FÜNFZEHNTES KAPITEL.
Entfaltung der innern Widersprüche des Gesetzes.
I. Allgemeines.
Man hat im ersten Abschnitt dieses Buchs gesehn, daß die Profitrate die Mehrwerthsrate stets niedriger ausdrückt als sie ist. Man hat jetzt gesehn, daß selbst eine steigende Rate des Mehrwerths die Tendenz hat, sich in einer fallenden Profitrate auszudrücken. Die Profitrate wäre nur gleich der Rate des Mehrwerths, wenn c = 0, d. h. wenn das Gesammtkapital in Arbeitslohn ausgelegt. Eine fallende Profitrate drückt nur dann eine fallende Rate des Mehrwerths aus, wenn das Verhältniß zwischen dem Werth des konstanten Kapitals und der Menge der es in Bewegung setzenden Arbeitskraft unverändert bleibt, oder wenn diese letztere, im Verhältniß zum Werth des konstanten Kapitals, gestiegen ist.
Ricardo, unter dem Vorwand die Profitrate zu betrachten, betrachtet in der That nur die Rate des Mehrwerths, und diese nur unter der Voraussetzung, daß der Arbeitstag intensiv und extensiv eine konstante Größe ist.
Fall der Profitrate und beschleunigte Akkumulation sind insofern nur verschiedne Ausdrücke desselben Processes, als beide die Entwicklung der Produktivkraft ausdrücken. Die Akkumulation ihrerseits beschleunigt den Fall der Profitrate, sofern mit ihr die Koncentration der Arbeiten auf großer Stufenleiter, und damit eine höhere Zusammensetzung des Kapitals gegeben ist. Andrerseits beschleunigt der Fall der Profitrate wieder die Koncentration des Kapitals und seine Centralisation durch die Enteignung der kleinern Kapitalisten, durch die Expropriation des letzten Rests der unmittelbaren Producenten, bei denen noch etwas zu expropriiren ist. Dadurch wird andrerseits die Akkumulation, der Masse nach, beschleunigt, obgleich mit der Profitrate die Rate der Akkumulation fällt.
Andrerseits, soweit die Rate der Verwerthung des Gesammtkapitals, die Profitrate der Stachel der kapitalistischen Produktion ||223| ist (wie die Verwerthung des Kapitals ihr einziger Zweck), verlangsamt ihr Fall die Bildung neuer selbständiger Kapitale und erscheint so als bedrohlich für die Entwicklung des kapitalistischen Produktionsprocesses; er befördert Ueberproduktion, Spekulation, Krisen, überflüssiges Kapital neben überflüssiger Bevölkerung. Die Oekonomen also, die wie Ricardo, die kapitalistische Produktionsweise für die absolute halten, fühlen hier, daß diese Produktionsweise sich selbst eine Schranke schafft, und schieben daher diese Schranke nicht der Produktion zu, sondern der Natur (in der Lehre von der Rente). Das Wichtige aber in ihrem Horror vor der fallenden Profitrate ist das Gefühl, daß die kapitalistische Produktionsweise an der Entwicklung der Produktivkräfte eine Schranke findet, die nichts mit der Produktion des Reichthums als solcher zu thun hat; und diese eigenthümliche Schranke bezeugt die Beschränktheit und den nur historischen, vorübergehenden Charakter der kapitalistischen Produktionsweise; bezeugt, daß sie keine für die Produktion des Reichthums absolute Produktionsweise ist, vielmehr mit seiner Fortentwicklung auf gewisser Stufe in Konflikt tritt.
Ricardo und seine Schule betrachten allerdings nur den industriellen Profit, worin der Zins eingeschlossen. Aber auch die Rate der Grundrente hat fallende Tendenz, obgleich ihre absolute Masse wächst, und sie auch proportionell wachsen mag gegen den industriellen Profit. (Siehe Ed. West, der vor Ricardo das Gesetz der Grundrente entwickelt hat.) Betrachten wir das gesellschaftliche Gesammtkapital C, und setzen wir p1 für den, nach Abzug von Zins und Grundrente bleibenden industriellen Profit, z für den Zins und r für die Grundrente, so ist = = = + + . Wir haben gesehn, daß obwohl im Entwicklungsgang der kapitalistischen Produktion m, die Gesammtsumme des Mehrwerths, stetig wächst, dennoch ebenso stetig abnimmt, weil C noch rascher wächst als m. Es ist also durchaus kein Widerspruch, daß p1, z und r jedes für sich stets wachsen können, während sowohl = wie , und jedes für sich immer kleiner werden, oder daß p1 gegen z, oder r gegen p1, oder auch gegen p1 und z relativ wächst. Bei steigendem Gesammtmehrwerth oder Profit m = p, aber gleichzeitig fallender Profitrate = kann das ||224| Größenverhältniß der Theile p1, z und r, worin m = p zerfällt, innerhalb der durch die Gesammtsumme m gegebnen Grenzen beliebig wechseln, ohne daß dadurch die Größe von m oder afficirt wird.
Die wechselseitige Variation von p1, z und r ist bloß verschiedne Vertheilung von m unter verschiedne Rubriken. Es kann daher auch , oder , die Rate des individuellen industriellen Profits, die Zinsrate und das Verhältniß der Rente zum Gesammtkapital je eins gegen das andre steigen, obgleich , die allgemeine Profitrate, fällt; Bedingung bleibt nur, daß die Summe aller drei = . Fällt die Profitrate von 50 % auf 25 %, wenn z. B. die Kapitalzusammensetzung, bei einer Mehrwerthsrate = 100 %, sich von 50c + 50v auf 75c + 25v verändert, so wird im ersten Fall ein Kapital von 1000 einen Profit von 500, und im zweiten ein Kapital von 4000 einen Profit von 1000 geben. m oder p hat sich verdoppelt, aber p′ ist um die Hälfte gefallen. Und wenn von den 50 % früher 20 Profit, 10 Zins, 20 Rente, so betrug = 20 %, = 10 %, = 20 %. Blieben bei Verwandlung in 25 % die Verhältnisse dieselben, so = 10 %, = 5 % und = 10 %. Fiele dagegen nun auf 8 % und auf 4 % so stiege auf 13 %. Die proportionelle Größe von r wäre gestiegen gegen p1 und z, aber dennoch wäre p′ gleich geblieben. Unter beiden Voraussetzungen wäre die Summe von p1, z und r gestiegen, da sie vermittelst eines viermal größeren Kapitals producirt wird. Uebrigens ist Ricardo's Voraussetzung, daß ursprünglich der industrielle Profit (plus Zins) den ganzen Mehrwerth einsteckt, historisch und begrifflich falsch. Es ist vielmehr nur der Fortschritt der kapitalistischen Produktion, der 1) den industriellen und kommerziellen Kapitalisten den ganzen Profit erster Hand zur spätern Vertheilung gibt, und 2) die Rente auf den Ueberschuß über den Profit reducirt. Auf dieser kapitalistischen Basis wächst dann wieder die Rente, die ein Theil des Profits (d. h. des Mehrwerths als Produkt des Gesammtkapitals betrachtet) ist, aber nicht der specifische Theil des Produkts, den der Kapitalist einsteckt.
Die Schöpfung von Mehrwerth findet, die nöthigen Produktions- | |225|mittel, d. h. hinreichende Akkumulation von Kapital vorausgesetzt, keine andre Schranke als die Arbeiterbevölkerung, wenn die Rate des Mehrwerths, also der Exploitationsgrad der Arbeit, und keine andre Schranke als den Exploitationsgrad der Arbeit, wenn die Arbeiterbevölkerung gegeben ist. Und der kapitalistische Produktionsproceß besteht wesentlich in der Produktion von Mehrwerth, dargestellt in dem Mehrprodukt oder dem aliquoten Theil der producirten Waaren, worin unbezahlte Arbeit vergegenständlicht ist. Man muß es nie vergessen, daß die Produktion dieses Mehrwerths – und die Rückverwandlung eines Theils desselben in Kapital, oder die Akkumulation, bildet einen integrirenden Theil dieser Produktion des Mehrwerths – der unmittelbare Zweck und das bestimmende Motiv der kapitalistischen Produktion ist. Man darf diese daher nie darstellen als das, was sie nicht ist, nämlich als Produktion, die zu ihrem unmittelbaren Zweck den Genuß hat oder die Erzeugung von Genußmitteln für den Kapitalisten. Man sieht dabei ganz ab von ihrem specifischen Charakter, der sich in ihrer ganzen innern Kerngestalt darstellt.
