrt sich gleichzeitig nicht nur in dem bestimmten Productionszweig, sondern auch in seinen Bedingungen, in dem case nämlich wo mit der Intensivität der Arbeit, der Vermehrung der Arbeitsproducte in derselben Zeit, der Rohstoff vermehrt werden muß oder das Instrument, oder beide. (Der Rohstoff braucht nichts zu kosten, z. B. in Binsenflechten; Holz, das nichts kostet etc.) In diesem Falle bliebe das Verhältniß des Capitals dasselbe. D. h. das Capital braucht mit der wachsenden Productivität der Arbeit nicht größren Werth in Rohstoff und Instrument auszulegen.
3) Die vermehrte Productivität der Arbeit erheischt größren Theil des Capitals ausgelegt für Rohstoff und Instrument. Ist blos durch Theilung der Arbeit etc dieselbe Quantität Arbeiter productiver geworden, so bleibt das Instrument dasselbe; blos der Rohstoff muß wachsen; da dieselbe Arbeiterzahl in derselben Zeit größres Quantum desselben verarbeitet und nach der Voraussetzung die Productivität hervorgegangen nur aus größrer Geschicklichkeit der Arbeiter, Theilung und Combination der Arbeit etc. In diesem Fall vermindert sich der gegen lebendige Arbeit ausgetauschte Theil des Capitals nicht nur (er bleibt derselbe, wenn nur die absolute Arbeitszeit wächst; vermindert sich, wenn die relative wächst) relativ gegen die andren Bestandtheile des Capitals die dieselben bleiben um sein eignes Fallen, sondern ebensosehr um ihr Wachsen.
War das
| Rohmaterial | Instrument | Arbeit | m | |
| Arbeitstage: | 180 | 90 | 80 | 10 |
| 411 | 90 | 70 | 20. |
Im ersten Fall: so daß von 90 Arbeitstagen 10 Surplusarbeitstage; die Surplusarbeit 12 P. C. Im zweiten Fall ist das Verhältniß des Rohmaterials in demselben Verhältniß gestiegen wie das Verhältniß der Surplusarbeit gestiegen ist, verglichen mit dem ersten Fall.
Wenn in allen Fällen Wachsthum des Mehrwerths Wachsthum der Population voraussezt, so in diesem Fall ebenfalls Accumulation oder größres Capital, das in die Production tritt. (Dieß löst sich schließlich auch auf in größre Arbeiterbevölkerung beschäftigt in der Production des Rohmaterials.) Im ersten Fall bildet der Totaltheil des Capitals, der angewandt ist in Arbeit des Gesammtcapitals; und verhält sich zum constanten Theil des Capitals; im 2ten Fall weniger wie des Gesammtcapitals und der Totaltheil des Capitals der angewandt ist in Arbeit verhält sich noch nicht zum constanten Theil des Capitals. Obgleich daher die auf Theilung und Com- bination der Arbeit beruhnde Vermehrung der Productivkraft auf absoluter Vermehrung der angewandten Arbeitskraft ruht, ist sie nothwendig ver- bunden mit Verminderung derselben im Verhältniß zum Capital das sie in Bewegung sezt. Und wenn in der ersten Form, der der absoluten Surplus- arbeit, die angewandte Arbeitsmasse in demselben Verhältniß wachsen muß, wie das angewandte Capital, so in dem 2tFall wächst sie in geringrem Verhältniß, und zwar in umgekehrtem Verhältniß zum Wachsthum der Productivkraft.
Wenn durch leztre Methode der Anwendung der Agriculturarbeit die Productivität des Bodens sich verdoppelte, dieselbe Quantität Arbeit 1 quarter Weizen statt gäbe, so würde die nothwendige Arbeit um sinken, und das Capital könnte die doppelte Anzahl mit demselben Salair anwenden. (Dieß blos in Korn ausgedrückt.) Er brauche aber nicht mehr Arbeiter für die Bestellung seines Landes. So wird er dieselbe Arbeit mit der Hälfte des frühren Salairs anwenden; ein Theil seines Capitals wird frei;des früher in Geld ausgelegten; die angewandte Arbeitszeit ist dieselbe geblieben im Verhältniß zum angewandten Capital, aber der Surplustheil derselben ist gestiegen im Verhältniß zum nothwendigen. War früher das Verhältniß der nothwendigen Arbeit zum Gesammtarbeitstag = des Arbeitstags oder 9 Stunden, so wird es jezt gleich sein oder = 4 Stunden. Der Surpluswerth war im ersten Fall 3 Stunden; im 2ten = 7 .
Der Verlauf des Processes ist der: Mit einer gegebnen Arbeiterbevölkerung und Grösse des Arbeitstags, d. h. Grösse des Arbeitstags multiplicirt mit der Anzahl der gleichzeitigen Arbeitstage, kann die Surplusarbeit nur mehr relativ vermehrt werden durch größre Productivkraft der Arbeit, deren Möglichkeit schon gesezt ist im vorausgesezten Wachsthum der Bevölkerung und training to labour (womit auch bestimmte freie Zeit für nicht arbeitende, nicht direct arbeitende Bevölkerung, also Entwicklung der geistigen Capacitäten, etc; geistige Aneignung der Natur). Eine gewisse Stufe der Entwicklung der Productivkräfte gegeben, kann die Surplusarbeit nur noch absolut vermehrt werden durch Verwandlung eines größren Theils der Bevölkerung in Arbeiter, und Zunahme der gleichzeitigen Arbeitstage. Der erste Process ist Verminderung der relativen Arbeiterbevölkerung, obgleich sie absolut dieselbe bleibt; der 2te ist Vermehrung derselben. Beide Tendenzen nothwendige Tendenzen des Capitals. Die Einheit dieser widersprechenden Tendenzen, daher der lebendige Widerspruch, erst mit der Maschinerie, von der wir gleich sprechen werden. Die 2te Form erlaubt offenbar nur ein geringes Verhältniß der nichtarbeitenden Bevölkerung zur arbeitenden. Die erste, da mit ihr das erheischte Quotum lebendiger Arbeit langsamer zunimmt als das Quotum angewandten Capitals, erlaubt größres Verhältniß der nichtarbeitenden Bevölkerung zur arbeitenden.
Das Verhältniß der verschiednen Bestandtheile des Capitals zu einander, wie [sie] in seinem Werden erscheinen, wo es Rohstoff und Instrument, die Bedingungen des Products, aus der Circulation erhält, sich zu ihnen als gegebnen Voraussetzungen verhält, verschwindet zwar bei nährer Betrachtung, indem alle Momente gleichmässig vom Capital producirt erscheinen, indem es sonst die Gesammtbedingungen seiner Production sich nicht unterworfen hätte; aber für das einzelne Capital bleiben sie immer in demselben Verhältniß. Ein Theil desselben kann daher immer als constanter Werth betrachtet werden und es ist nur der in Arbeit ausgelegte, der variirt. Diese Bestandtheile entwickeln sich nicht gleichmässig, aber Tendenz des Capitals ist, wie sich in der Concurrenz zeigen wird, die Productivkraft gleichmässig zu vertheilen.|
|25| Da die wachsende Productivität der Arbeit das Capital eine Schranke finden lassen würde an der nichtwachsenden Masse des Rohmaterials und der Maschinerie, so ist es der Gang der industriellen Entwicklung, daß je mehr die Production Production der Rohstoffe für die Industrie ist, sowohl Rohstoff für Arbeitsmaterial als [für] Instrument, je mehr das Arbeitsmaterial dem blosen Rohstoff sich nähert, grade in diesen Branchen die Einführung der Arbeit im Grossen, wie Anwendung von Maschinerie beginnt. So in der Spinnerei vor der Weberei, in der Weberei vor der Druckerei etc. In der Production der Metalle, die der Hauptrohstoff für die Arbeitsinstrumente selbst, am ersten. Ist das eigentliche Rohproduct was den Rohstoff der Industrie auf der untersten Stufe liefert nicht selbst rasch zu vermehren – so wird Zuflucht genommen zu rascher vermehrbarem Substitut. (Baumwolle für Leinen, Wolle und Seide.) In der Substitution der Kartoffeln für Getreide geschieht dasselbe für die Lebensmittel. Die größre Productivität im leztren Fall durch Production eines schlechtern, weniger blutbildende Substanzen und daher wohlfeilere organische Bedingungen seiner Reproduction enthaltenden Artikels. Dieß gehört, leztres, in die Betrachtung des Arbeitslohns. Bei der Besprechung des Minimums des Salairs Rumford nicht zu vergessen.
Kommen wir jezt zum 3ten case der relativen Surplusarbeit, wie sie sich in der Anwendung der Maschinerie darstellt.