Die Gewinnung dieses Mehrwerths bildet den unmittelbaren Produktionsproceß, der wie gesagt keine andren Schranken als die oben angegebnen hat. Sobald das auspreßbare Quantum Mehrarbeit in Waaren vergegenständlicht ist, ist der Mehrwerth producirt. Aber mit dieser Produktion des Mehrwerths ist nur der erste Akt des kapitalistischen Produktionsprocesses, der unmittelbare Produktionsproceß beendet. Das Kapital hat so und so viel unbezahlte Arbeit eingesaugt. Mit der Entwicklung des Processes, der sich im Fall der Profitrate ausdrückt, schwillt die Masse des so producirten Mehrwerths ins Ungeheure. Nun kommt der zweite Akt des Processes. Die gesammte Waarenmasse, das Gesammtprodukt, sowohl der Theil, der das konstante und variable Kapital ersetzt, wie der den Mehrwerth darstellt, muß verkauft werden. Geschieht das nicht, oder nur zum Theil, oder nur zu Preisen, die unter den Produktionspreisen stehn, so ist der Arbeiter zwar exploitirt, aber seine Exploitation realisirt sich nicht als solche für den Kapitalisten, kann mit gar keiner oder nur theilweiser Realisation des abgepreßten Mehrwerths, ja mit theilweisem oder ganzem Verlust seines Kapitals verbunden sein. Die Bedingungen der unmittelbaren Exploitation und die ihrer Realisation sind nicht identisch. Sie fallen nicht nur nach Zeit und Ort, sondern auch begrifflich auseinander. Die einen sind nur beschränkt durch die Produktivkraft der Gesellschaft, die andren durch die Proportio ||226|nalität der verschiednen Produktionszweige und durch die Konsumtionskraft der Gesellschaft. Diese letztre ist aber bestimmt weder durch die absolute Produktionskraft noch durch die absolute Konsumtionskraft; sondern durch die Konsumtionskraft auf Basis antagonistischer Distributionsverhältnisse, welche die Konsumtion der großen Masse der Gesellschaft auf ein, nur innerhalb mehr oder minder enger Grenzen veränderliches Minimum reducirt. Sie ist ferner beschränkt durch den Akkumulationstrieb, den Trieb nach Vergrößerung des Kapitals und nach Produktion von Mehrwerth auf erweiterter Stufenleiter. Dies ist Gesetz für die kapitalistische Produktion, gegeben durch die beständigen Revolutionen in den Produktionsmethoden selbst, die damit beständig verknüpfte Entwerthung von vorhandnem Kapital, den allgemeinen Konkurrenzkampf und die Nothwendigkeit, die Produktion zu verbessern und ihre Stufenleiter auszudehnen, bloß als Erhaltungsmittel und bei Strafe des Untergangs. Der Markt muß daher beständig ausgedehnt werden, sodaß seine Zusammenhänge und die sie regelnden Bedingungen immer mehr die Gestalt eines von den Producenten unabhängigen Naturgesetzes annehmen, immer unkontrollirbarer werden. Der innere Widerspruch sucht sich auszugleichen durch Ausdehnung des äußern Feldes der Produktion. Je mehr sich aber die Produktivkraft entwickelt, um so mehr geräth sie in Widerstreit mit der engen Basis, worauf die Konsumtionsverhältnisse beruhen. Es ist auf dieser widerspruchsvollen Basis durchaus kein Widerspruch, daß Uebermaß von Kapital verbunden ist mit wachsendem Uebermaß von Bevölkerung; denn obgleich, beide zusammengebracht, die Masse des producirten Mehrwerths sich steigern würde, steigert sich eben damit der Widerspruch zwischen den Bedingungen, worin dieser Mehrwerth producirt, und den Bedingungen, worin er realisirt wird.
Eine bestimmte Profitrate gegeben, hängt die Masse des Profits stets ab von der Größe des vorgeschoßnen Kapitals. Die Akkumulation aber ist dann bestimmt durch den Theil dieser Masse der in Kapital rückverwandelt wird. Dieser Theil aber, da er gleich dem Profit minus der von den Kapitalisten verzehrten Revenue, wird nicht nur abhängen von dem Werth dieser Masse, sondern auch von der Wohlfeilheit der Waaren, die der Kapitalist damit kaufen kann; der Waaren, theils die in seinen Konsum, seine Revenue, theils die in sein konstantes Kapital eingehn. (Der Arbeitslohn ist hier als gegeben vorausgesetzt.)
Die Masse des Kapitals, die der Arbeiter in Bewegung setzt, ||227| und deren Werth er durch seine Arbeit erhält und im Produkt wieder erscheinen macht, ist durchaus verschieden von dem Werth, den er zusetzt. Ist die Masse des Kapitals = 1000 und die zugesetzte Arbeit = 100, so das reproducirte Kapital = 1100. Ist die Masse = 100 und die zugesetzte Arbeit = 20, so das reproducirte Kapital = 120. Die Profitrate ist im ersten Fall = 10 %, im zweiten = 20 %. Und dennoch kann aus 100 mehr akkumulirt werden als aus 20. Und so wälzt sich der Strom des Kapitals fort (abgesehn von seiner Entwerthung durch Steigerung der Produktivkraft) oder seine Akkumulation im Verhältniß der Wucht, die es schon besitzt, nicht im Verhältniß zur Höhe der Profitrate. Hohe Profitrate, soweit sie auf hoher Mehrwerthsrate beruht, ist möglich, wenn der Arbeitstag sehr lang, obgleich die Arbeit unproduktiv ist; sie ist möglich, weil die Bedürfnisse der Arbeiter sehr gering, darum der Durchschnittslohn sehr niedrig, obgleich die Arbeit unproduktiv. Der Niedrigkeit des Lohns wird die Energielosigkeit der Arbeiter entsprechen. Das Kapital akkumulirt dabei langsam, trotz der hohen Profitrate. Die Bevölkerung ist stagnant und die Arbeitszeit, die das Produkt kostet, ist groß, obgleich der dem Arbeiter bezahlte Lohn klein ist.
Die Profitrate fällt, nicht weil der Arbeiter weniger exploitirt wird, sondern weil im Verhältniß zum angewandten Kapital überhaupt weniger Arbeit angewandt wird.
Fällt, wie gezeigt, sinkende Profitrate zusammen mit Steigen der Profitmasse, so wird ein größrer Theil des jährlichen Produkts der Arbeit vom Kapitalisten unter der Kategorie Kapital angeeignet (als Ersatz von verbrauchtem Kapital) und ein verhältnißmäßig geringrer unter der Kategorie Profit. Daher die Phantasie des Pfaffen Chalmers, daß je geringre Masse des jährlichen Produkts die Kapitalisten als Kapital verausgaben, sie um so größre Profite schlucken; wobei ihnen dann die Staatskirche zu Hülfe kommt um für die Verzehrung, statt Kapitalisirung eines großen Theils des Mehrprodukts zu sorgen. Der Pfaff verwechselt Ursache und Wirkung. Uebrigens wächst ja die Masse des Profits, auch bei kleinerer Rate, mit der Größe des ausgelegten Kapitals. Dies bedingt jedoch zugleich Koncentration des Kapitals, da jetzt die Produktionsbedingungen die Anwendung von massenhaftem Kapital gebieten. Es bedingt ebenso dessen Centralisation, d. h. Verschlucken der kleinen Kapitalisten durch die großen und Entkapitalisirung der erstern. Es ist wieder nur in einer zweiten Potenz die Scheidung der Arbeitsbedingungen von den Producenten, zu ||228| denen diese kleinern Kapitalisten noch gehören, da bei ihnen die eigne Arbeit noch eine Rolle spielt; die Arbeit des Kapitalisten steht überhaupt im umgekehrten Verhältniß zur Größe seines Kapitals, d. h. zum Grad, worin er Kapitalist. Es ist diese Scheidung zwischen Arbeitsbedingungen hier und Producenten dort, die den Begriff des Kapitals bildet, die mit der ursprünglichen Akkumulation (Buch I, Kap. XXIV) sich eröffnet, dann als beständiger Proceß in der Akkumulation und Koncentration des Kapitals erscheint, und hier endlich sich als Centralisation schon vorhandner Kapitale in wenigen Händen und Entkapitalisirung (dahin verändert sich nun die Expropriation) Vieler ausdrückt. Dieser Proceß würde bald die kapitalistische Produktion zum Zusammenbruch bringen, wenn nicht widerstrebende Tendenzen beständig wieder decentralisirend neben der centripetalen Kraft wirkten.
II. Konflikt zwischen Ausdehnung der Produktion und Verwerthung.
Die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit zeigt sich doppelt: Erstens in der Größe der schon producirten Produktivkräfte, in dem Werthumfang und Massenumfang der Produktionsbedingungen, worunter die Neuproduktion stattfindet, und in der absoluten Größe des schon akkumulirten produktiven Kapitals; zweitens in der verhältnißmäßigen Kleinheit des im Arbeitslohn ausgelegten Kapitaltheils gegen das Gesammtkapital, d. h. in der verhältnißmäßigen Kleinheit der lebendigen Arbeit, die zur Reproduktion und Verwerthung eines gegebnen Kapitals, zur Massenproduktion erheischt ist. Es unterstellt dies zugleich Koncentration des Kapitals.
Mit Bezug auf die angewandte Arbeitskraft zeigt sich die Entwicklung der Produktivkraft wieder doppelt: Erstens in der Vermehrung der Mehrarbeit, d. h. der Abkürzung der nothwendigen Arbeitszeit, die zur Reproduktion der Arbeitskraft erheischt ist. Zweitens in der Abnahme der Menge von Arbeitskraft (Arbeiterzahl), die überhaupt angewandt wird, um ein gegebnes Kapital in Bewegung zu setzen.