❲Es hat sich im Lauf unserer Darstellung gezeigt, wie Werth, der als eine Abstraction erschien, nur als solche Abstraction möglich ist sobald das Geld gesezt ist; die Geldcirculation anderseits führt zum Capital, kann also nur vollständig entwickelt sein auf Grundlage des Capitals, wie überhaupt nur auf seiner Grundlage die Circulation alle Momente der Production ergreifen kann. In der Entwicklung zeigt sich daher nicht nur der historische Character der Formen, wie Capital, die einer bestimmten Geschichtsepoche angehören; sondern solche Bestimmungen wie Werth, die rein abstract erscheinen, zeigen die historische Grundlage, von der sie abstrahirt sind, auf der allein sie daher in dieser Abstraction erscheinen können; und solche Bestimmungen, die allen Epochen plus ou moins angehören, wie z. B. Geld, zeigen die historische Modification, die sie untergehn. Der ökonomische Begriff von Werth kömmt bei den Alten nicht vor. Werth im Unterschied von pretium nur juristisch gegen Uebervortheilung etc. Der Begriff von Werth ganz der modernsten Oekonomie angehörig, weil er der abstracteste Ausdruck des Capitals selbst und der auf ihm ruhenden Production ist. Im Werthbegriff sein Geheimniß verrathen.❳
Was die auf Maschinerie gegründete Surplusarbeit auszeichnet, ist das Vermindern der nothwendigen Arbeitszeit, die angewandt wird in der Form, daß weniger gleichzeitige Arbeitstage angewandt werden, weniger Arbeiter. Das zweite Moment daß die Vermehrung der Productivkraft selbst bezahlt werden muß vom Capital, nicht gratis ist. Das Mittel, wodurch diese Vermehrung der Productivkraft ins Werk gesezt wird, ist selbst vergegenständlichte unmittelbare Arbeitszeit, Werth, und um sich ihrer zu bemächtigen, muß das Capital einen Theil seines Werths austauschen gegen sie. Das Hereinkommen der Maschinerie zu entwickeln aus der Concurrenz, und dem von ihr ausgelösten Gesetz der Reduction der Productionskosten, ist leicht. Es handelt sich hier darum, sie aus dem Verhältniß des Capitals zur lebendigen Arbeit, ohne Rücksicht auf andres Capital zu entwickeln.
Wenn ein Capitalist 100 Arbeiter in der Baumwollspinnerei anwendete, die ihm jährlich 2400 l. St. kosten und er ersezte durch eine Maschine von 1200 Pfund 50 Arbeiter, so aber daß die Maschine ebenfalls im Jahr abgenuzt würde und am Anfang des 2ten Jahrs wieder ersezt werden müßte, so hätte er offenbar nichts gewonnen; könnte auch seine Producte nicht wohlfeiler verkaufen. Die restirenden 50 Arbeiter würden dasselbe Werk thun wie früher 100; die Surplusarbeitszeit jedes einzelnen Arbeiters hätte sich vermehrt in demselben Verhältniß, wie ihre Anzahl sich vermindert hätte, wäre also dieselbe geblieben. War sie früher täglich = 200 Arbeitsstunden, d. h. 2 Stunden auf jeden der 100 Arbeitstage, so wäre sie jezt ebenfalls = 200 Arbeitsstunden, i. e. = 4 auf jeden der 50 Arbeitstage. In Bezug auf den Arbeiter hätte sich seine Surpluszeit vermehrt; für das Capital wäre die Sache dieselbe, da es jezt 50 Arbeitstage (nothwendige und Surpluszeit zusammen) gegen die Maschine austauschen müßte. Die vergegenständlichten 50 Arbeitstage, die es gegen Maschinerie austauscht würden ihm blos ein Equivalent geben, also nicht Surpluszeit, als wenn es 50 vergegenständlichte Arbeitstage gegen 50 lebendige ausgetauscht hätte. Dieß aber wäre ersezt durch die Surplusarbeitszeit der restirenden 50 Arbeiter. Die Sache wäre die Form des Austauschs abgestreift, dieselbe, als wenn der Capitalist 50 Arbeiter arbeiten liesse, deren ganzer Arbeitstag nur nothwendige Arbeit, und dafür 50 andre beschäftigte, deren Arbeitstag diesen „Verlust“ einbrächte. Gesezt aber die Maschine koste nur 960 l., d. h. also nur 40 Arbeitstage, und die restirenden Arbeiter producirten nach wie vor jeder 4 Stunden Surplusarbeitszeit, also 200 Stunden oder 16 Tage 8 Stunden (16 Tage), so würde der Capitalist an Auslage gespart haben 240 l. Während er aber früher auf eine Auslage von 2400 nur 16 Tage 8 Stunden gewann, würde er jezt auf eine Auslage von 960 ebenfalls 200 Arbeitsstunden gewinnen. 200 verhält sich zu 2400 = ; dagegen . In Arbeitstagen ausgedrückt würde er im ersten Fall auf 100 Arbeitstage gewinnen 16 Tage 8 Stunden, im 2ten auf 90 dieselbe Anzahl; im ersten auf täglich 1200 Arbeitsstunden 200; im zweiten auf 1080. . Im ersten Fall die Surpluszeit des einzelnen Arbeiters = Arbeitstag = 2 Stunden. Im 2ten Fall = auf 1 Arbeitstag 2 Stunden. Es kommt ferner hinzu, daß bei Anwendung der Maschinerie der Theil des Capitals der früher in Instrumenten angewandt war, abgezogen werden muß von der Mehrkost, die die Maschinerie verursacht.