Beide Bewegungen gehn nicht nur Hand in Hand, sondern bedingen sich wechselseitig, sind Erscheinungen, worin sich dasselbe Gesetz ausdrückt. Indeß wirken sie in entgegengesetzter Richtung auf die Profitrate. Die Gesammtmasse des Profits ist gleich der Gesammtmasse des Mehrwerths, die Profitrate = = . Der Mehrwerth aber, als Ge ||229|sammtbetrag, ist bestimmt erstens durch seine Rate, zweitens aber durch die Masse der zu dieser Rate gleichzeitig angewandten Arbeit, oder was dasselbe, durch die Größe des variablen Kapitals. Nach der einen Seite hin steigt der eine Faktor, die Rate des Mehrwerths; nach der andern fällt (verhältnißmäßig oder absolut) der andre Faktor, die Anzahl der Arbeiter. Soweit die Entwicklung der Produktionskraft den bezahlten Theil der angewandten Arbeit vermindert, steigert sie den Mehrwerth, weil seine Rate; soweit sie jedoch die Gesammtmasse der von einem gegebnen Kapital angewandten Arbeit vermindert, vermindert sie den Faktor der Anzahl, womit die Rate des Mehrwerths multiplicirt wird, um seine Masse herauszubringen. Zwei Arbeiter, die 12 Stunden täglich arbeiten, können nicht dieselbe Masse Mehrwerth liefern wie 24, die jeder nur 2 Stunden arbeiten, selbst wenn sie von der Luft leben könnten und daher gar nicht für sich selbst zu arbeiten hätten. In dieser Beziehung hat also die Kompensation der verringerten Arbeiterzahl durch Steigerung des Exploitationsgrads der Arbeit gewisse nicht überschreitbare Grenzen; sie kann daher den Fall der Profitrate wohl hemmen, aber nicht aufheben.
Mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise fällt also die Rate des Profits, während seine Masse mit der zunehmenden Masse des angewandten Kapitals steigt. Die Rate gegeben, hängt die absolute Masse, worin das Kapital wächst, ab von seiner vorhandnen Größe. Aber andrerseits diese Größe gegeben, hängt das Verhältniß, worin es wächst, die Rate seines Wachsthums, von der Profitrate ab. Direkt kann die Steigerung der Produktivkraft (die außerdem, wie erwähnt, stets mit Entwerthung des vorhandnen Kapitals Hand in Hand geht) die Werthgröße des Kapitals nur vermehren, wenn sie durch Erhöhung der Profitrate den Werththeil des jährlichen Produkts vermehrt, der in Kapital rückverwandelt wird. Soweit die Produktivkraft der Arbeit in Betracht kommt, kann dies nur geschehn (denn diese Produktivkraft hat direkt nichts zu thun mit dem Werth des vorhandnen Kapitals), soweit dadurch entweder der relative Mehrwerth erhöht, oder der Werth des konstanten Kapitals vermindert wird, also die Waaren verwohlfeilert werden, die entweder in die Reproduktion der Arbeitskraft oder in die Elemente des konstanten Kapitals eingehn. Beides schließt aber Entwerthung des vorhandnen Kapitals ein, und beides geht Hand in Hand mit der Verminderung des variablen Kapitals gegenüber dem konstanten. Beides bedingt den Fall der Profitrate und beides verlangsamt ihn. Sofern ferner gesteigerte Profitrate ||230| gesteigerte Nachfrage nach Arbeit verursacht, wirkt sie auf Vermehrung der Arbeiterbevölkerung und damit des exploitablen Materials, das das Kapital erst zu Kapital macht.
Aber indirekt trägt die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit bei zur Vermehrung des vorhandnen Kapitalwerths, indem sie die Masse und Mannigfaltigkeit der Gebrauchswerthe vermehrt, worin sich derselbe Tauschwerth darstellt und die das materielle Substrat, die sachlichen Elemente des Kapitals bilden, die stofflichen Gegenstände, woraus das konstante Kapital direkt und das variable wenigstens indirekt besteht. Mit demselben Kapital und derselben Arbeit werden mehr Dinge geschaffen, die in Kapital verwandelt werden können, abgesehn von ihrem Tauschwerth. Dinge, die dazu dienen können, zusätzliche Arbeit einzusaugen, also auch zusätzliche Mehrarbeit, und so zusätzliches Kapital zu bilden. Die Masse Arbeit, die das Kapital kommandiren kann, hängt nicht ab von seinem Werth, sondern von der Masse der Roh- und Hülfsstoffe, der Maschinerie und Elemente des fixen Kapitals, der Lebensmittel, woraus es zusammengesetzt ist, was immer deren Werth sei. Indem damit die Masse der angewandten Arbeit, also auch Mehrarbeit, wächst, wächst auch der Werth des reproducirten Kapitals und der ihm neu zugesetzte Surpluswerth.
Diese beiden im Akkumulationsproceß einbegriffnen Momente sind aber nicht nur in dem ruhigen Nebeneinander zu betrachten, worin Ricardo sie behandelt; sie schließen einen Widerspruch ein, der sich in widersprechenden Tendenzen und Erscheinungen kundgibt. Die widerstreitenden Agentien wirken gleichzeitig gegen einander.
Gleichzeitig mit den Antrieben zur wirklichen Vermehrung der Arbeiterbevölkerung, die aus der Vermehrung des als Kapital wirkenden Theils des gesellschaftlichen Gesammtprodukts stammen, wirken die Agentien, die eine nur relative Uebervölkerung schaffen.
Gleichzeitig mit dem Fall der Profitrate wächst die Masse der Kapitale, und geht Hand in Hand mit ihr eine Entwerthung des vorhandnen Kapitals, welche diesen Fall aufhält, und der Akkumulation von Kapitalwerth einen beschleunigenden Antrieb gibt.
Gleichzeitig mit der Entwicklung der Produktivkraft entwickelt sich die höhere Zusammensetzung des Kapitals, die relative Abnahme des variablen Theils gegen den konstanten.
Diese verschiednen Einflüsse machen sich bald mehr neben einander im Raum, bald mehr nach einander in der Zeit geltend; ||231| periodisch macht sich der Konflikt der widerstreitenden Agentien in Krisen Luft. Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wieder herstellen.
Der Widerspruch, ganz allgemein ausgedrückt, besteht darin, daß die kapitalistische Produktionsweise eine Tendenz einschließt nach absoluter Entwicklung der Produktivkräfte, abgesehn vom Werth und dem in ihm eingeschloßnen Mehrwerth, auch abgesehn von den gesellschaftlichen Verhältnissen, innerhalb deren die kapitalistische Produktion stattfindet; während sie andrerseits die Erhaltung des existirenden Kapitalwerths und seine Verwerthung im höchsten Maß (d. h. stets beschleunigten Anwachs dieses Werths) zum Ziel hat. Ihr specifischer Charakter ist auf den vorhandnen Kapitalwerth als Mittel zur größtmöglichen Verwerthung dieses Werths gerichtet. Die Methoden, wodurch sie dies erreicht, schließen ein: Abnahme der Profitrate, Entwerthung des vorhandnen Kapitals, und Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit auf Kosten der schon producirten Produktivkräfte.
Die periodische Entwerthung des vorhandnen Kapitals, die ein der kapitalistischen Produktionsweise immanentes Mittel ist, den Fall der Profitrate aufzuhalten und die Akkumulation von Kapitalwerth durch Bildung von Neukapital zu beschleunigen, stört die gegebnen Verhältnisse, worin sich der Cirkulations- und Reproduktionsproceß des Kapitals vollzieht, und ist daher begleitet von plötzlichen Stockungen und Krisen des Produktionsprocesses.
Die mit der Entwicklung der Produktivkräfte Hand in Hand gehende relative Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante gibt dem Anwachs der Arbeiterbevölkerung einen Stachel, während sie fortwährend künstliche Uebervölkerung schafft. Die Akkumulation des Kapitals, dem Werth nach betrachtet, wird verlangsamt durch die fallende Profitrate, um die Akkumulation des Gebrauchswerths noch zu beschleunigen, während diese wieder die Akkumulation, dem Werth nach, in beschleunigten Gang bringt.
Die kapitalistische Produktion strebt beständig diese ihr immanenten Schranken zu überwinden, aber sie überwindet sie nur durch Mittel, die ihr diese Schranken auf's Neue und auf gewaltigerm Maßstab entgegenstellen.
Die wahre Schranke der kapitalistischen Produktion ist das Kapital selbst, ist dies: daß das Kapital und seine Selbstverwerthung als Ausgangspunkt und Endpunkt, als Motiv und Zweck ||232| der Produktion erscheint; daß die Produktion nur Produktion für das Kapital ist und nicht umgekehrt die Produktionsmittel bloße Mittel für eine stets sich erweiternde Gestaltung des Lebensprocesses für die Gesellschaft der Producenten sind. Die Schranken, in denen sich die Erhaltung und Verwerthung des Kapitalwerths, die auf der Enteignung und Verarmung der großen Masse der Producenten beruht, allein bewegen kann, diese Schranken treten daher beständig in Widerspruch mit den Produktionsmethoden, die das Kapital zu seinem Zweck anwenden muß, und die auf unbeschränkte Vermehrung der Produktion, auf die Produktion als Selbstzweck, auf unbedingte Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit lossteuern. Das Mittel – unbedingte Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte – geräth in fortwährenden Konflikt mit dem beschränkten Zweck, der Verwerthung des vorhandnen Kapitals. Wenn daher die kapitalistische Produktionsweise ein historisches Mittel ist, um die materielle Produktivkraft zu entwickeln und den ihr entsprechenden Weltmarkt zu schaffen, ist sie zugleich der beständige Widerspruch zwischen dieser ihrer historischen Aufgabe und den ihr entsprechenden gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen.
III. Ueberfluß an Kapital bei Ueberfluß an Bevölkerung.
Mit dem Fall der Profitrate wächst das Kapitalminimum, das in der Hand des einzelnen Kapitalisten zur produktiven Anwendung der Arbeit erheischt ist; erheischt sowohl zu ihrer Exploitation überhaupt, als dazu, daß die angewandte Arbeitszeit die zur Produktion der Waaren nothwendige Arbeitszeit sei, daß sie den Durchschnitt der zur Produktion der Waaren gesellschaftlich nothwendigen Arbeitszeit nicht überschreite. Und gleichzeitig wächst die Koncentration, weil jenseits gewisser Grenzen großes Kapital mit kleiner Profitrate rascher akkumulirt als kleines mit großer. Diese wachsende Koncentration führt ihrerseits wieder auf einer gewissen Höhe einen neuen Fall der Profitrate herbei. Die Masse der kleinen zersplitterten Kapitale wird dadurch auf die Bahn der Abenteuer gedrängt: Spekulation, Kreditschwindel, Aktienschwindel, Krisen. Die sog. Plethora des Kapitals bezieht sich immer wesentlich auf die Plethora von Kapital, für das der Fall der Profitrate nicht durch seine Masse aufgewogen wird – und dies sind immer die neu sich bildenden frischen Kapitalableger – oder auf die Plethora, welche diese, für sich selbst zur eignen Aktion unfähigen Kapitale den Leitern der großen Geschäftszweige in der ||233| Form des Kredits zur Verfügung stellt. Diese Plethora des Kapitals erwächst aus denselben Umständen, die eine relative Ueberbevölkerung hervorrufen, und ist daher eine, diese letztre ergänzende Erscheinung, obgleich beide auf entgegengesetzten Polen stehn, unbeschäftigtes Kapital auf der einen, und unbeschäftigte Arbeiterbevölkerung auf der andren Seite.
Ueberproduktion von Kapital, nicht von einzelnen Waaren – obgleich die Ueberproduktion von Kapital stets Ueberproduktion von Waaren einschließt – heißt daher weiter nichts als Ueberakkumulation von Kapital. Um zu verstehn, was diese Ueberakkumulation ist (ihre nähere Untersuchung folgt weiter unten), hat man sie nur absolut zu setzen. Wann wäre die Ueberproduktion des Kapitals absolut? Und zwar eine Ueberproduktion, die sich nicht auf dieses oder jenes oder auf ein paar bedeutende Gebiete der Produktion erstreckt, sondern in ihrem Umfang selbst absolut wäre, also sämmtliche Produktionsgebiete einschlösse?
Es wäre eine absolute Ueberproduktion von Kapital vorhanden, sobald das zusätzliche Kapital für den Zweck der kapitalistischen Produktion = 0. Der Zweck der kapitalistischen Produktion ist aber Verwerthung des Kapitals, d. h. Aneignung von Mehrarbeit, Produktion von Mehrwerth, von Profit. Sobald also das Kapital gewachsen wäre in einem Verhältniß zur Arbeiterbevölkerung, daß weder die absolute Arbeitszeit, die diese Bevölkerung liefert, ausgedehnt, noch die relative Mehrarbeitszeit erweitert werden könnte (das letztre wäre ohnehin nicht thubar in einem Fall, wo die Nachfrage nach Arbeit so stark, also Tendenz zum Steigen der Löhne); wo also das gewachsene Kapital nur ebensoviel oder selbst weniger Mehrwerthsmasse producirt als vor seinem Wachsthum, so fände eine absolute Ueberproduktion von Kapital statt; d. h. das gewachsene Kapital C + ΔC produzirte nicht mehr Profit, oder gar weniger Profit, als das Kapital C vor seiner Vermehrung durch ΔC. In beiden Fällen fände auch ein starker und plötzlicher Fall in der allgemeinen Profitrate statt, diesmal aber wegen eines Wechsels in der Zusammensetzung des Kapitals, der nicht der Entwicklung der Produktivkraft geschuldet wäre, sondern einem Steigen im Geldwerth des variablen Kapitals (wegen der gestiegnen Löhne) und der ihr entsprechenden Abnahme im Verhältniß der Mehrarbeit zur nothwendigen Arbeit.
In der Wirklichkeit würde sich die Sache so darstellen, daß ein Theil des Kapitals ganz oder theilweise brach läge (weil es erst das schon fungirende Kapital aus seiner Position verdrängen ||234| müßte, um sich überhaupt zu verwerthen) und der andre Theil, durch den Druck des unbeschäftigten oder halbbeschäftigten Kapitals sich zu niedrer Rate des Profits verwerthen würde. Es wäre hierbei gleichgültig, daß ein Theil des zusätzlichen Kapitals an die Stelle von altem träte, und dieses so eine Stelle im zusätzlichen einnähme. Wir hätten immer auf der einen Seite die alte Kapitalsumme, auf der andern die zusätzliche. Der Fall der Profitrate wäre diesmal begleitet von einer absoluten Abnahme der Profitmasse, da unter unsern Voraussetzungen die Masse der angewandten Arbeitskraft nicht vermehrt und die Mehrwerthsrate nicht gesteigert, also auch die Masse des Mehrwerths nicht vermehrt werden könnte. Und die verminderte Profitmasse wäre zu berechnen auf ein vergrößertes Gesammtkapital. – Aber gesetzt auch, das beschäftigte Kapital führe fort, sich zur alten Profitrate zu verwerthen, die Profitmasse bliebe also dieselbe, so berechnete sie sich immer noch auf ein gewachsnes Gesammtkapital, und auch dies schließt einen Fall der Profitrate ein. Wenn ein Gesammtkapital von 1000 einen Profit von 100 abwarf, und nach seiner Vermehrung auf 1500 ebenfalls nur 100 abwirft, so wirft im zweiten Fall 1000 nur noch 66 ab. Die Verwerthung des alten Kapitals hätte absolut abgenommen. Das Kapital = 1000 würde unter den neuen Umständen nicht mehr abwerfen als früher ein Kapital = 666 .
Es ist aber klar, daß diese thatsächliche Entwerthung des alten Kapitals nicht ohne Kampf stattfinden, daß das zusätzliche Kapital von ΔC nicht ohne Kampf als Kapital fungiren könnte. Die Profitrate würde nicht sinken wegen Konkurrenz in Folge der Ueberproduktion von Kapital. Sondern umgekehrt, weil die gesunkne Profitrate und die Ueberproduktion von Kapital aus denselben Umständen entspringen, würde jetzt der Konkurrenzkampf eintreten. Den Theil von ΔC, der sich in den Händen der alten fungirenden Kapitalisten befände, würden sie mehr oder weniger brach liegen lassen, um ihr Originalkapital nicht selbst zu entwerthen und seinen Platz innerhalb des Produktionsfeldes nicht zu verengern, oder sie würden es anwenden, um selbst mit momentanem Verlust die Brachlegung des zusätzlichen Kapitals auf die neuen Eindringlinge und überhaupt auf ihre Konkurrenten zu schieben.
Der Theil von ΔC, der sich in neuen Händen befände, würde seinen Platz auf Kosten des alten Kapitals einzunehmen suchen und dies theilweise fertig bringen, indem er einen Theil des alten Kapitals brach legte, es zwänge, ihm den alten Platz einzuräumen ||235| und selbst den Platz des nur theilweise oder gar nicht beschäftigten Zusatzkapitals einzunehmen.
Eine Brachlegung von einem Theil des alten Kapitals müßte unter allen Umständen stattfinden, eine Brachlegung in seiner Kapitaleigenschaft, soweit es als Kapital fungiren und sich verwerthen soll. Welchen Theil diese Brachlegung besonders träfe, entschiede der Konkurrenzkampf. Solange alles gut geht, agirt die Konkurrenz, wie sich bei der Ausgleichung der allgemeinen Profitrate gezeigt, als praktische Brüderschaft der Kapitalistenklasse, sodaß sie sich gemeinschaftlich, im Verhältniß zur Größe des von jedem eingesetzten Looses, in die gemeinschaftliche Beute theilt. Sobald es sich aber nicht mehr um Theilung des Profits handelt, sondern um Theilung des Verlustes, sucht jeder soviel wie möglich sein Quantum an demselben zu verringern und dem andern auf den Hals zu schieben. Der Verlust ist unvermeidlich für die Klasse. Wieviel aber jeder Einzelne davon zu tragen, wie weit er überhaupt daran Theil zu nehmen hat, wird dann Frage der Macht und der List, und die Konkurrenz verwandelt sich dann in einen Kampf der feindlichen Brüder. Der Gegensatz zwischen dem Interesse jedes einzelnen Kapitalisten und dem der Kapitalistenklasse macht sich dann geltend, ebenso wie vorher die Identität dieser Interessen sich durch die Konkurrenz praktisch durchsetzte.
Wie würde sich nun dieser Konflikt wieder ausgleichen und die der „gesunden“ Bewegung der kapitalistischen Produktion entsprechenden Verhältnisse sich wieder herstellen? Die Weise der Ausgleichung ist schon enthalten in dem bloßen Aussprechen des Konflikts, um dessen Ausgleichung es sich handelt. Sie schließt eine Brachlegung und selbst eine theilweise Vernichtung von Kapital ein, zum Werthbetrag des ganzen ZusatzkapitalsΔC oder doch eines Theils davon. Obgleich, wie schon aus der Darstellung des Konflikts hervorgeht, die Vertheilung dieses Verlusts in keiner Weise sich gleichmäßig auf die einzelnen Sonderkapitalien erstreckt, sondern sich in einem Konkurrenzkampf entscheidet, worin je nach den besondren Vortheilen oder bereits errungnen Positionen der Verlust sich sehr ungleich und in sehr verschiedner Form vertheilt, sodaß ein Kapital brachgelegt, ein andres vernichtet wird, ein drittes nur relativen Verlust hat, oder nur vorübergehende Entwerthung erfährt u. s. w.
Unter allen Umständen aber würde sich das Gleichgewicht herstellen durch Brachlegung und selbst Vernichtung von Kapital in größrem oder geringrem Umfang. Dies würde sich erstrecken ||236| zum Theil auf die materielle Kapitalsubstanz; d. h. ein Theil der Produktionsmittel, fixes und cirkulirendes Kapital würde nicht fungiren, nicht als Kapital wirken; ein Theil begonnener Produktionsbetriebe würde stillgesetzt werden. Obgleich, nach dieser Seite, die Zeit alle Produktionsmittel (den Boden ausgenommen) angreift und verschlechtert, fände hier in Folge der Funktionsstockung weit stärkere wirkliche Zerstörung von Produktionsmitteln statt. Die Hauptwirkung nach dieser Seite hin wäre jedoch, daß diese Produktionsmittel aufhörten als Produktionsmittel thätig zu sein; eine kürzere oder längere Zerstörung ihrer Funktion als Produktionsmittel.
Die Hauptzerstörung, und mit dem akutesten Charakter, fände statt mit Bezug auf das Kapital, soweit es Wertheigenschaft besitzt, mit Bezug auf die Kapitalwerthe. Der Theil des Kapitalwerths, der bloß in der Form von Anweisungen auf künftige Antheile am Mehrwerth, am Profit steht, in der That lauter Schuldscheine auf die Produktion unter verschiednen Formen, wird sofort entwerthet mit dem Fall der Einnahmen, auf die er berechnet ist. Ein Theil des baaren Goldes und Silbers liegt brach, fungirt nicht als Kapital. Ein Theil der auf dem Markt befindlichen Waaren kann seinen Cirkulations- und Reproduktionsproceß nur vollziehn durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwerthung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals mehr oder minder entwerthet. Es kommt hinzu, daß bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsproceß bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung geräth. Diese Störung und Stockung paralysirt die mit der Entwicklung des Kapitals gleichzeitig gegebne, auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel, unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen, wird noch verschärft durch das damit gegebne Zusammenbrechen des gleichzeitig mit dem Kapital entwickelten Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, plötzlichen gewaltsamen Entwerthungen und wirklicher Stockung und Sturz des Reproduktionsprocesses, und damit zu wirklicher Abnahme der Reproduktion.
Gleichzeitig aber wären andre Agentien im Spiel gewesen. Die Stokkung der Produktion hätte einen Theil der Arbeiterklasse brachgelegt und dadurch den beschäftigten Theil in Verhältnisse gesetzt, worin er sich eine Senkung des Arbeitslohns, selbst unter den Durchschnitt, gefallen lassen müßte; eine Operation, die für ||237| das Kapital ganz dieselbe Wirkung hat, als wenn beim Durchschnittslohn der relative oder absolute Mehrwerth erhöht worden wäre. Die Prosperitätszeit hätte die Ehen unter den Arbeitern begünstigt und die Decimation der Nachkommenschaft vermindert, Umstände die – wie sehr sie eine wirkliche Vermehrung der Bevölkerung einschließen mögen – keine Vermehrung der wirklich arbeitenden Bevölkerung einschließen, aber im Verhältniß der Arbeiter zum Kapital ganz so wirken, als ob sich die Anzahl der wirklich fungirenden Arbeiter vermehrt hätte. Der Preisfall und der Konkurrenzkampf hätten andrerseits jedem Kapitalisten einen Stachel gegeben, den individuellen Werth seines Gesammtprodukts durch Anwendung neuer Maschinen, neuer verbesserter Arbeitsmethoden, neuer Kombinationen, über dessen allgemeinen Werth zu erhöhen, d. h. die Produktivkraft eines gegebnen Quantums Arbeit zu steigern, das Verhältniß des variablen Kapitals zum konstanten zu senken, und damit Arbeiter freizusetzen, kurz eine künstliche Ueberbevölkerung zu schaffen. Ferner würde die Entwerthung der Elemente des konstanten Kapitals selbst ein Element sein, das Erhöhung der Profitrate einschlösse. Die Masse des angewandten konstanten Kapitals, gegen das variable, wäre gewachsen, aber der Werth dieser Masse könnte gefallen sein. Die eingetretne Stockung der Produktion hätte eine spätere Erweiterung der Produktion – innerhalb der kapitalistischen Grenzen – vorbereitet.
Und so würde der Zirkel von neuem durchlaufen. Ein Theil des Kapitals, das durch Funktionsstockung entwerthet war, würde seinen alten Werth wieder gewinnen. Im Uebrigen würde mit erweiterten Produktionsbedingungen, mit einem erweiterten Markt, und mit erhöhter Produktivkraft derselbe fehlerhafte Kreislauf wieder durchgemacht werden.
Selbst aber unter der gemachten äußersten Voraussetzung ist die absolute Ueberproduktion von Kapital keine absolute Ueberproduktion überhaupt, keine absolute Ueberproduktion von Produktionsmitteln. Sie ist nur eine Ueberproduktion von Produktionsmitteln, soweit diese als Kapital fungiren, und daher im Verhältniß zu dem, mit ihrer angeschwollnen Masse geschwollnen Werth, eine Verwerthung dieses Werths einschließen, einen zusätzlichen Werth erzeugen sollen.
Es wäre aber trotzdem Ueberproduktion, weil das Kapital unfähig würde die Arbeit in einem Exploitationsgrad auszubeuten, der durch die „gesunde“, „normale“ Entwicklung des kapitalistischen Produktionsprocesses bedingt ist, in einem Exploitationsgrad, der ||238| wenigstens die Masse des Profits vermehrt mit der wachsenden Masse des angewandten Kapitals; der also ausschließt, daß die Profitrate im selben Maß sinkt, wie das Kapital wächst, oder gar, daß die Profitrate rascher sinkt als das Kapital wächst.
Ueberproduktion von Kapital heißt nie etwas andres als Ueberproduktion von Produktionsmitteln – Arbeits- und Lebensmitteln – die als Kapital fungiren können, d. h. zur Ausbeutung der Arbeit zu einem gegebnen Exploitationsgrad angewandt werden können; indem das Fallen dieses Exploitationsgrads unter einen gegebnen Punkt Störungen und Stockungen des kapitalistischen Produktionsprocesses, Krisen, Zerstörung von Kapital hervorruft. Es ist kein Widerspruch, daß diese Ueberproduktion von Kapital begleitet ist von einer mehr oder minder großen relativen Ueberbevölkerung. Dieselben Umstände, die die Produktivkraft der Arbeit erhöht, die Masse der Waarenprodukte vermehrt, die Märkte ausgedehnt, die Akkumulation des Kapitals, sowohl der Masse wie dem Werth nach, beschleunigt und die Profitrate gesenkt haben, dieselben Umstände haben eine relative Ueberbevölkerung erzeugt und erzeugen sie beständig, eine Ueberbevölkerung von Arbeitern, die vom überschüssigen Kapital nicht angewandt wird wegen des niedrigen Exploitationsgrads der Arbeit, zu dem sie allein angewandt werden könnte, oder wenigstens wegen der niedern Profitrate, die sie bei gegebnem Exploitationsgrad abwerfen würde.
Wird Kapital ins Ausland geschickt, so geschieht es nicht, weil es absolut nicht im Inland beschäftigt werden könnte. Es geschieht, weil es zu höherer Profitrate im Auslande beschäftigt werden kann. Dies Kapital ist aber absolut überschüssiges Kapital für die beschäftigte Arbeiterbevölkerung und für das gegebne Land überhaupt. Es existirt als solches neben der relativ überschüssigen Bevölkerung, und dies ist ein Beispiel, wie die beiden neben einander existiren und sich wechselseitig bedingen.
Andrerseits bringt der mit der Akkumulation verbundne Fall der Profitrate nothwendig einen Konkurrenzkampf hervor. Die Kompensation des Falls der Profitrate durch die steigende Masse des Profits gilt nur für das Gesammtkapital der Gesellschaft und für die großen, fertig eingerichteten Kapitalisten. Das neue, selbständig fungirende Zusatzkapital findet keine solche Ersatzbedingungen vor, es muß sie sich erst erringen, und so ruft der Fall der Profitrate den Konkurrenzkampf unter den Kapitalen hervor, nicht umgekehrt. Dieser Konkurrenzkampf ist allerdings begleitet von vorübergehendem Steigen des Arbeitslohns und einer hieraus||239| entspringenden ferneren zeitweiligen Senkung der Profitrate. Dasselbe zeigt sich in der Ueberproduktion von Waaren, der Ueberfüllung der Märkte. Da nicht Befriedigung der Bedürfnisse, sondern Produktion von Profit Zweck des Kapitals, und da es diesen Zweck nur durch Methoden erreicht, die die Produktionsmasse nach der Stufenleiter der Produktion einrichten, nicht umgekehrt, so muß beständig ein Zwiespalt eintreten zwischen den beschränkten Dimensionen der Konsumtion auf kapitalistischer Basis, und einer Produktion, die beständig über diese ihre immanente Schranke hinausstrebt. Uebrigens besteht das Kapital ja aus Waaren, und daher schließt die Ueberproduktion von Kapital die von Waaren ein. Daher das sonderbare Phänomen, daß dieselben Oekonomen, die die Ueberproduktion von Waaren leugnen, die von Kapital zugeben. Wird gesagt, daß nicht allgemeine Ueberproduktion, sondern Disproportion innerhalb der verschiednen Produktionszweige stattfinde, so heißt dies weiter nichts, als daß innerhalb der kapitalistischen Produktion die Proportionalität der einzelnen Produktionszweige sich als beständiger Proceß aus der Disproportionalität darstellt, indem hier der Zusammenhang der gesammten Produktion als blindes Gesetz den Produktionsagenten sich aufzwingt, nicht als von ihrem associirten Verstand begriffnes und damit beherrschtes Gesetz den Produktionsproceß ihrer gemeinsamen Kontrolle unterworfen hat. Es wird weiter damit verlangt, daß Länder, wo die kapitalistische Produktionsweise nicht entwickelt, in einem Grad konsumiren und produciren sollen, wie er den Ländern der kapitalistischen Produktionsweise paßt. Wird gesagt, daß die Ueberproduktion nur relativ, so ist dies ganz richtig; aber die ganze kapitalistische Produktionsweise ist eben nur eine relative Produktionsweise, deren Schranken nicht absolut, aber für sie, auf ihrer Basis, absolut sind. Wie könnte es sonst an Nachfrage für dieselben Waaren fehlen, deren die Masse des Volks ermangelt, und wie wäre es möglich, diese Nachfrage im Ausland suchen zu müssen, auf fernen Märkten, um den Arbeitern zu Hause das Durchschnittsmaß der nothwendigen Lebensmittel zahlen zu können? Weil nur in diesem specifischen, kapitalistischen Zusammenhang das überschüssige Produkt eine Form erhält, worin sein Inhaber es nur dann der Konsumtion zur Verfügung stellen kann, sobald es sich für ihn in Kapital rückverwandelt. Wird endlich gesagt, daß die Kapitalisten ja selbst nur unter sich ihre Waaren auszutauschen und aufzuessen haben, so wird der ganze Charakter der kapitalistischen Produktion vergessen, und vergessen, daß es sich ||240| um die Verwerthung des Kapitals handelt, nicht um seinen Verzehr. Kurz alle die Einwände, gegen die handgreiflichen Erscheinungen der Ueberproduktion (Erscheinungen, die sich nicht um diese Einwände kümmern) laufen darauf hinaus, daß die Schranken der kapitalistischen Produktion keine Schranken der Produk- tion überhaupt sind, und daher auch keine Schranken dieser specifischen, der kapitalistischen Produktionsweise. Der Widerspruch dieser kapitalistischen Produktionsweise besteht aber gerade in ihrer Tendenz zur absoluten Entwicklung der Produktivkräfte, die beständig in Konflikt geräth mit den specifischen Produktionsbedingungen, worin sich das Kapital bewegt und allein bewegen kann.
Es werden nicht zu viel Lebensmittel producirt im Verhältniß zur vorhandnen Bevölkerung. Umgekehrt. Es werden zu wenig producirt um der Masse der Bevölkerung anständig und menschlich zu genügen.
Es werden nicht zu viel Produktionsmittel producirt, um den arbeitsfähigen Theil der Bevölkerung zu beschäftigen. Umgekehrt. Es wird erstens ein zu großer Theil der Bevölkerung producirt, der thatsächlich nicht arbeitsfähig, der durch seine Umstände auf Ausbeutung der Arbeit andrer angewiesen ist, oder auf Arbeiten, die nur innerhalb einer miserablen Produktionsweise als solche gelten können. Es werden zweitens nicht genug Produktionsmittel producirt, damit die ganze arbeitsfähige Bevölkerung unter den produktivsten Umständen arbeite, also ihre absolute Arbeitszeit verkürzt würde durch die Masse und Effektivität des während der Arbeitszeit angewandten konstanten Kapitals.
Aber es werden periodisch zu viel Arbeitsmittel und Lebensmittel producirt, um sie als Exploitationsmittel der Arbeiter zu einer gewissen Rate des Profits fungiren zu lassen. Es werden zuviel Waaren producirt um den in ihnen enthaltnen Werth und darin eingeschloßnen Mehrwerth unter den durch die kapitalistische Produktion gegebnen Vertheilungsbedingungen und Konsumtionsverhältnissen realisiren und in neues Kapital rückverwandeln zu können, d. h. um diesen Proceß ohne beständig wiederkehrende Explosionen auszuführen.
Es wird nicht zu viel Reichthum producirt. Aber es wird periodisch zu viel Reichtum in seinen kapitalistischen, gegensätzlichen Formen producirt.
Die Schranke der kapitalistischen Produktionsweise tritt hervor:
1) Darin, daß die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit ||241| im Fall der Profitrate ein Gesetz erzeugt, das ihrer eignen Entwicklung auf einen gewissen Punkt feindlichst gegenübertritt, und daher beständig durch Krisen überwunden werden muß.
2) Darin, daß die Aneignung unbezahlter Arbeit, und das Verhältniß dieser unbezahlten Arbeit zur vergegenständlichten Arbeit überhaupt, oder, kapitalistisch ausgedrückt, daß der Profit, und das Verhältniß dieses Profits zum angewandten Kapital, also eine gewisse Höhe der Profitrate über Ausdehnung oder Beschränkung der Produktion entscheidet, statt des Verhältnisses der Produktion zu den gesellschaftlichen Bedürfnissen, zu den Bedürfnissen gesellschaftlich entwickelter Menschen. Es treten daher Schranken für sie ein schon auf einem Ausdehnungsgrad der Produktion, der umgekehrt unter der andren Voraussetzung weitaus ungenügend erschiene. Sie kommt zum Stillstand, nicht wo die Befriedigung der Bedürfnisse, sondern wo die Produktion und Realisirung von Profit diesen Stillstand gebietet.
Sinkt die Profitrate, so einerseits Anspannung des Kapitals, damit der einzelne Kapitalist durch beßre Methoden etc. den individuellen Werth seiner einzelnen Waaren unter ihren gesellschaftlichen Durchschnittswerth herabdrückt und so, bei gegebnem Marktpreis, einen Extraprofit macht; andrerseits Schwindel und allgemeine Begünstigung des Schwindels durch leidenschaftliche Versuche in neuen Produktionsmethoden, neuen Kapitalanlagen, neuen Abenteuern, um irgend einen Extraprofit zu sichern, der vom allgemeinen Durchschnitt unabhängig ist und sich über ihn erhebt.
Die Profitrate, d. h. der verhältnißmäßige Kapitalzuwachs ist vor allem wichtig für alle neuen, sich selbständig gruppirenden Kapitalableger. Und sobald die Kapitalbildung ausschließlich in die Hände einiger wenigen, fertigen Großkapitale fiele, für die die Masse des Profits die Rate aufwiegt, wäre überhaupt das belebende Feuer der Produktion erloschen. Sie würde einschlummern. Die Profitrate ist die treibende Macht in der kapitalistischen Produktion, und es wird nur producirt, was und soweit es mit Profit producirt werden kann. Daher die Angst der englischen Oekonomen über die Abnahme der Profitrate. Daß die bloße Möglichkeit Ricardo beunruhigt, zeigt gerade sein tiefes Verständniß der Bedingungen der kapitalistischen Produktion. Was ihm vorgeworfen wird, daß er, um die „Menschen“ unbekümmert, bei Betrachtung der kapitalistischen Produktion nur die Entwicklung der Produktivkräfte im Auge hat - mit welchen Opfern an Menschen und Kapital ||242|werthen immer erkauft – ist gerade das Bedeutende an ihm. Die Entwicklung der Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit ist die historische Aufgabe und Berechtigung des Kapitals. Eben damit schafft es unbewußt die materiellen Bedingungen einer höhern Produktionsform. Was Ricardo beunruhigt, ist daß die Profitrate, der Stachel der kapitalistischen Produktion, und Bedingung wie Treiber der Akkumulation, durch die Entwicklung der Produktion selbst gefährdet wird. Und das quantitative Verhältniß ist hier alles. Es liegt in der That etwas Tieferes zu Grunde, das er nur ahnt. Es zeigt sich hier in rein ökonomischer Weise, d. h. vom Bourgeoisstandpunkt, innerhalb der Grenzen des kapitalistischen Verstandes, vom Standpunkt der kapitalistischen Produktion selbst, ihre Schranke, ihre Relativität, daß sie keine absolute, sondern nur eine historische, einer gewissen beschränkten Entwicklungsepoche der materiellen Produktionsbedingungen entsprechende Produktionsweise ist.
IV. Nachträge.
Da die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit sehr ungleich in verschiednen Industriezweigen, und nicht nur dem Grad nach ungleich, sondern oft in entgegengesetzter Richtung erfolgt, so ergibt sich, daß die Masse des Durchschnittsprofits (= Mehrwerth) sehr unter der Höhe stehn muß, die nach der Entwicklung der Produktivkraft in den fortgeschrittensten Industriezweigen zu vermuthen wäre. Daß die Entwicklung der Produktivkraft in den verschiednen Industriezweigen nicht nur in sehr verschiednen Proportionen, sondern oft in entgegengesetzter Richtung vorgeht, entspringt nicht nur aus der Anarchie der Konkurrenz und der Eigenthümlichkeit der bürgerlichen Produktionsweise. Die Produktivität der Arbeit ist auch an Naturbedingungen gebunden, die oft minder ergiebig werden im selben Verhältniß wie die Produktivität – soweit sie von gesellschaftlichen Bedingungen abhängt – steigt. Daher entgegengesetzte Bewegung in diesen verschiednen Sphären, Fortschritt hier, Rückschritt dort. Man bedenke z. B. den bloßen Einfluß der Jahreszeiten, wovon die Menge des größten Theils aller Rohstoffe abhängt, Erschöpfung von Waldungen, Kohlen- und Eisenbergwerken etc.
Wenn der cirkulirende Theil des konstanten Kapitals, Rohstoff etc., der Masse nach stets wächst im Verhältniß der Produktivkraft der Arbeit, so ist dies nicht der Fall mit dem fixen Kapital, Gebäuden, Maschinerie, Vorrichtungen für Beleuchtung, Heizung etc. Ob ||243|gleich mit der anwachsenden Körpermasse die Maschine absolut theurer, wird sie relativ wohlfeiler. Wenn fünf Arbeiter zehnmal soviel Waaren produciren wie früher, verzehnfacht sich deswegen nicht die Auslage an fixem Kapital; obgleich der Werth dieses Theils des konstanten Kapitals wächst mit der Entwicklung der Produktivkraft, wächst er bei weitem nicht in demselben Verhältniß. Es wurde schon mehrfach hervorgehoben der Unterschied des Verhältnisses von konstantem Kapital zu variablem, wie es sich im Fallen der Profitrate ausdrückt, und desselben Verhältnisses, wie es sich, mit Entwicklung der Produktivität der Arbeit, mit Bezug auf die einzelne Waare und ihren Preis darstellt.
❲Der Werth der Waare ist bestimmt durch die Gesammt-Arbeitszeit, vergangne und lebendige, die in sie eingeht. Die Steigerung der Produktivität der Arbeit besteht eben darin, daß der Antheil der lebendigen Arbeit vermindert, der der vergangnen Arbeit vermehrt wird, aber so, daß die Gesammtsumme der in der Waare steckenden Arbeit abnimmt; daß also die lebendige Arbeit um mehr abnimmt als die vergangne zunimmt. Die im Werth einer Waare verkörperte vergangne Arbeit – der konstante Kapitaltheil – besteht theils aus Verschleiß von fixem, theils aus cirkulirendem, ganz in die Waare eingegangnem, konstantem Kapital - Roh- und Hülfsstoff. Der aus Roh- und Hülfsstoff entspringende Werththeil muß sich mit der Produktivität der Arbeit verringern, weil diese Produktivität mit Bezug auf diese Stoffe sich eben darin zeigt, daß ihr Werth gesunken ist. Dagegen ist es grade das Charakteristische der steigenden Produktivkraft der Arbeit, daß der fixe Theil des konstanten Kapitals eine sehr starke Vermehrung erfährt, und damit auch der Werttheil desselben, der sich durch den Verschleiß auf die Waaren überträgt. Damit nun eine neue Produktionsmethode sich als wirkliche Steigerung der Produktivität bewähre, muß sie auf die einzelne Waare einen geringern zusätzlichen Werththeil für Verschleiß von fixem Kapital übertragen, als der abzügliche Werththeil ist, der in Folge verminderter lebendiger Arbeit erspart wird, muß sie in einem Wort den Werth der Waare vermindern. Sie muß dies selbstredend, auch wenn, wie in einzelnen Fällen geschieht, außer dem zusätzlichen Verschleißtheil des fixen Kapitals, ein zusätzlicher Werththeil für vermehrte oder theurere Roh- oder Hülfsstoffe in die Werthbildung der Waare eingeht. Alle Werthzuschläge müssen mehr als aufgewogen werden durch die Werthverminderung, die aus Verringerung der lebendigen Arbeit entsteht. |
|244| Diese Verminderung des in die Waare eingehenden Gesammt-Arbeitsquantums scheint hiernach das wesentliche Kennzeichen gesteigerter Produktivkraft der Arbeit zu sein, gleichgültig unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen producirt wird. In einer Gesellschaft, worin die Producenten ihre Produktion nach einem voraus entworfnen Plan regeln, ja selbst in der einfachen Waarenproduktion würde die Produktivität der Arbeit auch unbedingt nach diesem Maßstab gemessen. Wie steht es aber in der kapitalistischen Produktion?
Gesetzt ein bestimmter kapitalistischer Produktionszweig producire das Normalstück seiner Waare unter folgenden Bedingungen: Der Verschleiß des fixen Kapitals beträgt per Stück Schilling oder Mark; an Roh- und Hülfsstoff geht ein 17 sh.; an Arbeitslohn 2 sh., und bei einer Mehrwerthsrate von 100 % beträgt der Mehrwerth 2 sh. Gesammtwerth = 22 Schilling oder Mark. Wir nehmen der Einfachheit halber an, daß in diesem Produktionszweig das Kapital die Durchschnittszusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals hat, daß also der Produktionspreis der Waare mit ihrem Werth zusammenfällt, und der Profit des Kapitalisten mit dem gemachten Mehrwerth. Dann ist der Kostpreis der Waare = + 17 + 2 = 20 sh., die Durchschnittsprofitrate = 10 %, und der Produktionspreis des Stücks Waare gleich seinem Werth = 22 sh. oder Mark.
Nehmen wir an, eine Maschine werde erfunden, die die für jedes Stück erforderliche lebendige Arbeit auf die Hälfte reducire, dafür aber den aus Verschleiß des fixen Kapitals bestehenden Werththeil verdreifache. Dann stellt sich die Sache so: Verschleiß = 1 sh., Roh- und Hülfsstoff wie früher 17 sh. Arbeitslohn 1 sh., Mehrwerth 1 sh., zusammen 21 sh. oder Mark. Die Waare ist nun 1 sh. im Werth gesunken; die neue Maschine hat die Produktivkraft der Arbeit entschieden gesteigert. Für den Kapitalisten aber stellt sich die Sache so: sein Kostpreis ist jetzt: 1 sh. Verschleiß, 17 sh. Roh- und Hülfsstoff, 1 sh. Arbeitslohn, zusammen 20 sh., wie vorher. Da die Profitrate sich durch die neue Maschine nicht ohne weiteres ändert, muß er 10 % über dem Kostpreis erhalten, macht 2 sh.; der Produktionspreis ist also unverändert = 22 sh., aber 1 sh. über dem Werth. Für eine unter kapitalistischen Bedingungen producirende Gesellschaft hat sich die Waare nicht verwohlfeilert, ist die neue Maschine keine Verbesserung. Der Kapitalist hat also kein Interesse daran, die neue ||245| Maschine einzuführen. Und da er durch ihre Einführung seine bisherige, noch nicht verschlissene Maschinerie einfach werthlos machen, sie in bloßes altes Eisen verwandeln, also positiven Verlust erleiden würde, hütet er sich sehr vor dieser, für ihn utopischen Dummheit.
Für das Kapital also gilt das Gesetz der gesteigerten Produktivkraft der Arbeit nicht unbedingt. Für das Kapital wird diese Produktivkraft gesteigert, nicht wenn überhaupt an der lebendigen Arbeit, sondern nur wenn an dem bezahlten Theil der lebendigen Arbeit mehr erspart als an vergangner Arbeit zugesetzt wird, wie dies bereits Buch I, Kap. XIII, 2, Seite 409/398 kurz angedeutet worden. Hier fällt die kapitalistische Produktionsweise in einen neuen Widerspruch. Ihr historischer Beruf ist die rücksichtslose, in geometrischer Progressive vorangetriebne Entfaltung der Produktivität der menschlichen Arbeit. Diesem Beruf wird sie untreu sobald sie, wie hier, der Entfaltung der Produktivität hemmend entgegen tritt. Sie beweist damit nur aufs neue, daß sie altersschwach wird und sich mehr und mehr überlebt.❳37)
In der Konkurrenz erscheint das steigende Minimum des, mit Steigerung der Produktivkraft für den erfolgreichen Betrieb eines selbständigen industriellen Geschäfts nöthig werdenden Kapitals so: Sobald die neue kostspieligere Betriebseinrichtung allgemein eingeführt, werden kleinere Kapitale in Zukunft von dem Betrieb ausgeschlossen. Nur im Beginn mechanischer Erfindungen in den verschiednen Produktionssphären können hier kleinere Kapitale selbständig fungiren. Andrerseits werfen sehr große Unternehmungen, mit außerordentlich hohem Verhältniß von konstantem Kapital, wie Eisenbahnen, nicht die Durchschnittsprofitrate ab, sondern nur einen Theil derselben, einen Zins. Sonst sänke die allgemeine Profitrate noch tiefer. Dagegen findet hier auch eine große Kapitalansammlung, in Form von Aktien, ein direktes Beschäftigungsfeld.
Wachsthum des Kapitals, also Akkumulation des Kapitals schließt nur Verminderung der Profitrate ein, soweit mit diesem Wachsthum die oben betrachteten Veränderungen im Verhältniß der organischen Bestandtheile des Kapitals eintreten. Nun aber, trotz der beständigen, täglichen Umwälzungen der Produktionsweise, fährt bald ||246| dieser bald jener, größere oder kleinere Theil des Gesammtkapitals für gewisse Zeiträume fort, auf der Basis eines gegebnen Durchschnittsverhältnisses jener Bestandtheile zu akkumuliren, sodaß mit seinem Wachsthum kein organischer Wechsel, also auch nicht die Ursachen des Falls der Profitrate gegeben sind. Diese beständige Vergrößerung des Kapitals, also auch Ausdehnung der Produktion, auf Grundlage der alten Produktionsmethode, die ruhig vorangeht, während nebenan schon die neuen Methoden eingeführt werden, ist wiederum eine Ursache, weßhalb die Profitrate nicht in demselben Maß abnimmt, worin das Gesammtkapital der Gesellschaft wächst.
Die Vermehrung der absoluten Arbeiteranzahl, trotz der verhältnißmäßigen Abnahme des variablen, in Arbeitslohn ausgelegten Kapitals geht nicht in allen Produktionszweigen und nicht gleichmäßig in allen vor. In der Agrikultur kann die Abnahme des Elements der lebendigen Arbeit absolut sein.
Uebrigens ist es nur das Bedürfniß der kapitalistischen Produktionsweise, daß die Anzahl der Lohnarbeiter sich absolut vermehre, trotz ihrer relativen Abnahme. Für sie werden schon Arbeitskräfte überflüssig, sobald es nicht mehr nothwendig, sie 12-15 Stunden täglich zu beschäftigen. Eine Entwicklung der Produktivkräfte, welche die absolute Anzahl der Arbeiter verminderte, d. h., in der That die ganze Nation befähigte, in einem geringern Zeittheil ihre Gesammtproduktion zu vollziehn, würde Revolution herbeiführen, weil sie die Mehrzahl der Bevölkerung außer Kurs setzen würde. Hierin erscheint wieder die specifische Schranke der kapitalistischen Produktion, und daß sie keineswegs eine absolute Form für die Entwicklung der Produktivkräfte und Erzeugung des Reichthums ist, vielmehr mit dieser auf einem gewissen Punkt in Kollision tritt. Partiell erscheint diese Kollision in periodischen Krisen, die aus der Ueberflüssigmachung bald dieses bald jenes Theils der Arbeiterbevölkerung in ihrer alten Beschäftigungsweise hervorgehn. Ihre Schranke ist die überschüssige Zeit der Arbeiter. Die absolute Ueberschußzeit, die die Gesellschaft gewinnt, geht sie nichts an. Die Entwicklung der Produktivkraft ist ihr nur wichtig, sofern sie die Mehrarbeitszeit der Arbeiterklasse vermehrt, nicht die Arbeitszeit für die materielle Produktion überhaupt vermindert; sie bewegt sich so im Gegensatze.
Man hat gesehn, daß die wachsende Akkumulation des Kapitals eine wachsende Koncentration desselben einschließt. So wächst die Macht des Kapitals, die im Kapitalisten personificirte Ver ||247|selbständigung der gesellschaftlichen Produktionsbedingungen gegenüber den wirklichen Producenten. Das Kapital zeigt sich immer mehr als gesellschaftliche Macht, deren Funktionär der Kapitalist ist, und die in gar keinem möglichen Verhältnisse mehr zu dem steht, was die Arbeit eines einzelnen Individuums schaffen kann – aber als entfremdete, verselbständigte gesellschaftliche Macht, die als Sache, und als Macht des Kapitalisten durch diese Sache, der Gesellschaft gegenübertritt. Der Widerspruch zwischen der allgemeinen gesellschaftlichen Macht, zu der sich das Kapital gestaltet, und der Privatmacht der einzelnen Kapitalisten über diese gesellschaftlichen Produktionsbedingungen entwickelt sich immer schreiender und schließt die Auflösung dieses Verhältnisses ein, indem sie zugleich die Herausarbeitung der Produktionsbedingungen zu allgemeinen, gemeinschaftlichen, gesellschaftlichen Produktionsbedingungen einschließt. Diese Herausarbeitung ist gegeben durch die Entwicklung der Produktivkräfte unter der kapitalistischen Produktion, und durch die Art und Weise, worin sich diese Entwicklung vollzieht. Kein Kapitalist wendet eine neue Produktionsweise, sie mag noch so viel produktiver sein oder um noch so viel die Rate des Mehrwerths vermehren, freiwillig an, sobald sie die Profitrate vermindert. Aber jede solche neue Produktionsweise verwohlfeilert die Waaren. Er verkauft sie daher ursprünglich über ihrem Produktionspreis, vielleicht über ihrem Werth. Er steckt die Differenz ein, die zwischen ihren Produktionskosten und dem Marktpreis der übrigen, zu höheren Produktionskosten producirten Waaren besteht. Er kann dies, weil der Durchschnitt der zur Produktion dieser Waaren gesellschaftlich erheischten Arbeitszeit größer ist als die mit der neuen Produktionsweise erheischte Arbeitszeit. Seine Produktionsprocedur steht über dem Durchschnitt der gesellschaftlichen. Aber die Konkurrenz verallgemeinert sie und unterwirft sie dem allgemeinen Gesetz. Dann tritt das Sinken der Profitrate ein – vielleicht zuerst in dieser Produktionssphäre, und gleicht sich nachher mit den andren aus das also ganz und gar unabhängig ist vom Willen der Kapitalisten.
Zu diesem Punkt ist noch zu bemerken, daß dies selbe Gesetz auch in den Produktionssphären herrscht, deren Produktion weder direkt noch indirekt in die Konsumtion des Arbeiters oder in die Produktionsbedingungen seiner Lebensmittel eingeht; also auch in den Produktionssphären, worin keine Verwohlfeilerung der Waaren ||248| den relativen Mehrwerth vermehren, die Arbeitskraft verwohlfeilern kann. (Allerdings kann Verwohlfeilerung des konstanten Kapitals in allen diesen Zweigen die Profitrate erhöhen bei gleichbleibender Exploitation des Arbeiters.) Sobald die neue Produktionsweise anfängt sich auszubreiten, und damit der Beweis thatsächlich geliefert ist, daß diese Waaren wohlfeiler producirt werden können, müssen die Kapitalisten, die unter den alten Produktionsbedingungen arbeiten, ihr Produkt unter ihrem vollen Produktionspreis verkaufen, weil der Werth dieser Waare gefallen ist, die von ihnen zur Produktion erheischte Arbeitszeit über der gesellschaftlichen steht. Mit einem Wort – es erscheint dies als Wirkung der Konkurrenz – sie müssen ebenfalls die neue Produktionsweise einführen, worin das Verhältniß des variablen Kapitals zum konstanten vermindert ist.
Alle Umstände, die bewirken, daß die Anwendung der Maschinerie den Preis der damit producirten Waaren verwohlfeilert, reduciren sich stets auf Verringerung des Quantums Arbeit, das von einer einzelnen Waare absorbirt wird; zweitens aber auf Verringerung des Verschleißtheils der Maschinerie, dessen Werth in die einzelne Waare eingeht. Je weniger rasch der Verschleiß der Maschinerie, auf desto mehr Waaren vertheilt er sich, desto mehr lebendige Arbeit ersetzt sie bis zu ihrem Reproduktionstermin. In beiden Fällen vermehrt sich Quantum und Werth des fixen konstanten Kapitals gegenüber dem variablen.
“All other things being equal, the power of a nation to save from its profits varies with the rate of profits, is great when they are high, less, when low; but as the rate of profit declines, all other things do not remain equal. … A low rate of profit is ordinarily accompanied by a rapid rate of accumulation, relatively to the numbers of the people, as in England. … a high rate of profit by a slower rate of accumulation, relatively to the numbers of the people.” Beispiele: Polen, Rußland, Indien etc. (Richard Jones, An Introductory Lecture on Pol. Econ. London 1833. p. 50 et seq.) Jones hebt richtig hervor, daß trotz der fallenden Profitrate die inducements and faculties to accumulate sich vermehren. Erstens wegen der wachsenden relativen Ueberbevölkerung. Zweitens weil mit der wachsenden Produktivität der Arbeit die Masse der von demselben Tauschwerth dargestellten Gebrauchswerthe, also der sachlichen Elemente des Kapitals wachsen. Drittens weil sich die Produktionszweige vermannigfachen. Viertens durch Entwicklung des Kreditsystems, der Aktiengesellschaften etc. und der damit ||249| gegebnen Leichtigkeit, Geld in Kapital zu verwandeln, ohne selbst industrieller Kapitalist zu werden. Fünftens Wachsen der Bedürfnisse und der Bereicherungssucht. Sechstens wachsende Massenanlage von fixem Kapital u. s. w.
Drei Hauptthatsachen der kapitalistischen Produktion:
1) Koncentration der Produktionsmittel in wenigen Händen, wodurch sie aufhören als Eigenthum der unmittelbaren Arbeiter zu erscheinen, und sich dagegen in gesellschaftliche Potenzen der Produktion verwandeln. Wenn auch zuerst als Privateigenthum der Kapitalisten. Diese sind Trustees der bürgerlichen Gesellschaft, aber sie sacken alle Früchte dieser Trusteeschaft ein.
2) Organisation der Arbeit selbst, als gesellschaftlicher: Durch Kooperation, Theilung der Arbeit, und Verbindung der Arbeit mit der Naturwissenschaft.
Nach beiden Seiten hebt die kapitalistische Produktionsweise das Privateigenthum und die Privatarbeit auf, wenn auch in gegensätzlichen Formen.
3) Herstellung des Weltmarkts.
Die ungeheure Produktivkraft, im Verhältniß der Bevölkerung, die innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise sich entwickelt und, wenn auch nicht im selben Verhältniß, das Wachsen der Kapitalwerthe (nicht nur ihres materiellen Substrats) die viel rascher wachsen als die Bevölkerung, widerspricht der, relativ zum wachsenden Reichthum, immer schmaler werdenden Basis, für die diese ungeheure Produktivkraft wirkt und den Verwerthungsverhältnissen dieses schwellenden Kapitals. Daher die Krisen. |